Lasst uns mal erzählen, was uns und Anderen so an Missgeschicken im Labor zugestoßen ist, wie es dazu kam, wie man es hätte vermeiden können und was man daraus lernen kann.....
1. Katastrophe
Täter & Opfer: FK
Die Story:
Ich hatte damals tert. Butanol über Na absolutiert und anschließend destilliert. Apparatur (in Abzug): 2l-Rundkolben, Heizpilz, Vigreux-Kolonne, Destillationsbrücke, Thermometer etc....
Nach Ende der Destillation ließ ich den Kram abkühlen. Am nächsten Tag hatte sich im Kolben eine graue, feste Masse gebildet. Ich hielt sorgfältig nach Natriumrückständen Ausschau, sah aber nichts....
Nahm ein Becherglas mit 50 ml Wasser, entfernte oben den Stopfen von der Brücke und goß das Wasser hinein (sollte den Rückstand auflösen).
Kaum war das Wasser im Kolben, fing's an, zu rauchen. Ich konnte gerade noch einen Schritt zurück treten, dann gab es einen lauten Knall und splitternde Geräusche....
Resultat: Brücke zerbrochen, Thermometer gegen die Decke des Abzugs geschossen und pulverisiert; Rest blieb heil; am nächsten Tag konnte ich sogar wieder normal hören......
Man sollte seinen Augen eben nicht unbedingt trauen, und das Reingießen von Wasser war nicht die beste Idee.....
Gruß,
Franz
minutemen
07.07.2001, 22:18
die grösste heldentat, der ich persönlich die ehre hatte, beizuwohnen, vollbrachte ein holder mitstudent mit spitznamen rosi, der es schaffte, 1 l acetanhyrdid im laborwaschbecken zu verklappen. soweit so gut. man muss wissen, das acetanhydrid mit kalten, reinen wasser fast nicht reagiert. nur unterliegt es einer autokatalyse: ist es erstmal zum teil in essigsäure zerfallen, so katalysieren die freiwerdenden protonen die weitere hydrolyse - übrigens eine doch recht exotherme angelegenheit. und so fing nach ~30 min das waschbecken zu 'sieden' an. als höhepunkt verdampfte das acetanhydrid und machte den aufenthalt im labor unmöglich: unter tränen verliessen wir das organik-praktikum.
so etwas ähnliches passierte mal wieder vor knapp 'nem jahr, als eine mitarbeiterin im labor thionylchlorid, ~300 ml, mitten im raum hydrolysierte. toller spass! das weniger lustige daran war, dass ich ins labor zurückmusste, um die lustig vor sich hin blubbernde apparatur in den abzug zu stellen. selten so geweint. und das mir als hypochonder: ich hab den restlichen tag damit verbracht, bei mir symptome eines lungenödems festzustellen.
FK
07.07.2001, 23:13
Noch ein paar Beiträge von "Katastrophulus"; nicht ganz so umfangreich:
1. Die "Kriechprobe"
Man versetze Calciumfluorid im Reagenzglas mit konz. H2SO4 und erhitze. Weil man unbedingt wissen muss, wie Fluorwasserstoff riecht, halte man seine Nase dicht über die Brühe.
Ergebnis: man läuft zwei Wochen lang mit rotem, entzündetem Riechkolben herum.
2. Synthese von Dibenzoylmethan
Zu einer NaH-Suspension sollte eine Mischung aus Acetophenon und Benzoesäureester zugetropft werden. Der Assistent hatte gesagt: "Nur einen kleinen Teil zugeben, dann warten, bis die Reaktion anspringt, dann weiter zutropfen.
Na, da passierte ja nicht viel... also rein mit dem Zeug, irgendwann springt's schon an...und immer schön mit der Nase dicht daran.....
Dann sprang es wirklich an, und dem Experimentator direkt ins Gesicht.
Der Assistent schnappte sich den Unglücksraben und raste mit ihm zur Augenklinik. Blieb zum Glück ohne Folgen.
3. Wie destilliere ich Methanol?
a) Bunsenbrenner, b) Dreifuß mit Drahtnetz, c) darauf Erlenmeyer mit Methanol, d) Destillationsbrücke, e) ein Becherglas für das Destillat auf dem Tisch.
Die etwa 30 cm vom Ende der Brücke bis in das Becherglas überwand das Methanol im freien Fall, direkt neben dem Brenner......auch nix passiert; ich glaube, jemand hat ihm das Gas abgedreht....
4. Das dreistufige Präparat
Man stelle in mehrtägiger, mühevoller Arbeit ein kristallines Produkt her, sauge dieses ab und lege das Filterpapier mit dem Produkt in den Exsikkator (mit CaCL2 gefüllt). Man evakuiere den Exsikkator und lasse einen Tag trocknen. Dann belüfte man. Das Röhrchen, das vom Hahn in den Exsikkator führt, zeigte direkt nach unten auf das Filterpapier, und da Katastrophulus VOLL aufdrehte, verwandelte sich der Filterinhalt in eine Staubwolke, die sich größtenteils in das Calciumchlorid verfügte...
Dies erstmal für heute......
Gruß,
Franz
nobody
08.07.2001, 05:10
Das Katastrophalste was ich je miterleben musste, war in der Ausbildung bei einer Synthese. Die Mitschülerin hatte eine Rückflussdestillation im Abzug aufgebaut und den Heizpilz auf volle Leistung gestellt. Die Reaktionsmischung mochte die hohe Teperatur nicht sonderlich, so dass die Zersetzungsprodukte oben aus dem Kühler rauchten. Dies wollte die Dame verhindern, indem sie mit einem schweren Glasstopfen den Kühler verschloss. Danach baute sich ein so hoher Druck auf, dass die ganze Anlage mit einem lauten Knall in die Luft flog und die teerartige, mit konz. Schwefelsäure versetzte Reaktionsmischung sich im Abzug und im Gesicht der guten Frau verteilte, welche danach wie ein heulender Derwisch durch das Labor fegte. Zum Glück sind trotz der fehlenden Schutzbrille beide Augen heilgeblieben und die Brandwunden sind nach einiger Zeit auch wieder restlos verheilt.
Gruss
primus
Godwael
08.07.2001, 13:28
Ich hab mal in einem Labor als Aushilfe gearbeitet, in dem Wasserproben aus Kläranlagen analysiert wurden.
Um z.B. Iodid photometrisch nachzuweisen, durfte ich in einem Kolben die Wasserprobe, ein Reduktionsmittel und Toluol als Elutionsmittel zusammenschütten und 30 min auf etwa 50°C erwärmen. Unglücklicherweise sind Jod und Toluol unter diesen Bedingungen recht flüchtig, also verhindern wir zu große Verluste, indem wir die Kolben beim Erwärmen möglichst fest zustopfen. :rolleyes: :D
In der Zeit, die ich da gearbeitet habe, sind mir 8 Kolben um die Ohren geflogen, und ein Stopfen (zum Glück nur Plastik) steckt wohl bis heute in der Abzugdecke.
Ich bin nach 3 Monaten da rausgeflogen, aber ich mach jede Wette, die arbeiten da immer noch so.
:silly:
No Regrets
08.07.2001, 15:18
Die 1. Katastrophe von Franz konnte ich auch mal LIVE miterleben
Ich hatte damals tert. Butanol über Na absolutiert und anschließend destilliert. Apparatur (in Abzug): 2l-Rundkolben, Heizpilz, Vigreux-Kolonne, Destillationsbrücke, Thermometer etc....
Nach Ende der Destillation ließ ich den Kram abkühlen. Am nächsten Tag hatte sich im Kolben eine graue, feste Masse gebildet. Ich hielt sorgfältig nach Natriumrückständen Ausschau, sah aber nichts....
Nahm ein Becherglas mit 50 ml Wasser, entfernte oben den Stopfen von der Brücke und goß das Wasser hinein (sollte den Rückstand auflösen).
Kaum war das Wasser im Kolben, fing's an, zu rauchen. Ich konnte gerade noch einen Schritt zurück treten, dann gab es einen lauten Knall und splitternde Geräusche....
Es war derselbe Versuchsaufbau nur mit Cyclohexan anstatt tert. Butanol
nur hat mein Mitstudent nicht 50ml Wasser in den Kolben reingekippt sondern gleich 500ml Wasser .
Es find an zu schäumen und er schaffte es noch die Abzugscheibe runterzuziehen !
Danach gab es eine hefige Explosion mit Feuerball! :eek:
Glücklicherweise ist ihm nix passiert und es war für ihn ein sehr teurer Labortag :D :D
Ich konnte alles aus sicherer Entfernung miterleben, war ein schöner großer Feuerball :D
FK
08.07.2001, 17:19
Tolle Ideen haben manche Leute...
Und noch ein paar Stories:
Erfahrungen mit elektrischen Heizplatten:
1. Man nehme eine solche Platte, Kabel ist, wie üblich, säuberlich um dieselbe gewickelt, nicht unten ums Gehäuse, sondern oben, direkt unterhalb der eigentlichen Heizplatte.
Da das Kabel reichlich lang ist, wickele man nur einige Windungen ab, der Rest bleibt da, wo er ist. Man nehme das Ding in Betrieb und gehe in die Mensa. Nach einiger Zeit ist die Platte heiß genug, um die Kabelwicklungen durchzuschmoren. Ein Knall, und die Lichter gehen aus....
2. Diesmal ists ein Magnetrührer mit Heizplatte - der Trick geht nur mit Magnet. Darauf ein Ölbad (Stahltopf!), darin ein großer Rundkolben + Rückflusskühler. Als alles fertig gekocht ist,
wird der Kolben mit Kühler etwa 20 cm hoch gezogen, dann soll der Topf entfernt werden. Der Magnet will ihn aber nicht los lassen, also kräftig nach oben gezogen. Jetzt klappts, Hände und Topf sausen nach oben bis zum Rundkolben, der bis zum Anschlag ins Ölbad taucht, das darauf über- und auf die Finger läuft.
Aua! Natürlich lässt man das Ölbad sofort fallen, das dabei noch einen Teil seines Inhalts herum schwappt. Aua, aua.....ab zum Dr. med.....
Gruß,
Franz
MFJ
08.07.2001, 18:28
Also, die Chemie ist nciht mein Hauptfach, aber in Biologie hat man damit genug zu tun, und auch Physik kann so richtig Spaß machen...
und nciht zu vergessen, die Wahlfächer: Vor einigen Jahren mußte cih meinen Stundenplan mit Photographie auffüllen. Und im Labor standen einige Flaschen rum, die nciht beschriftet waren (dem versierten Chemiker stockt nun der Atem...) und cih hab eine gute Nase davon genommen, es war konz. Essigsäure. Ergebnis: Vgl. FK's Kriechprobe.
In Physik haben wir immer wieder Schüler, die des Lesens offensichtlich nciht mächtig sind, Zahlen können diese schon gar nciht lesen. So kommts immmer wieder vor, daß irgend ein gerät lustig zu rauchen beginnt, weils mit der 10fachen Spannung betrieben wird.
ICh persönlcih hab's auch schon mal zustande gebracht, beim Experimentieren mit den schönen Trafos beide(!) Anschlüsse der Sekundärseite (ca. 1kV) ganz fest in die Hände zu nehmen. AAAAAAAUUUUUUAAAAAA!
In Bio haben wir kürzlich Chloroplasten isoliert, mit einem Gemisch aus Aceton und Benzin. Berauschende Schwaden zogen durch den Raum. Einer wollt's ganz genau wissen, steckt seinen Riechkolben gaaanz tief in das Gefäß, ähnlcih tiefer Lungenzug, hustet wie ein verrücktre, schleudert dabei seinem Nachbarn die Schale mit dem schäußlcihgrünen Matsch aufs frischgebügelte, weiße Hemd. War ganz lustig mit anzusehen...
hippie
08.07.2001, 22:10
selbst im eigentlich harmlosen chemieunterricht der mittelstufe kommt es zu solchen zwischenfällen:
darstellung von eisensulfid: eisen und schwefel werden in schwerschmelzbaren RG´s durchgeglüht. ein klassenkamerad hatte sich aber ein normales RG genommen: das reaktionsgemisch glüht heftig auf und das RG schmilzt in der mitte durch, er lässt es auf den tisch fallen, wo ein blatt papier gleich feuer fängt. im tisch ist immernoch ein kleines brandloch.
oder die destillation einer salzlösung: lösung in einen kochkolben, durchbohrter stopfen drauf, winkelglasrohr als kühler und dann das andere ende mit stopfen auf einen zweite kolben. bunsenbrenner an und warten bis einer der beiden stopfen hochgeht. :D
hippie
nobody
08.07.2001, 23:38
Bei meiner ersten Chromatographie war ich besonders schlau...
zwar habe ich das Eluat fraktioniert aufgefangen und auch DCs gemacht, aber habe deren Rf-Werte nicht gleich ausgerechnet. Auf den DC-Platten waren immer Punkte hübsch nebeneinander in einer Linie aufgereiht, als mir die Reagenzgläser ausgingen habe ich die Fraktionen vereinigt und wie sich später rausstellte mein mühsam getrenntes Isomerengemisch wieder zusammengekippt. Die Rf-Werte auf den beiden Platten waren verschieden...
Michael
Verstrahlt
09.07.2001, 02:29
Mir ist mal ne liter Flasche knz. Ammoiaklösung runtergafallen und natürlich zerbrochen. Ihr könnt euch vorstellen, wie das ganze Labor gerochen hat.
nobody
09.07.2001, 20:20
Also bei uns gibts sowas ja überhaupt nicht:cool:.
Schlimmstenfalls steht unsere Mensa voller Schüsseln & Eimer, weil wieder einmal jemand das Wasser nicht abgestellt hat:rolleyes: und somit das ganze Labor unter Wasser setzt und die Mensa dadurch gleich mit. Aber davon und von kleineren Thionylchlorid-Unfällen abgesehn ist bei uns alles (noch:D) ganz ruhig.
No Regrets
09.07.2001, 20:20
lang lang isses her
Die Aufgabe:
Mein Chemielehrer wollte uns Schülern mal Demonstrieren wie schön Phosphor (weiß) leuchtet.
Das Experiment:
Vorher den Raum abdunkeln!
Er nahm dazu ein ca. 5cm langes und 2cm dickes Stück P4 aus dem Vorratsbehälter, umwickelte es mit einem Papiertuch und malte damit so, als wäre es Kreide auf der Tafel rum.
Bis jetzt leuchtete der Phosphor schön grün auf der Tafel... doch...
Der Unfall:
Kurz vor Ende des Experimentes entzündete sich der Phosphor (wahrscheinlich aufgrund der Reibung auf der Tafel) und brannte Lichterloh. Mein Chemielehrer schmiss den brennenden Phosphor auf den Boden, dort kullerte der immer noch brennende Phosphor 3m am Boden (PVC) entlang und zog eine brennende Spur hinter sich her.
Geistesgegenwärtig rannte mein Lehrer in der Vorbereitungsraum und holte einen Eimer Sand. Damit löschte er den Boden und die Überreste des Phosphors.
Das Ergebnis:
Nachdem alles geschlöscht wurde hat mein Lehrer Licht an gemacht.
Man konnte vor lauter Nebel (P4O10) kaum was erkennen.
Wir Schüler verließen dann den Klassenraum auf dem schnellsten Weg und der Rest der Chemiestunde fiel aus.
Am nächsten Tag konnten wir dann die Banntspur im PVC Boden bewundern, noch Heute kann man nachvollziehen wo der Phosphor langgerollt ist.
Was hatten wir gelernt:
Weißer Phosphor leuchtet grün und brennt :D
Immer einen Eimer Sand im Labor haben, denn der Feuerlöscher hätte es nicht getan
FK
09.07.2001, 21:08
Es geht eben nichts über einen gelungenen Versuch.....die hervorstechendste Eigenschaft des Phosphors ist sicher jedem Zuschauer für alle Zeiten ins Gedächtnis gebrannt worden.. :D
Und noch was aus meinem reichen Erfahrungsschatz:
2. Semester: Der Kupfernachweis en gros....
1. Man gieße die sowieso schon hübsch blaue Lösung in ein 800 ml-Becherglas.
2. Man fülle das Becherglas bis gut zur Hälfte mit konz. Ammoniak auf, wovon der Inhalt noch viel blauer wird.
3. Da man keine Ahnung hat, ob das jetzt WIRKLICH der Cu-Nachweis ist (man heißt nicht umsonst "Katastrophulus"), will man sich an die übliche Ansprechperson in solchen Fällen wenden. Diese steht gerade mit dem Rücken zu ihm und unterhält sich mit einem anderen Kommilitonen.
4. Man hält das Becherglas etwa in Augenhöhe, nähert sich dem Arglosen, klopft ihm auf den Rücken und spricht, derweil sich jener umdreht: "He, Franz, ist das blau?", und schon hat FK literweise Ammoniak in Augen, Nase und Atemwegen. Soweit ich mich erinnere, bezog sich meine Antwort nicht direkt auf seine Analyse....
2. Semester: Raschigringe....
Ich ging durch das Labor, in jeder Hand eine Flasche. Kommilitone H. stand in der anderen Ecke, hatte eine Plastik-Spritzflasche mit Wasser in der Hand. Mit den Worten "Fang!" warf er sie in meine Richtung. Nun, ich hatte ja nur zwei Hände, beide voll. Ich wich also aus, die Flasche flog an mir vorbei und traf einen Pipettenständer.
Die ca. 2 Dutzend Pipetten verwandelten sich in handliche Stücke. Hat ordentlich gescheppert und ein ordentliches Loch in die Kasse meines Kommilitonen gerissen.
Kleiner Trost: das Kunststück wurde mit stehendem Beifall von 20 Zuschauern belohnt.
Mehr davon!
Gruß,
Franz
schlumpf
10.07.2001, 09:01
Sehr beliebt (wenn auch nicht so richtig chemisch) ist auch die Kombination NMR-Magnet + Kehrblech + Putzfrau, die das Warnschild nicht liest.
Statt Kehrblechen kann man auch Stahlrohrstuehle nehmen, nur muss man die Putzfrau dann durch nicht zuhoerende Studenten ersetzen.
Leider ist die Kombination auch manchmal sehr teuer .... wenn auch beeindruckend!
Tomboy
10.07.2001, 12:27
Ich wünschte, bei uns würde auch mal so was lustiges passieren! :sad: Ehrlich, bei uns ist jede Chemiestunde wie die vorhergehende und allesamt sind sie zum schnarchen langweilig (wir lernen ja nischt).
Galileo
10.07.2001, 13:08
Meine Katastrophenaktion hat zwar weder Feuerbälle noch Personenschäden hervorgerufen, aber trotzdem zur Evakuierung des Praktikumsraumes geführt:
Als ich an einem dieser blauen - wohl allseits bekannten - Bunsenbrenner die Gaskartusche wechseln wollte, hat mich dessen Dichtung im Stich gelassen.
En detail:
Der Dorn hatte die Gaskartusche bereits aufgestochen aber die defekte Dichtung lag noch nicht an der Kartusche an. Also entwich ein gewaltiger Gasschwall und im gesamten Raum roch es stark nach selbigem - was ein abruptes Ende des Praktikums zur Folge hatte.
Ciao,
Galileo
VerloreneSeele
10.07.2001, 14:40
Auch schön: Abschlußprüfung Chemikant
Aufgabe: Umkristallisieren von verunreinigter Adipinsäure
Ein Mitlehrling fing mit seinem Präperat an und lief auch alles ganz gut, bis er die Temperatur vom Thermometer ablesen wollte, da merkte er das im Thermometer kei Quecksilber mehr vorhanden war. Also erwärmte er die schon t.T auskristallisierte Adipinsäue um das vermeindliche Quecksilber wieder tu Tage zu fördern, fand aber nichts da das Thermometer schon vorher defekt war. Dadurch wurde ihm die Zeit der Prüfung natürlich sehr knapp.
Der gleiche Kerl aber nur Zwischenprüfung:
Sodaauszug der Quali durch Siedeverzug neben Prüfer an die Decke geschossen
Noch besser: Siedeverzug bei der Darstellung von Kupfer (II)-Oxid weil Becherglas leer, Decke auf großer fläche Schwarz.:burn:
minutemen
10.07.2001, 14:59
dann mal noch ein beitrag aus der rubrik beim sturz aus dem fenster glück gehabt, weil mit dem auge hängengeblieben:
betreffende person rührte perhydrol im becherglas & wollte dieses weiter verdünnen, griff aber statt der aqua-dest-spritzflasche die acetonspritze & das verhängnis nahm seinen lauf. nach ettlichen minuten des rührens stand er wieder vor dem becherglas und der ganze mist ging ab ... er: krankenhaus, schnittverletzungen am ganzen oberkörper incl. auge - da nutzte auch eine schutzbrille nix. der rest der seitenteile des becherglases verteilte sich im ganzen labortrakt und durchschoss auch noch in 10 m entfernung PET-flaschen. der boden des becherglases DURCHSTANZTE den labortisch (~5 cm dick, davon 1 cm keramik; das loch hatte ~10 cm durchmesser) kreisrund und sauber gearbeitet. dass er noch hände/arme besitzt, grenz an ein wunder.
gibts eine moral von der geschicht? naja, es gibt einerseits keine harmlosen chemikalien, andererseits ist routine ausgangspunkt für schludrigkeit (an die damen & herren in laboratorien: oder lest ihr etwa immer die etiketten?) und eventuelle krankenhausaufenthalte.
schlumpf
10.07.2001, 15:05
wo wir gerade bei Katastrophen in der Chemie sind (ist nur leider gar nicht lustig) - passt aber halt haargenau zum Datum: heute vor genau 25 Jahren ist auch was passiert. War in Italien und hat damals ziemliche Schlagzeilen gemacht ... macht es eigentlich bis heute und beschert uns Chemikern ein schlechtes Image.
Jetzt koennte man noch ein Quiz machen, wo das war. Der Hauptgewinn ist eine Katastrophe gratis:D
minutemen
10.07.2001, 15:22
als gewinn aber bitte eine katastrophe, die sich langsam anbahnt, wie jene schon länger nicht mehr anwesenden arbeitsgruppen, die sich mit den interessanten eigenschaften des dichlormethylmethylethers (eine eigentlich vorzügliche reagenz) auseinandersetzten und deren mitglieder nach und nach, aber binnen eines jahrzehnts, an krebs starben.
FK
10.07.2001, 16:58
@minutemen
Im Anorganik-Institut gab es eine verwandte Seele....wollte ein Arsin in das entsprechende Oxid überführen. Als Oxidationsmittel nahm er H2O2 und gab Aceton hinzu, um eine homogene Lösung zu erzielen....Resultat: Anlage & Labor weitgehend homogenisiert, (nur) 3 Wochen Krankenhaus...
Gruß,
Franz
Adam
10.07.2001, 22:00
@ALL
Drei 500 ml Kolben schaffte es mal mein Mitstudent in zwei Stunden zu zertrümern.
Das war teuer...
Und der gleiche schaffte es auch bei der Nitrierung von N-Acetyl-p-toluidin den ganzen Abzug und nähere Umgebung mit Nitrosedämpfen so zu zuqualmen, dass man nichts mehr sehen konnte.
A.N.
mp67
11.07.2001, 00:57
@FK & minutemen
...auf irgendwas muss ja die Popularitaet von Propanonperoxid fussen :D
Micha.
hippie
11.07.2001, 10:31
die zeigen wollte, das bestimmte kohlenwasserstoffe erst im richtigen verhältniss mit sauerstoff brennen. aber irgendwie bekam sie das nicht hin. und weil ein andrer lehrer (der kaffeesüchtige) gerade frei hatte wollte er es mal versuchen. beugt sich über das gefäß nimmt ein streicholz und zündet. dabei gibt es eine stichflamme und er vesengt sich die augenbrauen.
FK
11.07.2001, 20:38
Diesmal eine Katastrophe ohne Feuer.....
Ich hatte mal eine geniale Idee (natürlich nicht die Einzige....)
Ich musste damals öfter Lanosterin zu acetylieren (mit Acetanhydrid erhitzen..).
