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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Doktorarbeit


Magi
12.11.2003, 18:22
Hi.

Was ich schon immer wissen wollte: Macht man die Doktorarbeit in einer Firma uder an der Uni oder wo sonst?
Hat man dann praktisch nach dem Diplom keine Vorlesungen mehr, oder in welcher Beziehung ist man ab dann noch mit der Uni verhaftet.
Kann es auch sein, dass eine Uni gar nicht weiss, dass ich eine Promotion mache?

Marvek
12.11.2003, 18:27
Oh doch, die Uni weiss das, denn auch bei der Promotion bist Du offiziell eingeschrieben.

Meistens bist Du dann an der Uni als Assistent fest angestellt. Vorlesungen meines Wissens nicht, aber eventuell Spezialvorlesungen.

nobody
12.11.2003, 18:38
keine vl.. mehr, mache es doch wie einstein "selbststudium"

habe gestern im zdf einen bericht gesehen einstein hat eine formel gerechnet und nach dem tot von einstein haben die versucht alles nachzurechnen ,ergebniss. einstein 1o jahre , 5-6 physiker 13 jahre.

Marvek
12.11.2003, 18:40
Originalnachricht erstellt von Das Licht
keine vl.. mehr, mache es doch wie einstein "selbststudium"

habe gestern im zdf einen bericht gesehen einstein hat eine formel gerechnet und nach dem tot von einstein haben die versucht alles nachzurechnen ,ergebniss. einstein 1o jahre , 5-6 physiker 13 jahre.

Daraus folgt: Dr.p.m. (Post mortem) :confused: Oder wie jetzt ? Ging doch um Promotion.

upsidedown
12.11.2003, 18:46
Keine Ahnung -> back to topic bitte.

Es ist bei Ingenieuren nicht völlig unüblich die Dissertation nachträglich aus dem was man im Betrieb gemacht hat (so es das dann hergibt) anzufertigen. Aber in Fachrichtungen in denen die Promotion eher die Regel denn die Ausnahme ist dürfte so etwas nur sehr selten auftreten.

nobody
12.11.2003, 18:47
wollte auf die vorlessungen anspielen,sorry.

FK
12.11.2003, 19:19
Nein, keine Angst, Du musst keine Vorlesungen besuchen, wenn Du an Deiner Doktorarbeit werkelst. Woher Du Deine Kenntnisse beziehst, bleibt Dir überlassen.

Gruß,
Franz

nobody
12.11.2003, 19:34
wie ich schon sagte "selbstudium"

schlumpf
12.11.2003, 19:41
WO man die Doktorarbeit macht, ist nirgends geregelt. Man braucht aber IMMER einen Doktorvater, d.h. einen Betreuer, der einen anleiten soll, der für die Arbeit geradesteht, der sagt 'so, das reicht, jetzt kannste zusammenschreiben' usw.. Das muß jemand sein mit Habilitation, der an einer Hochschule etc. mit Promotionsberechtigung arbeitet.

Wenn man an der Uni promoviert, ist die sache klar: man ist Ass bei einem Professor. Wenn man in der Industrie, zu Hause oder wo auch immer seine Studien macht, braucht man 'eigentlich' nur einen Doktorvater zu finden. Und das wird bei einem Heimlaber ziemlich unmöglich sein ....

Godwael
13.11.2003, 13:46
Kann es auch sein, dass eine Uni gar nicht weiss, dass ich eine Promotion mache?
Das kann passieren (zumindest nach meiner Erfahrung mit der Organisation an deutschen Unis). Dann kannst du deine Promotion aber ziemlich vergessen.

upsidedown
13.11.2003, 16:56
Originalnachricht erstellt von schlumpf
...Wenn man in der Industrie, zu Hause oder wo auch immer seine Studien macht, braucht man 'eigentlich' nur einen Doktorvater zu finden. Und das wird bei einem Heimlaber ziemlich unmöglich sein ....
In den Natur- und Ingenieurwissenschaften hast du da wohl Recht (wobei ich eher "ziemlich schwierig" als "ziemlich unmöglich" sagen würde, mag Themen sehr theoretische Natur geben wos nicht ganz unrealistisch sein dürfte), in den Geisteswissenschaften (wozu zB auch die Mathematik zählt) dürfte das nicht ganz so eng aussehen.

schlumpf
13.11.2003, 18:10
Das kann passieren (zumindest nach meiner Erfahrung mit der Organisation an deutschen Unis). Dann kannst du deine Promotion aber ziemlich vergessen.


nein, das kann nicht passieren ....

