Stimmt es, dass ein Studium auf Lehramt, im Vergleich mit einem solchen auf Diplom als leichter anzusehen ist? Muss man den Lehrämtern einen niedrigeren Kompetenzgrad, als den Diplomer zuweisen? Von einem Bekannten, der selber auf Diplom studiert, habe ich vor Kurzem eine solche Aussage gehört. Er begründete seine Aussage insbesonders mit der geringeren Studienzeit von 7 Semestern.
Bisher dachte ich, dass das Lehramtsstudium von der Dauer her genauso lange benötigt, wie das Diplomstudium. Eigentlich kann man doch in 7 Semestern, in denen man auch noch seine zwei Fächer studiert, nicht soviel lernen, wie der Diplomstudent in zehn. Oder stimmen die Studienzeiten, die mein Bekannter mir genannt hat gar nicht?
Was mich noch interessieren würde ist, wie die Schwerpunkte zum Beispiel in Mathe beim Lehramtsstudium im Vergleich zum Diplomstudium liegen?
DeFianT
23.02.2004, 12:15
Lehramt solltest du nur enrsthaft in Erwägung ziehen, wenn du wirklich Spaß dran hast mit jungen Menschen zu arbeiten und auch mal bereit bist unbezahlte Überstunden zu schieben, wenn du irgendne Klausur oder sowas vorbereitest.
Wenn du das nur wegen dem geringsten Widerstand machen möchstest, kann ich dir nur von abraten. Faule und unmotivierte Lehrer habn wir schon genug!
Simon111
23.02.2004, 12:39
Du hast meine Fragestellung falsch verstanden. Ich würde gerne Lehrer werden, genau weil mir die Tätigkeit eines Lehrers Spaß macht. Da ich aber auch wissentschaftlich an den Fächern interessiert bin, die ich studieren würde, möchte ich wissen, ob ein Lehramtsstudium in Mathe vom Anspruch her mit dem Diplomstudium vergleichbar ist, oder nicht.
nobody
23.02.2004, 12:48
Lehrämtler müssen natürlich bißchen weniger machen, aber dafür haben die in der Regel auch zwei Fächer.
Easyquantum
23.02.2004, 12:52
Hallo Simon111,
ín der Chemie ist es so, dass man in der Regel im Diplomstudiengang dazu ausgebildet wir, später mal in Forschung und Entwicklung tätig zu sein. Daher promovieren auch 90 % der Diplom-Chemiker. Hier dominiert das spezifische Know-How.
Lehrer hingegen sollen einem "Puplikum" von Schülern die elementaren Dinge einer Naturwissenschaft (manchmal auch nen bissl darüber hinaus) nahe bringen und Interesse wecken (im Idealfall). Gefragt sind pädagogische Fähigkeiten.
Man sieht also, dass das Tätigkeitsfeld im Berufsleben in der Regel ein anderes ist. Dies resultiert in einem doch recht unterschiedlichem Studienplan.
Natürlich kann die Lehrerausbildung nicht verlangen, dass angehende Pädagogen in gleicher Zeit wie die Diplomer 1. sich den gleichen Wissenstand aneignen 2. das natürlich in 2 Fächern und 3. nebenbei noch noch pädagogisch ausgebildet werden.
Das kann nicht klappen und ist auch nicht so sein. Deswegen sollte man sich vor Beginn eines Studiums genau fragen, was man später machen möchte... forschen oder lehren... oder beides.
Die Mathematik spielt natürlich für den Naturwissenschaftler eine übergeordnete Rolle und muss deswegen in der Ausbildung von naturwissenschaftlichen Fachkräften stärker berücksichtigt werden als in der Lehrerausbildung.
Gruß Easy...
Marvek
23.02.2004, 12:53
Hinzu kommt der pädagogische Teil, den Lehramtler machen müssen - ja Diplomer haben etwas mehr als Lehrämtler in dem entsprechenden Fachgebiet.
