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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erstnachweis Corkit-Hinsdalit von Vockenhausen..


nobody
07.06.2001, 11:40
Phosphate im Pseudomorphosenquarzgang von Vockenhausen (Taunus):

- Erstnachweis von Corkit - Hinsdalit -

mineralman (Name wurde 'von der Redaktion' - also von mir - geändert)

Bei einer Begehung des Pseudomorphosenquarzganges vom Kohlwaldschlag, ca. 1,5 km nordöstlich von Vockenhausen (TK25 Bl. 5816 Königstein) im März 1998, entdeckte ich dort einen ca. 4 cm großen Lesestein aus Quarz mit lateral brecciierten Quarzkristallen.
Auf einer der Kluftflächen dieses Quarzes treten an mehreren Stellen kristalline Überzüge von bis zu 5 mm Größe auf.
Sowohl unter der Lupe als auch unter dem Binokular zeigen die grünlichgelben bis dunkelgelbgrünlichen Krusten in der Regel eine erdige Oberfläche ohne Glanz. Nur ein ca. 3 mm großes Aggregat besitzt eine glatte Oberfläche und weist z.T. schwachen Fettglanz auf.

Untersuchungen mittels RDA bzw. RBA (Röntgenbeugungsanalyse, engl.: XRD) ergaben die Zugehörigkeit zu einem Mineral der Beudantit-Reihe. Der analytische Nachweis durch EDS-Analyse (Energiedispersive Röntgenspektroskopie, engl.: EDX) ergab als Hauptbestandteile Phosphor (33 %), Eisen (29 %) und Blei (17 %). Nebenbestandteile sind Aluminium (13 %), Silizium (5 %) und Arsen (4 %).
Schwefel konnte nicht nachgewiesen werden, doch ist eine Überlagerung möglicher Schwefel-Peaks durch Eisen-Peaks im Röntgenbeugungsdiagramm nicht ganz auszuschließen.
Es handelt sich demnach um einen sulfatfreien Mischkristall der Reihe Corkit - Hinsdalit. Gemäß der allgemeingültigen Mineralsystematik (seit 1941) nach STRUNZ gehören sowohl der Corkit als auch der Hinsdalit zu den wasserfreien Phosphaten, mit fremden Anionen (hier: OH-Radikale) und mittelgroßen bis großen Kationen der Beudantit-Gruppe (VII/B.35-60 / VII/B.35-80).

Begleiter des Phosphats ist Limonit, der als Anflug in Form pusteliger Aggregate mit z.T. „geriefter“ Oberfläche und orangebrauner Farbe auftritt (unter dem Binokular eher ockerfarben).
Die Limonit-Aggregate bedecken ca. 2/3 der gesamten Kluftfläche des Lesesteins.

Somit konnte nun nach dem analytisch nachgewiesenen Auftreten von sulfatarmen bis sulfatfreien Arsenaten vom Kohlwaldschlag (KIRNBAUER & STERRMANN 1997) auch das Auftreten eines sulfatfreien Phosphats analytisch belegt werden.

Auf die geographische Lage und die geologischen Besonderheiten des Quarzganges von Vockenhausen soll hier nicht nochmals eingegangen werden, da die Informationen hierzu bereits in den wissenschaftlichen Kurzmitteilungen des Jahrbuchs 1997 vom Nassauischen Verein für Naturkunde (KIRNBAUER, STERRMANN) eingehend dargestellt wurden.

Danksagung:

Meinen herzlichen Dank möchte ich Herrn Günter Blaß aus Eschweiler und dem Forschungsinstitut Jülich für die durchgeführten Analysen aussprechen.

Literaturverzeichnis

RITTER, F. (1884): Ueber neue Mineralfunde im Taunus. – Ber. Senckenberg. naturforsch. Ges. Frankfurt/M., 1883/84: 281-297; Frankfurt a.M.
WALENTA, K. (1996): Beiträge zur Kenntnis seltener Arsenatmineralien unter besonderer Berücksichtigung von Vorkommen des Schwarzwaldes. 3. Folge.-
Tschermaks miner. petrograph. Mitt., 3. F., 11: 121-164, 6 Abb., 2 Tab.; Wien – New York.- (1994): Beudantit, sulfatfreier Beudantit und Segnitit. – LAPIS, 19 (1): 23-26, 8 Abb.; München.
KIRNBAUER, T., STERRMANN, G. (1997): Arsenate in den Pseudomorphosenquarz-Gängen des Taunus: Erstnachweis von Segnitit und Barium-Pharmakosiderit. - Jahrbuch des Nass. Ver. f. Naturkunde, Band 118 - Wissenschaftl. Kurzmitt., S. 108-110.


Gruß Peter ;)

No Regrets
07.06.2001, 15:59
Schwefel konnte nicht nachgewiesen werden, doch ist eine Überlagerung möglicher Schwefel-Peaks durch Eisen-Peaks im Röntgenbeugungsdiagramm nicht ganz auszuschließen.

Schwefel konnte also mit der EDS Methode nicht ausgeschlossen werden. Habt ihr noch andere analytische Methoden angewand um Schwefel ausschließen zu können? oder wie kommt Du dann zu dieser Schlussfolgerung:


Es handelt sich demnach um einen sulfatfreien Mischkristall der Reihe Corkit - Hinsdalit

btw: Schwefel kann auch als Sulfid vorkommen

nobody
07.06.2001, 19:33
Nein, ich habe die Diagramme mit den Peaks erhalten aus dem dies hervorgeht und genügend bezahlt um mich auf die Analysen verlassen zu können. (Herr Blaß und das Kernforschungsinstitut Jülich sind seriös!)
Davon bin ich jedenfalls ausgegangen! Es gab auch noch andere Anhaltspunkte für ein Nichtvorliegen von Sulfid.

Ich selbst habe die Analysen auch nicht durchgeführt wie das ja auch ganz klar aus dem Posting hervorgeht (sondern analysieren lassen)!
Eine Mikrosonde-Untersuchung wurde nicht mehr durchgeführt!

Das Ergebnis war bis jetzt seit Jahren unumstritten aber es steht dir natürlich frei mit dem Kernforschungsinstitut Jülich weiter darüber zu diskutieren!


Hinweis:
Weitere Anfragen beantworte ich übrigens nur noch per mail, da dies mein letzter Forenbeitrag hier ist!

Aus bestimmten Gründen ist es mir leider nicht mehr möglich hier weitere Forenbeiträge, sei es neue oder auch Antworten zu älteren Beiträgen abzuliefern!

Ich danke jedenfalls allen für das entgegengebrachte Interesse und wünsche noch gutes Gelingen bei den Chemieprüfungen!

Gruß Peter (mineralman)

buba
07.06.2001, 19:50
Ich verstehe dich nicht. Erst sagst du

Vergessen wir das Ganze lieber. (...)
Ich schlage daher vor, wir ziehen einen Schlußstrich unter die ganze Geschichte und das wars dann - jedenfalls für mich!


und jetzt willst du doch nicht mehr bleiben?

Wieso um Himmels willen fühlst du dich immer so angegriffen, gekränkt und beleidigt? :no:

nobody
07.06.2001, 20:01
Ich fühle mich weder gekränkt noch beleidigt, sondern mir gehts vor allem ums Prinzip. Und mit Schlußstrich ziehen meinte ich aufhören. Zumindest bis meine Sommerpause, die jetzt im Moment gerade begonnen hat, vorüber ist! In diesem Sinne noch viel Spaß hier, wünscht Peter...