Für das Promotionsbüro der Uni bleibt der Doktorand während der ganzen Doktorarbeit 'unsichtbar'. Das Promotionsbüro wird erst involviert, wenn man einen Antrag auf Promotion stellt: Und zu diesem Antrag gehört die Doktorarbeit. Ab diesem Zeitpunkt ist die sache ein ziemlicher Selbstläufer.

An den meisetn Unis gibt es auch 'Promotionsstudiengänge'. D.h. man ist dann mit 'Chemie(Promotion)' eingeschrieben. Dann ist man natürlich nicht ganz so unsichtbar ... letztlich ist diese Einschreibung aber nicht notwendig (früher ging das gar nicht, man hat das eingeführt, um Karteileichen bei anderen Fächern zu verhindern).

Hat man dann praktisch nach dem Diplom keine Vorlesungen mehr

Im Zusammenhang mit den Promotionsstudiengängen hat man auch das 'Graduiertenstudium' eingeführt. Dabei werden in einem bestimmten Gebiet extra Vorlesungen für Doktoranden angeboten. Außerdem kann es (gerade wenn man Uni und/oder Fachgebiet wechselt) ganz sinnvoll sein, sich Vorlesungen seines neuen Chefs anzutun. Manche machen es sogar freiwillig aus Interesse ....

nobody
24.11.2003, 23:37
Ich habe mal eine Frage
Wann genau kann man seine Doktorarbeit machen bzw. wann kann man anfangen?Erst nachdem Studium oder während des Studiums oder sogar noch vor dem Studium?
Mfg Kobold

FK
25.11.2003, 07:09
Originalnachricht erstellt von Kobold
Ich habe mal eine Frage
Wann genau kann man seine Doktorarbeit machen bzw. wann kann man anfangen?Erst nachdem Studium oder während des Studiums oder sogar noch vor dem Studium?
Mfg Kobold

Die Doktorarbeit soll beweisen, dass der Anfertiger in der Lage ist, selbständig zu forschen.
Vorher muss er erstmal das Erforderliche lernen und zeigen, dass er es draufhat.
Bri Chemikern (jedenfalls) geht die Reihenfolge: Studium - Diplomprüfung - Diplomarbeit - Doktorarbeit (danach gibts auch nochmal ne kleine Prüfung).

Gruß,
Franz

Marvek
25.11.2003, 11:54
Originalnachricht erstellt von FK

Bri Chemikern (jedenfalls) geht die Reihenfolge: Studium - Diplomprüfung - Diplomarbeit - Doktorarbeit (danach gibts auch nochmal ne kleine Prüfung).


Und für die ganz Harten gehts dann noch weiter, mit: Privatdozentenschein, Professur, ...

KHW
25.11.2003, 13:35
Originalnachricht erstellt von Marvek
Und für die ganz Harten gehts dann noch weiter, mit: Privatdozentenschein, Professur, ...

Ob das die wirklich Harten sind, darueber laesst sich ein strieten. Ein Prof an unserer Uni hat mal gemeint, dass ein Prof nie richtig arbeiten gelernt hat,

er hat Chemie studiert, weil es ihm Spass gemacht hat,
er hat fuer die Promotion die Abteilung genommen, die ihm Spass gemacht hat,
er forscht als Prof an Sachen, die ihm Spass machen ....

Marvek
25.11.2003, 13:49
Originalnachricht erstellt von KHW
Ob das die wirklich Harten sind, darueber laesst sich ein strieten. Ein Prof an unserer Uni hat mal gemeint, dass ein Prof nie richtig arbeiten gelernt hat,

er hat Chemie studiert, weil es ihm Spass gemacht hat,
er hat fuer die Promotion die Abteilung genommen, die ihm Spass gemacht hat,
er forscht als Prof an Sachen, die ihm Spass machen ....

Daraus folgt, dass alles was Spass macht keine Arbeit ist.

Ist das so ?

