Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Obsidian-Infos
nobody
07.06.2001, 12:20
Hallo, hier ein paar Infos zum Gesteinsglas Obsidian!
Aus rasch abkühlender Lava bildet sich das Gesteinsglas Obsidian.
Obsidian kristallisiert deshalb nicht, weil es sich bei der Lava, aus der er entsteht, um eine viskose (zähe) Schmelze handelt, die nur 1 % Wasser enthält. Durch diese Zähigkeit der Schmelze kühlt die Lava so rasch ab, daß sich eben keine Kristalle bilden können.
Obsidian enthält aber winzige Kristallite (Kristallkeime), die das einfallende Licht absorbieren. Daher sind die meisten Obsidianproben schwarz und so gut wie opak (undurchsichtig), obwohl manche in Splittern transparent (durchsichtig) sein können.
Obsidian kann auch nadelförmige oder gerundete Einschlüsse enthalten, deren Umfang von Millimeter- bis Metergröße reicht.
Wenn Obsidian Wasser aufnimmt, verändert er seine Form und wird zu einem grauen, glänzenden vulkanischen Glas mit Schrumpfungsrissen im Muster konzentrischer Kreise. Diese Obsidian-Varietät glänzt wie Perlen und trägt daher die Bezeichnung Perlit.
Der sog. Schneeflocken-Obsidian enthält übrigens Pyroxen- und Feldspat-Aggregate. Beide Mineralien zählen zu den Silikaten. Die schwarze Färbung der meisten Vorkommen an Obsidian ist auf das Vorhandensein kleiner Eisenmengen zurückführen. Dieses metallische Element ist in 2 der wichtigtsen Nebengemengteile Obsidians: Magnetit und Ilmenit, enthalten (beides Eisenoxide).
Unter Hammerschlägen bricht Obsidian an den schwächsten Stellen. Die Flächen der Bruchstellen weisen dann Muster auf, die an Seemuscheln erinnern: sog. muscheligen Bruch!
Obsidian ist ein magmatisches Gestein, das sich, wie gesagt durch rasches Abkühlen vulkanischer Lava bildet.
Die ausgedehntesten Obsidianablagerungen finden sich am Hekla (Island), in Teneriffa (Kanaren); auf den Liparischen Inseln (Italien) und am Obsidian Cliff, Yellowstone National Park, Wyoming, USA. Vorkommen der Schmuckstein-Varietät finden sich übrigens in zahlreichen Vulkangebieten.
Im Laufe von geologischen Zeiträumen kann Obsidian zunächst als nicht-kristallines Gesteinsglas auftreten (amorph), später jedoch durch den Prozeß der Entglasung Kristalle bilden.
Obsidian tritt überwiegend in schwarz auf, aber auch in grünlich-schwarz, rotbraun und grau. Die Dichte des Gesteins beträgt 2.35.
Die meisten Obsidian-Formationen sind äußerst reich an Siliciumdioxid.
MfG
Peter
:p
upsidedown
10.06.2001, 12:38
Ich dachte immer Perlit wäre das Eutektoid von Stahl :confused: :confused: :confused:
nobody
10.06.2001, 18:16
'.....Diese Obsidian-Varietät glänzt wie Perlen und trägt daher die Bezeichnung Perlit.....'
Die Bezeichnung 'Perlit' habe ich nicht erfunden sondern so stehts in den Fachbüchern...
Das eine schließt doch aber auch nicht das andere unbedingt aus! D.h. Perlit ist tatsächlich auch die Bezeichnung für das von Dir bezeichnete Eutektoid!
:D
siehe die ersten beiden Links zum Aufruf 'Eutektoid Perlit' in der www.google.de - Suchmaschine!
upsidedown
10.06.2001, 20:53
Is schon klar, das sich das nicht gegenseitig ausschliesst. Hab mich halt nur gewundert, weil es ja doch nicht gerade so selten ist, das sich Kohlenstoff ins Eisen verirrt :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
Da sollte eigentlich auch ein Mineraloge mal was von gehört haben.
Aber echte Verwechselungsgefahr besteht ja dann doch nicht :D :D :D
Weist du zufällig, von wann diese Bezeichnung stammt? Das würde das ganze vielleicht erklären.
nobody
10.06.2001, 22:42
'....Is schon klar, das sich das nicht gegenseitig ausschliesst. Hab mich halt nur gewundert, weil es ja doch nicht gerade so selten ist, das sich Kohlenstoff ins Eisen verirrt
Da sollte eigentlich auch ein Mineraloge mal was von gehört haben...'
