1,9 Milliarden Euro für "Leuchttürme der Wissenschaft"
Überraschend haben Bund und Länder ihren Streit über Elite-Unis beendet. Die Wissenschaftsminister verständigten sich auf ein Förderprogramm, das bis 2010 rund 1,9 Milliarden Euro für zehn Elite-Universitäten und für Spitzenforschung vorsieht.
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Nach monatelangem Tauziehen haben sich die Wissenschaftsminister am Montag auf ein milliardenschweres Förderprogramm geeinigt. Bis 2010 sollen für zehn Elite-Universitäten und für den Ausbau internationaler Spitzenforschung insgesamt 1,9 Milliarden Euro bereitstehen, von denen der Bund 75 Prozent übernimmt, wie Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn mitteilte.
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AP
Durchbruch für Elite-Unis: Edelgard Bulmahn
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Zugleich sollen die Etats der großen Forschungsorganisationen bis 2010 jährlich um mindestens drei Prozent steigen. Dafür muss der Bund allein im kommenden Jahr 100 Millionen Euro mehr zahlen als bisher.
Bei der Förderung der Spitzen-Universitäten selbst bleibt es weitgehend bei den Plänen der Bundesregierung, die bereits zum Jahresanfang angekündigt hatte, die besten deutschen Hochschulen in einem Wettbewerb zu ermitteln und mit 250 Millionen jährlich zu unterstützen. Das bedeutet in fünf Jahren eine Gesamtsumme von 1,25 Milliarden Euro. Sie sollen an zehn Universitäten gehen, die durchschnittlich 25 Millionen Euro pro Jahr erhalten - auch die genaue Zahl der Elite-Hochschulen war lange umstritten.
Länder wollten mitreden, aber nicht mitzahlen
Bund und Länder konnten sich zudem lange nicht einigen, ob lediglich komplette Hochschulen oder auch einzelne, herausragende Fachbereiche gefördert werden sollen. Zur Annäherung kam es bereits Ende März, die Details blieben allerdings noch offen. Die Länder drängten auf starke Einflussnahme bei der Auswahl der zu fördernden Hochschulen, hielten sich mit Zusagen für eine finanzielle Beteiligung indes stark zurück.
Nun soll es für Forschungsverbünde - ein Netzwerk von Fachbereichen an verschiedenen Hochschulen - zusätzlich 130 Millionen pro Jahr geben. Beim 25-Prozent-Anteil der Länder soll das "Sitzland"-Prinzip gelten: Den Länderanteil für die Einzelmaßnahme trägt das Land, in dem die jeweilige Institution oder Forschergruppe ihren Sitz hat.
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DPA
Forscher: Mehr Geld für kluge Köpfe
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Auch bei den Kriterien für die Spitzenuniversitäten gibt es inzwischen etwas mehr Klarheit: Vorweisen müssen Kandidaten mindestens ein wissenschaftliches Exzellenz-Zentrum von internationalem Ruf, ein Graduiertenkolleg sowie ein schlüssiges Konzept für die Entwicklung zu einem weltweit anerkannten "Leuchtturm der Wissenschaft". Daneben können auch einzelne Institutionen bedacht werden - nach Angaben Bulmahns etwa 30 Exzellenz-Zentren mit je acht Millionen Euro jährlich sowie 40 Graduiertenkollegs mit jeweils einer Million Euro.
Für die Ausschreibung sind zwei Runden vorgesehen - die erste noch in diesem Jahr, die zweite dann 2006. Über die Bewerbungen der Unis und Forschergruppen entscheiden soll eine unabhängige Wissenschaftler-Jury, deren Zusammensetzung die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat vorschlagen. Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,303130,00.html
Ist das nicht schön, dass es mehr Geld für die Unis gibt? Wenigstens für ein paar? Oder wird das Geld verpuffen, weil es den Unis schon an anderer Stelle wieder abgezogen worden ist? Was ist eure Meinung?
Adam
07.06.2004, 17:31
Ist das nicht schön, dass es mehr Geld für die Unis gibt? Wenigstens für ein paar? Oder wird das Geld verpuffen, weil es den Unis schon an anderer Stelle wieder abgezogen worden ist? Was ist eure Meinung?
Naja, das Geld bekommen dann die spitzen Unis denen es ehe im Vergleich zu anderen Unis recht gut geht... die anderen können zusehen... :rolleyes:
Aber besser als nix.
Gruß
Adam
sakk
07.06.2004, 17:54
also sorry, aber das ist so ziemlich das beschissenste was passieren konnnte..
gut es werden forschungsprojekte unterstützt, aber warum brauch deutschland elite unis....wozu..
man sollte doch viel mehr veruschen ein deutschlandweites niveau zu bilden..
mit ein paar elite unis kann man einen staat auch nicht aus dem sumpf holen..
sakk :)
D@nny
07.06.2004, 18:51
Naja, wenigstens etwas Förderungsgeld :rolleyes:
Stehten die möglichen Kandidaten schon fest?
C. Iulius Caesar
07.06.2004, 19:07
Das blödeste ist, dass man Eliteunis als Gesamtunis definiert und nicht überlegt einzelne Fachbereiche verschiedener Unis zu fördern, die spitze sind.
Wenn da nicht mal wieder Leute aus der Jury bestochen werden... :rolleyes:
Rolando
07.06.2004, 19:35
Das blödeste ist, dass man Eliteunis als Gesamtunis definiert und nicht überlegt einzelne Fachbereiche verschiedener Unis zu fördern, die spitze sind.