Simon111
23.02.2004, 12:59
Gibt es eigentlich auch die Möglichkeit im Lehramtsstudium eines seiner Fächer auch auf Diplom zu studieren und eventuell darin sogar zu promovieren. So dass man auch nach dem Studium und abgeschlossenen Staatsprüfungen noch die Chance hätte, zwischen Forschen und Lehren zu wählen?
forschen oder lehren... oder beides
Mir persönlich wäre da das "oder beides" am liebsten. Gibt es dazu auch Möglichkeiten?
bertoal
23.02.2004, 13:01
Lehrämtler müssen natürlich bißchen weniger machen, aber dafür haben die in der Regel auch zwei Fächer.
... und sie haben oftmals das Problem, dass sie zwischen zwei Stühlen sitzen und von keinen Studienfach ernst genommen werden.
Aber wir brauchen ja auch Menschen, sie sich den Tag über um die Kinder kümmern mit denen ihre eigenen Eltern nichts mehr zu tun haben wollen :D
(-> dank an alle)
bertoal
Easyquantum
23.02.2004, 13:06
Natürlich geht auch beides. Ich kenne promovierte Chemiker, die als Lehrer ausbilden. An der Berufsschule oder auch in der gymnasialen Oberstufe.
Weiterhin kann man natürlich eine Professorenlaufbahn anstreben.
Auf der anderen Seite weiß ich leider nicht wie dass mit Lehrern aussieht, die gerne forschen wollen. Stell ich mir schwer vor.
Natürlich kann man aber auch als Lehrer in einem Fach promovieren, wenn man entsprechende Leistungen zeigt.
Simon111
23.02.2004, 13:10
Weiterhin kann man natürlich eine Professorenlaufbahn anstreben.
Wie genau geht das von statten? Ich dachte bisher immer, dass es eher so ist, dass die Professoren augewählt werden, anstatt umgekehrt.
bertoal
23.02.2004, 13:25
Wie genau geht das von statten? Ich dachte bisher immer, dass es eher so ist, dass die Professoren augewählt werden, anstatt umgekehrt.
... aber dazu musst du erst einmal dich habilitieren
(das Telefonbuch wird nicht einfach aufgeschlagen :D )
bertoal
Easyquantum
23.02.2004, 13:26
Da kenn ich micht nicht so gut mit aus. Aber ich denke doch schon, dass man sich um eine Habilitation bewerben kann.
Genommen werden sicherlich nur die hellsten Köpfe oder die gesündesten (Vitamin B..).
Aber vielleicht weiß jemand mehr zu diesem Thema. Ansonsten mal googeln..
kat1
23.02.2004, 13:31
Professorenstellen werden von den Hochschulen ganz normal ausgeschrieben, d.h. prinzipiell kann sich jeder drauf bewerben. Voraussetzung sind allerdings meist die Habilitation bzw. in Einzelfällen auch andere Nachweise. Weiterhin wird neuerdings gefordert, dass der angehende Professor aus der Industrie kommt, wo er mindestens 5 Jahre in dem angestrebten Fach tätig war.
Simon111
23.02.2004, 13:55
Sorry, für die Frage, aber was bedeutet Hablilitation?
StefanK
23.02.2004, 13:57
Dumme Frage:
Was hat die Berufserfahrung in der Industrie mit einer Professorenstelle zu tun? M. E. sollten die fachlichen Fähigkeiten entscheidend sein und nicht die Tatsache, dass man in der Industrie gearbeitet hat. Ist die Arbeit in der freien Wirtschaft neuerdings wirklich Vorraussetzung oder haben die Unis eigentlich nur im Sinn, über gute BEziehungen des neuen Profs an Geldmittel aus der Industrie zu kommen. Wenn das der Fall ist, ist die Auswahl der Professoren ja eine noch verlogenere Angelegenheit als sie eh schon ist.
kat1
23.02.2004, 14:06
Hier zur Habilitation: http://www.net-lexikon.de/Habilitation.html
Allgemein unterscheidet man in den akademischen Graden:
1. Akademischer Grad: Der Bachelor
2. Akademischer Grad: Das Diplom, Magister, Master etc.
3. Akademischer Grad: Promotion (Nachweis der Forschung in der "Tiefe", also auf einem Gebiet
4. Akademischer Grad: Habilitation (Nachweis der Forschung in der "Breite"
Mal ein Auszug aus dem Sächsischen Hochschulgesetz zu den Berufungsbedingungen, das mit der Praxis habe ich mal fett markiert.