Der resultierende Brei aus Acetanhydrid, Essigsäure und Lanosterinacetat musste dann auf Eis gegossen werden, abgesaugt, getrocknet und aus Ethylacetat umkristallisiert werden.
Also, dachte ich mir, könnte man das nicht rationalisieren?
Ich hatte dann die Idee, die rohe Acetyliermischung mit Methanol zu versetzen. Der Acetanhydrid sollte so zu Methylacetat abreagieren, und aus der Ester-Essigsäuremischung wollte ich das Acetat dann "in situ" umkristallisieren; dann nur noch über KOH trocknen, fertig.
Gedacht, getan, Methanol hinein...... die Pampe spritzte bis an die Decke des Abzugs......
Alle verließen das Labor; nur ich kehrte mit Gasmaske angetan zurück und machte sauber...
Da fällt mir noch ne Geschichte ein, Thema etwa: wenn eine Firma ein Fass THF spendet, könnte da was dran faul sein?
Schreibe ich erstmal zusammen.....
Bis dann,
Franz
minutemen
12.07.2001, 02:18
Originalnachricht erstellt von FK
wenn eine Firma ein Fass THF spendet
war es nicht stabilisiert, stand unter luft & licht seit 10 jahren herum und hat bereits einen bodensatz kristalliner peroxide?
zarathustra
12.07.2001, 12:40
Folgende wahre Begebenheit habe ich (leider bzw. zum Glück) nicht miterlebt, sondern wurde von einem Prof. erzählt:
In eine 2,5 l - Vorratsflasche mit einem Lösemittel, die Ether enthalten sollte, wird zum Trocknen die entsprechende Menge Natriumdraht gepresst. Plötzlich tritt starke Gasentwicklung auf, man zweifelt, ob wirklich das gewünschte Lösemittel in der Flasche ist und nicht etwa Chloroform. Man evakuiert die gesamte Uni, Feuerwehr rückt an und lässt mit einem ferngesteuerten Roboter die Flasche aus dem Laborfenster (3. Etage) fallen, und...
... nichts passiert
(war wohl doch kein Chloroform):D
kleinerChemiker
12.07.2001, 17:13
Bei uns im Labor musste mal ein Schüler gebrauchten EtOH aufarbeiten, zu diesem Zwecke musst er ihn zuerst mit Natriumcarbonat neutralisieren und anschließend filtriren! Zum Neutralisieren nahm er ein 2l-Becherglas, gab den EtOH rein sowie Natriumcarbonat und stellte das ganze auf den Magnetrührer!
Während das ganze vor sich hinrührte, machte er daweil ne Rauchpause!
Blöderweise hatte er den Magnetrührer etwas zu stark aufgedreht, sodass das Magnetstäbchen nicht nur am Boden seine Runden drehte, sondern ab und zu auch mal im Becherglas hin und her hüpfte und dabei auf die Glaswände schlug!
Nach edlichen solchen Vorgängen hörte man plötzlich nichts mehr anschlagen, obwohls grad so schön in Fahrt war! Sehr merkwürdig! Jeder von uns schaute gleich rüber und was sahen unsere Augen da! Das Magnetstäbchen hat ein Loch in das Becherglasgeschlagen und ist da drinnen stecken geblieben! Der EtOH floss aus dem Becherglas heraus und verteilte sich auf dem ganzen ARbeitstisch! Leider war keine Brennerflamme in der Nähe! :D
Naja, wir schauten halt, dass es nicht mehr ausrinnt, die schweinerei am Labortisch durfte dann er beseitigen, als er von seiner Rauchpause zurückwar plus ne gratis Standpauke von unserer OC-Professorin!! :)
FK
12.07.2001, 17:39
Hi!
Wie schon angedroht:
Eine großzügige Spende...
Wir erhielten einmal von einem Industrieunternehmen ein ganzes Fass THF geschenkt. Schöne Sache, wir arbeiteten öft mit dem Zeug.....
Ich holte mir also einen Liter und begann mit der üblichen Aufarbeitung: ca. 50 g KOH hinzu, auf den Magnetrührer. Sinn des Ganzen: Trocknung und Entfernung von Peroxiden.
Es dauerte nicht lange, und ich sah vom KOH Blasen aufsteigen. Nanu? Ich fasste den Kolben an: heiß! Abzugsscheibe runter, und schon flog der Kram an die Decke....
Ich habe mir das "THF" nachher mal angeschaut: es enthielt ca. 25% einer öligen, schwer flüchtigen Substanz, die mit einem Tröpfchen Schwefelsäure heftig polymerisierte.
Was lernen wir daraus fürs Leben? Statt teuer zu entsorgen, besser verschenken.....
Danke auch....
Gruß,
Franz
DirtyHarry
12.07.2001, 21:53
Bei so vielen schönen Stories zum Thema Laborkatastrophen möchte ich natürlich auch nicht abseits stehen....;)
Ne Kommilitonin von mir hatte nach der Aufarbeitung ihres Grignards eine Riesenmenge wässrigen Ethers übrig! Nun wohin mit dem Zeug? Gabs da nicht unter dem Abzug so ne praktische grosse Sammelflasche? Hmm, von der Sammelflasche ist nichts zu sehen, aber dafür steht ne ähnlich grosse Flasche mit der Aufschrift "Absolutierter Ether" und nem Haufen grauem, widerlich aussehenden Zeugs in Drahtform auf dem Flaschenboden so verführerisch in der Ecke! Aha, das wirds wohl sein, verdreckter Ether, dem vom Laborpersonal anschliessend die Absolution erteilt wird! Also hinein mit dem wasserhaltigen Zeug und den Deckel wieder schön dicht draufgeschraubt!
Zuerst ist nix passiert, bis ein Kommilitone für seinen Grignard absoluten Ether brauchte und sich die Flasche griff. Als er anschliessend einen Strom von Gasbläschen in der Flasche aufsteigen sah, schaffte er es grade noch die Flasche zurückzustellen und den Abzugsschieber halb runterzuziehen. Dann gabs nen Knall als die Flasche zersprang und gleich darauf ein lautes "Whoooosh" als sich der Ether entzündete - Musterbeispiel einer gelungenen Treibstoff-Luft-Explosion, bei der im hinteren Teil des Labors noch ne Luftdruckpressung spürbar war und die Fensterscheiben knackten!
Ende vom Lied:
Kommilitone mit geplatztem Trommelfell und mittleren Verbrennungen, gottseidank keine Splitterverletzungen da Abzug nur halb geschlossen.
Kommilitonin (die bestgehasste von allen) hat sich anschliessend einen neuen Wirkungskreis gesucht....:jump_biggrin:
FK
12.07.2001, 22:03
Sagt das Sprichwort nicht: dämlich währt am Längsten?
oder so....
Übrigens: wie transportiert man einen 2l-Dreihalskolben mit aufgesetztem Rückflusskühler durchs Labor? Klar, man hält ihn am Kühler fest - der Kolben wurde nicht etwa durch eine Klammer, sondern nur durch seinen Selbsterhaltungstrieb am Kühler gehalten.... (der schon mehrfach erwähnte Kommilitone K.)..
Gruß,
Franz
Otti
12.07.2001, 22:14
:) ...oh man...manche leute sind wirklich selten dämlich!
ich finde nur, dass das ne ziemliche schweinerei, wenn unbetroffene dabei gefährdet werden. daher finde ich es umso lustiger, (meine schadenfreude und mein zynismus brechen bald wieder aus) wenn die leute dann den schaden selber aus ihrer eigenen blödheit ziehn. (zB. das beispiel auf seite 1 mit dem verschliessen von apperaturen, damit sich der druck so schön aufbauen kann)....sowas wurd uns gleich am anfang in der 7.klasse gesagt, sowas MUSS man wissen, und wenn mans nicht weiss (zum beispiel, weil man im unterricht gepennt hat), ist man selber schuld!
MfG Otti
Muli
12.07.2001, 22:34
Moinsen...
Jaja, die Mitarbeiter / Mistudenten. Wir haben in unserem Semester auch so nen spezialisten. In der AC war es ja immer wieder schön, wenn man Stoffe mit H2O2 löste und dann die Lösung kochte (H2S Trennungsgang...) und dann nicht drauf achtete. Aber das war ja noch relativ harmlos.
In der OC war der Gute mann viel lustiger. Bei der e -Caprolactamherstellung sollte man zwischendurch mal im Eisbad arbeiten. Da das aber wohl zu langweilig zu sein schien, ließ eben besagter Kollege das Eisbad weg. Die Suppe fing an zu brodeln, er: "Sach mal, ist das normal?", dann schloss er den abzug und... BUMM. Eben gleicher Mensch nam ein paar Wochen vorher (fast unverbrauchtes) Phosphorpentoxid (war wohl etwas mehr...) aus dem Exikator. Fragte: Kann ich das wegkippen? und Bevor irgend jemand realisiert hat, was passiert war: Schüsel unter den Wasserhahn und drauf. Der hat sich ganz schön erschrocken, wie warm das doch geworden ist...
Nun ja, genug getratscht. Mit gruß und Kuss Sebastian;)
nobody
13.07.2001, 16:38
Moin,
hier noch ein Beispiel, dass auch in der ach so harmlosen Mittelstufe, der unterricht manchmal recht spannend ist :D
Versuch: Auffangen des Wasserstoffs aus der reaktion von Na mit Wasser.
Die Refrendarin, der in der vorherigen std schon ein versuch in die luft gegangen war, schien mit dem versuchsablauf nicht recht zufrieden zu sein, da nur in geringem maße wasserstoff aufgefangen werden konnte. Die klasse, schon fast schadenfroh, forderte sie durch lautes rufen von "MEHR" dazu auf, mehr natrium hinzuzugeben, was sie auch kurzerhand tat. Naja, nach ein paar sekunden klebte die ganze sache dann an der decke :rolleyes: und der vordere teil des raumes war übersät mit glassplittern.
Was lernen wir daraus? Refrendare machen immer noch den anschaulichsten unterricht von allen :cool:
wolferl
13.07.2001, 22:08
Ein Freund von mir musst mal die Iodzahl von Fett machen, und dazu braucht man ja bekanntlich Brom. naja auf jeden Fall hat er Brom in die Messpipette gefüllt und ist damit vom abzug zur Waage und wieder zurück spaziert. Naja aufjeden Fall haben wir jetzt eine schöne gelbe tropfspur von Brom in unsere Labor, aber eigentlich hätte der boden eh länst einmal erneuert werden müssen. Unser Lehrer hat sich dabei aber königlich amüsiert(obwohl mit brom nicht zu spaßen ist)
gruß
wolferl
ruebemr
14.07.2001, 22:49
Na ja, mehr oder weniger spaßig war auch jene Episode,
die sich während meiner Ausbildung bei einem großen, deutschen
Chemiekonzern zugetrug...
Es stand die Nitrierung von Acetanilid auf dem Programm und meine Kollegin und ich wollten (auf Anregung seitens unseres Ausbilders)
den Einfluß der Dosiergeschwindigkeit der konz. Salpetersäure auf
mögliche Mehrfachsubstitutionen untersuchen...
Also flugs 8 Apparaturen aufgebaut und die Dosiergeschwindigkeit von 5 min (mit EtOH/Trockeneiskühlung) bis 4h variiert.
Nun hatten wir in dem ganzen Trubel nicht ganz genau nachgedacht
und für die Schmierung der Rührführungen wie üblich GLYCERIN (und
nicht wie angebracht gewesen wäre, Siliconöl...) verwendet, welches dann auch tropfenweise sich dem Kolbeninhalt hinzugesellte. Dann tauchte unser Ausbilder auf, meinte alles sähe ja sehr schön aus und welches Schmiermittel wir denn genommen hätten... Die Reaktion auf meine Antwort war erst ein ungläubiger, dann ein entsetzter Blick,
gefolgt von einem Hechtsprung in Richtung der Abzugsscheibe....
Was dann folgte, war eine schweißgebadete Salpetrigesäureesterhydrolyse bei -78°C...
Muli
15.07.2001, 09:40
Mahlzeit...
Diesmal ist´s zwar nicht soooo schlimm, aber doch dusselig. Vorausgeschickt sei, dass diese Geschichte mir ein Doktorand aus der AC erzählte, ich also nicht persönlich dabei war.
Es handelt sich (mal wieder) um den allseits beliebten H2 S Trennungsgang. Hier hatte sich jemand in der Masch´schen Probe versucht. Dieser jemand gab seine Substanz rein, Kupfervitriol dazu, Zinn und H2 SO4 und zündete das Gas an der Spitze, der auf das Reagenzglas gesteckten Pipette an. Wie es auch anders sein sollte, machte es BUMM und die Pipette startete gen Himmel. Das ist ja noch nicht so schlimm. Kann ja jedem passieren. Der gute Mann hat das Ganze aber 9 mal wiederholt, und immer ist ihm das Zeug um die Ohren geflogen (die ersten Male hatte er den Abzug auch nicht runter, was natürlich schonmal nen Rieserüffel vom Assi gab).
Zum Schluss stellte sich dann heraus, dass er die Probe nicht mit der Arsen-, sondern mit der Kupfergruppe gemacht hatte, in der zudem noch einige Oxide waren.... Naja, welch ein Wundr, dass er keinen Silberspiegel bekam, der Depp....
Jaja... und die Moral von der Geschichte: Beschriften der gefäße könnte sich unter Umständen wohl lohnen.
Gruß und Kuss Sebastian:p
nobody
20.07.2001, 13:36
Es ist nicht lang her da köchelte in meinem Labor mal so ein komischer
Mitstudent. Alle Dinge die er anfasste verwandelten sich in Chaos oder Glasbruch.
Aufjedenfall gibt es ja im Trennungsgang den Cadmium Nachweis neben Kupfer, bei dem man das Kupfer vorher (wenn anwesend) mit KCN maskiert. Mein lieblingskommiliton nahm also seine Probe die NICHT blau war und meinte halt das Kupfer mit KCN maskieren zu müssen.
Soweit so gut. Er nahm Also sein 250 ml Becherglas mit seiner Probe
(natürlich halb voll) und haut da nen guten Spatel KCN rein.
Er war so schlau und hat vorher den PH Wert überprüft. Als er dann mit einem Glasstab umgerührt hat war er jedoch überhaupt nicht schlau.
Er stocherte nämlich so drin rum, daß der Boden des Becherglases sprang und sich der Inhalt im Abzug verteilte. Eigentlich ja noch keine Tragödie, wenn es da nicht noch einen zweiten Genius gegeben hätte, der vorher ein kleines Becherglas mit HNO3 umgestoßen hat, dessen Fütze er noch nicht bereinigt hat. Jedenfalls war der Abzug sauer. Glücklicherweise haben alle Beteiligten den Unfall überlebt und der Assistent durfte den Abzug neutralisieren.
smile
20.07.2001, 14:56
In meiner Ausbildung ist mir(uns) auch mal was schönes passiert. Es war im 1. Lehrjahr, wir hatten alle noch keine Ahnung. Unser, ohnehin idiotischer, Ausbilder war im Urlaub. Die Vertretung hat uns allein im Labor gelassen.
Dort stand u.a. eine 5 L conc. Salzsäureflasche herum. Irgendjemand kam dran, die Flasche viel herunter und die ganze Suppe schwamm auf dem Boden.
Wir in Panik zum Sicherheitsbeauftragten unserer Abteilung. Als wir ihm das Problem geschildert haben, riet er uns die Säure mit AMMONIAK zu neutralisieren, da Natronlauge zu gefährlich wäre.
Dies haben wir auch nichtsahnend getan.Ich muss sagen, die Dämpfe stecken mir heute noch in der Nase.
Auch ganz nett, auch am Anfang der Lehre:
Wir arbeiteten am Labortisch und unser Ausbilder schleichte immer um uns herum. Nun ja, er meinte sich anscheinend genau hinter mich stellen zu müssen, was ich aber nicht bemerkte. Neben mir lies ein Kollege etwas fallen, ich erschrak und wuchtete meinen Ellenbogen vor Schreck nach hinten. Derselbe traf dann wohl meinen Ausbilder genau an die richtige Stelle. Man sah ihn nur durchs Labor hüpfen. Schöne Grüsse von dieser Stelle.
nobody
20.07.2001, 15:20
Da fällt mir noch eine Geschichte über zwei Lacklaborantinen ein die in unserer Firma ein Praktikum machten:
Und zwar weiß jeder wie schwer manchmal exikatoren zu öffnen sind. Dennoch hatten wir drei Exemplare, die schon mindestens 10 Jahre alt waren und noch nie ist einer kaputt gegangen. Doch dann kamen die Praktikantinnen. Die eine drückte mit aller Kraft gegen den Deckel des einen Exikators weil er sich so schlecht öffnete. Doch plötzlich machte es einen ruck und sie schlug mit dem Deckel gegen den zweiten Exikator der gegenüber stand. Dieser wie auch der Deckel waren natürlich zerstört. Die andere Praktikantin lief genau in diesem Moment mit dem dritten Exikator zur Waage. Sie erschreckte sich so über den Knall, daß sie den Exikator fallen ließ und dieser natürlich auch hinüber war. Dann hatten wir natürlich keinen Exikator mehr.
nobody
21.07.2001, 10:41
da war dann noch...
der verkaterte Student, der aus Ethanol umkristallisieren wollte. Zu Anfang klappte es ja noch recht gut, bis zu dem Zeitpunkt, als er noch etwas Ethanol zugeben wollte. Dummerweise tat er das mit der 2,5 L Flasche wo mehr herausschoss als erwartet. Die Stichflamme ging bis an die Labordecke. Die Haare und Augenbraugen sind aber wieder nachgewachsen.
Gruss
primus
nobody
21.07.2001, 13:01
Mir ist das dümmste passiert, was einem nur passieren kann! Aber ich fang mal an:
Als Geräte hatte ich vorliegen: Glasrohr, 2 Erlenmeyerkolben, 2 Stopfen und ein Stativ!
Also:
Ich hatte vor etwas Wasserstoff in meinem Kellerlabor herzustellen! Mir war vorher aber leider das Zinkpulver ausgegeangen, so dass ich keine Möglichkeit hatte, den Wasserstoff mit Salzsäure herzustellen. Also hatte ich mir gedacht, mache ich's mit Wasser und Na! Das war ein Fehler. Beim ersten kleinen Stück Na ging es gut! Beim zweiten auch. Ich hatte aber in dem Moment nicht daran gedacht, dass sich das Na entzünden würde je mehr das Wasser zur Natronlauge reagierte! Also, brachte ich ein weiteres Stück Na in die bereits entstandene Natronlauge! Na ja, was soll ich da noch groß erzählen, das Na entzündete sich, die Flamme schoss durch das Glasrohr und dasGlasrohr und der gesamte Kolben flog in die Luft! Zum Glück gingen die Scherben alle an mir vorbei! Aber der Knall war trotzdem laut genug, um mir das Hören für die nächsten zwei Stunden schwer zu machen!
Dumm gelaufen!:silly:
nobody
22.07.2001, 01:58
Ich habe nur zwei persönliche Kataströphchen erlebt.Zum Ersten sollte ich mal 'ne Geruchprobe von Ammoniak vornehmen und habe dabei 'ne ganze Nase voll von dem Zeug inhaliert, das hat bis unter die Schädeldecke durchgehauen:eek:
.Zum Zweiten bin ich mal mit einem meiner Schuhe durch irgendeine Pfütze im Chemieraum gelaufen und seitdem ist die Sohle des betroffenen Schuhs sehr viel heller als die andere, mir bricht das Herz :D .
mp67
23.07.2001, 05:49
Es muss wohl so 1997 oder '98 gewesen sein. t-BuLi war nicht im Handel erhaeltlich und dank der Firma Chemetall hatten wir noch Berge von Li da. t-BuCl hatten wir auch noch da und eine Art Vorschrift gabs auch. Diese empfahl den Einsatz einer Legierung 2 Gew.%Na in Li in mikronisierter Form. Das wiederum wollten wir mittels durch Dispergieren von Li/Na in Decalin herstellen, irgendwer brachte auch noch den Tip ein, etwas Alkalistearat zur Stabilisierung der Suspension zuzufuegen. Also, Heiznest an, absolutiertes Decalin in einen 2l-Kolben gefuellt, unter Argon abgewogenes und zerkleinertes Li und Na dazu, den Rueherer auf volle Touren an, und warten. Irgendwann schmolz dann auch das Lithium und nur wenige Augenblicke spaeter fing das Heiznest zu stinken und zu qualmen an, um noch ein wenig spaeter mit einem kleinen Knall ausgelaufenes Decalin lustig zu entzuenden. Ein kleiner GAU also. Was war passiert? Fluessiges Lithium gehoert zu den wenigen Dingen, die Glas(=Kolbenwand und Glaswolleisolation des Heiznests) in Windeseile matt setzen, auch Friadur(?) Keramikplatten geben schnell klein bei und sind nach dem Zwischenfall mit mehrere Millimeter tiefen 'Brandloechern' verziert*. Gut, dass ein geistesgegenwaertiger Kollege (danke, M.G. :) ) flott mit dem Sandeimer kam und aergeres verhueten half. Tja, war jedenfalls ein unausloeschlicher Eindruck :D Ein pyrotechnisches Nachspiel hatte das Ganze: der Lithium-, Sand-, decalinmix musste ja entsorgt werden. Gab in nettes Feuerwerk in einem regenwassergefuellten Blecheimer...
Micha.
*Spaeter fand sich eine Vorschrift, die begann so: In einen 2l-Dreihalskolben aus Edelstahl werden ....-wer hat sowas schon im Schrank...
stefanl
27.07.2001, 09:46
Während des AC-Praktikums musste ein Kommilitone Arsen(III)chlorid herstellen. Die Synthese stellte kein Problem dar. Nur sollte das Präparat über Nacht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Also den Rundkolben auf einen Korkring und in den Kühlschrank damit. Der Kühlschrank war (über)voll, aber mit viel Geschick wurde noch ein kippeliges Plätzchen gefunden. Der nächste Student öffnete kurz darauf den Kühlschrank und es kam, wie es kommen musste: ca. 30 mL Arsen(III)chlorid verteilten sich im Labor und zwangen uns alle -mit tränenden Augen und lauthals fluchend- zur Flucht.
Der genannte Kommilitone musste das Präparat nachkochen.....
diesmal hatte der nachfolgende Kollege bessere Reflexe ;-)
Da fällt mir noch was ein: besagter Kommilitone hatte auf einem Löffelspatel Schwefel zum Brennen gebracht und wollte danach den Spatel reinigen. In der irrigen Annahme, der Schwefel würde nicht mehr brennen, wollte er den Spatel (keine Ahnung warum) mit Aceton abspülen. Also auf zum Kanister mit dem Abfall-Lösemittel und mit der Aceton-Spritzflasche draufgehalten........
Dubberke
27.07.2001, 12:25
ein paar Anekdoten kann ich auch noch hinzufügen:
1. Da war der Mitazubi, der der Meinung war man sollte mit der 2,5 L Flasch rauchende Salzsäure durch Labortigern um seine Arbeitsflasche aufzufüllen. Leider kam ihn die Labortischecke in den Weg. Folge: endlich durfte er auch mal unter die Notdusche.
2. Auch eine Bromflasche auf den Boden zu zerdeppern kann den Arbeitstag verzögern. Alle raus aus dem Labor und später ein paar weibliche Wesen zum aufräumen reinschicken. Die Herren der Schöpfung hatten alle Angst um die Funktionstüchtigkeit eines gewissen Körperteiles.:D
:confused:
3. Unser genialer Ausbilder haten mal einen Preßluftbrenner gekauft um eine Phosphorsalzperle herzustellen (hat mit anderen Brenner nicht funktioniert da er leider das falsche Phosphorsalz verwendet hat).
