Der Anschlag auf das World Trade Center sowie das Pentagon ist bis jetzt der letzte einen langen Reihe.
Die Berichterstattung der Fernsehsender zu diesen Anschlag ist stark einseitig, der Nahe Osten steht als böser und die USA bzw. "die zivilisierte Welt" als Opfer dar. Man hört so gut wie kaum etwas über die Hintergründe der Anschläge. Auch über die Taten und Mistaten der Amis, die dieses Pulverfass erst entstehen lassen haben, wird kaum etwas berichtet. Insgesamt scheint das Fernsehen das Volk auf eine fatale Weise zu sensibilisieren, es sieht fast so aus als würde sie einen Krieg heraufbeschwören.
In meiner Schule stehe ich fast alleine mit dieser Meinung dar,
bin ich einer der wenigen die noch klar über die Situation und nicht nur an die Opfer denken können?
P.S.: Auch wenn es sich teilweise anders anhört, bin ich gegen den Anschlag auf das World Trade Center, auch wenn es einen besonderen ideellen und wirtschaftlichen Status besitzt, der wahrscheinlich zur Auswahl dieses Gebäudes führte, trotzdem sind zivile Verluste nicht zu dulden. Das Pentagon als militärische Einrichtung finde ich dagegen als vertretbar, wenn man es als Krieg betrachtet.
Adam
12.09.2001, 23:03
@Gourry
Egal was im Vorfeld des Anschlages passiert ist und wie sich die USA im Fall und mit dem Problemen des Nahen Ostens verhalten hat, rechtfertigt das noch lange nicht eine Politik nach dem Motto "Wer interessieren will, muß provozieren" und die verübten Anschläge.
Hier finde ich sollt man nicht verallgemeinern Gouryy. Nicht der Nahe Osten steht als "Böser" dar; denn sehr viele Menschen und Länder dort sind pro-westlich eingestellt und haben gute Beziehungen zu den USA und zu Europa.
Es handelt sich nur um Randgruppen, Radikale und zwei, drei Staaten die diesen Terrorismus unterstützen, die man wenn als "Feinde" ansehen muß.
Grüß
Adam
nobody
13.09.2001, 00:06
Durch die Nachrichten kommt es so rüber als wäre der Nahe Osten der "Böse". Allein schon der Name "Nahe Osten" verleitet schon zu falschen Mutmaßungen, wo fängt er an, wo hört er auf, welche Staaten zählt man zu ihm.
Heute in der Schule fragte die Lehrerin(keine Politiklehrerin) z.B. wo Afghanistan liegt, wer die Taliban und wer/was Shelter Now ist/sind.
Bei vielen ist dort eine große Wissenslücke, und ich rede vom Gymnasium, wie es dann wohl auf den anderen Schulen ist kann man wohl denn leicht erahnen.
Die Öffentlichkeit hat deshalb kaum Interesse für eine Problemlösung und das paranoide Amerika, besonders jetzt nach den Anschlägen, mit z.B. seinen Handelsembargos brachte und wird keine Verbesserung der Lebensqualität vor Ort erbringen. Und wenn denn ein Land nicht den politischen Druck ausüben kann um die Lage zu ändern, so muß es (oder Gruppen die sich dazu berufen fühlen) zu anderen Mitteln greifen ... sonst wird es nie eine Veränderung geben.
Was passiert ist kann man nicht mehr ändern, gerade deshalb sollte man aus denn Fehlern lernen, sonst wird es wieder geschehen.
Das Problem was ich ansprechen wollte ist, daß jeder die Opfer bedauert und die Täter gefaßt werden sollen, aber sich keiner für die Hintergründe interessiert sondern nur für die Konsequenzen. Und solange sich die Öffentlichkeit und das Fernsehen nicht einschaltet wird die Antwort rein militärisch sein, was auf keinen Fall eine Lösung ist, sondern das Problem nur kurzseitig löst.
Auch Aussagen wie z.B. eine Kriegserklärung gegen die FREIE Welt, wenn nur die Amis angegriffen wurde, führt zu Fehlurteilen. Die Fehler die in der Vergangenheit gemacht wurden ,werden ständig wiederholt. Es scheint alles auf eine Vergeltung anstatt auf eine Lösung hinauszulaufen.
buba
13.09.2001, 00:21
Kritik aus einem anderen Board:
Sind die Amis "bessere" Menschen? Sind sie die neue Herrenrasse? Mitglieder des Staates, der in den letzten 60 Jahren sich WIRKLICH in jedes Land in Asien, Afrika und Amerika (Mittel und Süd) EXTREM eingemischt hat? Jedem seinen "American way of life" aufzwingen wollte? Wie eine schleichende Invasion, wo die Waffen zum Schluß kommen?
