also, in dem versuch geht es darum, Fraktalstrukturen aus Silber herzustellen..
anfangs hat man eine Silbernitratlösung in Wasser und gibt so lange Ammoniak hinzu, bis die durch Silberoxid braun gefärbte Lösung wieder klar wird --> fast das gesamte Silber liegt nun als Silberdiamin vor..
jetzt kommt der eigentliche Versuch:
man gibt Lösung in Kristallierschale und macht Elektrolyse mit 2 Eisendrähten, wobei die Kathode gerade die Oberfläche der Lösung berühren darf (Oberflächenspannung)...
man legt Spannung an und Silberfraktale bilden sich durch Reduktion an der Kathode..
MEINE FRAGE: Was liefert mir hierfür die Elektronen (was wird an der Anode oxidiert), bzw. wieso brauche ich dafür überhaupt Silberdiamin und kann das nicht einfach mit dem ursprünglichen Silbernitrat machen?
Ich komm da einfach nicht weiter... vielleicht hat das was mit der Spannungsreihe zu tun.. oder wie auch immer...
minutemen
24.09.2004, 19:58
anfangs hat man eine Silbernitratlösung in Wasser und gibt so lange Ammoniak hinzu, bis die durch Silberoxid braun gefärbte Lösung wieder klar wirdwenn die lösung braun war, stand sie schon lange rum.
man legt Spannung an und Silberfraktale bilden sich durch Reduktion an der Kathode... ...Was liefert mir hierfür die Elektronen du legst eine spannung an! die elektronen liefert dir dein stromanbieter/deine batterie/dein fahrraddynamo
Was liefert mir hierfür die Elektronen?geht wohl besser damit. für's erste seh ich keinen grund, warum nicht auch eine stinknormale silbernitratlösung dendriten liefern sollte.
FK
24.09.2004, 21:11
wenn die lösung braun war, stand sie schon lange rum.
:rolleyes: Einige Sekunden, wenigstens... ;)
geht wohl besser damit. für's erste seh ich keinen grund, warum nicht auch eine stinknormale silbernitratlösung dendriten liefern sollte.
Nun ja, Silberkomplexe geben das Silber langsamer frei, dann kristallisiert es schöner...
Gruß,
Franz
nobody
24.09.2004, 21:13
naja, ich glaub mal soo einfach kann man sich das nicht machen..
nach meinem wissen finden Reduktionen nicht isoliert statt.. sondern mit Oxidationsreaktionen gekoppelt..
und ich glaub auch nicht dass die Elektronen aus der "Steckdose" kommen.. wäre dies der Fall so müsste die Lösung ja immer negativer aufgeladen werden..
und wozu bräuchte ich dann die Anode? der Stromkreislauf in der Lösung kann ja nur geschlossen sein wenn es Anionen gibt die die Ladung zur Anode tragen...
und das mit dem Silberdiamin hat schon nen Grund, ich weiß leider bloß nicht welchen.. (anscheinend würde das nicht gehen wenn da nur Silbernitrat drin wäre..)
weitere Vorschläge? :confused:
nobody
24.09.2004, 21:16
ich glaub die braune Farbe hat weniger mit der Zeit des Rumstehens zu tun..
das ist viel mehr Silberoxid dass sich simmultan zum Diamin bildet wenn man beginnt das Ammoniak zuzugeben...
minutemen
24.09.2004, 21:33
die reaktionen an der anode tun aber nichts zur sache. wenn du mittels einer spannungsquelle energie lieferst, was glaubst du, wo kommt die energie her? von der anode über den umweg deines kraftwerks? die anodischen reaktionen finden statt, sind aber für deine betrachtete reaktion (ag-abscheidung) irrelevant. wenn du auf die spannungsquelle verzichtet hättest und nur einen eisendraht in die lösung hängst, kannst du ebenfalls die dendritbildung beobachten, wobei das eisen aber langsam in lösung geht (und die e- liefert).
frische silbernitratlösung ist farblos und bedarf schon einigen herumstehens, ehe da was ausfällt oder sich braun färbt. der niederschlag entsteht infolge des absenkens des pH-wertes bei einträufeln der NH3-lösung, wird aber zugleich durch komplexbildung wieder in lösung gebracht.
FK
24.09.2004, 21:36
ich glaub die braune Farbe hat weniger mit der Zeit des Rumstehens zu tun..
das ist viel mehr Silberoxid dass sich simmultan zum Diamin bildet wenn man beginnt das Ammoniak zuzugeben...