Berufungsvoraussetzungen für Professoren
(1) Als Professor kann berufen werden, wer neben den allgemeinen dienstrechtlichen Voraussetzungen die Gewähr dafür
bietet, dass er jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes und der Verfassung des
Freistaates Sachsen eintritt und die Einstellungsvoraussetzungen für den öffentlichen Dienst nach Artikel 119 der Verfassung
des Freistaates Sachsen erfüllt.
(2) Berufungsvoraussetzungen sind
1. ein abgeschlossenes Hochschulstudium,
2. pädagogische Eignung, die in der Regel durch Erfahrungen in der Lehre oder Ausbildung nachgewiesen wird, wobei Lehrberichte
von Hochschulen, soweit vorhanden, heranzuziehen sind,
3. besondere Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch die Qualität einer Promotion nachgewiesen
wird, oder besondere Befähigungen zur künstlerischen Arbeit und
4. je nach den Anforderungen der Stelle
a) zusätzliche wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen oder
23
b) besondere Leistungen bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in einer in
der Regel fünfjährigen beruflichen Praxis, von der mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs ausgeübt
worden sein müssen.
(3) Die zusätzlichen wissenschaftlichen Leistungen nach Absatz 2 Nr. 4 Buchst. a werden durch eine Habilitation oder eine
gleichwertige wissenschaftliche Leistung, die auch in einer Tätigkeit außerhalb des Hochschulbereiches erbracht sein kann,
nachgewiesen.
(4) Auf eine Stelle, deren Funktionsbeschreibung die Wahrnehmung erziehungswissenschaftlicher oder fachdidaktischer Aufgaben
in der Lehrerbildung vorsieht, soll nur berufen werden, wer eine dreijährige Schulpraxis nachweist.
(5) Professoren an Fachhochschulen und Professoren für Fachhochschulstudiengänge an anderen Hochschulen müssen die
Einstellungsvoraussetzungen nach Absatz 2 Nr. 1 bis 3 und 4 Buchst. b erfüllen; in besonders begründeten Ausnahmefällen
können auch Bewerber zum Professor berufen werden, die die Einstellungsvoraussetzungen nach Absatz 2 Nr. 4 Buchst. a
erfüllen.
(6) Soweit es der Eigenart des Faches und den Anforderungen der Stelle entspricht, kann abweichend von den Absätzen 2 bis
5 als Professor auch berufen werden, wer hervorragende fachbezogene Leistungen in der Praxis und pädagogische Eignung
nachweist.
(7) Professoren mit ärztlichen, zahnärztlichen oder tierärztlichen Aufgaben müssen zusätzlich die Anerkennung als Gebietsarzt,
Gebietszahnarzt oder Gebietstierarzt nachweisen, soweit für das betreffende Fachgebiet eine entsprechende Weiterbildung
vorgesehen ist.
bertoal
23.02.2004, 14:08
Sorry, für die Frage, aber was bedeutet Hablilitation?
:light:
http://www.net-lexikon.de/Habilitation.html
bertoal
bertoal
23.02.2004, 14:09
Hier zur Habilitation: http://www.net-lexikon.de/Habilitation.html
... da hat wohl auch jemand gegooglet ;)
StefanK
23.02.2004, 14:28
"...besondere Leistungen bei der Anwendung oder Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in einer in
der Regel fünfjährigen beruflichen Praxis, von der mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs ausgeübt
worden sein müssen."
