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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Silberfund 'in der Clara'..


nobody
07.06.2001, 12:09
Hallo,

im Juni 2000 fand ich in einer der Aufbereitungshalden von Kirnbach der weltberühmten Schwer-und Flußspatgrube Clara, Oberwolfach, Kinzigtal, Nordschwarzwald einen 5,5 x 4,5 großen Brocken verquarzten Baryts, auf dessen Oberfläche sich jeweils ein 4 mm und ein 3 mm großes Aggregat dendritisch ausgebildeten Silbers befand.

Das Silber wiederum wird von Chrysokoll, Malachit und Tenorit-Kügelchen begleitet!

Verstrahlt
13.06.2001, 03:59
Wo kann man solche Mineralien am häufigsten finden. Ich meine einen Ort, sondern eigenschaften von landschaften. :p

nobody
13.06.2001, 18:54
Hallo Verstrahlt,

noch im Mittelalter hat man das Silber praktisch nur aufsammeln brauchen, da es sehr oberflächennah gebildet wird!

Heute muß man überhaupt schon ziemlich tief bohren, um an die gewünschten Erze z.B. heranzukommen.
Die Zementationszone für Kupfererzmineralien z.B. befindet sich in Höhe des Grundwasserspiegels; die Oxidationszone (Verwitterungszone) natürlich oberhalb des Grundwasserspiegels.

Es würde zu weit führen, jetzt alle möglichen Lagerstättentypen aufzuführen; ab Juli sitze ich abends öfters im Andau in Mainz. Da kann man mir die Fragen nochmal stellen und ich beantworte das gerne ausführlicher bei ein paar Bieren..

Nur kurz: so ziemlich die meisten Edelsteine sind pegmatitischer Bildung (grobkristalline Gesteine), die in der Endphase der Tiefengesteinskristallisation gebildet wurden) oder werden sedimentär in Seifen gefunden. (wenn das Muttergestein schon längst verwittert ist und sich durch die Gravitation alles Schwere nach unten absetzt..

Die meiten Erze (Blei-Kupfer-Zink-Lagerstätten) z.B. werden in hydrothermalen Gängen gebildet und dort später auch gefunden bzw. gewonnen. (hydrothermal = heiße und wässrige Lösungen).

Viele Mineralien werden auch pneumatolytisch gebildet - entstehen also aud der Gasphase..

Chromit z.B wird magmatisch gebildet,...

Ich hatte dazu früher schon mal Romane geschrieben, bin aber jetzt zu schreibfaul und die Finger sind jetzt müd ..Sorry. Mail mich an, dann bekommst Du gerne meine Telefonnr.!

Wichtig ist, daß Mineralien entweder aus Schmelzen, Gasen oder Lösungen gebildet werden!

Die Schlackenmineralien sind ein Extrathema, da sich heute noch die Wissenschaftler und auch ich darüber streiten, ob die Blei-Oxy-Chloride (-Halogenide) von Lavrion aus der Antike (Stichwort: Schmelzofenprozesse - Restschlackenmaterial ins Meer gekippt - Chlorionen ) z.B. überhaupt Mineralien per Definition sind oder nicht. Ich bin jedenfalls in der Lage Argumente für die These zu nennen, daß sie zu den Mineralbildungen zählen!(Laurionit, Paralaurionit, Phosgenit, etc....

Gruß Peter :rolleyes: ;)

Verstrahlt
14.06.2001, 01:40
Schade isch dachte es wäre einfacher etwas sinnvolles zu finden.:p

nobody
14.06.2001, 03:03
Hallo Matthaeus,

dann habe ich Deine Ausgangsfrage nicht verstanden. Was meinst Du mit Sinnvoll? :confused:
Ich habe in einem anderen Beitrag doch auch das Buch benannt, wo Du z.B. über alle heute noch konkret existierenden Fundorte in Deutschland etwas nachlesen kannst.
Und ich habe ausführlich erklärt, daß es auch heute noch möglich ist, wenn auch nicht mehr so einfach ist wie früher, viele Mineralien zu finden. Auch in dem anderen Beitrag!
Soll ich Dir die Schubladen mit meinen xxxx Mineralien zeigen?

Gruß Peter

Verstrahlt
14.06.2001, 19:59
genau das meine ichja

Es ist heute sooooooo schwer schöne mineralien zu finden :p

nobody
14.06.2001, 20:28
..es wird immer schwerer schöne Mineralien zu finden! Das ist wohl richtig. Bei genauer Kenntnis der Lagerstätte und der Gesteine und Gesteinsformationen sowie durch gute Vorbereitung/Logistik von Exkursionen (vernünftiges Kartenmaterial, etc.) steigen natürlich die Chancen für Erfolge bei der Fundsuche erheblich. :D

Verstrahlt
14.06.2001, 23:25
Was ist eigentlich die beste Methode, die Mineralien zu reinigen, wenn sie aussen matt sind? Ich gleube Polieren oder?:p

nobody
15.06.2001, 00:31
Mineralien sollten je nach ihrer chemischen Zusammensetzung mit dem richtigen chemischen 'Reinigungsmittel' gereinigt werden.

In vielen Fällen reicht schon eine Reinigung mit Wasser aus, wobei destilliertes Wasser empfohlem wird, wegen der Fremdsubstanzen, die in normalem Leitungswasser enthalten sein können und das zu reinigende Mineral damit schädigen könnten.
Mineralien die man auf einer Börse kauft, sind schon gereinigt und können z.B. mit Knetmasse in ein verschließbares Kunstoffkästchen untergebracht werden und sind somit weitgehend luftdicht verschlossen.

Poliert werden z.B. Achate oder Schmuckstücke im Cabochonschliff (Schliff-Form mit gewölbter Oberfläche)

Mineralien die laut Lehrbuch sowieso als matt beschrieben werden und dann in der Praxis auch matt sind, sollten alleine schon aus wissenschaftlichen Erwägungen heraus nicht mit Chemie so behandelt werden, daß sie plötzlich einen unnatürlichen Glanz 'aufgesetzt' bekämen. Dann würde man ja das Mineral quasi manipulieren bzw. verfälschen.

Mineralien, die bereits ihren typischen Glanz aufweisen, wie z.B. Seidenglanz, Glasglanz, Diamantglanz, Metallglanz, Perlmuttglanz, Fettglanz oder Pechglanz sollten diesen auch so beibehalten.

Einige Mineralien sind auch empfindlicher als andere. Also nicht jedes Stück unter den Wasserhahn und mit einer Bürste abschrubbern, sonst könnten z.B. bei nadeligen Kristallaggregaten die Nadeln abbrechen, etc.
Salzmineralien nicht Wasser oder Luftfeuchtigkeit aussetzen - das versteht sich von selbst.

Lichtempfindliche Mineralien gibt es übrigens auch. Das nebenbei..

Gruß Peter ;)

Verstrahlt
15.06.2001, 23:51
Danke für die Infos:p