Denn um die toten Japaner hat niemand ein großes Faß aufgemacht: Waren eben bloß 500.000 "Schlitzaugen", der Feind, der in 6.000.000 Grad Celsius verdampft ist oder deren nachfahren bis in die SIEBENTE Generation genetische DEFORMIERUNGEN erdulden müssen.
Mir tun die Opfer in Amerika auch leid:
Aber eigentlich ist das nur die fürchterliche Quittung für ein selbtgefälliges, selbstherrliches und herrisches Vormachtstreben der OBEREN 10.000 ohne Rücksicht auf Verluste oder Andere.
Sicher, nichts rechtfertigt so einen Anschlag, ich hatte auch eher einen Angriff auf Militäreinrichtungen im Ausland erwartet, aber der Verlust zivilen lebens ist den USA jetzt so richtig bewusst geworden.
---->WAS SIE JAHRZEHNTELANG ANDEREN VÖLKERN UND REGIERUNGEN ANTATEN, KAM JETZT IN SCHNELLEN SCHRITTEN NACH HAUSE<-------------
Es ist dort drüben eine Scheinwelt gewesen, nur eine trügerische Schattenwelt, bis gestern 08.48 Uhr Ortszeit: Jetzt weiß auch der allerletzte Uninteressierte, dass die USA Kriegsschauplatz sind, als direkte Folge des eigenen UNVERMÖGENS, Maß halten zu können.
Opfer sind wieder die Unschuldigen, Zivilisten...
Die genannten OBEREN 10.000 haben leider nix zu befürchten, die Verantwortlichen...
"Die erste Welt ist reich.
Die zweite Welt ist sozialistisch.
Die dritte Welt ist machtlos." (Mao Tse Tung)
Und machtlose Menschen sind weniger wert, besonders wenn sie tot und nicht-amerikanisch sind? Nicht wahr?Quelle (http://geb.german-elite-net.de/showthread.php?postid=432724#post432724)
So weit musste es irgendwann mal kommen. Trotz des angeblich angestrebten Isolationismus' der USA mischt sich dieses Land, diese Nation, viel zu sehr in fremder Leute Angelegenheiten ein. Insofern sind sie selber schuld, wenn sie so einen heftigen Rückschlag erleiden. Denn nicht jeder lässt sich ewig an der Nase herumführen bzw. dazu bringen sich wie Marionetten zu verhalten.
Es müssen Zehntausende von Unschuldigen sterben, damit überhaupt erst einmal Aufmerksamkeit auf dieses Thema (Inwiefern sind die USA selber schuld?) gelenkt wird. Das ist sehr, sehr traurig. Aber wie die Menschen nun mal sind, anscheinend der einzige Weg... Umso trauriger, dass Krieg die Antwort der USA ist (sein wird, ganz sicher)...
Blue Crystal
13.09.2001, 02:28
Schuldig im Sinne der Anklage:
Ja, auch ich kenne mich nicht übermässig mit den Gegebenheiten und Hintergründen aus. Auch ich mußte mich erstmal bei Freunden schlau machen, wer was wo gemacht hat und welche Ziele dahinter stehen. Das Ganze ist schließlich kein einfaches Thema!
Anklage abgewiesen:
Ich schere keine Menschen über einen Kamm, nur weil diese in dem gleichen Staat unter der gleichen Regierung leben/leiden! Ebenso ist für mich der Nahe Osten keinesfalls der Feind schlechthin ! Und wenn ich die Berichterstattung verfolge, ist auch meist von Extremisten die Rede, die in der genannten Gegend ansässig seien, und nicht von allen Menschen, die dort wohnen! Das gilt übrigens für JEDES Land, dass es solche und solche Menschen gibt! Ebenso wie ich mich weigere, die durch die amerikanische Regierung (auch Militär etc.) angerichteten Schäden dem ganzen amerikanischen Volk zuzuschreiben, ist in meinen Augen bei weitem nicht der ganze Osten böse bzw. extremistisch eingestellt!
Ich behaupte:
Wer Gewalt im Namen eines Gottes verübt, egal welche Religion, benutzt "seinen Gott" nur als Vorwand für die eigenen Interessen! Das gilt für den Taliban ebenso wie für die Christen (Kreuzzüge, Inquisition) und sonstige Glaubensrichtungen.