Okay hast mich überzeugt. Aber von den fünf Jahren Berufserfahrung müssen nur drei außerhalb der Hochschule gesammelt werden.
kat1
23.02.2004, 14:32
Ja gut, vergib mir ob meiner schlechten Informationspolitik und bewahre mich vor dem Scheiterhaufen ;)
:worship:
nobody
23.02.2004, 14:40
... aber dazu musst du erst einmal dich habilitieren
Die Habilitation soll doch bis 2010 oder so abgeschafft werden.
schlumpf
23.02.2004, 15:51
jein, es heißt jetzt halt anders.
Jetzt sind die vorherigen Habilitanden auf einer befristeten Juniorprofessur, von der sie sich auf eine richtige Professur bewerben können.
Zum Thema promovieren etc.:
Die meisten Hochschulen setzen in den Promotionsordnungen Diplom mit dem Lehramts-Staatsexamen gleich. (man muß halt auch einen Doktorvater finden, der das genauso sieht ... ich kenne aber mehr als einen). Nach drei Jahren Dr.-Arbeit ist es eh egal, was man 'ursprünglich' mal studiert hat (Kurt Wüthrich - Chemie-Nobelpreis 2002 - ist z.B. Chemie- und Sportlehrer).
Andersrum ist es halt nicht so: Diplom-Chemiker haben haben eben keine pädagogische Ausbildung. Trotzdem werden sie in manchen Ländern (NRW z.B.) als Chemielehrer eingestellt - aber immer zu schlechteren Konditionen als die 'echten' Lehrer. Das verschweigt das Land aber ganz gerne ....
Zum Thema 'Professoren aus der Industrie' und 'pädagogische Eignung': Als Student sieht man natürlich die Lehrqualitäten im Vordergrund .... dabei verbringt ein typischer Student (10 Semester Studium,3 Jahre Dr.-Arbeit) nur etwa die Hälfte in Hörsälen, die andere ab der Diplomarbeit im Labor. Ein Top-Wissenschaftler mit Industrieerfahrung kann für seine Doktoranden DAS Karrieresprungbrett sein, immerhin weiß er, was die Industrie an Qualifikationen braucht.
buba
23.02.2004, 19:21
3. Akademischer Grad: Promotion (Nachweis der Forschung in der "Tiefe", also auf einem Gebiet
4. Akademischer Grad: Habilitation (Nachweis der Forschung in der "Breite"
Promotion und Habilitation sind keine akademischen Grade, sondern der Vorgang, der zu ebendiesen führt:
Promotion --> Doktortitel
Habilitation --> Dr. habil. = Privatdozent (PD) (--> Professor).
kat1
23.02.2004, 19:51
Gut, ich lasse mich auch gerne noch ein zweites Mal korrigieren. :p
nobody
23.02.2004, 20:40
Jetzt sind die vorherigen Habilitanden auf einer befristeten Juniorprofessur, von der sie sich auf eine richtige Professur bewerben können.
Hm, noe... Juniorprofessoren müssen nicht habilitiert sein.
upsidedown
23.02.2004, 20:46
Hm, noe... Juniorprofessoren müssen nicht habilitiert sein.
Natürlich nicht - das hast du auch in den falschen Hals gekriegt :rolleyes:
Diejenigen, die früher Habilitanten geworden wären kriegen heute ein Juniorprofessur (oder auch nicht..)
CO-Küchler
23.02.2004, 20:58
Lehrer hingegen sollen einem "Publikum" von Schülern die elementaren Dinge einer Naturwissenschaft (manchmal auch nen bissl darüber hinaus) nahe bringen und Interesse wecken (im Idealfall). Gefragt sind pädagogische Fähigkeiten.
Deshalb sollte die Lehrerausbildung auch schnellstens von den Universitäten verbannt werden. Wenn man sich anschaut, wohin es mit den Unis geht, macht das wirklich keinen Sinn...
nobody
23.02.2004, 21:42
Deshalb sollte die Lehrerausbildung auch schnellstens von den Universitäten verbannt werden.
Warum??
Momentan geht der Trend eher dahin, die Lehramtsstudiengänge an einigen Unis zu konzentrieren, und das macht imho auch Sinn. In Düsseldorf wurden sie z.B. abgeschafft.
