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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [info] Sternenhimmel - Juni 2001


CO-Mertens
02.06.2001, 12:55
Tipps zur Beobachtung am Sternenhimmel - Juni 2001

SOMMERANFANG: 21. JUNI 2001, 9.38 Uhr MESZ (8.38 Uhr MEZ)
Wenn der Sommer kommt, erkennt man dies als erstes am Sternenhimmel.
Jetzt ist dazu die beste Zeit! Die Frühlingssternbilder LÖWE, BOOTES und JUNGFRAU sind weiter nach Westen gewandert. Ihre Hauptsterne Regulus, Arktur und Spica bilden das sog. Frühlingsdreieck.

Im Osten geht nicht nur die Sonne auf, sondern auch die Sommersternbilder LEIER, SCHWAN und ADLER. Das Sommerdreieck ihrer Hauptsterne Wega (Leier), Deneb (Schwan) und Atair (Adler) ist bereits als Ganzes zu erkennen.
Bleibt zu hoffen, dass mit den Sternen auch der echte Sommer mit klaren und warmen Nächten kommt!

Den Himmel dominiert derzeit noch BOOTES mit seinem hellen Stern Arktur, den man leicht findet, wenn man die Deichsel des GROßEN WAGENs verlängert.

Der LÖWE mit dem recht hellen Regulus bereitet sich dagegen bereits auf seinen Untergang im WESTEN vor. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich der KLEINE LÖWE, der aber viel unscheinbarer ist und keinen hellen Hauptstern besitzt.

Im Südwesten kann man die ausgedehnte JUNGFRAU mit der hellen Spica entdecken. Damit ist das Frühlingsdreieck (Arktur, Regulus, Spica) komplett.

Zwischen BOOTES und dem LÖWEN findet man das kleine Sternbild HAAR DER BERENIKE, für dessen Beobachtung ein dunkler Platz weit weg von Straßenlaternen allerdings Voraussetzung ist. Gleiches gilt im Übrigen für die JAGDHUNDE, die in Richtung des GROßEN WAGENs zu finden sind.

Der Südosten wird gefüllt von der SCHLANGE und dem SCHLANGENTRÄGER, deren Beobachtung schon etwas mehr Übung erfordert.

Der Blick nach Osten beschert dem Sternengucker die Sommersternbilder LEIER, SCHWAN und ADLER, die leicht anhand der Sternenkarte zu identifizieren sind.

Im Norden lässt sich leicht KASSIOPEIA erkennen, die das sog. Himmels-W bildet.
Wer einen steifen Nacken riskieren will, der kann noch versuchen, den DRACHEN und den KLEINEN WAGEN zu entdecken, die beide in etwa senkrecht über uns stehen. Ein dunkler Himmel ist dabei allerdings schon vonnöten!

Tief im Süden kann man übrigens noch einen Teil des SKORPIONs mit dem hellen Stern Antares erkennen. Der Rest des Sternbildes bleibt uns allerdings verborgen (es sei denn, man nutzt den Sommer für eine Reise gen Süden. In dieser Region des Himmels fällt zu fortgeschrittener Nachtstunde besonders der helle Mars auf.

Planeten:

MERKUR kann nach seiner Sichtbarkeit im Mai in diesem Monat leider nicht beobachtet werden, da er sich zusammen mit der Sonne nun am Taghimmel aufhält.

VENUS ist im Juni als Morgenstern vor Sonnenaufgang im Westen zu sehen. Ihre Helligkeit beträgt etwa -4,m2, womit sie auch in der Dämmerung noch relativ gut zu erkennen ist. Im Fernrohr zeigt sich nicht ein rundes Scheibchen, sondern die sog. Halbvenus, deren Beleuchtung im Laufe des Monats zunimmt, deren Größe allerdings abnimmt, da sich die Venus von der Erde entfernt.

MARS erreicht am 13. Juni eine Stellung am Himmel, in der er der Sonne gegenüber steht. Er befindet sich dann also in Opposition zur Sonne. Der Beobachter merkt dies an der Tatsache, dass Mars die ganze Nacht über zu beobachten ist. Er strahlt im Juni mit einer Helligkeit von bis zu -2,m4 am Himmel, womit er heller ist als alle Sterne. Mars befindet sich momentan im Sternbild Schlangentrtäger, der hellste Stern in seiner Umgebung ist Antares (a Scorpii), der ähnlich rot gefärbt ist wie der Mars, ihm in punkto Helligkeit derzeit aber bei weitem unterlegen ist.(siehe Sternenkarte)

JUPITER steht am 14. Juni in Konjunktion zur Sonne. Das ist - wie man sich wahrscheinlich denken kann - das Gegenteil von Opposition (siehe Mars). Das heißt für den Beobachter ncihts anderes, als dass Jupiter in diesem Monat nciht zu beobachten ist.

SATURN stand bereits im Mai in Konjunktion zur Sonne. Für geübte Beobachter kann es gegen Ende des Monats die erste Möglichkeit geben, Saturn mit seiner Helligkeit von 0,m2 tief im Nordosten vor Sonnenaufgang auszumachen.

URANUS befindet sich zur Zeit im Steinbock, mit dem er gegen Mitternacht im Südosten aufgeht. Gegen 1.00 Uhr kann man versuchen, den nur 5,m7 hellen Planeten mit einem guten Fernglas oder einem Teleskop zu finden.

NEPTUN geht bereits vor Uranus ebenfalls im Steinbock auf. Für die Beobachtung des lediglich 7,m9 hellen (oder besser dunklen) Planeten sollte man auf jeden Fall einen dunklen Ort weit außerhalb von Städten aufsuchen und warten, bis sich der Mond zurückgezogen hat.

PLUTO steht am 4. Juni in Opposition zur Sonne. Das heißt aber lediglich, dass er sich die ganze Nacht über am Nachthimmel aufhält. Zu sehen ist er mit seiner Helligkeit von mickrigen 13,m8 aber nur mit (teurer) Profiausrüstung. Und auch in diesen Geräten unterscheidet sich Pluto nicht von den Sternen in seiner Umgebung, was aufgrund seiner gewaltigen Entfernung von 4,397 Millarden Kilometern zur Erde am 4. Juni auch nicht unbedingt verwunderlich erscheint.

Periodische Sternschnuppenstürme

Die Scorpius-Sagittarius-Meteore sind in der Zeit um Mitternacht tief im Süden zu beobachten. Ein Maximum tritt am 14. Juni ein.

Zwischen dem 10. und 20. Juni kann man in der Leier die Juni-Lyriden beobachten.

Ende Juni sind im Drachen die Juni-Draconiden zu beobachten, die Reste des Kometen 7P/Pons-Winnecke sind.