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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wird das Diplom auf lange Sicht gesehen abgeschafft?


R_Frost
10.04.2004, 10:33
Nun, meine Frage steht schon im Titel. Falls ja, mit welchem Zeitraum rechnet ihr? Was tritt an die Stelle des Diploms? Etwa der MoS?

mfg

nobody
10.04.2004, 10:45
Ja, Magisterstudiengänge müssen glaube ich bis 2007 umgestellt sein, Diplomstudiengänge bis 2010 afaik. Google sollte hier aber helfen...

R_Frost
10.04.2004, 10:53
Danke schon mal. Also wäre es doch sinnvoll schon jetzt einen Studiengang zu belegen, der den Abschluss MoS anstrebt, oder?

mfg

buba
10.04.2004, 10:57
erstmal den B.Sc. ...


Ob das jetzt schon sinnvoll ist? Kommt drauf an; da wird in den nächsten Jahren sicher noch viel an den Studienordnungen gewerkelt werden.

R_Frost
10.04.2004, 10:58
Klar.

nobody
10.04.2004, 10:59
Wie mans nimmt; das Diplom hat halt irgendwie einen guten Ruf, auch im Ausland. Eigentlich ist es Wurst, ob du dich "Diplom-Chemiker" oder "Master of Sience" nennst. Bei manchen konservativen Personalchefs hast du vielleicht mit ersterem sogar bessere Chancen. ;)

Lim_Dul
10.04.2004, 11:51
Das Diplom wird schneller abgeschafft, als man denkt.
In NRW soll zum 1.1.2005 ein neues Hochschulgesetz verabschiedet werden, in dem steht das zum Wintersemester 2006/2007 die Einschreibung in Diplom und Magisterstudiengänge nicht mehr möglich ist (oder letztmalig möglich)

glimpse
10.04.2004, 13:25
Ob das jetzt schon sinnvoll ist? Kommt drauf an; da wird in den nächsten Jahren sicher noch viel an den Studienordnungen gewerkelt werden.

Und wie... ich studiere zwar noch auf Diplom, aber die Studienordnung wurde schon mal auf das Credi-Point-System umgestellt. Und endet im Chaos pur...

Die einen Dozenten freuen sich die Studenten jetzt endlich mit Hausaufgaben und was weiß ich für Scherzen als Prüfungsvorleistung quälen zu dürfen, die anderen sabotieren die neue Ordnung ganz bewusst (a la "Ok, ich soll eine Klausur schreiben? Meinetwegen, dann können Sie den Bericht den Sie sonst daheim verfasst hätten ja hier in zwei Stunden schreiben"), und die Stundenpläne, Abläufe etc. sind immer noch auf das alte System ausgelegt.

Mal abgesehen davon dass ich nicht einsehe wofür die Umstellung gut sein soll ausser dass es schick und international klingt finde ich diese zerstückelten und dafür gehäuften Prüfungen ziemlich kontraproduktiv. Es einfach eine ganz andere Art zu lernen wenn man sich auf *eine* VD-Prüfung vorbereitet und dazu vielleicht auch mal ein Buch liest anstatt sich für sieben kleinere Prüfungen jeweils schnell mal das Skript reinzuziehen...

Ok, aber mal zum Topic: auch wenn ich's nicht gut finde, ändern lässt sich daran nun nichts mehr dass allmächlich erst auf das Creditpoint-System und dann auf Bachelor/Master umgestellt, die Gesetze sind ja größtenteils schon verabschiedet.

nobody
10.04.2004, 13:45
Mal abgesehen davon dass ich nicht einsehe wofür die Umstellung gut sein soll ausser dass es schick und international klingt

Ja, um die Abschlüsse international vergleichbarer zu machen. Gefallen tuts mir auch nicht.


finde ich diese zerstückelten und dafür gehäuften Prüfungen ziemlich kontraproduktiv. Es einfach eine ganz andere Art zu lernen wenn man sich auf *eine* VD-Prüfung vorbereitet und dazu vielleicht auch mal ein Buch liest anstatt sich für sieben kleinere Prüfungen jeweils schnell mal das Skript reinzuziehen...

