Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zur Promotion
R_Frost
27.03.2004, 19:26
Hi,
warum können Medizinstudenten ihre Dissertation schon während des Studiums schreiben und dann direkt danach einreichen?
Können das Chemiker/Physiker nicht? Und wenn, warum nicht?
mfg
Alichimist
27.03.2004, 19:31
jeder ausser den Med. braucht eine Diplomurkunde hierzu...
belsan
27.03.2004, 20:55
Scheint ungerecht, aber die Mediziner haben es dann doch nicht so leicht.
Nach dem Studium sind erst mal 18 Monate als schlecht bezahlter "Arzt im Praktikum" abzuleisten. Danach schließt sich in 2/3 der Fälle die Facharztausbildung an, die je nach Fach 3-6 Jahre dauert. Erst danach darf man sich dann Internist, Azt für Allgemeinmedizin, Chirurg usw. nennen.
Ein Chemiker/Physiker ist nach dem Studium fertig (so oder so).
Die Facharztausbildung ist vom Umfang und Arbeitsaufwand somit wohl der Dissertation und die Facharztprüfung der Promotion vergleichbar.
Die Dissertation der Mediziner ist vergleichbar mit der Diplomarbeit in Chemie/Physik.
An manchen FB ( Biologie ?) kann/muß die Diplomarbeit vor der Diplomprüfung geschrieben werden.
zarathustra
27.03.2004, 21:12
Nach dem Studium sind erst mal 18 Monate als schlecht bezahlter "Arzt im Praktikum" abzuleisten.
Ist das nicht mittlerweile abgeschafft worden, bin da nicht mehr so ganz auf dem Laufenden, hatte aber vor einiger Zeit sowas gehört?
belsan
27.03.2004, 21:26
Habe gerade mal auf medizinstudent.de nachgesehen.
Sieht so aus als müssten die Medis immer noch.
upsidedown
27.03.2004, 21:33
Warum sollte man so einen bequemen Sklavendienst abschaffen?? ;)
Is doch klasse - noch besser als Doktoranden.
hippie
27.03.2004, 21:36
Nach dem Studium sind erst mal 18 Monate als schlecht bezahlter "Arzt im Praktikum" abzuleisten.
BAT IIa/2 sind auch keine Luxusgehälter...
zarathustra
27.03.2004, 21:48
Warum sollte man so einen bequemen Sklavendienst abschaffen??
Ich hatte vor einiger Zeit in der WELT (oder war es doch die ZEIT?) gelesen, dass die AIP-Zeit abgeschafft werden soll, um das Medizin-Studium reizvoller zu machen, da es ja eh schon lang genug ist. Entsprechendes wurde mir dann auch von einem Bekannten (promovierter Mediziner) erzählt.
Naja, ist dann wohl nicht (noch nicht ?) realisiert worden...
upsidedown
27.03.2004, 21:54
Also wenn denen die Studenten ausgehen würden - warum ist dann immer noch so ein Hammer-NC drauf? ;)
Was aus der Richtung kommt ist leider (fast) alles konzeptloses Politikergequatsche. Den Mut diesen aus dem Muff der Jahrhunderte erwachsenen Dschungel namens deutsches Gesundheitssystem mal von Grund auf neuzustrukturieren (und drunter wird sich langfristig wohl nur wenig ändern - solche verfilzten Abhängigkeitsstrukturen sind leider extrem stabil) wird wohl niemand aufbringen..
zarathustra
27.03.2004, 22:09
Also wenn denen die Studenten ausgehen würden - warum ist dann immer noch so ein Hammer-NC drauf?
Das hat doch sicher was mit der Meinung zu tun, dass nur die Besten Medizin studieren können, halt die alten elitären Ideen ;)
Naja, ich kenne auch jemanden mit 'nem Abi von 3,6 , der 'n Medizin-Studienplatz angeboten bekommen hat (Nachrücker, aber immerhin), wobei sich mein Bekannter dann doch entschlossen hat, Biologie zu studieren :p
belsan
27.03.2004, 22:12
BAT IIa/2 sind auch keine Luxusgehälter...
Habe ich nie behauptet. :)
buba
27.03.2004, 23:48
Ich hatte vor einiger Zeit in der WELT (oder war es doch die ZEIT?) gelesen, dass die AIP-Zeit abgeschafft werden soll, um das Medizin-Studium reizvoller zu machen, da es ja eh schon lang genug ist. Entsprechendes wurde mir dann auch von einem Bekannten (promovierter Mediziner) erzählt.