CO-Küchler
23.02.2004, 21:50
Die ganze Uni-Diskussion im Moment wird dazu führen, dass sich die Unis in Sachen Forschung etablieren müssen. Was spricht gegen die Lehrerausbildung in einer Art Berufsschule?
hippie
23.02.2004, 22:01
Ich denke auch, dass es weitaus sinnvoller Wäre, die Lehrerausbildung in pädagogischen Hochschulen zu konzentrieren, als - wie es in RLP der Fall ist - diese in "Universitäten" umzuwandeln, was dann solche schwachsinnigen Konstrukte wie die Uni Landau-Koblenz ergibt...
upsidedown
23.02.2004, 22:04
Bei den Gymnasiallehrern hätte ich da meinen Bedenken - Abitur ist immer noch die Bescheinigung der Studienfähigkeit (so lächerlich das im Einzelfall sein mag). Sollen die Schüler wirklich von Leuten ausgebildet werden, die selber nichtmal studiert haben?
Prinzipiell würd ich ansonsten (GHR-Bereich) gar nichts dagegen haben. DIe Sozialpädagogik ist schliesslich auch weitgehend (vollständig?) im FH-Bereich angesiedelt. Nur: Die Reform die dafür nötig wäre können wir nach dem nächsten Weltkrieg diskutieren - dann mag sowas möglich sein ;)
sakk
24.02.2004, 14:20
also wenn ich mir bei uns ander schuel angucke, was die lehrer da teilweise für einen stress wegen dem abi usw habe, dann bin ich froh, dass ich schüler bin ;)..
sicherlich ist der wissenschaftliche teil vielleicht nicht sooo ganz groß wie bei anderen fächern, aber was drumherum noch dazu kommt halte ich für extrem enorm...
am bestern einfach mal mit ein paar lehrern unterhlaten...;)..
sakk :)
StefanK
24.02.2004, 14:33
Mein Vater is Lehrer, zwar nicht Chemie, aber dafür Deutsch/Geschichte. Kann sakk's Ausführungen nur bestätigen. Schon alleine die Arbeit, die man sich machen muss, um Abituraufgaben zu formulieren ist enorm. Vier Themenvorschläge in Deutsch, mit Erwartungshorizont, das Ganze an die Bezirksregierung, hoffen, dass alle ok sind, sonst alles noch mal, Abiturklausuren unter extremem Zeitdruck korrigieren, einen Satz Klausuren vom Kollegen ebenfalls im Stress durechschauen und mit etwas pech sogar in den ach so langen Sommerferien Chef vom Dienst in der Schule, Nachprüfungen etc...
Hinzu kommt die nervliche Belastung durch ca. 1100 schreinende Bälger, das jeden Tag. Das wird bei Chemielehrern nichrt anders sein.
Ich möchte es nicht machen müssen, kann mir auch gut vorstellen, dass da der Idealismus eines motivierten jungen Lehrers der grad aus der Uni kommt nach ein paar Jahren flöten geht.
Simon111
24.02.2004, 14:42
Ich denke aber, dass der Stress, den du beschreibst, irgendwie in jedem Beruf vorhanden ist. Auch ein Chemiker, der bei einem Konzern arbeitet, wird oft auch mal unter Zeitdruck stehen, weil er noch irgendein Protokoll etc. einreichen muss.
Mein Dilemma ist eben, dass ich gerne, aus Interesse insbesonders am Fach Mathematik, gerne das lernen würde, was die Diplomer lernen und später auch noch wenn möglich "forschen" (obwohl das für Mathe wohl nicht der richtige Ausdruck ist) würde. Nur genauso würde ich gerne das elementare Wissen den Schülern beibringen. Meine Frage ist jetzt eben, kann ich beides unter einen Hut bekommen?
StefanK
24.02.2004, 15:04
Mein ehemaliger Physiklehrer ist Diplom-Physiker und unterrichtet Mathe/Physik. Neben seiner eigentlichen Arbeit schafft er es, sich mit Astronomie zu beschäftigen un dunterhält eine äußerst interessante Homepage:
www.jgiesen.de
Ich denke schon, dass du dich irgenwie mit aktuellen Fragestellungen der Mathematik beschäftigen kannst, wenn du dich drum kümmerst. Es kann dir ja keiner verbieten, über Probleme nachzudenken und zu versuchen eine Lösung zu finden.
