Inzwischen steht fest dass das von der Regierung befürchtete und "festgestellte" großflächige Waldsterbennicht stattfand. es handelte sich lediglich um eine falsche bestandsaufnahme.
trotzdem wird ist das in der öffentlichkeit total unbekannt und wöchentlich erscheinen artikel die sich noch immer darauf berufen oder darauf aufbauen...
meinungen.....?
herzlichst,
haidmo
belsan
29.09.2004, 12:52
meinungen.....?
Inzwischen steht fest dass das von der Regierung befürchtete und "festgestellte" großflächige Waldsterben nicht stattfand. es handelte sich lediglich um eine falsche bestandsaufnahme.
Quelle ...?
Lupovsky
29.09.2004, 13:07
Das gehört dann wohl mit in die Sparte "Lüge über AIDS; Lüge über das Ozonloch;..." (siehe andere Beiträge hier in diesem Forum)
Ich glaube die wissentschaftliche Elite muss sich bald mal was neues Einfallen lassen um die Weltbevölkerung zu verängstigen - es kommt ja langsam überall die Wahrheit raus! *Ironie aus* :p
DrDeath
29.09.2004, 13:35
"Lüge" ist definitiv ein zu starkes Wort. Man hat damals wohl eher das Waldsterben schwer überschätzt.
Was stimmt: es gibt - gerade in einigen Höhenlagen, wie im Schwarzwald - Bereiche, die aufgrund schadstoffbedingter Baumschädigungen fast vollständig entwaldet sind (oder zumindest waren - das Thema ist ja fast völlig aus den Nachrichten verschwunden und man erhält praktisch keine aktuellen Informationen mehr).
Was auch stimmt: ein ziemlich großer Anteil aller Bäume ist schadstoffgeschädigt. Allerdings heißt das noch lange nicht, daß diese Bäume in kurzer Zeit vollkommen zugrunde gehen, wie in den 1980ern befürchtet. Tatsächlich scheint es so, daß diese Bäume noch ohne weiteres jahre- bis jahrzehntelang stehenbleiben und sich eventuell sogar vollständig erholen.
haidmo
29.09.2004, 13:48
sorry für den reisserischen titel:-)
ich begründe meine meinung auf den waldzustandsberichten (1984-2003).
die einteilung der schadensstufen der bäume erfolgt stichprobenweise durch baumkronenbetrachtung,
"Die Waldschadenserhebung ist eine Stichprobeninventur, bei der die Verlichtung der Baumkronen als Weiser für die Vitalität der Waldbäume erfasst wird. Der Zustand der Belaubung bzw. Benadelung ist ein gut sichtbares, allerdings unspezifisches Merkmal für den Gesundheitszustand der Bäume"
die einteilung erfolgt in schadstufen 1-4. allerdings wird vergessen, das ein baum/pflanze allgemein an schlechten standorten (temp. wasserangeb. nährstoffe etc.) sich den limitierenden faktoren unterwerfen muss...
und da in deutschland die besten standorte zur landwirtschaft verwendet werden, bleiben oft nur noch dioe schlechteren übrig.
also erfolgt eine einteilung in eine schadstufe z.B. 3 auch, wenn der baum selber gar nicht krank ist...also nicht dabei ist zu sterben.
wie ist es sonst auch zu erklären, dass trotz dem großaufgebauschten maßnahmenprogramm seit 1984 die anteile der unbeschädigten flächen von mit leichten abnahmen konstant geblieben sind und heute keiner mehr von DEM waldsterben spricht, weder medien noch politik?
und dass noch bei einer stark rückläufigen entwicklung der emissionen,
die zum beispiel für SO2 von über 5000t (1990) auf weniger als 800t reduziert worden ist(!)
die entwicklung der kronendichte:
1984 : 18,9 %
2003: 19,9%
kaum veränderungen?!
haidmo
DrDeath
29.09.2004, 13:52
kaum veränderungen?!
Kann gut sein. So schnell läuft das alles nicht, zumal beim "Waldsterben" auch die Übersäuerung der Böden durch den sauren Regen eine Rolle spielt. Meines Wissens nach dauert es einige Zeit, bis sich der Boden-pH wieder auf ein "gesundes" Niveau einstellt.