Lieber upsidedown,
1. habe ich davon schon gehört, daß Kohlenstoff auch im Eisen vorkommt (kenne auch ziemlich viele Stahllegierungen (Eisen-Nickelstahl, etc..) aber den Begriff Perlit in diesem Zusammenhang kannte ich nicht. Man kann ja nicht alles kennen.
2. ..bin ich kein Mineraloge sondern lediglich 'Hobbymineraloge', der das Ganze als Freizeit betreibt. Trotzdem waren es gerade auch diese Amateure, die Wissenschaftlern schon öfters den Weg zu ihren glanzvollen Karrieren geebnet haben (durch spektakuläre Entdeckungen und Erfindungen, z.B.). Ein Großteil der Wissenschaftler dankt es ja auch wenigstens den Amateuren bzw. Hobbywissenschaftlern (mein Beruf steht übriegens in meinem Profil - Büromensch - genauer gesagt Statistiker - nicht Mineraloge). Hoffentlich 'schmeißt' jetzt niemand noch den Hobbymineralogen mit nem Pseudowissenschaftler zusammen. Dann wär ich aber echt sauer...
3. so entscheidend wichtig finde ich das mit dem Perlit ehrlich gesagt auch wieder nicht, daß ich jetzt große Recherchen über das 'Wann zum ersten mal Aufgetreten' des Begriffs anstellen wollte.
Dazu müßte mich die Metallurgie dann auch näher interessieren. Aus dem betreffenden Fachbuch ist auch nichts Weiteres über den Begriff 'Perlit' ersichtlich. Sorry.
Gruß Peter
:D
FK
12.06.2001, 18:31
Übrigens haben diese Perlite eine interessante Eigenschaft: beim Erhitzen (auf 1200 °C) blähen sie sich auf ein Vielfaches ihres Eigenvolumens auf und ergeben ein weißes, sehr leichtes Produkt, das z. B. für Wärmedämmungen verwendet wird. Gegenüber expandierten Kunststoffen hat es den großen Vorteil, völlig unbrennbar zu sein.
Gruß,
Franz
nobody
12.06.2001, 21:30
Hallo Franz,
das verwechselst Du glaube ich mit Vermiculit..?!
Der im Tagebau geförderte Glimmerschiefer (Aluminium-Eisen-Magnesium-Silikat) ist das Rohmaterial für Vermiculit. Bei der schockartigen Erhitzung des Rohmaterials auf ca. 1.000 Grad C verdampfen die eingeschlossenen Wassermoleküle, und das Volumen wird um ein Vielfaches vergrößert. Die expandierten Granulate enthalten Mio kleiner Zellen, die eine gute Wärmedämmung (k-Wert) bewirken. V. wird für Schüttungen bei Holzbalkendecken und bei kerngedämmtem Mauerwerk, sowie für Dämmungen von Dachschrägen und Hohlräumen eingesetzt. Er ist der Baustoffklasse A1 zugeordnet. Das Material ist unverrottbar, feuchtigkeitsunempfindlich, säurefest, ungezieferbeständig und wiederverwendbar, allderdings aufgrund des vulkanischen Ursprungs leicht radioaktiv (Radioaktive Baustoffe). Der Einsatz von V. scheint ökologisch weitgehend unbedenklich zu sein.
Gruß Peter
;)
Adam
12.06.2001, 23:13
Tag Peter..
Du als Mineralien-Fan hast bestimmt eine nette Sammlung zu Hause, oder?
Da ich mich auch für die Thematik begeistere, kannst Du mir sagen, wo ich Mineralien günstig erwerben kann, oder hier in Deutschland auf die Suche gehen kann?
Habe mal gehört das es in manchen Steinbrüchen durchaus die Möglichkeit gibt, ein paar Mal im Jahr, sich mal selber auf die Suche zu machen.
