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nobody
14.07.2004, 12:37
Hi ich weiß nicht wie ich drauf komme, aber hab irgendwie das Bedürfnis meine Gedanken euch hier offenzulegen:
Die Sonne wandelt ununterbrochen Masse in Energie um (Stichwörter: Kernfusion, Massendefekt) um uns mit Licht und Wärme zu versorgen.
Die Sonne erfüllt als Zentralgestirn unseres Sonnensystems eine weitere Aufgabe: Sie hält die Erde und alle anderen Planeten mit Hilfe ihrer Gravitationskraft auf den Umlaufbahnen (Zentralkraft, Kreisbewegung (naja fast :D))
Die Gravitationskraft ist nun aber abhänig von der Masse, beider Körper ....
Einige riechen die Frage warscheinlich schon ;) :
Könnte es nicht irgendwann sein, dass die Masse der Sonne so gering ist, dass die Gravitationskraft nicht mehr ausreicht um die Planeten auf der Umlaufbahn zu halten? Mögliche folgen wären unvorstellbar bis hin zum zusammenprallen der Planeten ist alles denkbar.
Bloße Hirngespinste? Oder ein Denkfehler?
Falls sowas wirklich passieren könnte, werden wir bis dahin bestimmt noch genug Zeit haben, die Erde selbst zu zerstören :p
Mal bitte euren Senf dazu :)
DrDeath
14.07.2004, 15:16
Theoretisch könntest du recht haben - wenn die Sonne genügend Masse verlieren würde, was sie aber nicht tut. Zwar wird mit dem Sonnenwind so einiges an ionisiertem Zeug ins Universum geblasen, aber im Vergleich zur Masse der Sonne (immerhin 2x1030 kg) ist das fipsiger Kleinkram.
Also: keine Bange. Bevor die Sonne soviel Masse verloren hat, daß die Erde in den Weiten des Alls entschwindet, hat sie sich längst zu einem Roten Riesen aufgebläht und uns alle getoastet.
Makri
14.07.2004, 15:24
Und danach wird sie sowieso entweder zum Neutronenstern oder zum schwarzen Loch, und die haben beide auch ein ganz ordentliches Gravitationsfeld. ;)
DrDeath
14.07.2004, 15:25
Weder noch. Die Masse reicht nur für einen weißen Zwerg.
Godwael
14.07.2004, 15:31
... Detail am Rande: Die Erdumlaufbahn wird sich geringfügig nach innen verschieben, sobald die Sonne zum Riesenstern wird, weil die Sonnenatmosphäre hier dann wesentlich dichter ist als jetzt.
Makri
14.07.2004, 15:33
Weder noch. Die Masse reicht nur für einen weißen Zwerg.
Entschuldige jetzt die dumme Frage von einem Chemiker, aber was ist der Unterschied zwischen einem weißen Zweg und einem Neutronenstern?
Thunderbird
14.07.2004, 15:44
nun, in einem Neutronenstern (und auch schwarzem Loch) sind die Elektronen in die Kerne "gedrückt" und mit den Protonen zu Neutronen geworden.
In einem weißem Zwerg Kühlen hauptsächlich C,O2 und N2 ab (dauert Mrd Jahre)
ach ja und sie haben (durch ihre geringe Dichte) natürlich einen deutlich größeren Durchmesser (10000km vs. 20km) als erstere.
Reicht das fürs erste?!
Makri
14.07.2004, 15:46
Das reicht ;) , nur frage ich mich, wie Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff in einen weißen Zweg kommen...
Thunderbird
14.07.2004, 15:59
am Anfang war der Wasserstoff!
:D Dieser wurde dann duch die Kernfusion (sagt dir doch sicher was, oder?) zu Helium, welcher dann schließlich zu Lithium wurde. u.s.w. (ok, das war jetzt ein wenig zu stark vereinfacht, es werden natürlich auch Elemente zu mehr als den nächsthöheren z.B. 2Si --> Fe).
so entstanden alle Elemente bis zum Eisen, u.a. auch Stickstoff und Sauerstoff.
