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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zigaretten; Die Rolle von Politik & Wirtschaft; oder einfach: Wir sind so DUMM!


buba
21.08.2001, 00:38
===== TEIL A ========================================================

Am 20.02.2001 kam die Meldung, dass der weltgrößte Zigarettenhersteller Philip-Morris in Deutschland Jugendliche mit neuen Werbespots vom Rauchen abhalten wolle:

Von März an sollen kurze Filme in 4000 deutschen Kinos anlaufen, in denen ein 14-Jähriger sagt: "Ich rauche nicht". Wie der Konzern am Dienstag in München sagte, handele es sich keinesfalls um einen Werbegag, sondern um ein ehrliches Anliegen.

Kritiker sprechen dagegen von einer neuen Form der "Werbung durch die Hintertür" und von einem "schäbigen Trick".

In dem Kinospot wird ein 14-Jähriger in "seinem normalen Umfeld mit Freunden, hipper Musik, kultigen Klamotten und in einer Discothek zu sehen sein", sagt Philip Morris-Sprecherin Astrid Köhler. In Deutschland dürften Jugendliche zwar erst ab 16 Jahren rauchen, das Alter des Protagonisten sei aber bewusst gewählt, weil viele ja trotzdem bereits früher zur Zigarette griffen, sagte Köhler.

"Der Kino-Werbespot von Philip Morris (...) ist nichts anderes als ein schäbiger Trick", schimpft die Nichtraucher-Initiative Deutschlands e.V. in München. (...)

"Perfide" nennt Dr. Bettina Schmidt von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld die Kampagne. "Die Hersteller hoffen, dass die Grenzen zwischen Anti- und Pro- Tabakwerbung verwischen und nicht mehr bewusst wahrgenommen werden", sagt Schmidt. Kinder und Jugendliche seien für die Konzerne nach wie vor eine wichtige Fokusgruppe. (...)

Kritiker glauben dennoch nicht an den guten Willen der Konzerne. Bettina Schmidt: "Wenn die wirklich was Gutes tun wollten, sollten sie wirklich effektive Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel einige der 800 000 Zigarettenautomaten in Deutschland demontieren".


Der ganze Artikel ist nachzulesen auf http://www.rp-online.de/news/boulevard/2001-0220/malboro.html

Habt ihr diesen Spot gesehen? -- Ich nicht.

Läuft er weiterhin in Kinos? -- Ich denke nicht.

Hat's was gebracht -- Herzlich wenig.


===== TEIL B ========================================================

Am 28.02.2001 kam die Meldung, dass der Streit innerhalb der Europäischen Union um schärfere Warnhinweise über Gesundheitsrisiken auf Zigarettenschachteln vorerst beigelegt sei:

Vertreter der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments einigten sich in Brüssel in einem Vermittlungsverfahren auf einen Kompromiss, nachdem von September nächsten Jahres an größere und inhaltlich weitergehende Warnhinweise auf die Packungen gedruckt werden können.
Die Einigung muss von Ministerrat und Parlament aber noch verabschiedet werden. Beide Seiten begrüßten die Einigung am Mittwoch.

Nach der Vereinbarung müssten auch die Maximalmengen von Nikotin und Teer in einer Zigarette reduziert werden. Die Warnhinweise könnten insgesamt 40 Prozent der Packungsfläche einnehmen. Die konkrete Umsetzung soll den Mitgliedstaaten überlassen bleiben. Möglich wäre künftig dann auch, auf den Packungen das Bild einer Raucherlunge abzubilden. Zudem würden Bezeichnungen wie "Light" oder "Mild" auf den Packungen verboten, weil diese irreführend seien.

Der schwedische Gesundheitsminister und amtierende Ratspräsident Lars Engqvist nannte die Einigung einen "großen Schritt". Mehr als eine halbe Million Menschen stürben in Europa jährlich an den Folgen des Tabakkonsums. Deshalb müsse jeder über die Konsequenzen des Rauchens informiert werden. Nach Angaben des niederländischen Abgeordneten Jules Maaten hat die Industrie bereits signalisiert, die Regelungen umzusetzen.

Die künftige maximal zugelassene Menge an Teer würde von derzeit zwölf auf zehn Milligramm reduziert, die Menge an Nikotin dürfte ein Milligramm nicht überschreiten. Wenn die Vorlage von Ministerrat und Parlament verabschiedet wird, tritt sie zum 30. September 2002 in Kraft. Die Hersteller haben dann ein Jahr Zeit, die Richtlinie umzusetzen. Zudem müsste die Industrie von 2004 gegenüber den Regierungen offen legen, welche Stoffe in Zigaretten enthalten sind. Dann wäre die EU befugt, einzelne Bestandteile zu verbieten.

Dem Kompromiss war ein monatelanger Streit in der EU vorausgegangen. Das Parlament hatte ursprünglich weitergehende Maßnahmen bei den Warnhinweisen gefordert und sich auf der anderen Seite für Übergangszeiten bei der Reduzierung von Teer und Nikotin für Tabakwaren ausgesprochen, die für den Export bestimmt sind.

Nachzulesen auf http://www.rp-online.de/news/politik/2001-0228/warnung.html


Am 15.05.2001 dann der Beschluss:

Das EU-Parlament hat am Dienstag in zweiter und abschließender Lesung die Verschärfung der EU-Tabak-Richtlinie gebilligt. Das Gesetz tritt Ende September 2002 in Kraft und regelt die zulässigen Höchstwerte für Nikotin sowie Teer und Kohlenmonoxid in Zigaretten.
Auf die neue EU-Tabakrichtlinie hatten sich nach fast einjährigem Tauziehen Parlament und Ministerrat im Vermittlungsauschuß geeinigt. Demnach sind Bezeichnungen wie "Leicht" oder "Mild" ein Jahr nach in Kraft treten der Richtlinie, also Ende September 2003, als Irreführung der Verbraucher verboten. Das gilt auch, wenn "Leicht" Bestandteil einer bestimmten Zigarettenmarke ist.