Also das finde ich eher positiv. "Kleinere" Lehreinheiten sind angenehmer als 4 so hamma Prüfungen wie bei uns. Und dafür kann ich genauso gut mitm Buch lernen. Aber ich hab ja eh nix mehr von der Umstellung.

Lim_Dul
10.04.2004, 13:59
Ich sehe bei vielen kleinen Prüfungen am Semesterende den Nachteil, dass zum einen Zeit für die Vorbereitung fehlt, zum andern dass man das Wissen danach "vergisst". Die ganz großen Prüfungen, wie alle 4 VD Prüfungen innerhalb von 6 Wochen oder so halte ich auch für falsch.

Ich mags eigentlich so, wie es in der DPO geregelt ist, nach der ich studiere. Die Prüfungen gehen über 2 bis 3 Vorlesungen, wann man die macht ist einem selbst überlassen. Dadurch, dass man sich gut drauf vorbereiten kann, bleibt der Stoff besser hängen, andererseits können die Professoren auch die schwierigen Sachen fragen, da genügend Zeit zur Vorbereitung da war.

upsidedown
10.04.2004, 15:04
Das ist bei einem Studium mit engem Profil wie Informatik oder Psychologie wohl auch wirklich das sinnvollste. Das wär bei mir zumindest im Grundstudium gar nicht gegangen, dazu war das viel zu viel verschiedener Krams. Wobei: Angefangen zu spinnen mit den Prüfungen haben die erst im Hauptstudium bei mir :rolleyes: Im GS lief das eigentlich alles ganz gesittet und (halbwegs) formal ordentlich ab.

nobody
10.04.2004, 15:13
Ich denke über kurz oder lang muss man auch Bachelor / Master umstellen. Ob das dann besser ist bleibt abzuwarten. Die Pläne für neue Studiengänge werden aber wohl bei den meisten FH's / Unis schon in der Schublade liegen.
MfG

upsidedown
10.04.2004, 15:22
Die Pläne für neue Studiengänge werden aber wohl bei den meisten FH's / Unis schon in der Schublade liegen.
:rofl: Der war gut :D
Die haben doch teilweise nichtmal die derzeit gültigen in abgeschlossener und verabschiedeter Form auch nur in absehbarer Zeit in Aussicht :rolleyes:

Warum in den Unis bis heute ein Kompetenznachweis im Prüfungsrecht (wenns nach mir geht mit Abschlussklausur und Haftungsbelehrung...) in keiner Form gefordert ist bleibt mir verschlossen. Da beschliessen Leute die in dem Bereich fachlich zu oft einfach nur als grob inkompetent zu bezeichnen sind ein Zeugs als würden sie im rechtsfreien Raum agieren. Und da Studenten per Definition zu doof sind sich dagegen zu wehren...

Adam
10.04.2004, 15:39
Wers noch nicht gelesen hat:

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,293447,00.html

"Teils nutzen Bildungspolitiker wie Hochschulen die Reform der Studienabschlüsse, um ihre heimlichen Ziele mit an Bord zu schmuggeln - etwa die Senkung von Studentenzahlen oder die Erhebung von Studiengebühren. Und zum Teil geschieht die Einführung von Bachelor und Master schlicht kopflos und unkoordiniert."

Und endet im Chaos pur...

Woher kenne ich das bloss :rolleyes:


Gruß
Adam

Lim_Dul
10.04.2004, 15:52
Ich denke über kurz oder lang muss man auch Bachelor / Master umstellen. Ob das dann besser ist bleibt abzuwarten. Die Pläne für neue Studiengänge werden aber wohl bei den meisten FH's / Unis schon in der Schublade liegen.
MfG
Das brauchst du nicht zu denken, das ist gesetzlich so vorgeschrieben ;)

Adam
10.04.2004, 15:55
Die Pläne für neue Studiengänge werden aber wohl bei den meisten FH's / Unis schon in der Schublade liegen.

