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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [info]Sternenhimmel September 2001


CO-Mertens
04.09.2001, 14:48
Sommer ade! Der Herbst kommt, und passend dazu bestimmt auch das schlechte Wetter.
Herbstanfang: 23. September 2001, 1.04 Uhr MESZ (0.04 Uhr MEZ).
Der Himmel hat sich im Vergleich zum August aber nur sehr wenig verändert. Derzeit stehen sowohl das Sommerdreieck als auch das Herbstviereck hoch am Himmel.

http://mod.chemieonline.de/co-mertens/sternesep2001.gif

Das Sommerdreieck besteht aus Atair im ADLER, Deneb im SCHWAN und Wega in der LEIER, den hellsten Sternen des Sommerhimmels. Als Herbstviereck wird das Sternenquadrat des PEGASUS bezeichnet, dem auch ein Stern der ANDROMEDA angehört.

Erwischt man mal eine sternenklare Nacht (ein sehr schwieriges wenngleich nicht unmögliches Unterfangen im Herbst - auf jeden Fall warm anziehen!), so lohnt sich ein Blick in den Himmel. Viele verschiedene Sternbilder - große, wie z.B. PEGASUS oder ADLER, und kleine, wie z.B. FÜLLEN oder die EIDECHSE - wollen erst einmal entdeckt werden.

Die typischen Sommersternbilder ADLER, SCHWAN und LEIER bilden, wie schon erwähnt, das sog. Sommerdreieck. In ihrem Umkreis liegen andere kleinere Sternbilder.
So findet man zwischen SCHWAN und ADLER die Sternbilder FÜCHSCHEN, PFEIL und DELFIN, sowie weiter südlich FÜLLEN.

Im Südwesten ist der SKORPION bereits wieder unter den Horizont gesunken. Ihm folgt der SCHÜTZE, sowie im Süden der STEINBOCK.

Bei guten Bedingungen kann man im Süden knapp über dem Horizont einen hellen Stern flackern sehen: Es ist Fomalhaut (arab.: Fischmaul) im SÜDLICHEN FISCH, welcher nur jetzt im Frühherbst bei uns zu sehen ist.

Südlich des STEINBOCKS befindet sich das Mini-Sternbild MIKROSKOP dem gänzlich helle Sterne fehlen, und man es daher von uns aus nie erblicken kann. Ein Afrika-Urlaub würde die Chancen jedoch deutlich erhöhen.

Im Osten, wo sich derzeit gegen Mitternacht Saturn (im STIER) und später auch Jupiter aufhalten, kann man die Herbststernbilder PEGASUS und ANDROMEDA entdecken, letzteres natürlich bekannt durch den gleichnamigen Nebel, den man unter guten Bedingungen mit bloßem Auge sehen kann.
Im Südosten zeigt sich nun auch das Ungeheuer des WALFISCHES.

Planeten:

MERKUR enfernt sich zwar von der Sonne und erreicht dabei auch einen Winkel, der eine Beobachtung ohne weiteres ermöglichen würde. Aber er steht weit südlich der Sonne, weshalb man für eine Beobachtung von Merkur schon auf die Südhalbkugel reisen müsste. In unseren Breiten entzieht er sich leider unseren Blicken.

VENUS ist weit nach Mitternacht vor Sonenaufgang als 'Morgenstern' im Osten zu beobachten. Sie geht mit dem Löwen gegen 4 Uhr auf. Mit -3,m9 ist sie ziemlich hell, und fällt somit schon kurz nach ihrem Aufgang tief am Horizont auf.

MARS ist noch immer am frühen Abendhimmel tief im Südwesten zu entdecken. Seine rote Färbung ist dabei deutlich zu erkennen (man sollte aber schon genau hinsehen!). Mars nimmt an Helligkeit ab auf nunmehr -0,m4, womit er aber immer noch heller ist als die Sterne in seiner näheren Umgebung. Im Fernrohr kann man erkennen, dass Mars jetzt nicht mehr als rundes Scheibchen erscheint, sondern auf dem Weg zum "Halbmars" ist, wo nur noch eine Hälfte der uns zugewandten Seite des Planeten von der Sonne beleuchtet wird.

JUPITER ist in den Zwillingen nun schon gegen Mitternacht zu beobachten. Mit seiner Helligkeit von jetzt -2,m1 ist er nach seinem Aufgang bis zum Erscheinen von Venus mit Abstand das hellste Objekt am Himmel.

SATURN geht bereits vor Jupiter mit dem Stier auf und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu dessen Hauptstern Aldebaran, den er mit seiner Helligkeit von jetzt 0,m0 recht klar übertrifft. Saturn erreicht jetzt die Helligkeit von Wega (in der Leier) und Kapella (im Fuhrmann), den hellsten Sternen am Himmel zu dieser Zeit.

URANUS stand im August in Opposition zur Sonne und ist weiterhin im Steinbock zu finden. Seine Helligkeit beträgt 5,m7, womit er noch so grade mit bloßem Auge zu beobachten ist, wenn die Verhältnisse es denn zulassen. Es empfiehlt sich aber auf alle Fälle ein gutes Fernglas oder noch besser ein Teleskop.

NEPTUN ist ebenfalls im Steinbock zu entdecken. Mit der Beobachtung des lediglich 7,m9 hellen (oder besser dunklen) Planeten sollte man nicht zu lange warten, da er bereits ab Mitternacht in den horizontnahen Dunstschichten verschwindet.
Auf jeden Fall ist ein gutes Teleskop dazu unabdingbare Voraussetzung.

PLUTO, der am weitesten von der Sonne entfernte Planet (von den uns bekannten Planeten - wenn man bei Pluto überhaupt von Planet sprechen kann) ist, kann mit Profi-Ausrüstung im Schlangenträger aufgespürt werden.