Sicher, das ist ein Nachteil. Daher finde ich es gut, dass auch Einzelinstute und Graduierten-Collegs Geld erhalten können.
Letztendlich werden die Unis wohl auch gar nicht so elitär werden können, wie in den USA, da sie sich ihre Studenten in einem viel geringerem Maße aussuchen können. Zudem sind die Geldbeträge im Verhältnis zu Harvard oder Stanford einfach lächerlich gering.
sakk
07.06.2004, 20:58
Stehten die möglichen Kandidaten schon fest?
es gab auf spiegel.de mal eine liste mit denen, die wohl die größten wahrscheinlichkeiten haben, je nach kategorie eingeteilt..
guck mal dort im unispiegel, vll findest du den artikel dort noch..
Letztendlich werden die Unis wohl auch gar nicht so elitär werden können, wie in den USA, da sie sich ihre Studenten in einem viel geringerem Maße aussuchen können. Zudem sind die Geldbeträge im Verhältnis zu Harvard oder Stanford einfach lächerlich gering.
das stimmt vielleicht, aber wir sind leider auf dem besten weg dorthin..
wahrscheinlich kommt bald jemand auf die glorreiche idee, studentenbeiträge nur für solche elit unis einzuführen, denn da kommt man ja mehr geboten und sollte dann auch ein bisschen was für zahlen und schon geht es los :(
sakk :)
abiturient
07.06.2004, 22:02
@ sakk: ich verstehe was du sagst aber ich teile deine meinung nicht. die spitzenunis haben jetzt eine bessere chance, weltweit 'konkurrenzfähig' zu sein. ich finde es in ordnung, sofern die förderung zusätzlich ist und nicht an anderer stelle im bildungsbereich wieder ausgeglichen wird, sprich weniger geld für andere unis. allerdings haben wir schon mehrmals erfahren, dass der staat genau auf diese weise handelt. insofern geb ich dir recht.
natürlich wär es wesentlich besser, geld im gesamten system zu stecken und alle unis zu fördern. aber die kosten dafür wären enorm und unser staat ist nicht dazu bereit.
die idee ist vielleicht nicht ganz schlecht, das geld auf bestimmte unis zu konzentrieren statt nach dem 'gießkanneprinzip'. stell dir vor, der staat würde die kosten, die er auf die 10 'elite-unis' verteilt, auf alle unis in deutschland verteilen. da würde nichts nennenswertes dabei rauskommen, da für jede einzelne uni der betrag sehr gering wäre.
man kann schon mit auch nur wenigen sehr guten unis durchaus etwas erreichen. amerika macht es vor.
denn zu den richtig guten unis kommen eben die richtig guten leute aus aller welt. und dort, wo die bildung gut ist, entwickelt sich auch ein wirtschaftszentrum. wir holen uns mit spitzenunis eben forschung und entwicklung ins land, was schließlich alles zu gute kommt.
der nächste schritt sollte sein: die unis sollten ihre studenten völlig unabhängig selber aussuchen können + neue stipeniumkonzepte. bafög ist einfach nicht ausreichend.
ich persönlich aber vertraue dem staat nicht. ich denke, er wird das geld wieder an anderer stelle im bildungsbereich wieder ausgleichen.
sakk
07.06.2004, 22:29
ich persönlich aber vertraue dem staat nicht. ich denke, er wird das geld wieder an anderer stelle im bildungsbereich wieder ausgleichen.
richtig..
ich muss dir teilweise recht geben mit dem, was du oben gesagt hast, dass ist aber leider der idealfall, der so wahrscheinlich nicht eintreten wird...
es wäre mal etwas absolut neues, wenn die regierung so denken und auch handeln würde..
leider läuft es doch wieder auf das oben erwähnte hinaus und es kann, meiner meinung, auch nicht sein, dass man im moment alles so lässt, wie es ist und nur versucht ein paar eltu unis zu bilden und dann zu sagen: sehr her, wir haben etwas geschafft und sind wieder konkurrenzfähig", da muss auf jeden fall noch mehr passieren und das dann aber duetschlandweit und nicht auf ein paar wenige konzentriert...
sakk :)
ps: zu den usa: ich bin lange nicht der meinung, dass wir uns dort allzuviel abschauen sollten...
C. Iulius Caesar
08.06.2004, 09:44
Wie schade es ist, dass wir alle eigentlich Naturwissenschaftler sind. Es wäre doch schön, wenn in der Bildungspolitik so vernünftig gedacht wird, wie es in diesem Forum gemacht wird. Vielleicht wird ja irgendwann ein Naturwissenschaftler Bundeskanzler und beruft Forumsmitglieder ins Kabinett! Spätestens dann wird es in Deutschland wieder Berg auf gehen! ;)
nobody
08.06.2004, 14:13
Soviel zum Thema Gerechtigkeit :mad:
Unis denen es sowieso schon gut geht bekommen noch mehr.
Muss man eigentlich höhere Studiengebühren bei diesen sogenannten Elite-Unis zahlen?
abiturient
08.06.2004, 14:15
Wie schade es ist, dass wir alle eigentlich Naturwissenschaftler sind. Es wäre doch schön, wenn in der Bildungspolitik so vernünftig gedacht wird, wie es in diesem Forum gemacht wird. Vielleicht wird ja irgendwann ein Naturwissenschaftler Bundeskanzler und beruft Forumsmitglieder ins Kabinett! Spätestens dann wird es in Deutschland wieder Berg auf gehen! ;)
volle zustimmung meinerseits! ;)
sakk
08.06.2004, 17:27
also auf geht es...
lasst uns alle nach unserem naturwissenschaftlichen studium in die politik gehen und den laden mal ordentlich aufräumen... ;)..
