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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleines Chemie-Foto-Rätsel


ehemaliges Mitglied
28.05.2001, 20:09
http://www.mineralogie.ch/exbilder/Peter/staff.jpg

Hallo,

wer von Euch kann mir die chemische Formel dieses Minerals nennen?
Kleiner Tipp:

Wird auch unter anderem bei der Düngerproduktion verwendet!

Viel Spaß beim Raten


wünscht

mineralman

- alle Fotos sind übrigens vom Autor -

No Regrets
28.05.2001, 22:12
Hmm... sieht aus wie ein Fluorapatit CaF(PO4)3

Hast Du ihn selber gefunden ?

ehemaliges Mitglied
29.05.2001, 06:32
Fast richtig! Super!
Ist genauer gesagt Carbonat-Fluorapatit mit der Formel Ca5[F/(PO4,CO3)3] aus dem Eisentagebau Kovdor der Halbinsel Kola, Russland. Genannt auch 'Staffelit' nach der Typolokalität Staffel an der Lahn, wo diese traubige Variante z.B. auch öfters als Lesstein in den Äckern gefunden wird!

Ich habe das gute Stück gekauft, da ich bis jetzt noch nicht an einer 'Kola-Exkursion' teilgenommen habe.
Viele Mineralien habe ich aber selbst gefunden; schwierig zu identifizierende Objekte habe ich röntgenanalysieren lassen und wenn Überraschungen herauskamen, diese dann in Fachzeitschriften oder Jahrbüchern publiziert. Andere Mineralien habe ich entweder durch chemische Schnellanalyse oder durch die gängigen Mineralbestimmungsmethoden identifiziert.

Danke für Dein Interesse!

Gruß Peter Carbonat-Fluorapatit

No Regrets
29.05.2001, 15:36
So ein bissel sammel ich auch, aber nur weil es so schön im Regal aussieht :D

http://fachschaft.chemie.uni-dortmund.de/user/mschlues/Mineral1.jpg

P.S. - alle Photos sind übrigens auch vom Autor -

ehemaliges Mitglied
29.05.2001, 18:33
Sehr hübsch. Und was darf ich mir jetzt darunter vorstellen?


Gruß mineralman;) :D :cool:

No Regrets
29.05.2001, 18:45
Auripigment (Rauschgelb) As2S3

Leider auch nur gekauft und nicht selber gefunden :(

ehemaliges Mitglied
29.05.2001, 19:34
Stammt dann vermutlich von der Getchell Mine in Nevada, USA - so wie die Stufe aussieht - oder von Allchar, Mazedonien? ;)

Ganz wenig roten Realgar = AsS kann man ja auch noch erkennen. Du weißt ja sicher auch, daß sich Realgar dann zu gelbem bis orangefarbenem Pararealgar zersetzen kann (= eine eigenständige Mineralart), wenn er längere Zeit dem Licht, insbesondere dem Tageslicht ausgesetzt ist. Früher dachte man, daß Auripigment auch aus der Zersetzung des Realgars unter Lichteinfluß entstehen würde. Kleiner Irrtum.

http://www.mineralogie.ch/exbilder/Peter/realg.jpg


Gruß mineralman

No Regrets
29.05.2001, 19:55
Mein Auripigment stammt aus den USA :yes:

Realgar ist im übrigen Arsendisulfid As2S2 [Römpp Chemielexikon] ;)

Meinst Du die organgenen Stellen waren früher mal Realgar und haben sich unter Lichteinfluss zersetzt? Muss dann aber im Altertum eine komische Schminke gewesen sein, die sich unter Licht verfärbt :D :D

Verstrahlt
29.05.2001, 20:12
@Mineralman

Gibt es Mineralien, die man nur in den USA bekommt?

Bin naemlich gerade hier in den Ferien. (New York) Mein Vater arbeitet hier. Da kann ich mal schauen ob ich einige Besonderheiten finde.

Oder glaubst du das eher nicht.

Matthaeus

ehemaliges Mitglied
29.05.2001, 22:19
@No Regrets,

stimmt nicht! Ich habe gerade noch mal mindestens 7 verschiedene Bücher gewälzt, weil Du mich jezt völlig irritiert hattest! :confused:

In ca. der Hälfte meiner Bücher (darunter im Hochleitner, Klockmann, etc..) wird für Realgar die Formel AsS angegeben! In anderen Büchern, wie z.B. im Walter Schumann, etc.. steht noch die Formel As4S4!
Den Römpp habe ich nicht, kenne ich auch nur vom Namen her aber der muß die Ausnahme darstellen oder der verwechselt Antimonit (Antimonglanz) = Sb2S3 mit dem 'Rauschrot' Realgar.
Denn: Die Römer nutzten das pulverisierte Mineral Antiomonit als Schminke (Lidschatten und zum Färben der Augenbrauen). Auch heute noch verwenden einige arabische Völker Antimonit unter anderem für diese Zwecke!