...lol...

Die haben doch teilweise nichtmal die derzeit gültigen in abgeschlossener und verabschiedeter Form auch nur in absehbarer Zeit in Aussicht

Eben..so mancher Student studiert nach Bachelor / Master und weis nicht einmal, ob der Abschluss an der Uni überhaupt zugelassen sprich akkreditiert wird :rolleyes:

Gruß
Adam

cRiS
26.06.2004, 14:42
Ist dann die Wahl eine Dipl. Studiums Chemie überhaupt noch sinnvoll, wenn dieser auf lange Sicht abgeschafft wird?
Denn ich stelle es mir doch sehr chaotisch vor, wenn während eines Dipl. Studiums alles plötzlich umgestellt wird.

Ich habe auch gelesen, dass es einen reformiertern Diplomstudiengang gibt.
Dieser scheint mir dem B/M-Studiengang sehr ähnlich, da er ja auch eine Creditpoint-System besitzt und das Studium aus einem 6-sem. Basis- und 4-sem. Schwerpunktstudium besteht.
Gibt es da irgendwelche Unterschiede?

Noch ne Frage: Zu welchem dieser drei Studiengänge wäre wohl eher zu raten?

kammerjäger
26.06.2004, 17:48
ich will diesen Herbst auch Chemie studiern. Master ist insgesamt doch einfacher/kürzer als "normaler" Diplomchemiker, oder?
Kann hier einer Tipps für Neuanfänger geben?

buba
26.06.2004, 18:07
"Einfacher" im Sinne von "leichter"? Wieso sollte es?

Kürzer? Die Regelstudienzeit ist 6 Sem. für BSc und je nach Uni 3-4 Sem. für MSc, für Dipl.-Chem. sind es je nach Uni 9-10 Semester.

kammerjäger
27.06.2004, 16:20
also noch mal zusammenfassend:
MoS ist international konkurrenzfähiger und "moderner", aber derzeit noch an deutschen Unis chaosmäßig zu studiern.
Der normale Diplomgang wird langfristig abgeschafft und "altbacken".
Welche Vor-/Nachteile überwiegen nun für einen Anfänger?

cRiS
27.06.2004, 18:06
MoS ist international konkurrenzfähiger und "moderner", aber derzeit noch an deutschen Unis chaosmäßig zu studiern.

und wie ist das dann mit den akkreditierten B/M Studiengängen

Winas
27.06.2004, 18:14
Hallo

Dazu schau doch einfach mal auf http://www.akkreditierungsrat.de
nach, dort findest du alles wissenswerte und kannst auch nach Studiengängen suchen.

Gruß,
Winas

FK
27.06.2004, 18:21
Und von welchem dieser Studienabschlüsse promoviert man dann? :confused:

Gruß,
Franz

buba
27.06.2004, 20:23
:confused:
Nach dem Master kann man promovieren.

kammerjäger
07.07.2004, 17:04
unterscheiden sich Master und Diplom abgesehen vom der Lernweise ( mehr Prüfungen usw.) eigentlich vom gelernten Stoff?

Lim_Dul
09.07.2004, 23:16
unterscheiden sich Master und Diplom abgesehen vom der Lernweise ( mehr Prüfungen usw.) eigentlich vom gelernten Stoff?

Ja und Nein und manchmal ;)

Auch die Diplomstudiengänge müssen auf Modularisierte Form umgestellt werden. (Was in den meisten Fällen zu mehr, aber kleineren Prüfungen führt).

Da man an den meisten Unis bequem ist, nutzt man die Vorlesungen aus dem Diplom für Bachelor bzw. Master. Das führt dann dazu, dass man im Bachelor und Master zusammen ungefähr das gleiche macht, wie im Diplom.
Eigentlich sollte der Bachelor aber "berufsbezogen" sein und erst der Master in Richtung Forschung gehen.
Daher würde ich deine Frage dann abschliessend beantworten mit: Kommt auf die jeweilige Uni und ihre Prüfungsordnung an.