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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [info] Kristallwachstum


nobody
30.05.2001, 18:56
Die ‚Quintessenz‘ (das Wesentliche) zum Kristallwachstum

Unter Kristallwachstum versteht man das kontinuierliche Größerwerden eines Keims bis zum fertigen Kristall!
Bei Übersättigung von Lösungen, verursacht durch Verdunstung oder Abkühlung und bei unterkühlten Schmelzen scheidet eine chemische Substanz einen Keim als Festkörper aus. Die Größe dieses Keims beträgt ca. 100 Angström (A) = 0,00001 mm.
An ihn lagern sich nun weitere Kristallbausteine (Atome, Ionen, Kationen oder Moleküle) an. Der Kristall wächst somit weiter durch gerichtete Anlagerung (auch bezeichnet als ‚vektorielle Apposition‘), indem sich das Grundmuster ständig wiederholt.
Der Einbau von Atomen geschieht aber nicht allseitig gleichmäßig - im allgemeinen verschieben sich die günstigsten Grenzflächen parallel nach außen.
Von der Wachstumsgeschwindigkeit einer Fläche relativ zur anderen hängt dann die Größe der Flächen ab. Das kann dazu führen, daß gewisse Flächen im Laufe des Wachstums verkümmern oder ganz verschwinden.
Flächenarme Kristalle zeugen daher auch von einer langen Bildungsdauer.
Hängt man z.B. eine aus Steinsalz (= Mineral Halit) geschliffene Kugel in eine gesättigte Kochsalzlösung, bildet sich bald wieder ein Körper mit Kanten, Ecken und ebenen Flächen. Dieses Beispiel sollte die Art und Weise und die unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeit in den verschiedenen Richtungen deutlich werden lassen.
Während des Wachstumsstillstands können sich jedoch Fremdteilchen (z.B. Flüssigkeiten, Fremdminerale, etc.) an den Kristallflächen ablagern, die dann auch als Einschlüsse im Kristall verbleiben.
Meistens behindern sich die Kristalle am Wachstumsprozess gegenseitig, so daß kein idiomorpher ‚Bilderbuch‘-Einzelkristall entsteht sondern ein sog. Aggregat (z.B. nadlige, rosettenförmige, nierige oder traubige Aggregate.) Die Liste an Aggregat-Formen aber auch an Kristallformen könnte ich jetzt noch beliebig fortsetzten, möchte aber den Rahmen hier nicht sprengen.
Die Winkel zwischen gleichartigen Flächen bleiben jedoch unverändert (gemäß dem Gesetz der Winkelkonstanz, die von Nikolaus (Nils) Steno 1669 eingeführt wurde.

Soviel jetzt - ad hoc von mir - aus dem Stegreif - heraus!

Einigermaßen verständlich rübergekommen?

Gruß Peter (mineralman)


;) :D :cool:

Godwael
30.05.2001, 22:32
Entspann dich, mineralman! Du bist ja vollkommen Kristallophil.:cool:
Bist du Mineraloge oder so?

Verstrahlt
30.05.2001, 22:47
Ich finde es gut wiedermal jemanden gefunden zu haben, der sich in dieser Seitee richtig muehe gibt. (so wie ich auch) PRAAHL:D

@mineralman

La vie c'est la passion

Schit eigentlich hasse ich franzoesisch

Ah ich glaube so klingt es besser:

LIVE IS PASSION

Matthaeushttp://cwm.ragesofsanity.com/otn/blobs/0000007.gif

minutemen
30.05.2001, 23:09
als kleine ergänzung zum punkt entstehen & verkümmern von flächen:

alle am kristall zu findenen flächen sind best. netzebenen, die eine best. besetzungsdichte besitzen. es leuchtet ein, das flächen mit geringer besetzungsdichte am schnellsten wachsen, da entsprechend wenig material zum aufbau gebraucht wird. durch ihr schnelles wachstum verschwinden jedoch gerade diese flächen am schnellsten. es verbleiben letztlich am kristall jene flächen mit hoher besetzungsdichte & meist niedrigen millerschen indices - letztlich mineralmans flächenarmer kristall.

nobody
31.05.2001, 18:30
Hallo Godwael,

ich bin ganz entspannt - wie ein hüpfender Frosch! Und ich bin 'nur' ein Hobbymineraloge, der das Studieren, Sammeln und Fotografieren von Mineralien in seiner Freizeit betreibt.. :jump_mirror:


Hallo minuteman,
vielen Dank für die wertvolle Ergänzung! Dem ist nichts hinzuzufügen...;)


Gruß Peter