Cu
Adam
Verstrahlt
13.06.2001, 04:02
Als ich in den USA war (vor 2 Tagen) war ich in einem Mineralienladen. Die hatten sage und schreibe 2 000 000 (2 millionen) Steine zum verkaufen. Das war vielleicht ne sammlung mein lieber mann
leider waren alle sauteuer. Der billigste war ca. 60$ (120DM). Und garr nicht so gross. :p
FK
13.06.2001, 17:36
@mineralman
> das verwechselst Du glaube ich mit Vermiculit..?!
Nee, tu ich nicht. Geblähten Vermiculit habe ich öfter mal in den Fingern (wir gern zum Verpacken gefährlicher Flüssigkeiten verwendet). Die Blattstruktur ist hier sehr gut zu erkennen, außerdem sieht das Material etwa messingfarben aus.
Expandierter Perlit ist weiß und besteht aus kleinen Kügelchen. Die Dichte ist sehr niedrig; beim Öffnen eines Sackes fängt das Zeug sofort an, zu fliegen. Auf den ersten Blick könnte man es mit expandiertem Polystyrol verwechseln.....
Gruß,
Franz
nobody
13.06.2001, 17:57
@Verstrahlt,
wenn Du zufällig in Tucson, Arizona warst, wundern mich die horrenden Preise gar nicht. Die Tucson-Börse ist die weltweit größte Mineralienmesse pro Jahr und in den Geschäften der Umgebung dürften sich die Preise nicht sehr viel von den Messepreisen dort unterscheiden. Und Tucson ist auch weltweit marktbestimmend, denn hier ist die erst Anlaufstelle für Neuentdeckungen und sensationelle Mineralien, die eigentlich unbezahlbar sind. Erst wenn diese Neuentdeckungen in allen anderen Börsenländern längere Zeit in Umlauf sind, geht man auch irgendwann mit den Preisen runter, denn auch die Nachfrage nach diesen 'Sensationen' läßt irgendwann nach.
Nur was spitzenmäßig ist und gerade auf den Markt gelangt ist, ist auch zunächst der Renner und daher anfangs noch ziemlich teuer.
Zum Vergleich: Schau Dir die technologisch neuen Errungenschaften an, die jährlich auf der CEBIT-Messe in Hannover vorgestellt werden! Zunächst unbezahlbar - ein paar Jahre später bekommst Du Vieles 'für nen Appel und nen Ei'- wie der Volksmund sagt! ;)
@Adam,
freut mich erst mal, daß Du Dich für die faszinierende Welt der Mineralien interessierst ohne auf die 'Abwege' der Esotherik-Linie zu entgleiten..
Wenn Du z.B. schon mal im Schwarzwald warst - dort gibt es auch heute noch - nach Jahrhunderten deutscher Bergbaublütezeit - die größten Fundaussichten für Mineralien in Deutschland! Aber auch in allen übrigen Bundesländern kann man nach vorheriger Anmeldung beim Steinbruchbetreiber, etc.. fündig werden.
Zahlreiche Resthalden (noch nicht alle überwachsen!) bieten z.B. ebenfalls gute bis befriedigende Fundmöglichkeiten für Mineralien und z.T. auch Fossilien.
Eigentlich ist jeder Aufschluß verdächtig, sei es die Baugrube oder das Flussbett, der Steinbruch oder der Abhang am Waldweg, die Halde oder die Gletscherspalte, etc..
Die weltweit berühmte Bergbau-Grube Clara im Kinzigtal, Nordschwarzwald:
Hier - im Schwerspatmahlwerk Kirnbach der Grube - für derzeit 10,- DM pro Tag von Montags bis Freitags nachmittags - nicht aber am Wochenende - kannst Du dort noch reichlich schöne und seltene Mineralien aus den verschiedenen Halden herausholen (schürfen bzw. graben, aufsammeln) und mit nach Hause nehmen.
Du kannst auch Eimer mit verdächtigem Schwerspat- und Flußspatmaterial füllen und das dann in Deinem Garten oder im Keller nachträglich aufbereiten (zerkleinern und die Kristalle herausarbeiten.)
Damit ich jetzt keine Romane schreiben muß, dreierlei:
1. Besorg Dir am besten den 'Mineralfundstellen Atlas Deutschland' von Stefan Weiß aus dem Christian Weise Verlag GmbH, Oberanger 6 in München ISBN-Nr. 3-921656-16-8.