Soviel dazu...
hippie
13.09.2001, 17:12
Wie es schon Hr. Schröder gesagt hat, ist die USA nicht nur eine Weltmacht, sondern auch das Symbol schlechthin für Kapitalismus und überhaupt Sinnbild für die Gesellschaft in der wir leben. Da sie sich auch oft als "Weltpolizei" betätigt macht sie sich natürlich nicht nur Freunde...
Allerdings sehe ich das nicht als Grund für einen Privatmann, seine Privatmilizen auf dieses Volk zu schicken, das ihm per se nichts getan hat!
Ich finde wer die USA als Schuldigen darstellt liegt falsch!
Der von buba zitierte Beitrag ist auch wieder äußerst einseitig. Natürlich mischen sich die Amerikaner zu oft in Dinge ein, mit denen sie nichts zu tun haben. Allerdings darf man auch nicht vergessen, das gerade Deutschland tief in der "Schuld" der Amerikaner steht.
Ohne den Marshallplan hätte sich Deutschlandnie so schnell vom 2. WK erholt. Auch die Luftbrücke nach Berlin war eine Initiative der Amerikaner.
Man darf auch nicht vergessen, dass es in Deutschland auch eine Zeit des Terrors gab, und die RAF das Land in Angst und schrecken versetzt hat. Die Motive waren teilweise die selben, aber hier käme auch niemand auf die idee, Deutschland selbst wäre schuld gewesen!
Eine Schuldzuweisung in den Nahen Osten kam während der letzten Tage in den amerikanischen Medien, die ich verfolge, nirgends vor!
Hier scheint das mehr der Fall zu sein. Viele Leute aber setzen mittlerweile Muslims mit Teroristen gleich, was eine gefährliche Stilisierung dieser ethnischen Gruppe darstellt!
Verantwortlich gemacht wird allerdings Afghanistan, weil es Usama bin Laden beherbergt(e?).
Das es nicht zu einer größeren militärischen Auseinandersetzung kommt.
hippie
FK
13.09.2001, 17:49
Niemand hat das Recht, für Taten irgendwelcher Angehöriger einer Nation, einer Volksgruppe oder einer Religionsgemeinschaft beliebige andere Angehörige derselben Gruppe verantwortlich zu machen.
MIEMAND
ES GIBT KEINE KOLLEKTIVSCHULD.
Du kannst nicht hingehen und den nächstbesten US-Bürger umbringen, weil andere US-Bürger sich dumm und dämlich verdienen und dabei über Leichen gehen (und solche Leute findest Du in jedem Land!).
Du kannst nicht einfach den nächsten Moslem, den Du triffst, töten, weil einige Moslems zum Mord an "Ungläubigen" aufrufen oder Morde begehen (und Fanatiker, die zu Allem bereit sind, findest Du auch überall).
Die Reihe ließe sich noch lange fortsetzen.......
Franz
buba
13.09.2001, 18:54
Natürlich nicht, FK, aber wenn die Menschen erst mal gegeneinander aufgewiegelt wurden, nützt jegliche Diskussion nichts mehr.
Als beispielsweise immer wieder die Bilder von ein paar jubelnden Palästinensern gezeigt wurden, dachte ich mir: "Was soll das? Ist das die Art, wie man Hass schürt, die Menschen gegeneinader aufwiegelt, den kommenden Krieg rechtfertigt?"
Godwael
13.09.2001, 19:32
Ich finde, so einfach kann man Amerika nicht freisprechen.
Die amerikanische Außenpolitik hat das Mittel des Terrors immer sehr trefflich zu nutzen gewußt und dadurch über Jahrzehnte überall auf der Welt unsägliches Leid verursacht. Die einzige Rechtfertigung dafür war die Tatsache, daß Amerika nie die Folgen zu befürchten hatte.
All diese Terroristengruppen wurden durch die amerikanische Regierung aufgebaut und finanziert, um die "Feinde Amerikas", d.h. jeden, der sich gegen amerikanische Einflußnahme gewehrt hat, auszuschalten, man denke an den ersten Golfkrieg, in dem Saddam Hussein von Amerika gestützt wurde und mit amerikanischer Unterstützung im großen Stil Nervengas gegen kurdische Separatisten und den Iran einsetzte.
Auch Usama Bin Laden - sofern er tatsächlich der Urheber des Anschlags war - wurde schließlich bis 1989 durch die amerikanische Regierung massiv unterstützt.
@ buba:
Ich glaube nicht, daß sich die jubelnden Palästinenser über die ganzen toten Menschen freuen. Niemand, den man als Mensch bezeichnen würde, tut das.
