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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wein - Titration


nobody
13.05.2001, 11:48
Hallo, ich schreibe eine Facharbeit über die Qualitative Bestimmung der Säuren im Wein mit Hilfe der Säure – Base –Tetration.
Die Tetrationskurve des Weines „Rebeschoppen“ weist nach meinem Versuch nur einen erkennbaren Äquivalenzpunkt auf. Nach Hinzugabe von 19 cm³ NaOH (c = 0,1 mol/l) liegt der Äquivalenzpunkt bei 8,7, nach Zugabe von 9,5 cm³ NaOH (c = 0,1 mol/l) liegt er bei 4,7. Der Wein wurde von mir sonst nicht zusätzlich verändert.

Meine Frage ist: Wie kann ich nun die Säurekonzentrration im Wein rechnerisch bestimmen und wie kann ich erkennen, um welche Säure es sich handelt. Ich habe gedacht, dass der pKs – Wert der Säure 4,7 ist. Allerdings liegen die pKs –Werte der Weinsäure und der Äpfelsäure, die Säuren, die den größten Teil des Weines ausmachen bei 3,01 bzw. 3,4.

MfG
:confused:

FK
13.05.2001, 17:08
Hi!

Äpfelsäure und Weinsäure sind Dicarbonsäuren; wenn Du sie komplett austitrierst, erfasst Du natürlich beide Umschlagspunkte. Wenn Du drei Viertel der benötigten Menge NaOH zugibst, dann müsstest Du den pKs-Wert der zweiten Stufe bekommen (Weinsäure 4,37; Äpfelsäure 4,86). Du siehst, dass die 1. und die 2. Stufe beider Säuren ziemlich dicht bei einander liegen.


Besonders genau wird das Ergebnis bei einer Mischung von Säuren mit ähnlichen pKs-Werten wohl nicht werden, zumal auch beide Dissoziationsstufen sich nicht sehr unterscheiden.
Zu beachten ist außerdem, dass die Säuren im Wein z. T. bereits neutralisiert sein können (je nach Mineralgehalt).


Gruß,
Franz

FK
15.05.2001, 17:00
Nochmal hi!

Vielleicht hilft's ja, den Wein erstmal über einen sauren Ionenaustauscher zu schicken und anschließend zu titrieren. Dann bist Du wenigstens die Kationen los.....


Gruß,
Franz

Partysan
16.05.2006, 17:11
Nochmal hi!

Vielleicht hilft's ja, den Wein erstmal über einen sauren Ionenaustauscher zu schicken und anschließend zu titrieren. Dann bist Du wenigstens die Kationen los.....


Gruß,
Franz

Hallo!
meine Frage dazu;
ist das auch gut wenn ich Sulfite im Wein nachweisen und bestimmen will? dass ich den Wein erst durch den Ionenaustauscher durchjage?
kann ich dann anschließend oder anstelle des Ionenaustauschers auch durch die Aktivkohle abfiltrieren um den Wein zu Iodomitrieren? oder sollte ich etwas beachten bevor ich den Wein einfach nach der S032- titriere?
MfG Partysan

CO-Küchler
16.05.2006, 17:35
ist das auch gut wenn ich Sulfite im Wein nachweisen und bestimmen will?Nein, mache es nach dieser Vorschrift (http://www.chemie-macht-spass.de/2003-konservierungsstoffe.html#15).

Partysan
16.05.2006, 17:54
Wow, danke dass es so schnell ging,
Auf den Flaschen wird vermerkt falls der Sulfitgehalt von mehr als 10 mg/l enthalten ist, daher will ich den Sulfitgehalt bestimmen.
Wie kann ich davon ausgehen dass ich nur den Sulfit titriere?
Ist Jodieren nur für sulfite bestimmt??und reagiert nicht mit allen anderen sulfiden und sulfaten und schwefel?
Jod hat ja auch dunkle farbe, ist das nicht problematisch bei Rotweintitration?
Enfärbt die Aktivkohle nicht den Wein?

ricinus
16.05.2006, 19:06
Wow, danke dass es so schnell ging,
Auf den Flaschen wird vermerkt falls der Sulfitgehalt von mehr als 10 mg/l enthalten ist, daher will ich den Sulfitgehalt bestimmen.
Wie kann ich davon ausgehen dass ich nur den Sulfit titriere?

Näherungsweise wird das hinkommen, da andere Reduktionsmittel, die die Iodlösung reduzieren würden, vermutlich nur in geringen SPuren vorhanden sein werden.

Ist Jodieren nur für sulfite bestimmt??und reagiert nicht mit allen anderen sulfiden und sulfaten und schwefel?

Nein, natürlich kann man iodometrisch noch eine ganze Menge anderer Verbindungen titrieren.

Sulfat reagiert allerdings nicht mit Iod, da darin Schwefel bereits in der höchstmöglichen Oxidationsstufe von VI vorliegt !
Sulfid würde von Iod auch oxidiert, aber du kannst davon ausgehen, dass HS- und (S2- erst recht) im Wein nicht vorhanden sind.

Jod hat ja auch dunkle farbe, ist das nicht problematisch bei Rotweintitration?
Enfärbt die Aktivkohle nicht den Wein?
Ja, das ist in der Tat ein Problem. Verwende eine Redoxelektrode als Indikator statt der Stärke, oder entfärbe den Wein mit Aktivkohle. Vergewissere dich vorher (z.B. mit einer Sulfitlösung bekannter Konzentration), ob Sulfit nicht irgendwie auch an die kOHLE adsorbiert wird. Ich würde es nicht erwarten, aber sicher ist sicher...

lg

sonic_hedgehog
29.05.2006, 16:30
Näherungsweise wird das hinkommen, da andere Reduktionsmittel, die die Iodlösung reduzieren würden, vermutlich nur in geringen SPuren vorhanden sein werden.
Leider muss ich da widersprechen, Wein enthält mitunter merkliche Mengen Vitamin C (Ascorbinsäure), die verfälscht das Ergebnis. Nicht immer, aber gerade wenn die trauben zuwenig Säure hatten.

Ja, das ist in der Tat ein Problem. Verwende eine Redoxelektrode als Indikator statt der Stärke, oder entfärbe den Wein mit Aktivkohle. Vergewissere dich vorher (z.B. mit einer Sulfitlösung bekannter Konzentration), ob Sulfit nicht irgendwie auch an die kOHLE adsorbiert wird. Ich würde es nicht erwarten, aber sicher ist sicher...
Oder aber gib einen definierten Jod-Überschuss zu und titriere mit Thiosulfat zurück. wenn du dann den Wein von unten beleuchtest sollte man die (in diesem Fall) Entfärbung des Jod/Stärke Komplexes erkennen können.
Oder eben doch die Redoxelektrode.

Ketty
01.12.2006, 15:01
Ich habe eine Frage zu einer etwas abgewandelten Form der SO2-Bestimmung in Wein, wie wir sie im Praktikum durchführen müssen:

Laut Vorschrift müssen wir den (Rot-)Wein zunächst mit NaOH verd. versetzen und 10 min stehen lassen, bevor wieder mit H2SO4 angesäuert wird mit Iod-Lösung titriert wird.

Kann mir jemand sagen, wozu die NaOH-Zugabe dienen könnte?

Vielen Dank


Ketty