Darin sind alle zumindest bekannten bis berühmten Fundstellen in Deutschland ausführlich beschrieben (welche Minerale?, Gesteine, Entstehung, Literaturhinweise, Kartenmaterial, u.v.m...). Diese Reihe gibt es auch für einzelne Regionen oder Bundesländer wie z.B. Thüringen, etc..
oder noch besser
2. Mail mich mal privat an (gilt auch für alle anderen Interessierten!), damit ich Dir meine Haupt-email-Adresse geben kann (müßte auch in meinem Profil ersichtlich sein). Dann mail mich unter dieser Adresse an und ich sende Dir meine Telefonnrn. gerne zu. Am Telefon kann ich Dir dann die nötigen Infos besser verklickern als wenn ich hier jetzt Romane schreibe.. OK?
3. nach telefonischer Kontaktaufnahme bin ich dann auch gerne bereit, Dich in der Zeit der 2. oder 3. Juliwoche hier vor Ort zu Fundstellen zu begleiten und Dir zumindest die Fundmöglichkeiten des Taunus bzw. von Wiesbaden und Umgebung aufzuzeigen..!
Voraussetzung: Du müßtest mit Deinem Auto bei mir erscheinen. Meines habe ich verkauft.. Gelange aber trotzdem mit allen möglichen Verkehrsmitteln zu meinen Fundstellen - auch mit Auto als Mitfahrer...!
Meld Dich ruhig mal bei mir! Und keine Angst - ich beiße nicht, wenn ich auch manchmal die Moderatoren 'anbelle..' Bin eigentlich ganz zahm / lieb, wenn man mich persönlich kennenlernt (sagen die anderen jedenfalls..)
Ach so - noch etwas:
Ich kann Dir auch den aktuellen Börsenkalender für 2001 in Kopie - auf Wunsch - zusenden. Dort findest Du alle Verkaufsverantaltungen bzw. Börsen auch mit Highlights wie z.B. Sonderausstellungen, Sammlervitrinen, etc. Die vom DMF empfohlenen Börsen sind dann extra markiert. Dort wirst Du dann auch nicht beschissen (ich gelte übrigens auch als Fälschungsexperte in der Szene)
und erhältst vor allem aber auf den echten Sammlerbörsen (nicht Händlerbörsen) noch Mineralien guter Qualität zu moderaten bzw. erschwinglichen Sammlerpreisen!
In Mineralienläden würde ich nur mal reinschauen aber nicht unbedingt gleich jedes ansprechende Mineral kaufen (warum sag ich gerne nur am Telefon..).
Bei mir in der Umgebung gibt es z.B nicht einen einzigen Mineralienladen. Ist aber wie gesagt nicht schlimm, da ich entweder selber suchen geh oder über Börsen oder über meine speziellen Händler Mineralien beziehe.
Mit Sammlerfreunden tausche ich auch..
Weiteres gerne am Telefon..
Gruß Peter :rolleyes: ;) :p Persönliche e-mail: mineral.kohwies@t-online.de
nobody
13.06.2001, 18:01
Hallo @ Franz,
danke für die schnelle Aufklärung zum Thema Vermiculit und Perlit! Du bist da auch eher der Praktiker bzw. Anwender mineralischer Substanzen.
Ich dagegen besorge mehr die Mineralien 'frisch aus der Mutter Natur heraus'..und studiere sie unter dem Mikroskop, etc..'.. :p ;) :rolleyes:
Gruß Peter
Verstrahlt
14.06.2001, 01:43
@namlarenim-mineralman
War in New York / New Jersey:p
nobody
14.06.2001, 03:11
Ja, schön.
Adam
14.06.2001, 14:27
Guten Tag Peter..
Danke für deine ausführliche Antwort. Ich sehe schon Du bist ein echter Experte auf diesem Gebiet.
Ich werde auf deine Angeboten gerne zurückgreifen. Doch ich bin Student und zur Zeit - und vor allem in der zweiten -und dritten Juli Woche, da geht nämlich das Semester zu Ende- im Klausurstress :(
Ich werde mich demnähst per E-Mail bei Dir melden.
Vielen Dank nochmal..
Cu
Adam
nobody
14.06.2001, 15:49
Hallo Adam,
gern geschehen und schon jetzt alles Gute für Deine Klausuren!
Ja, mail mich ruhig mal unter meiner 'echten' Privatmail an. Würde mich darüber freuen!