Bereits vor der Einigung im Vermittlungsausschuss waren sich Parlament und der EU-Ministerrat einig darüber, dass alle in der EU hergestellten oder auf den Markt gebrachten Zigaretten ab 2004 nicht mehr als 10 Milligramm Teer pro Stück enthalten sollen. Bisher waren zwölf Milligramm erlaubt. Der Nikotingehalt wird auf ein Milligramm begrenzt. Erstmals wird der Kohlenmonoxidgehalt auf höchstens zehn Milligramm festgelegt.

Bis zu 30 Prozent der Packungsoberfläche müssen künftig für Warnungen vor den Gefahren des Rauchens verwendet werden. Pflicht sind Hinweise wie "Rauchen ist tödlich oder "Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu." Auf der anderen Seite muss ein ergänzender Warnhinweis aufgedruckt sein, der mindestens 40 Prozent der Fläche einnehmen muss. Außerdem können Mitgliedsstaaten auf freiwilliger Basis drastische Farbillustrationen auf den Verpackungen platzieren, etwas Fotos von Raucherbeinen.

In der EU hergestellte Zigaretten, die der neuen Tabak-Richtlinie nicht entsprechen, dürfen spätestens von 2007 an auch nicht mehr in Drittstaaten exportiert werden. Ab 31. Dezember 2002 muss die Tabakindustrie ferner jährlich eine Liste der Inhaltsstoffe ihrer Produkte vorlegen und öffentlich zugänglich machen.

In der Debatte im Straßburger EU-Parlament kritisierten jedoch zahlreiche Abgeordnete die widersprüchliche Haltung der EU, die jährlich eine Milliarde Euro (1,95 Milliarden Mark) Beihilfen für den Tabakanbau vergibt. In der EU sind nach Angaben der EU-Kommission eine Millionen Menschen in der Zigarettenindustrie beschäftigt. Die staatlichen Einnahmen aus der Tabak- und Mehrwertsteuer leiben bei jährlich etwa 70 Milliarden Euro (136 Milliarden Mark).

Der für Gesundheit und Verbraucherfragen zuständige EU-Kommissar David Byrne hatte bei der Debatte erneut die Notwendigkeit einer europaweiten Regelung betont. "Mehr als 500 000 EU-Bürgerinnen und Bürger sterben jährlich unnötigerweise an Raucher-bedingten Krankheiten", sagte Byrne. Er kündigte an, auch eine neue Richtlinie für die Werbung und das Sponsoring von Tabakprodukten vorzulegen.


Nachzulesen auf http://www.rp-online.de/news/politik/2001-0515/tabak.html

Da bin ich mal gespannt, was aus dieser längst überfälligen Verordnung wird...

Ob das wirklich den Zigarettenkonsum einschränken können wird? -- Wahrscheinlich nicht.


===== TEIL C ========================================================

Am 21.04.2001 war zu lesen, dass Glückliche, gut aussehende Menschen, die gerne rauchen, auch weiterhin das Stadtbild in Solingen prägen würden. Einen Bürgerantrag von Hartmut Mosebach, Tabakwerbung in der Klingenstadt zu verbieten, wird die Unterkommission zur Vorberatung von Beschwerden und Anregungen am Donnerstag wohl ablehnen:

Die Stadt Solingen steht in der Abhängigkeit der Deutschen Städte-Medien GmbH (DSM), wo sie Mitgesellschafterin ist. Mosebach, Mitglied der Nichtraucher Initiative Deutschlands (NID), überrascht das nicht.

"Andere Städte in der Republik, zum Beispiel Karlsruhe, können auf Zigarettenwerbung verzichten", betont Mosebach im Gespräch mit der Morgenpost. Ihn und die übrigen Mitglieder der NID stört vor allem, dass Jugendliche durch die Plakate zum Rauchen verführt werden. "Die Zeit ist überreif, dass auch wir als Bürger der Stadt Solingen uns aktiv für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor der Tabakwerbung einsetzen", begründet Mosebach den Bürgerantrag.

Wer Flächen zur Tabakwerbung vermiete, mache sich mitschuldig an der Verführung von Kindern und Jugendlichen zum Gebrauch der Droge Nikotin, die dem Suchtpotenzial von Heroin in nichts nachstehe. Und die Werbespots sprechen gezielt auch Jugendliche an, ist Mosebach überzeugt. Seinen Bürgerantrag haben auch einige und ein Suchtberater unterzeichnet.

Für den Standpunkt Mosebachs hat die Verwaltung durchaus Verständnis. Schon mehrfach habe sich der Rat mit einem freiwilligen Verzicht auf Tabakwerbung befasst - aber nie einen konkreten Beschluss gefasst. Zwar ist die Verwaltung nicht süchtig nach Nikotin, aber dennoch hochgradig abhängig - von der Deutsche Städte-Medien. Dort ist die Stadt Solingen, Mitgesellschafterin: Sie muss also der DSM geeignete Flächen zur Werbung zur Verfügung stellen, für was auch immer. Und so lange die Stadt Mitgesellschafterin ist, kann sie die Verträge nicht kündigen.

Wirtschaftlicher Schaden

Was nicht so deutlich in der Verwaltungsvorlage steht: Die Stadt verdient auch ganz gut an der Werbung für den blauen Dunst. Würde die DSM auf Tabakwerbung verzichten "würden private Mitbewerber sofort das Marktsegment besetzten. Die Stadt hätte einen wirtschaftlichen Schaden", wird dann doch versteckt zugegebene.

Europa soll entscheiden

Um dem Bürgerwillen Genüge zu tun, hofft die Stadt Solingen auf ein Europa weites Verbot von Tabakwerbung. Es sei davon auszugehen, dass das in absehbarer Zeit erlassen wird und dann die Werbenutzungsverträge modifiziert werden.

