PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Metalle + Salzsäure


Tomboy
16.06.2001, 17:13
Wenn Metalle mit Salzsäure reagieren entsteht doch theoretisch entweder ein Salz oder ein Metallhydrid, oder (ich meine damit speziell in Metalllegierungen, da bei nur einem Metall soweit ich weiß sowieso nur das Salz und Wasserstoff entsteht)
Wenn ich nun also eine Legierung mit Salzsäure reagieren lasse, bildet dann das edlere Metall das Salz oder das Metallhydrid?:(

CO-Küchler
16.06.2001, 17:20
Ein Metallhydrid wird sich sicher nie bilden, entweder reagiert das Metall mit der Salzsäure zum Metallchlorid wenn das Metall unedler als Wasserstoff ist, ist das Metall edler als Wasserstoff, passiert gar nichts.
Metallhydride haben in wässrigen Lösungen sowieso kein Bestand, da sie mit dem Wasser zu Wasserstoff und dem Metallhydroxid reagieren.

Tomboy
16.06.2001, 17:47
Und wie bildet man dann Metallhydride?:dizzy:

CO-Küchler
16.06.2001, 18:46
Vielleicht Natrium in einen getrockneten Wasserstoff-Strom bringen, funktioniert in der Theorie, ob das in der Praxis so einfach funktioniert, weiß ich nicht...

Tomboy
16.06.2001, 19:06
Wenn Metalle nicht mit Salzsäure reagieren, wenn sie edler als Wasserstoff sind, wieso gilt das dann nicht auch bei anderen Säuren (z. B. bei Scheidewasser):silly:

CO-Küchler
16.06.2001, 19:18
Scheidewasser, ist das Königswasser? Da ist es so, daß es nicht nur auf das Redoxpaar Wasserstoff/Metall ankommt (wie beim lösen in Salzsäure), sondern auch auf das Oxidationspotential der Salpetersäure und die Bildung eines hochreaktiven Nitrosylions...

Tomboy
16.06.2001, 19:21
Definiere: Nitrosylion!

CO-Küchler
16.06.2001, 19:26
Achne, Nitrosylchlorid, NOCl, damit kann man auch sehr edele Metalle in ihre Chloride überführen, also oxidieren.

Tomboy
16.06.2001, 19:35
Das heißt dann also, dass Nitrosyl = NO ist, ja?

CO-Küchler
16.06.2001, 19:41
Ne, NO ist Stickstoffmonoxid. Dann schon eher NO+, das wäre das Nitrosylkation.

Tomboy
16.06.2001, 20:22
Pardon, wie konnte ich nur die Ladung vergessen!:rolleyes:
Und bei der Reaktion von Nitrosylchlorid mit einem Metall entsteht dann besagtes Stickoxid? Wieso heißt das eigentlich NitroSYL, da hört ein Laie wie ich ja nie raus, dass das mit Sauerstoff ist!:suspect:
Und überhaupt: heißt das, dass man jederzeit durch erhitzen oder so aus Stickstoffmonoxid und Chlorgas Nitosylchlorid herstellen kann?
(ich glaub, ich frag zu viel auf einmal:burn: )

buba
16.06.2001, 20:28
nitroxyl hört sich blöd an, also sagt man nitrosyl... ;)
wohingegen carboxyl besser klingt als carbosyl... :D

Wieso heißt das eigentlich NitroSYL, da hört ein Laie wie ich ja nie raus, dass das mit Sauerstoff ist!

CO-Küchler
16.06.2001, 20:29
Und überhaupt: heißt das, dass man jederzeit durch erhitzen oder so aus Stickstoffmonoxid und Chlorgas Nitosylchlorid herstellen kann?

Das weiß ich ja nun nicht, aber viel einfacher ist ja auch die Darstellung aus 3 Teilen konz. HCl und 1 Teil konz. HNO3, wobei man hier mit äußerster Vorsicht vorgehen sollte. Gerade beim erhitzen treten eben besagtes NOCl und diverse andere Stickoxide aus.

FK
16.06.2001, 20:30
Hi!

Scheidewasser ist Salpetersäure (löst zwar Silber, aber nicht Gold auf) wg. Oxidationswirkung.
Königswasser (HNO3 + HCl) löst auch Gold und Platin auf wg. Oxidationswirkung, Chlor und Bildung stabiler Chlorokomplexe.

Salzartige Hydride können aus den Metallen (Alkali- Erdalkalimetalle)und Wasserstoff bei erhöhter Temperatur gebildet werden. Eine ganze Reihe von Metallen (div. Übergangsmetalle) reagiert aber schon bei Raumtemperatur zu nicht ganz so salzartigen Hydriden.