Simon111
26.02.2004, 18:16
Ich denke, dass ich wahrscheinlich Mathe und Chemie auf Lehramt studieren werde.
Es gibt in Rheinlandpfalz neuerdings auch Master Studiengänge für Lehrämter.
Mich würde jetzt nur interessieren, wie genau läuft eine Promovation nach dem Abschluss an der Uni ab, da man ja auch noch die zweite Staatsprüfung und das Referendariat vor sich hat?
schlumpf
26.02.2004, 18:38
wie jede PROMOTION, d.h. du suchst dir einen Doktorvater, der dich nimmt. Das ist übrigens das Hauptkriterium, wenn man einen Professor hat, der einen wirklich will, reicht sogar ein FH-Abschluß (dieses Hintertürchen halten sich die Unis wohlweislich offen ... ma will ja niemanden vergraulen )
Natürlich bist du dann nicht Lehrer, klar, dafür brauchst du ja das Referendariat. Oder umgekehrt ..... Aber alles auf einmal wird ja wohl nicht gehen ...
Das gilt übrigens auch für Leute, die in Jura oder Pädagogik promovieren .... die mache ihr Referendariat auch erst nach der Promotion.
Cochrane
07.03.2004, 01:22
Hi,
um nach einem Lehramtsstudium in einem der Fächer promovieren zu können, muß man v.a. die jeweilige Promotionsordnung beachten.
Dort sind die entsprechenden Voraussetzungen festgelegt. Man kann daher nur sehr eingeschränkt sagen, wie es zu machen ist. Meistens sind die Bedingungen, dass man ein Studium mit 6 Semestern Regelstudienzeit (dann mit promotionsbegleitenden Studien verbunden) oder 8 Semestern Regelstudienzeit abgeschlossen haben muss.
Weiterhin kann es sein, dass man z.B. seine Abschlußarbeit mit mindestens "GUT" bestanden haben muß usw.
Das Referendariat ist keine Zugangsbedingung, kann aber natürlich nach der Promotion absolviert werden, um dann doch noch in den Schuldienst einzutreten.
Wie man sieht, muß man sehr auf die jeweiligen Details achten, eine allgemeine Angabe wäre hier wahrscheinlich kaum hilfreich. *g*
Fomori
08.03.2004, 14:36
Angeblich soll ab 2004 in Rheinland Pfalz und anderen Bundesländern das Lehramtsstudium verändert worden sein:
Man studiert dabei eines seiner Fächer auf den Master. Mit der Masterpüfung hat man gleichzeitig das 1. Staatsexamen erreicht.
Anschließend hat man sowohl einen wissenschaftlichen Titel, als auch das Staatsexamen. Nun kann man promovieren und sich noch allgemein zwischen Lehramt und Wissenschaft entscheiden.
Als wir mit der Klasse im BIZ waren, meine ich, dass gelesen zu haben.Mal nebenbei, was ist eigentlich Master?
nobody
12.03.2004, 09:34
ISt schon interessant zu lesen wie man von einem zum anderen Thema kommen kann binnen 3 Seiten Thread. ;)
Mit dem Lehramtsstudium ist das so eine Sache. Wie viel man zu tun hat und wie sehr sich das von dem Arbeitsaufwand eines Diplomstudiums unterscheidet hängt sehr stark von der Uni ab. Bei uns in Münster ist es so, dass wir Lehrämtler (in fast allen Fachbereichen) an den Veranstaltungen der Diplomer teilnehmen, aber einfach weniger Stunden machen müssen pro Fach (weil 2 Fächer). Also nicht sehr lehramtsspezifisch. :rolleyes:
Wenn man also nicht ein halber Diplomer sein will, sollte man sich vorher gut über ds Studium an der jeweiligen Uni informieren.