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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radioaktivität


Verstrahlt
25.06.2001, 22:28
Hallo Heute haben wir in der Schule ein Praktikum zu Radioaktivität gemacht. Unser Lehrer hat Radioaktive Gesteine mit dem Geiger Zähler untersucht und gezeigt, das sie strahlen (knacken hörbar). Als er die Gesteine wieder versorgt hat, und den Geigerzähler versorgen wollte, hat es wieder geknackt, aks er mit seinen Fingern dem Zähler nahe kam. Seine Finger haben also gestrahlt. Er meinte, das die Strahlung so klein ist, das es fast nichts schadet. Nun aber zu meiner Frage. Wiso waren seine Finger Radioaktiv. Waren die etwa Ionisiert oder waren Reste des Gesteins an seinen Fingern.

CO-Küchler
25.06.2001, 22:44
So ein Zähler knackt etwa 20 Mal pro Minute, auch wenn man gar nichts davor hält. Das ist die natürliche Strahlung, z.B. vom Kohlenstoff-Isotop 14. Jeder Mensch "strahlt" also n bißchen.

nobody
26.06.2001, 13:20
so ungefährlich ist diese Radioaktivität auch nicht! zB. sind so gut wie alle Kohlebergwerkarbeiter, die meist ohne jeglichen Atemschutz gearbeitet haben, an Krebs gestorben, da natürlich auch natürliche Kohle eine verhältnissmäßig großen Anteil C-14 enthält.

Ach, ja ich habe auch eine Frage:
Gibt es etwas das überhaupt nicht radioaktiv ist? (zB. die anderen Kohlenstoffisotope, die so eigentlich nicht als radioaktiv gelten.) (Dabei meine ich nicht nur alpha und beta Zerfall, sondern auch gamma-Strahlung)

tresordieb
26.06.2001, 14:45
Laut der Nuklidkarte in meinem Physikbuch strahlen z.B. C-12 und C-13 überhaupt nicht(also weder alpha, noch beta, noch gamma). Es strahlen eigentlich nur Isotope deren Atomkerne nicht stabil sind.
:confused:Aber warum genau Isotope radioaktiv sind weiß ich auch nicht,
:confused:und die Sache mit dem Finger würde ich auch gerne mal wissen.

nobody
26.06.2001, 15:51
diese Frage wurde doch schon beantwortet:
1. es gibt natürliche Strahlung, die überall vorhanden ist!
2. Der Finger (organisches Material) enthält Kohlenstoff (und daher auch eine geringe Menge C-14)

buba
26.06.2001, 16:03
http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?s=&threadid=2269

http://www-med-physik.vu-wien.ac.at/physik/ws95/w9590dir/w9592000.htm

CO-Küchler
26.06.2001, 16:11
@laborfutzie: Die Kohlebergwerkarbeiter sind wohl eher wegen Staublunge an Krebs gestorben... Aber es ist schon so, daß ein Kohlekraftwerk mehr Radioaktive Strahlung abgibt als ein Atomkraftwerk, allerdings auch zu vernachlässigen.

Eine ziemlich gute Nuklidkarte gibts übrigens auf

http://www.t30.physik.tu-muenchen.de/lehrstuehle/T32/matpack/html/Nuclear/Nuclids/index.html

minutemen
26.06.2001, 17:04
man denke auch an das in uns alles herumrotierende K 40 (halbwertszeit > 10^9 a)...

wenn er das zeug mit den fingern angefasst hat, kann wohl auch ohne probleme was hängen bleiben. ich kenne ja eure präparate nicht.

FK
26.06.2001, 20:44
@laborfutzie
Wenn Du mal die Halbwertszeit von C-14 mit dem Alter der Steinkohle vergleichst, wirst Du heraus finden, das da gar kein C-14 mehr drin ist......



@Verstrahlt
Wenn man die Knacktöne noch voneinander unterscheiden kann, ist's halb so schlimm.....
Als wir damals Kernchemiepraktikum machten, sollten wir die Halbwertszeit eines kurzlebigen Isotops messen. Der Assistent brachte einen Kolben mit einer Lösung direkt aus der Neutronenaktivierung. Als er in die Nähe eines Zählrohrs kam, ging das Knacken in ein schrilles Pfeifen über. Kommentar: "Oh, war wohl 'n bisschen lang drin..."

Gruß,
Franz

nobody
26.06.2001, 22:01
t 1/2 (C-14): 5730y

na etwas muss trotzdem noch drin sein und das reicht glaub ich auch zum Krebs hervorrufen. (oder?)

minutemen
26.06.2001, 22:07
@laborfutzie: einmal den finger in die sonne halten kann auch krebs verursachen. natürliches kalium ist ids. ebenso krebsverursachend wie hausstaub, kratzen der haut oder das leben generell.