Gruß,
Franz

Tomboy
16.06.2001, 22:28
@Torben:
Die Formel dafür wäre dann ja 3HCl + H2NO3 -> 2H2O + NOCl.
Für die Bildung von Stickoxiden kann ich mir im Moment nur eine Formel vorstellen: 2HCl + H2NO3 -> Cl2 + H2O + NO2. Ist das richtig?

@Franz:
Was für Metalle wären das denn zum Beispiel?

CO-Küchler
16.06.2001, 22:35
Nicht ganz, Salpetersäure ist HNO3.

3 HCl + HNO3 --> NOCl + 2 H2O + Cl2

Tomboy
16.06.2001, 22:42
Mein Gott, solche Schusselfehler!! :rolleyes:
Auch hier danke an alle Beteiligten!:D

FK
16.06.2001, 23:24
@Tomboy


Z. B. Lanthan, Neodym, Titan (Titanlegierungen für H2-Speicher!), Zirconium, Hafnium, und Platin, Palladium. Die Hydride sind nichtstöchiometrisch.

Die beiden letztgenannten Metalle sind ja als Hydrierkatalysatoren bekannt. Sie nehmen den Wasserstoff sehr leicht auf, geben ihn aber auch bereitwillig an geeignete "Empfänger" ab.


Gruß,
Franz

bm
17.06.2001, 07:32
@Scheidewasser

Bezeichnung historisch, das "Wasser" war in der Lage edle Metalle (Au, Pt,..) von unedlen zu scheiden.

@Königswasser

das "Wasser" löst auch den König der Metalle (Au)

@Hydrierkatalysatoren

RaNi, nicht ganz so teuer und recht gut

mfg bm

nobody
01.08.2004, 18:03
Und wie bildet man dann Metallhydride?:dizzy:

In der org. Chemie fallen viele Metallhydride als Nebenprodukt in Synthesen ein... zB wenn man Pyridin mit einem lithiumorganyl in toluol versetzt bekommt man als nebenprodukt LiH

Gruß til

Caesium
07.04.2005, 14:08
Und wie bildet man dann Metallhydride?:dizzy:

durch verbrennen der folgenden metalle im H2-strom bekommst du gleich die stöchiometrischen hydride:

2 Li + H2 -> 2 LiH (Reaktionstemperatur 700°C)
2 Na + H2 -> 2 NaH (300-400°C)
2 K + H2 -> 2 KH (300-400°C)
2 Rb + H2 -> 2 RbH (300-400°C)
2 Cs + H2 -> 2 CsH (300-400°C)
(2 Fr + H2 -> 2 FrH) :eek:

Ca + H2 -> CaH2 (400-500°C)
Sr + H2 -> SrH2 (400-500°C)
Ba + H2 -> BaH2 (200-300°C)
(Ra + H2 -> RaH2) :eek:

Eu + H2 -> EuH2 (400-500°C)
Yb + H2 -> YbH2 (400-500°C)

8 Th + 15 H2 -> 2 Th4H15 (400-450°C)

Ti + H2 -> TiH2 (400°C; funktioniert nur mit Titan-Schwamm)



unter druck:

Mg + H2 -> MgH2 (570°C / 200bar ! )



in lösung:

3 Li[AlH4] + AlCl3 -> 4 AlH3 (Polymer!) + 3LiCl (Reaktion bei 20°C in Diethylether)

4 CuJ + Li[AlH4] -> LiCl + AlCl3 + 4CuH (Reaktion bei 20°C in Pyridin)

Zn(CH3)2 + 2 Li[AlH4] -> ZnH2 + 2 Li[AL(CH3)H3] (Reaktion bei 20°C in Diethylether)



das einfachste hydrid lässt sich aus uran-pulver bei rauntemperatur glatt in H2-athmosphäre herstellen :D :

2 U + 2 H2 -> 2 UH3

C2H5OH
07.04.2005, 15:36
Uiiiuiui, diese vielen Gleichungen. Da hat sich aber eine Mühe gegeben. So und jetzt noch überall die Indizes tiefstellen :D

Chrischan37
16.09.2010, 10:41
...ist zwar schon eine ganze Weile her (das Thema) aber eine parallele Frage:
Wie wird TiH2 großserientechnsich hergstellt? Mir geht es weniger um chemische Gleichungen, als um eine grobe Verfahrensbeschreibung, einen Link oder ein Stichwort zur Web-Suche...

Gaga
16.09.2010, 10:55
Der HoWi schreibt folgendes:
Titan absorbiert bei 300-500°C Wasserstoff reversibel bis zur Grenzstöchiometrie eines Titanhydrids TiH2. (...) Das technisch aus den Elementen hergestellte Hydrid der ungefähren zusammensetzung TiH1.95 (...).Also Titanpulver mit Wasserstoffüberdruck in einen Reaktor, heiß machen, fertig - denke ich mal. Ein konkreter Name für das Verfahren ist nicht angegeben.

Chrischan37
16.09.2010, 10:57
...schlicht, einfach und praktisch!

Danke!