PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ni-Cd-Akku


ehemaliges Mitglied
26.07.2001, 19:53
Hallo,

weiß jemand welche Stoffe sich in einem Ni-Cd-Akku befinden?

Ich schätze mal das die Hülle aus Ni besteht, aber was ist das schwarze Pulver?

Danke für Eure Hilfe und Gruß
Erik
;)

buba
26.07.2001, 20:56
Ich hoffe, es ist ein Scherz, dass du einen NiCd-Akku geöffnet und den Inhalt untersucht hast! :mad:

http://fsinfo.cs.uni-sb.de/~benne/modbau/akku.htm

ehemaliges Mitglied
27.07.2001, 03:50
Wieso? Lass ihn doch drin rumpuhlen, solang er nix in den Mund steckt und sich danach die Finger wäscht. Allerdings hätte ich auch kein Bock aus reiner Neugier so ein Teil zu öffnen.

So, um Deine Frage zu beantworten betrachte doch einfach mal die Entladungsreaktion im Ni-Cd-Akku:

Anode:

Cd + 2 OH- -> Cd(OH)2 + 2 e-

Kathode:

2 NiO(OH) + 2 H2O + 2 e- -> 2 Ni(OH)2 + 2OH-

Jetzt weißt Du welche Stoffe drin sind. Daß Du da drin elementares Nickel gefunden hast bezweifel ich mal.

MfG

Last of the Sane:cool:

ehemaliges Mitglied
27.07.2001, 12:23
wieso hoffst du das es ein Scherz ist?

ehemaliges Mitglied
27.07.2001, 12:25
Wegen dem elementarem Ni:

als ich einen Teil der Hülle analysiert habe, war das Ergebnis beim Nickel-Nachweis positiv, und die Hülle bestand aus einem Metall.

buba
27.07.2001, 12:46
Originalnachricht erstellt von Masterman
wieso hoffst du das es ein Scherz ist?

Zum einen ist der Inhalt stark ätzend und giftig.
Zum anderen: Wirst du die Schwermetalle sachgerecht entsorgen oder einfach wegwerfen/runterspülen? :suspect:

ehemaliges Mitglied
27.07.2001, 12:48
@Masterman: Schon möglich, aber eben die Hülle und keine Elektrode oder?:suspect:
Und Buba hat recht, Schwermetalle bitte nicht in den Ausguß!

ehemaliges Mitglied
27.07.2001, 14:33
Ne ne,

auf sachgerechte Entsorgung habe ich schon immer geachtet.

@ Last of the Sane:

Wie meinst du das mit der Elektrode?
In dieser Metallhülle steckte nur das schwarze Pulver, welches in Zellstoff (oder ähnliches) aufgewickelt war.
Sonst nichts!

Ach ja ich mache so etwas nicht aus neugier, sondern es ist eine sehr preiswerte Methode an bestimmte Ionen heranzukommen um diese analytisch nachzuweisen, denn es wäre, denk ich mal, sinnlos sich für ein oder zwei Versuche den Stoff (meist sind es 25 g Mindestabnahme für rund 15 DM) zu kaufen, wenn man genau weiß, dass man ihn sowieso später kaum oder nicht mehr braucht.
So bin ich schon an viele "exotische" Chemikalien oder Elemente herangekommen.
So z.B. Li, Ir, La, Ce, Ge, Ti, Mn, Cd ...

Gruß
Erik

ehemaliges Mitglied
27.07.2001, 18:21
Kann natürlich sein, dass da irgendwie Nickeldrähte irgendwo drin sind. Das schwarze Pulver könnte Graphit sein.

Hm, verstehe, also du zerlegst Ni-Cd-Akkus um mit den darin enthaltenen Ionen qualitative Nachweise auszuprobieren.:suspect: Cooles Hobby... aber mich würde schon mal interessieren, wie Du Schwermetallabfälle entsorgst, weil das ist doch in der Regel recht teuer.

ehemaliges Mitglied
28.07.2001, 13:40
:suspect:

Also es kann sein, dass ich mich täusche, aber soweit ich es beurteilen kann ist es, jedenfalls für mich, kostenlos.

2 mal im Jahr kommt ein Schadstoffmobil in unser Dorf (so auch in ganz Brandenburg...), bei dem Privatleute Sondermüll, z.B. Schwermetalle, bis 10 Liter/kg kostenfrei abgeben können.

Deswegen sammle ich meine Chemikalienabfälle getrennt in verschiedene Abfallklassen (z.B. Schwermetalle, halogenierte Lösungsmittel...) und gebe diese dann dort ab wo sie sachgerecht entsorgt werden!


Ach ja wie entsorgt ihr denn Eure abfälle?