Naja, ist dann wohl nicht (noch nicht ?) realisiert worden...
http://www.bundesaerztekammer.de/30/Ausbildung/11Approbationsord/
zarathustra
28.03.2004, 00:10
Der Gesetzgeber plant, die AIP-Phase für Ärztinnen und Ärzte, die ihr Studium nach dem 1. Oktober 2004 (bestandener 3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) beenden, abzuschaffen. Wer also das Studium im Frühjahr 2004 abschließt, muss die AIP-Phase noch ableisten und zwar unabhängig davon, wann die berufliche Tätigkeit aufgenommen wird.
Na, dann tut sich ja doch langsam was, danke buba.
nobody
28.03.2004, 05:23
BAT IIa/2 sind auch keine Luxusgehälter...
Reicht aber.
Lunaris
31.03.2004, 23:06
An manchen FB ( Biologie ?) kann/muß die Diplomarbeit vor der Diplomprüfung geschrieben werden.
:nono: - in der Biologie wird andersherum ein Schuh draus, hier zumindest (was nix daran ändert, dass ich schon seit vier Monaten an meiner DA bastele, meine letzte Prüfung aber erst im Mai hab...). Es gibt eben immer Mittel und Wege :).
nobody
01.04.2004, 00:51
Es gibt eben immer Mittel und Wege :).
Und wie ging es in diesem Fall?
Lunaris
01.04.2004, 08:07
Und wie ging es in diesem Fall?
Very simpel ;): einfach schon anfangen, sich nen Thema zu suchen, bevor man die letzte Prüfung macht. Dann anfangen, sich ins Thema einzuarbeiten, Daten sammeln und dann langsam auf die letzte Prüfung vorbereiten. Die machen und dann richtig durchstarten und schon braucht man statt der angesetzten 8 Monate nur die Hälfte oder so. Zumal wir erst drei Monate nach der Hauptfachprüfung überhaupt anmelden müssen. Ist schon recht cool... :D. Vor allem macht´s jeder so :p.
nobody
01.04.2004, 09:48
Very simpel ;): einfach schon anfangen,
Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber bei uns würde man kaum einen Hochschullehrer finden, der ein Thema vergibt ohne Diplomprüfungen. Außerdem hat das Prüfungsamt auch noch ein Wort mitzureden. Von daher erscheint mir Deine Geschichte :suspect: .
Lunaris
01.04.2004, 16:53
Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber bei uns würde man kaum einen Hochschullehrer finden, der ein Thema vergibt ohne Diplomprüfungen. Außerdem hat das Prüfungsamt auch noch ein Wort mitzureden. Von daher erscheint mir Deine Geschichte :suspect: .
Kann es Dir ja erscheinen, aber bei uns ist es nun mal so. Kein Betreuer verlangt von Dir, dass Du die abgeschlossenen Prüfungen auf den Tisch legen kannst. Und was will das Prüfungsamt? Gut, solange die DA nicht angemeldet ist, ist es nicht offiziell, aber das ist ja eh nicht so wichtig, weil es ja nachgereicht wird. Man könnte hier also quasi sein DA schreiben, dann die letzte Prüfung machen und zwei Wochen später die fertige DA abgeben - no problem!
Wobei es bei den Genetikern und den Mikrobiologen durchaus schon anders aussehen kann.
nobody
01.04.2004, 17:16
Ja, siehst du, nicht wirklich legal.
Lunaris
01.04.2004, 17:42
Ja, siehst du, nicht wirklich legal.
Es ist nicht explizit verboten, also kann man es machen ohne in große Schwierigkeiten zu geraten. Zumal es gang und gäbe ist. Ich kenne keinen, der es nicht so macht, von daher hab ich kein Problem damit :).
upsidedown
01.04.2004, 17:48
Isses auch nicht. Und wenn man mich fragt ist das eine ganz linke Tour die an vielen Fachbereichen eingerissen ist..
Für die DA sind üblicherweise 4 Monate vorgesehen - ausgegeben werden aber Aufgabenstellungen die für eine halbe Diss reichen. Dann tut man ganz grosszügig und lässt die Studenten Ewigkeiten für lau für einen arbeiten... Geil. Es geht also noch billiger als Doktoranten :mad:
Bei den Geologe ists hier mittlerweile normal 3 Semester für die DA einzuplanen - alles drunter kriegt ne besch.. Note. Bei sowas möcht ich echt mal sämtliche Akademiker an den deutschen Unis zu einer Zwangsprüfung in Prüfungsrecht mit mündlicher Abschlussprüfung und Haftungsbelehrung schicken..
Das kommt immer so lieb rüber, aber das ist systematische Verarschung.