Da dieser tolle Turbobrenner nun mal da war muß man ihn ja auch einsetzen: Also hieß das Thema Reduktion von Kupferoxid mit nassierenden Wasserstoff. Dafür Kippschenapparat aufgebaut (auf einen wackligen Stuhl, da sein Glasrohrkonstruktion sonst nicht gepasst hätte) und los geht. Beim Ende des Versuches mal besagtrer Ausbilder den Kippschen in der falschen Reihenfolge zu, worauf der nicht gesicherte Schliffhahn sich mit viel Schwung auf eine Reise begab und der Wasserstoff sich schön verteilen konnte. Und ich stehe mit den lauten Brenner daneben und kriege nichts mit, denn der Kippsche befand sich aufgrund des Aufbaues ausserhalb des Sichtfeldes. Hab aber noch alles ausbekommen bevor mehr passieren konnte.
Dubberke
27.07.2001, 12:38
ja und da war dann noch die Geschicht mit den Brenner, den man woanders brauchte. Also flugs vom Schlöauch im Abzug abgezogen und ab in den nächsten Raum. Meine Kollegin brauchte dann auch an einen Brenner, drehte das Gas auf und versuchte den zweiten brenner anzumachen ohne zu merken, daß sie das Gas vom anderen (offener Gasschlauch) aufgemacht hatte. Sie war irgendwie nicht meiner Meinung das ihr die neue Haar-, Augenbrauen- und Wimmpernmode stehen würde. Wir konnten uns nie darüber einigen wer eigentlich Schuld war. Ich weil ich mir den Brenner ohne Schlauch geholt habe (Sie hätte ja immer noch den falschen Gashahn aufgemacht). Oder sie weil sie nicht nachgeschaut hat.
Und da gab es noch den Kanidaten bei der Vorbereitung zur Technikerprüfung, der beim Präperat seine Apperatur nicht genügent gefettet haate. Sie lief also fest, wir konnten gerade noch den Rührer abstellen bevor was passiert. Holen den Mitkanditen her, er rüttelt ein wenig an der Apperatur gibt ein Tropfen Silikonöl hinzu. Macht den Spaß an und der geht gleich wieder fest. Doch statt den Rührer abzustellen muß man ja so ein wenig daran rumrüttel.
Resultat: viel viel viel Glas und Schweinereinen im Abzug.
nobody
27.07.2001, 22:16
Da fällt mir doch auch noch einer ein:
Einer meiner lieben Mitstudenten hatte zum Reinigen seines Mehrstufenpräparates lediglich eine Destillation nach Liebig durchzuführen. Dummerweise benutzte er einen geschlossenen Volumenvorstoss. Die Folge davon war, dass der Druck, der sich aufbaute, dass Thermometer an der Decke zerschellen liess. Das Präparat folgte dem Weg des Thermometers und sorgte für einen ansehnlichen Fleck, der so weit ich weiss, immer noch zu bewundern ist.
Für die Synthese bedeutete das, noch einmal bitte.
Gruss
primus
Langfingerli
02.04.2002, 12:47
Unser Chemielehrer hat vor ein paar Jahren(nicht in unserer Klasse) aus Calciumcarbid Ethen in einer Blechdose hergestellt. Dazu hat er noch Sauerstoff gegeben und dies gezündet. Die Dose hat die Scheibe des Klassenzimmers durchschlagen und er konnte 2 Tage fast nichts mehr hören, außer einem hohen, dauerhaften Ton. :D
FK
01.01.2003, 17:49
Noch einen aus meiner Frühzeit:
Ich war auf die Idee gekommen, einen Luftballon mit Wasserstoff zu füllen...
Folgender Plan: in stabile Glasflasche verdünnte Schwefelsäure füllen, Zinkgranalien dazu, Ballon über die Flasche stülpen und aufpusten lassen.
Gedacht, getan....doch der Ballon war etwas zickig, wollte nicht so recht über den Flaschenhals....
Muß doch gehen...noch ein bisschen hier drücken....und...
dann fiel die Flasche um (drei Hände hätte man eben haben müssen..).
Da der Ballon immer noch nicht drauf war. ergoss sich der Inhalt über meine Oberschenkel (einen Kittel hatte ich damals noch nicht).
:eek:
Schnell zur Flasche mit Soda gegriffen, drübergestreut, Jeans ausgezogen und die angesäuerte Haut neutralisiert.
Jeans getrocknet & ab in die Wäsche.
Nochmal gut gegangen?
Nicht ganz, denn...
als ich die Hose ein paar Tage später wieder anhatte und in die Knie ging, machte es "ratsch" und der Stoff zerfiel zu Bröseln....
Gruß,
Franz
nobody
01.01.2003, 19:30
Das war wohl Gott sei Dank keine 96%ige Schwefelsäure.
FK
01.01.2003, 19:57
Originalnachricht erstellt von Monte_Casino
Das war wohl Gott sei Dank keine 96%ige Schwefelsäure.
Nee, natürlich nicht (siehe oben). Der Haut hat sie überhaupt nicht geschadet...
Gruß,
Franz
Paladin
02.01.2003, 14:23
Da der Thread ja wieder "aktiviert" wurde, kann ich auch noch ne KLeinigkeit beitragen:
In unserer Ausbildung mußten wir diverse Präparate kochen. Eins davon hatte irgendetwas mit Kaliumcyanat zu tun. Ich muß noch dazu sagen, daß wir Lehrlinge dann üblicherweise alleine (wir waren nur 2 - 3 pro Lehrjahr) im Technikum (Nebenraum vom Hauptlabor) gearbeitet haben.
Meine Kollegin, die sich gerade an besagtem Präp versucht hat, wunderte sich irgendwie, daß sie liebe Mühe hatte, die erforderliche Menge (ich glaub, daß waren sowas um die 10 - 15 g) Kaliumcyanat zusammenzusuchen. Naja, nachdem sie auch die letzten Winkel im Labor (inkl. Giftschrank! -> spätestens da hätt irgendjemand stutzig werde müssen, da nur der Laborleiter einen Schlüssel dafür hatte) durchforstet hatte, war es ihr gelungen, die erforderliche Menge aufzutreiben.
Sie fängt also an zu kochen, aber irgendwie will die Pampe nicht so, wie in der Vorschrift beschrieben. Also fragt sie unsere Ausbilderin, was sie vielleicht falsch gemacht hat. Nachdem die sich alles hat zeigen lassen, hat sie erstmal alles aus gemacht und die Soße in eine 2,5 l Flasche umgefüllt und in den Abzug geparkt.
Was war passiert?
Meine wehrte Kollegin hatte statt Kaliumcyanat, Kaliumcynid eingesetzt! Zum Glück hat sie nachgefragt, bevor sie die 20 ml konz. HCl zugegeben hat, wie's als nächstes in der Vorschrift gestanden hat!
Das Ende vom Lied war, daß endlich mal sämtlichen alten Cyankalibestände weg waren und kurz darauf eine volle 2,5 l Flasche mit komisch blauem Niederschlag im Abzug stand.
So long
Paladin
FK
02.01.2003, 18:20
@Paladin
Legastheniker sollten aus Labors verbannt werden.... ;)
Der von mir schon mehrfach erwähnte Kommilitone "Katastrophulus" hatte mal eine komplette Destillationsanlage unter Verwendung nur einer Klammer (und noch nicht mal zugedreht...) aufgebaut.
Aks er zuletzt an die Spinne einen Kolben hängte, kam das System aus dem Gleichgewicht...
Erst kippte die Brücke incl. Claisen-Aufsatz runter und hob sich aus dem
Destillationskolben.
Durch die Erschütterung fiel die Spinne incl. Vorlage herunter und zerschellte auf dem Boden des Abzugs.
Auf der anderen Seite fiel der Claisen-Aufsatz herunter und ging auch in die Brüche.
Derweil kippte die Brücke wieder nach links, fiel erst aus der Klammer und dann auf die Kacheln.
Der Destillationskolben hat als einziges Glasgerät überlebt...
War aber lustig anzusehen, wie nacheinander die Bestandteile der Destille runter plumpsten....
Gruß,
Franz
Adam
02.01.2003, 20:32
@Fk
Jetzt sag bloss noch er wollte eine Vakuumdestillation durchführen :D
Glasgeräte sind ja nicht billig...aber Scherben bringen Glück :D ;)
Gruß
Adam
FK
02.01.2003, 21:00
Originalnachricht erstellt von Adam
Jetzt sag bloss noch er wollte eine Vakuumdestillation durchführen :D
Glasgeräte sind ja nicht billig...aber Scherben bringen Glück :D ;)
Keine Ahnung, ob er da noch Vakuun anlegen wollte. War auch so spannend genug, weil alles schön nacheinander runterfiel....ne richtige Performance...
Falls die Scherben, die er in seiner Laufbahn produziert hat, ihm Glück gebracht haben, muss er einer der glücklichsten Menschen auf diesem Planeten sein.... :D
Gruß,
Franz
JJFox
03.01.2003, 11:20
Ein Kommilitone von mir wollte bei einer Destillation das Thermometer über den Kolben montieren, dabei ist jenes in den Kolben gefallen hat diesen durchstoßen und Probe, Quecksilber und Glassplitter haben sich im Ölbad verteilt :D
FK
03.01.2003, 12:27
Damals, im Anorganik-Fortgeschrittenen-Praktikum...
FK und ein Kollege standen in einer Ecke des Labors und waren dabei, Arsine zu kochen. In der gegenüberliegenden standen noch zwei, die Phosphinderivate herstellen mussten. Als Ausgangsstoff sollte Dimethylphosphin dienen, von dem eine Ampulle voll (ein paar Dutzend Gramm) im Abzug lag.
Irgendwann klirrte es in besagter Ecke. Wir dachten uns noch nichts dabei; kommt ja schon mal vor...
Aber wo waren unsere Kommilitonen? Spurlos verschwunden, na sowas...
Einige Sekunden später wussten wir den Grund, als die Dimethylphosphinwolke bei uns ankam und wir beide wie die geölten Blitze durch die nächste Tür rasten und das Weite suchten..
Das Zeug riecht sowas von furchtbar... :eek: :kotz:
Ob es so gefährlich ist, wie es riecht, konnte ich bislang nicht rauskriegen..
Gruß,
Franz
Adam
03.01.2003, 13:32
Aber wo waren unsere Kommilitonen? Spurlos verschwunden, na sowas...
Einige Sekunden später wussten wir den Grund, als die Dimethylphosphinwolke bei uns ankam und wir beide wie die geölten Blitze durch die nächste Tür rasten und das Weite suchten..
:D
Ähnliches erlebte ich auch:
Ein Kommilitone füllte in seinem Kolben mit Edukt Phosphoroxychlorid ein (wohlbemerkt nicht unter dem Abzug). Tja, das Edukt war wohl so nass, dass das Zeug anfieng fast zu kochen.
Die wohl entstandene Phoshorsäure veranlasste alle Studenten das Labor sehr schnell zu verlassen.
Den Geruch werde ich nie vergessen...reizt richtig die Schleimhäute...
FK
03.01.2003, 14:16
Originalnachricht erstellt von Adam
:D
Ähnliches erlebte ich auch:
Ein Kommilitone füllte in seinem Kolben mit Edukt Phosphoroxychlorid ein (wohlbemerkt nicht unter dem Abzug). Tja, das Edukt war wohl so nass, dass das Zeug anfieng fast zu kochen.
Die wohl entstandene Phoshorsäure veranlasste alle Studenten das Labor sehr schnell zu verlassen.
Den Geruch werde ich nie vergessen...reizt richtig die Schleimhäute...
Es wird bei der Reaktion natürlich einiges an HCl freigesetzt, und das Phosphoroxychlorid ist selbst schon ätzend und außerdem giftig beim Einatmen.
Gruß,
Franz
nobody
03.01.2003, 18:49
Hi!!
Ich habe mal von einer Kollegin gehört, das Sie jemanden gebeten eine 10 %ige Lösung anzusetzen. Welche Lösung kann ich Euch nicht mehr sagen, auf jeden Fall fragte diese Person die die 10 % ige Lösung ansetzen wollte erst einmal nach dem Küster Thiel. ;)
MfG Zeus
FK
03.01.2003, 18:54
Originalnachricht erstellt von hajo pie
Hi!!
Ich habe mal von einer Kollegin gehört, das Sie jemanden gebeten eine 10 %ige Lösung anzusetzen. Welche Lösung kann ich Euch nicht mehr sagen, auf jeden Fall fragte diese Person die die 10 % ige Lösung ansetzen wollte erst einmal nach dem Küster Thiel. ;)
MfG Zeus
Das ist dann eine bildungsmäßige Katastrophe... :D
Gruß,
Franz
nobody
03.01.2003, 18:56
@ FK
Dazu muss ich sagen die Person war zu dem Zeitpunkt im 3. Ausbildungsjahr.
MfG Zeus
lena
03.01.2003, 21:09
was hab ich schon angestellt
auf der uni noch gar nix, außer dass ich aus einem labor hinausgflogen bin :D
(halb so wild, hab einem erstsemestrigen bei seiner laborübung geholfen, mehr oder weniger hab ich halt dort gewerkelt und der assistent ist gekommen und hat dann gemeint 'Sie haben da nichts zu suchen, verlassen Sie bitte das Labor')
und in der schule:
1. die gute lena will einen zuckernachweis mit dem fehling machen, und kocht die lösung lustig in einer eprovette und passt nicht auf, weil sie quatschen muss. naja und aufeinmal ist dann der ganze fehling auf der wand über der tür gepickt :rolleyes:
2. war in der 7. klasse gymnasium beim landesbewerb der chemieolympiade:
die liebe lena weiß genau dass sie nicht titrieren kann, zum bewerb kommt eine komplexometrische titration, naja und dann wird der 250 mL Kolben ein gutes Stück überfüllt und so wie immer titriert (also übertitriert) - und siehe da: es kommt genau der richtige wert heraus - mein chemielehrer hat sich gfreut dass ich endlich titrieren kann - und dann hab ichs ihm gsagt und er hat gemeint auf solche ideen komm auch nur ich :D
Matzi
03.01.2003, 23:25
Originalnachricht erstellt von lena
[...]1. die gute lena will einen zuckernachweis mit dem fehling machen, und kocht die lösung lustig in einer eprovette und passt nicht auf, weil sie quatschen muss. naja und aufeinmal ist dann der ganze fehling auf der wand über der tür gepickt :rolleyes: [...]
Da kann ich ein Lied von singen. Wir haben auch noch einige Reste am Fenster und auf dem Boden bei uns in der Chemie kleben. (Ich war allerdings nicht der Übeltäter...)
lena
07.01.2003, 00:25
noch eine geschichte von einem ehemaligen schulkollegen
so solls nciht sein:
der gute igor meldet sich mitten im semester vom wahlpflichtfach zeichnen auf wahlpflichtfach chemie um.
er ist, was praktisches arbeiten betrifft, völlig unbegabt, sucht im 5. schuljahr noch den turnsaal, schafft es aber, einen virus zu programmieren und sämtliche pcs der schule lahm zu legen.
eben dieser schüler kommt mit einer viertelstündigen verspätung in die wahlpflichtfachstunde und soll eine tritration machen:
beim aufbau der bürette wird diese nicht fest genug in die klemme eingeklemmt und rutscht herunter, sodass der bürettenhahn zerbricht.
dann wird die probelösung in den peleusball gesaugt, beim titrieren der anfangspunkt abzulesen vergessen.
zwischendurch wurde noch eine pipette zerbrochen.
endlich geht die titration gut, es wird weggeräumt, die pipette gewaschen, wobei die decke des chemiesaals samt lampe und der computer gewaschen werden.
naja und als die bürette gereinigt wird, zerbricht die auch noch.
seit diesem tag wurde er im wahlpflichtfach nur mehr bb (bürettenbrecher) genannt.
bleibt nur mehr soviel zu sagen: seine chemie karriere hat auch bald geendent.
Adam
07.01.2003, 10:26
:D
Ich frag mal so: Was hat er während der Titration noch heile gelassen? :D
Gruß
Adam
Wildcard
07.01.2003, 11:28
...wir sollten damals im lehrlabor eine nitrierung machen, bekamen unser rezepturblatt und fingen an die apperaturen aufzubauen, die edukte einzuwiegen...von 15 azubis fetteten 13 den kpg schliffrührer mit schlifffett...2 mit glycerin...ihr könnt euch sicher vorstellen was das für eine schöne reaktion war.
...für mich persönlich war im ersten ausbildungsjahr...zumindest am 3ten tag der ausbildung alles was klar war wasser :rolleyes:
auch ethanol...also wischte ich es mit dem ärmel von meinem kittel auf und versuchte dann einen gasbrenner auszumachen. als ich in die nähe der flamme kam fing der ärmel sofort feuer...von dem tag an war ich dann auch wesentlich vorsichtiger... ;)
lena
07.01.2003, 14:27
leider is da gar nix heilgeblieben und er durfte auch nur mehr sehr selten praktisch arbeiten.
aber der is ja ein extrembeispiel, doch leute mit 2 linken händen gibts immer wieder.
lena
22.03.2003, 19:46
noch ein paar sachen die in den letzten wochen im anorganik labor passiert sind:
SiCl4 wurde am boden ausgeschüttet, und der übeltäter überlegte mit was er das beseitigen könnte - und das naheliegenste war wohl ethanol.
daraufhin hats geraucht und gestunken und der stinkraum wurde geräumt.
- auch eine möglichkeit tetraethoxysilan herzustellen - und ich plag mich seit einer woche damit und meine synthese geht nicht.
letzte woche ist aus unerfindlichen gründen ein vakuum schlauch geplatzt.
und gestern hab ich einen kolben mit absolutem ether nicht geklammert und so spazieren getragen und auf einmal is der stoppel durch die luft geflogen.
FK
22.03.2003, 20:20
Originalnachricht erstellt von lena
letzte woche ist aus unerfindlichen gründen ein vakuum schlauch geplatzt.
Da war das Vakuum wohl auf der verkehrten Seite... :rolleyes:
und gestern hab ich einen kolben mit absolutem ether nicht geklammert und so spazieren getragen und auf einmal is der stoppel durch die luft geflogen.
Und? Was getroffen? ;)
Gruß,
Franz
lena
22.03.2003, 20:31
einer assistentin den stöpsel vor die füße geschossen.
dann hat sie gmeint ich muss den laborboden wo die scherben waren zusammenkehren.
Imperator
22.03.2003, 20:37
na ja ein paar kleinere sachen hab ich auch schon erleben dürfen:
eine Kollegin im OC Praktium. Arbeiten mit dem Scheidetrichter mit Ethanol und einer bräunlich roten Phase. naja Stoppel rauf und ordentlioch schütteln o h n e diesen festzuhalten...
seit dem verstehe ich das mit der Fotografie viel besser bezüglich Negativbildern auf Wänden und so :p
Analytik-labnor: Aminosäure mit Ninhydrin. rein in dioe Eprouvette und richtig schön aufkochen. es mußte wohl so kommen. Mördermäßiger Siedeverzug und in der Spange dahinter hats einer Kollegin den Inhalt auf einer Seite des Halses und Gesichtes verteilt: worauf die sich mega bei der Assistentin über die Flecken beschwert hat. Naja hat einem fast leid tun können. fast aber nur.
Oc Praktikum Kollegin von vorher. diesmal schuldlos. baut zum Reinigen des Produktes eine Destapparatur auf. so weit so gut. Dozent kommt vorbei, meint, dass man so viele Klammern wirklich nicht bräuche, nimmt eine weg, entferbnt sich 3 Schritte vom ÜPlatz und es flioegt der Rundkolben auf den Boden. er war dann aber OK und hat gemeint, dass sie mit einem wettex alles aufsaugen soll und nochmals destillieren und er dann persönlich den Brechungsindex "kontrolliert".
zwar nix passiert abert trotzdem sehr lustig.
AOC quali labor: ein sau dummer kollege (ende des ersten Praktikums, man hat zu dem Zwietpunkt schon 3 aoc vorlesungen absolvieren müssen) muß ein Salz analysieren. nicht wirklich schwer hat aber ein Problem, geht zum Prof und meint, dass er das kation schon gefunden hat und er hätte gern eine Nachfüklklung nur mit dem Anion...
so hab ich den Prof noch nie schreien gehört.
AOC: ein guter Freudn vobn mir. wir haben am ersten Tag alle einen halben Liter Ether bekommen für unsere synthesen. auf alle Fälle erklärt mir am nächsten Tag der Kollege, dass er gelernt hätte, dass sich da Peroxide bilden im Ether und leert den 1 Tage alten Ether weg... naja kost ja nix, oder?
quantitatiove Analyse:
hab folgendem gepräch zugehört. es ging um Na2SO4 durch Ionenaustauscher laufen lassen und dann Iodometrisch die entsande SDäure messen. Kollegin "extr-schlau": "Na das dauert mir zu lange, ich titrier die Probe gleich".
komisch, da hat sich doch wirklich fast kein Iod gebildet.
lena
22.03.2003, 20:45
aja und noch was ausm anorganik labor:
einem studienkollegen is der grignard übergekocht und sein produkt war auf schuhe, kühler etc. verteilt.
er hat das vorsichtig abgekratzt und weiterverarbeitet
bin schon gespannt ob das auch was geworden ist.
und mir is auch noch was passiert:
ich hab das flüssige produkt am arbeitstisch verteilt - und dann vorsichtig mit einer pasteurpipette wieder aufgesaugt.
hat aber nix geschadet
buba
22.03.2003, 20:50
AOC: ein guter Freudn vobn mir. wir haben am ersten Tag alle einen halben Liter Ether bekommen für unsere synthesen.
:eek: Ist das normal?!
auf alle Fälle erklärt mir am nächsten Tag der Kollege, dass er gelernt hätte, dass sich da Peroxide bilden im Ether und leert den 1 Tage alten Ether weg... naja kost ja nix, oder?
:uh:
quantitatiove Analyse:
hab folgendem gepräch zugehört. es ging um Na2SO4 durch Ionenaustauscher laufen lassen und dann Iodometrisch die entsande SDäure messen. Kollegin "extr-schlau": "Na das dauert mir zu lange, ich titrier die Probe gleich".
komisch, da hat sich doch wirklich fast kein Iod gebildet.
:wall:
nobody
22.03.2003, 20:58
jung und unerfahren:
conc. schwefelsäure + wasser
oder
wasser + conc. schwefelsäure
macht doch keinen Unterschied
Ergebnis: Eprouvette in der Hand kein Eprouvettenständer in der nähe, Blasen an der Hand und lautes geschrei!
aber ich hab die Eprouvette nicht hinuntergeschmissen, welch leistung
mfg kappa
Imperator
22.03.2003, 21:21
das mit dem halben liter ether: warum nicht, man hat ja 10 synthesen oder so und da braucht man das schon
das mit dem Preis war natürlich sarkastisch.
PS: starker smily!
FK
22.03.2003, 21:22
Originalnachricht erstellt von Imperator
hätte gern eine Nachfüklklung nur mit dem Anion...
:p :wall:
es ging um Na2SO4 durch Ionenaustauscher laufen lassen und dann Iodometrisch die entsande SDäure messen. Kollegin "extr-schlau": "Na das dauert mir zu lange, ich titrier die Probe gleich".
komisch, da hat sich doch wirklich fast kein Iod gebildet.
Ob das Ergebnis nach Ionenaustausch wohl anders ausgefallen wäre?
Gruß,
Franz
Imperator
22.03.2003, 21:28
bringst mich jetzt ins Grübeln. bin mir aber doch recht sicher wie di Probe abgelaufebn ist:
Na2SO4 durch den Kationentaucher --> H2SO4. Protonen zur Synproportionierung von Iodid/Iodat zu Iod. Iod gegen Thiosulfat titrieren. wo steh ich auf der Leitung?
lena
22.03.2003, 21:40
zu den ionentauschersäulen fallt mir auch was ein:
ich habs geschafft die blöde säule dreimal trockenlaufen zu lassen und somit war mein produkt kaputt.
buba
22.03.2003, 21:42
Originalnachricht erstellt von Imperator
das mit dem halben liter ether: warum nicht, man hat ja 10 synthesen oder so und da braucht man das schon
Ich hatte (zum Glück :rolleyes: ) noch kein OC-Praktikum. Ich hätte vermutet, dass man wie sonst zur Chemikalienausgabe geht, wenn man was braucht. Aber 500 ml im Voraus bekommen?! :suspect: Wo werden die denn jeweils aufbewahrt?
