Es mag vielleicht eine etwas primitiv anmutende Frage sein, aber inwiefern benötigt der Chemiker Mathematische Kenntnisse, und welche vor allem?
Dank, RaH
No Regrets
21.03.2001, 19:10
Hier die Kapitel aus meinem Vorlesungsskript Mathematik für Chemiker (2 Semester)
1 Komplexe Zahlen
2 Vektoralgebra
3 Ableitungsbegriff. Typen von Funktionen
4 Konvergenz von Folgen. Grenzwerte von Funktionen
5 Differenzierbarbeit
6 Ableitung von vektorwertigen Funktionen, Skalarfeldern und Vektorfeldern
7 Differentialformen. Vollständiges Diffential (=Totales Differential)
8 Integration
8.1 Das unbestimmte Integral
8.2 Das bestimmte Integral
8.3 Die natürliche Logarithmus- und Exponentialfuntion, Hyperbelfunktionen
8.4 Integrationsregeln
8.5 Linienintegral (Kurvenintegral). Konservative Vektorfelder und Potentialfunktionen
8.6 Bereichsintegrale. Mehrfachintegrale
Da Du dies alles in einem Jahr!! beigebracht bekommst, ist es wichtig ein solides mathematisches Grundwissen zu besitzen!!
Wichtig noch festzustellen: keine Statistik
laborjunge
21.03.2001, 19:21
Wenn du nicht grade im Technischen-Außendienst arbeitest brauchst du viel Mathe.
In der Schule brauchst du die Grundrechenarten :), Prozentrechnung, Gleichungen umstellen und Wurzelziehen am häufigsten.
minutemen
22.03.2001, 08:37
in ergänzung zu no regrets: wir hatten seinerzeit 4 semester mathe - geschadet hats nichts. ausserdem hatten wir noch differentialgleichungen und -gleichungssysteme und ansatzweise integrodifferentialgleichungen und, wichtig im unterschied zu dir, statistik, 1/2 semester lang. unterm strich muss ich sagen, dass klausurmäßig der ganze göhler abverlangt wurde.
was braucht man letztlich davon: der volle umfang & mehr wird nur in der physikalischen chemie bzw. quantenchemie gebraucht. der präparative chemiker kann getrost 95% all des stoffes vergessen. aber das differiert von fall zu fall.
<FONT COLOR="#ffffff" SIZE="1" FACE="Verdana, Arial, Geneva, Helvetica">[Dieser Beitrag wurde von minutemen am 22.03.2001 editiert.]</font>
schlumpf
22.03.2001, 08:57
noch ne Ergaenzung ... ich hatte auch nur zwei Semester mit aehnlicher Auswahl, wovon man recht wenig spaeter braucht. Haengt aber sicher vom Fachgebiet ab. Und vieles spezielles kommt gar nicht vor. In der Kristallographie oder der NMR-Spektroskopie stoesst man z.B. andauernd auf Fouriertransformationen (machen tut sie der Rechner, aber man muss schon wissen, was da passiert). Die anspruchvolle Rechnerei fuer z.B. MO-Berechnungen oder Molekueldynamik nehmen einem auch Programme ab (Spartan, Gromos, Sybyl etc), aber auch da muss man die Hintergruende kennen. Also: die anspruchsvolle Mathematik wird eher als 'black box' genutzt als wirklich handwerklich 'gebraucht'.
Das meiste an 'Mathe' im Alltagsleben eines Chemikers sind (numerisch richtige!!) stoechiometrische Berechnungen ....