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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bau einer kontinuierlichen Nebelkammer


nobody
29.07.2001, 17:02
Ich hab mir den Bau einer kontinuierlichen Nebelkammer als Facharbeitsthema ausgesucht, hab auch schon einen wagen Plan wie ich das Teil gestalten will, und wollte mal nachfragen ob vielleicht jemand Erfahrung damit hat.
Das Teil soll ca. 60x60 cm gross werden (glaub ich) und ca. 20 cm hoch. Den Alkohol will ich in einer Rinne ganz oben elektrisch beheizt verdampfen, unten will ich ein Kühlaggregat aus einem Gefrierschrank einbauen.
So im Prinzip hab ich mir das vorgestellt. Gibt es da Anregungen, Kritik oder ähnliches??

Danke im Voraus!

André

No Regrets
29.07.2001, 17:32
vielleicht hift das weiter :yes:

http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?threadid=1148

nobody
05.08.2001, 16:57
Nein, hat es leider nicht! :sad:
Dort wird der Bau einer Nebelkammer beschrieben, die mit Trockeneis gekühlt wird. Ich soll/will aber eine bauen, die nur mit Strom läuft, deshalb die Frage nach dem Kühlelement eines Gefrierschranks!

Zombiemaster

minutemen
05.08.2001, 21:27
wie wärs mit peltierelementen, deren heiss-seite eventuell mit wasser gekühlt werden?

nobody
27.08.2001, 12:13
Wie funktionieren die? Wo bekomm ich die her? Was kosten die?

Danke
André

buba
27.08.2001, 14:04
Peltier-Elemente, z.B. bei www.conrad.de

max. Wärmeleistung 3,9...123,5 W
max. Strom 3...14 A
Nennspannung 1,9...15,4 V
Preis: 20 bis 100 DM

http://www.conrad.de/cgi-bin/conshop/ConShop.pl?TK_PAR[USER_ID]=0407034250998913650&TK_EV[SHOWPAGE]=&TK_PAR[PAGEID]=52668&TK_PAR[MEDIUM]=

minutemen
27.08.2001, 16:15
Originalnachricht erstellt von Zombiemaster
Wie funktionieren die?der peltier-effekt ist die umkehrung des seebeck-effektes; beides sind thermoelektrische effekte. die google-suche sollte mehr als genug infos liefern.

nobody
28.10.2001, 01:46
Hmm! Und wie tief sollte ich da Leistungsmässig reingreifen? Im Prinzip müssen die Peltierelemente ja "nur" den "Kälteverlust" von aussen ausgleichen + ein bisschen was zum kühlen, oder? Reichen da schätzungsweise 200-250 Watt?
Und noch was: Was mache ich wenn der Alkohol an der Innenwand kondensiert?

Zombiemaster

nobody
13.02.2002, 23:30
Hi!

Okay, viel Zeit ist vergangen, und im Prinzip ist die Kammer fertig.....
Im Prinzip, weil sie nicht funktioniert!
Ich bekomme wunderbaren Nebel (Isopropanol) über der Platte (peltiergekühlt, ca. -10 °C), ein el. Feld habe ich auch angelegt, um freie Ionen abzusaugen, doch Spuren bekomme ich keine....
Ich verdampfe den Alkohol in einem Gefäß im oberen Teil der Kammer.
Problem is also: Der Alkohol kondensiert spontan, ohne eine empfindliche übersättigte Schicht zu bilden....
Hat jemand ine Idee an welchen Parametern das liegen könnte?

Danke
André

P.S: Ich habe auch schon versucht Alkohol aus inem Filzstreifen verdunsten zu lassen -> feinerer, weniger Nebel, aber trotzdem keine Spuren...

minutemen
14.02.2002, 00:10
tja... hab noch nie sowas gebaut. was dir also fehlt, ist eine rel. ausgedehnte zone überstättigten dampfes... andere flüssigkeit?? insbesondere mit niedrigeren siedepunkt (aceton, ether), vielleicht macht auch eine geringe polarität sinn (pentan, petrolether). letztenendes darf (so meine schätzung) der temperaturgradient in deiner vorrichtung nicht zu gross werden, damit die sättigungsdampfdrücke über die wegstrecke verdampfer-->kondensator nicht zu sehr differieren. probier mal.

nobody
14.02.2002, 20:11
@ Zombiemaster

Aus welchem Material besteht Deine Kammer (vor allem die Deckplatte)?
Du hast die Deckplatte hoffentlich nur lose draufliegen und nicht verschraubt, oder?