FK
22.03.2003, 22:00
Originalnachricht erstellt von Imperator
bringst mich jetzt ins Grübeln. bin mir aber doch recht sicher wie di Probe abgelaufebn ist:
Na2SO4 durch den Kationentaucher --> H2SO4. Protonen zur Synproportionierung von Iodid/Iodat zu Iod. Iod gegen Thiosulfat titrieren. wo steh ich auf der Leitung?
Ach so...dann ists klar.
(ist nicht so das übliche Verfahren...)
Gruß,
Franz
Imperator
23.03.2003, 11:11
@ Ether die zweite: andere Chemikalien gibts shcon in Probenausgabe (abgesehen von ungefährlichen und billigen allerwelts massenverschleißprodukten wie NH4Cl oder Na2SO4) aber für den ether haben wir alle ein Standgefäß bekommen; wahrscheinlich halt weil man den öfter braucht und damit man nicht die Laborantin an der Probenausgabe nervt.
lena
26.03.2003, 22:15
traurige rotavapor geschichte:
ich wollte gestern den ether von meinem triphenylphosphin abrotieren, hab das ganze montiert, die kühlung eingeschaltet, zum rotieren begonnen und dem ganzen dann 5 minuten zugeschaut.
nach weiteren 10 minuten bin ich noch einmal zum rotavapor schauen gegangen - da schwamm der leere kolben im wasserbad.
ich hätt vor wut schrein können und hab dann aber noch von einer assistentin vom institut genug brombenzol und mg späne bekommen, sodass ich den grignard dann doch noch einmal starten konnte.
FK
26.03.2003, 22:23
Oha...Klammer vergessen?
Bei uns ist damals einem das Gleiche passiert, mit dem Unterschied, dass er a) Leukomalachitgrün im Kolben hatte und b) direkt danebenstand, als der Kolben runterfiel, so dass er auch etwas von dem Inhalt abkriegte. Nach kurzer Zeit hat das Malachitgrün sich des "Leuko" mit Hilfe von Luftsauerstoff entledigt, und alles ergrünte... :D
Gruß,
Franz
lena
26.03.2003, 22:25
nein klemme war drauf - das is ja das mystische
allerdings war kein vakuum angelegt - bei ether reichen ja 50°C und der Ether verabschiedet sich.
seitdem sicher ich jeden kolben am rotavapor zusätzlich mit isolierband :D
FK
26.03.2003, 22:36
Rotationsverdampfer haben so ihre Eigenheiten. Ich habe es schon erlebt, dass der Kolben mit der daran geklammerten Welle herausgerutscht ist...
War wohl eine Alterserscheinung...
Gruß,
Franz
Conan
26.03.2003, 23:09
Wegen Rotverdampfer:
allerdings war kein vakuum angelegt
... der Kolben hat sich ins Wasserbad hinein rotiert. Jop, hab ich auch schon mal geschafft. Ganz toll sieht es aus, wenn das Produkt in Wasser nicht sonderlich löslich ist und dann an der Oberfläche rumschwimmt.
Ich habe es schon erlebt, dass der Kolben mit der daran geklammerten Welle herausgerutscht ist
und das ist mir auch schon zwei mal passiert. Der danebenstehende Assi hat dann gemeint (nachdem er sich von seinem Lachanfall beruhigt hatte) das das ab und zu mal vorkommt.
lena
26.03.2003, 23:16
Originalnachricht erstellt von Conan
Wegen Rotverdampfer:
...der Kolben hat sich ins Wasserbad hinein rotiert. Jop, hab ich auch schon mal geschafft. Ganz toll sieht es aus, wenn das Produkt in Wasser nicht sonderlich löslich ist und dann an der Oberfläche rumschwimmt....
ja so hat das dann bei mir auch ausgesehen - am ende des tages is dann eine schicht von großen kristallblumen auf dem wasserbad geschwommen.
ein völlig verzweifelter studienkollege, der zuwenig ausbeute hatte, hat sie abgeschöpft und umkristallisiert und so das labor gerettet :D
Conan
26.03.2003, 23:21
ein völlig verzweifelter studienkollege, der zuwenig ausbeute hatte, hat sie abgeschöpft und umkristallisiert und so das labor gerettet
Warum will sich bei mir in diesem Moment kein Erstaunen einstellen. :D :rolleyes: (schätze, weil ich auch schon mal so verzweifelt war. :D )
FK
27.03.2003, 13:36
Das Extrahieren von Wasserbädern gehört schon fast zu den Grundpraktiken des präparativen Chemikers.... :D
Gruß,
Franz
minutemen
27.03.2003, 13:53
am ende der oc-praktika kann man aus den roti-wasserbädern auch immer einen repräsentativen querschnitt gemachter präparate extrahieren, sozusagen das "mittlere organische präparat".
FK
27.03.2003, 14:30
Originalnachricht erstellt von minutemen
am ende der oc-praktika kann man aus den roti-wasserbädern auch immer einen repräsentativen querschnitt gemachter präparate extrahieren, sozusagen das "mittlere organische präparat". :D :D :D
:sad:
Übel erging es auch einem Doktoranden bei uns, der an einer Steroidsynthese arbeitete. Die 13. Stufe sollte katalytisch hydriert werden. Als er wieder nach der Apparatur sah, lag der Hydrierkolben in Einzelteilen herum....er hat dann die nähere Umgebung mit Filterpapier aufgewischt, dieses extrahiert und den Extrakt nochmals hydriert. Die Ausbeute reichte gerade noch für ein paar Spektren. Zwei Stufen wärens noch gewesen...
Gruß,
Franz
Adam
27.03.2003, 14:49
am ende der oc-praktika kann man aus den roti-wasserbädern auch immer einen repräsentativen querschnitt gemachter präparate extrahieren, sozusagen das "mittlere organische präparat".
:D
Da war doch ein Spezi bei uns im OC-Praktikum, der wollte aus einem 1l Kolben (der fast voll war!!) Dichlormethan abrotieren.
Naja mehr brauche ich nicht zu sagen... :rolleyes:
Den nächsten Tag verbrachte er damit mit einem 2l Scheidetrichter seine Substanz aus dem roti-wasserbad zu extrahieren.
Wenigstens eine Sache konnte er dann noch dem Praktikum perfekt :D ;)
Gruß
Adam
hippie
27.03.2003, 15:07
Die 13. Stufe, das ist wirklich bitter... :no:
Smudie
27.03.2003, 17:34
Die 13. Stufe, das ist wirklich bitter...
Nee, bitter is das nicht! Ich glaub ich hätte den unheimlich großen Drang irgendetwas zu zerstören, wenn mir das passieren würde!
btw. Wie die Krebsrate unter Chemikern aussieht kann man sich ja denken, aber wie sieht´s mit der Selbstmordrate aus? :D
Godwael
27.03.2003, 19:57
Zählt "eingerostete Chlorgasflasche mit Zange und Hammer öffnen" als Suizidversuch? :rolleyes:
FK
27.03.2003, 20:28
Originalnachricht erstellt von Godwael
Zählt "eingerostete Chlorgasflasche mit Zange und Hammer öffnen" als Suizidversuch? :rolleyes:
Nee, Dummheit und Selbstmordabsichten sind etwas völlig verschiedenes, obwohl die Folgen oft nicht zu unterscheiden sind...
Gruß,
Franz
AJ
28.03.2003, 11:04
Hi,
auch, wenn dieser Beitrag etwas spät kommt, er gehört definitiv hierrein:
Im AC-Grundpraktikum mussten wird verschiedene Maßlösungen herstellen, unter anderem auch 0,1n Silbernitratlösung.
Bei einem Studenten ist irgendetwas ausgefallen und gescheit wie er ist denkt er sich: "Silbersalzniederschlag,hmm, aber ja mit Ammoniak komplexieren, dann löst er sich."
So nahm er die Vorratsflasche und kippte Ammoniak rein.
Zum Glück sah der Praktikumsleiter das und konnte Schlimmeres vermeiden.
Die gleiche Person fand es auch sehr klug, eine volle Chlorbombe am Ventil durchs Labor zu tragen.
Ciao,
Ansgar
FK
28.03.2003, 11:14
Originalnachricht erstellt von AJ
Im AC-Grundpraktikum mussten wird verschiedene Maßlösungen herstellen, unter anderem auch 0,1n Silbernitratlösung.
Bei einem Studenten ist irgendetwas ausgefallen und gescheit wie er ist denkt er sich: "Silbersalzniederschlag,hmm, aber ja mit Ammoniak komplexieren, dann löst er sich."
So nahm er die Vorratsflasche und kippte Ammoniak rein.
Zum Glück sah der Praktikumsleiter das und konnte Schlimmeres vermeiden.
Ich hoffe, er musste die versaute Silberlösung bezahlen....
Die gleiche Person fand es auch sehr klug, eine volle Chlorbombe am Ventil durchs Labor zu tragen.
Nachwuchs-Terrorist?
- zu solchen Leuten sollte man einen möglichst großen Sicherheitsabstand halten...
Gruß,
Franz
Smudie
29.03.2003, 02:22
Nachwuchs-Terrorist?
So einen hatten wir auch, hat die seltsamsten Sachen gemacht.
Als er irgendwann den Tischabzug (ich weiß nich wie) kaputt gemacht hat, hab ich nicht mehr ruhig schlafen können.
Er wurde bezeichnenderweise "Taliban" genannt.
Was mach ich nur, wenn er beim OC-Praktikum mein Nachbar am Abzug wird???http://www.websmileys.de/augen19.gif
lena
29.03.2003, 09:43
gestern, am letzten tag des anorganik labors habens zwei studienkolleginnen geschafft, sich chloroform ins aug zu spritzen.
FK
29.03.2003, 11:07
Originalnachricht erstellt von lena
gestern, am letzten tag des anorganik labors habens zwei studienkolleginnen geschafft, sich chloroform ins aug zu spritzen.
Das tut gut, besonders, wenn der Schmerz dann nachlässt... :sad:
Gruß,
Franz
minutemen
29.03.2003, 11:14
Originalnachricht erstellt von lena
gestern, am letzten tag des anorganik labors habens zwei studienkolleginnen geschafft, sich chloroform ins aug zu spritzen.
ich sage nur schutzbrille.
wie darf ich das übrigens verstehen: unabhängig voneinander? oder gabs da einen kleinen chloroform-spritz-wettbewerb?
apropos schmerz: ich finde den schmerz immer recht unangenehm, wenn dichlormethan unter ringe an fingern läuft.
FK
29.03.2003, 11:41
Originalnachricht erstellt von minutemen
apropos schmerz: ich finde den schmerz immer recht unangenehm, wenn dichlormethan unter ringe an fingern läuft.
Man soll sich ja auch nicht die Finger damit waschen.... :D
Gruß,
Franz
lena
30.03.2003, 12:52
Originalnachricht erstellt von minutemen
ich sage nur schutzbrille.
wie darf ich das übrigens verstehen: unabhängig voneinander? oder gabs da einen kleinen chloroform-spritz-wettbewerb?
apropos schmerz: ich finde den schmerz immer recht unangenehm, wenn dichlormethan unter ringe an fingern läuft.
schutzbrillen hatten die beiden ja eh auf.
die eine hat einen kolben mit chloroform gewashcen und plötzlich is alles herausgespritzt.
und die beiden haben dann halt die volle ladung abbekommen
zum glück is nix weiter passiert.
eine von den beiden hat dann gemeint das chloroform schmeckt schon grauslich, weil sie auch einen teil davon in den mund bekommen hat
Smudie
31.03.2003, 01:37
Wie denn? :D
FK
31.03.2003, 10:48
Originalnachricht erstellt von Smudie
Wie denn? :D
Chloroform schmeckt intensiv süß und vermutlich auch brennend (wg. Reizwirkung).
Gruß,
Franz
Smudie
31.03.2003, 13:35
Es hat sich also doch bezahlt gemacht, dass die Chemikerkollegen vor 100 Jahren alles in den Mund genommen haben. :D
Adam
31.03.2003, 13:45
Es hat sich also doch bezahlt gemacht...
Für uns schon... :D
Gruß
Adam
Gamma7
23.04.2003, 21:15
Hier auch noch was zum Titelthema:
Ein Kollege von mir hatte auch mal für ´ne ´Verkupplung´
Diazomethan herstellen wollen. Hat oft auch gut geklappt!
Einmal hat er aber nicht genug gekühlt, hinterher musste ich
ihn stützen, daß er vom Schock nicht umgekippt ist !
Dann haben wir ihm erstmal ´n paar Splitter aus´m Arm geholt
und ihn von einem unserer Laborärzte verarzten lassen.
Der hat heute noch einen leichten Gehörschaden und erschrickt
bei jedem Überschallknall zutode....
Gruß
Marcus.
FK
23.04.2003, 21:26
Aber nicht das Kochrezept für Diazomethan posten; hier gibts Interessenten... ;)
Im Zusammenhang mit Geräuschentwicklung denke ich u. a. an diverse misslunge Marsh-Proben (nicht meine eigenen...) sowie gelungene Chloratnachweise.
Meine nicht ganz gelunge Natriumentsorgung hast Du ja vielleicht schon gelesen...
Gruß,
Franz
sublimat
23.04.2003, 22:24
Ein immer wieder in chemischen Laboratorien zu beobachtendes Mysterium ist die Tatsache,
daß ein frisch getrocknetes und abdestilliertes Lösungsmittel danach trachtet,
den Kolben unter Ausnutzung einer unsichtbaren Sollbruchstelle zu verlassen und auf dem Labortisch zu spreiten...
...richtig spaßig wird das, wenn der Kolben 2 L faßt und Pyridin enthält. :hmpf:
kleinerChemiker
23.04.2003, 22:27
Kochrezept für Diazomethan? Ist doch eh easy!
Man nehme ups und ups und lässt es nach der ups Reaktion reagieren und dann ups ups ups ups und ups ups ups ups und dann ist das Diazomethan fertig! :D
Gruß, Peter!
Gamma7
23.04.2003, 22:35
Originalnachricht erstellt von FK
Aber nicht das Kochrezept für Diazomethan posten; hier gibts Interessenten... ;)
Keine Sorge! Solche Leute kenne ich auch ein paar.
Denen gehe ich immer dezent aus´m Weg. ;)
Originalnachricht erstellt von FK
Meine nicht ganz gelunge Natriumentsorgung hast Du ja vielleicht schon gelesen...
Jau! Bin noch beim Lesen des gesamten Threads.
Mit abwechselnden Gefühlen:
panik, grinsen, kopfschütteln, schmunzeln, kreisch... usw.
Köstlich.... (solang´s nochmal gut geht)!
:D
Gruß
Marcus.
nobody
23.04.2003, 22:49
Also ich weiss gar nicht, warum unser LK-Lehrer uns manchmal so angeschaut hat, wenn er zu sagen pflegte: "Meine Damen und Herren, der Nachweis wird im Reagenzglas durchgeführt." :angel:
Top 2: Wir wollten aus einem selbstgemachten Polymer Flummies herstellen. Unser Lehrer sagte noch (man sollte es mit den Händen zur Kugel formen [sic!]): "Nehmt's nicht zu spät raus, sonst ist schon steinhart!"
Gesagt, getan: Ich meine, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, greife in die Vollen, versuche eine Kugel zu reiben; geht nicht...
Nach 20 Minuten konnte ich versuchen, tolle passgenaue Silikonhandschuhe wieder runterzukriegen!
Klasse gemacht, Doc! :up:
Levikus
24.04.2003, 22:21
Moin!
Also Chemie 1. Semester Praktikum in der allgemeinen Chemie.
Die Aufgabe war mit einem Ionen tauscher eine Titration durchzuführen.
Also erst mal den Ionentauscher "aufladen" und HCl rein.
Das haben dann auch zwei Gruppen gemacht und es lief auch alles glatt. Man muss dazu sagen, dass alle Gruppen die diesen Versuch vorhre gemacht hatten keine Probleme hatten.
Nach ein paar Minuten hörten wir nur noch einen Knall und dann das Glas splittern. Was war passiert?
Der Tauscher ist mal eben geplatzt und das ganze Harzt hat sich schön auf dem Tisch verteilt, von den Scherben ganz zuschweigen.
Alles im Labor wundert sich was passiert ist und auch die Assis und der Prof wundern sich wieso das Ding sich in seine Einzelteile zerlegt hat.
Gut kann passieren, Materialermüdung, wenn nur nicht fünf Minuten später der Tauscher der parallel Gruppe auch noch in die Luft geflogen wäre.
Also erst mal großes stutzen bei den Assis und dem Prof.
Nun auf die Frage, was für eine Säure sie zum Aufladen benutzt haben fing unser Prof an etwas lauter zu werden.
Es stellte sich heraus, dass die wehrten Kommilis nicht, wie in der Versuchanweisung beschrieben, 1M HCl benutzt haben sondern, machen wir doch Nägel mit Köpfen, 12M HCl und noch den Deckel auf den Tauscher.
Seit dem haben ein paar bei uns den Spitznamen "Mr. konz. HCl" bekommen.
Levikus
29.04.2003, 19:09
Ach ja!
Sollte ich noch erwähnen, dass eine, die dabei war, eine ausgebildete CTA-lerin ist? Tja wer lesen kann ist klar im Vorteil? :D
nobody
01.05.2003, 18:23
Katastrophenalarm?
Na, da kann ich auch noch n paar Liedchen von singen. Das unangenehmste, was mir bisher passiert ist, war mein ersten Tag im Organikpraktikum: einen ganzen Tag lang neben einer Tetra-Destille zu kochen. Abends haben wir dann gemerkt, dass alle Abzüge im labor den ganzen tag nicht funktioniert haben. Und ich hatte mich schon gefragt, ob das normal ist, dass das so stinkt...
nobody
02.05.2003, 15:08
na dann will ich auch noch mein scherflein beitragen.
1) organik-praktikum; mein abzugnachbar möchte sein produktgemisch fraktionieren. Ist ziemlich hochsiedend, darum ölbad volle möhre erhitzt. irgendwie geht es ihm aber zu langsam, darum: vorlage kühlen. was haben wir denn gerade da ? eis. also becherglas voll eis irgendwie in stativ geklemmt, und kolben drin eingetaucht.
es dauert keine minute und das gesamte becherglas mit 0°C kaltem eis kippt in das ca. 250 °C heiße ölbad.
den rest überlasse ich eurer phantasie
hab gerade noch so die abzugscheibe runterbekommen....
das putzen danach hat so in etwa einen halben tag gedauert...
2) Ein Kollege möchte eine alte Blase (2 Liter) mit Hexan, Na/K-Legierung vernichten. Also schön kühlen, langsam Isopropanol in Toluol zutropfen. Alles geht ganz gut soweit. Nach fertiger Reaktion und nachdem die Blase ausgeleert worden war, wurde sie wie bei uns üblich zur Reinigung in ein Isopropanol/KOH-Bad gelegt.
......Hätten wir bloß diese weißen Krusten ernst genommen, die am Kolbenrand waren. Offensichtlich NaOH oder KOH und darunter verbarg sich noch einiges Na/K.
....Hätten wir bloß das Isoprop-Bad mal erneuert, das war nämlich doch schon ganz schön feucht.
Na ja, auf jeden Fall hatten wir auf einmal 10 Liter brennendes Isopropanol im Labor. Da mschen diese Feuerlöschübungen doch auf einmal Sinn....
FK
02.05.2003, 15:21
Originalnachricht erstellt von silane
......Hätten wir bloß diese weißen Krusten ernst genommen, die am Kolbenrand waren. Offensichtlich NaOH oder KOH und darunter verbarg sich noch einiges Na/K.
Oh ja; mit so einer Kruste, unter der sich Na versteckte, habe ich auch so meine Erfahrungen sammeln dürfen...steht irgendwo weiter oben.
Gruß,
Franz
nobody
10.05.2003, 14:00
Meine kleinen Laborerlebnisse:
Habe einmal einen Versuch (Komplexometrie) mit einen Mitstudenten durchführen dürfen. Während ich irgendetwas vorbereitet habe, hat er sich um den Rückflusskühler gekümmert. Blöderweise hat er den Wasserhahn mit dem Gashahn verwechselt. Nachdem wir aber den Kühler dann doch nicht gebraucht hatten, ist auch nichts passiert.
Meine erste Destilation: Im praktischen Unterricht haben wir zu zweit einmal streng nach Vorschrift einen Destilationsappart aufgebaut und einmal zu heizen begonnen. Allerdings ist dann der Kühler, der nicht sachgemäß an der Kolonne fixiert war, dem Gesätz der Schwerkraft gefolgt. Als mich meine Mitschülerin darauf aufmerksam gemacht hat(anstatt etwas dagegen zu tun), habe ich die zwei Teile gepack und zusammengehalten. Nachdem ich jedoch keine dritte Hand bessesen habe, bin ich da einmal gestanden und habe vergeblich darauf gewartet, dass mir meine Mitschülerin hilft, die sich mit den Worten "Ich rühre da nichts mehr an." zurückgezogen hatte.
In der Schule haben wir auch einmal eine Destilation in Miniatur durchgeführt. Sprich: Reagenzglas gefühlt mit Rum, darauf ein Stopfen, durch den Stopfen dünne Metallkanäle in ein zweites Reagenzglas.
Dann haben wir einmal ordentlich erhitzt. Die ganze Gruppe von Schülern hat sich neugierig um den Versuch gescharrt, aber kein Tropfen ist in das zweite reagenzglas gefallen. Plötzlich hat es dann einen lauten Knall gegeben. Das erste Reagenzglas hat es pulverisiert und der Rum hat sich auf die Gesichter der umstehenden verteilt.
Noch eine kleine Geschichter zur Destillation, die mir ein Studienkallege erzählt hat:
Ein Student hat im Labor einen Destilationsapparat aufgebaut: Kolben darauf einen Rückflusskühler und dann noch eine Verbindung zu einen weiteren Kolben. Dann hat er das Ding angeworfen, frei nach dem Motto: Destillieren solange das Wasser reicht.
Spektakulerere Sachen habe ich Gott sei Dank noch nicht erlebt, aber nach meinen nächsten Labor habe ich sicher wieder was zu erzählen.
Gruß Marie
C2H5OH
11.05.2003, 17:42
Die Geschichte erreignete sich zu Ausbildungszeiten. Ich war der mit dem Klingeln im Ohr. Kollege machte Toluolextraktionen und, warum auch immer, wurden seine Extraktionshülsen (nicht abgedampft) im Labormülleimer versenkt. Der nächste Kandidat (noch ungeschickter) schmeißt seinen noch extra heißen Porzelantiegel quasi ohne Umwege vom muffelofen in ében jenen Mülleimer. Das Ergebnis: Ein Mülleimer weniger, eine Laborarbeitsplatte mit mehreren Sprüngen und Fehlstellen (da sich das Teil etwas angehoben hat - bei dem Knall) und 3 Mann mit Piepen in den Ohren und bleichen Gesichtern.
Soviel zum thema: man lernt nie aus !
Gruß marcus
FK
11.05.2003, 18:13
Interessant, was zwei Chaoten ohne vorherige Absprache gemeinsam anrichten können...
Der wahre Fachmann schafft sowas aber alleine... :D
Gruß,
Franz
AJ
24.09.2003, 08:21
eine Freundin hat mir erzählt, dass ihre Kollegin für eine Synthese irgendeine Substanz brauchte, die sie bestellen musste. Als das Päckchen kam und sie die Dose aufmachte, war sie überrascht, dass darin keine Flüssigkeit war, sondern ein Granulat. (na, schon jemand einen Verdacht??)
Das Granulat hat sie dann fein säuberlich abgewogen und LöMi drauf.
Leider (?) hat sich das Ganze nicht gelöst.
Der Grund: sie hat das Verpackungsmaterial eingewogen.
WElch Glück, dass das am Beginn einer Stufe war.
FK
24.09.2003, 09:43
Originalnachricht erstellt von AJ
eine Freundin hat mir erzählt, dass ihre Kollegin für eine Synthese irgendeine Substanz brauchte, die sie bestellen musste. Als das Päckchen kam und sie die Dose aufmachte, war sie überrascht, dass darin keine Flüssigkeit war, sondern ein Granulat. (na, schon jemand einen Verdacht??)