Henry
29.09.2004, 13:59
ABER!
hätte man damals nicht so stark sein augenmerk darauf gelegt, würden wir heute heute noch mit verbleitem schwefelhaltigem benzin fahren, oder?
wenn kein öffentliches interesse da ist, wird die wirtschaft nichts von alleine ändern.
PS: bin mal gespannt wie lange die kastanien vor meinem fenster den miniermottenbefall vertragen...(schon 4. jahr in folge)
haidmo
29.09.2004, 14:14
stimmt, aber darum gings ja bei der anmerkung von Lupovsky oben nicht:-)
herzlichst,
haidmo
schlumpf
29.09.2004, 16:06
wie ist es sonst auch zu erklären, dass trotz dem großaufgebauschten maßnahmenprogramm seit 1984 die anteile der unbeschädigten flächen von mit leichten abnahmen konstant geblieben sind und heute keiner mehr von DEM waldsterben spricht, weder medien noch politik?
1984 : 18,9 %
2003: 19,9%
nun ja, auch weil viele schwer beschädigte Bäume gefällt werden mußten oder zu Windbruch wurde. Nicht mehr existierende Bäume stehen ja auch nicht in der Statistik.
Im übrigen: im nachhinein ist man immer schlauer. Ich gehe nicht davon aus, daß du das seinerzeit bewußt mitverfolgt hast, sondern du hast dich ja nur aus retrospektiven Betrachtungen informiert. Und anders als du war ich 1984 in einem Alter, in dem ich das verfolgen und einstufen konnte. Tatsächlich war da viel Panikmache dabei. Aber der Wald WAR am Sterben und ist nur durch die z.T. sehr teuren Maßnahmen gerettet worden. Und z.B. im Erzgebirge, wo diese Maßnahmen zu spät kamen, ist der Wald ja definitiv weitergestorben.
belsan
29.09.2004, 18:28
Ganz allgemien ist es doch so, dass gerade das Thema in den Medien ist, dass aus irgendwelchen Gründen gerade passt.
Wer spricht denn heute noch von der radioaktiven Belastung im Bayrischen Wald. (Fall out; Tschernobyl) ? Ok, ein paar Pilzsammler.
Wie war das noch gleich mit dem Ozonloch?
AIDS ?
Ach so, da war doch noch BSE.
Nur weil es in den Medien nicht mehr diskutiert wird hießt das nicht, dass es keine radioaktive Belastung wegen Tschernobyl mehr gibt, sich das Ozonloch in Luft aufgelöst hat oder auf einmal keine BSE-Fälle mehr auftreten.
Im Moment sind halt Klimakatasthrope und Treibhausgase angesagt. Aber ich denke, wenn man sich mal an die zahlreichen Hurricans, Überschwemmungen, Dürrezeiten usw. gewöhnt hat, dann interessiert das auch niemanden mehr.
upsidedown
29.09.2004, 20:22
...würden wir heute heute noch mit verbleitem schwefelhaltigem benzin fahren, oder?
Mit dem Blei hast du recht (auch wenns da nicht nur um die Bäume bei ging), das mit dem Schwefel ist ein Ammenmärchen. Die Reduzierung des Schwefels in den Kraftstoffen hat nichts mit Umweltschutz zu tun - auch wenn manche Industrievertreter wie auch manche von mir heissgeliebten Umweltpolitiker das behaupten - sondern einfach damit, dass die modernen Motoren den schlicht nicht mehr vertragen. Das ist ja nett für die Umwelt, aber das war definitiv nicht der Grund, wieso man die Grenzwerte für Kraftstoffe so derartig ins utopisch niedrige getrieben hat.
Woher kommt jetzt die Behauptung, dass an dieser Entscheidung nahezu gar nichts ökologisch motiviertes dran sein kann? Ganz einfach: Wenn man wirklich was an den Schwefelimmisionen ändern wollte würde man nicht an den Grenzwerten für Kraftstoffe sondern an denen für Heizöl drehen - die sind nämlich nach wie vor mehrere Zehnerpotenzen höher! Wenn man an denen etwas ändern würde würde man auch auf mehr als einen Eimer voll Schwefel pro Deutschland und Jahr kommen. Tut aber keiner...
