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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Flüssigkeiten mit hoher Dichte


nobody
22.01.2001, 20:13
Hi folks!

Ich suche Flüssigkeiten, die schwerer als Wasser sind. Bitte KEIN QUECKSILBER! Ich weiss nicht, ob das z.B. Salzlösungen, Organische Verbindungen oder sonst was sein könnten und wo man überhaupt suchen soll. Mir fehlen geeignete Datentabellen. Die Flüssigkeiten sollten zwischen -20 und +100Grad Celsius flüssig bleiben und am besten eine Dichte von 2kg/Liter aufweisen. Spezifische Dichten von 1,2kg/Liter oder weniger sind absolut uninteressant.

thnx 4 UR help!

hippie
22.01.2001, 20:38
sirupe haben eine höhere dichte als wasser. dann haben natürlich alle lösungen von dichteren stoffen als wasser eine höhere dichte als es.

hippie

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Es gibt Probleme, die löst man am besten in HCl

Derpel
22.01.2001, 21:02
Also ich habe eine Platiumnitratlösung gefunden Platin(II)-nitratlösung(30%Platin),
hat genau die Dichte von 2g/cm3
einen Siedepunkt von 120 Grad, über den Schmelzpunkt wird dort leider keine Angabe gemacht, ist aber flüssig bei Raumtemperatur.
Der Nachteil ist das dieses Zeugs Schweineteuer ist.

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Fürchte nicht den Tod, bedenke der Tod fürchtet dich!

Derpel
22.01.2001, 21:25
Hab noch was Chemikalien gewälzt, und hab noch ein paar Chemikalien aufgetrieben:

Tetrabrommethan und Tribrommethan (Ist sehr giftig)
Auch Brom als solches könnte man verwenden, ist jedoch auch recht gefährlich.

Ich empfele aber Methyleniodid Dichte=3,3 g/cm3,Schmelzpunkt 6°, und Schmelzpunkt 181°, ist farblos, und "nur" Giftklasse 4. Summenformel CH2I2

minutemen
22.01.2001, 21:56
bromoform und tetrabrommethan sind rel. reaktiv, gleiches gilt für methyleniodid. mit diesen sachen würde ich nur bedingt arbeiten - daher die frage: was willst du machen? wie sieht es mit anderen gewünschten physikalisch-chemischen eigenschaften der flüssigkeiten aus? es ist ein unterschied, ob ich conc. schwefelsäure (rho ~1.8) oder tetra (~1.6) nehme.

mein intuitiver tip: tetrachlorethylen (siedepunkt 121 °C, dichte 1,6 g/cm3); 1,1,2,2-tetrachlorethan (146°C, 1,6 g/cm3) - ich weiss, ich weiss, die fördern ebenfalls kaum die gesundheit! sie sind jedoch gängige lösungsmittel in der chemie, chemisch rel. beständig - allemal mehr als obige brom- und iodalkane, handhabbarer, sicherer... wenn es nicht partout extrem dichte flüssigkeiten sein sollen.

No Regrets
22.01.2001, 23:59
Hm nun mal was ungiftiges :)

Schau Dir mal die Dicht einer gesättigeten Kochsalzlösung an (bis zu 390g pro Liter Wasser). Genau kenn ich sie zwar nicht, sollte aber über 1,2 kg/l liegen.

Wenn das nicht reicht nimm eine gesättigte Zuckerlösung (470 g/l).

Kochsalzlösung hat noch den Vorteil, daß sie auch bei -20°C noch flüssig ist und erst bei über 100°C siedet

btw: Methyleniodid kosten 50ml 83,70DM[Quelle Merck Chemdat]

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IN SO FAR AS QUANTUM MECHANICS IS CORRECT, CHEMICAL
QUESTIONS ARE PROBLEMS IN APPLIED MATHEMATICS.

nobody
23.01.2001, 07:16
Glycerin ist in jeder Apotheke erhältlich.
p(Glycerin)=1,3g/cm3

Öllauge (NaOH 50%) hat etwa eine Dichte von 1.4-1.5g/cm3

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If you want something done right, do it yourself!

nobody
23.01.2001, 17:25
Erstmal danke für die zahlreichen Beiträge!

Ich fasse mal zusammen :

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1.Platin(II)-nitratlösung(30%Platin)
Der Nachteil ist das dieses Zeugs Schweineteuer ist.
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Tja das ist tatsächlich ein Nachteil. Ich brauch das ganze nämlich kiloweise.