Nachzulesen auf http://rp-online.de/news/lokales/solingen/2001-0421/so20000007_11001.html

Wäre ein bundesweites Werbeverbot für Zigaretten angebracht? Zweifelsohne.

Ist der wirtschaftliche Schaden höher zu bemessen als der gesundheitlich-gesellschaftliche? Anscheinend.


===== TEIL D ========================================================

Am 29.05.2001 eine auf den ersten Blick erfreuliche Meldung: Wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht, wird es in deutschen Zeitungen und Zeitschriften bald keine Zigaretten-Werbung mehr geben.

Am Mittwoch wagt die EU einen zweiten Vorstoß, um europaweit Werbung für Tabak zu verbieten.
Aus Kreisen der Brüsseler Behörde wurden bereits vorab Einzelheiten der Vorschläge des für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständigen EU-Kommissars David Byrne bekannt. Von dem Reklameverbot wären danach nur Zeitungen und Zeitschriften betroffen, die grenzüberschreitend vertrieben werden. Lokal- oder Regionalzeitungen könnten also wie bisher Werbeanzeigen für Glimmstängel schalten, wenn nationale Gesetze dies nicht verbieten.

Dieser nationale Ansatz soll auch auf Tabakreklame im Radio und Internet, in Magazinen oder für das Sponsoring von Veranstaltungen gelten. "Das Verbot gilt nur für Medien mit grenzüberschreitender Wirkung", hieß es informierten Kreisen der EU-Kommission. "Wir wollen keine Poster- oder Kinowerbung verbieten." Bei Formel-1-Rennen hingegen dürften Tabakkonzerne nicht mehr für ihre Produkte die Trommel rühren.

Im ersten und viel weitergehenden Versuch zu einer EU-weiten Regelung war Byrne im vergangenen Herbst an einer Klage der deutschen Regierung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg gescheitert. Die Richter hatten das bereits von allen europäischen Institutionen gebilligte Reklameverbot mit der Begründung aufgehoben, der EU-Gesetzgeber habe die Richtlinie auf eine falsche Rechtsgrundlage gestellt.

Byrne versichert nun, sein erneuter Vorstoß werde den Einwänden des Gerichts Rechnung tragen. "Der Gerichtshof hat der EU sehr wohl eine Kompetenz zugestanden, die grenzüberschreitende Tabakwerbung zu verbieten", heißt es aus dem Umfeld Byrnes zur Luxemburger Rechtsprechung. Tatsächlich gibt es in einer Reihe von EU- Mitgliedsländern seit Jahren ein Tabak-Reklameverbot: Grund genug für eine Harmonisierung der unterschiedlichen nationalen Regeln, meint die Kommission. Außerdem fordere der EU-Vertrag ein hohes Niveau beim Gesundheitsschutz.

Byrne will das Werbeverbot auch gegen den möglichen Widerstand der Regierung in Berlin durchsetzen. Die Belege dafür, dass Reklame zum Rauchen animiere, seien überwältigend, ein Verbot deswegen dringend geboten. "Wie kann man dagegen sein?", fragte Byrne kürzlich rhetorisch.

Aus den Reihen des Europäischen Parlaments wird bereits Zustimmung für den erneuten Vorstoß des EU-Kommissars laut. Der gesundheits- und verbraucherpolitische Sprecher der konservativen Europäischen Volkspartei, Karl-Heinz Florenz, weist darauf hin, dass Deutschland in der Frage des Tabakwerbeverbots nahezu allein dastehe und fast alle Mitgliedstaaten der Union den Kommissions-Vorschlag unterstützen.

"Dass sich Herr (Bundeskanzler Gerhard) Schröder weiterhin für die Tabakkonzerne und nicht für die Gesundheit vor allem unserer Jugend einsetzt, ist für mich aus gesundheitspolitischen Gründen völlig schleierhaft", sagt Florenz. Nach seinen Worten sterben allein in Deutschland jährlich zehntausende Menschen an den Folgen des Rauchens, in der EU nach Angaben aus Brüssel jährlich 500 000, das ist ein Mensch pro Minute. "Wenn sich daher nun die rechtliche Möglichkeit für ein Werbeverbot auf EU-Ebene ergibt, dann werden wir das auch durchsetzen", sagt Florenz.

Nachzulesen auf http://www.rp-online.de/news/politik/2001-0529/zigarettten.html


Gleich am nächsten Tag ist heftige Kritik zu lesen -- war ja klar:

Das von der EU-Kommission geplante Tabakwerbeverbot ist bei Verlegern und Werbewirtschaft auf scharfe Ablehnung gestoßen.
Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) forderte die Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf, den Vorschlag für ein entsprechendes EU-Gesetz zurückzuweisen. Das geht aus einer am Mittwoch in Brüssel verbreiteten Erklärung des ZAW hervor, dem 39 Verbände der werbenden Wirtschaft, der Medien und der Werbeagenturen angehören.

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar David Byrne will an diesem Mittwoch einen Richtlinienvorschlag zum Verbot von Tabakwerbung in der Europäischen Union vorlegen. Wie bereits vorab bekannt wurde, soll das Reklameverbot nur für Medien mit grenzüberschreitender Wirkung gelten. Danach könnten beispielsweise deutsche Lokal- oder Regionalzeitungen weiter Werbeanzeigen für Zigaretten enthalten.

"Grenzüberschreitende Wettbewerbsverzerrungen gibt es im Handel mit Presseprodukten nicht", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen. Deutsche Zeitungen, die auch im Ausland verkauft würden, richteten sich fast ausschließlich an deutschsprachige Leser wie Urlauber und Geschäftsreisende. Aus Sicht des BDZV sei es nicht hinnehmbar, dass Produkte, die legal hergestellt und vertrieben werden, nicht auch ebenso legal beworben werden dürfen.