Das Granulat hat sie dann fein säuberlich abgewogen und LöMi drauf.
Leider (?) hat sich das Ganze nicht gelöst.
Der Grund: sie hat das Verpackungsmaterial eingewogen.
WElch Glück, dass das am Beginn einer Stufe war.
:rofl:
Ich weiß auch von jemandem, der statt des sorgfältig in Kieselgur versteckten Epoxidhärters versucht hat, sein Epoxidharz mit Kieselgur zu härten...
Gruß,
Franz
nobody
24.09.2003, 13:31
Hallo,
tja, so größere oder kleinere "Mißgeschicke" passieren...
Bei uns im OC-Praktikum kann ich mich da an zwei Dinge erinnern:
1. Ein ganz Schlauer hatte sich tierisch erschrocken, als er ein bißchen Natrium im Waschbecken entsorgen wollte. Da hat es dann etwas geknallt. Dabei fragte er dann noch: "Wieso, Natrium ist doch nicht so gefährlich, oder?" Der gute Herr hatte bei den Sicherheitsunterweisungen nicht so aufgepasst. Er wusste wohl nur noch aus anderen Praktika, daß man doch NaCl ins Waschbecken kippen darf. Ist ja schließlich auch Natrium drin.
Tja, was so ein + hinter dem Na ausmachen kann! :D
Dieser Kollege war aber nicht mehr lange dabei!
2. Eine andere Mitstudentin hatte dann eine Apparatur zum Kochen aufgebaut, mit Rückflußkühler, etc. Laut Vorschrift oben am Rückflußkühler ein Trockenrohr. Leider hatte sie das Rohr zu fest gestopft. Sie hatte Glück, daß sie den Abzug vorher dicht gemacht hatte. Ein lauter Knall und alles ergoß sich im Abzug. Wir hatten unseren Spass, sie wohl beim anschließenden Putzen eher nicht! :cool:
Ansonsten kann ich mich in meiner noch jungen Chemiekarriere an keine weiteren Vorkommnisse erinnern. Aber ich denke, unsere Laboringenieure von der FH könnten so einige Geschichten erzählen!
Also, immer schön aufpassen, dann klappt auch mit der Chemie!
Robinson Cruso
01.10.2003, 22:13
nach den ganzen posts werden die nächstes Jahre sehr interesant :D
Mein Chemie Lk ist voller Pyromanen und verkanten Feuerwerkern:wir haben Thema Farbstoffe, wir bekommen einge Proben, wir zünden sie an interesante Ergebnisse: farbige Flammen und ein Feuerball zum Glück hat unser Lehrer das nicht mit bekommen.
oder eine Lehrkraft hat sehr weite Gewänder an und versucht ein RG zu erhitzten- Ergebniss ihre Kleider fangen an zu brennen und die Schüler hatten den Rest der Stunde frei.
Marvek
01.10.2003, 22:31
Bei meinem ersten Pharmaziesemester, meinte eine Komillitonin irgentetwas in HCL lösen zu müssen: Also konz. HCL rein ins Reagenzglas mit der US, und richtig erhitzt im Abzug, dann das Reagenzglas aus dem Abzug genommen, und nach oben übern Kopf gehalten, um von unten zu schauen, ob sich jetzt alles gelöst hatte ...
Hatte es nicht, und die heisse konz HCL beschloss einmal kurz rauszuspritzen, das Zeug landete im Gesicht ...
300 Liter Wasser später und mit kleinem Schock der halben Box - aber ohne Spuren ist sie davongekommen ...
nobody
02.10.2003, 10:16
Das beste was ich jemals gesehen habe waren 2 Dinge.
1.
Ein Mitschüler hat aus langer Weile
Aceton + konz. H2SO4 + kon. HNO3 gemischt.
die Schwefelsäure entzieht der Salpetersäure das Wasser.
übrig bleibt NOx und das in Mengen!
und durch diese exotherme Reaktion siedet das Aceton und alles pritzt herum! (übrigens ist der Schüler nicht von der Schule gepflogen)
2.
Erstes Präparat mit englischer AAW. und die Sätze waren sehr verschachtelt.mal sehen ob ich es noch zusammenbekomme...
Rundkolben, Kunstoff-Pulver-Trichter drauf.
Chromsäureanhydrid, Acetanhydrid, aromatische verbindung (ich glaube es war eine Chinonverbindung), und Essigsäure.....
nur sollte man das nicht alles "reinkippen"...
die reihenfolge und die Menge ist wichtig!!
naja jedenfalls goß er alles zusammen. sekunden später war im Kolben ein dunkelgrüner Nebel mit Funken zu sehen. und wenige Sekunden später alle sind schon zurückgewichen, sahen wir eine 1A Flamme.
Besser als jeder Bunsenbrenner schafft. und auch viel viel lauter.
die Flamme fing ca. 10cm über dem Kolben erst an zu brennen. hörte sich an wie ein Triebwerk! und als das ganze dann vorbei war und der Trichter langsam in den Kolben floss, renete es ca. 0,5cm große Russteilchen...
damit war das Praktikum auch erstmal vorbei. Und auch die Idee mit englischen AAWs...
nobody
02.10.2003, 23:22
Krasa, Sachen gibts, aber ich hab da auch schon nette Sachen erlebt.
Persönlich: Im ersten Semester ist mir mal ein Gemisch aus konz. Schwefelsäure gemischt mit Titandioxidteilchen voll über die hand gespritz (vorallem zwischen die Finger...). Das wars eigentlich.
Erlebt, aber nicht persönlich:
OC Grundpraktikum, LiAlhydrid, Entsorgung, langsam in Trocheneis eingießen. Komilitone gießt also langsam ein, fängt an zu brennen aus irgendeinem Grund. Er erschreckt sich so, das er das ganze Zeug in ein Eisbad schüttet.
Hab noch nie so eine Sichflamme gesehen, locker ein Meter. Ihm wurden nur leicht die Augenbrauen angekockelt.
Lithiumaluminiumhydrid die Zweite: Mein Abzugspartner bereitet alles für die Synthese vor, an einem Punkt soll er es langsam eingießen.
Gesagt, getan. Er hat vorher darauf geachtet, das alles richtig trocken ist usw., sollte eigentlich nichts passieren. man sollte sich allerdings kurz vorher nicht die Hände gewaschen haben... .
Sehr lauter Knall, Teile des Abzugs brannten, seine Finger auch, bzw. das Plastik der handschuhe brannte sich leicht ins Fleisch... unangenehme Sache.
AC Grundpraktikum: Wie sprengt man seinen Abzug spektakulär und dazu noch absolut effektiv?
Man nehme seine Probe, gebe sie in einen Porzellantiegel, stelle den Tiegel über den Bunzenbrenner und verabschiede sich mit den Worten: Wenn Chlorit oder hypochlorit drin ist, weiss ich es gleich... .
Godwael
03.10.2003, 11:46
Wie sprengt man seinen Abzug spektakulär und dazu noch absolut effektiv?
Meine Lieblingsmethode: Grignard ansetzen, mit Heissluftfoehn in Gang bringen wollen und dabei Zeitung lesen. :D :D
Wurde mir kuerzlich von meinem neuen AK-Leiter zugetragen.
nobody
09.10.2003, 21:55
Da gibst so viele Varianten...
Levikus
09.10.2003, 22:18
Moin!
Hab auch mal wieder was erlebt.
Täter: Meinewenigkeit
Opfer: Auch ich und ein paar andere, aber die hatten sich nur erschrocken.
Also was ist passiert?
Naja wir haben in quanti Analytikpraktikum eine gravimetrische Bestimmung von Nickel mit DMG gemacht.
Nun wird das NiDMG nicht kalt filtriert, aber leider standen die Proben samt NiDMG-Niederschlag schon ein paar Tage. Als ich dann endlich Zeit hatte sie zu filtrieren, habe ich die Bechergläser noch mal warm gemacht.
Bei dem ersten ist auch alles gut gegangen, wurde gut warm filtriert.
Tja dann wollte ich das zweite Becherglas erwärmen und habe es auf die Ceranplatte über dem Bunsenbrenner gestellt. Nun dachte ich, hmm es soll ja nur warm werden und nicht sieden, also nimmst du es immer mal wieder von der Platte runter bis es warm ist. Leider hatte ich keinen Glasstab drin. Das ganze ging auch zweimal gut, als ich aber beim dritten mal die Probe endgültig von der Platte nehemen wollte, sie war ja warm genug, ist mir das Becherglas mitten auf der Platte mit einem lauten Knall am Becherboden zerplatzt und meine schöne Probe hat sich im kompletten Abzug verteilt. Glücklicherweise hatte ich die Hand, warum auch immer, noch eine wenig zurück gezogen bevor das Glas in Einzelteil im Abzug verteilte und den Abzug mit meiner NiDMG-Probe bespränkelte.
Nun hatte ich aber leider gerade im selben Abzug auch meine drei Sulfatproben parallel bearbeitet. Die waren danach ein wenig rosa, was dem Ergebnis des Sulfatversuch bestimmt nicht gut getan hat. Aber glücklicherweise habe ich bei beiden Versuchen doch noch die volle Punktzahl bekommen mit einer Abweichung von -0,1 und -0,3% in den jeweiligen Mengen.
Meine Mitstreiter im Labor sind übrigens mit einem Schrecken von dem Knall davon gekommen und haben sich zum Teil über die Dampfwolke amüsiert, die im Abzug danach gut zusehen gewesen sein muss. :jump_onfirered:
Nun, was lernen wir daraus :confused:?
Habe immer einen Glasstab im Becherglas um Siedeverzüge zuvermeiden, obwohl bei mir wohl das Becherglas schon einen kleinen Sprung gehabt haben muss, denn SO hätte es nicht hochgehen dürfen. :rolleyes:
Mache keine zwei quanti Proben im selben Abzug, Hitze kann da echt für Stimmung sorgen, und nach sowas weiß man wofür so ein Abzug noch alles gut ist, ganz zu schweigen von einem Laborkittel, der nach sowas schön rosa ist.
In diesem Sinne:
Einen schönen Abend noch!
FK
09.10.2003, 22:21
;)
Da passt Dein Erlebnis auch besser hin...
Ist zum Glück glimpflich abgegangen...
Gruß,
Franz
Levikus
09.10.2003, 22:27
Da passt Dein Erlebnis auch besser hin...
Ist zum Glück glimpflich abgegangen...
Danke, habe es vorher nicht gemerkt.
Tja, hätte auch meine Hand sein können, die dann dem Abzug ne andere Farbe gegeben hätte. :eek:
Nachtrsag:
Der Assi hatte sich auch gewundert das ich bei Sulfat das richtige Ergebnis hatte. 0,3% zu wenig sind dafür verdammt gut :D
friedgrease
13.10.2003, 14:06
...ganz klar, rein in den lustigen Kanister mit den bunten Flüssigkeiten.
War zum Glück nicht ich, weis auch nicht ob die Hand wieder mal ne normale Farbe angenommen hat (war zwischenzeitlich grau).
PB
01.03.2004, 06:09
So, wieder ist ein Semster vorrüber, also schreibt fleißig, was alles schief gelaufen ist ;)
Dann fang ich doch gleich mal mit ein paar kleinen Schwänken an:
1. Was macht man, wenn man warme konz. HNO3 hat, die man nicht mehr braucht?
Klar, man entsorgt sie im Schwermetallkanister, aber der muß ja leider basisch sein, was also tun? Verdünnen und im Eisbad neutralisieren?? --> ne, Eis müßte man holen, das geht auch so und womit neutralisert man konz. HNO3? Mit festem NaOH? nein, das zischt und brodelt immer so, und schließlich wars auch konz. HNO3, also kommt auch nen guter Schluck konz. Natronlauge drauf.
=> hat schön geraucht, der Abzug war nach wenigen sec. komplett mit Stickoxiden gefüllt :rolleyes:
2. Apropos Schwermetallkanister: Unserer ist mal zum Leben erwacht: irgendjemand hat anscheinend Säure reingekübelt und Zinkgranalien tun mit der ebenfalls vorhandenen Seife ihr Übriges => mehrer Minuten quellen Schaumwürst aus dem Kanister :D
3. Der allseits beliebte Marsh-Flugkörper muß natürlich auch erwähnt werden, wenn man allerings das richtige H2/O2-Verhältnis erwischt, dann fliegt nicht nur der Stopfen sammt Spitze durch den Abzug, eine Studentin hat es auch geschafft, ein RG im Abzug zu verteilen. (zur immer wiederkehrenden Freude des Assi :D )
4. Passend zum Durchschnitts-Präperat im Roti-Wasserbad findet sich auch regelmäßig das Durchschnitts-Filtrat in dem Schutzkolben der Vakuumpumpe wieder (Woulffsche Flasche, was ist das?!?).
5. Wie entsorgt man die Reste der Silberspigelprobe? Klar, man gießt sie mit schwung ins Waschbecken. Kam beim Assi nicht so gut an: Also Handschuhe an und nach 20min schrubben mit Königswasser kam auch schon wieder das weis des Waschbeckens hervor.
6. Platzabgabe: Alle Glasgeräte liegen sauber gespült und vollständig in der zugehörigen Wanne, die dann in den Schrank ... Den Rest könnt ihr euch denken. 2 Geräte haben überlebt.
FK
01.03.2004, 07:04
;) :D
Vielen Dank, PB, nicht zuletzt auch für Marsh-Flugkörper - die fliegen also immer noch...
Gruß,
Franz
nobody
01.03.2004, 21:01
Ja, manchmal frag ich mich doch ernsthaft, wieso im Chemiestudium nicht viel mehr ernsthaft Invalide rumlaufen. Das Überleben im Studium ist doch wirklich manchmal nur Glückssache.
Ich erinnere mich gut daran: Ich wurde gefragt, wie man denn Phosphorylchlorid entsorgt. Ich sagte mit NaOH und war mir der Unfähigkeit dieses Kommilitonen (noch) nicht bewusst. Glücklicherweise hab ich aus reiner Gewohnheit im Abzug gesagt. Es waren etwa 100ml POCl3 zu entsorgen und er setzte einen Trichter drauf und schüttete eine seiner Meinung nach ausreichende Menge NaOH-Plätzchen rein. Ein anderer Kommilitone schubste ihn zur Seite und riss die Frontscheibe runter, so dass nur der (zu dem Zeitpunkt blitzsauber geputzte) Abzug und ein dort liegendes Skript betroffen waren.
Im Gedächtnis hängen geblieben ist auch diese Aktion: Kommilitonin fragt, wie sie Phosphorpentoxid entsorgen soll, Assi sagt, mit Wasser. Na ja, die Wärmeentwicklung hat ihr den Exsikkator gesprengt, in dem sie das als Trockenmittel benutzt hat...
Wirklich interessante Effekte kann man mit einem KPG-Rührer erhalten. Versuch: Oxidation mit KMnO4. Beim ersten Mal sind die Flügel abgebrochen, was man aber nicht wirklich gesehen hat, weil die Lösung a) voll war mit Braunstein und b) wie wild blubberte. Die entsprechende Substanz wurde also nicht ausreichend oxidiert und das ganze wurde nochmal gemacht. Diesmal ist irgendwann in der Nacht Braunstein in die Hülse gespritzt, was den Rührer zum Stillstand brachte. Die Siedeverzüge müssen sehr interessant gewesen sein, da nicht nur der ganze Abzugboden sondern auch dessen Decke mit Braunstein voll waren.
Sehr schön mitanzusehen: Ein Kommilitone hat einen 25ml-Kolben in der Hand, LM Ethanol oder so, Präparat hat 3 Tage gebraucht (war der längste Versuch im OC-Grundpraktikum), kommt damit zu mir und will ihn nur kurz in meinem Ölbad ein bischen warmmachen. Soweit, sogut, mein Ölbad hatte da wohl nur so um die 60°, war also in Ordnung, bis es neben mir BLUBB machte und er mich fragte, ob er sich mal kurz eine Pinzette ausleihen könnte...
Das ganze hat meinem Ölbad glücklicherweise nicht geschadet.
Von durchschmorenden Kabeln und darauffolgenden Etherverpuffungen ist glaub ich schon berichtet worden.
bis denn
(gabs hier nicht mal sonen Button zum Wörter zählen?? *such*)
nobody
02.03.2004, 03:11
tjaja, je länger diese %/&$grmpf studium dauert, desto mehr "lustige" geschichten kann man erzählen. ich gebe mal alle zum besten, die mir gerade durch den kopf gelaufen kommen (sagt bescheid, wenn's langweilig wird):
da war der kommilitone, der ether über der entleuchteten brennerflamme abdampfte und den kollegen neben sich fragte "kann da was passieren?"
die mit einem fixen zur-seite-gehen verbundene antwort, war ein vor sarkasmus triefendes "nööööööö, was soll'n da passieren??"
oder die lehrämtlerin (ich sach's ja immer, diese lehrer...), die ihren bleitigel bei 800 °C in den muffelofen stellte und sich, als sie ihn eine halbe stunde nicht mehr dort vorfand, wo sie ihn verlassen hatte, darüber aufregte, wer denn wohl ihren tigel geklaut hat. tja, komischerweise fanden alle anderen in ihren analysen hinterher blei.
ergebnis: ca. 10 analysen versaut, ofen im arsch, sprunghafter anstieg der beliebtheit und eine viertelstündige, lauthals vorgetragene standpauke von drei assistenten...
auch mit königswasser sollte man vorsichtig sein. zwei kommilitonen wollten ihre eisentigel mit diesem wässerchen reinigen und fanden, das könnte man ja ruhig sich selbst überlassen. ich kam vorbei, sah den lustig blubbernden kram und fragte erstmal, ob denn schon konz. salzsäure ausprobiert worden sei. "ja, bringt aber nix" war die antwort und ich verband mein weitergehen mit der gut gemeinten warnung "paßt bloß auf jungs, sonst sind die ratzfatz weg!"
als ich 'ne halbe stunde später wieder da vorbeikam, hatte sich bereits eine menschentraube um den abzug gebildet.
ergebnis: das ganze, stark eisenhaltige königswasser hatte sich *sprudelsprudel* als rotbraune soße in den abzug ergossen und die geretteten reste der beiden tigel hätte zusammen vielleicht noch für einen halben neuen gereicht.
und damit jetzt nicht der eindruck entsteht, ich würde immer aufpassen und auf der hut sein:
es war kurz vor laborschluß und mein assistent wies mich freundlich aber bestimmt darauf hin, daß auch er sich seinen feierabend verdient hätte. naja, ich war schon fertig mit allem, nur noch fix dieses 500er-becherglas voll konz. H2SO4 neutralisieren. was nehmen wir da am besten? natürlich konz. NaOH-Lsg. - soll ja schnell gehen. und damit's noch schneller geht, kippen wir den ganzen sipsch auf einmal rein. die zu erwartende reaktion verlief augenblicklich, quantitativ und natürlich stark exotherm - nun war das becherglas leer, aber dafür der abzug voller weißer kristalle. die narbe von der brandblase erinnert mich noch heute an das richtige vorgehen bei solcherlei dingen.
und was die langeweile anbetrifft:
als ich mal von selbiger heimgesucht wurde, hab ich fix mal 'n büschen iodstickstoff hergestellt (war echt nicht viel, so etwa 'n spatel voll). um größeres gedonner zu vermeiden habe ich nach dem waschen das zeug noch im feuchten zustand mit dem spatel in kleine portionen trennen wollen. rumms, da ging die pfeife los und ich hatte so'n komischen ton im ohr. ich war hinterher heilfroh, daß nur sehr wenig hochgegangen ist (war wohl schon zu trocken). der schreck war auf jeden fall schnell überwunden und ich verteilte das zeug unauffällig auf dem laborboden. immer wenn jemand drüberlatschte, gab es ein relativ leisen *peng* zu hören und violette wölkchen stiegen auf. zwischendurch kam die assistentin rein und fragte, was wir denn hier täten. unschuldigen blickes erklärte ich ihr, wir würden reste entsorgen, was sie offenbar dermaßen zufriedenstellte, daß sie das praktikum gleich wieder verließ. als sich dann rumgesprochen hatte, was ich da getrieben hatte, mußte ich nur noch laut in die hände klatschen und alle anwesenden bekamen fast 'nen herzinfarkt.
das waren die mehr oder minder lustigen geschichten. aber es gibt auch üble sachen zu berichten (krieg ich eigentlich 'nen preis, wenn ich die ein-thread-pro-seite-mauer durchbreche? *g*):
wir hatten einen besonderen spezi, der eigentlich jeden tag grund zur aufregung bot. ich hatte die zweifelhafte ehre, direkt neben diesem kollegen zu arbeiten.
so stellt er mal seinen laufenden brenner so knapp an den rand des abzugs, daß sich in der geschlossenen scheibe ein riss bildete, der aus einer ganzen scheibe zwei halbe scheiben machte.
anderen tages kam ich an meinen platz und sah bei ihm eine große porzellanschale, gänzlich gefüllt mit einem heterogen, schwarzen feststoff stehen. übles ahnend fragte ich ihn ernst, was er denn da habe. mit breitem grinsen erklärte er mir, das sei schwarzpulver (o-ton: "lustig, ne? *grins*").
ich fuhr ihn an, er solle gefälligst ein uhrglas, warnsymbole und eine ordentliche beschriftung anbringen und das zeug sicher wegstellen. naiv wie ich bin, dachte ich, es wäre damit getan. später wurde mir berichtet, er hätte das schwarzpulver im abzug gezündet.
ergebnis: handteller großer krater im abzug.
tags darauf (!) verschütete er auf unserer gemeinsamen laborbank ca. 100 - 200 ml konz. H2SO4. erstmal tat er gar nichts und ich mußte ihn darauf hinweisen, daß schwefelsäure eventuell ein wenig ätzend sein könnte. er fing dann an, das ganze mit wasser wegzuspülen. ich war eh grad am gehen und dachte noch 'was das wohl wird...'. böses ahnend legte am nächsten tag ph-papier auf die fläche. knallerot. also blieb ich daneben stehen, bis es endlich sauber war.
wenige tage später passierte ihm dasselbe nochmal. diesmal wollte er (oh schlaufuchs!!) die schwefelsäure mit aufsaugmasse aufnehmen. also er behälter mit aufsaugmasse holen und draufgeschüttet... wir wunderten uns noch, daß da lauter farblose kristalle rauskamen. aufklärung bot die beschriftung: "aufsaugmasse für brom".
*puh* das reicht erstmal, oder? *g*
FK
02.03.2004, 07:07
Vielen Dank an kirsche und Dampfnudel für die neuen Beiträge!
:jump_green:
Wir sollten den Thread als Buch veröffentlichen...
Gruß,
Franz
Tommes
02.03.2004, 12:54
Hmm mal sehn ob mir auch was einfällt. In den vergangenen 5 Semestern ist ja doch scon einiges lustiges (und/oder weniger lustiges) passiert.
Da wäre der eine Kommilitonen, der als er das längste Präparat des OC-Grundpraktikums kochte (Dauer etwa drei Tage) und gerade den letzten Schritt durchführte. Er rotierte den Ether ab um ein festes Produkt zu erhalten. Nach einiger Zeit wunderte er sich, warum in dem vollkommen trockenem Kolben absolut kein Feststoff zu finden war. Nachdem er sich ersteinmal draußen abreagiert hatte, ging er alle Schritte nocheinmal im Geiste durch und sah sich anschließend noch die Flaschen der Edukte an. Dann sagtr er "Hmm, diese Flasche hab ich noch nie gesehen..." Er hatte also drei Tage mit nur einem der zwei Edukte gearbeitet...
SElbiger Kommilione (er war ein wenig ungeschickt) wollte an einem anderen Tag allen seine schönen roten Kristalle der ersten Stufe eine Präperates zeigen, als ihm der Kolben aus der Hand fiel und sich die schönen roten Kristalle über den Laborboden verteilten... Wir haben, dann alle unseren Überschuß gesammelt und genug zusammenbekommen, damit er die nächste Stufe kochen konnte.