Das Arsen-Sulfid Realgar war dagegen schon in der Antike als Farbstoff beliebt. Als Schminke verwendet wäre es unter Lichteinfluß tatsächlich zerbröselt. Pararealgar ist übrigens auch AsS und monoklin - nur etwas weicher als Realgar (1-1,5).
Weiteres Beispiel für die 'Schmink-Geschichten' ist das Kupfer-Hydroxyl-Carbonat Malachit soll z.B. von Königin Kleopatra als Schminke benutzt worden sein,(Augentusche..)...
Ich könnte jetzt noch soviel dazu erzählen - meine Frau nervt mich nur momentan zu sehr (kann nicht in Ruhe weiterschreiben..)

Noch was ganz schnell .. Realgar entsteht unter anderem in der Umgebug von Fumarolen (Gasaustrittsstellen!) Manche Fumarolen stoßen sogar orangefarbene Dämpfe aus (so z.B. in Italien..) Realgar wird auch in der Glasindustrie eingesetzt u.v.m..

Gruß mineralman - leider im Moment genervt..
Später gerne mehr.. :sad:

ehemaliges Mitglied
29.05.2001, 22:32
@Verstrahlt

Viele Mineralien sind bis jetzt nur in den USA gefunden worden, andere nur in Rußland, usw.. Könnte jetzt Romane zu diesem Thema schreiben und Dir sämtliche Fundstellen in den USA aufzählen oder in der ganzen Welt (sind mir fast alle bekannt) und ich prospektiere ja selbst hin und wieder aber das will ich Euch dann doch nicht antun. Außerdem würde ich dann das Forum sprengen und der Speicherplatz wäre alle alle.....):eek:

Jedenfalls - ums kurz zu machen - Typolokalitäten sind Lagerstätten, in denen ein Mineral zuerst entdeckt wurde.

In den meisten Fällen werden Mineralien aber nach Entdeckung in der Typolokalität auch an anderen Fundpunkten der Welt wiederentdeckt. Durch etwas andere Bildungsbedingungen sehen diese dann evtl. etwas anders aus (in Habitus und Farbe, z.B.) aber Ähnlichkeiten fallen auf jeden Fall auf. (Bsp. das meist dünntafelig und recht attraktiv auftretende Natrium-Zirkon-Ringsilikat Katapleit vom MSH in Kanada im Vergleich zum ebenfalls tafeligen aber mehr schmutzigbrauen und damit unansehnlicheren Katapleit von Kola, etc..)


Mehr gerne später...

Gruß peter :)

ehemaliges Mitglied
29.05.2001, 22:39
@ Verstrahlt [oder lieber Matthaeus?]

Wo hältst Du Dich denn zur Zeit in den USA auf? Bei den Roten Beryllen in Utah (WahWah Mts.) oder bei den Goldtelluriden in Colorado (Cripple Creek) oder bei den fingerähnlcihen Aragoniten von Montana oder..oder..oder...Ich beneide Dich etwas - jedenfalls heute -, weil Du Dich, neben Russland, dann in einer der 'größten Schatzkammern der Schatztruhe Erde' aufhältst - jedenfalls was die Mineralien anbelangt..
...
:p

No Regrets
30.05.2001, 00:26
Muss ja nicht alles stimmen was im Römpp steht :D

Arsensulfide

Arsendisulfid, As2S2, MG. 213,94, in Dampfform auch dimer als As4S4. Arsenmineral (Realgar, Rubinrot, Rauschrot; der mittelalterliche Name Sandarak wurde wegen der Verwechslungsmöglichkeit mit dem gleichnamigen Baumharz aufgegeben). Auch künstlich herstellbare rote glasige Masse, unzersetzt destillierbar, D. 3,51, Schmp. 307°, Sdp. 565°, verbrennt mit bläulichweißem Licht zu Arsenik u. Schwefeldioxid (Griechisches Weißfeuer). As2S2 wird in der Pyrotechnik u. der Gerberei-Industrie verwendet.