//Nachtrag @Luni: Das ist verboten. Es verstößt massiv geben die DPO und die allgemeine Prüfungsordnung der Uni. Und wenn mich nicht alles täuscht auch explizit gegen das Hochschulrahmengesetz.
Aber Unis sind eh rechtsfreier Raum bei unseren belämmerten Studenten :rolleyes:
zarathustra
01.04.2004, 18:28
Für die DA sind üblicherweise 4 Monate vorgesehen - ausgegeben werden aber Aufgabenstellungen die für eine halbe Diss reichen. Dann tut man ganz grosszügig und lässt die Studenten Ewigkeiten für lau für einen arbeiten... Geil. Es geht also noch billiger als Doktoranten
Da hast Du leider recht, eine Bekannte hat gearde ihre Diplomarbeit in Genetik fertiggeschrieben. Sie hat erstmal drei Monate so gearbeitet, dann Anmeldung der Dipl.-Arbeit, schließlich noch 'ne Verlängerung beantragt und am Ende hat sich der Prof noch angestellt, warum man denn bitte 3 Monate für eine Dipl.-Arbeit zum Zusammenschreiben bekommen sollte, sie sollte noch einige Sachen in Labor machen, indirekte Drohung mit schlechter Note, damit sie das auch macht... :madanimate:
Finde ich echt ziemlich unverschämt, aber was soll man machen, wenn man anfangs nicht weiß, worauf man sich eingelassen hat und dann vor sowas steht :(
No Regrets
01.04.2004, 19:15
4 Monate DA sind ja n Witz ;)
ich hatte 6 Monate + 6 Wochen Verlängerung.
btw: Natürlich bezahlt (14 Stunden StudHK)
zarathustra
01.04.2004, 19:24
Mit 4 Monaten meint Ups doch wahrscheinlich reine Laborzeit, oder habe ich das falsch verstanden?
nobody
01.04.2004, 19:29
Isses auch nicht. Und wenn man mich fragt ist das eine ganz linke Tour die an vielen Fachbereichen eingerissen ist..
Kann ich gar nicht verstehen, ich glaube wenn man bei uns ohne Diplomprüfungen antanzen würde, würde man höchstens ein müdes Lächeln bekommen.
//Nachtrag @Luni: Das ist verboten. Es verstößt massiv geben die DPO und die allgemeine Prüfungsordnung der Uni.
Seh ich auch so.
upsidedown
01.04.2004, 19:50
4 Monate DA sind ja n Witz ;)
ich hatte 6 Monate + 6 Wochen Verlängerung.
btw: Natürlich bezahlt (14 Stunden StudHK)
Es gibt auch Fachbereiche, da ist das vorgesehen.
Und nein - ich meine nicht reine Laborzeit. Bei uns ist DA vier Monate, ein ganz normales Vorlesungssemester. Arbeite mal in nem Ingenieurbüro - da würden die Luftsprünge machen wenn denen einer ankommt "ach, das hat mal ebend vier Monate Zeit.."
Sowas gehört halt vorbereitet und scharf abgegrenzt. Dafür gibts Hiwis die die ersten Anfänge machen und sicherstellen, dass das a) machbar ist und b) auch praktisch alles da ist. Aus den Vorversuchen wird dann eine klar umrissene Aufgabe abgeleitet. Dann macht man halt aus dem was der Prof gerne möchte nicht eine sondern zwei bis drei Diplomarbeiten draus.. und?? Also soviel managen muss ein Prof noch können, sonst ist er schonmal eine völlige Fehlbesetzung. Und tun sollte er es auch, soviel Verantwortungsbewusstsein sollte man den ja fast fertigen Studenten gegenüber schon haben.
Lunaris
02.04.2004, 11:20
Also: bei uns sind 8 Monate plus 1 Verlängerungsmonat angesetzt. Plus die 3 Monate, die man nach der Hauptprüfung Zeit hat, macht das 1 Jahr für die DA. Die meisten brauchen aber nur die 8 Monate. ICH persönlich will mich aber anderweitig absichern, falls was doch nicht so laufen sollte, wie es geplant war. Daher mache ich jetzt schon etwas (vor meiner Hauptfachprüfung!) und kniee mich dann danach voll rein, so dass ich innerhalb von drei Monaten die Sache im Sack hab´. Damit bin ich noch im Winter fertig und gut ist. Keine Spur von Ausnutzen! Wenn ich so lange brauche, um mich auszukäsen und nebenbei noch andere Sachen machen (arbeiten gehen zum Beispiel, weil bei uns die Stellen nicht bezahlt sind - Berlin ist pleite!), dann ist das mein Bier.