Diese jubelnden Palästinenser leiden momentan - mal wieder - unter einem Bürgerkrieg, der durch amerikanischen Druck auf Israel - Clinton hat das gezeigt - leicht vermeidbar gewesen wäre.
Es liegt für mich nahe, daß diese Leute Genugtuung empfinden, daß Amerika zum ersten Mal seine eigene Medizin zu schmecken bekommen hat.
Wer bin ich, sie dafür zu verurteilen?
buba
13.09.2001, 19:55
@ buba:
Ich glaube nicht, daß sich die jubelnden Palästinenser über die ganzen toten Menschen freuen. Niemand, den man als Mensch bezeichnen würde, tut das.
So war das auch nicht gemeint! Aber wenn die Masse solche Bilder gezeigt bekommt, wird die Aggressivität gegen diese Menschen nur geschürt.
FK
13.09.2001, 20:08
Sollten die jubelnden Palästinenser etwa nicht wissen, dass Tausende von Menschen den Tod gefunden haben? Haben sie sich wirklich nur über ein zerstörtes Hochhaus gefreut?
Ich glaub's nicht.
:kotz:
nobody
13.09.2001, 23:41
FK: Du kannst nicht hingehen und den nächstbesten US-Bürger umbringen, weil andere US-Bürger sich dumm und dämlich verdienen und dabei über Leichen gehen (und solche Leute findest Du in jedem Land!).
Diese Aussage ist in einem demokratischen regierten Land nur bedingt richtig. Jeder hat die Möglichkeit zu wählen und kann damit die Politik theoretisch lenken. Auch durch Proteste kann man einiges erreichen und solange sich in dieser Richtung kaum was tut, könnte man leicht den Rückschluß ziehen, daß das amerikanische Volk damit einverstanden ist und war (hiermit möchte ich den amis nicht unterstellen das alle oder auch nur ein Teil es wollte, es geht ums Prinzip, immerhin sind die Amis so stolz auf ihre Demokratie).
FK: Sollten die jubelnden Palästinenser etwa nicht wissen, dass Tausende von Menschen den Tod gefunden haben? Haben sie sich wirklich nur über ein zerstörtes Hochhaus gefreut?
In den Bildern aus den Fernsehen die ich gesehen habe, konnte man nicht erkennen welche Informationen Sie zu diesen Zeitpunkt hatten. Auch wieviele jubbelten wurde nicht ersichtlich (ein paar auf der Strasse? und die im Geschäft mit den Kindern davor?). Man sollte schon aus diesen einfachen Gründen vorsichtig in der Beurteilung und Verurteilung sein.
Ich glaube man kann ihnen unterstellen, daß sie diese neue Lage vor Ort besser beurteilen können als wir, so daß sich der größte Teil zumindestens über die Konsequenzen, die ein derartiges Verhalten in der Welt anrichten kann, im klaren sein müßte und somit wenn sie sich freuen würden, es nicht öffentlich im Fernsehen machen würden.
Trotzdem ist es meineserachtens vertändlich, wenn sie nicht so übertrieben trauern, wie die 1.Welt. Immerhin hatten die Gebäude einen großen ideellen Wert.
Als Beispiel wäre z.B. die Lage in Tschetschenien zu nennen: lange Zeit war und ist? Krieg, aber interessiert hat es, bis auf die die davon betroffen waren, kaum jemand (eine Ausnahme stellten die Bilder der Menschenrechtsorganisation dar, wo sich das Interesse kurz auf das Problem konzentrierte). Das heißt wer und wieweit jemand trauert hängt immer vom Standpunkt desjenigen ab. Die Russen wollten den Krieg (auch Teile des Volkes), genau wie die jetzigen Forderungen nach Rache (ich weiß, daß derartige moralische Vergleiche eigentlich vermieden werden sollten, nur weil jemand anderes etwas macht, heißt es nicht das es richtig ist, aber so ist die Realität).
P.S.: Es ist sehr interressant, wie schnell das FBI auf einmal ist.
Adam
13.09.2001, 23:56
@All
Die Geister die man rief wir man jetzt nicht mehr los; einst waren die Terroristen Mittel zum Zweck für die USA; und jetzt haben sich "die eigenen Kinder gegen die Eltern" gestellt und provozieren...als sie keine Beachtung finden konnten...
Grüß
Adam
Godwael
14.09.2001, 00:42
und jetzt haben sich "die eigenen Kinder gegen die Eltern" gestellt und provozieren...als sie keine Beachtung finden konnten...
