Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studiengebühren
JJFox
12.10.2001, 18:10
In Ö. werden seit Oktober 363,36 € pro Semester (für ausländische Studenten 726,72 €) Studiengebühren eingehoben. :cry:
Was sagt ihr dazu? Sollte studieren kostenlos sein oder ist es sinnvoll einen Beitrag einzuheben?
Ich bin geteilter Meinung. Einerseits sollte Bildung für jeden zugänglich und leistbar sein andererseits werden ewige Studenten die nur studieren weil sie nicht wissen was sie machen sollen weniger.
Die Studiengebühr soll angeblich eine Motivation für den Studenten sein schneller zu studieren. Aber es muß doch auch andere Wege geben die Durchschnittsstudiendauer zu verkürzen. :attention:
No Regrets
12.10.2001, 18:41
das erste studium solle umsonst sein
und das 2. richtig kosten ca 1000DM pro semester
Markus H.
12.10.2001, 19:53
im prinzip finde ich die studiengebühren vertretbar... ich schließe mich aber den bedenken an, dass es vielleicht für "ärmere" studenten knapp werden könnte.
wesentlich schlimmer finde ich, was die regierung sonst noch aufführt an den unis (mehr absolventen, die sollen weltklasse ausbildung erhalten, es gibt aber weniger geld und der anreiz, eine universitätslaufbahn einzuschlagen ist sowieso auf null reduziert... auf dauer werden keine wirklich guten profs mehr nachkommen) grrrrrr
einige studenten glauben ja, dass die unis oder die Profs irgendetwas davon sehen... dem ist nicht so, ganz im gegenteil, die profs kriegen sowieso weniger geld und wenn ich daran denke wie die frau volksschullehererin zusammen mit intellektuellem herrn FPÖler.... wenn ich jetzt weiterrede, könnte ich zuhöchst unfreundlich werden, also lass ichs lieber
hippie
12.10.2001, 23:53
Ich denke, dass die Erhebung von Studiengebühren in deutschland teilweise sogar notwendig ist, wenn man z.b. die Bausubstanz einiger Universitäten ansieht. Dazu kommen Dozentenmangel in einigen Gebieten und der Materialmangel in anderen.
Es ist kein wunder, dass der Forschungsstandart an den amerikanischen Elite-Unis wie z.b. beim MIT so Hochgehalten werden kann, weil eben durch die (wirklich hohen) Gebühren Geld reinkommt.
Allerdings, denke ich auch, das man in seinem ersten Studium, zumindest in der Regelstudienzeit, keine oder nur geringe Gebühren zahlen sollte. Langzeitstudenten und Studienabbrecher sollten allerdings zahlen!
hippie
bm
13.10.2001, 01:03
jeder zahlt Studiengebühren, die nach erbrachter Leistung zurückerstattet werden. Am besten progressiv steigend mit jedem Semester.
Markus H.
13.10.2001, 13:03
bei den amis oder den britischen elite unis steckt meistens eine stiftung, die das ganze finanziert dahinter. außerdem werden die gruppen wirklich klein gehalten. weiters gibt es in amerika auch die "ganz normalen" unis, die für jeden zugänglich sind. das vorhaben der österreichischen bundesregierung, die unis mit einer privaten unternehmensstruktur zu versehen, ist fatal. und im bildungsrat sitzen dann frau gehrer, volkschullehrerin, irgendwelche FPÖler und herr prinzhorn... oder so ähnlich. das ganze wird im endeffekt auf kosten der bildung (also der studenten) gehen. ist aber auch klar, denn intellektuelle sind keine potentiellen FPÖ wähler... :mad:
übrigens wird ein gewisser teil der studiengebühr zurückerstattet, wenn man sein studium in der mindestzeit beendet
@hippie: die dozenten sehen keinen groschen, im gegenteil! auch das unibudget leidet unter der sparmaßnahmen (unimilliardehahaha )...
hippie
13.10.2001, 13:12
Nunja, zumindest in werden Dozenten am MIT, Harvard, Yale und Darmouth gut bezahlt...
Klar gibt es auch die "normalen" Unis, aber ich wollte ja gerade auf die Ivy League hinaus, weil sie in punkto Wissenschaft (und auch den Gebühren) führend sind (nicht umsonst heimst das MIT einen Nobelpreis nach dem anderen ein...)
hippie
JJFox
13.10.2001, 14:07
Das Problem ist, daß das Geld nicht den Unis zu gute kommt sondern damit die Vision des Nulldefizits erreicht werden soll.
Die Vorlesungen sind fast immer überbesetzt, entweder man kommt eine Stunde früher oder man bekommt nur noch einen Bodenplatz. Weiters stehen (zumindest in meiner Studienrichtung) nur 70 Praktikumsplätze für 140 Studenten zur Verfügung. In anderen Studienrichtungen ist es genau so bzw. noch schlimmer!