@MacroX im moment denke ich nicht..studiengebühren in diesem sinne gibt es ja noch nicht wirklich..bzw. nicht vereinheitlicht und die unis sind ja nicht privat
sakk :)
Paladin
08.06.2004, 17:30
das stimmt vielleicht, aber wir sind leider auf dem besten weg dorthin..
wahrscheinlich kommt bald jemand auf die glorreiche idee, studentenbeiträge nur für solche elit unis einzuführen, denn da kommt man ja mehr geboten und sollte dann auch ein bisschen was für zahlen und schon geht es los :(
Genau darum geht's hier! Denn das hat unser lieber Wissenschaftsminister in BaWue Frankenberg auch schon als Wunsch geaeussert!
Aber nochmal zu dem Artikel:
Wer ihn mal ganz liesst, der sieht, dass die Gespraeche zwischen Buhlman und den Ministern nur 8 der 16 Wissenschaftsminister eingeschlossen haben und das eben jener Frankenberg und sein bayrischer Kollege gerne noch einige Modifikationen moechten. Ausserdem hat das ganze noch nichtmal den Segen des Finanzministeriums, also steht die Frage nachdem: Woher nehmen immer noch im Raum.
Gruss
Paladin
D@nny
08.06.2004, 17:44
Habe mir heute den Campusguide vom Stern zugelegt, und da wird auch serh heftig über dieses Thema diskutiert.
Wie schade es ist, dass wir alle eigentlich Naturwissenschaftler sind. Es wäre doch schön, wenn in der Bildungspolitik so vernünftig gedacht wird, wie es in diesem Forum gemacht wird. Vielleicht wird ja irgendwann ein Naturwissenschaftler Bundeskanzler und beruft Forumsmitglieder ins Kabinett! Spätestens dann wird es in Deutschland wieder Berg auf gehen! ;)
Ich hab doch schon immer Angela Merkel vorne gesehen :chemist:
Muss man eigentlich höhere Studiengebühren bei diesen sogenannten Elite-Unis zahlen?
Hmm, bei Deutschland fällt mir spontan nichts ein, aber zumindest in Amerika längt man da z.T schon das 7 Fache, als nomral (was ca. 4000 Dollar im Jahr entspricht).
Ich habe gerade so ne schöne Vergleichstabelle vor mir. England, USA, Niederlande, Finnland, Australien. Sind ja alle recht unterschiedlich bei der Finanzierung ihrer Unis, in Finnland bezahlt man garnichts. In Hollan bekommt man sogar noch Geld, wenn man die erforderte Leistung bringt und sich an die Regelstudienzeit hält.
Hmm, langsam wächst die Skeptis in mir. Elite-Unis sind schön und geht, aber eigentlich könnten doch alle ein wenig Geld vertragen, oder?
Das Bild, dass in der USA entsteht ist IHMO etwas falsch. Sicherlich, die Ivy Leage, die Elite-Unis, sind jedem bekannt, aber insgesamt sieht es doch so aus, dass die meisten Hochschulen noch nicht mal das Niveau einer Berufsschule haben :dead:
Wie steht ihr eigentlich zur ZVS? Sollten sich die "Elite-Unis" wenigstens ihre Studenten aussuchen dürfen. AFAIK gibt es das im Moment zum Teil nur in NC-Fächern.
Lim_Dul
08.06.2004, 18:55
(...)
Wie steht ihr eigentlich zur ZVS? Sollten sich die "Elite-Unis" wenigstens ihre Studenten aussuchen dürfen. AFAIK gibt es das im Moment zum Teil nur in NC-Fächern.
Das dürfen die Unis doch jetzt schon. Bei den von der ZVS verteilten Studiengängen wird nur ein Teil von der ZVS verteilt, den Rest dürfen sich die Unis selbst aussuchen.
Macht nur kaum eine Uni, sondern lässt das auch wieder durch die ZVS verteilen.
sakk
08.06.2004, 19:01
Hmm, bei Deutschland fällt mir spontan nichts ein, aber zumindest in Amerika längt man da z.T schon das 7 Fache, als nomral (was ca. 4000 Dollar im Jahr entspricht).
das ist dann aber wirklich noch billig...
Wie steht ihr eigentlich zur ZVS? Sollten sich die "Elite-Unis" wenigstens ihre Studenten aussuchen dürfen. AFAIK gibt es das im Moment zum Teil nur in NC-Fächern.
also wenn schon elite unis, dann sollte das auch dort gemacht werden und zwar so, dass möglichst viele leute chancen haben und es nicht stur nach den noten geht, sondern auch danach wie sich jemand verhält, ob er "fähig" ist..
klar schwierig und sicher auch irgendwo ungerecht, aber das wird es immer sein...
sakk :)
Rolando
08.06.2004, 20:09
Ich hab doch schon immer Angela Merkel vorne gesehen :chemist: Die ist aber Physikerin, keine Chemikerin... Und auch der beste Beweis dafür, dass Politik selbst Naturwissenschaftler verdirbt (metaphorisch gesprochen). Oder hast du sie schon mal erlebt, dass sie sich leidenschaftlich (gegen ihre Partei) für irgendetwas im Bereich der Natuwis eingesetzt hat? Bei Stammzellen zum Beispiel?