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2. Verschiedene sehr giftige Substanzen:
Das Problem ist, die gewünschte Substanz sollte so wenig wie möglich giftig sein. Ursprünglich verwendetes Medium war nämlich Quecksilber. Das wurde jedoch aus ökologischen Gründen irgendwann nicht mehr akzeptiert.
Lösungsmittel sind deshalb wegen des ökologischen Gesichtspunktes auch nur bedingt geeignet.

3.Anwendungsgebiet:
Also: Ich bin Maschinenbau-Ing. und suche deshalb eine Flüssigkeit, die gegenüber Stahl möglichst wenig korrosiv ist. Normales Wasser erfüllt dieses Kriterium hinreichend. HCl schon nicht mehr.
Das Ganze soll in einen dicht verschweißten Behälter rein, und dort wenigstens 10 Jahre verbleiben. Dann kommt die Maschine auf den Schrott. Noch vor 20 Jahren hat man dafür Quecksilber verwendet. Das Problem entstand dann beim Verschrotten. Der dicht verschlossene Behälter mit Quecksilber drin landete im Hochofen oder sonstwie in der Umwelt. Also nicht so toll das Ganze! Inzwischen hat man andere Lösungen gefunden, wo man ohne Hg auskommt. Die sind aber recht teuer. Nun sucht man wieder nach einem Ersatz und wäre froh, wenn die Dichte bei 2g/cm³ oder höher läge. Dann könnte man die alte Technologie wiederverwenden. Nur halt etwas umweltfreundlicher.
Die Dichte muß so hoch sein, weil der Behälter so klein wie möglich sein soll. Weitere techn. Details poste ich auf Anfrage.

minutemen
23.01.2001, 20:17
muss es denn eine richtige flüssigkeit sein oder reichen da nicht eventuell newtonsche flüssigkeiten? oder anders gefragt, was passiert mit der flüssigkeit im tankinneren? besondere anforderungen an wärmekapazität oder -leitfähigkeit? geht es um's trägheitsmoment der flüssigkeit, seine viskosität, oberflächenspannung?

org. flüssigkeiten in stahltanks halten sich wahrscheinlich nicht über jahrzehnte, bei salzlösungen ist es vielleicht der stahltank, der sich nicht hält.

hippie
24.01.2001, 15:01
Das Ganze soll in einen dicht verschweißten Behälter rein, und dort wenigstens 10 Jahre verbleiben.


wenn der behälter solange zubleibt, warum brauch man dann eine flüssigkeit??

hippie

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Es gibt Probleme, die löst man am besten in HCl

nobody
24.01.2001, 17:51
Original erstellt von minutemen:
muss es denn eine richtige flüssigkeit sein oder reichen da nicht eventuell newtonsche flüssigkeiten? oder anders gefragt, was passiert mit der flüssigkeit im tankinneren? besondere anforderungen an wärmekapazität oder -leitfähigkeit? geht es um's trägheitsmoment der flüssigkeit, seine viskosität, oberflächenspannung?

org. flüssigkeiten in stahltanks halten sich wahrscheinlich nicht über jahrzehnte, bei salzlösungen ist es vielleicht der stahltank, der sich nicht hält.

Die Flüssigkeit soll in einem speziell geformten Behälter rotieren und dabei eine Unwucht erzeugen. Die Form ist nun so gewählt, dass bei Drehrichtungsumkehr die Flüssigkeit in einem anderen Bereich zusammenfliesst, so dass in der anderen Drehrichtung eine andere Unwuchtkraft entsteht. Es geht also um die Eigenschaften FLÜSSIG und "HOHE DICHTE". Da der rotierende Behälter mit wachsendem Volumen beträchtlich mehr Massenträgheitsmoment mit sich bringt.
Die kinematische Viskosität sollte vielleicht nicht über 30mm²/s liegen.

