PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feuersteine


FK
30.05.2001, 21:27
Hi!

Jetzt habe ich mal eine Frage, und zwar zum Thema "Feuersteine".


Was sind das für Steine, die beim Anschlagen rote Funken geben und dabei einen brenzlichen Geruch verbreiten (erinnert ein bisschen an brennende Haare)?

Das Anschlagen habe ich zunächst mit anderen Steinen aus unserem Garten ausprobiert, dann auch an der rauen Seite einer Fliese. Die bewussten Steine haben glatte, glänzende Flächen; Farbe hell- und rötlich braun marmoriert.
Die Bruchflächen sind nicht kristallin.

Übrigens gelingt es eigentlich mit beliebigen "Kieseln", beim aneinander Schlagen rote Funken zu fabrizieren (mehr oder weniger intensiv), allerdings nicht immer mit Geruch.

Habe ich doch jahrzehntelang geglaubt, nur beim Anschlagen an Stahl oder Pyrit würde es funken...
Anscheinend reicht die eingebrachte Energie aus, um wegfliegende Splitter zum Glühen zu bringen.

Gruß,
Franz

No Regrets
30.05.2001, 21:34
Feuerstein

1. Sammelbez. für auch Flint od. Silex genannte Kieselsäure-Konkretionen, ist mineralogisch innig mit Opal durchsetzter Chalcedon. Die oft mit einer weißen Rinde bedeckten F. sind braun, grau od. schwarz u. härter als Stahl.
Vork.: Als Knollen bis zu 1m Durchmesser in Kalken, insbesondere in Kreide-Schichten, die sich von Frankreich u. Irland bis in die UdSSR erstrecken, z.B. Insel Rügen/DDR, ferner in eiszeitlichen Ablagerungen in Norddeutschland.

Geschichtl.: Wegen ihrer bes. Härte (H. 7) u. des splitternden, scharfkantigen Bruches dienten F. dem vorgeschichtlichen Menschen zum Feuerschlagen sowie als Werkstoff für die Waffen- u. Werkzeug-Herstellung („Steinzeit“). In Europa wurden ca. 5000 Jahre alte F.-Bergwerke gefunden. Im Mittelalter wurden Lunten u. das Schießpulver der Gewehre (Flinten, Name!) mittels F. u. Pyrit gezündet.
2. Im übertragenen Sinne versteht man heute unter F. auch die Zündsteine für Feuerzeuge.

Lit.: Lüschen, Die Namen der Steine, 2. Aufl., S.217f., Thun: Ott-Verl. 1979 ï Mineral. Mag. 3, 200–205 (1979) ï Rösler, Lehrbuch der Mineralogie, 4.Aufl., S.452, Leipzig: VEB Deutscher Verl. für Grundstoffindustrie 1988 ï Spektr. Wisss. H. 8, 4–10 (1979) ï Weißgeber, 5000 Jahre Feuersteinbergbau, Bochum: Bergbaumuseum 1980.

Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995

nobody
30.05.2001, 21:51
Genau das wollte ich jetzt auch mitteilen aber der Römpp war schneller und dieses Mal hab ich auch nichts am Römpp auszusetzen!
Ist sogar fast identisch mit einem Beitrag den ich mal vor längerer Zeit in einem anderen Forum über Feuerstein losgelassen hatte. Wenn mir noch etwas zum Thema Kieselsäure bzw.- SIO2-Modifikationen (es gibt übrigens deren 8!) einfallen sollte, melde ich mich gerne wieder.

Mal sehen ob ich die 8 Modifikationen noch aus dem Bauch heraus zusammenbekomme.. Quarz, Tridymit, Stishovit und Coesit (Hochdruck-Modifikationen in Meteoriten), Cristobalit, Lechatellierit, Opal und wer fehlt noch? Einer fehlt noch...Wer weiß es? (aber ohne Buch wie ich auch bitte..)

Gruß Peter ;)

Verstrahlt
30.05.2001, 22:34
COOL

Ich hab das mit den Steinen auch schon mal probiert. als ich noch kleiner war. Dor das hat mit keinen in unserem Garten geklappt. Dann bon ich an See gefahren und habe es dort probiert. Doch es ging mit keinen. Danach war klein Verstrahlt sehr traurig. :sad:

Kann das daran liegen, dass ich am Bodensee wohne, und man dort solche Steine nicht findet, oder war klein Verstrahlt einfach zu bloed zum Feuermachen grins:-) :p

Matthaeushttp://cwm.ragesofsanity.com/otn/blobs/0000007.gif

FK
31.05.2001, 17:38
Erstmal vielen Dank für Eure Mühe....leider ist meine Frage damit nicht beantwortet....denn welche Silicate riechen brenzlich und sprühen Funken?
Bei den "Funkversuchen" war weder Pyrit noch Stahl beteiligt!

Gruß,
Franz

Verstrahlt
01.06.2001, 02:13
Schreib mineralman mal ne Mail der kann das sicher beantworten:p

nobody
01.06.2001, 23:24
Hallo FK,

durch Wachstum des Quarzes als winzige, auch unter dem Mikroskop nicht mehr erkennbare Fasern (Chalcedon) entsteht Feuerstein. Feuerstein entsteht in Karbonatgesteinen durch Ausscheiden von Kieselsäure an bestimmten Punkten (Konkretionen). Häufig bilden Organismenreste den Ausschlag zur Ausscheidung von Kieselsäure, dann entstehen Verkieselungen, (z.B. verkieseltes Holz).


Ich kenne nur geruchslose und nicht rotfeuerfunkensprühende Silikate!
Dafür aber jede Menge Phosphate und Arsenate, die absolut nicht geruchsneutral sind..


Um Deine Anfrage zufriedenstellend beantworten zu können, muß ich diesmal leider auch erst recherchieren. ..sehr spezielle Fragestellung..uff...also Bitte um Geduld...

Gruß Peter