Vielleicht auch mal etwas unschönes. Während des AC-Grundpraktikums hatte jeder ein Rondell mit Fläschen mit häufig gebrauchten Chemikalien. Leere Fläschen wurden auf ein Regal im Flur gestellt und waren am nächsten Morgen wieder befüllt. Nach den Vorlesungen, wenn alle in den Saal strömten, war es vor dem Regal entsprechend voll. Eine kommiloitonin griff nach Ihrer Flasche voll konz HNO3 und nahm sie vom Regal. Prompt fiel die Flasche herunter (sie hatte nur den DEckel in der Hand) genau auf den Arm einer anderen Komilitonin. Diese rannte sofort zum Wasserhahn und versuchte das schlimmstezu vermeiden. Ergebnis war das der KIttel zwei Tage später keinen linken Ärmel mehr hatte und eine Kommilitonin eine bis heute (1,5 a später) eine gut sichtbare 10-15 cm große Narbe/Hautveränderung auf dem Arm hat.
Einer noch aus der Kategorie "Tut keinem weh". Eisengravimetrie im Einführungskurs. Eisenhydroxid, inkl. Filterpapier in den Muffelofen auf 800°C. Nach ener guten Stunde, rausholen und abkühlen lassen und wiegen. Ein Kumpel beschwert sich irgendwann bei mir "Scheiße, meine Tiegel sind jetzt schon seit zwei Std in dem Muffelofen und das Filterpapier ist immer noch nicht verbrannt!" Ich guckte mir die Sachen genauer an und griff dann zum ERstaunen des Kommilitonen mit der bloßen Hand in den Muffelofen und holte seine Tiegel inkl. feuchtem (!) Filterpapier heraus und meinte er solle sich einen funktionierenden Ofen suchen :D
Das muß zunächst reichen, muß mein Sufloximin weiterkochen.
Godwael
02.03.2004, 14:28
@ Franz: Ich schlag vor, ihn vorher noch ein Semester weiter laufen zu lassen. Dann lohnt sich das eher...
FK
02.03.2004, 17:24
@ Franz: Ich schlag vor, ihn vorher noch ein Semester weiter laufen zu lassen. Dann lohnt sich das eher...
Zustimmung, ich schätze, da wird noch einiges zusammenkommen. Gibt ja eine Menge Leute, die kochen...
Ich werde auch nochmal nachsehen, ob ich nicht das eine oder andere Ereignis beisteuern kann.
Gruß,
Franz
nobody
02.03.2004, 19:29
alles sehr schön - grins
hier mein beitrag:
LiAlH4 Ansatz in viel zu kleinem Kolben....wer es kennt, weiss das es gerne schäumt....dies tat es dann auch....kleiner vulkan.
überall grauer schleim....hmmm, was nun?....oh oh chef kommt gleich, also gleich mit papiertüchern (ala zewa - wisch und weg) alles wegwischen, und ab in den mülleimer...nach fünf minuten gab es das typische verpuffungsgeräusch - whoooooooapppppp - und der mülleimer brennt lichterloh... :eek:
PANIK!
abba alles gut gegangen ;)
gute nacht!
FK
02.03.2004, 20:22
Ah, da fälllt mir was Ähnliches ein...
Ich hatte damals das Lithiumalanat in einen Kolben geschüttet (darin THF + Substanz + Rührmagnet). Hatte wohl etwas zuviel Schwung; der Rührfisch blieb stecken, und es bildete sich ein Häufchen, das aus der Flüssigkeit ragte, und dann brannte es...
Ich habe etwas Alufolie, die daneben lag, über den Kolben gestülpt. Die Flamme ging aus; ich habe den Kolben dann ein bisschen geschüttelt und das Präparat weitergekocht...
Diesmal kein Schaden...
Hier gabs nur einen psychischen Schaden:
Mein Kollege war im Abzug mit einem Liter Ether zugange (Extraktion).
Ich wollte zwecks Zigarettenpause raus, steckte mir die Kippe schonmal zwischen die Lippen und ging zum Kollegen, um zu sehen, wie weit er war.
Der dreht sich um, sieht mich mit Zigarette im Mund neben sich stehen und kriegt fast einen Herzkasper...
Zum Glück hat er den Scheidetrichter nicht fallen gelassen...
Gruß,
Franz
zarathustra
02.03.2004, 22:04
Da fallen mir noch 'n paar interessante Erlebnisse ein:
Eine Komilitonin machte im OC Grundpraktikum eine Dieckmann-Kondensation, für die sie elementares Natrium einsetzen musste. Nach (vermeidlich) beendeter Reaktion sollte das Reaktionsgemisch (ca. 500 ml) in einem Becherglas mit Wasser behandelt werden. Wie ihr wohl richtig vermutet, hat sich das nicht-umgesetzte Natrium entzündet, so dass das ganze Becherglas in Flammen stand. Nachdem ich die Flammen mit Alufolie erstick hatte und die Assis informiert worden waren hieß es, sie solle mit der Wasserzugabe weitermachen, gleiches Spiel von vorne: Becherglas wieder in Flammen, wieder mit Alufolie Feuer erstickt (hat sie diesmal selbst gemacht). Das gleiche Präparat durfte ich eine Woche später ebenfalls kochen, aber nach anderer Vorschrift ;) ...
Im selben Praktikum hatten es zwei Komilitonen geschafft eine kleine Wolke Bromessigsäureethylester im Abzug zu erzeugen (flüchtige Substanz und dann wird es im Sommer im Praktikumsraum sowieso recht warm), die Folge waren Augenreizungen bei beiden, Benutzung der Augendusche und Konsultieren des Augenarztes eingeschlossen.
Diesen Vorfall hatte ich damals aber nicht miterlebt, wusste nur dass beide irgendeine Substanz abbekommen hatten. Folglich machte ich mir auch keine Sorgen, als ich Wochen später bei einer Reaktion Bromessigsäureethylester zugeben musste (von augenreizend stand auch nichts auf der Flasche), schon beim Abwiegen bemerkte ich, wie mir die Tränen kamen, in diesem Moment fiel mir die Geschichte mit meinen beiden Komilitonen ein, von denen die eine gerade im Labor stand. Die Antwort auf meine Frage: "Was war das für 'n Zeug, wegen dem ihr letztens beim Augenarzt gelandet seid", kennt Ihr schon, ich habe damals noch schnell die Substanz zu meiner Reaktionsmischung gegeben, mir die Augen auswaschen lassen und durfte dann ebenfalls zum Augenarzt.
Ein weiterer Unfall in diesem Praktikum passierte einer anderen Komilitonin: Sie wollte irgend ein Lösemittel, in dem sich wohl etwas Natrium befand, in den KW-Abfall gießen (hat sie auch gemacht), der Erfolg war eine Stichflamme, die in den Kolben zurückschlug, so dass die Studentin erst völlig durcheinander mit dem brennenden Rundkolben vor sich her schwenkend rückwärts lief und dann den Kolben mit dem restlichen Lösemittel auf den Boden warf. Mit einer Löschdecke konnten wir das Feuer auf dem Boden löschen und, Gott sei Dank, haben die Lösemittelabfall-Behälter kein Feuer gefangen...
Im selben Praktikum hatte übrigens jemand beim zerkleinern von verklumptem Lithiumaluminiumhydrid den Mörser in Brand gesetzt.
Wenn man es rückblickend betrachtet, muss man echt gestehen, dass das unser Unfall- (und Feuer-) reichstes Praktikum war, Spaß gemacht hat es trotz dem oder gerade deswegen... :D
buba
02.03.2004, 22:16
Diesen Vorfall hatte ich damals aber nicht miterlebt, wusste nur dass beide irgendeine Substanz abbekommen hatten. Folglich machte ich mir auch keine Sorgen, als ich Wochen später bei einer Reaktion Bromessigsäureethylester zugeben musste (von augenreizend stand auch nichts auf der Flasche)
Wozu auch, bei R 26/27/28 = T+ :rolleyes:
Im 1. WK wurde Bromessigsäureethylester sogar als Kampfstoff getestet... http://de.wikipedia.org/wiki/Giftgas
zarathustra
02.03.2004, 22:25
Komm, großartigen Kontakt dazu wollten wir auch nicht haben, aber wer erwartet dabei eine sehr flüchtige, stark augenreizende Verbindung (wir damals jedenfalls nicht) :rolleyes:
In dem Praktikum hat man sich wegen anderen, bekanntermaßen gefährlichen Substanzen viel mehr Gedanken gemacht (Stickstoffwasserstoffsäure-Bildung, Verwendung von Benzol und Kaliumcyanid, Nicotin in der Analyse...)
buba
02.03.2004, 22:34
Das Abwiegen ist nicht unter dem (geschlossenen) Abzug geschehen, oder?
zarathustra
02.03.2004, 22:44
Wir haben damals (fast) gar nichts im Abzug abgewogen, wenn man sich mit drei Leuten einen Abzug teilt, in dem jeder was aufgebaut hat und noch irgendwie versucht zu arbeiten, ist kein Platz mehr für 'ne Waage, die stand halt immer neben den Abzügen und es hat sich auch kaum jemand die Mühe gemacht, die Waage irgendwo in den Abzu zu quetschen, wieder eben aufzustellen, sie sich neu einstellen zu lassen, um dann endlich was abzuwiegen zu können. Das war nur in absoluten Ausnahmefällen so, wenn man stark riechende Verbindungen hatte, bspw. Pyridin...
In dem Praktikum gab es massig Platzprobleme, kannst Du Dir vorstellen, wie man zwei (große) Vakuum-Destillationsapparaturen in einen Abzug bauen kann, sowas musste halt irgendwie funktionieren...
Godwael
03.03.2004, 00:20
Wo hast du studiert? Erinner mich dran, um die Ecke nen grossen Bogen zu machen... :D
Ernsthaft, das wundert mich schon, wie leichtfertig ihr mit T+ umgehen durftet. Bei uns haben wir schon bei T nen riesigen Aufstand gemacht, (obwohl das ja auch nicht immer unbedingt nötig ist).
nobody
04.03.2004, 20:30
nach einem katastrophalen heutigen tag (es hat wirklich NIX geklappt) kann ich wiedermal was berichten:
produkt: methylrot
vorgang: trocknung im trockenschrank bei ca. 100 °C
problem: verunreinigungen im präparat
der sm.p. von methylrot liegt laut lit. bei bummelig 180 °C. also rein in' trockenschrank. leider war in dem produkt offenbar alles mögliche vorhanden, nur kein methylrot. als ich nach einer halben stunde wieder nachkuckte, war das zeug komplett geschmolzen und die wand hinter dem trockenschrank knallegelb.
was das zeug war, weiß ich nicht, aber nach einer stunde tupfen mit ethanol und cyclohexan war die wand bis auf einen leichten schimmer wieder einigermaßen weiß. das beste an der ganzen sache ist, daß das labor nagelneu renoviert wurde und die wande wirklich weiß sind.
hinterher hab ich mal mit resten vom edukt (anthranilsäure) ein ir aufgenommen und festgestellt, daß anthranilsäure sicherlich ein bestandteil meines edukts war, aber bei weitem nicht der einzige. weiß der teufel, was bei der synthese dann entstanden ist...
HansChris
05.03.2004, 12:22
Bei unser sechstündigen Vorabiklausur (um die Weihnachtszeit) wurde ein Versuch mit Ethanol und Methanol vorgeführt.(Nach dem Versuch standen noch Bechergläser mit dem Zeug offen rum)
Nach der vierten Stunde wurden wir von einem anderen Chemielehrer beaufsichtigt, der doch mal n bisschen weihnachtliche Stimmung erzeugen wollte.... also zündete er ein paar Kerzen an und stellte sie genau neben die Bechergläser.
Als dan ein Mitschüler fragte, ob das nicht ein bisschen gefährlich sei die Flamme neben solche Stoffe zu stellen lief der Lehrer relativ rot an und löschte in windeseile die Kerze.
Auf den Schock nahm er erstmal ein Becherglas aus dem Trockenständer, füllte es mit Wasser und trank erstmal einen kräftigen Schluck! (dazu muss man sagen, das wir nicht gerade sehr ordentlich die Gefäße putzen :-) )
Aber sonst läuft unser chemieunterricht eher harmlos ab.... bin mal aufs Studium gespannt!
kleinerChemiker
05.03.2004, 13:23
Auf den Schock nahm er erstmal ein Becherglas aus dem Trockenständer, füllte es mit Wasser und trank erstmal einen kräftigen Schluck! (dazu muss man sagen, das wir nicht gerade sehr ordentlich die Gefäße putzen :-) )
!
Naja, Spuren von Benzol werden wohl den Kreislauf einwenig beleben und nicht nur den Geist und die Sinne! :D
lg, Peter!
nobody
09.03.2004, 15:59
Auf einer Schule in Brausnchweig hat ein Lehrer 0,5 Liter Nitro-Benzol umgehauen.....Folge: 2 Tage schulfrei für alle !
Schnüffler
10.03.2004, 15:02
Das ist zwar kein Laborunfall aber im Labor passiert:
Mein Lehrer hatte Kopfschmerzen und anstatt deine Kompfschmerztablette zu nehemen hat er Kreide in sein Glass geworfen und getrunken!!
Ob der Kalk mit der Magensäure (HCl) reagiert? :D
Naja, die Kopfschmerzen waren aber anscheinend weg!! :D
nobody
10.03.2004, 15:30
Das gösste Schauspiel, welchem ich beiwohnen durfte hat den Namen: Caprolactam Synthese.
Ein Mitstudent war wohl zu faul die Versuchsanweisung ganz zu lesen, und so übersah er die vier wichtigsten Wort : "langsam, unter Kühlen und ständigem Rühren zutropfen." Was er tat, war bei Raumtemperatur in einem Schwung zugießen.
Das Resultat war für ihn einen halben Tag im Abzug stehen und selbigen putzen, weil ihm alles um die Ohren flog.
Aber das war nichts neues für ihn, da er schon auf das Phosphorpentoxid aus unserem Exikator reichlich Wasser gekippt hatte. Spritzt übrigens auch ganz gut! ;)
Bis denne
schukri
FK
10.03.2004, 15:59
Aus Fehlern lernt man...
Manche Leute wollen gaannz viel lernen und machen daher eine Menge Fehler... :D
Gruß,
Franz
nobody
10.03.2004, 16:06
Ach, wenn du wüßtest, wie exakt das hier zutrifft! :)
Bis denne
schukri
kleinerChemiker
10.03.2004, 16:37
@ Schnüffler
Nur so am Rande erwähnt, die Tafelkreide war nur früher aus Kalk, heutzutage ist die Tafelkreide schon längere Zeit aus Gips gefertigt (CaSO4)
lg, Peter!
Godwael
10.03.2004, 16:45
Man kann, wenn man Brausetabletten im Ganzen schluckt, am entstehenden Schaum durchaus ersticken.
@ Franz: Solange sie hinterher noch Nutzen draus ziehen können iss ja OK, oder?
glimpse
10.03.2004, 16:49
Aus Fehlern lernt man...
Japp, und zwar wie man noch größere macht...
FK
10.03.2004, 16:59
@ Franz: Solange sie hinterher noch Nutzen draus ziehen können iss ja OK, oder?
Bei machen Fehlerfabrikanten hatte ich den Eindruck, dass nur ihre Umgebung was lernt (nicht nur, Fehler zu vermeiden, sondern auch Sicherheitsabstand halten...).
Gruß,
Franz
nobody
10.03.2004, 20:38
heute hat so'n lehrämtler wieder sämtliche vorurteile bestätigt:
er kommt rein, fragt: "habt ihr brom?"
antwort vom kollegen: "yo"
was macht der kerl? läuft zum trockenschrank (der grade bei 100 °C lief), öffnet das ding und kuckt sich um. sein nächste frage war dann "wo denn?".
so doof haben wir alle noch nie gekuckt. mein kollege hat sich dann nach zehn sekunden ein herz genommen und ihm ein freundliches "VIELLEICHT IM KÜHLSCHRANK?!?" entgegengeschmissen
herrje... wie kann soviel blödheit nur in ein so kleines volumen passen?
FK
10.03.2004, 20:46
heute hat so'n lehrämtler wieder sämtliche vorurteile bestätigt:
er kommt rein, fragt: "habt ihr brom?"
antwort vom kollegen: "yo"
was macht der kerl? läuft zum trockenschrank (der grade bei 100 °C lief), öffnet das ding und kuckt sich um. sein nächste frage war dann "wo denn?".
so doof haben wir alle noch nie gekuckt. mein kollege hat sich dann nach zehn sekunden ein herz genommen und ihm ein freundliches "VIELLEICHT IM KÜHLSCHRANK?!?" entgegengeschmissen
herrje... wie kann soviel blödheit nur in ein so kleines volumen passen?
:rofl:
Mehr davon...
Gruß,
Franz
nobody
10.03.2004, 21:01
alles klar...
eine (logo) lehrämtlerin (echt war - sie haben wieder zugeschlagen) saß am ir, 'n kumpel und ich haben darauf gewartet, daß sie mal fertigwird.
ich weiß ja nicht, wie andere ir-geräte aussehen, aber unser perkin hat einen schlitten, mit zwei probenhaltern. einer zum messen und der zweite zum gut aussehen. ausgangslage ist, daß die meßhalterung während der messung in den strahl reingefahren wird und die blindhalterung, die am anfang im strahl stand, wird eben entsprechend rausgefahren...
naja, besagte loa also am messen... wir wunderten uns alle ziemlich, als ihr spec aussah wie aus'm nmr. sie mißt nochmal... dasselbe. da sie an dieser stelle nicht mehr weiter wußte, rief sie (löblich) erstmal ihren assi. der fummelte eine weitere viertelstunde an den options rum, konnte aber an der form des signals nichts ändern.
irgendwann meinte ich: "ich pack dir jetzt mal 'ne alte probe rein. miß die mal durch, vielleicht liegt's ja an deiner probe.
gesägt tun getan, ich bereite die probe vor, öffne das ir und (natürlich) stelle mit nie dagewesener freude fest, daß manche menschen auch nach fünf wochen noch nicht wissen, wie man mit dem ir umgehen sollte, um verwertbare ergebnisse zu kriegen.
naja, ich verriet ihr dann das große geheimnis: "vielleicht solltest du deine probe einfach in die richtige halterung stecken", alle anwesenden (außer der loa, die schaute erstaunt auf den bildschirm) schauten sich entgeistert und kopfschüttelnd an und wir hatten für den rest des tages was zu lästern.
geht's eigentlich nur mir so, oder habt ihr manchmal auch den eindruck, daß die blödheitsdichte bei angehenden lehrern gegenüber dem durchschnitts-stud.chem. deutlich erhöht ist??
Matzi
10.03.2004, 21:30
Wenn man so etwas über die Lehrer hört, bin ich echt froh, dass ich bakd nicht mehr unter deren Obhut stehen muss. :rolleyes:
kleinerChemiker
10.03.2004, 21:52
Apropo IR, da hab ich auch was zu erzählen!! Es war im zweiten Jahr meiner Ausbildung an der Chemie-HTL, ich weiß es noch, als ob es gestern gewäsen wäre!
Eine Mitschülerin musste ne photometrische Messung machen und ihr konnt doch bestimmt alle diese Küvetten, bei denen nur zwei Seiten glasklar sind und die anderen beiden Seiten gerippt, damit man weiß, wo mans anfassen darf und wo nicht! Tja, wie stellt man sowas in das Photometer rein? Natürlich mit der gerippten Seite in den Strahlengang! Nachdem sie dann deutlich höhere Extinktionswerte als 1 erhielt, schaute sie mich erschrocken an und fragte mich: "was soll das?" :D
Eine Klasse weiter, also die Dritte, für alle, die nicht zählen können :D , selbe Täterin im Mikrobiologischen Labor, es ging um die Bakterienzahlbestimmung, wozu wir verdünngungsreihen der Suspensionen herstellen mussten mit Reagenzgläsern, die diese tollen Metallkappen besitzen zum Verschließen! Geschüttelt wurde dann mit dem Vortex! Anscheinend braucht man besonders viel Kraft, um sie richtig zu verschließen! :rolleyes:
Sie schüttelte also am Vortex und schwups die wups, in der Mulde des Vortex war eine Lacke der Bakteriensuspension gelandet, die schön herumspritzte! Ihre Worte darauf zum Prof.: "Aaaah, Hr. Prof., was ist das? kaputt!" :D
lg, Peter!
bm
10.03.2004, 21:54
geht's eigentlich nur mir so, oder habt ihr manchmal auch den eindruck, daß die blödheitsdichte bei angehenden lehrern gegenüber dem durchschnitts-stud.chem. deutlich erhöht ist??
Nein ich denke das Phänomen ist weiter verbreitet.
Ich wundere mich, wieso auf der Rückseite meines Labormantels, Flecken in allen Farben und faustgrosse Löcher sind.
Der Frage Klärung : Mein Kommilitone, der vis a vis mit dem Rücken zu mir arbeitete, entleerte Reste seiner Pipette indem er sie nach hinten ausdrückte.
Bestimmung von Silikat. Eine Kommilitonin lief mit einem randvoll gefüllten Platintiegel quer durch das Grosslabor. Da sie es offenbar eilig hatte schwappte hin und wieder etwas über. Auf meine Frage, was denn da drin wäre, kam die Antwort : HF
3. Semester (org. Grundpraktikum, Synthese)
Schräg gegenüber von mir "scheppert" es. Einem Kommilitonen fiel eine 2 Liter Flasche zu Boden. Kein Problem für ihn, er ging erstmal eine Zigarette rauchen (vor dem Grosslabor). Nach wenigen Minuten ging ich ebenfalls "mal eine rauchen" und kam mit den guten Mann ins Gespräch. Beiläufig fragte ich ihn, was denn da "gescheppert" habe. Trockene Antwort : Brom. Ein Blick zurück ins Labor bestätigte die Aussage. Aus der besagten Box quollen rotbraune Dämpfe, die mittlerweile sich über das halbe Labor ausgebreitet haben.
4. Diplom-Arbeit
Kollege beklagt sich, sein Ansatz (Rückfluss) würde immer aus dem Rückflusskühler "kotzen". Das Problem habe ich mir mal angesehen : Der Rückflusskühler war zur Hälfte mit Reaktionsmasse gefüllt. Antwort des Kollegen : "Ich habe halt ein bischen mehr Lösungsmittel gebraucht, als vorgesehen."
5.) Dissertation
Natrium ist ein sehr gutes Trockenmittel, das ist bekannt. Auch Tetrachlorkohlenstoff sollte damit trocknen können, dachte ein Student im Fortgeschritten Praktikum. Irgendein (lebensmüder?) akademischer Rat hat das Tetra mit den Na-Schlangen ins Freie getragen und aus sicherem Abstand gezündet.
6. Berufsleben
Kollege plant eine Oxidation mit Wasserstoffperoxid in einem Lösemittel, das recht viele alpha-H-Atome enthält, Auftrag an das Labor bereits erteilt. Zufällig komme ich mit dem Laboranten ins Gespräch und kann das Ganze gerade noch abwenden (kurz vorher gab es in einem Institut einen tödlichen Unfall durch eine Explosion einer THF-Destille).
Markus H.
10.03.2004, 22:00
wenn in der arbeitsvorschrift steht "salpetersäure langsam bei eiskühlung dazugeben", dann ist wohl auch langsam gemeint. angenehm erfrischende no2 nebel und ein brüllender chemielehrer haben aber auch einen reiz.
woher die violetten iod-schwaden kamen, entfiel mir, aber es war der selbe tag.
