PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : N,N Dimethylanilin


DarkWarrior
29.11.2012, 21:59
Hallo alle zusammen,
ich versuche N,N-Dimethylanilin aus Anilin herzustellen. Der Versuch gehört zu einer methodischen Arbeit über Leuckart-Wallach und Eschweiler Clarke Reaktionen.
Ich habe probiert es nach dem Weg aus der Publikation "A SOLVENT-FREE AND FORMALIN-FREE ESCHWEILER-CLARKE METHYLATION FOR AMINES" (frei im Netz verfügbar) herzustellen. Hierzu sollte Anilin mit Paraformaldehyd und Oxalsäure-Dihydrat vermischt, unter Stickstoffatmosphäre erhitzt und anschließend entsprechend aufarbeitet werden. Mein Problem war hier schon, dass meine Schmelze und die abgekühlte Masse eine rote bis orangene Farbe hatte, obwohl diese farblos sein sollte laut Vorschrift. Ich hab trotzdem mal weitergemacht, meine Versuche blieben aber erfolglos. Ich habe sowohl probiert, das Dimethylanilin direkt als auch als Hydrochlorid darzustellen (ist auch in der Publikation beschrieben).
Jetzt suche ich nach neuen Wegen und hoffe, dass ihr mir weiter helfen könnt. Mir ist der Gedanke gekommen, dass ich es mit Methyliodid probieren könnte. Hat vll. jemand damit Erfahrungen gemacht? Ich habe mir gedacht, dass man evtl 1eq Anilin mit 2eq Methyliodid reagieren lassen könnte, danach eine KOH-Lösung drauf geben, die wässrige Phase dann trennen und das Produkt abdestillieren (oder so ähnlich) :D
Ich bin auch auf diese Vorschrift gestoßen: http://www.versuchschemie.de/upload/files2/96730940_2807.pdf . Bei der Isolierung bin ich mir hier aber unsicher. Könnte man nach dem Schritt mit der wässrigen Ammoniak Lösung nicht einfach Diethylether zugeben, damit sich das Dimethylanilin darin löst, die Phasen trennen und das Lösungsmittel abdestillieren?
Schon mal vielen Dank für eure Hilfe!

GeorgL
30.11.2012, 13:20
Nun ja, nicht umgesetztes Anilin und nicht umgesetztes Methyliodid würden dann vermutlich auch in die organische Phase gehen.

Knuffel56
30.11.2012, 13:45
Ich habe mir gedacht, dass man evtl 1eq Anilin mit 2eq Methyliodid reagieren lassen könnte
Man braucht aber eine Hilfsbase, sonst bleibt die Reaktion nach 1x stecken: Salzbildung.
Außerdem wirds Quarternierung geben.
Wenn schon durch Alkylierung - warum dann nicht mit Dimethylsulfat?

Normalerweise arbeitet man bei L.-W. mit Formalin und Ameisensäure.
Wie gut das bei aromat. Aminen geht, weiß ich nicht. An aliphat. Aminen geht es problemlos.
Bei Anilin soll es wohl auch zu Poymerisationen kommen, ähnlich wie bei Phenol.

DarkWarrior
30.11.2012, 17:45
Danke für die Antworten :)
Das mit dem Methyliodid ist mir gekommen, weil ich noch 4 mL aus einem Versuch übrig hatte. So hätte ich es sinnvoll verwerten können.
Wegen der Kondensation funktioniert die L.w. bzw Eschweiler Clarke Reaktion mit Anilin nicht. Deswegen war der Weg mit Oxalsäure und Paraformaldehyd interessant weil man hierüber Dimethylanilin quantitativ herstellen kann.
Ich werde es einfach noch mal probieren. Irgendwann muss es ja mal klappen :D

Hat vll jemand Erfahrung mit der Vorschrift gemacht, die ich im ersten Beitrag genannt habe ( http://www.versuchschemie.de/upload/files2/96730940_2807.pdf ) ?
Eigentlich müsste ich doch das Dimethylanilin isolieren können, indem ich das Chloroform abdestilliere?
Dies wäre nämlich mein Plan B falls das mit der Oxalsäure nicht klappen sollte.

Knuffel56
30.11.2012, 18:56
Eigentlich müsste ich doch das Dimethylanilin isolieren können, indem ich das Chloroform abdestilliere?
Du kannst doch auch gleich ausethern. Wichtig ist, dass Du vorher ordentlich alkalisch stellst - am besten mit Natronlauge, nicht mit Ammoniak.