Arsen(III)-sulfid (Arsentrisulfid), As2S3, MG. 246,00. Monokline Krist., schön goldgelb, D. 3,43, siedet unter Luftabschluß oberhalb 700°, an der Luft Verbrennung. In der Natur kommt As2S3 als Auripigment (Rauschgelb) vor; die vom Lat. abgeleiteten Namen Operment od. Orpiment können auch (giftige) Mischbildungen aus As2O3 u. As2S3 kennzeichnen. As2S3 kann durch Schmelzen von stöchiometr. Mengen As2O3 u. Schwefel-Pulver od. durch Einleiten von Schwefelwasserstoff in eine angesäuerte Arsenik-Lsg. hergestellt werden, was beim qual. Trennungsgang der Schwefelwasserstoff-Gruppe analyt. genutzt wird. In Wasser u. Säuren unlösl., daher fast ungiftig; wird von Alkalisulfid-Lsg. u. Schwefelammonium zu Thioarsenaten(III) (MI3AsS3) od. Thioarsenaten(V) (MI3AsS4) gelöst. Auripigment war schon im Altertum bekannt; es wurde wie auch Realgar als Schminke u. Haarentfernungsmittel verwendet. Heute wird es zur Herst. IR-durchlässiger Gläser, in Photohalbleitern u. als Pigment (Königsgelb) benutzt.

Arsen(V)-sulfid (Arsenpentasulfid). As2S5, MG. 310,15. Zitronengelbes Pulver, entsteht beim Erhitzen von stöchiometr. Mengen As- u. Schwefel-Pulver unterhalb 500° od. durch Einleiten von H2S in Arsensäure-Lösung. Bei höheren Temp. tritt Zerfall in Arsentrisulfid u. Schwefel ein. Wird ebenfalls als Pigment verwendet.

Lit.: Brauer (3.) 1, 582 ï Gmelin, Syst.-Nr.17, As, 1952, S.415–455 ï Hommel Nr.915 ï Kirk-Othmer (3.) 3, 255f. ï Ramdohr-Strunz, S.482f. ï Ullmann (5.) A3, 129f.

E arsenic sulfides
F sulfures d'arsenic
I isolforati rossi d'arsenico
S sulfuros de arsénico
Z 2813.90
CAS 1303-33-9


Quelle: CD Römpp Chemie Lexikon – Version 1.0, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1995


soviel zum Römpp

dann habe ich auch nochmal in ein anderes Chemiebuch reingeschaut :D

Greenwood, Earnshaw; Chemie der Elemente; VCH - Verlag, 1990

Dort wird von einem orangeroten Mineral Realgar As4S4 gesprochen :yes:
Bei bedarf kann ich noch die Kristallstruktur von α und β As4S4 posten, sowie 2 weitere Literaturstellen :D

Bin mal gespannt was dabei hinterher rauskommt

Gruss
No Regrets

P.S. Genauers infos über alle Forumsmitglieder findest Du hier ;)

Die Wahl des Nicknames (http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?threadid=1404)
Wie seid ihr auf diese Seite gekommen? (http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?threadid=1807)
Wie sehen wir alle wirklich aus? (http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?threadid=2182)
Wie alt seid ihr? (http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?threadid=1405)
Musik machen - Musik hören (http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?threadid=2101)
Essgewohnheiten! (http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?threadid=1381)

Verstrahlt
30.05.2001, 05:29
@ Mineralmna

In new York / New Jersy (also im osten)

Matthaeushttp://cwm.ragesofsanity.com/otn/blobs/0000007.gif

ehemaliges Mitglied
30.05.2001, 06:23
@ no regrets,

danke - ist wirklich interessant. Habe die Aussagen meiner Fach-Bücher auf diese Weise auch noch nie verglichen. Interessant, was dabei herauskam.
rd. 60% sagen AsS
rd. 30% sagen As4S4
und der Rest sagt As2S2

Hoffentlich werden die sich irgendwann alle noch mal einig
werden? *schmunzel*
;)

Ich werde weiterforschen...


@Verstrahlt
Franklin, New Jersey - weltberühmte Zink-Lagerstätte - unter anderem auch für fluoreszierende Mineralien wie Willemit, etc..Sterling Hill bei Ogdensburg ist ähnlich. Franklin ist jetzt aber dicht. In umliegenden Geschäften müßtest Du aber aus dieser Lagerstätte Mineralien kaufen können..


;)

ehemaliges Mitglied
30.05.2001, 06:25
@ no regrets,

danke auch nochmal für Deine Hinweise zum mehr 'Allgemeinen Teil' hier! Vielleicht werde ich diese Funktionen später noch nutzen können..

Gruß mineralman;)