Wenn sich andere Leute ausnutzen lassen und das nicht vorher abchecken, dann haben sie sich meiner Meinung nach schlecht informiert! Das kann man schließlich sehr wohl... (bei anderen Studenten z.B.)
@upi: Es wird schließlich nicht wirklich kontrolliert und geprüft. Warum auch? Ist schließlich Deine Sache, wie Du Deine Diplomarbeit angehst. Ich persönlich wollte alles unter Dach und Fach haben (Thema, schon mal reinschnuppern, ob es das überhaupt ist), bevor ich alles offiziell mache. Weil dann geht die Rennerei erst richtig los, wenn es das doch nicht ist. Und meine Note will ich mich so was auch nicht riskieren.
In diesem Sinne
Luni
nobody
02.04.2004, 11:29
Ist schließlich Deine Sache, wie Du Deine Diplomarbeit angehst.
Nicht ganz, sonst bräuchte man keine DPO.
schlumpf
02.04.2004, 11:37
Nicht ganz, sonst bräuchte man keine DPO.
ganz meine Meinung ...
die strengen Zeitvorgaben schaden ja dem Diplomanden nicht wirklich, auch wenns so aussieht. Ganz im Gegenteil. In 'alten' Zeiten sah das manchmal so aus: der Diplomand fing an, nach einem halben Jahr wurde die Arbeit angemeldet, halbes Jahr regulär, halbes Jahr Verlängerung. Schwupps! waren die Leute bei 1 1/2 Jahren Diplomarbeit .....
Für den Professor ne feine Sache, Diplomanden kosten ja nichts und sind leicht erpressbar, also ideale Arbeitnehmer ... daher find ichs gut, daß das nicht mehr geht!
upsidedown
02.04.2004, 13:30
Für den Professor ne feine Sache, Diplomanden kosten ja nichts und sind leicht erpressbar, also ideale Arbeitnehmer ... daher find ichs gut, daß das nicht mehr geht!
Tuts das nicht? :rolleyes:
schlumpf
02.04.2004, 13:31
naja, es sollte nicht .....
nobody
02.04.2004, 13:36
Tuts das nicht? :rolleyes:
Nein.
Bei uns z.B. in der DPO steht, dass man spätestens 4 Wochen oder so nach der letzten Diplomprüfung ein Thema bekommen muß. Dann 1 Semester Zeit, gibt natürlich noch Verlängerung und so.
Und es wäre ziemlich auffällig, wenn bei einem Prof alls Diplomaten ein Jahr brauchen um fertig zu werden. Von daher nicht realistisch. Ich kenne auch keine solchen Fälle.
Außerdem was nützen einem Prof Diplomaten? IMHO so gut wie nix, weil die normalerweise nix machen müssen.
Bei Doktoranden siehts da schon anders aus, denn die müssen in der Regel alle was machen (Praktika etc.).
hippie
02.04.2004, 13:55
Außerdem was nützen einem Prof Diplomaten?
Eine erleichterte Kommunikation mit ausländischen Kollegen?
Ein Diplomat hat in der Regl seine Diplomarbeit schon hinter sich ;)
nobody
02.04.2004, 14:12
;) :D
upsidedown
02.04.2004, 14:20
Und es wäre ziemlich auffällig, wenn bei einem Prof alls Diplomaten ein Jahr brauchen um fertig zu werden. Von daher nicht realistisch. Ich kenne auch keine solchen Fälle.
Dann sei froh, dass son Mist bei euch nicht eingerissen ist - es gibt Fachbereiche in denen ist sowas einfach völlig normal.
Außerdem was nützen einem Prof Diplomaten? IMHO so gut wie nix, weil die normalerweise nix machen müssen.
Eine ganze Menge. Eine typische Diss bei mir am Institut wird von 2-3 Diplomarbeiten vorbereitet. Dann sind Kleinkram/Vorversuche erledigt, es liegt Erfahrung mit der verwendeten Messtechnik vor (und man weiss auch, dass sie auch brauchbare Ergebnisse liefert und hat keine bösen Überaschungen) und der Doktorant kann die 3 Jahre die er nunmal üblicherweise fix hat (ohne Verlängerung ;)) darauf verwenden das eigentliche Kernproblem zu bearbeiten. Wenn dann aus Zeit- oder sonstigen Gründen noch interessante Teilaspekte ausgeklammert werden müssen dann kann man die auch noch in Form einer Diplomarbeit nachschieben.
Und da hat der Prof nix von?? Das sind (wenn er seinen anderen Job vorher ordentlich gemacht hat :p) fertig ausgebildete Akademiker, die ihm da quasi kostenlos seine Forschung machen.