Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Antimaterie
nobody
31.05.2001, 18:01
Wo ist eigentlich die Antimaterie geblieben?
In Büchern erfährt man nur, auf eine wie große Anzahl von Materie-Antimaterie Vernichtungen wieviele Teilchen übrig geblieben sind.
Da aber normalerweise nicht einfach was überbleibt muß doch die Antimaterie irgendwo hin sein..... Es gibt Annahmen dass sich in Teilen des Universums noch größere Mengen Antimaterie befinden usw.
aber die meisten sind nur erzwungene Hypotesen, die weder mit Beobachtungen übereinstimmen noch wirklich erklärbar sind.
Adam
07.06.2001, 22:42
Abend...
Hm...da beim Zusammentreffen von Materie mit Antimatrie sofort die gesamte Masse in Form von Energie frei wird, und wenn man bedenkt wieviel Materie es im Universum gibt, sind auch die restlichen Spüren von Antimaterie, aus dem Urknall, mit sicherheit schon in Energie umgesetzt worden.
Die einzige Antimaterie gibt es wohl nur noch im CERN oder anderen wissenschaftlichen Einrichtungen auf der Erde..gg.
Cu...
nobody
08.06.2001, 13:06
Ich frage mich eigentlich eher, warum (wenn es sonst nirgends antimaterie mehr geben soll) beim Urknall nicht gleichviel materie und antimaterie entstanden sein soll. Das würde ja bedeuten, mit dem Urknall kommt aus Materie aus dem Nichts....
Godwael
08.06.2001, 14:29
Neuere Untersuchungen deuten als Ursache auf die Verletzung der CPT-Symmetrie, die sich auch in der "Chiralität" des β-Zerfalls zeigt. Es wird davon ausgegangen, daß dadurch eben auch Materie gegenüber Antimaterie bevorzugt wurde.
Wenn noch Antimaterie im sichbaren Universum in größeren Mengen vorhanden wäre, müßte man die Vernichtungsstrahlung aus den Randgebieten erkennen können. Bis jetzt hat noch niemand so was gefunden. Und die Vernichtungsstrahlung aus dem Halo einer Anti-Galaxie wäre wirklich ein ziemlich spektakulärer Anblick.
Tomboy
19.06.2001, 18:54
Spektakulär, aber irgendwie gruselig, könnte ich mir vorstellen.
Adam
19.06.2001, 22:21
Abend...
Das würde ja bedeuten, mit dem Urknall kommt aus Materie aus dem Nichts..
Das Problem mit dem "Nichts".
Ist physikalisch gesehn im Vakuum wirklich "Nichts", ist es leer? Diese Frage beantwortete Dirac, indem er die negative Lösung von Einsteins Gleichungen betrachtete; was bis dahin keiner tat.
Daraus folgerte er, dass es Teilchen mit negativer
Masse geben muß, was dem niedrigesten Energiezustand entsprechen würde. Im also scheinbar leeren Vakuum gibt es virtuelle Teilchen, die man man im wahrsten Sinne des Wortes in die Realität holen kann.(siehe Hawking- Strahlung von Scharzen Löchern).
Will man die Energie eines Systems messen, so gibt es immer eine inhärente Unsicherheit(dies gilt auch für das Vakuum). Somit können im Vakuum reelle temporäre Teilchen/Antiteilchen Paare entstehn; die sich jedoch sofort gegenseitig vernichten und dem Vakuum die "geliehene" Energie zurückgeben(eine Ausnahme ist die H.S., hier speist das Scharze Loch das Vakuum mit der Energie, für das in die Realität getretene Teilchen).
Vielleicht ist ja auch eine Vakuumfluktuation die Ursache für das Entstehen des Universums :)
Neuere Untersuchungen deuten als Ursache auf die Verletzung der CPT-Symmetrie, die sich auch in der "Chiralität" des β-Zerfalla zeigt.
Meinst Du damit den Zerfall von Cobalt 60 Kernen, und "die Richtung", welche die Elektronen einschlagen beim Zerfall?
Cu
Adam
Godwael
19.06.2001, 22:30
Genau. Ein "linkshändiger" Zerfall. Das könnte bedeuten, daß die schwache Kernkraft Materie anders "behandelt" als Antimaterie, und deshalb die Materie stabiler ist.
Ist bis jetzt nur ne Theorie, aber das ist der einzige echte Unterschied zwischen Anti- und Materie, den wir kennen.
mp67
20.06.2001, 04:59
Originalnachricht erstellt von Adam
Abend...
1)...Diese Frage beantwortete Dirac, indem er die negative Lösung von Einsteins Gleichungen betrachtete; was bis dahin keiner tat....
2)...Daraus folgerte er, dass es Teilchen mit negativer Masse geben muß, was dem niedrigesten Energiezustand entsprechen würde...
3)...Meinst Du damit den Zerfall von Cobalt 60 Kernen, und "die Richtung", welche die Elektronen einschlagen beim Zerfall?...
ad 1) Dirac loeste nicht Einsteins Gleichungen (welche der vielen, die A.E. in seinem Leben auch immer aufschrieb das sein mag), sondern die relativistisch invariante Form der Schroedinger-Gleichung.
ad 2) Zu vielen Teilchen gibt es counterparts mit gleicher Masse, gleichem Spin und entgegengesetzter elektrischer (und Farb-) Ladung.
ad 3) Das 60Co-Experiment von Wu belegt lediglich eine Verletzung der P-Symmetrie bei schwacher Wechselwirkung.
Micha.
P.S.: Fuer leicht zu Amuesierende: Die meisten Suchmaschinen entbehren einer gewissen Cleverness: http://sites.netscape.net/QuoVadisEcho/violation_.html
Adam
20.06.2001, 14:47
@mp67
1/2)Ich meine ja auch virtuelle Teilchen mit negativer Masse(die hat Dirac so denke ich aus Einsteins Gleichungen abgeleitet) nicht mit negativer Ladung.
(Mir ist durchaus klar das Dirac das Positron, und somit die Antimaterie, als erster vorhergesagt hat;) )
3)Hier stimme ich mit Godwael überein, es wäre die Verletzung der CPT- Symmetrie und nicht nur der Parität. (Eine direkte Verletzung der CPT-Symmetrie erfolgte kürzlich auch an Kaonen/Antikaonen)