Lange Rede kurzer Sinn: Danke, dass jemand mir mein Lieblingsbeispiel serviert hat warum man bei diesen Umweltschutzdiskussionen leider viel mehr als nur ein paar Zahlen braucht um sinnvoll zu argumentieren - die Zusammenhänge und die Rahmenbedingungen sind dazu eigentlich immer viel zu komplex. Mit ein paar Zahlen kann man jeden Schwachsinn durchaus plausibel klingend untermauern, meistens noch von viel gutem Willen getragen. Obs (durchaus vorher erkennbar) gut ist steht auf nem ganz anderen Blatt.
Bevor ich jetzt einen auf den Deckel kriege: Ich weiss eine mediale "Erziehung" in der Hinsicht durchaus zu schätzen und weiss wie wichtig sie ist. Aber ich verwechsele sie nicht mehr mit Sachkenntnis.
haidmo
30.09.2004, 10:42
ich versteh schon was du meinst, aber auf irgendeiner grundlage muss man ja diskutieren...
es wäre wenig sinnvoll hier die kompletten waldzustandsberichte seit 1984 aufzulisten.
ansonsten verfällt jegliche diskussion der überflüssigkeit...
haidmo
30.09.2004, 10:45
noch was: die schwefelemissionen aus autoabgasen mögen ja irrelevant sein, aber die industriellen emissionen stellen einen entscheidenden faktor beim -->sauren regen dar...
schlumpf
30.09.2004, 12:30
naja, entscheidend ist ja weniger, wie es ist, sondern, wie es gekommen wäre .... die AIDS-"Hysterie" z.B. hat in den meisten Industrieländern dazu begetragen, daß es hier nicht so aussieht wie in Südafrika
haidmo
30.09.2004, 13:36
hier noch was:
"Tatsache ist, dass die beschriebenen Schäden vermehrt in solchen Gegenden zu beobachten sind, in denen die Schadstoffbelastung, z.B. durch direkte, überhohe Schwefeldioxid-Immissionen, extrem hoch ist, so dass die Blätter und Nadeln der Bäume direkt geschädigt werden. Solche direkten Belastungen sind aber eher selten. In anderen Fällen ist es verwunderlich, dass die beobachteten Schäden in so genannten Reinluftgebieten auftraten, die überhaupt nicht umweltbelastet waren.
Interessant ist auch, dass aus dramaturgischen Gründen in Fernsehberichten der 80er Jahre - mangels anderer signifikanter Stellen - immer wieder nur einige wenige, stark zerstörte Waldgebiete im Harz oder Erzgebirge gezeigt wurden, die mit ihren abgestorbenen Bäumen stellvertretend für das angeblich großflächige Waldsterben in ganz Deutschland standen. Derart gravierende Schäden wurden aber nirgendwo sonst beobachtet."
quelle: wikipedia
schlumpf
30.09.2004, 14:14
sag mal, liest du eigentlich die Antworten?
Interessant ist auch, dass aus dramaturgischen Gründen in Fernsehberichten der 80er Jahre - mangels anderer signifikanter Stellen - immer wieder nur einige wenige, stark zerstörte Waldgebiete im Harz oder Erzgebirge gezeigt wurden, die mit ihren abgestorbenen Bäumen stellvertretend für das angeblich großflächige Waldsterben in ganz Deutschland standen. Derart gravierende Schäden wurden aber nirgendwo sonst beobachtet."
quelle: wikipedia
Es gab auch in den 80er Jahren sehr wohl Fernsehberichte, in denen die tatsächliche Schädigung eines scheinbar gesunden Waldes gezeigt wurde.
Und zur Dramaturgie im Erzgebirge .... nun ja, das DDR-Fernsehen hat das Anfang der 80er Jahre wohl nicht an die große Glocke gehängt, und das Westfernsehen hat da auch kaum ausführlich und kritisch drüber berichten dürfen.