Das ist natürlich richtig. Wenn man den Ammoniak sehr langsam zufügt, fällt erstmal Silberoxid aus, das sich bei weiterer Zugabe wieder löst.
und ich glaub auch nicht dass die Elektronen aus der "Steckdose" kommen.. wäre dies der Fall so müsste die Lösung ja immer negativer aufgeladen werden..
Bei einer Elektrolyse kommen die Elektronen aber normalerweise wirklich aus der Steckdose, und da gehen sie auch wieder hin (wichtiger Hinweis!).
und wozu bräuchte ich dann die Anode? der Stromkreislauf in der Lösung kann ja nur geschlossen sein wenn es Anionen gibt die die Ladung zur Anode tragen...
Ja, selbstverständlich gibt es Anionen; Du hast sie ja selber reingeschüttet. ;)
Gruß,
Franz
nobody
24.09.2004, 21:42
ok, ihr meint das geht auch ohne den amminkomplex :-)
also: ich hatte das in nem vortragsversuch und hab das damals schon nicht gewußt als man gefragt hat.. und da gabs halt nen grund warum das wohl mit dem nitrat alleine nicht gehen kann..
da war möglicherweise was von der spannungsreihe die rede (ich weiß das aber nimmer so genau)
nur hab ich nächste woche prüfung in der dieser versuch wohl abgefragt wird und ich würde halt gerne wissen was da vor sich geht :-)
gibts da nicht vielleicht doch was?? :(
wenn die elektronen wieder in die steckdose zurückgehen, woher kommen sie? also ich mein welches anionen wird zu was oxidiert??
minutemen
24.09.2004, 21:53
wie gut oder schlecht das als pure silbernitratlösung geht, mußt du probieren.
an der anode entladbar sind OH- und nitrat. die anode selber kann auch in lösung gehen und e- liefern
nobody
24.09.2004, 21:59
könnte es nicht auch sein dass in der anfänglichen silbernitratlösung das silber hydratisiert vorliegt was eine reduktion verhindern könnte??
minutemen
24.09.2004, 22:06
nein. schon allein das eisen würde zur silberabscheidung genügen.
nobody
24.09.2004, 22:36
hmm.. hab im internet nen bissle was vergleichbares gefunden und da gehts eigentlich immer mit dem silberdiamin..
vielleicht kanns ja sein dass man einfach nen basisches millieu braucht und nur durch das ammoniak kann man realisieren dass keine silberoxid auftritt....
nunja... vielen dank mal soweit :-)
FK
24.09.2004, 22:51
könnte es nicht auch sein dass in der anfänglichen silbernitratlösung das silber hydratisiert vorliegt was eine reduktion verhindern könnte??
Nee, bei anderen Ionen stört die Hydratisierung auch nicht.
Im Diamminkomplex verhält sich das Silber unedler als im Aquoion, ist also schwerer zu reduzieren.
Gruß,
Franz
nobody
28.09.2004, 12:10
ok, aber eine frage hab ich dann doch noch....
wenn "nur" die reduktion des silbers stattfinden würde müßte sich ja die lösung negativ aufladen..
also muss ja noch an der anode ne oxidation stattfinden..
was wird oxidiert?? das nitrat??
Lupovsky
28.09.2004, 12:40
Das Eisen aus den Elektroden geht in Lösung und gibt dabei Elektronen an die Silber-Kationen ab.
ricinus
28.09.2004, 15:37
...wieso brauche ich dafür überhaupt Silberdiamin und kann das nicht einfach mit dem ursprünglichen Silbernitrat machen?
Ich komm da einfach nicht weiter... vielleicht hat das was mit der Spannungsreihe zu tun.. oder wie auch immer...
1. ist das Redoxpotential des Diamminkomplexes ein anderes als das des Ag+(aq).
2. stell es Dir so vor : aufgrund des GG :
Ag+ + 2 NH3 = [Ag(NH3)2]+, das auf der rechten Seite liegt, ist die Konzentration an Ag+ Ionen, die an deiner Kathode reduziert werden können sehr weit abgesenkt. Wenn man Metalle nun aus sehr verdünnten Lsg elektrolytisch abgscheidet, begünstigt das die Bildung von regelmässigen Kristallen. Wenn man z.B. vernickeln will, setzt man ja auch den Zyanid- oder Citratkomplex ein usw. Ohne Ammoniak wird vermutlich der Versuch auch klappen, aber statt schöner Ag Kristalle bekommst du eine schlecht haftende Haut, die noch Lösungsmittel, Gase... enthält weil die Abscheidung dann schneller vor sich geht.