Bei uns an der Schule hat vor ein paar Jahren mal jemand eben so eine Kammer versucht zu bauen. Gleiches Problem wie Du... viel Nebel aber keine Spuren. Als das Isoprop in der Kammer wegen zu großer Spannung (--> Überschlag) explodiert ist (War also nicht nur Isoprop sondern auch Luft drin), hat er Glück gehabt, dass die Deckplatte (Plexiglas) nur lose drauflag.

nobody
21.02.2002, 14:43
Also die Kammer besteht aus Plexiglas, und der Deckel liegt nur auf und ist mit Tesa fixiert, sonst wandert er wg. der Lüftervibration...
Allerdings glaube ich nicht dass Spannungen bis 6kV bei einer Kammerhöhe von 11cm kritisch sind...
Luft muss ja in der Kammer sein, wird ja ionisiert, woran dann der Alk kondensiert...
Ich weis von funktionierenden Kammern, die allesamt mit isopropanol gefüllt sind... Wäre es nicht höllisch gefährlich ether zu verwenden?

Was mir jetzt noch bleibt (ich habe bis 13.3. Zeit) ist mit der Heizleistung zu experimentieren, ich denke ich habe einfach das richtige Plattentemperatur/Alk.konz./el.Feld-Verhältniss noch nicht gefunden....

Grüsse
André

maks
10.06.2007, 17:38
Tut mir Leid, hier alte Threads auszugraben, aber mich würde es wirklich interessieren, ob du es nun hinbekommen hast, oder nicht,
insbesondere, welche Maßnahmen dazu erforderlich waren

Ich habe ebenfalls vor, für die Facharbeit im Chemie LK eine kontinuierliche Nebelkammer zu bauen und damit noch Versuche zu machen.
Meine Kühlung wird jedoch aus Trockeneis bestehen.
btw: wüsste hier jemand, welche Versuche etc. man damit machen könnte? Ich hatte auch vor, noch zB zu erklären, warum alphateilchen oft V-Bahnen beschreiben...

maks
11.06.2007, 17:36
und noch eine Frage an alle:
die Absaugspannung soll so zwischen 1-6 kV betragen, wenn ich das nun richtig verstanden habe. Könnte ich auch einfachkeitshalber etwa 2 Batterien nehmen und deren Spannung per Trafo hochschrauben oder spielt die Stromstärke ebenfalls eine Rolle?

Danke schonmal :)

Flachzange
26.08.2009, 16:44
Guten Tag,

ich habe ebenfalls eine Diffusionsnebelkammer selbst gebaut. Sie beinhaltet 6, Wasser- gekühlte Peltier- Elemente, die ohne Probleme eine Temperatur von -10°C erreichen.
Dummerweise bildet sich ebenfalls nur Nebel aber keine Spuren von Ionisierenden Teilchen.
Auch beim Einbringen von radioaktiven Präperaten sind keine Ionenspuren zu erkennen.

Hat irgendwer schon Erfahrungen mit Peltier- gekühlten Nebelkammern gesammelt und kann mit helfen?

IB
04.11.2009, 21:17
Hallo,

ich habe auch eine Diffusionskammer gebaut. Ein Video dazu habe ich bei YouTube hochgeladen.

http://www.youtube.com/watch?v=ZKd54oX_mfE

Seit Ihrem Beitrag ist ja schon einige Zeit vergangen, aber falls noch Interesse bzw. Bedarf besteht, kann ich gerne versuchen bei der Fehlersuche behilflich zu sein.

Viele Grüße
IB

Flachzange
05.11.2009, 14:46
Mittlerweile funktioniert meine Kammer auch. Sie ist allerdings nur noch 13x13cm groß.
Ich habe nun eine Temperatur von -32,0°C.
Ich sehe auch genau die selben Vorgänge, wie man sie in deinem Video sehen kann.
Das einige Problem ist nur, wenn ich ein radioaktives Präparat in die Kammer bringe, dann sehe ich nur noch Beta Teilchen und keine Alphas mehr.
Woran liegt das?
Ich habe an der Oberseite der Kammer nur einen Schwamm angebracht, muss ich den erwärmen, damit noch mehr Alkohol verdampft?

IB
05.11.2009, 23:14
Hallo,

schön, dass die Kammer jetzt funktioniert.
Eine denkbare Erklärung für die Beobachtung mit dem radioaktiven Präparat wäre, dass durch die vielen Kondensationskeime die Übersättigung so sehr reduziert wird, so dass sie für die "dicken" alpha-Spuren nicht mehr ausreicht. Wenn zwei sich überschneidende alpha-Spuren in kurzem zeitlichen Abstand folgen kann man ja auch beobachten, dass die Kammer im Bereich der ersten Spur für kurze Zeit unempfindlich geworden ist. Insgesamt gibt es eine Grenze, ab welcher die Ionisation durch die radioaktiven Teilchen so hoch wird, dass die Funktion der Kammer zusamenbricht.
Ob eine Temperaturerhöhung bei Deiner speziellen Kammer viel verbessert, kann ich nicht beurteilen. Alternativ kann man evtl. auch den Abstand zwischen Schwamm und Bodenplatte verändern (verringern).

Viele Grüße
IB