C. Iulius Caesar
08.06.2004, 20:24
Die ist aber Physikerin, keine Chemikerin... Und auch der beste Beweis dafür, dass Politik selbst Naturwissenschaftler verdirbt (metaphorisch gesprochen). Oder hast du sie schon mal erlebt, dass sie sich leidenschaftlich (gegen ihre Partei) für irgendetwas im Bereich der Natuwis eingesetzt hat? Bei Stammzellen zum Beispiel?
Von Stammzellen hat sie als Physikerin bestimmt keine Ahnung! ;)
Rolando
08.06.2004, 20:32
Von Stammzellen hat sie als Physikerin bestimmt keine Ahnung! ;)
Stimmt! Sie ist eben keine Naturwissenschaftlerin mehr, sondern eine Politikerin geworden. Und da sieht man vermutlich ganz andere Sachzwänge als der Naturwissenschaftler...
Winas
10.06.2004, 11:39
Diese Unterstützung von einzelnen Universitäten kann ich auch nicht gutheißen. Die speziellen Fachbereiche zu unterstützen, die sich durch ordentliche Konzepte hervorheben, halte ich auch für viel sinnvoller.
Bei mir werfen sich nur einige Fragen auf, die mit der Debatte über die "Eliteunis" einhergehen.
Wie reagiert der Arbeitgeber, wenn ich vorzeige, dass ich an Uni x (Die den Zuschlag erhalten hat) studiert habe und nicht an Uni y( Ohne Zuschlag), wie die anderen Mitbewerber? Obwohl ich nicht glaube, dass sich in der reinen Lehre soviel verändert, wird es bevorzugungen geben?
Dadurch werden andere Universitäten automatisch benachteiligt und abgewertet. Darum habe ich auch immer eine breit angelegte Aufwertung der Bildungslandschaft bevorzugt.
Gruß,
Winas
Rolando
10.06.2004, 16:21
Allerdings werden Unis ja nicht von einem Tag zum anderen zur "Elite-Uni", auch wenn sie mehr Geld erhalten. Der Ruf einer Elite-Uni muss ja erstmal geschaffen werden, dann werden auch Personaler darauf achten. Also wird das Ganze wohl noch ein oder zwei (vielleicht auch mehr) Dekaden dauern, bis es bei der Bewerbung wichtig wird.
abiturient
10.06.2004, 16:26
Allerdings werden Unis ja nicht von einem Tag zum anderen zur "Elite-Uni", auch wenn sie mehr Geld erhalten. Der Ruf einer Elite-Uni muss ja erstmal geschaffen werden, dann werden auch Personaler darauf achten. Also wird das Ganze wohl noch ein oder zwei (vielleicht auch mehr) Dekaden dauern, bis es bei der Bewerbung wichtig wird.
die unis die ausgewählt werden haben schon einen ruf und sind international anerkannt.
sakk
10.06.2004, 21:23
die unis die ausgewählt werden haben schon einen ruf und sind international anerkannt.
das mag vielleicht stimmen, ist aber lange nicht mit unis wie oxford oder ähnliches zu vergleichen.
sakk :)
Jannes
12.06.2004, 11:24
Kurz noch mal zum Thema Naturwisenschaftler als Politiker:
Da gibt es eine ganze Reihe :
-Der Ministerpräsident von Mecklenburg Vorpommern z.B. ist glaub ich Chemiker.
-Die schon genannte Angela Merkel
-Und ich glaube mal gehört zu haben, dass im Schattenkabinett vor der Bundestagswahl eine junge Chemikerin auf Seiten der Union als wahrscheinliche Kandidatin für das Amt des Bundesbildungsministers aufgestellt war.(Name hab ich vergessen sie ist dann in die Bedeutungslosigkeit abgeruscht...)
-Auf Seiten der Grünen gibt es auch noch irgendwen der Biologe ist ... wenn mir bloß einfallen würde wer das war...
Zitat:
Zitat von D@nny
(...)
Wie steht ihr eigentlich zur ZVS? Sollten sich die "Elite-Unis" wenigstens ihre Studenten aussuchen dürfen. AFAIK gibt es das im Moment zum Teil nur in NC-Fächern.
Das dürfen die Unis doch jetzt schon. Bei den von der ZVS verteilten Studiengängen wird nur ein Teil von der ZVS verteilt, den Rest dürfen sich die Unis selbst aussuchen.
Macht nur kaum eine Uni, sondern lässt das auch wieder durch die ZVS verteilen.
Warum funktioniert das aber in den USA? Warum kann das in Deutschland nicht auch eingeführt werden?
MaSTaH
13.06.2004, 17:48
das mag vielleicht stimmen, ist aber lange nicht mit unis wie oxford oder ähnliches zu vergleichen.
Naja, diese "Elite"-Unis sind nicht unbedingt besser als Unis hierzulande. Dadurch, dass sie soviel Geld aus den Studiengebühren einnehmen können sie sich halt nur besser präsentieren (Eigenwerbung; anerkannte Wissenschaftler "kaufen" etc.). Die Studierenden an solchen Unis sind oft nur wegen Papis/Muttis dickem Geldbeutel dort. Der Anteil der Leute, die dort studieren können, weil sie hervorragende Leistungen erzielt haben ist verschwindend gering.
sakk
13.06.2004, 19:03
Warum funktioniert das aber in den USA? Warum kann das in Deutschland nicht auch eingeführt werden?
naja...also wenn du das als funktioniere definierst funktioniert es mit sicherheit, abe da musse ich mich dann MaSTaH unterstützen..
ich denke nicht, dass wir noch so etwas "streben" sollten und schon gar nicht versuchen etwas gleiches aufzubauen sondern eigene wege gehen..
sakk :)
Alichimist
13.06.2004, 19:08
Die Studierenden an solchen Unis sind oft nur wegen Papis/Muttis dickem Geldbeutel dort. Der Anteil der Leute, die dort studieren können, weil sie hervorragende Leistungen erzielt haben ist verschwindend gering.