Dadurch bekommt man fast nie den Prüfungstermin oder Praktikumsplatz den man will und somit ist es fast unmöglich in Mindeststudienzeit zu studieren.
nobody
13.10.2001, 14:19
genau das ist der punkt . !
ich habe (wenig) probleme mit den 5000 ats studiengebuehren, find ich fair und gerechtfertigt, ABER wenn ich schon studiengebuehren zahle, will ich auch eine gegenleistung dafuer. genau das gegenteil ist aber der fall. einsparungen an allen ecken und enden, streichung vieler interessanter VOs die von externen (aus der wirtschaft) vortragenden gehalten werden, verschlechterung der platzangebote, senkung des niveaus, .... die liste laesst sich endlos fortsetzen.
und wie man schneller studieren soll wenn man zusaetzlich noch 10000 ats / jahr finanzieren muss (meist durch arbeit) is mir auch ein raetsel ...
auf die dauer wird uns das ganze imho einiges an wettbewerbsgaehigkeit kosten ... und zwar nicht die studiengebuehren an sich sondern die situation im allgemeinen ...
Markus H.
13.10.2001, 14:35
haargenau... auf den punkt gebracht!...
kann ich nur zustimmen...
Adam
13.10.2001, 14:36
@All
Die Regelstudienzeit sollte meiner Meinung nach, aus gleichberechtigungs Gründen gegenüber allen Studienwilligen, umsonst sein. Nach Ablauf der Regelstudienzeit oder bei einem Zweitstudium könnte man Studiengebühren erheben.
Gruß
Adam
nobody
14.06.2004, 14:38
Beim Thema "Studiengebühren" blicke ich zurzeit nicht mehr durch.
Hier ein paar Fragen dazu:
1. Gelten Studiengebühren bundesweit für jeden Studiengang?
2. Wer muss Studiengebühren bezahlen?
3. Ab wann darf man sich "Langzeitstudent" nennen?
4. Wie hoch sind die Studiengebühren derzeit?
5. Gibt es einen Unterschied zwischen Studiengebühren und Gebühren die man sowieso fürs Studium bezahlen muss?
Nun einige Fragen zu Bafög:
1. Kann jeder Student Bafög beantragen oder hängt, dass vom Einkommen der Eltern ab?
2. Muss man Bafög komplett zurückzahlen?
3. Wie viel ¤ Bafög kann man maximal bekommen und darf man sich die Höhe des beantragten Geldes aussuchen?
Danke schon mal im vorraus für eure Antworten.
nobody
14.06.2004, 15:01
Nun einige Fragen zu Bafög:
1. Kann jeder Student Bafög beantragen oder hängt, dass vom Einkommen der Eltern ab?
2. Muss man Bafög komplett zurückzahlen?
3. Wie viel ¤ Bafög kann man maximal bekommen und darf man sich die Höhe des beantragten Geldes aussuchen?
Zu 1. jeder Student kann Bafög beantragen. Die Höhe des Bäfög hängt von den einkommen der Eltern ab.
Um Bafög zu bekommen darf man nicht zu Zeitpunkt der Antragstellung über 5.000EUR als Kapital verfügen.
Zu 2. Das kommt drauf an. Wenn man denn Gesamtbetrag komplett auf einmal zurückzahlt
bekommt man die hälfte erlassen. Man kann das Bafög auch in Raten zurückzahlen wie das dann da mit Rabatt aus sieht weiss ich auch nicht.
Zu 3. Leider kann man sich nicht debn Betrag ausuchen. :mad:
Ich hoffe das hilft dir.
Ciao
seppel
nobody
14.06.2004, 21:31
ich finde es völlig in ordnung studiengebühren zu erheben, denn bildung gibt es halt nicht zum nulltarif. das geld sollte aber den unis zu gute kommen und nicht anderen.
zum totschlagargument, dass studiengebühren unsozial seien, kann ich nur sagen, dass es das system der nachgelagerten studiengebühren gibt. da kann man seine studiengebühren nach dem studium, wenn man arbeit hat, abbezahlen. die hö´he der rückzahlungen richten sih nach dem einkommen der person, also ist nichts unsozial.
die hetze gegen studiengebühren ist propaganda der politischen linken, aber seit der gestrigén europawahl geht es mit den linken bergab.
Lim_Dul
14.06.2004, 21:37
Beim Thema "Studiengebühren" blicke ich zurzeit nicht mehr durch.
Hier ein paar Fragen dazu:
1. Gelten Studiengebühren bundesweit für jeden Studiengang?
2. Wer muss Studiengebühren bezahlen?
3. Ab wann darf man sich "Langzeitstudent" nennen?
4. Wie hoch sind die Studiengebühren derzeit?
5. Gibt es einen Unterschied zwischen Studiengebühren und Gebühren die man sowieso fürs Studium bezahlen muss?
Generell für alle gilt: Bildung ist Ländersache, dass heißt die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Damit gilt:
1.: Nein
2.: Diejenigen, die in dem Bundesland studieren und in die Gruppe gehören, die zahlen müssen. (Langzeitstudenten, Zweitstudium, Seniorenstudenten, etc.)