15 liter destilliertes wasser (oder wars deionat?), in einem weißen plastikbehälter mit hahn, stehen in einem großen saal, wo eng zusammengepfercht eine vorrunde zur chemieolympiade stattfindet. harmlos aussehender schüler geht mit abfallbecherglas vor, schraubt den vollgefüllten behälter mit deionat auf, und schüttet, umweltschonender weise, seine schwermetallabfälle rein. chemielehrer, der etwas zu weit entfernt steht und kurz weggeschaut hat, läuft bleich an.
schöne fritten (diese absaugdinger, die mehr oder weniger teuer sind), jeweils 6 stück zusammengepackt in einem karton. uns wird eingeschärft: die sind teuer, nicht kaputt machen. nun, wir haben nichts kaputt gemacht. professor, zufrieden, packt sie weg und trägt 2 kartons, also 12 fritten. stolpert über eine stufe, 7 auf einmal vernichtet. in anbetracht dessen, wieviel wert die darauf gelegt haben, zu betonen, dass die teuer sind und wir die ja nicht kaputt machen sollen, lustig gewesen.
flammenfärbung, kobaltglas gibts praktischerweise. kurze anweisung an mitschüler "schaus dir eben mit kobaltglas an" endete, indem dieser die probe aufs kobaltglas legte und samt glas in die flamme hielt.
nobody
10.03.2004, 22:10
Nein ich denke das Phänomen ist weiter verbreitet.
Ich wundere mich, wieso auf der Rückseite meines Labormantels, Flecken in allen Farben und faustgrosse Löcher sind.
Der Frage Klärung : Mein Kommilitone, der vis a vis mit dem Rücken zu mir arbeitete, entleerte Reste seiner Pipette indem er sie nach hinten ausdrückte.
:rofl: :rofl: :rofl:
kleinerChemiker
10.03.2004, 22:15
Wow, also Bernhards Posting bringt mich nicht mehr aus dem Staunen und Kopfschütteln heraus!
Der im ersten Semester scheint wohl nicht sehr an der Chemie interessiert gewesen zu sein, sonst hätte er sowas verantwortungsloses nicht getan, man kann es nur hoffen, dass er nach dem ersten Semester ne andere Studienrichtung eingeschlagen hat!!
Vorallem aber wundert mich, dass jemand, der es bis zur Diplom-Arbeit zur Dissertation und ins Berufsleben geschafft hat solche Unwissenheit mitbringen kann (bezieht sich jetzt vorallem auf den von der Diplomarbeit), der aus dem Berufsleben hat wohl nicht drüber nachgedacht, sollte man aber immer, zumindest als Chemiker kann sowas von großem Vorteil sein, wenn man alt werden möchte! Tja, wundert mich schon sehr und macht mir ehrlich gesagt auch große Angst, wenn ich studieren anfange! Habe ernsthaft Angst um mein Leben!
lg, Peter!
Adam
10.03.2004, 22:20
heute hat so'n lehrämtler wieder sämtliche vorurteile bestätigt:
er kommt rein, fragt: "habt ihr brom?"
antwort vom kollegen: "yo"
was macht der kerl? läuft zum trockenschrank (der grade bei 100 °C lief), öffnet das ding und kuckt sich um. sein nächste frage war dann "wo denn?".
so doof haben wir alle noch nie gekuckt. mein kollege hat sich dann nach zehn sekunden ein herz genommen und ihm ein freundliches "VIELLEICHT IM KÜHLSCHRANK?!?" entgegengeschmissen
herrje... wie kann soviel blödheit nur in ein so kleines volumen passen?
Das ist zum :rofl: oder echt nur zum :cry:
:rolleyes:
Gruß
Adam
Schnüffler
10.03.2004, 22:59
Einfach nur krass was es für Leute gibt :jump_biggrin: Aber zum Teil auch ziemlich :wall: Naja, manchen fehlt einfach :teamwork: oder auch mehrere :D
Bei uns im Labor ist eigtlich noch nicht wirklich was passiert. OK, unser Lehrer spielt gerne mit Brom oder Ammoniak (aber daran gewöhnt man sich).
Vielleicht kann ich morgen mehr schreiben. Hab morgen wieder praktische Arbeit. :yes:
zarathustra
10.03.2004, 23:38
Bei uns gab es mal einen ähnlichen Vorfall wie bei bm unter 5. beschrieben (leider war das Spektakel vor meiner Zeit an der Uni). Nur dass in dem Fall nicht klar war, ob in der 2,8-Liter-Flasche mit dem eingepressten Natrium Tetrachlorkohlenstoff war.
Das ganze war in einem Labor im 3. Stock und zur "Rettung" wurde ein Räumdienst mit Spezial-Roboter organisiert, der die Flasche aus dem Fenster werfen sollte bzw. das dann auch getan hat.
Die große Überraschung war damals wohl, dass gar nichts passiert ist (in der Flasche war kein Tetra, wie sich später herausstellte :D ),
man bedenke, was da für ein Aufwand betrieben wurde, um die Flasche halbwegs kontrolliert zu vernichten und was hätte passieren können...
Übrigens müsst Ihr nicht immer auf den Lehrämtern rumhacken, habe bspw. einen Diplom-Chemie-Studenten im 2. Semester erlebt, der seine Qualis mit konz. Salpetersäure versetzt hatte, mit dem Daumen das Reagenzglas zuhielt und das ganze schüttelte (und das nicht nur mal aus Versehen, sondern öfter), welche Farbe der eine Daumen immer hatte, könnt Ihr Euch vorstellen :D ...
Schnüffler
11.03.2004, 18:07
:rofl:
Schon lustig wie manche Leute drauf sind.
Naja, heute ist nicht wirklich was passiert. Ok ich habe ein Becherglass geschrottet aber das ist ja normal :D
nobody
11.03.2004, 20:21
heute hab' ich echt grund, mit dem dödelhut in der ecke zu stehen...
icke lustig am absolutieren von ether und nach einigem warten war's dann auch fertig. also kolben vom tropftrichter abziehen und erstmal in 'ne ecke vom abzug stellen - entsorgen kann man später. erstmal die apparatur wieder schließen wegen luftfeuchtigkeit, das laborjournal aktualisieren und eine rauchen könnte man auch mal wieder...
wer was ahnt, liegt wahrscheinlich richtig. nach 'ner viertelstunde komme ich wieder am abzug vorbei und sehe den versifften kolben rumstehen. 'man könnte ihn ja mal saubermachen' denkst und greift den kolben. dummerweise hatte ich inzwischen schon wieder vergessen, daß da ja noch natrium drin war. der kolben ging also den normalen gang einer abwäsche. plötzlich hielt ich einen zischenden, rauchenden kolben in der hand und mir fiel siedend heiß ein, was ich vergessen hatte.
'okay', dachte ich 'vorsichtig ins waschbecken stellen, abreagieren lassen und die kollegen zu einer gemeinsamen kaffeepause bitten'. bevor punkt 1 des plans ausgeführt war, machte es *bumm*, klingelte in meinen ohren und ich stand mit zitternden händen und einem puls von etwa 360 vor dem waschbecken.
zum glück blieb der kolben und somit meine hand heil. für den rest des tages war ich dann tagesgespräch.
meine assi beruhigte mich dann erstmal und meinte, ich solle das nicht so tragisch nehmen. eine stunde später saß ich dann wieder mit einigen kommilitonen zusammen und wir haben drüber gelacht.
wo wir grade am reden über natrium waren, wurde mir dann auch noch eine geschichte über eine kollegin erzählt, die wohl ein wenig viel natrium in etwas wenig ethanol umsetzen wollte. das zeug zischte und brodelte kräftig und irgendwann entzündete es sich. und womit löscht man? natürlich mit wasser...
FK
11.03.2004, 20:27
@kirsche
Du hast mein volles Mitgefühl - mir ist mal was ähnliches passiert. Da hatte ich zwar noch nach dem Natrium gesucht, aber keins gesehen (es hatte sich versteckt, das Luder :D ).
Zu den Folgen: siehe weiter vorn...
Gruß,
Franz
nobody
11.03.2004, 21:04
Ich glaube, ich muss hier mal eine Lanze für uns Lehrämtler brechen.
Wir sind nicht blöder als die Diplomer, dass hat sich schon in vielen Praktika bestätigt.
Und wer glaubt wir seien am schlimmsten, der hat noch nie ein Praktikum der Mediziner betreut. Ich habe selbiges nur unter starken Schmerzen in der Bauchmuskulatur bestanden (vor lachen, versteht sich!)
bis denne
schukri
nobody
11.03.2004, 21:22
*rofl* lehrer gegen mediziner...
das lachen fängt schon an, wenn man eine horde studenten in strahlend weißen kitteln und jeweils vier packen haushaltshandschuhen in jeder hand auf sich zu kommen sieht. meine frage 'ihr seid mediziner, oder?' wurde selbstverständlich positiv beantwortet: 'äh, ja, wieso? sieht man uns das an?' - nöööööö, liebe mediziner, ich hab euch an der alkoholfahne erkannt :D
übrigens - nach der natriumsache wurde ich doch tatsächlich gefragt, ob ich heute morgen in spanien gewesen wäre... *tztztz*
außerdem wurde die natriumflasche von meinen laborkollegen versiegelt.
nobody
11.03.2004, 21:58
:rofl:
Schon lustig wie manche Leute drauf sind.
Naja, heute ist nicht wirklich was passiert. Ok ich habe ein Becherglass geschrottet aber das ist ja normal :D
ach jerome, das is ja nix.
kannst dich noch errinnern wo ich die saugflasche kaputt gemacht hab?
dann war es nurnoch eine für 7gruppen ^^
oder wo ich das 1-octanol im labor rumgepustet hab,
wodurch wir nicht mehr arbeiten konnten und den raum wegen dem gestank verlassen mussten?
Das waren noch krasse zeiten,
genauso schön als gummistiefel noch aus holz waren *fg*
nobody
15.03.2004, 23:41
*schwuuuuups* und wieder ist der wenn schon nicht bedeutendste so dann doch mitunter lustigeste thread wieder oben...
es geht um ...ratet mal... LEHRÄMTLER! :wall:
da packe ich grade lustig meine substanzen im nachbarlabor in die frier-o-matic und bin schon auf dem weg wieder raus, da quatscht mich so'n oberschlauer oberlehrer-lehrling von der seite an. das schauspiel nach seinen lauf...
"sach mal, du kennst dich doch aus mit natrium, ne? *doofkicher*", kam eine stimme sanft an mein ohr gesäuselt.
'*imgeistediehandandenkopfschlag* au ja, wieder ein lustiger spruch von einem lustigen menschen', dachte ich und wortete ant "ja, wieso?"
offenbar hatte der lehrer tatsächlich eine frage, was sich im folgenden herausstellte...
"ähm, ich hab da 'nen natriumaufschluß. wie entsorge ich den am besten?"
'oha', war ich am denken sein 'eine ernste gemeinte frage.'
also frägte ich: "was haste denn da alles drin?"
nach seiner ersten antwort hätte ich eigentlich panikerfüllt den raum verlassen sollen: "keine ahnung, hat'n kollege für mich gemacht" :rolleyes:
"was haste denn reingegeben," gab ich nicht auf.
"hab ich vergessen." :hmpf:
"öhm, tja, was haste denn damit gemacht?"
"weiß nicht.":madanimate:
ich sprach noch "ach so, du weißt also nicht, was du hier tust..." und verließ mit deutlicher erhöhter geschwindigkeit das labor...
hinterher fiel mir ein, daß ich im ein quantitative entsorgung in den gewissen roten 5L-kanister hätte empfehlen sollen. aber bitte erst in zehn minuten, damit ich noch rechtzeitig mein labor evakuieren und aus dem trakt rauskommen kann... :evil_planning:
G.Manz
21.03.2004, 23:46
Hi
Wir sind gerade im CEP und es haben sich auch schon einige interessante (oft auch ungewollte) Reaktionen ereignet.
1) Schwermetallabfall unter dem Abzug zum einengen am kochen. S. schüttet eine ca. 30% H2O2 Lösung dazu.
2) Mahrsche Probe, Zinkgranalien und konz. HCL, 10cm hinter dem Schiebefenster des Abzugs.
Dann fällt ein Becherglas runter und man zündet nicht den AsH3, nein man kümmert sich erst um das Becherglas.
Was habe wir gelernt? AsH3 riecht wirklich nach Knoblauch.
3) Schwermetallabfälle werden duch Büchnertrichter mit Wasserstrahlpumpe abgesaugt.
Die Sazgflasche scheint Zauberkräfte zu haben, wird einfach nicht voll.
Direkt in den Abguss abgesaugt.
StBB
22.03.2004, 12:18
Ich habe in meiner Ausbildung ja auch schon einiges zerdeppert aber 3() andere Azubis haben es echt getoppt:
Wie öffnen wir Exxis?
Wir öffnen vorsichtig mir einer Hilfe den Deckel dieser hat sich gelöst und wir fassen den Deckel am Küken/Hahn an. Und es passiert, was passieren muss...
Quintessenz: Auf dem 4. neuen Deckel ist ein Schild mit folgender Aufschrift: "Deckel nicht am küken festhalten"
So, ein fröhliches weitererzählen!
;-)
FK
22.03.2004, 20:46
Wie spült man Glasgeräte sauber?
Gerät in die linke Hand, Spritzflasche mit Chloroform in die rechte Hand, beides über den Ausguss gehalten und ab dafür...
Und dann das nächste Gerät usw..
So gesehen vor rund 24 Jahren, und zwar bei einer weiblichen Laborhilfe (die das seit Jahrzehnten nicht anders machte, wie ich zu meinem Schrecken erfuhr...)
Gruß,
Franz
Chickendog
23.03.2004, 20:37
Naja, Gerüchten zufolge soll ein Prof von mir eine Lösung mit Azid-Ionen mal nen bischen angesäuert haben ... seitdem kann er nicht mehr richtig gucken ....
Chickendog
Tigerlilly
24.03.2004, 21:13
Ich kann mich an guuuut an einen Praktikumsmitstreiter erinnern der im OC nicht eingesehen hat die wässrige von der etherischen Phase zu trennen bevor er diese mit Calciumchlorid trocknen sollte, frei nach dem Motto: ob ich viel oder wenig Wasser trockne ist egal...
Na, wer rät was als nächstes passiert ist?? :p
FK
24.03.2004, 21:16
Ich kann mich an guuuut an einen Praktikumsmitstreiter erinnern der im OC nicht eingesehen hat die wässrige von der etherischen Phase zu trennen bevor er diese mit Calciumchlorid trocknen sollte, frei nach dem Motto: ob ich viel oder wenig Wasser trockne ist egal...
Na, wer rät was als nächstes passiert ist?? :p
Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort.... :p
Gruß,
Franz
nobody
24.03.2004, 23:22
da fällt mir doch glatt noch eine "fast-katastrophe" ein. bei uns stand 2 oder 3 monate eine pralle aldi-tüte bei den spinden rum. eigentlich interessierte sich keine dafür, aber eines tages nahm sich 'n kumpel mal ein herz und warf einen blick in die tüte. drinnen waren diverse apotheker-flaschen anno dunnemal. also ab in den spind damit - kann man ja immer gebrauchen. irgendwann untersuchte er den inhalt dann genauer und fand ein papp-schächtelchen mit der aufschrift "UO2?". drinnen befand sich eine kleine glasampulle mit kork(!)stopfen. das ganze war uns dann doch ein wenig zu heiß und wir übergaben das zeug an einen bekannten aus dem ansässigen isotopenlabor. den trafen wir dann zwei tage später wieder und er meinte, er hätte die ampulle erstmal in den bleisafe gepackt, nachdem er nicht ohne großalarm an der kontrollapparaten vorbeigekommen sei. fazit war, daß das so genannte uranoxid über's gesamte spektrum kräftig strahlte und für nichts anderes als die entsorgung brauchbar war. das ganze wurde schließlich an den strahlenschutzbeauftragten übergeben...
aber die frage, wie halb zerfallenes uranoxid in einer alditüte zwischen die spinde kommte blieb.
buba
24.03.2004, 23:34
Na, wer rät was als nächstes passiert ist?? :p
Was denn? Hat sich der Ether etwa aufgrund der hohen Hydratationswärme entzündet? :confused:
nobody
24.03.2004, 23:43
Was denn? Hat sich der Ether etwa aufgrund der hohen Hydratationswärme entzündet? :confused:
nene, die chloridanionen setzen sich unter abspaltung freier elektronen um zu elementarem chlor, das sich dank der in abzügen immer vorhandenen uv-lampen mit dem ether vergnügt. und die calcium-kationen disproportionieren unter vorheriger aufnahme von elektronen einfach zu 2 atomen elementarem natriums, das dann wiederum mit dem chlorierten ether 'ne dicke party feiert.
siehste, so einfach kann chemie sein. soll ja auch leute geben, die chlor über natrium leiten, um NaCl rauszukriegen :D
Tigerlilly
24.03.2004, 23:46
mhm....
Es gibt Campingsuppen die heiß werden weil sie in einer doppelwandigen Dose sind bei der sich in dem äußeren Volumen Wasser und Calciumchlorid von einander getrennt befinden. Pickt man mit einem Stäbchen in die Trennwand zwischen Wasser und Calciumchlorid wird das ganze sooo heiß das unsere Suppe lecker warm wird...
Die Suppe des Praktikanten ist auch sehr warm geworden... Und weil sie so heiß war kam sie ihm auch direkt entgegen.... :laola:
FK
25.03.2004, 10:13
aber die frage, wie halb zerfallenes uranoxid in einer alditüte zwischen die spinde kommte blieb.
Fällt unter die Rubrik "fachgerechte Entsorgung" (statt das Zeug in den Wald zu schmeißen...).
soll ja auch leute geben, die chlor über natrium leiten, um NaCl rauszukriegen
Oder, noch einfacher: Na in der Suppe lösen, stöchiometrische Menge Chlor einleiten, mitentstandenes Hypochlorit mit SO2 reduzieren...
Gruß,
Franz
nobody
25.03.2004, 16:25
Moin!
Ich sollte letztens eine Fehlinglösung oder was das war kochen. Leider hab ich den Ernst der Lage nicht so gleich erkannt, als ich über die Holzzange, womit ich das reagenzglas festhielt, ein vibrieren verspürte. Ich nahm es aus der Flamme! Jedoch war ich der meinung, es müsste noch!
Da hielt ich es in die Flamme und in dem Augenblich schoss es dann auch schon durch das ganze Klassenzimmer!! Zum Glück ging da grad keiner her!
Ergebnis: Komische bläuliche und braune Flecken aun der Wand und unter der Decke! Den Innenraum des Schrankes hat irgendwer gesäubert, denn der stand auf! :)
Greetz der_schaffer
PB
25.03.2004, 21:16
Oder, noch einfacher: Na in der Suppe lösen, stöchiometrische Menge Chlor einleiten, mitentstandenes Hypochlorit mit SO2 reduzieren...
Dann haste aber nachher noch Sulfat mit drin.
Aber das läßt sich ja mit BaCl2 abtrennen :D
Hat aber den entscheidenen Nachteil, dass die Synthese nicht mehr direkt in der Suppe durchgeführt werden kann ...
Aber wir schweifen ab ...
nobody
14.04.2004, 23:15
hab mal 'ne andere art von katastrophe:
vor etwa zwei wochen habe ich hexyltoluensulfonamid synthetisiert. das ganze hatte ich dann in ether aufgenommen und wollte es einrotieren. da ich grade keine passenden kolben frei hatte und das ganze sowieso im zweihalskolben hatte (faulheit siegt) hab ich's dann so an den roti gehängt. es kam wie es kommen mußte, durch den einen hals schlich sich der sipsch raus und landete am kolben und im wasserbad. naja, das wurde dann alles aufgenommen (auch aus dem wasserbad) und erstmal beiseite gelegt. heute hab ich mich dann mal getraut ir und schmelzpunkt aufzunehmen. und siehe da: das zeug war sauber, trocken (!) und der schmelzpunkt eine punktansage. da fängt man schon an zu zweifeln...
FK
15.04.2004, 07:00
Präparate aus dem Wasserbad zu isolieren, ist ein beliebtes Verfahren.
Wird bevorzugt allerdings bei wasserlöslichen (oder noch besser: hydrolysierbaren) Produkten angewandt, weil man dann mehr Arbeit hat... :D
Gruß,
Franz
nobody
16.04.2004, 12:49
keine wirkliche Katastrophe aber man staune über die Dummheit manch anderer..
1. Semester CTA-Ausbildung
Eine Mitschülerin (war vorher schon an einer anderen Chemieschule) musste laut Vorschrift "Wasser auf ca. 80°C erwärmen"...
Frage: wie tut man das?
Man stellt einfach die (PE) demin.Wasser-Flasche auf ein Drahtnetz und drunter den Bunsenbrenner :)
---
Mittlerweile hats die Schülerin durchs erste Semester gehaun und darf nun CTA-Lehrgang nicht mehr wiederholen - gott sei dank
-> möchte jetzt Zoologie studieren :D
nobody
16.04.2004, 13:56
Folgende Annekdote ist einem Kollegen von mir passiert.
Und zwar lieferten sich besagte Person und einige seiner Kommilitonen (absolute Chaoten...sowas trifft man nicht alle Tage *g*) in einem der Chemie Labors eine Spritzflaschen Wasser-Schlacht (ihr kennt das ja...diese netten Fläschchen in denen sich NORMALERWEISE destilliertes Wasser befindet).
Das Problem war nur, dass irgend ein Traumtänzer in eine dieser Flaschen wohl konzentrierte Schwefelsäure gefüllt hatte und eben diese Flasche dann wohl auch in der Schlacht zum Einsatz kam.
Der Strahl hat meinen Kommilitonen am Rücken getroffen, ergo kompletter Rückenteil des Laborkittels weg, Kleidung darunter auch angegriffen...er selbst hat zum Glück so gut wie keinen Schaden davongetragen da er die Klamotten noch rechtzeitig ausziehen konnte (was wohl passiert wäre, hätten sie damit höher gezielt...ich wills mir gar nicht vorstellen).
Jo, anscheinend haben sie den Vorfall dann irgendwie vorm Assistenten vertuschen können, so dass das Ganze dann keine weiterreichenden Folgen (außer neuen Kittel kaufen) für irgendjemand hatte...
DrDeath
16.04.2004, 15:16
Gut ist es auch, wenn jemand versucht, jemandem, der am Abzug steht, von hinten mit einer Spritzflasche in den Nacken zu spritzen, verfehlt und das Ölbad im Abzug trifft. Vor allem, wenn das Ölbad so 120°C hat...
FK
16.04.2004, 15:51
:eek: :eek: :eek:
Es gibt schon Idioten...
Das nennt sich dann "allgemeine Hochschulreife"... :p
Gruß,
Franz
Tigerlilly
16.04.2004, 16:16
Ich hab gestern auch eine schöööne Geschichte gehört:
OC-Forschungspraktikum also Student im Hauptstudium sollte irgendwas unter Rückfluß erhitzen.
Assi:"Du nimmst einen Heiz-Rührer, einen Laborboy, ein Ölbad und deinen Kolben mit dem Rückflußkühler und baust das schon mal auf, ich bin gleich wieder da."
Als er wieder da war durfte er sich die Konstruktion in GENAU der selben Reihenfolge von unten nach oben anschauen...
Was lernen wir daraus?
Die Laborboys in Münster haben eine extrem gute Wärmeleitfähigkeit... :D
DrDeath
16.04.2004, 17:14
Unsere Laborboys waren schon immer was besonderes... ;)
FK
16.04.2004, 17:17
Ich hab gestern auch eine schöööne Geschichte gehört:
OC-Forschungspraktikum also Student im Hauptstudium sollte irgendwas unter Rückfluß erhitzen.
Assi:"Du nimmst einen Heiz-Rührer, einen Laborboy, ein Ölbad und deinen Kolben mit dem Rückflußkühler und baust das schon mal auf, ich bin gleich wieder da."
Als er wieder da war durfte er sich die Konstruktion in GENAU der selben Reihenfolge von unten nach oben anschauen...
Was lernen wir daraus?
Die Laborboys in Münster haben eine extrem gute Wärmeleitfähigkeit... :D
:rofl:
Gabs bei Euch irgendwann einen Aushang "Studenten ist das Mitdenken untersagt"?...