<FONT COLOR="#ffffff" SIZE="1" FACE="Verdana, Arial, Geneva, Helvetica">[Dieser Beitrag wurde von plasma am 24.01.2001 editiert.]</font>

hippie
24.01.2001, 22:00
Die kinematische Viskosität sollte vielleicht nicht über 30mm²/s liegen

was ist das??

kann man sonst nicht metallkügelchen nehmen??
hippie


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Es gibt Probleme, die löst man am besten in HCl

minutemen
25.01.2001, 09:18
metallkugeln etc. fallen weg - denk an die mindesthaltbarkeit von 10 jahren - das hält kein behälter incl. der kugeln durch. quecksilber ist da schon ideal, denn es 'tut' eisen/stahl nix und hat im vergleich zu allen gebrachten vorschlägen eine exorbitant hohe dichte. ich verstehe nicht, warum auf Hg verzichtet werden soll/muss. muss ich denn alles zusammen in den hochofen schmeissen? Hg läßt sich idealerweise wiederverwenden, ist im vergleich zu obigen org. flüssigkeiten oder der 30%igen Pt-lsg. handhabungs-, ja geradezu idiotensicher und hält die gerätegröße in verträglichen grenzen; ein/e verbleibsnachweis/rückgabepflicht würde gut regeln, daß es eine neue anlage nur gegen rückgabe des altlastigen Hg-behälters gibt. naja, nicht mein problem.

eine tolle idee wäre noch, woodsches metall als niedrigschmelzende legierung einzusetzen. dann müßte das gerät allerdings erst auf eine betriebstemperatur von min. 60°C hochgefahren werden. aber da treibt man den teufel mit dem belzebub aus - cadmium, blei, bismut sind auch nicht gerade ohne. aber such mal nach solchen legierungen, da wird man bestimmt noch bessere finden.

vorschlag 2: gallium. auch nicht billig (davon ab: Hg ist auch nicht für'n appel und'n ei zu haben). schmilzt rein bei ~30°C, das sollte in legierungen anders sein. dichte um 6g/cm3.

nobody
25.01.2001, 13:55
Da hab ich doch glatt was gefunden:

Br2 p=7
TiCl4 p=1.6

Vom Chef empfohlen:
)<u>SnCl4 p=1.8</u>
snCl2 p=2.7 (aber bp=40°C

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nobody
25.01.2001, 13:58
Ach ja: SF6 ist auch noch Flüssig und hat eine Dichte von 6.6! (Und ist nebenbei auch noch Gifftklasse F)
Na, wär das nicht was?

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Derpel
25.01.2001, 15:52
@Nightflyer, Brom hatte ich auch schon gefunfen, ist aber zu reaktiv, und deine anderen Stoffe halte ich auch aus folgenden Gründen für ungeeignet:

SnCl4
Ätzend; Umweltgefährlich
R52/53
Schädlich für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben

SnCl2,
bildet mit Wasser Zinn(II)-chlorid-Dihydrat, beide Stoffe sind aber fest (Schmelzpunkt 37,7°C)

SF6, ist bei Raumtemperatur gasförmig, und damit für die Verwendung ungeeignet


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minutemen
25.01.2001, 16:19
jungs! der spass soll >10 jahre, anzunehmendermaßen ohne wartung und ausfallfrei bei leuten laufen, die wahrscheinlich nicht wissen, wie man mit eventuell austretenden TiCl4 umgeht. und da müssen wir wohl oder übel auf solche leckeren metallhalogenide verzichten.

nobody
25.01.2001, 19:16
Tja also wird es wohl doch nix mit der schönen alten Technik. Schade aber was nützt's zu jammern.

Um nochmal auf einige Fragen einzugehen: Die Entsorgung von Schadstoffen wie Hg mag ja in Deutschland noch einigermaßen klappen - im Ausland sieht das u.U. schon anders aus. Es ist einfach nicht machbar heutzutage ein Produkt anzubieten, daß eine derartige potentielle Umweltgefahr darstellt.

Die Diskussion hier im Forum hat aber auch ein positives Ergebnis: Ich muß mir jetzt nicht mehr den Kopf zerbrechen, ob es vielleicht doch ein "Quecksilbersurrogat" gibt.

THNX an alle, die sich hier redlich abgemüht haben mir zu helfen!

PS: Falls doch noch jemand das Ei des Kolumbus findet, dann solle er sich nicht zurückhalten dies kundzutun.

minutemen
25.01.2001, 20:02
Original erstellt von plasma:

Es ist einfach nicht machbar heutzutage ein Produkt anzubieten, daß eine derartige potentielle Umweltgefahr darstellt.



aber es ist machbar, den käufer das altlastenproblem durch kostenlose rücknahme des problemteils zu nehmen und somit auch eine falsche verwertung zu verhindern. quecksilber in fest verschweissten stahlbehältern ist doch eine sache für die ewigkeit. das quecksilber ist ohne notwendige reinigung wiederverwendbar - ein zudem teurer ausgangsstoff steht ohne kosten wieder zur verfügung. das ist besser als jede entsorgung.