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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gefährlichkeit von Halogenen


nobody
24.10.2001, 15:28
Ich habe folgende Hausaufgabe und weiß die Antwort nicht:
der Umgang mit Iod ist weniger gefährlich als mit anderen Halogenen. Der MAK- Wert ist aber genauso hoch, wie der von Brom und Flour. Wie ist das zu erklären?
wer kann mir helfen?

nobody
24.10.2001, 15:40
Meine das liegt daran das Jod ein Feststoff (metallisches Iod) ist!
Brom ne Flüssigkeit und Fluor ist ein Gas ist!

Die Gefährdung bei Gasen und Flüssigkeiten ist größer als bei Feststoffen!

Hoffe das ist soeit richtig

Kes :D

hippie
24.10.2001, 15:51
Also ich würde ja auch sagen, dass es am Aggregatszustand des Iod liegt. Chlor ist sowieso gasförmig und Brom verdunstet sehr schnell.

Allerdings stimmt die Sache mit den MAK werten nicht!
So hat laut dem Römpp Iod einen MAK-Wert von 1mg/m3, Brom einen von 0,7mg/m3 und Chlor einen von 1,5mg/m3!
Das bedeutet also, dass der MAK Wert von Chlor deutlich höherliegt, als der von Iod!

hippie

bm
24.10.2001, 16:18
die steigt in der Reihe Fluor, Chlor Brom, Iod beträchtlich, F ist das reaktivste Element überhaupt.

Verdampfbarkeit = Verfügbarkeit in der Atemluft = Siedepunkt

schlumpf
24.10.2001, 17:26
@hippie: das wuerde ich aber chon als 'so gut wie glich' bezeichnen.


nur ist es bei einem Feststoff halt ungleich schwerer, das eine mg in die Atemluft zu bekommen als bei einem Gas, da man den Feststoff ja noch in die gasphase bringen muss

Nobby
27.10.2001, 18:31
Ich denke alle Antworten haben das Thema nicht erreicht. Jod hat die Eigenart zu sublimieren, also vom Feststoff direkt in die Gasphase zu gelangen, daher sind die MAK Werte von Iod ähnlich die von den anderen Halogenen. :rolleyes:

nobody
27.10.2001, 23:13
Ihr vergesst wohl, dass Stoffe auch eigene Eigenschaften haben. Ob ein Stoff giftig ist oder nicht, liegt nicht an seinem Aggregatzustand. Arsen ist ein Feststoff und ist auch giftig. Und Iod ist halt "nur" Xn :p

hippie
28.10.2001, 08:31
Originalnachricht erstellt von Nobby
Ich denke alle Antworten haben das Thema nicht erreicht. Jod hat die Eigenart zu sublimieren, also vom Feststoff direkt in die Gasphase zu gelangen, daher sind die MAK Werte von Iod ähnlich die von den anderen Halogenen. :rolleyes:

Das stimmt schon, aber trotzdem ist Iod sowohl als Feststoff, als auch in der Lösung gefahrloser zu handhaben als Brom und Chlor in ihren jeweiligen Aggregatszuständen und in der Lösung.

hippie

FK
28.10.2001, 11:30
Mag sein, dass der MAK-Wert von Iod deswegen so niedrig liegt, weil es - im Gegensatz zu den anderen Halogenen - ganz gern mal sensibilisierend wirkt. Dafür ätzend Fluor, Chlor und Brom wesentlich besser.....

Die Sättigungskonzentration liegt übrigens bei 3.64 g/m³ (20 °C). Recht viel im Vergleich zum niedrigen MAK-Wert.


Gruß,
Franz

nobody
29.10.2001, 16:58
Jod ist einfacher zu Handhaben, weil es bei 20°C ein Feststoff ist. Den gleichen MAK hat jod dadurch, weil Jod sublimiert. Das heißt Jod geht von Fest direkt nach Gasförmig. Dies geschieht teilweise schon bei etwas über 20°C.

Alles Klar?

Max-Planck :cool:

FK
29.10.2001, 17:38
Originalnachricht erstellt von Max-Planck
Jod ist einfacher zu Handhaben, weil es bei 20°C ein Feststoff ist. Den gleichen MAK hat jod dadurch, weil Jod sublimiert. Das heißt Jod geht von Fest direkt nach Gasförmig. Dies geschieht teilweise schon bei etwas über 20°C.

Alles Klar?

Max-Planck :cool:

Nee, nicht wirklich......

Gruß,
Franz

hippie
29.10.2001, 18:00
@FK :rolleyes:
@Max Planck: ich meine mich noch ganz schwach zu erinnern, dass alle deine Argumente schon weiter oben genannt wurden...

hippie

nobody
30.10.2001, 20:21
Das jemand was von Sublimieren geschrieben hat ist mir aber nicht geläufig! Und das ist nunmal das WICHTIGE!

Verstanden?

FK
30.10.2001, 21:12
Originalnachricht erstellt von Max-Planck
Das jemand was von Sublimieren geschrieben hat ist mir aber nicht geläufig! Und das ist nunmal das WICHTIGE!

Verstanden?

Tja, Max, dann schau mal oben Nobbys Antwort an.....

Der MAK-Wert hat nichts mit Aggregatzustand, Dampfdruck oder dergleichen zu tun, sondern ist ein von einer Kommission festgelegter Wert, von dem man annimmt, dass bei achtstündiger Tätigkeit (5 Tage pro Woche) in einer Atmosphäre mit dieser Konzentration noch keine Gesundheitsgefährdung ausgeht. Möge es so sein.