Mit einem Vorschlag für ein weitergehendes Tabakwerbeverbot war der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar David Byrne im Herbst vergangenen Jahres an einer Klage der Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gescheitert. Der neue Entwurf soll nun die Einwände berücksichtigen, die das Gericht in Luxemburg gegen die alte Tabakwerberichtlinie vorgebracht hatte.

Nach Ansicht des ZAW erhebt sich die Kommission über das Urteil des EuGH, "indem sie zum zweiten Mal das umfassende Tabakwerbeverbot mit Wettbewerbsverzerrungen im EU-Binnenmarkt begründe, tatsächlich aber Regelungskompetenz im Gesundheitsschutz erschleichen wolle".

Nachzulesen auf http://www.rp-online.de/news/politik/2001-0530/tabakwerbung_kritik.html

Was lernen wir daraus? -- Die Industrie wird sich nicht so leicht den Geldfluss stoppen lassen.


===== TEIL E ========================================================

Am 02.06.2001 schließlich war die Stellungnahme eines Psychologen zu lesen: "Es ist ein totales Unding, dass ein Produkt, das täglich über 300 Menschen tötet, an jeder Straßenecke und zu jeder Tages- und Nachtzeit unkontrolliert zu bekommen ist." Peter Lindinger, Psychologe am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, schwillt der Kamm.

Während Politiker noch darüber diskutieren, ob man Zigaretten am Automaten nicht doch besser nur mit Chipkarten kaufen sollte, möchte er die Automaten gleich ganz abschaffen. Und die Zigaretten dazu.

18 Millionen Menschen in Deutschland rauchen regelmäßig. Aufhören? Wenn das so einfach ginge. Denn Rauchen macht süchtig und Nikotin steht mit seinem Suchtpotenzial den Drogen Kokain und Heroin oder Amphetaminen in nichts nach. Die Gefahr von Zigaretten werde in der Gesellschaft nicht erkannt - weil keiner wissen wolle, was für ein starker Suchtstoff Nikotin ist, erzählt Lindinger. Wie die Nikotinsucht entsteht, erläutert der Fachmann so: "Nikotin, beim Rauchen inhaliert, stimuliert das dopaminerge System - die Belohnungsstrecke im Hirn, die von allen Suchtmitteln bedient wird - und löst dort euphorische Gefühle aus." Der Dauerkonsum von Nikotin führe dazu, dass sich bestimmte Nervenzellen im Hirn (nikotinergen Acetylcholin-Rezeptoren nennt sie der Fachmann) innerhalb kurzer Zeit vermehrten. "Diese haben sich auf die Aufnahme von Nikotin spezialisiert und schreien nach dem Stoff, sobald sie nicht mehr versorgt werden", erklärt Lindinger.

Das ist die eine Seite der Sucht, die pharmakologische. Die andere, schwerer zu bekämpfende Seite, ist die psychologische. "Wer mit dem Rauchen aufhört, wird in den ersten zehn Tagen mit Entzugserscheinungen rechnen müssen, wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen, größerem Appetit, Anspannung und Schwitzen, erläutert Lindinger, der vor langer Zeit selbst einmal das Rauchen aufgegeben hat.

"Mit der psychologischen Abhängigkeit hat der Ex-Raucher länger zu kämpfen. Denn diese Seite der Sucht wird immer wieder reaktiviert durch die Umgebung und seine eigenen Routinen. Gebäude, Tageszeiten, Situationen wirken als Schlüsselreiz, der zur Zigaretten greifen lässt. Der Raucher hat sich eben konditioniert."

Die Gefahr eines Rückfalls sei in angenehmen Situationen besonders hoch; dann sind meistens andere Raucher und Alkohol mit im Spiel. Die Sucht lauere andererseits auch in kritischen Situationen; in privaten Krisen, bei Problemen am Arbeitsplatz oder wenn der Betreffende schlechte Nachrichten bekommen habe.

Eine Krise kann der Raucher auch dann bekommen, wenn er erfährt, was die Zigarettenkonzerne neben nikotinhaltigem Tabak noch so alles in den Glimmstängel mischen: "Insgesamt sind noch etwa 4000 andere Inhaltsstoffe in einer Zigarette, von denen ein Großteil schädigend und suchterregend ist. Zugesetzt werden Aromen, Glycerol zum Feuchthalten, Konservierungsstoffe, Lakritz und Ammoniak", zählt Lindinger auf, "letzteres weitet die Bronchien und sorgt dafür, das das Nikotin noch schneller wirkt."

Nachzulesen auf http://rp-online.de/news/wissenschaft/2001-0602/nikotin.html

Was lernen wir aus diesem Artikel? -- Ein Werbeverbot für Zigaretten reicht nicht. Auch Tabakprodukte selbst müssen verboten werden. DAS wäre ein erster Schritt nach Vorne.

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Was will ich mit diesem Thread zum Ausdruck bringen?

Gute Frage. Ich weiß es selber nicht. Ich sehe mit Entsezen, dass immer mehr Kinder (!) und Jugendliche mehr oder weniger regelmäßig zum Glimmstengel greifen -- und mit größerem Entsetzen sehe ich, wie sehr sowohl wir Bürger als auch die Politik uns von der Industrie und Wirtschaft in einem nicht akzeptablem Maße leiten lassen!

Verordnungen und Gesetze bewirken nicht oft das, was sie bewirken sollten. Wenn etwas verboten ist, reizt es noch mehr, es zu tun. Vor allem bei Jugendlichen.
<font color=red>Es bedarf also mühsamer und umfassender Aufklärungsarbeit unter den Menschen.</font>
Seit Ewigkeiten sind die gesundheitlichen Schäden, die durch Rauchen entstehen, bekannt, doch keinen scheint das zu interessieren.

