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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ABI nach 12 Jahren und dergleichen


zarathustra
30.09.2001, 13:22
Hallo zusammen,

ich möchte mal mit Euch ein Thema besprechen, das mir schon lange unter den Nägel brennt:
Fast täglich kann man in der Zeitung von neuen Plänen lesen, die sich die Verantwortlichen für Bildung wieder einfallen lassen haben.
Da wird von heutigen Schülern erwartet, neben Englisch mindestens eine moderne europäische Sprache und möglchst noch eine exotische Sprache (Japanisch, Russisch...) zu lernen.
Dann stellt sich mal wieder heraus, dass die Deutschen - im internationalen Vergleich - in den Naturwissenschaften (spez. Mathe) schlecht abschneiden. Schon plant man, am Gymnasium möglichst ab der 8. Klasse alle Naturwissenschaften zu unterrichten.
Die (Ab-)Wahlmöglichkeiten in der Oberstufe sollen beschränkt werden...
Gleichzeitig stellt der FOCUS fest, dass sich Abiturienten nicht gut aufs Studium bzw. Berufsleben vorbereitet fühlen - entsprechend sollte man auch hier mehr unterrichten...
Gleichzeitig soll das ABI möglichst nach 12 Jahren gemacht werden, natürlich ohne Qualitätsverlust,
und immer wieder begegnet man dem Argument:
"In anderen Ländern geht das ja auch."
Wenn ich mir dann ansehe, was in anderen Ländern unterrichtet wird, ist mir auch klar, warum es so schnell geht:
Auf einer Kursfahrt nach London haben wir u.a. eine Abschlussklasse in Chemie besucht, wo gerade das Bohr'sche Atommodell eingeführt wurde! [Gleichzeitig werden in der "Oberstufe" in England aber nur vier Fächer unterrichtet.]

Also, was haltet Ihr von den Plänen zu Bildungsreformen und dergleichen? Alles nur Ideen von Leuten, die an ihrem Schreibtisch sitzend, keine Ahnung von den Zuständen in der Schule haben?


Gruß,
Sebastian

Markus H.
30.09.2001, 15:30
zur bildungreform in deutschland kann ich (als österreicher nicht so gut informiert) nichts sagen;

ad sprachen: ich lerne englisch (natürlich), latein (schon zu lange) und spanisch. japanisch... so hat eine weltweite studie gezeigt ...ist weniger wichtig als deutsch, so! :D

hier in österreich passt es eigentlich (bis auf die einsparungen in dem bereich bildung, wodurch viele lehrer auf der straße gelandet sind, einige lästige lehrerwechsel etc.). im internationalen vergleich müssen österreichische schüler (gymnasiasten) am längsten (bzw sehr lange) in die schule (von den schulstunden her gesehen). also in den 12 oder 13 jahren schule, so habe ich das gefühl, wird man ausreichend vorbereitet, allgemeingebildet usw.

die qualität der lehrer ist eine andere geschichte, es ist schwer wirklich gute lehrer zu finden :(

aber alles in allem bin ich zufrieden (hier in österreich) :) :yes:

JJFox
30.09.2001, 20:11
Also ich bin auch mit der Schulform zufrieden. Dadurch, daß man schon ab der 8. Schulstufe zwischen verschiedensten naturwissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen oder allgemeinbildenden Schulen wählen kann ist für jeden was dabei.

Ich habe in meiner Chemie-Schule zwar nur eine Fremdsprache (Englisch) gelernt, daß allerdings sehr umfangreich und mit chemischen Scherpunkt. Aber ich glaube als Wissenschaftler ist Englisch immer noch die wichtigste Sprache!

Oxidator
30.09.2001, 21:07
Ich hasse das Schulsystem, denn ich bin der Meinung jeder soll das lernen was ihm gefällt, was er kann. Und man sollte nicht zu irgend eine Shit gezwungen werden.

buba
30.09.2001, 21:09
Würde man nicht gezwungen, würde man nichts freiwillig lernen... :rolleyes:

Markus H.
30.09.2001, 21:10
gewisse grundlagen muss es geben, und wofür gibts wahlpflichtgegenstände, verschiedenste schulformen und ausbildungen.

aber die 9 jahre schulpflicht müssen schon sein, und sogar innerhalb dieser zeit, kann man sich entscheiden (zumindest in österreich) an welche schule man geht (ob man jetzt französisch ab der 5ten schulstufe hat, oder gar kein franz, ob latein ab der 7ten usw usf)... so schlimm ist es doch nicht, siehst das zu negativ glaube ich

badcip
18.01.2002, 18:20
Ich persönlich bin dafür, dass ABI nach 12 Jahren möglich werden sollte. Bei uns in NRW wurde beispielsweise ja vor kurzem beschlossen, dass leistungsstarke Schüler mit einen Durchschnitt unter 2.0 die 8. Klasse überspringen können. Doch ich fände es persönlich besser, wenn man einfach die 5. Klasse weglassen sollte, denn den Stoff, den man da lernt, kann man auch einfach problemlos auf die anderen Schuljahre verteilen.