Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eisenpentacarbonyl
Verstrahlt
16.05.2001, 13:48
Ich hab irgendwo den Begriff Eisenpentacarbonyl aufgegriffen.
Als ich in meinem Chemielexikon blätterte, wurde da nur die Giftigkeit und die Gefahren dieses Stoffes beschrieben.
(IST JA EIN ECHT EKELHAFTES ZEUG)
AN ALLE: LASST DIE FINGER DAVON WENN EUCH EUER LEBEN WICHTIG IST
Dann hab ich gelesen, daß es ein sehr starkes Reduktionsmittel ist.
Meine Frage: Wofür wird es direkt benutzt (ich meine wo man keine anderen Möglichkeiten hat andere Chemikalien einzusetzen), wenn es so giftig und gefährlich ist.
Ich hoffe ich verletze mit dem Beitrag nicht die Vorschrift: Keine sehr gefährlichen Stoffe anzusprechen.
Falls doch tut es mir leid und ich bitte um die Löschung des Beitrags!! Ich will nämlich niemanden gefährden.
Vielen Dank
Matthäus
buba
16.05.2001, 14:13
Internet-Suchmaschinen:
Eisenpentacarbonyl Fe(CO)5
* gelbe, ölige Flüssigkeit, brennbar, giftig und wasserunlöslich; löslich in Benzol, Ether und Aceton; starkes Reduktionsmittel; bildet mit Luft explosive Gemische; wird für die Herstellung von Katalysatoren verwendet
* Toxikologie:
LD50 (oral, Ratte): 25 mg/kg
Sehr giftig beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut.
Verursacht schwere Reizungen. Schnelle Resorbtion durch die Haut.
Leicht entzündlich. Starkes Nervengift.
* Besondere Verpackungsvorschrift:
Eisenpentacarbonyl und Nickeltetracarbonyl der Ziffer 3 müssen verpackt sein:
(1) In nahtlosen Flaschen aus Reinaluminium mit einem Fassungsraum von höchstens 1 Liter und einer Wanddicke von mindestens 1 mm, die mit einem Druck von mindestens 1 MPa (10 bar) (Überdruck) geprüft sein müssen. Die Flaschen sind mit einem Schraubstopfen aus Metall und einer inerten Dichtung zu verschließen, wobei der Schraubstopfen in den Flaschenhals so fest einzudrehen und erforderlichenfalls zu sichern ist, daß er sich unter normalen Beförderungsbedingungen nicht lockern kann.
Bis zu vier solcher Aluminiumflaschen sind mit nichtbrennbaren saugfähigen Füllstoffen in eine Außenverpackung aus Holz oder Pappe einzubetten. Eine solche zusammengesetzte Verpackung muß einer Bauart entsprechen, die nach Anhang A.5 für Verpackungsgruppe I geprüft und zugelassen ist.
Ein Versandstück darf nicht schwerer sein als 10 kg.
* Verwendung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie (10.000 t/a)
*Effektpigmente:
Eine weitere Steigerung des Deckvermögens der farbigen Interferenzpigmente läßt sich erreichen durch Austausch des transparenten Glimmerkerns gegen einen opaken Aluminiumkern. So sind z.B. eisenoxidbelegte Aluminiumpigmente in brillanten Farben von grünlich gelb über gold und orange bis rot erhältlich durch kontrollierte Oxidation von Eisenpentacarbonyl in Anwesenheit bewegter Aluminiumplättchen, vorzugsweise ausgeführt bei erhöhter Temperatur in einem Wirbelschichtreaktor bei Atmosphärendruck.
<font size=1>aus: http://home.t-online.de/home/norbert.mronga/effect.html</font>
nobody
16.05.2001, 17:17
Eisenpentacarbonyl wurde früher auch Kraftstoffen zugesetzt um das Klopfen des Motors zu verhindern. Außerdem wurde es zur Herstellung von sehr reinem Eisen benutzt, analog dem Mond-Verfahren beim Nickel. Ob das heute immer noch so gemacht wird, weiß ich allerdings auch nicht.
Zu guter letzt: Diese nette Substanz findet sich glaube ich, auch im Zigarettenrauch!:burn:
minutemen
17.05.2001, 10:47
hi verstrahlt!
man kommt nunmal nicht umhin, wenn man "chemie macht", auch mit ordentlich giftigen substanzen zu arbeiten. es geht ja hier im board nicht darum, irgendetwas giftiges oder explosives nicht zu nennen. vielmehr soll doch nur denen auf die finger geklopft werden, die offensichtlich damit mist bauen wollen - deren braten riecht man meist schon 5 meilen gegen den wind. aber wenn jemand zb. pikrinsäure in der mikroskopie verwendet, wird er wohl kaum seine präparate sprengen wollen, oder? und siehe: diskussionen zum thema eisenpentacarbonyl sind erlaubt und (solange sinnvoll) auch erwünscht. sonst konnte man die bude dichtmachen, denn: die dosis macht das gift.
ps: wenn du irgendwann mal mit niedermolekularen org. aziden in hohen konzentrationen arbeiten musst, weisst du schon eher, was angst und respekt vor chemikalien ausmacht. da ist dein carbonyl eine wohltat in sachen gefahrfreien arbeitens.
Verstrahlt
17.05.2001, 15:32
@minutemen http://cwm.ragesofsanity.com/otn/blobs/ukliam2.gif
ist mir klar, daß man nicht herumkommt, sehr giftige Chemikalien zu benutzen, aber es sinnvoll ein experiment so ungefährlich wie möglich zu machen vielen Dank für die Beiträge.
P.s. Ein kleines Zitat: "Fürchte nichts, aber vergiss nicht alles zu respektieren" (Zitat von einem Alchemisten)http://cwm.ragesofsanity.com/cwm/3dlil/errr.gif
Danke
Matthäus :p :p :p
angrav
18.04.2003, 11:47
Hallo !
Das Eisenpentacarbonyl braucht man zur Herstellung von reinsteisen.
Aus dem vorbehandelten Eisenerz mit vielleicht 90% Eisenanteil wird das Fe(CO)5 gemacht und dieses dann mit Luft zu Eisenoxid (Eisenrot) oxidiert welches man fuer Magnetbaender braucht und daus diesem Eisenrot wird mittels reduktion reinsteisen gewonnen ohne das z.B. die antiradar lackierung der Stealth-Bomber nicht moeglich waere und diese brauchen die Amis ja um Ihre Rohoelreserven zu sichern *gg*
Gruesse
Angrav
Adam
18.04.2003, 13:33
...aber es sinnvoll ein experiment so ungefährlich wie möglich zu machen ...
Es ist nicht nur sinvoll...
Der Arbeitgeber (Uni..etc) unterliegt der Ermittlungspflicht (Gefahrstoffverordnung, § 16) dh:
Er ist verplichtet so weit es möglich ist risiko Chemikalien gegen minder gefährliche auszutauschen.