<font color=red>Aber es geht uns verdammt noch mal was an!</font> Wir haben nicht nur unseren Mitmenschen gegenüber eine Verantwortung, sondern auch den folgenden Generationen gegenüber! Es gibt so unendlich viele Probleme, die anzupacken sind! Aber keiner will sich die Mühe machen!
<font color=red>Überbevölkerung, Hungersnöte, Energieproblem, Wasserknappheit, Klimaveränderungen, Umweltverschmutzung, Arbeitslosigkeit,...</font> und eben auch die gravierenden gesundheiltichen Schäden, die durch die <font color=red>legalen Drogen Alkohol und Nikotin</font> verursacht werden!

Wohin soll das führen, wenn sich jeder einredet: "Das geht mich nichts an. Ich sterbe eh in ein paar Jahrzehnten." oder "Unsere Nachkommen können sich ja mit diesen Problemen beschäftigen." ?!

Es muss gehandelt werden! <font color=red><u>JETZT!</u></font>

Godwael
21.08.2001, 10:53
Ich stimme zu, ein Werbeverbot kommt viel zu spät, um noch wirklich zu greifen, allein schon wegen der vielen Automaten.
Aber wie lassen sich Tabakprodukte wirksam verbieten?
Als Bürger hat man ja nicht die geringste Handhabe, weil alle Politiker auf der Gehaltsliste der Industrie stehen. Seien wir mal ehrlich: Vom demokratischen Rechtsstaat ist nur noch der Rechtsstaat übriggeblieben, und der auch nur, weils der Industrie in den Kram paßt.
Ich stimme dir zu: Da muß man was gegen tun, bevor es endgültig zu spät ist. Und sei es Bomben legen.

minutemen
21.08.2001, 13:12
Auch Tabakprodukte selbst müssen verboten werden. DAS wäre ein erster Schritt nach Vorne. nein, nein, nein. nicht noch ein verbot. du sagst doch selber, verbote nützen nix. tabakkonsum muss andersweitig 'geahndet' werden. raucher müssten schon in ihrer 'gesunden' phase für eventuelle folgeschäden aufkommen - deutlich höhere krankenkassenbeiträge, eine höhere arbeitslosenversicherung etc. für rauchende kinder kommen folglich die eltern auf. wie man das umsetzen soll - keine ahnung. aber ein verbot - nein! ich lasse mich nicht gängeln und mir ständig vorschriften machen, dies zu tun und jenes zu lassen. ich bin erwachsen und brauch keinen verbots-papi.

gruss
minutemen

ps: ich bin übrigens nichtraucher.

CO-Küchler
21.08.2001, 13:26
Höhere Krankenversicherungsbeiträgre für Raucher sind schwierig, dann müsste die Beiträge auch für Sportler erhöht werden. Bei den ganzen Sportverletzungen...

hippie
21.08.2001, 15:10
Höhere Krankenversicherungsbeiträgre für Raucher sind schwierig, dann müsste die Beiträge auch für Sportler erhöht werden. Bei den ganzen Sportverletzungen...

das glaube ich nicht! soweit ich weiß, gibt es in amerika schon solche regelungen, die ich für ÄUSSERST sinnvoll halte.
das argument mit den sportlern ist plausibel, und auch hier finde ich es sinnvoll, wenn berufsgruppen mit höherem unfallrisiko andere versicherungsbeiträge bezahlen.

zu Teil A:

Habt ihr diesen Spot gesehen? -- Ich nicht.

ja, ich fand ihn allerdings schlecht gemacht, (zu "hip" um wahr zu sein, junge trägt in der disco walkman...) in diesem spot wurde auf eine webadresse hingewiesen, die

1. einen solangen namen hatte, dass man ihn sich kaum merken konnte (http://www.youthsmokingprevention.net)

2. de facto keinen inhalt hat

außerdem meine ich mich noch an gedruckte anzeigen im jetzt magazin der SZ zu erinnern.

zu teil C

Wäre ein bundesweites Werbeverbot für Zigaretten angebracht? Zweifelsohne.

Ist der wirtschaftliche Schaden höher zu bemessen als der gesundheitlich-gesellschaftliche? Anscheinend.




ein werbeverbot halte ich auch für angebracht, das EU-weite verbot hat allerdings die absage der deutschen schon seit langem zum scheitern gebracht.

ich kann mal meinen vater fragen, ob er daten hat, wie der vergleich tabaksteuer/ausgaben des staates für kranke raucher aussieht.


Es muss gehandelt werden! JETZT!

schön, dass du das auch so siehst, aber irgendwie habe ich das gefühl, das nur nichtraucher diese einstellung haben!

ich fände, das schon eine "verbannung" der zigarette aus dem öffentlichen leben ,wie in amerika, in deutschland sehr hilfreich wäre.
es ist so angenehm, wenn man in amerika essen geht, dass man nicht vollgeraucht wird!
auch das rauchverbot der meisten airlines ist zu begrüßen, wer schonmal in einem raucherflug saß, wird mich verstehen!

buba
21.08.2001, 16:17
@minutemen:
Ja, am Ende meines Postings (beim Teil "Was will ich mit diesem Thread zum Ausdruck bringen?") ist bei mir auch die Einsicht gekommen, dass Verbote nichts nützen bzw. eher das Gegenteil bewirken.

Die Idee mit den höheren Beiträgen ist insofern gut, als sich dadurch auch der "Ottonormalbürger" zwangsweise mit dieser Problematik beschäftigen müsste. Und da man sowas durch Gut-Zureden o.ä. nicht erreichen kann, muss man eben an das Ersparte des ON-Bürgers...
Ich frage mich, wie du dich auch: Doch wer kann das durchsetzen?


@Godwael:
"Bombe legen" -- wenigstens würde das das gewünschte Aufsehen erregen / Aufmerksamkeit auf sich lenken. ;) Aber ob die Mitbürger auch die Beweggründe verstehen würden? Wer weiß, was die BILD da zusammendichten würde... :rolleyes:


@hippie:
"Verbannung der Zigarette aus dem öffentlichen Leben"...
Wahrscheinlich würde dann aber einfach zuhause weiter geraucht werden: Die Eltern machen es den Kindern schön vor...