P.S. Ich meinte natürlich nicht als Molekül, sondern als Plasma (die 2 war Gewohnheitssache); die die Temperaturen liegen zwischen 10^4 und 10^5 Kelvin. :)
Makri
14.07.2004, 16:04
Das habe ich mir auch gedacht, aber von Helium durch Kernfusion zu so viel C, O und N zu kommen, dass das einen ganzen Stern bildet, ist meines Wissens nicht so ganz normal...
Godwael
14.07.2004, 16:16
Doch, ist es. Abgesehen davon werden die schweren Elemente auch in der Kernregion angereichert.
Rolando
14.07.2004, 17:10
Übrigends stammen alle Elemente (mit Ausnahme von Wasserstoff und den künstlich erzeugten) aus den Kernfusionsreaktoren der Sonne. Du bestehst also sozusagen aus Sonnenabfall... wie wir alle...
Makri
14.07.2004, 21:25
Übrigends stammen alle Elemente (mit Ausnahme von Wasserstoff und den künstlich erzeugten) aus den Kernfusionsreaktoren der Sonne.
Ich weiß. Allerdings ist es entgegen allem, was ich bisher gehört habe, dass ein Stern sich zur Gänze in schwerere Elemente umwandelt, weil Helium aus kernchemischer Sicht ausgesprochen stabil ist...
Rolando
14.07.2004, 21:30
Nein, zur Gänze wandelt sich sicherlich kein Stern um, aber bei großen Sternen wird schon einiges umgewandelt. Man muss sich das ja immer in Sterndimensionen vorstellen! Und dann via Supernova ins All...
DrDeath
14.07.2004, 21:36
Ich weiß. Allerdings ist es entgegen allem, was ich bisher gehört habe, dass ein Stern sich zur Gänze in schwerere Elemente umwandelt, weil Helium aus kernchemischer Sicht ausgesprochen stabil ist...
Auch kernchemische Stabilität kann nichts gegen die enormen Drücke im Inneren eines Sterns ausrichten. Wenn du mehr wissen willst, kannst du z.B. hier nachlesen: http://www.wissenschaft.de/wissportal_static/sofi99/themen/stern_3.html
Godwael
14.07.2004, 22:22
Das erste Stadium eines Roten Riesen heisst nicht umsonst "Heliumbrennen".
Edgar
16.07.2004, 14:12
[QUOTE=Dr_Nick] Mögliche folgen wären unvorstellbar bis hin zum zusammenprallen der Planeten ist alles denkbar.
QUOTE]
Nur die Gravitationswechselwirkung zwischen genau 2 Körpern führt zu teiner stabilen Umlaufbahn. Unser Sonnensystem enthält jedoch ein paar mehr, vor allem den grossen Störenfried Jupiter. Das führt dazu dass die Umlaufbahnen der Planeten inhärent instabil sind, auch ohne Massenänderung der Sonne; das unvorstellbare kann 'jeden Moment' (in kosmischer Zeitrechnung) geschehen, es ist mindestens schon ein mal passiert, wie der Asteroidengürtel beweist, der doch wohl nichts anderes ist als das Trümmerfeld eines solchen Zusammenpralls.
DrDeath
16.07.2004, 15:15
... es ist mindestens schon ein mal passiert, wie der Asteroidengürtel beweist, der doch wohl nichts anderes ist als das Trümmerfeld eines solchen Zusammenpralls.
Wenn du meinst, daß dort ein paar kleinere Planetoiden zusammengestoßen sind, hast du wohl recht. Die Masse aller bekannten und aller noch unbekannten (ziemlich kleinen) Asteroiden im Asteroidengürtel zusammengenommen ist viel zu gering, als daß das Bruchstücke eines Planeten sein könnten.
Sehr wahrscheinlich sind sowohl der Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter als auch der hinter der Neptunbahn liegende Kuiper-Gürtel nichts anderes als die Reste, die bei der Entstehung des Sonnensystems übriggeblieben sind und sich nicht zu einem Planeten zusammenballen konnten.
FK
16.07.2004, 16:27
Sehr wahrscheinlich sind sowohl der Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter als auch der hinter der Neptunbahn liegende Kuiper-Gürtel nichts anderes als die Reste, die bei der Entstehung des Sonnensystems übriggeblieben sind und sich nicht zu einem Planeten zusammenballen konnten.