Gruß,
Franz

bm
30.10.2001, 22:56
Du zweifelst doch wohl nicht im Ernst an der Kompetenz und am Sachverstand von staatlich bestellten Sachverständigen, die frei und ohne Rücksicht auf irgendwelche Lobbyisten, nur Ihrem Gewissen verpflichtet sind?


Möge es so sein.


Oder war das nicht ironisch gemeint?

bm
30.10.2001, 23:19
Im Mai 1986 (Tschernobyl) war aufgrund der Grenzwertfestlegung das Gemüse in Südbaden nicht essbar, im 200 m entfernten Frankreich absolut geniessbar. Das nenne ich effektive Grenzsicherung!

nobody
31.10.2001, 07:18
Iod laesst sich als Feststoff einfach sicherer und leichter handhaben (z.B. abwiegen) als der Rest der Periode.

Fluor: kaum handhabbar, reagiert mit praktisch allem, was nicht schon perfluoriert ist

Chlor: verursacht bei Exposition neben akuten Reizungen beim (Einatmen) Lungenoedeme, die oft erst Stunden danach auftreten und dann um so schlimmer (toedlich) sein koennen

Brom: hoher Dampfdruck, verursacht schwerste Veraetzungen bei Hautkontakt, als Bromid wirkt es auf das Nervensystem

Iod hat auch biologische Funktionen - Stichwort: Schilddruesenhormone - , die es trotz seiner Handhabbarkeit (die MAK werte haben nix mit der Handhabarkeit zu tun, sondern reflektieren eine Mischung aus medizinischen, politischen und wirtschaftlichen Ueberlegungen) nicht ungiftiger erscheinen lassen:
Manche Leute entwickeln Allergien gegen Iod (Stichwort: iodhaltige Badezusaetze).

Schau mal in ein toxikolisches Standardwerk

Wo

bm
31.10.2001, 11:25
Jod mit Jodid, bzw. jodorganischen Verbindungen?

nobody
31.10.2001, 11:43
Verwechseln? Eigentlich nicht. Wenn Du Iod aufnimmst, reagiert das schliesslich mit Dir. Und die Toxizitaet und damit auch die MAKs etc. werden direkt davon beeinflusst.

Gruesse,

Wo

bm
31.10.2001, 14:01
Unterschied, ob Du Jod oder Jodid schluckst, vielleicht etwas krasser : Versuch mal den Unterschied zwischen Chlorgas und Kochsalz zu schmecken (ist nicht ernst gemeint).

FK
31.10.2001, 17:45
Originalnachricht erstellt von bm
Du zweifelst doch wohl nicht im Ernst an der Kompetenz und am Sachverstand von staatlich bestellten Sachverständigen, die frei und ohne Rücksicht auf irgendwelche Lobbyisten, nur Ihrem Gewissen verpflichtet sind?

Nicht im Geringsten. Und ich warte darauf, dass Dampfdrücke, Dichten, Löslichkeitsprodukte und dergleichen endlich auch von Expertenausschüssen festgelegt werden......da weiß man dann, was man (davon) hat..... :rolleyes:

Gruß,
Franz

FK
31.10.2001, 17:50
Originalnachricht erstellt von marsupilami
Iod laesst sich als Feststoff einfach sicherer und leichter handhaben (z.B. abwiegen) als der Rest der Periode .



hmm, hmmm....

Übrigens ist Brom das Einzige der hier erwähnten Halogene, das keine biologische Funktion aufweist (soweit bekannt).

Gruß,
Franz

bm
31.10.2001, 20:36
Brom kommt in marinen Organismen vor. Hab ich mal gehört und gesehen, um was es genau ging, müsste ich raussuchen.

bm
31.10.2001, 20:46
Und ich warte darauf, dass Dampfdrücke, Dichten, Löslichkeitsprodukte und dergleichen endlich auch von Expertenausschüssen festgelegt werden......

Aber bitte EU-einheitlich! Sonst haben die Engländer wieder andere Schmelzpunkte als wir. Sowas muss genormt werden. Wir sollten eine Kommission gründen, bezahlt aus EU-Mitteln.

FK
31.10.2001, 21:39
Originalnachricht erstellt von bm


Aber bitte EU-einheitlich! Sonst haben die Engländer wieder andere Schmelzpunkte als wir. Sowas muss genormt werden. Wir sollten eine Kommission gründen, bezahlt aus EU-Mitteln.

Unbedingt. Kohle ist ja genug da.......


Das mit den bromierten Verbindungen aus Meeresorganismen stimmt natürlich. Ist sowieso erstaunlich, was es da an polyhalogenierten (Chlor, Brom, Iod) Verbindungen gibt.
Daher: keine Schwämme unf Korallen pflücken, da ist nämlich Sondermüll!

Ob und welche Bedeutung all diese Verbindungen für die Organismen haben, ist ein großes Rätsel. Oft habe ich den Eindruck, dass das nach dem Motto: Enzym da, Substrat da, ab die Post....geht. Und der Forscher zerbricht sich dann den Kopf, was der betreffende Organismus mit einem mehrfach chlorierten Terpen anstellt, und sucht einen Sinn, der nicht existiert.


Gruß,
Franz

bm
31.10.2001, 22:41
Unbedingt. Kohle ist ja genug da.......

Woher weisst Du das. Auch gerade Steuer bezahlt?