CO-Küchler
26.06.2001, 22:15
Aber im gesamten biologischen Kohlenstoffkreislauf befindet sich viel mehr 14C als in Steinkohle, da es immerwieder aus Stickstoff neu gebildet wird.

Eigentlich lustig, daß es 14C gibt, sonst sind doch die Elemente der 4. Hauptgruppe für ihre relativ hohe Stabilität im Vergleich zu ihren Nachbarn bekannt (Stichwort: "Magische Kerne), oder war das nicht so...?

Verstrahlt
27.06.2001, 00:00
Danke für die Diskussionen aber meine Frage ist noch nicht beantwortet. Das das Zählrohr auch knackt, wenn man keine radioaktiven Stoffe hat ist mir klar. das knacken war aber deutlich mehr, als seine Finger vor dem Rohr waren. Nun nohcmal meine Frage waren seine Finger AUFGELADEN wie auch immer das gehen soll, oder waren es die Reste des Meterials.

buba
27.06.2001, 00:19
er hat sich in der nähe eines radioaktiven präparates aufgehalten und wurde VERSTRAHLT -- das müsstest du doch besser wissen! :D :p ;)

mp67
27.06.2001, 00:56
Originalnachricht erstellt von Verstrahlt
Danke für die Diskussionen aber meine Frage ist noch nicht beantwortet. Das das Zählrohr auch knackt, wenn man keine radioaktiven Stoffe hat ist mir klar. das knacken war aber deutlich mehr, als seine Finger vor dem Rohr waren. Nun nohcmal meine Frage waren seine Finger AUFGELADEN wie auch immer das gehen soll, oder waren es die Reste des Meterials.

Letzteres. Warum sollte eine statische Ladung an den Fingern Deines Lehrers das Zaehlrohr zum Ansprechen bringen?

Micha.

minutemen
27.06.2001, 10:01
@mp67: vorstellbar wäre folgendes szenario;): lehrer berührt präparat -> durch die strahlung werden innere elektronen des eisens (zb. im haem) herausgeschlagen, aber aufgrund einer noch unbekannten kin. hemmung fallen die kerne erst mit halbwertszeiten um ~1min in den grundzustand zurück & emmitieren einen röntgenquant (die berühmte röntgenphosphoreszenz:D), der im zählrohr detektiert wird. folglich war der finger geladen & man wird im röntgenbspektrum des fingers die K-linien des Fe finden!;)

Tomboy
27.06.2001, 15:35
ein Grund dafür, dass das Zählrohr in der Nähe des Fingers stärker knackt, ist auch, dass im Finger durch die Kohlenstoffverbindungen auch deutlich mehr C-14 enthalten ist, als im Kohlendioxid der Luft. Das hat zur Folge, dass der Finger ebenso mehr radioaktive Strahlung abgibt.
Ich habe einmal einem Vortrag über Radioaktivität gelauscht, wobei unter anderem gezeigt wurde, dass der Geiger-Müller-Zähler schon bei einem Taschentuch, das man vorher vor einen Staubsauger gehalten hat, deutlich stärker knackt, als bei Fingern und ähnlichem:

FK
27.06.2001, 17:21
@minutemen
Da sind wir vielleicht einem bis dato unbekanntem Phänomen auf der Spur.....wieviel macht so ein Nobelpreis eigentlich in bar aus?

;)

Gruß,
Franz

hippie
27.06.2001, 18:10
@fk,
der preis ist ein klacks aber von den vortragshonoraren lässt es sich leben... :D

Godwael
28.06.2001, 01:20
Ok, aber nicht daß das wieder so was wird wie mit der kalten Fusion... :D

Verstrahlt
30.06.2001, 02:21
Originalnachricht erstellt von buba
er hat sich in der nähe eines radioaktiven präparates aufgehalten und wurde VERSTRAHLT -- das müsstest du doch besser wissen! :D :p ;)

@buba

Hatte ich mir gedacht. Ich wollte nur ine Antwort, um meine Vermutungen zu bestätigen. VIELEN DANK

wobue
04.07.2001, 17:03
durch anfassen des Gesteins ist die Antwort. Wobei man für eine sichere Aussage allerdings wissen müßte, wie die "Messung" mit sauberen Fingern ausgefallen wäre.

Ein Geiger-Müller-Zählrohr wird für Betastrahlung vom C-14 eine miserable Anspechwahrscheinlichkeit haben, eher kann man damit K-40 feststellen.