..und werden eines Tages Mr. President :rolleyes:
Rolando
13.06.2004, 19:47
Allerdings muss man fairerweise auch dazusagen, dass es in den USA ein sehr gut ausgebautes Stipendiensystem gibt, welches auch den unteren Klassen (bei entsprechender Leistung) den Weg zu Spitzenunis ermöglicht.
nobody
13.06.2004, 20:19
Liegt nicht das eigentliche Problem darin, dass nicht die Studenten im Mittelpunkt stehen, sondern dass nur die Institutionen gesehen werden?
Im obigen FAZ-Artikel heißt es:
Den deutschen Universitäten fehlt es an Geld. Es fehlt ihnen zwar noch an vielem anderen, an Studenten etwa, die bereit wären, das Studium ernster zu nehmen, oder an Professoren, die bereit wären, Prüfungen als etwas aufzufassen, bei dem man auch durchfallen kann.
Den eigentlichen Wettbewerb aber, den um Studenten, verwehrt man den Universitäten nach wie vor. Zusammen mit der Einführung jener disziplinär verengten und zugleich als Schnelldurchlauf zum Beruf geplanten Bachelor-Studiengänge - in sechs Semestern zum Kulturwirt, Wasseringenieur oder Wirtschaftsrechtler -, die jetzt überall entstehen, droht die deutsche Elite-Universität der Zukunft ein seltsames Gesicht anzunehmen: das einer riesigen Fachhochschule mit angegliederten Spitzenforschungsinstituten.
Es ist kein Zufall, daß die Spitzenuniversitäten sowohl in den Vereinigten Staaten wie in Großbritannien großen Wert darauf legen, ihre Studenten vom ersten Semester an zu Leistungen zu erziehen - und darum den Zugang begrenzen. Hierzulande ist das politisch unerwünscht.
Rolando
13.06.2004, 20:36
Ich stimme dir prinzipiell zu. Sicherlich muss sich auch unter den Studenten ein gewisses Leistungsdenken in Bezug auf sich selbst durchsetzen, obwohl dies meiner Meinung nach bei vielen, jedenfalls vielen die ich kenne, auch schon der Fall ist.
Dennoch kann eine effektive Neuordnung der deutschen Studienlandschaft nur mit der Institution Universität erfolgen, da erst durch die Unbeweglichkeit dieser Institution (bzw. die der die Universtiät repräsentierenden Personen) die Studenten zu dem gemacht worden, was sie, laut dem FAZ-Artikel, sind.
Insofern dürfte auch ein Wandel hin zu einem mehr leistungsbewußten, eventuell auch elitärem, Verständnis der Studenten erfolgen, wenn sich die Universitäten wandeln.
nobody
13.06.2004, 21:05
Dennoch kann eine effektive Neuordnung der deutschen Studienlandschaft nur mit der Institution Universität erfolgen, da erst durch die Unbeweglichkeit dieser Institution (bzw. die der die Universtiät repräsentierenden Personen) die Studenten zu dem gemacht worden, was sie, laut dem FAZ-Artikel, sind.
Wie sähe deiner Meinung eine solche institutionelle Neuordnung aus?
sakk
13.06.2004, 21:37
Allerdings muss man fairerweise auch dazusagen, dass es in den USA ein sehr gut ausgebautes Stipendiensystem gibt, welches auch den unteren Klassen (bei entsprechender Leistung) den Weg zu Spitzenunis ermöglicht.
auch richtig, aber da sollte man auch ein bisschen aufpassen..
vieles läuft dort über sport oder auf anderen wege...
wir kennen diese mentalität hier nicht bzw. sie scheint uns ein bisschen fremd...deswegen kann man das auch nicht einfach so auf deutschland anwenden..
sakk :)
abiturient
13.06.2004, 21:43
Dennoch kann eine effektive Neuordnung der deutschen Studienlandschaft nur mit der Institution Universität erfolgen, da erst durch die Unbeweglichkeit dieser Institution (bzw. die der die Universtiät repräsentierenden Personen) die Studenten zu dem gemacht worden, was sie, laut dem FAZ-Artikel, sind.
Insofern dürfte auch ein Wandel hin zu einem mehr leistungsbewußten, eventuell auch elitärem, Verständnis der Studenten erfolgen, wenn sich die Universitäten wandeln.
:up: yep!
Rolando
13.06.2004, 21:59
Zitat von jhl:
Wie sähe deiner Meinung eine solche institutionelle Neuordnung aus?
Man könnte es sich jetzt einfach machen und sagen, dass mehr Geld in die Unis gepumpt werden muss, es ist aber nun mal kaum welches dar. Also, so viel wie möglich zu den Unis, aber (diese) meine Vorschläge würden auch ohne zusätzliche Geldmittel auskommen:
1. Abschied von Kuschelnoten, d.h. volle Ausschöpfung des Notenspektrums
2. Nachgelagerte Studiengebühren (Gedanke dahinter: Man bezahlt etwas --> man studiert zielbezogen)
3. Unis suchen sich alle Studenten selber aus
4. festgelegte Studenten-pro-Proffesor-Ratio (nicht rechnerisch sondern real!)