Halt ich für nen schiefen Vergleich. Diese Leute sind ja nicht "Kinder", bzw Produkte der amerikanischen Außenpolitik, sondern nur deren frühere Verbündete. Es ist ja nicht so, daß diese Leute von der westlichen Welt aufgerufene Freiheitskämpfer gewesen wären.
Diejenigen, die das zu verantworten haben, sind schon immer blutrünstige Wahnsinnige gewesen, nur daß sich ihre Interessen kurzzeitig mit denen der USA gedeckt haben.
Was ich sagen will: Es war absolut abzusehen, daß irgendwann einer von diesen Psychopathen mit Hilfe ihrer Organisation made in U.S.A auch gegen eine zu dem Zeitpunkt unbeteiligte Seite Amok laufen würde.
Die amerikanischen Regierungen waren sich nur sicher, daß das anderen Leuten passieren würde.
Deswegen war und ist es ihnen egal, wem sie da die Waffen in die Hand drücken, Hauptsache, er schießt grad in die richtige Richtung.
In der amerikanischen Außenpolitik scheint es Gesetz zu sein, auf alles andere, seien es unschuldige Zivilisten oder gar die eigenen Verbündeten zu scheißen.
Vom menschlichen Standpunkt ist der Anschlag auf das WTC eine entsetzliche Tragödie, aber die amerikanische Regierung ist absolut nicht in der Position, sich so lautstark zu beklagen, wie sie das jetzt tut.
FK
14.09.2001, 19:36
Ich bedauere es zutiefst, aber so ist es nun mal: der Mensch unterscheidet sich vom Schimpansen zwar intellektuell, aber nicht emotional.
@Gourry
Genau, wie Du sagtst: THEORETISCH kann Jeder die Politik per Wahl lenken. Deswegen haben wir unsere einheimischen Geld-und-Macht-Zusammenraffer auch schon lange abgewählt......
Jeder, der sich über einen Mord freut, ist nicht dicht.....
nobody
15.09.2001, 21:13
Hi Leute...
ich meine man sollte auf keinen Fall vergeallmeiner...nicht das ganze Volk der USA hat da was mit zu tun, daß es zu Krisen im Nahen Osten in der Vergangenheit gekommen ist.
Auch die Völkerung im Nahen oSten hat es sich weiß Gott allein schwer genug gemacht. In dem sie sich gegenseitig verabscheuen!
An der Situation in Afganistan haben die USA zum Bespiel keine Schuld, da sind die Gründe in den Angriffen der Russen auf das Land zu suchen. denn durch die Angriffe der Russe haben sie den Afganis deutlich gemacht wir nähern uns immer mehr den USA an.
Erst diese haben dazu geführt, daß der Benladen ohne weiters seine Todesgeschwader da ausbilden konnte. Die haben ihn ja regelrehct in das Land geholt und beschützen ihn noch immer! Russland hat sich halt immer mehr an die westliche Welt angenähert, ist zu sagen ein Freund der USA. Die andern kleinen Staaten, die zuvor die "Freunde" Russlands waren fühlten sich allein gelassen und waren und sind wütend auf die USA.
Es gibt halt nicht mehr West und Ost...es gibt nur noch West und kleine Splitterstaaten.
Traurig aber wahr!
Das die USA sich in fast alles einmischt ist nicht so toll, wenn sie das nicht tun würden, würde das auch ein anderes Land tun!
Doch kein anderes Land symbolisiert so viel Macht!
Zu den Pälestinensern...also das da ein Hand voll leuten auf der Straße gejubel hat und gefeierte, heißt einfach nicht das alle so sind und so denke wie die auf der Straße.
Viele haben da auch Tag täglich Angst um ihr Leben, wollen Frieden!
So lange es aber da millitäisch organisierte Gruppen gibt die Anschläge verüben, besteht keine Chance auf Frieden in der Region!
Ich persönlich wünsche mir nichts mehr als das es keine Vergeltungschläge gegen das islamische Volk gibt, sonder das man die Verantwortlichen versucht ausfindig zu machen und zu Rechenschaft zu ziehen.
Den Benladen aus Afganistan rausholt und wegsperrt!
Was kann die Zivilbevölkerung in Afganistan dafür das dieser Terrosistenkönig sich da versteckt hält!
Kes
nobody
16.09.2001, 17:35
Chemlab 2001: An der Situation in Afganistan haben die USA zum Bespiel keine Schuld, da sind die Gründe in den Angriffen der Russen auf das Land zu suchen. denn durch die Angriffe der Russe haben sie den Afganis deutlich gemacht wir nähern uns immer mehr den USA an.