Gruß
Erik

ehemaliges Mitglied
28.07.2001, 13:58
achso, cool, wußte ich gar nicht, das es sowas gibt. also ich habe kein heimlabor und an der uni sammeln wir abfälle in kanistern getrennt nach schwermetall-salzlösungen und organischen lösungsmitteln. diese kommen dann zu einer entsorgungsfirma.

ehemaliges Mitglied
28.07.2001, 15:32
in manchen Lehrbüchern der Chemie steht, dass man die Ionen in den Schwermetallsalzlösungen ausfällen und abfiltrieren kann und den wässrigen Teil in den Ausguß und den festen, abfiltrierten Teil zum Sondermüll geben kann.

Ist es sinnvoll diese Reduzierung der Abfallmenge durchzuführen, ich meine es könnte ja passieren, dass nicht alles gefällt wird.

Wie ist deine Meinung dazu?
Ich schätze mal ihr entsorgt an eurer Uni die Schwermetalle auch als Lösung.

Gruß
Erik;)

ehemaliges Mitglied
28.07.2001, 15:45
Yo, wir mußten einmal als Praktikumsaufgabe, Abwasser konditionieren. Alle Schwermetalle als Sulfate, Hydroxidem oder Sulfide fällen und abfiltrieren, mit Ionenaustauscherharz behandeln und mit Aktivkohle filtrieren um kolloid gelöste Stoffe zu entfernen. Danach konnte man das Wasser in den Ausguß geben. Diese Aufgabe ist aber im Prinzip unsinnig, weil man dann Feststoffe entsorgen muß. Und das ist wohl teurer als die Entsorgung von konzentrierten Lösungen. Ist halt nur damit mans mal gemacht hat.:rolleyes:
Aber bei Dir würde das vielleicht Sinn machen, weil Du dann Feststoffe lagern kannst (nimmt in der regel weniger Platz weg als Lösungen). Die Fällungen dürften weitgehend quantitativ erfolgen, wenn man richtig arbeitet. Wenn Du eine Kochanleitung dafür brauchst oder so, dann melde Dich einfach nochmal bei mir.

ehemaliges Mitglied
06.08.2001, 12:08
Stell dir vor, in einer Lösung befinden sich alle Schwermetalle von Element 25 (*) bis 79.
Wenn man jedes Ion ausfällen würde, müsste man doch die Lösung auch als Sondermüll entsorgen, denn die Stoffe, mit denen man die Ionen gefällt hat, bleiben ja in der Lösung zurück und sammeln sich an.

* beginnen die Schwermetalle eigentlich nicht erst ab der Ordnungszahl 26 ( so steht es jedenfalls in Lexika unter dem Stichwort Schwermetall?

Ach ja wäre echt nett wenn du mir mal diese Kochrezepte rüberschicken könntest.

e-Mail: erk228@freenet.de


Gruß
Erik ;)

buba
06.08.2001, 13:06
Schwermetalle sind all jene Metalle, deren spezifisches Gewicht höher liegt als <nobr>5 g/cm3</nobr> [manchmal findet man 4,5 (Dichte von Titan) als Grenzwert].

Vanadium: 6,11 g/cm3 (OZ 23)
Chrom: 7,14 g/cm3 (OZ 24)
Mangan: 7,47 g/cm3 (OZ 25)
sind somit auch Schwermetalle!

Außerdem fällt man Lösungen, die bekanntermaßen mehrere Schwermetalle enthalten, nicht mit nur einem Präparat aus, denke ich mal...

ehemaliges Mitglied
06.08.2001, 13:16
Also der Unterschied Leichtmetall/Schwermetall ist durch die Dichte definiert und nicht durch die Ordnungszahl. Als Grenze gilt D. 3,5-5.

Zu der Frage mit der Lösung, die am Ende überrig bleibt: Nein, wenn mans richtig gemacht hat, kann man sie in den Ausguß geben. Als erstes Fällungsmittel verwendet man Eisen(II)-sulfat. Die Hydroxidfällung erfolgt mit Natronlauge. Und den Sulfid-Überschuß nach der Sulfid-Fällung beseitigt mit Eisen(III)-chlorid-hexahydrat als Eisen(III)-sulfid. Bleibt also Eisen in der Lösung und das ist nicht weiter gefährlich.

Die Kochanleitung schick ich Dir per E-mail.

Tomboy
06.08.2001, 15:04
Wir hatten letztes Schuljahr einige Akkus im Unterricht behandelt. Zum Ni-Cd-Akku haben wir aufgeschrieben, dass KOH als Elektrolyt dient. Es wird dann beim Entladen Cd zu Cd(OH)2 oxidiert und NiOOH mit H2O zu Ni(OH)2 reduziert, bzw. umgekehrt beim Laden.