Und wenn in der Schule über das Thema "Rauchen" geredet wird und ein "braves" Kind sagt, dass seine Eltern (und es selber) nicht rauchen, kommen subversive Elemente daher und lachen es aus... :hmpf: Und je nach Gruppenzwangsdruck wird dann heimlich weiter- oder mit-geraucht.

nobody
21.08.2001, 16:54
Ich weiß ja nicht wieviel es bringt, aber an meiner Schule wurde vor einem Jahr ein genereles Rauchverbot eingeführt, also auch für Lehrer u. Hausmeister etc.. Früher hatten wir eine Raucherecke in der - gut sichtbar für alle - die OberstufenschülerInnen rauchen durften. Dann haben sich einige 5-er-Eltern beschwert bei denen zu Hause nicht geraucht wird. Deren Argument: wenn den Kindern das Rauchen nicht als normal suggeriert wird fangen vielleicht weniger an. Und da ich an einer "Ganztagsschule" war sind die Kinder da ja schon einen Großteil ihrer Zeit.

Was micht echt gefreut hat, dass auch während der Abi - und Vorabiklausuren nicht geraucht werden durfte!! Das hat erheblich zur Verbesserung der Klausur-Bedingungen geführt. (Naja, für die Raucher vielleicht nicht...)

In meiner Fahrschule durfte nicht während der Stunden geraucht werden wenn ich da war, weil ich meinem Fahrlehrer gesagt habe ich würde mir sonst eine andere FS suchen! :D

Verbannung der Zigarette aus dem öffentlichen Leben"...Die Eltern machen es den Kindern schön vor...

Ja, aber die Kinder sind ja nicht nur zu Hause und, wenn nur zu Hause geraucht würde, würden die Raucher wenigstens nicht die NichtraucherInnen nerven!! Das fände ich persönlich schon einen Fortschritt!

FK
21.08.2001, 17:14
a) Verbote nützen nichts.....die beste Werbung für Tabak sind rauchende Zeitgenossen. Und wenn auf den Packungen weiter nichts als Warnungen und Totenköpfe drauf sind, wird das auch nichts helfen.....wo bleiben entsprechende Warnungen auf Schnapspullen? Der erste Schnapsfabrikant, der nen Totemkopf aufs Etikett druckt, wird eher mit reißendem Absatz rechnen können.....
- Tantiemen für diese Vermarktungsidee bitte an mich überweisen :D -


b) wenn erhöhte Prämien für Krankenkassen, dann nicht nur für Raucher, Riskantsportler, Alkohol- und sonstige Drogenfans, Vielfraße.....wem fällt noch was ein?
Kleines Problemchen: wie kontrolliert man das Alles (Prämien im Kaufpreis inbegriffen, soweit machbar?).

c) den erhöhten Aufwendungen der Krankenkassen stehen gewaltige Einsparungen der Rentenversicherung wg. verminderter Lebensdauer entgegen. Soll, nach unbestätigten Meldungen, sogar mit schwarzen Zahlen für die öffentlichen Kassen ausgehen.....


Gruß,
Franz

Godwael
21.08.2001, 17:45
Ach du scheiße, daran haben die Leute gar nicht gedacht, als sie das Asbest überall rausgerissen haben.
Also: Entlasten wir die Rentenkasse - packt das Zeug wieder rein. :D
Und wenn ich an die ganzen sanierten Dioxin-Böden denke - die müssen ja alle wieder verseucht werden...
:cool:

nobody
21.08.2001, 18:04
Ich denke man sollte einfache die Zigaretten so teuer machen dass sie sozusagen zum Luxusgut werden denn dann hatt man auch nicht das problem dass immer mehr Teenies das rauchen anfangen, denn wenn 20 Zigaretten 10 DM (5 Eur) kosten kann sich die nicht jeder leisten

MfG MagicD

ps: Bin selber raucher :D

nobody
21.08.2001, 19:25
Originalnachricht erstellt von MagicD
Ich denke man sollte einfache die Zigaretten so teuer machen dass sie sozusagen zum Luxusgut

@MagicD
Aber du könntest es dir trotzdem leisten - oder wie? :D :D :D
Sind Zigaretten denn kein Luxusgut?
Außerdem würde damit doch wahrscheinlich der Schwarzmarkt für Zigaretten gefördert. :cool: Und ich mein in Skandinavien ist Alkohol sauteuer und trotzdem saufen die! :(

Adam
21.08.2001, 21:01
@All

Der Staat sollte viel mehr gegen das Rauchen tun. Doch wie das? er ist doch selber an diesem "Geschäft" beteidigt und kassiert ohne zu mekern Milliarden an Steuern.


Cu
A.N.

Otti
22.08.2001, 00:51
ich finde die idee, zigaretten höher zu besteuern, sehr gut, da:

a) weniger judendliche das rauchen erst anfangen, da die wenigsten dann sich das noch leisten können, und wenn sie dann erwachsen sind, und sich das rauchen leisten könnten, sind die dann aus der "gruppenzwang-und-cool-sein-muss"-Phase drausen, und lassen es auch weiterhin sein :)

b) durch die erhöten einnahmen könnten speziell eingerichtete fonds gespeist werden, mit denen die behandelungen von folgeschäden bezahlt werden könnten. der raucher bezahlt seine lungenoperation in 30 jahren dann quasi ratenweise im vorhinein ab :D (leider gibts kein zynisch grinsendes smilie).

c) was glaubt ihr wieviele milliarden mark (bald euro) der staat einnehmen würde, durch ne drastisch erhöhte tabaksteuer. da kann sich der staat ruhig einige millionen bundesgrenzschutzsoldaten usw. investieren, um den schmuggel von tabakwaren zu vermindern.