Gruß,
Franz
Tigerlilly
17.04.2004, 14:40
Lass mich mal nachdenken.... :thinking:
Mhmm... Nein ich glaube den hab ich nicht gesehen.... :D
nobody
22.04.2004, 09:44
Unser Lehrer genannt Speedy wollte eine Kjeldahl-Destillationsapparatur mit konz. HCl reiningen, um vorhandene Verschmutzungen zu beseitigen. Alles schön und gut, aber er hat nicht bedacht das ein Rest der konz. HCl im Gefäß zurückbleibt. Er befüllt die Apparatur wieder wie vorgesehen mit dest. Wasser schließt die Apparatur an den Strom an und freut sich dass es sofort anfängt zu sieden. Nach ca. 5 Sekunden aber fangen die Heizstäbe, aufgrund die restlichen HCl und derer hohen Leitfähigkeit, an Funken zu schlagen. Aber auf die Idee den Stäker hinaus zu ziehen kommt er natürlich nicht. Resulltat: Eine 1500 Euro Apparatur ist reif für den Schrottplatz. :wall: Und sowas darf sich Doktor nennen!! :help:
nobody
22.04.2004, 09:59
Ich weiß ja nicht ob ihr schon von dem intelligenten Bankräuber in England gehöhrt habt. Aber dieser sehr einfallsreiche Mensch wollte eine Bank mit einem höchst gefährlichem chemischen Gemisch überfallen. Der Hacken an der Sache??
Dieses Gemisch bestand aus 50% NaOH und 50% HCl. Als eine höchst gefährliche Kochsalzlösung.
Gruß Mario :D
Schnüffler
22.04.2004, 16:34
Tja, unser Speedy ist schon was einmaliges!! :D :D :D
Naja. Heute ist nicht wirklich was passiert. Allerdings haben wir uns im Praktikum gewundert, wo er denn so lange bleibt.
Seine Antwort:
Hatte Zeit. Habe mir was beim Türken geholt (Obst :banana: ), mich auf eine Bank vom Friedhof gesetzt und den Vögeln zugehört.
Manche Leute haben schon eine komische Art Freizeit zu nutzen!! :laola:
berlinhexe
22.04.2004, 19:26
Hey ihrs!!
Bei uns im Chemieunterricht (13. Klasse, Leistungskurs) passiert auch immer irgendetwas und wir habe viel zu lachen. Meist häufen sich diese Katastrophen innerhalb 90 Minuten Unterricht. Nur ein Beispiel, die heutige Stunde:
Wir hatten letzt Stunde mit einem Experiment (Umwandlung von Stärke in Glucose mit Hilfe von Erwärmen und Schwefelsäure) angefangen, sind nicht fertig geworden und haben das ganze heute noch mal gemacht.
Holen unsere Kittel, ich gebe meiner Partnerin ihren, sie zieht ihn an und haut dabei einen Messzylinder um. Der zerspringt und jemand ruft schon durch den Raum, ob ich das denn wieder war. (Normalerweise gehen bei mir Glassachen kaputt, keine Ahnung warum. Da zerspringen Reagenzgläser, obwohl ich gar nichts damit mache und ähnliches.) Naja, diesmal war ich es nicht, hatte auch keine Folgen, unser Lehrer grinste und gab uns einen neuen.
Dann lösen wir also Stärke in Wasser und erhitzen gleichzeitig Wasser auf dem Dreifuß. Einer ist dann so clever und will diesen wegziehen, statt den Brenner wegzunehmen und schreit kurz auf, denn der Dreifuß war oben doch schon recht heiß!
Danach Stärkekleister ins heiße Wasser und Schwefelsäure dazu. Das spritzte und offenbar landete etwas auf dem Dreifuß. Wir stellen den Brenner wieder drunter und es fängt an zu qualmen. Hilfe, was ist das denn?? Mein Lehrer ganz cool, da habt ihr wohl Schwefelsäure verkippt, kein Problem. Er nimmt das Becherglas runter und stellt den Brenner wieder unter den Dreifuß, das brennen wir einfach weg. Kurze Zeit später bekommen wir einen ziemlichen Hustenanfall, war wohl doch etwas zu viel Schwefeltrioxid!
Danach läuft das Experiment recht ruhig ab.
Abschließend sollen wir eine Fehling-Probe durchführen. Stellen die Lösung also basisch ein und kippen Fehlingsche Lösung dazu, dann erhitzen. Mein Nachbar fragt mich nach dem Lappen, ich greife nach rechts, in der linken Hand die Zange mit dem Reagenzglas überm Brenner. Ziehe meine Hand mit dem Lappen wieder vor und schmeiße den MEsszylinder mit der restlichen Lösung um. Arbeitsanleitung versaut, aber alles heil.
Kleiner Trost: die Fehling-PRobe hatte ein super positives Ergebnis.
Das war heute eine ziemlich verplante, aber lustige Stunde.
PS: So laufen etwa 50% der Experimentierstunden ab.
Tschau hexchen
Rolando
22.04.2004, 19:50
Ort: Chemieraum, Abzug, Behälter für Schwermetallabfälle
Zeit: Während der Facharbeit
Verursacher: Einer meiner lieben Mitschüler
Leidtragender: Er selbst
Alle hatte viel zu entsorgen und so kippten wohl einige Sachen in den Kanister für Schwermetallabfälle, die da nicht reingehörten.
Das letzte war dann 35 % Wasserstoffperoxid, welches wohl die Reaktionen (was auch immer das für welche waren) katalysierte. Jedenfalls schäumte es erst lustig aus dem Kanister heraus, dann "wuchs" eine gelblich-weiße Masse und kroch langsam über den Rand des Kanisters. Alle Abstand genommen, Chemielehrer an die Front, die dann das ganze einfach mal in Waschbecken gekippt haben, wo es erstmal munter weiter wuchs...
Ich glaube, der Verursacher wurde dazu verurteilt, ewig verspottet zu werden...
zarathustra
22.04.2004, 20:05
Das letzte war dann 35 % Wasserstoffperoxid, welches wohl die Reaktionen (was auch immer das für welche waren) katalysierte.
Was Du beschreibst, hört sich vielmehr nach einer katalytische Spaltung von Wasserstoffperoxid an, nicht das H2O2 ist der Kat, sondern die Schwermetall-Ionen.
Ist übrigens besonders toll, wenn man Dichromat und H2O2 zusammenbringt :rolleyes:
Rolando
22.04.2004, 20:16
Kann schon sein, bis heute weiß niemand genau (nicht mal die Chemielehrer), was da eigentlich reagiert hat! Vielleicht hatte auch jemand vorher großzügig was organisches reingetan... Man weiß es nicht...
nobody
22.04.2004, 21:04
Kann schon sein, bis heute weiß niemand genau (nicht mal die Chemielehrer)...
das bedarf wohl keines weiteren kommentars, oder?
:angel:
nobody
23.04.2004, 16:34
Der Typ is echt nen bisschen durch!! Heute hat der Vogel den halben Stock unserer schule verpesstet einschließlich unseren Klassenraum. Er musste unbeding ma wieder ein paar Carbonsäuren (sehr strenger Geruch z.B. nach Schweiß oder Schweizer Käse)schnüffeln!! :dizzy:
Tja das ist unser Lehrer. Der kommt immer auf gute Ideen.
PS: Seine absolute Lieblingsbeschäftigung ist Brom schnüffeln :silly:
Godwael
23.04.2004, 22:33
Ach... Wo gehobelt wird, fallen Späne... :rolleyes:
FK
23.04.2004, 22:38
Der Typ is echt nen bisschen durch!! Heute hat der Vogel den halben Stock unserer schule verpesstet einschließlich unseren Klassenraum. Er musste unbeding ma wieder ein paar Carbonsäuren (sehr strenger Geruch z.B. nach Schweiß oder Schweizer Käse)schnüffeln!!
Was für Ausreden Leute erfinden, wenn sie mal wieder ihre Füße nicht gewaschen haben... :D
Gruß,
Franz
upsidedown
23.04.2004, 22:41
Naja, n-Valeriansäure ist echt die Pest in der Flasche.. Dagegen ist Buttersäure Mundwasser :kotz:
FK
23.04.2004, 22:51
Naja, n-Valeriansäure ist echt die Pest in der Flasche.. Dagegen ist Buttersäure Mundwasser :kotz:
:sad: Och, und ausgerechnet die hatte ich nicht in meiner Sammlung...
Doch auch mit Mercaptanen kann man interessante geruchliche Erfahrungen sammeln - nur so als Anregung an Jonny Walkers Lehrer...
Gruß,
Franz
upsidedown
23.04.2004, 23:07
Jo, man kann sich ja mal tert.butyl-mercaptan kochen und gucken wie die Nachbarn reagieren :D
(bloss nich..)
Godwael
23.04.2004, 23:17
Ich hatte gerade das zweifelhafte Vergnügen, ein Thioacetal in trockenem Pyridin mit Buttersäureanhydrid zu verestern - ein Bukett, sag ich euch... :ugh: :kotz:
FK
23.04.2004, 23:30
Ich hatte gerade das zweifelhafte Vergnügen, ein Thioacetal in trockenem Pyridin mit Buttersäureanhydrid zu verestern - ein Bukett, sag ich euch... :ugh: :kotz:
Das hört sich aber lecker an...
Zur Abrundung des Aromas empfehle ich ein Arsin oder Phosphin...
Gruß,
Franz
nobody
24.04.2004, 18:39
:sad: Och, und ausgerechnet die hatte ich nicht in meiner Sammlung...
Doch auch mit Mercaptanen kann man interessante geruchliche Erfahrungen sammeln - nur so als Anregung an Jonny Walkers Lehrer...
Gruß,
Franz
als weitere anregung hätte ich pyrimidine (frei nach wahl) anzubieten. vielleicht können wir so eine weitere biologische ausbreitung dieses exemplars eindämmen (wenn's nicht schon zu spät ist). wie kommt man eigentlich auf die idee, freiwillig an brom zu schnüffeln? kann er sich auch gleich mit konz. hcl die nase spülen...
FK
24.04.2004, 21:24
Dieses aus dem Privatbereich (nicht aus meinem...); hat sich vor 25...30 Jahren ereignet.
Vater braucht in der Werkstatt zuhause Salzsäure; besorgt sich welche und füllt die in eine Bierflasche (Bügelverschluss).
Mama findet die herumstehende Bierflasche und stellt sie in den Bierkasten.
Vater hat Durst, greift sich eine Flasche aus dem Kasten und nimmt einen Zug...
Etwa nach einem halben Jahr kann er wieder feste Nahrung zu sich nehmen.
Gruß,
Franz
Kutti
26.04.2004, 19:24
Heute um 16 Uhr wurden wir aus der Fakultät für Chemie an der TU München evakuiert, da ein Labor in die Luft geflogen ist. Angeblich ist es einem Doktoranden beim Hantieren mit THF etwas schief gelaufen. Näheres ist noch nicht bekannt. :(
Tigerlilly
26.04.2004, 19:27
Der hatte anscheinend sehr heiße Händchen, oder? :p
buba
26.04.2004, 20:17
:eek: Mal schauen, was sich herausstellt.
Adam
26.04.2004, 20:24
Angeblich ist es einem Doktoranden beim Hantieren mit THF etwas schief gelaufen
Mit THF hm...
Die Dämpfe sind viel schwerer als Luft und können mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Oder Peroxide....
Hoffentlich ist der Dok. ok.
Gruß
Adam
FK
26.04.2004, 20:30
Hoffentlich wurde niemand verletzt...
Während meiner Zeit an der TU Darmstadt ist Mitte der Siebziger... auch mal ein Labor im Organikinstitut hochgegangen.
Da lief ne Etherdestille im Abzug, und am Tisch saßen die drei Doktoranden und spielten Skat (so wurde berichtet)...
In Anbetracht dessen, wie das Labor nachher aussah, kamen die drei mit Schnittwunden und leichten Verbrennungen noch ganz gut weg...
Gruß,
Franz
Schnüffler
06.05.2004, 18:30
Hallo,
habe heute geschafft eine Bürette merkwürdig zu zerstören! Unsere Aufgabe war es eine Lösung zu titrieren. Ich nehme also das 2,6-Dichlorphenolindophenol Na-Salz und befülle die Bürette. Wie immer ein Schluck zu viel. Nehma also ein Becherglas um die Bürette richtig einzustellen. Halte die Bürette fest und drehe den Hahn, wo ich plötzlich den unteren Teil der Bürette in der Hand halte. War schon sehr merkwürdig. Naja, da ich nicht so schnell reagieren konnte, war auf meinem Tisch erstmal Hochwasser bzw. Sturmflut.
Das merkwürdige daran war nur, dass sie nicht da kaputt gegangen ist, wo ich sie befestigt habe sondern gut 10 cm tiefer. War schon lustig (besonders für meine Mitschüler) wie 50 mL Lösung sich auf ihren Weg machen :D .
Das erstemal was teures kaputt gemacht und schon auf Platz 2 der Zerstörer :D
Gruß Jérôme
FK
06.05.2004, 19:39
Das erstemal was teures kaputt gemacht und schon auf Platz 2 der Zerstörer :D
Och, mein Kommilitone hat das viel professioneller (und teurer) hingekriegt:
http://www.chemieonline.de/forum/showpost.php?p=16236&postcount=14 ;)
(Zur Ehrenrettung sei gesagt: ansonsten alles andere als ein Katstrophenchemiker)
Gruß,
Franz
nobody
09.05.2004, 16:14
kleine Katastrophe im AC Praktikum...
da wir uns durch PSE analysieren baut der ein oder andere Student schon mal einen Marsh-Flugkörper.
Mir aber ist es letztlich gelungen einen kleinen Raketenantrieb aus meinem H2S-Entwickler zu kreieren.
Aus Mangel an TAA fällen wir unsere Sulfide mittels eines Entwicklers aus Schwefel und Paraffin, der bei erhitzen H2S freisetzt, welches über ein Röhrchen in die Lsg geleitet wird.
Ich hab wohl ein bisschen viel erhitzt.
Es gab einen Plop und dann schoss eine ca. 25 cm lange Flamme aus meinem RG, gefolgt von einem sehr druckvollen Dampfausstoß...
Was war passiert? Das RG war unten geschmolzen und der Innendruck hat sich nach unten hin Platz gemacht.
nobody
10.05.2004, 15:48
Tja nicht so spektakulär, aber trotzdem lustig:
Wir sollte den Wasserstoff auffangen und nachweisen, der frei wird wenn man Na in Wasser gibt.
Nun die erste elegante Möglichkeit wäre das Na mit einem Stein in Al-Folie einwickeln mit einem Messer einstechen und einfach das vorher mit Wasser gefüllte umgedrehte Becherglas darüberhalten und warten bis es voll ist! Funktioniert garantiert!
Man kann aber auch wie ein Mitstudent von mir hingehen und ein dafür vorgesehenes "Teesieb" (Halt so n Schnappdings) nehmen das Na reinstecken und mit samt dem Sauerstoff, der noch im Sieb ist und nicht durch die dünnen Maschen entkommen kann unter Wasser halten! Nunja kann man, sollte man aber nicht! Denn es gab einen lauten Knall, und eine Wasserfontäne flutete den Tisch, sowie das Gesicht und den Laborkittel meines Mitstudents!
--> Was daran besonders toll ist, es ist als Demonstrationsversuch für die Schule gedacht! Und ihr könnt euch wohl vorstellen wie sich sowas in einer Chmiestunde Klasse 9 macht!
FK
10.05.2004, 17:07
Und ihr könnt euch wohl vorstellen wie sich sowas in einer Chmiestunde Klasse 9 macht!
Gibt standing ovations...
Gruß,
Franz
nobody
10.05.2004, 17:32
Gibt standing ovations...
Na mindestens :D
nobody
10.05.2004, 19:04
Apropro Knallgas!
Da fällt mir noch die Geschichte ein, die wir ungefähr drei mal zu hören bekommen, wenn wir mit Wasserstoff hantieren. :nono:
Vorgänger von uns haben Knallgas hergestellt, es gibt Leute die das mit Absicht machen :silly: In einer sogenannten "BLACKBOX"
auf alle Fälle hat so ein Kasper gemeint, er müsste das Knallgas direkt am Hahnen anzünden, der Effekt war ziemlich Beeindruckend :boah: das Ergebnis ist heute immernoch an unserer Decke im Labor zu bewundern!
Unser Prof war ziemlich verärgert, wie man sich vorstellen kann :madanimate:
Er meinte, das wäre das erste mal gewesen, dass er fast hätte handgreiflich werden müßte :box: Und der Student war die Lachnummer :bag: :D
fredi0815
20.07.2004, 19:41
So....mein erster Beitrag in diesem Forum. Kam irgendwie erst jetzt nach 2 Jahren Studium dazu mich zu registrieren.
Man hört an der Uni ja immer wieder tolle Geschichten. eine von nem Kumpel, der schon mit der Promotion in vollem Gange ist:
Damals noch zu Ostzeiten hatte er den Schlüssel für das Schullabor, da er ein überdurchschnittlich guter Schüler war und anderweitig Sachen kochte etc. Als er und ein Kumpel also meinten, mal was fetziges zu machen, nahm man nich nen Liter konz Ammoniak und n halbes Kilo Iod (im Osten wurden Chemikalien immer gehortet, man nahm was kam, als fiel kaum auf wenn man n "kilo" fehlte).
Der schnell Hergestellte Iodstickstoff ist ja noch recht ungefährlich, solange nicht getrocknet und noch in der Lösung. Doch jetzt wirds komisch, denn was wenn der Riesenansatz auf dem Weg zur Detonationsstelle noch im Schulgebäude auf den Boden Klatscht?? Naja, Augen zu und aufwischen und raus damit.....das tolle war, am nächsten Tag knackte und knisterte es überall in der Schule, wo noch Minikrümel Iodstickstoff lagen =) dumme Sache, das.
Was neben mir mal passiert is im OC Praktikum:
Kommilitonin destilliert was schwer siedendes, bei uns gibts nur Ölbader dafür... das Ding also sauheiß, so 280 °C und das Produkt klebte fest im Liebigkühler, da der einfach mal zu kalt war. Naja, wir haben ja diese tollen heißluftpistolen, damit kriegt man das Zeug bestimmt rüber in die Spinne. Problem bei der Sache: Wenn man mit Heißluft den Liebigkühler zu heiß macht, rutschen irgendwann die Schläuche ab und dasWasser war noch an =))
Stellt euch mal vor, dass in kürzester Zeit ein Liter Wasser in ein fast 300 Grad Ölbad platschen. Das klang besser als ne Friteuse bei McDonalds und das ganze Silikonöl war verteilt im Abzug. Ihr ist aber nix passiert ausser nem Schrecken. Gut, wenn man schnell den Abzug runter macht.
Das letzte was so in der Richtung passierte war: Abfallbehälter immer mit abgewendetem Gesicht benutzen, man weiß ja nie was drin is....eine Kollegin musste wohl vergessen haben ihr Lithiumalanat zu hydrolysieren, als rein damit in den Abfall und dort drinnen musste irgendwas gewesen sein, was damit heiß wurde. Effektvoll war der Knall und die Fontäne bis an die Decke aus dem Kanister. Ihr Gesicht war irgendwie weiß danach und Dank Brille blieb sie von Verletzungen verschont.
Chemie is schon was schönes...
DDT
01.09.2004, 10:34
ääähh. Houston wir haben ein Problem!!
mir ist gestern nacht ne flasche mit quecksilberabfällen explodiert. da hat sich übelst viel gas entwickelt und hat die flasche zum bersten gebracht. Von der flüssigkeit ist aber nichts mehr da, die muss wohl schnell verdunstet gewesen sein. Jetzt bin ich dabei alle herumstehenden laborgeräte zu reinigen.
Was meint ihr könnte diese gasentwicklung verursacht haben? Besteht auch jetzt noch größere kontaminationsgefahr?
Tino71
01.09.2004, 11:30
Kannst Du irgendwas sagen, was alles in der Flasche drinne war? Metallisches Hg? Oder Hg-Verbindungen? Lösungen? Wäßrig? pH? Irgendwas genaueres tät vielleicht helfen. Es war hoffentlich niemand zugegen, in dem Moment... ?
DDT
01.09.2004, 13:29
ne anwesend war zum glück niemand, war ja um 4 uhr nachts. in der flasche war zum glück KEIN metallisches Hg, nur verbindungen (chlorid, nitrat, oxalat etc..) ich hab zum glück alles wieder sauber bekommen. als die flasche geplatzt ist, ist seltsamerweise keine flüssigkeit verspritzt worden, sondern nur gasförmige produkte sind entstanden :confused:, aber die splitter lagen im ganzen raum verstreut.
an der stelle wo die flasche stand befand sich eine weisse masse,die festen Hg-bestandteile. was in dem türkisgrünen überstand war kann ich nich sagen, jedenfalls hat der sich verflüchtigt. was mir nur sorgen macht, is das sich die scheisse im mobiliar absetzt.
Tino71
01.09.2004, 14:37
chlorid, nitrat, oxalat etc..) Oxalat und oxidierendes Zeug? --> CO2-Entwicklung?
Türkisgrün hört sich nach Cu(II) an.
Die Flüssigkeit wird sich halt fein genug verteilt haben... Falls da noch Hg drinne war, werden die Stellen, die die Lösung abgekriegt haben, wahrscheinlich "nachdunkeln", ähnlich wie bei verschütteter AgNO3-Lösung.
Aua, aua... mit fein verteiltem Hg-Schlonz ist absolut nicht zu spaßen...
Godwael
01.09.2004, 15:40
Denk an die Handschuhe... Und wenn du diese Staubmasken hast, nimm die auch. Besser is das.
DDT
01.09.2004, 23:52
keine ahnung was da genau drin war. und es muss ja kein CO2 sein was da entwichen war() wahrscheinlich eher Nitrose. Der geruch erinnert an Ethanol, acetaldehyd oder ethylnitrat. Hg-ionen können übrigens auch grün sein, Hg(II)-nitrat lösung ist z.b. grün. Das einzige was sich abgesetz hat, war der belag aus Hg-chlorid(?), der rest war halt gasförmich. Wird sicher noch ne weile dauern, den gestank da raus zu kriegen. muss erstmal meine gasmaske saubermachen, dann kann ich da wieder ohne probleme rein. hab mir zum glück unlängst spezielle schutzhandschuhe gekauft, die sind ganz gut.
FK
02.09.2004, 07:18
Grünes Hg(II)nitrat? Muss eine besondere Marke sein; ich habe schon farbloses gesehen... :rolleyes:
Und wer Quecksilber, Salpetersäure und Ethanol zusammenkippt und das sich selbst überlässt, braucht sich über die Folgen nicht zu wundern.
Sollte das eine Sprengstoffsynthese werden? :mad:
Gruß,
Franz
DDT
02.09.2004, 13:16
die lösung war tatsächlich grün. ausserdem hab ich nich Hg, HNO3 und EtOH zusammengekippt, sondern eine flasche mit organischen quecksilberabfällen is kaputtgeganen. wenn ich den scheiss schon zusammenmische dann sicher nicht im geschlossenen gefäß.
FK
02.09.2004, 13:32
die lösung war tatsächlich grün. .
Das glaube ich durchaus, aber es war halt nicht das Quecksilbernaitrat, was die Farbe verursachte.
ausserdem hab ich nich Hg, HNO3 und EtOH zusammengekippt, sondern eine flasche mit organischen quecksilberabfällen is kaputtgeganen. wenn ich den scheiss schon zusammenmische dann sicher nicht im geschlossenen gefäß
:rolleyes:
Gruß,
Franz
Godwael
02.09.2004, 14:07
Was lernen wir draus? Einfach zusammenkippen und Deckel drauf ist noch lange keine fachgerechte Entsorgung.
Es ist halt ein weitverbreiteter Irrglaube, chemische Reaktionen liefen nur im Reagenzglas oder Rundkolben ab... :rolleyes:
FK
02.09.2004, 18:50
Was lernen wir draus? Einfach zusammenkippen und Deckel drauf ist noch lange keine fachgerechte Entsorgung.
Es ist halt ein weitverbreiteter Irrglaube, chemische Reaktionen liefen nur im Reagenzglas oder Rundkolben ab... :rolleyes:
...wofür wir auch hier schon einige nette Beispiele haben... ;)