3.: Hängt von Bundesland zu Bundesland. Ist so um die 1,5-fache Regelstudienzeit. (Zumindest in NRW)
4. Zwischen 500 und 650 Euro pro Semester.
5. Ja, die Studiengebühren gehen in den Landeshaushalt in den meisten Ländern und kommen nicht den Unis zugute.
An den Unis selber zahlt man den sogenannten Sozialbeitrag. Dafür gibt es einen genauen Schlüssel, wer wieviel Geld davon bekommt.
Rolando
14.06.2004, 22:08
Einen guten und ständig aktuallisierten Überblick über die Studiengebühren in Deutschland gibt es bei Spiegel-Online:
ich finde es völlig in ordnung studiengebühren zu erheben, denn bildung gibt es halt nicht zum nulltarif. das geld sollte aber den unis zu gute kommen und nicht anderen.
Das ist ja wohl eine richtige Bonzen-Einstellung. Nicht jeder bekommt von seinen ältern alles bezahlt. :mad:
Außerdem wird in der Bildungspolitik ordentlich gekürzt, sodass nicht wirklich die Unis einen Vorteil haben.
die hetze gegen studiengebühren ist propaganda der politischen linken, aber seit der gestrigén europawahl geht es mit den linken bergab.
"Die Hetze" finde ich gut. Du scheinst ja nicht sehr links orientiert zu sein. Ich tippe mal auf CDU-Wähler oder?
haidmo
23.01.2007, 10:17
Kurze Info fuer alle, die ihrer Missgunst Luft verschaffen wollen:
Bundesweiter Protest, 14:00 Uhr Karlsruhe Hbf
Ein breites Bündnis von Studierendenorganisationen, Gewerkschaften, Schülervertretungen und anderen sozial engagierten Initiativen ruft für den 26. Januar, anlässlich des zweiten Jahrestages der Bundesverfassungsgericht-Entscheidung gegen ein bundesweites Studiengebührenverbot, zu einer Demonstration ‚Klagen statt leiden! KarlsRuhe stören!’ in Karlsruhe auf.
Die Auftaktkundgebung findet von 14:00 – 14:30 auf dem Bahnhofsplatz statt. Die Demoroute ist: Ettlingerstr – Ettlinger Tor – Friedrichstr – Erbprinzstr - Europaplatz (Kundgebung) - Kaiserstr – Friedrichstr. Auf dem Schlossplatz, in Sichtweite des Bundesverfassungsgerichts, findet um ca. 16:30 die Abschlusskundgebung statt.
Vor zwei Jahren entschied das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) über die Erhebung von Studiengebühren an den Hochschulen der Bundesrepublik. Allgemeine Studiengebühren wurden nach einem 35-jährigen und bundesweiten Verbot legalisiert, da die angestrebte Höhe von 500 Euro im Semester "in keinem Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten der Studierenden steht" so das BVerfG damals.
Die schon seit Jahren währenden Proteste von Studierenden, Schülern und Schülerinnen sowie Eltern und Lehrkräften weiteten sich erneut aus, da ab diesem Zeitpunkt nicht nur Langzeitstudiengebühren, sondern eine generalisierte Campus-Maut, von zunächst (alle Staaten mit Studiengebühren weisen auf eine progressive Steigerung der Gebühren hin) 1000 € (Zuzüglich Verwaltungs- und Sozialgebühr) im Jahr drohte. Die Undurchlässigkeit eines ohnehin selektiven Bildungssystems (siehe OECD-Pisa-Studien u.ä.) wird somit verschärft.
Diese Maßnahme ergänzt ein Bildungssystem, in welchem zum Beispiel Bezahl-Kindergärten und KiTas, ein drei-gliedriges Schulsystem, Büchergelder, Ausbildungsplatzmaut, Zugangsbeschränkungen und NCs wie auch die Einführung von Exzellenz-Initiativen, für sozial unverantwortlich gelten können. Es geht eher um ein Wettbewerbs- und Elitenförderungssystem - weit jenseits aller humanistischen Ansätze und die Emanzipation fördernder Bildungsideale - welches einem Anspruch auf soziale Verantwortlichkeit keineswegs gerecht werden kann.
Trotz zweier Jahre mit unzähligen Großdemonstrationen, kreativem Protest, aber auch Besetzungen und Blockaden von Verwaltungsgebäuden und Verkehrswegen, werden diese Studiengebühren in diesem Frühjahr für alle HochschülerInnen der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen und dem Saarland Realität.
Einerseits organisiert sich eine länderübergreifende Zahlungsverweigerung der Studiengebühren, andererseits laufen verschiedene Klagen gegen die Gebührengesetze, dennoch besteht das Bedürfnis, unserem Protest, auch auf der Straße und vor den zuständigen Behörden, Ausdruck zu verleihen. Um auf die Ungerechtigkeiten in diesem System und die Erhebung von Studiengebühren im Besondern hinzuweisen, wird für eine Großdemonstration vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe am Freitag den 26.01.2007 aufgerufen. Die Demonstration findet im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages für freie Bildung statt. Für freie Bildung von der KiTa bis zur Hochschule! Studiengebühren verweigern -- für ein durchlässiges und soziales Bildungssystem!