d) es wird niemandem "die Freiheit zu Rauchen" genommen, aber es werden auch nicht die nachfolgenden generationen damit belastet, das "Nikotin-Invalide" ihnen auf der tasche liegen. das "Nikotin-Invalide" besonders kostenintensiv sein können, brauch ich eigendlich nicht sonderlich zu erwähnen. (erst nen haufen operationen zur krebsentfernung und dann auch noch ein paar jahre pflegefall mit monatlich mehreren tausend mark pflegekosten)


also...das ist doch eigendlich die beste lösung...

gruss Otti

CO-Küchler
22.08.2001, 01:38
@Otti:

Das sind ja alles ganz tolle Ideen, aber die Einnahmen aus der Tabaksteuer kommen weder Kranken noch Bundesgrenzschützern zu Gute, genauso wie von der Öko-Steuer kein Pfennig für den Umweltschutz ausgegeben wird.

CO-Küchler
22.08.2001, 01:46
Wer mehr als 20 Zigaretten am Tag raucht, stirbt im Schnitt 8,3 Jahre früher als ein Nichtraucher. Das hat eine an 1,2 Millionen Amerikanern durchgeführte Studie zweifelsfrei ergeben. [...]

Volkswirtschaftlich wäre ein früher Tod sinnvoll. Er entlastet die Rentenversicherung und zugleich die Krankenkassen. Nur der Finanzminister müsste auf die 250 Mark verzichten, die ein Raucher ihm pro Monat an Tabak und Mehrwertsteuer entrichtet: Rund drei Viertel dessen, was eine Schachtel kostet, kassiert Vater Staat. Alleine im vergangenen Jahr haben ihm die Raucher 23 Milliarden Mark in die Kasse geblasen. Das entspricht dem 15fachen des Etats der grünen Gesundheitsministerin Andrea Fischer. [...]

Godwael
22.08.2001, 14:07
findet ihrs nicht ein wenig daneben, das ganze finanzpolitisch zu betrachten? Der Staat ist die Summe seiner Menschen, nicht seines Volksvermögens. :mad:

minutemen
22.08.2001, 17:50
Originalnachricht erstellt von Godwael
findet ihrs nicht ein wenig daneben, das ganze finanzpolitisch zu betrachten? Der Staat ist die Summe seiner Menschen, nicht seines Volksvermögens. :mad: raucher sind ebenso nur egomanen und betrachten ihr tun ebensowenig mit mitfühlenden blick auf ihre mitmenschen, deren atemluft sie verpesten. ich empfinde es als körperverletzung, wenn in meiner gegenwart ohne mein einverständnis geraucht wird. entsprechend kann mich der raucher mal kräftig, & eine erhöhte steuer- und abgabentechnische belastung finde ich mehr als gerechtfertigt.

Otti
22.08.2001, 19:08
jo, das mit der Ökosteuer weiss ich, dass die net der Umwelt zugute kommt. Allerdings kommen die Einnahmen der Ökosteuer in den Rententopf, soviel ich weis, was auch ne gute sache ist.
Allerdings gehn die gesetzlichen Krankenkassen immer mehr vor die Hunde, und es wird rationalisiert, wo es nur geht. Das heisst, dass die Krankenkassen für immer weniger aufkommen wollen und können (Stichwort: "Mutwillige Zerstörung der eigenen Gesundheit, und somit eigendlich unnötige Erzeugung von Kosten") . Und wenn dann in 30-40 Jahren die Krankenkassen nicht mehr dafür aufkommen (können, wollen, müssen)....und wer kommt dann das ganze auf (in Deutschland kann man zum Glück ja keinen auf der Strasse sterben lassen (==>Stichwort "Amerikanisches Gesundheitssystem"))?
...Genau!!...der Staat...also genau der, der vorher auch dann 10-20dm fürs Päckchen Zigarreten eingenommen hat.

...ausserdem müsste die Politik in Deutschland (Stichwort:Lobbyismus)
noch halbwegs flexibel genug sein, um neue Gesetze zu erlassen, die sowohl das Rauchen teuerer machen, als auch sich für die Vorsorge der künftigen Generationen mittels Fonds ect. vorzusorgen.

buba
30.08.2001, 22:01
Ich verstehe es nicht. Vielleicht kann mir einer von euch dabei helfen.

Artikel in der Regionalzeitung:

Zigaretten per Karte: Ein Flop

Die Idee war gut, der Erfolg gleich Null: Das Dorfener Pilotprojekt, Zigaretten aus dem Automaten nur noch per Geldkarte verfügbar zu machen, ist gescheitert. Ab Ende September kann jeder Raucher seine Zigaretten wieder gegen bare Münze an den Automaten beziehen.

Seit Beginn der Umstellung im Oktober 2000 ist der Umsatz an den Automaten auf 17% zurückgegangen, in den ersten Monaten fiel der Umsatz sogar auf 26%. Peter Lind, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Tabak- und Automatengroßhändler (BDTA) ist Initiator des Pilotprojektes: "Ich hatte zwar nicht erwartet, dass der extrem starre Versuch ein Selbstläufer wird, aber enttäuscht bin ich schon."

Trotz des Misserfolges in Dorfen will Lind noch einen weiteren Versuch in München wagen. Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Vorbereitung.

<u>Erstes Problem:</u>
Wenn dort steht "... ist der Umsatz an den Automaten auf 17% zurückgegangen, in den ersten Monaten fiel der Umsatz sogar auf 26%", ist diese Aussage unlogisch.
Ich denke, sie meinen: "... ist der Umsatz an den Automaten um 17% zurückgegangen, in den ersten Monaten fiel der Umsatz sogar um 26%."

