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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Versuche mit Selen


nobody
06.04.2001, 13:42
Hallo,

Kennt jemand ein paar gute Versuche mit Selen? Wenn möglich natürlich Spektakulär :-)
Ach ja, das Selen ist nur aus Gleichrichtern/Widerständen, also nicht rein.
Danke

minutemen
06.04.2001, 16:13
spektakuläre versuche mit selen kenne ich nicht. die selenchemie ist prinzipiell ähnlich der schwefelchemie.

weswegen ich auf diese frage antworte, hat einen anderen hintergrund. komm bitte nicht auf die idee, selenwasserstoff im heimversuch herzustellen (weil der so imposant stinkt) - dieser ist um ein vielfaches giftiger als schwefelwasserstoff. das gilt generell für alle löslichen selenverbindungen - die sind nix für kindereien und für spielerei völlig untauglich!

nobody
06.04.2001, 17:40
Joo.....keine Angst ....ich dachte nur das es irgendwie ein paar schöne Farberscheinungen oder ähnliches gibt.

FK
07.04.2001, 20:48
Hi!

Sogar elementares Selen muss laut Gefahrstoffverordnung mit "Giftig beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut. Irreversibler Schaden möglich." gekennzeichnet werden. Die max. Arbeitsplatzkonzentration ist auf 0,1 mg Selen pro m³ Luft festgelegt. Wohl nicht ohne Grund....

Gruß,
Franz

schlumpf
09.04.2001, 07:37
ausserdem werden aufgenommene Selenverbindungen ueber die Haut wieder abgegeben, und zwar auch ueber einen laengeren Zeitraum. Was nicht so schlimm waere, wenn sie nicht bestialisch stinken wuerden (lt. Lehrbuch nach 'verfaulendem Rettich' ....).

minutemen
09.04.2001, 09:07
hähähä, ja! eigentlich ist es ja nicht zum lachen. selen & tellur werden im körper lustig verstoffwechselt und z.t. über die haut mehrstenteils als dimethylderivat "abgedampft" - & die stinken schon in geringsten spuren. dieser effekt ist auch in arbeitsgruppen oder bei einzelnen personen bekannt, die mit Se oder Te arbeiten - und die sich damit gesellschaftlich ins abseits begeben :D. verfaulender rettich triffts übrigens nicht so ganz - das zeug, also dimethylselenid/-tellurid, stinkt schlimmer - irgendwie apokalyptischer ;).

schlumpf
09.04.2001, 13:09
'Selenchemiker haben keine Freunde', wie es bei uns mal ein AC-Prof in der Vorlesung sagte ....

da mir noch kein verfaulter Rettich begegnet ist, fehlen mir leider die Vergleichsmoeglichkeiten. 'Apokalyptisch' trifft es aber sehr gut.

nobody
19.04.2001, 11:39
Falls du wissen willst wie Selenwasserstoff stinkt dann koch mal eine halbe Stunde lang altes Schmieröl (Schwefelwasserstoff + andere nicht erwünschte Geruchsstoffe), und das etwa hoch 10. Selenwasserstoff sollte in geringsten Mengen produziert werden und nur in einem "Muffelraum" (so nennen wir das) und unter einem SEHR guten Abzug!

nobody
19.04.2001, 13:38
Hi,
weiß wer von euch etwas über Selensulfate,
ich hab von einem Se8(HSO4)2 gehört, aber es müsste doch auch ein Selensulfat mit Oxidationsstufe 4 geben also Se(SO4)2 ...ist diese Verbindung wasserlöslich?

Grüße
Thomas

FK
19.04.2001, 16:25
Hi!

Zumindest ist noch ein Se42+ und ein Se162+ bekannt, das wie das Se82+ nur in starken, wasserfreien Säuren beständig ist.

Gruß,
Franz

<FONT COLOR="#ffffff" SIZE="1" FACE="Verdana, Arial, Geneva, Helvetica">[Dieser Beitrag wurde von FK am 19.04.2001 editiert.]</font>

Orsat2006
08.12.2008, 14:22
Ich grab mal den Uraltthread hier aus, um keinen neuen aufmachen zu müssen.

In der Autobiografie von Richard Feynman schreibt er, dass er als Jugendlicher in seinem Zimmer ein Labor hatte, wo er mit Bauteilen aus dem Kaufhaus einige Experimente gemacht hat (vor allem Stromkreise). Und da findet sich auch bei der Aufzählung seiner Versuche der Satz:

Ich machte Versuche mit Selen

Was könnte er denn da wohl gemacht haben? Wir wissen ja, dass Selen nun giftig ist, ergo also z.B. das Verbrennen von Selen(staub) auch nicht so ganz gut wäre. Kann man denn überhaupt mit Selen experimentieren? (Oben wird ja gesagt, dass Selen und Schwefel sich sehr ähneln)

Anmerkung: Das dürfte bei ihm so im Zeitraum 1928-1933 gewesen sein (also wo er so 10 bis 15 Jahre alt war)

Planck
08.12.2008, 14:48
Wenn von Stromkreisen die Rede ist, dürften es wohl auch elektronische Experimente gewesen sein. Selen hat die Eigenschaft ein belichtungsabhängiger Leiter zu sein. Es ist ja auch ein Halbleiter, was allerdings zu dieser Zeit (jetzt in Bezug auf Transistoren o.ä.) wohl eher nicht zu vermuten sein wird.

mfg, Planck