PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chemisches Gleichgewicht & Enzyme


zarathustra
12.04.2001, 14:15
Hallo Leute,
habe mal eine Frage zum Chemischen Gleichgewicht:
Das Gleichgewicht wird nicht durch Katalysatoren beeinflusst, wie ist es aber bei Biokatalysatoren?
Wenn z.B. zwei Stoffe "A" und "B" im Gleichgewicht stehen, müsste ein Katalysator Hin- und Rückreaktion gleichermaßen beeinflussen, sodass das Gleichgewicht erhalten bleibt.
Wenn dieser Katalysator aber ein Enzym wäre, der nur die Hinreaktion katalysieren kann, würde doch das Gleichgewicht verschoben, oder etwa nicht?
Das widerspricht aber dem allgemeinen Grundsatz, dass Katalysatoren das Gleichgewicht nicht beeinflussen!
Ich hoffe Ihr könnt mir helfen,
vielen Dank im Voraus

Sebastian

minutemen
12.04.2001, 14:28
nenne mal bitte ein konkretes beispiel für eine solches enzym bzw. eine solche reaktion.

FK
12.04.2001, 16:36
Hi!

Für Enzyme gilt prinzipiell nichts Anderes als für andere Katalysatoren.

Aaaaber:
Ein Gleichgewicht kann sich bekanntlich nur einstellen, wenn die Reaktionspartner beisammen bleiben. Eine bekannte Möglichkeit, die Einstellung zu verhindern, ist, ein Reaktionsprodukt zu entfernen (geht auch im Reagenzglas....).

Enzyme geben normalerweise für die Reaktionspartner eine (relativ) definierte Geometrie vor.
Wenn das Reaktionsprodukt (und weitere, zur Rückreaktion erforderliche Reaktionspartner)nicht oder nicht in der erforderlichen Geometrie an das aktive Zentrum des Enzyms passt, gibt's auch keine Rückreaktion...


Soviel zu meinem Erklärungsversuch....

Gruß,
Franz

zarathustra
12.04.2001, 16:36
Das ist eigendlich eine theoretische Frage, die mal im Chemieunterricht aufgetreten ist.
Als beispiel wäre vielleicht eine Isomerase möglich...

schlumpf
17.04.2001, 12:42
Fuer Enzyme gilt das gleiche wie fuer alle Katalysatoren, sie senken die Aktivierungsenergie und beschleunigen Hin- und Rueckreaktion, und zwar gleich stark!! Letzteres nutzt man bei manchen Synthesen (z.B. mit Glycosidasen), wenn man die Produkte der Zuckerspaltung in hoher Konzentration vorliegt, gehts rueckwaerts.

Das Reaktion wird oft durch ATP-Hydrolyse (zu ADP und Phosphat) eindeutig vorgegeben; die Hydrolyse ist stark exotherm, und das Gleichgewicht liegt ganz auf der Hydrolyseseite.

Eine andere Moeglichkeit ist auch, dass die Konzentration der Produkte klein gehalten wird. Viele Synthesen laufen an Multienzymkomplexen ab wie an einem Fliessband, d.h. ein Produkt wird gleich wieder verbraucht. Wenn ein Schritt darin stark exotherm ist, laeuft das ganze Fliessband nur in eine Richtung.