Der "Angriff", offiziell zur Stützung des kommunistischen Systems gegen den demokratischen Umsturz in Afghanistan, war auf keinem Fall eine Annäherung der Russen an die Amis. Im Gegenteil: die Machterhaltung sowie die Machterweiterung des "kommunistischen Reiches" führte auf jeden Fall zu Konflikten mit der USA, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Kommunismus zu bekämpfen und den Kapitalismus zu verbreiten, zuzusagen eine Weiterführung des Imperialismus.
Die Afghanen wollten sich mehr der "westlichen" Welt annähern, konnte dieses allerdings nicht wegen der Waffengewalt der Russen. Die Amis wiederrum wollte den Afghanen "helfen", und haben deshalb die demokratischen Bewegungen unterstützt. Zu diesem Zeitpunkt kommt denn glaub ich schon Bin Laden ins Spiel und kämpft mit der Hilfe der Amis gegen die Russen.
Zehn Jahre später ungefähr sind die Russen aus Afghanisten abgezogen worden, wodurch die Regierung komplett zusammenbrach, so daß es denn zu Bürgerkriegen kam.
Die Amis kommen denn wieder beim Golfkrieg ins Spiel im Kampf gegen Saddam (wenn ich so darüber nachdenke, gibt es gewisse Parallelen mit der jetztigen Situation), der sich mehr Ölquellen sichern wollte. Dieses empfand Bin Laden (andere wahrscheinlich auch) als Entweihung Heiligen Landes oder so änlich. Und seitdem "kämpft" er gegen die Amis. (Bin Laden ist nur einer von vielen, den die Amis zum Kampf ausbildeten und benutzten)
Ansonsten wiedersprichst du dich auch, die Amis haben was mit dem Nahen Osten zu tun, und denn auf einmal nicht mehr.
Das amerikanischen Volk hat mit der Situation im Nahen Osten primär auch nichts zu tun, es war eine Entscheidung der Politiker und Geheimdienste kein Volksentscheid.
Chemlab 2001: Russland hat sich halt immer mehr an die westliche Welt angenähert, ist zu sagen ein Freund der USA.
Russland mußte sich schon der Wirtschaft wegen den Westen annähern. Beide Wirtschaftssysteme (Planwirtschaft und freie Wirtschaft) funktionieren nur im Verbund mit anderen Ländern. Trotzdem würde ich sagen, daß die Rußland nicht der Freund der Amis ist. Wieweit das Verhalten der Amis auf die Geschichte zurückzuführen ist, oder ob es nur amerikanische Arroganz ist, ist fraglich, zumindestens werden die Russen nur toloriert (Stichpunkt Atomwaffen), aber sicher nicht als "Freund" akzeptiert.
Chemlab 2001: Doch kein anderes Land symbolisiert so viel Macht!
Macht in der Größenordnung symbolisiert auf jeden Fall auch noch Russland und China, den meißten ist das nur nicht bewußt, weil sie mit ihren Waffen nicht so stark angeben und diese damit "aufwerten".
Godwael
16.09.2001, 19:01
und [die Amerikaner] haben deshalb die demokratischen Bewegungen unterstützt.
Das ist so nicht ganz richtig. Die Amis haben ihre Verbündeten traditionell als "demokratisch" bezeichnet. Die hauptsächlichen Empfänger amerikanischer Unterstützung waren und sind jedoch autoritäre und totalitäre Bewegungen.
Besonders in Mittel- und Südamerika sind zehntausende Demokraten und Sozialisten von Todesschwadronen ermordet worden, die mit Unterstützung der USA aufgebaut worden sind.
FK
16.09.2001, 21:07
Originalnachricht erstellt von Godwael
Die hauptsächlichen Empfänger amerikanischer Unterstützung waren und sind jedoch autoritäre und totalitäre Bewegungen.
Besonders in Mittel- und Südamerika sind zehntausende Demokraten und Sozialisten von Todesschwadronen ermordet worden, die mit Unterstützung der USA aufgebaut worden sind.
Dies rechtfertigt aber nicht den Mord an irgendwelchen Amerikanern und Bürgern anderer Nationen.
Die einzige Rechtfertigung für solches Verhalten (nämlich das Umbringen beliebiger Artgenossen aus Wut über irgendwas) sah ich heute im Fernsehen:
dort war zu sehen, wie Schimpansen einen der Ihren tot schlugen.