5. Verkürzung der Lehrpläne (wie etwa in der Schweiz)
6. echte Anerkennung der Juniorproffesur
7. Möglichkeit der Absetzung von Proffesoren durch die Studenten
8. Unis verstehen sich als Dienstleistungsbetrieb
Vorher wären von den Schule aus zu leisten:
1. Deutschlandweites Zentral-Abitur oder SAT-ähnlicher Test
2. Intensive Beratung zur Studienwahl (organisierte Unibesuche, etc.)
Ich weiß, dass viele der hier genannten Punkte z.T. auf wenig Gegenliebe stoßen werden. Mir ist bewußt, dass einige recht hart sind, aber meiner Meinung nach würden sie sich auszahlen. Einige wären zudem in der Ausführung schwierig und/oder sehr zeitaufwendig.
sakk
13.06.2004, 22:55
Ich weiß, dass viele der hier genannten Punkte z.T. auf wenig Gegenliebe stoßen werden. Mir ist bewußt, dass einige recht hart sind, aber meiner Meinung nach würden sie sich auszahlen. Einige wären zudem in der Ausführung schwierig und/oder sehr zeitaufwendig.
oh ja :D ...
also in einigen sachen muss ich dir zustimmen, aber da sind auch einige sachen dabei, wo ich sagen würde, dass sie logischerweise nicht machbar sind und vielleicht auch nicht sein sollten.. z.b. 7 und 8..
dadurch würde meiner meinung nach die typische uni und das flair dort verschwinden.. es gehört nun mal dazu, dass man sich mit jemanden herumschlagen muss, mit dem man nicht klar kommt und das wird ja auch später im leben ständig der fall sein...
wenn man dann in der uni anfängt und sagt:" ja ihr könnt den und den rausschmeißen, wenn das und das passiert und dann das" usw..
dann will ich aber auf keinen fall mehr dort unterrichten ;).
aber trotzdem paar richtig gute vorschläge.
sakk :)
abiturient
14.06.2004, 16:19
7. Möglichkeit der Absetzung von Proffesoren durch die Studenten
:no:
auf keinen fall! wenn ich mir vorstelle, dass schüler ihre lehrer absetzen könnten! boah. beispiel: mein mathelehrer. alle mögen ihn nicht wegen seiner persönlichkeit. aber fakt ist: er ist ein total guter lehrer, der sich um seine schüler kümmert.
und bei studenten wär das bestimmt nicht anders. menschen wissen eben nicht, was sie wollen.
außerdem würden professoren, die leicht gute noten geben würden, natürlich bevorzugt werden und die, die ein bissen härter sind, müssten weg gehen. :down:
sakk
14.06.2004, 16:46
:no:
auf keinen fall! wenn ich mir vorstelle, dass schüler ihre lehrer absetzen könnten! boah.
da muss ich aber sagen, dass das einfacherer geht als man vielleicht denkt...
ich denke da mal zurück und innerhalb von zwei wochen hatten wir in der 10. klasse einen lehrer "abserviert" bzw. er wurde frühzeitig beurlaubt...
sakk :)
D@nny
14.06.2004, 17:00
1. Abschied von Kuschelnoten, d.h. volle Ausschöpfung des Notenspektrums
Was verstehst du unter Kuschelnoten?? Erbarmungsnoten? Noten, die man sich erbettelt. Ansonsten ja, Ich frage mich schon lage, warum es die Note 1 und 6 gibt, wenn man sie, mie manche Lehrer z.B, prinzipiell nie vergibt.
2. Nachgelagerte Studiengebühren (Gedanke dahinter: Man bezahlt etwas --> man studiert zielbezogen)
[quote]
Aber nicht fürn Herrn Eichel. Solange man sie bezahlen kann schon. So würde man sicherlich die hohe Abbrechrate bei manchen Studiengängen mindern, wäre also ner Möglichkeit.
[quote]3. Unis suchen sich alle Studenten selber aus
Sollten sie IHMO schon lange machen. Man sollte sich auch von der Ideologie des Abischnittes lösen, das sagt einfach nichts aus. Ein Genie in den Naturwissenschaften, sollten doch nicht wegen Deutsch die Möglichkeit verwährt bleiben an einer solchen Elite-Uni zu studieren. Allerdings gehört eine Grundbildung schon dazu.
5. Verkürzung der Lehrpläne (wie etwa in der Schweiz)[quote]
Naja, Verkürzung der Lehrpläne, aber mindestens gleicher Lernstoff oder mehr, wenn es um die Elite geht. Wenn ich die Menschen für den Arbeitsmarkt attraktiver machen wollte, würde ich eher die Bundeswehr abschaffen, da man sich nämlich ein ganzen Jahr gespart.
[quote]6. echte Anerkennung der Juniorproffesur
Wäre Wünscheswert, ich fnde "Frischfleisch" sowieso überzeugender als die alten Schinken. Ich überlege die ganze Zeit auch, die Professorschiene zu nehmen.
7. Möglichkeit der Absetzung von Proffesoren durch die Studenten
Ist alles möglich. Wir haben schon eine Kunstlehrerin die Klappse gebraucht.