Die Stücker sehen aber sehr nach Trümmern aus...
bzw.: wie haben wir uns das Aussehen des Materials, aus dem die Planeten entstanden, vorzustellen? Ich dachte, das war so eine Art Staub...
Gruß,
Franz
Rolando
16.07.2004, 17:14
Afaik ist der Asteroidengürtel der Überrest einer Kollision von planetaren Körpern... Muss ja nicht von der Größe der Erde sein, etwas in Plutos Größenordnung würde schon reichen. Dann ein größerer Asteroid dazu, mit genügend Tempo...
DrDeath
16.07.2004, 22:27
Aus der Wikipedia:
Zunächst gingen die Astronomen davon aus, dass die Asteroiden das Ergebnis einer kosmischen Katastrophe seien, bei der ein Planet zwischen Mars und Jupiter auseinanderbrach und Bruchstücke auf seiner Bahn hinterließ. Es zeigte sich jedoch, dass die Gesamtmasse der im Hauptgürtel vorhandenen Asteroiden sehr viel geringer ist, als die des Erdmondes. Daher nimmt man heute an, dass die Asteroiden eine Restpopulation von Planetesimalen aus der Entstehungsphase des Sonnensystems darstellen. Die Gravitation von Jupiter, dessen Masse am schnellsten zunahm, verhinderte die Bildung eines größeren Planeten aus dem Asteroidenmaterial. Die Planetesimale wurden auf ihren Bahnen gestört, kollidierten immer wieder heftig miteinander und zerbrachen. Ein Teil wurde auf Bahnen abgelenkt, die sie auf Kollisionskurs mit den Planeten brachten. Hiervon zeugen noch die Impaktkrater auf den Planetenmonden und den inneren Planeten. Die größten Asteroiden wurden nach ihrer Entstehung stark erwärmt (hauptsächlich durch den radioaktiven Zerfall des Aluminium-Isotops 26Al und möglicherweise auch des Eisenisotops 60Fe) und im Innern aufgeschmolzen. Schwere Elemente, wie Nickel und Eisen setzten sich infolge der Schwerkraftwirkung im Inneren ab, die leichteren Verbindungen, wie die Silikate, verblieben in den Außenbereichen. Dies führte zur Bildung von differenzierten Körpern mit metallischem Kern und silikatischem Mantel. Ein Teil der differenzierten Asteroiden zerbrach bei weiteren Kollisionen, wobei Bruchstücke, die in den Anziehungsbereich der Erde geraten, als Meteoriten niedergehen.
Hier im Original nachzulesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Asteroid
GH
19.07.2004, 07:52
Übrigends stammen alle Elemente (mit Ausnahme von Wasserstoff und den künstlich erzeugten) aus den Kernfusionsreaktoren der Sonne. Du bestehst also sozusagen aus Sonnenabfall... wie wir alle...
Das stimmt leider nicht, da sämtliche Elemente bereits vor der Entstehung der Sonne in einem Gas- und Staubnebel vorhanden waren. (vor ca. 5 Mrd. Jahren). Die heute vorhandenen Elemente (außer Wasserstoff und die künstlich hergestellten) stammen aus einem Stern vor unserem Sonnensystem, der in einer Supernovaexplosion endete und die Elemente erzeugte. So lautet die derzeit gültige Theorie.
Wir entsanden daher aus der Asche von einem anderen Stern, der lange vor unserem Sonnensystem existierte und nicht aus dem Abfall von unserer Sonne.
Rolando
19.07.2004, 09:54
Ich habe das gleiche gemeint wie du... lies mal den nächsten Beitrag von mir durch, dann erkennst du das...
Das kleine Wörtchen "der" war da etwas fehl am Platz...
Meine Güte, worüber redet der Kerl eigentlich nicht?
Das abgefahrenste Thema war wohl "Soll man sich ein Haus auf Mallorca kaufen?" (am 31.03.02).
Godwael
20.07.2004, 01:36
Najaaa, so abgefahren nu auch wieder nicht. Für reiche Rentner ist das quasi existenziell... :D
nobody
20.07.2004, 10:42
Najaaa, so abgefahren nu auch wieder nicht. Für reiche Rentner ist das quasi existenziell...
Also populärwissenschaftlich ist Lesch ein fantastischer Didakt.
Wir können ja mal nen neuen Thread zu dem Thema aufmachen.
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