Da kommt's her, und soweit sind wir vom Affen entfernt.
Adam
16.09.2001, 22:18
@All
Ich denke die Frage nach dem Schuldigen ist jetzt primär nicht so wichtig; jeder wird doch die Schuld bei dem Anderen suchen außer bei sich selber, so ist das doch immer.
Viel wichtiger ist jetzt wie die USA reagiert -ich weis zwar nicht wie aber ich weis, dass der vierte Weltkrieg mit "Stein und Käule" geführt wird in diesem Sinne..sollte die USA ihre Schritte mit bedacht wählen- und wie man solche Anschläge zukünftig reduzieren will, denn ganz verhindern wird man sie ehe nicht.
Grüß
Adam
Godwael
17.09.2001, 00:59
Ich denke die Frage nach dem Schuldigen ist jetzt primär nicht so wichtig; jeder wird doch die Schuld bei dem Anderen suchen außer bei sich selber, so ist das doch immer.
Im Gegenteil: Gerade in der jetzigen Situation muß muß die Verantwortlichkeit aller Seiten für Terror gründlich durchleuchtet werden.
Es ist doch so: Die Länder und Gesellschaften, die Terror stützen, tun dies ja nicht aus kollektiver Mordlust. Es ist kein Zufall, daß Terrorismus von Regionen ausgeht, in denen - zum Teil schon seit Jahrzehnten - Bürgerkrieg und Gewalt herrschen.
Die Erfahrung von zwanzig Jahren Bürgerkrieg hat die ethischen Maßstäbe ganzer Völker verschoben.
Terrorismus kann nur beseitigt werden, wenn er in seinen Ursprungsländern bekämpft wird - und zwar nicht mit Waffengewalt, sondern durch Beendigung der Zustände, die das Klima für Terrorismus schaffen.
Dazu ist es notwendig, die Vergangenheit dieser Konflikte multilateral aufzuarbeiten und neu zu bewerten. Nicht nur vom Standpunkt der vielbeschworenen "Historischen Gerechtigkeit", sondern um bei allen Beteiligten Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.
Terror kann nur beendet werden, wenn in den Ursprungsländern selbst die Akzeptanz von Gewalt als politisches Mittel aufgebrochen wird.
Und hier muß sich die Westliche Welt - die USA als Hauptakteur, aber wir genauso - schwere Vorwürfe machen. Betrachten wir den Nahostkonflikt als symbolträchtigsten Fall:
Hunderttausende Palästinenser leben sein Jahrzehnten als Vertriebene in Flüchtlingslagern, eine humanitäre Katastrophe und noch viel mehr ein monströses Verbrechen gegen die Menschlichkeit, daß da seit 50 Jahren stattfindet.
Den Israelis mag ich da noch den geringsten Vorwurf machen, jedoch daß wir darüber und über vieles andere so gleichgültig hinweggehen, ist der islamischen Welt nicht vermittelbar.
Was so viele Menschen in islamischen Ländern, auch und besonders Liberale und Intellektuelle, so maßlos empört, ist die Tatsache, daß "der Westen" einerseits das Primat von Menschenwürde und Freiheit betont und sich diese Begriffe bereitwillig auf die Fahne schreibt, wenn er, wie im Golfkrieg genauso wie im Kosovo, irgendwo interveniert, andererseits jedoch mit Gusto auf Freiheit und Menschenwürde scheißt, sofern es irgendwie opportun ist.
In der islamischen Welt entsteht dadurch der - zwar historisch (Kreuzzüge!) motivierte aber nicht ganz unberechtigte - Eindruck, daß die christliche westliche Welt die islamischen Ländern (über den Umweg Israel) dominieren wolle.
Das schlimme daran ist, daß man auf der ganzen Welt sehen kann, wie begründet diese Sorge ist. Genau das nämlich passiert global mit der 3. Welt.
Es wäre ein großer Fehler, jetzt militärisch gegen "die Terroristen" vorzugehen, ohne eine langfristige Strategie zur Lösung dieser Konflikte vorzuweisen.
Die islamischen Länder des Nahen Ostens müssen als gleichberechtgte Partner angehört werden, wie das ja auch im Friedensvertrag von Oslo geschehen ist. Nur dadurch können Terroristen isoliert und undschädlich gemacht werden.
Sicherheit und Freiheit müssen Sicherheit und Freiheit für alle sein!
FK
17.09.2001, 20:18
@Godwael
Das finde ich sehr vernünftig......hoffen wir mal das Beste.