Beim Versuch mit dem Taschentuch findet man Uran und seine Zerfallsprodukte, Thorium und dessen Zerfallsprodukte sowie K-40.

Wolfgang

nobody
30.07.2001, 15:26
War sein Finger zufällig in der nähe einer Betonwand? Beton ist nämlich auch recht Strahlungsintensiv

minutemen
30.07.2001, 15:50
@mr. mollekül: :eek: :no: satirische beiträge sollte man schon als solche kennzeichnen...

nobody
30.07.2001, 16:26
tut mir leid. Meine Schule besteht nur aus Beton, es gibt keine Tapete oder so was, da ist mal der Lehrer mit dem Geigerzähler rumgegangen, um uns die natürliche Radioaktivität zu zeigen. Da hat´s schon ordentlich geknackst, daher das Beton strahlungsintensiver als andere Stoffe ist. Hatte gedacht das das ein Grund sein könnte.

nobody
30.07.2001, 16:40
Was habt ihr denn für Beton? Auf Granit mag das zutreffen.:eek:

nobody
08.08.2001, 16:01
P.S. Die Aktivität eines Menschen beträgt, dank K40, C14, Rn226, 8000 Bq!

FK
08.08.2001, 17:55
@markuzz

Da hilfts nur, sämtliche Menschen in Beton einzugießen und im Meer zu versenken. Arbeitsvorschrift unter www. mafia.com.

Gruß,
Franz

mantis
24.10.2002, 08:17
Er meinte, das die Strahlung so klein ist, das es fast nichts schadet. Nun aber zu meiner Frage. Wiso waren seine Finger Radioaktiv. Waren die etwa Ionisiert oder waren Reste des Gesteins an seinen Fingern.
Bin über diesen Thread gestolpert, weil ich etwas über Zerfallsreihen gesucht habe.
Das dieses "fast nichts schadet" ausgerechnet von einem "Lehrenden" kommt, finde ich mehr als fragwürdig.
Es gibt erwiesenermaßen die natürliche Grundstrahlung, die sowohl im positiven (gibt ja positive Veränderungen im Erbmaterial) als auch im negativen Veränderungen in der Genetik hervorruft.
Das Dumme an der Sache ist nur, man weiß es vorher nicht und sollte deshalb tunlichst vermeiden, sich (und andere)jedweder zusätzlichen Strahlung auszusetzen.
Eine direkte Erkennung einer Schädigung ist im Prinzip nur bei hohen Strahlendosen sichtbar, also bei großen Unfällen. Dass zwecks wirtschaftlicher und militärischer Interessen Folgeschäden nicht wirklich erfasst werden wollen, sollte auch zu sehen sein.
Und das handelsübliche Zählerrohr erfasst meines Wissens nur 1% der Gammastrahlung-hilft bei der Messung also nicht unbedingt weiter.
Ich vermute einfach mal, dass auf Grund des wohl laxen Umgangs mit solchen Stoffen der Typ schon belastet ist und es deswegen diese Erscheinung gab (Alpha und Betastrahlung werden meines Wissens zu 100% erfasst). Ähnliche Erscheinungen gab es ja auch z.B. in früheren Jahren mit der lieben Marie Curie und ihrer Pechblende.

mantis
24.10.2002, 09:17
Vielleicht zur Erklärung, befasse mich schon länger mit der Materie, war 97 mit der hannov. Umweltgruppe Janun in Weißrussland (Minsk, Gomel). Obwohl die Weißrussen (bis jetzt)kein eigenes Akw haben, sind sie ja völlig verstrahlt worden. Das tragische an der Strahlung ist, dass man sie eben nicht sieht, schmeckt oder riecht, allenfalls je nach dem Grad der Verstrahlung und Art der Strahlung die Wirkung sieht. Für die nichtbetroffenen reichen Länder sind solche Unfälle das größte Lebendexperiment, welches sich nur bieten kann-es nützt den Leuten dort relativ wenig, wenn es Strahlenmessstationen gibt, wo sie ihre Lebensmittel durchmessen lassen können. In einer solchen Strahlenmessstation wird nämlich kein Ersatz für die "zu hoch belasteten" Lebensmittel ausgegeben, es liegt im Ermessen (!)der Leute, die Sachen dort auf Halde schmeißen zu lassen oder doch zu essen.
Man sollte bei der Angelegenheit auch im Hinterkopf behalten, dass Lukaschenko (Presidento)sehr starke Bestrebungen hat, mittels Siemens eigene AKW im Lande zu haben. Bei der jetzigen politischen Struktur würde ich das für mehr als gefährlich halten(womit ich nicht sagen will, dass ich diese Art der Technik in westlichen Ländern für ungefährlicher halte).