MaSTaH
14.06.2004, 18:30
@Rolando: Schreibst du Professor eigentlich absichtlich so (Proffesor)?
Rolando
14.06.2004, 19:07
Zitat von MaSTaH:
@Rolando: Schreibst du Professor eigentlich absichtlich so (Proffesor)?
Nein, ich schrieb das so, weil ich ein Volltrottel bin, der die deutsche Rechtsschreibung nicht beherrscht. Zu meiner Verteidigung: Ich war Wahlvorsteher hier in Steinbrück und da "musste" nach dem kurzen Prozess des Zählens noch etwas Ethanol aus Gefäßen auf Siliciumdioxidbasis in Teams ähhhm, quantitativ nachgewiesen werden... Man möge mir verzeihen! ;)
Jetzt zu den wichtigen Dingen:
Zitat von Danny:
Was verstehst du unter Kuschelnoten?? Erbarmungsnoten? Noten, die man sich erbettelt. Ansonsten ja, Ich frage mich schon lage, warum es die Note 1 und 6 gibt, wenn man sie, mie manche Lehrer z.B, prinzipiell nie vergibt.
Ich verstehe darunter vor allem die Tatsache, dass die Abschlussnoten so extrem gut sind und so die Vergleichbarkeit flöten geht.
Zitat von Danny:
Aber nicht fürn Herrn Eichel. Solange man sie bezahlen kann schon. So würde man sicherlich die hohe Abbrechrate bei manchen Studiengängen mindern, wäre also ner Möglichkeit.
Das vergaß ich zu erwähnen: Natürlich nur für die Unis ohne Kürzung der Mittel des Staates.
Zu der Absetzbarkeit von Professoren (;) )
Sicherlich dürfte so etwas nicht zu einfach gehen, vielleicht ist Absetzung auch das falsche Wort. Aber eine Teilbezahlung nach Benotung der Lehre wäre schon besser. Rechtlich allerdings aufgrund der von abiturient angesprochenen Schwierigkeiten wohl kaum durchsetzbar.
zarathustra
15.06.2004, 10:10
Jetzt muss ich mal einige Kommentare zu Rolandos Ideen abgeben:
1. Es kann nicht Dein Ernst sein, dass Du wirklich die (universitäre?) Ausbildung verkürzen willst! Wenn ich mir überlege, dass bald Leute nach dem 6. Semester einen "berufsqualifizierenden" Abschluss in der Tasche haben sollen (das böse Wort mit B - richtig "Bachelor"), dann sollte doch klar sein, dass das völlig utopisch ist, wenn man bedenkt, was man dann für Abstriche in der Ausbildung machen muss...
Gleiches gilt meiner Meinung nach für das Abi nach der 12. Klasse. Da könnte man ja gleich, wie in England, in den letzten beiden Schuljahren nurnoch vier Fächer unterrichten, wobei man dann nurnoch bestimmte Fächer studieren darf...
2. Zu der Idee, dass sich die Unis die Studenten selbst aussuchen können sollten:
Die Auffassung ist momentan auch "in", aber wie sollen die Unis prüfen, so dass es fair bleibt? Fachliche Prüfungen des Studienfaches sind nicht wirklich so toll (es soll ja von den Grundlagen aus gelehrt werden, man kann nicht alles mögliche voraussetzen), auf der anderen Seite: Qualifiziert mich ein Test zur Allgemeinbildung oder meinetwegen zum logischen Denken für ein Chemiestudium?
Davon abgesehen: Wer will/soll die ganzen Tests durchführen? - Meinst Du wirklich, dass die Professoren ihre Zeit für sowas ver(sch)wenden sollten?
3. zum Zentralabitur:
Da habe ich an anderer Stelle meine Meinung zu gepostet, halte ich absolut nichts von...
4. Warum meinst Du, dass die Juniorprofessur nicht richtig anerkannt wird, wir haben hier einige Juniorprofessoren in Oldenburg...
5. zu den "Kuschelnoten":
Auch wenn es sicherlich richtig ist, dass es in letzer Zeit einen Trend hin zu recht guten Noten gibt, solltest Du Dir folgendes Beispiel betrachten:
Ein gewisser Prof. bei uns hat einem seiner Diplomanden (nein, nicht mir!), obwohl er dessen Diplomarbeit vorher durchgelesen und teilweise Verbesserungsvorschläge gegeben hat (was ich übrigens völlig legitim finde, da man normalerweise keine Erfahrung damit hat, wie man seine Erebnisse ordentlich in einer Diplomarbeit zu Papier bringt) schließlich ein "ausreichend" gegeben. Ich finde sowas total daneben, zumal man sehen muss, dass die Dipomanden und Doktoranden die Haupt-Arbeit für die Profs machen. Wenn Du Dir überlegst, dass Du vielleicht 6 bis 9 Monate für jemanden gearbeitet hast und er Dir eine schlechte Note gibt, mit der Du kaum eine Doktorandenstelle o.ä. bekommst, er mit Deinen Ergebnissen aber Publikationen schreibt (gut, der Name des Diplomanden wird vielleicht auch abgedruckt), ist das ziemlicher Mist...
Patrick
15.06.2004, 12:03
@Rolando
Die Absetzung von Profs durch Studenten halte ich persönlich völlig daneben. Die Prof ist nicht dazu bestimmt ein Kumpeltyp zu sein, sondern soll die jeweiligen Sachverhalte den Studenten nahebringen. Von Pädagogischen Leistungen spricht keiner. Niemand erwartet von einem Prof. das er ein didaktisches Genie ist. Es gibt halt auch bei Profs solche und solche.