Gruß,
Franz
nobody
18.09.2001, 15:19
@Godwael
Nach dieser ausführung stellt sich mir aber immer noch die frage warum dann geradedas WTC und das Pentagon in Amerika und nicht nicht auch noch der Frankfurter Messeturm und der Pariser Eiffelturm.
Ich meiner bei dir herausgehört zu haben dass nicht nur die USA sondern die gesamte "westliche Welt" für die leiden im "nahen Osten" verantwortlich sind. Aber ich denke die USA haben sich einfach wieder zu aufgeplustert und wollten wieder einmal der welst zeigen dass es ohne die guten Amis zum 3. Weltkrieg kommt. Wenn ich mir vorstelle wenn bei uns Deutschland zB. beim 30. Jährigen krieg irgendeine Weltmacht angekommen wäre und hätte eine seite unterstützt wären wir auch sauergewesen. (ist nur beispiel und auch kein besonders gutes aber egal) Ich kann diese Menschen verstehen, sie müssen sich doch verar.... vorkommen. So als ob sie Kinder wären denen man die ganze zeit auf die Finger schauen muss. Denn das tun die Amis, sie wollen überall überwachen und kontrolieren und das auch noch mit Militärgewalt.
Ich denke die USA sollten mal über den satz nachdenken
"Hilfe zur selbsthilfe"
Abschliesent kann ich nur sagen dass die Amis einen solchen anschlag geradezu provoziert haben, und jetzt nicht so ein auf unschuldslamm und arme unwissende machen sollten.
MfG MagicD
ps: Das bei einem solchen Anschlag so viele unschuldige menschen sterben mussten finde ich auch unverzeilich. Aber die amis haben auch schuld daran!
hippie
18.09.2001, 15:57
Nach dieser ausführung stellt sich mir aber immer noch die frage warum dann geradedas WTC und das Pentagon in Amerika und nicht nicht auch noch der Frankfurter Messeturm und der Pariser Eiffelturm.
Ich fürchte, das die Anschläge am Dienstag nicht die letzten waren. Und wenn es einen NATO Gegenschlag geben wird, so werden auch wir in Europa Ziele der Terroristen werden!
hippie
Adam
18.09.2001, 17:53
@All
Tja die Geschichte zeigt es. Das Fass zum Überlaufen brachte es und diente als Initialzündung für den Ersten Weltkrieg die Ermordung des östereichischen Thronfolgers.
Und auch hier stehen wir vor einer ähnlichen Situation. Im Vorfeld des Atentates in den USA gab es schon jahrelange Spannungen; analog der Situation vor dem Ersten Weltkrieg.
Und auch nach der Ermordung des öst. Thronfolgers erlebte Europa eine Mobilmachung; auch heute erleben wir das bei der USA und teilweise bei der NATO.
Wie sich die Ereignise in mancher Hinsicht gleichen.
Man kann nur hoffen, dass die Menschen aus der Vergangenheit gelernt haben und die Fehler sich nicht wiederhollen.
Grüß
Adam
nobody
18.09.2001, 21:20
Adam: Man kann nur hoffen, dass die Menschen aus der Vergangenheit gelernt haben und die Fehler sich nicht wiederhollen.
Nach Ngo Dinh Diem (Vietnam), Pinochet und bin Laden kann man auf jeden Fall sagen, daß die Amis nicht aus ihren Fehlern gelernt haben und es gibt bestimmt noch andere außern den dreien.
Toleranz war noch die Stärke der Amerikanern. Ihr bestreben geht eher in die Richtung unbegrenzter Macht und maximale Kontrolle der Welt wirtschaftlich wie militärisch.
Der verwendete Ausdruck "Kreuzzug" von Bush sagt schon alles, auch wenn es "Kreuzzug gegen den Terrorismus" im Original heißt ( wenn man den Terrorismus nicht kontrollieren kann und auch nicht unterdrücken, muß man ihn vernichten (rein militärisch), verspricht er einen blutigen und langen Kampf mit hohen Verlusten auch unter den Zivilisten.
Dieses wird auf jeden Fall die Politik von Bush sein. In wieweit die Nato hinter ihn steht und stehen wird sowie in welchem Umfang, ist fraglich.
P.S.: http://www.rz.unibw-muenchen.de/~s51bcoll/seminararbeiten/Mueller_LowIntensityConflicts.pdf
Etwas oberflächlig für den Umfang, hört sich allerdings schlüßig an. Beschreibt im groben eine bestimmte Sorte von Konflikten, wozu auch der jetzige zählt sowie mögliche Reaktionen der Amis.