<u>Zweites Problem:</u>
Wieso freut sich niemand, dass in den ersten Monaten die rauchenden Kiddies nicht so einfach an ihre Kippen gekommen sind? Später haben die ein oder anderen vielleicht Papas oder Mamas ec-/Kreditkarte "ausgeliehen", sodass der Umsatz wieder leicht gestiegen ist.
Aber nein, statt sich darüber zu freuen, dass das Rauchen bei Kindern und Jugendlichen auf diese Weise immerhin ein wenig reduzierbar ist, betrachtet man nur ein wirtschaftliches Ziel, das insofern selbstverständlich bei diesem Versuch gescheitert ist, scheitern musste! Haben die etwa Umsatzgewinne erwartet?! *plemplem*

:mad:

nobody
31.08.2001, 07:58
@buba
Ich kann dir da nur zustimmen. Ich finde es auch besch...
Nu fehlen mir die worte buba schon alles gesagt hat.

Godwael
31.08.2001, 13:05
Ist nur ein Beweis dafür, daß man heute nicht mal mehr Prozentrechnung beherrschen muß, um für ne Zeitung zu schreiben...


... ceterum censeo Win98 esse delendum.

LOL :D :p

hippie
31.08.2001, 17:25
wie wird der kippenautomat eigentlich vor dem jugendschutzgesetz gerechtfertigt??

mir ist das irgendwie ein rätsel!

hippie

p.s. den cato spruch finde ich ich zum ROFLn :D

buba
31.08.2001, 20:04
Tja, die Abgabebestimmungen von alkoholhaltigen "Genussmitteln" werden deutlich im Gesetz geregelt, aber bei Zigaretten findet man nur den "Hinweis", dass Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren das Rauchen in der Öffentlichkeit nicht gestattet sei... :hmpf:

hippie
19.09.2001, 17:05
also, ich habe am wochenende meinen Vater mal wegen der rechnung tabaksteuer/ausgaben der krankenkasse gefragt.

er meint diese rechnung ist eine milchmädchenrechnung, weil die raucher, so krass sich das anhört, die Sozialkasse entlasten, weil sie im schnitt früher sterben.

eben in den nachrichten wurde gesagt, dass die Tabaksteuer erhöht wird, um die terroristen abwehr von BSG, Bund und BND zu finanzieren.

nobody
19.09.2001, 17:19
@hippie
Das problem ist nur dass die Raucher dann meist ein Pflegefall werde und das ist richtig teuer

@Buba
Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren das Rauchen in der Öffentlichkeit nicht gestattet sei.. Das heist dann ja wohl jedes Kleinkind darf zuhause Rauchen? Also ich versteh unsere Politiker manchmal nicht.... :confused: Auf den Packungen muss riesengroß draufstehen dass es schädlich ist aber verboten wird es nicht. :mad:

MfG MagicD

FK
19.09.2001, 19:42
Originalnachricht erstellt von hippie
also, ich habe am wochenende meinen Vater mal wegen der rechnung tabaksteuer/ausgaben der krankenkasse gefragt.

er meint diese rechnung ist eine milchmädchenrechnung, weil die raucher, so krass sich das anhört, die Sozialkasse entlasten, weil sie im schnitt früher sterben.
Meine Rede (vom 21.8.)......

eben in den nachrichten wurde gesagt, dass die Tabaksteuer erhöht wird, um die terroristen abwehr von BSG, Bund und BND zu finanzieren.
Werden dann auch Nichtraucher vor Teroristen geschützt?

Originalnachricht erstellt von MagicD
@hippie
Das problem ist nur dass die Raucher dann meist ein Pflegefall werde und das ist richtig teuer

Och......gelegentlich das Grab pflegen geht doch nicht so ins Geld...

:rolleyes:

Gruß,
Franz

hippie
19.09.2001, 20:02
Originalnachricht erstellt von MagicD
@hippie
Das problem ist nur dass die Raucher dann meist ein Pflegefall werde und das ist richtig teuer



das stimmt auch nicht, denn Lungenkrebs ist eine "billige" Krankheit, man kann sowieso nichts machen...

buba
10.01.2003, 17:56
In der Aktuellen TIME (Jan 13, 2003) ist ein achtseitiger Artikel "Clearing the air". Einleitung: "For years, Europe has passed laws to restrict public smoking - and then ignored them. Is its pro-smoke culture ever going to change?", by Bruce Crumley.

Wen's interessiert, für den kann ich evtl. versuchen, den Artikel einzuscannen.

Hansen
10.01.2003, 20:24
Da fällt mir ein Spruch ein:

"Eine Zigarette ist ein Stengel Kraut, mit einem Feuer an der einen und einem Narren an der anderen Seite" :D

Das hat mal irgendein US-Präsident gesagt ich weiss leider nicht mehr welcher ;)

ricinus
17.11.2004, 17:29
Eigentlich sollte man den Rauchern dankbar sein : sie sterben einerseits früher, entlasten also so die Kranken- und Pflegeversicherungen und decken über die Tabaksteuer die Defizite dieser Systeme, wovon die länger lebenden Nichtraucher auch noch mal profitieren.
Ich habe selbst das Rauchen aufgegeben (um länger zu leben), verstehe es aber, wenn jemand rauchen will, weil er das geniesst. Ich habe auch immer gern geraucht. Was ich hasse, ist der quasi missionarische Eifer, mit dem manche ihren Mitmenschen vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben, was sie geniessen dürfen und was nicht. Die gesundheitliche Aufklärung ist heute so gut, dass jeder Raucher sehr wohl weiss, wie schlecht seine Gewohnheit für seine Gesundheit ist. Solange man seine nichtrauchenden Mitmenschen nicht mit dem Rauch belästigt und den gesundheitlichen Risiken desselben aussetzt, sollte jeder rauchen dürfen der das will. Ich selbst habe dafür immer nur auf dem Balkon geraucht. Und zwar mit Riesengenuss.

gruss

Godwael
17.11.2004, 20:28
Das ist nur fair. Allerdings ist nicht jeder Raucher so rücksichtsvoll.