Wenn man aber die Entscheidung, ob Lehrveranstaltungen gut oder schlecht sind allein den Studenten in Form von "Absetzungen" überlässt, bringt das das System nicht wirklich weiter, ausser vielleicht, dass bald keine Profs mehr da sind :p imho ist die Evaluierung eigentlich ausreichende, solange sie ernst genommen wird. Meine Erfahrung ist leider, dass die Unzufriedenheit mit einem Prof eindeutig mit den entsprechenden leistungen (bzw. der leistungsbereitschaft) korreliert. Es gibt bei uns (wie woanders auch) immer noch Leute die glauben, dass einem das Diplom hinterher getragen wird, ohne wirklich was dafür zu tun.
Gruß Patrick
abiturient
16.06.2004, 20:42
Auch wenn es sicherlich richtig ist, dass es in letzer Zeit einen Trend hin zu recht guten Noten gibt, solltest Du Dir folgendes Beispiel betrachten:
Ein gewisser Prof. bei uns hat einem seiner Diplomanden (nein, nicht mir!), obwohl er dessen Diplomarbeit vorher durchgelesen und teilweise Verbesserungsvorschläge gegeben hat (was ich übrigens völlig legitim finde, da man normalerweise keine Erfahrung damit hat, wie man seine Erebnisse ordentlich in einer Diplomarbeit zu Papier bringt) schließlich ein "ausreichend" gegeben. Ich finde sowas total daneben, zumal man sehen muss, dass die Dipomanden und Doktoranden die Haupt-Arbeit für die Profs machen. Wenn Du Dir überlegst, dass Du vielleicht 6 bis 9 Monate für jemanden gearbeitet hast und er Dir eine schlechte Note gibt, mit der Du kaum eine Doktorandenstelle o.ä. bekommst, er mit Deinen Ergebnissen aber Publikationen schreibt (gut, der Name des Diplomanden wird vielleicht auch abgedruckt), ist das ziemlicher Mist...
ich finde das kein gutes beispiel. erstmal muss man einfach bis in den alter und das niveau die erfahrung gemacht haben, seine ergebnisse darzustellen!
zweitens: vllt wollte der prof. ihn keine schlechte note geben. aber wenn die arbeit schlecht war...!
egal ob er 9 oder 24 oder 2 monate daran gearbeitet hat. wenn seine arbeit schlecht ist, dann muss sie auch schlecht bewertet sein.
ich hab ka, ob sie fair benotet wurde oder nicht. aber das beispiel stimmt einfach nicht.
nobody
16.06.2004, 22:15
1. Es kann nicht Dein Ernst sein, dass Du wirklich die (universitäre?) Ausbildung verkürzen willst! Wenn ich mir überlege, dass bald Leute nach dem 6. Semester einen "berufsqualifizierenden" Abschluss in der Tasche haben sollen (das böse Wort mit B - richtig "Bachelor"), dann sollte doch klar sein, dass das völlig utopisch ist, wenn man bedenkt, was man dann für Abstriche in der Ausbildung machen muss...
Gleiches gilt meiner Meinung nach für das Abi nach der 12. Klasse. Da könnte man ja gleich, wie in England, in den letzten beiden Schuljahren nurnoch vier Fächer unterrichten, wobei man dann nurnoch bestimmte Fächer studieren darf...
Bin der gleichen Meinung. Man beachte die Umsetzung des G8 / neue reformierte Oberstufe in Baden-Württemberg: Hauptsächlich wurde der Lehrplan gekürzt.
Was die refomierten Studiengänge anbelangt: Eines der Hauptmerkmale ist, dass diese von Anfang an viel spezialisierter angelegt sind und dass weniger Wert auf Grundlagen gelegt wird: http://www.uni-tuebingen.de/Chemie/studienplan/studienanfang_main.html
Wozu? Es gibt doch schon längst Fachhochschulen. Warum sollen die Unis jetzt auch zu Fachhochschulen werden?
Die Stärke eines naturwissenschaftlichen Studiums liegt doch gerade darin, dass Grundlagen und Anwendungen eng verknüpft sind: Im Hauptstudium (Chemie) muss man alle Hauptfächer beibehalten und hat ein Wahlfach. In den USA spezialisiert man sich dagegen z. B. nur auf Organische Chemie für seinen Master. Wollen wir das auch in Deutschland haben? Selbst Amerikaner loben das deutsche System, das eine viel umfassendere Ausbildung garantiert.
Was wir aber von den USA lernen können, ist die dort stärker ausgeprägte Leistungsorientierung, auch unter Studenten. Im Gegenzug muss sich auch die Uni stärker um ihre Studenten kümmern, z. B. dafür sorgen, dass sich Vorlesungen nicht überschneiden mit Praktika, dass Tutorien angeboten werden etc. Das ist aber nur möglich, wenn wir eine kleine Anzahl von motivierten und fähigen Studenten haben, die von der Uni ausgewählt wurden. Im Klartext bedeutet dies, dass die Unis sich am Ideal der preußischen Uni am Anfang des 20. Jahrhunderts orientieren sollten. Sie waren damals die Elite-Unis, die Nobelpreisträger am laufenden Band produzierten und auch Vorbild waren für die heutigen amerikanischen Elite-Unis. Natürlich geht das nur, wenn die Zahl der Studenten drastisch verringert wird. Nur ist das politisch nicht gewollt...