Godwael
25.11.2003, 18:44
Man kann sich durchaus fuer Sachen bezahlen lassen, die Spass machen...

buba
26.11.2003, 21:13
Originalnachricht erstellt von Kobold
Wann genau kann man seine Doktorarbeit machen bzw. wann kann man anfangen?Erst nachdem Studium oder während des Studiums oder sogar noch vor dem Studium?
Wie schon an anderer Stelle im Forum erwähnt, können Mediziner schon während des Studiums ihre Doktorarbeit schreiben.

nobody
11.12.2003, 01:40
Wenn ich eine doktorarbeit machen möchte.Muss ich doch in dieser doktorarbeit etwas neues machen(einen anderen weg finden,etwas erfinden,...)
Wenn das zu stimmen sollte was ist denn dann wenn ich etwas neues erfinde und zum patent anmelde kann ich dann ein darüber schreiben und einen doktor bekommen?
Mfg Kobold

schlumpf
11.12.2003, 08:49
1. kann man alles mögliche zum Patent anmelden - es ist aber nur für wirtschaftlich verwertbare Sachen überhaupt sinnvoll! Man muß ja wenigstens die Auslagen wieder hereinbekommen ... . Da die meisten Doktorarbeiten kaum verwertbar sind, wird das daran schon scheitern.

2. ist ein Doktorand ja in der Regel Angestellter an der Uni und überläßt der Uni das Recht an seinem 'geistigen Eigentum', also an der Einreichung von Patenten. Von einem solchen Patent hat also der Doktorand selber recht wenig.

KHW
11.12.2003, 09:49
Originalnachricht erstellt von schlumpf
2. ist ein Doktorand ja in der Regel Angestellter an der Uni und überläßt der Uni das Recht an seinem 'geistigen Eigentum', also an der Einreichung von Patenten. Von einem solchen Patent hat also der Doktorand selber recht wenig.

Nach dem Arbeitnehmererfindergesetz wird er aber daran beteiligt. Die Verguetung ergibt sich aus Erfindungswert und Anteilsfaktor.

schlumpf
11.12.2003, 10:54
ja, klar ....


ausführlicher: http://www.uni-leipzig.de/forschung/patrech6.htm

übrigens: Die Max-Planck-Gesellschaft ist/war auf diese Weise Nutznießer von zwei recht ertragreichen Patenten. Und zwar das Patent für die PE-Herstellung von Ziegler (für das die MPG jahrzehntelang gegen die Chemiemultis erfolgreich prozessiert hat) und ein Patent für Flash-Imaging bei Kernspintomographen (von einem Herrn Frahm aus Göttingen).

Was von den Unis angemeldet wird, ist aber in aller Regel nicht so einträglich. Das nur zur Warnung.

FK
11.12.2003, 21:15
Originalnachricht erstellt von buba
Wie schon an anderer Stelle im Forum erwähnt, können Mediziner schon während des Studiums ihre Doktorarbeit schreiben.

Wobei da dann meist eine "pro forma"-Dissertation rauskommt vom Umfang einer Facharbeit und den Umfang und Aufwand einer Diplomarbeit von Chemikern bei Weitem untertreffend.

Ich kann mich an einige Themen erinnern (Tiermediziner):
"Die Geschichte des Hufeisens im 19. Jahrhundert"
"Der Kalkgehalt von Blasensteinen bei Rindern"
"Beiträge zum Klauenabrieb bei Schweinen"...

Damit will ich übrigens niemanden herabqualifizieren,
Der Schwerpunkt der Tätigkeit der meisten Mediziner liegt halt im richtigen Erkennen und Behandeln von Erkrankungen, und das will gelernt sein, und das richtige "Händchen" muss man auch haben (wie in jedem Job...). Und die Tiermediziner müssen sich nicht nur mit einer Spzies auskennen, wie wir wissen.

Selbstverständlich gibt es auch Mediziner (und muss es auch geben), die Forschung betreiben.

Also, nix für ungut... :)

Gruß,
Franz

Alichimist
12.12.2003, 20:22
Was von den Unis angemeldet wird, ist aber in aller Regel nicht so einträglich. Das nur zur Warnung.

Anstalten d. öffentlichen Rechts (und dazu gehören die Unis nunmal) dürfen keine Gewinne erzielen (also auch nicht aus Lizenzeinnahmen etc.). Damit erklärt sich so Einiges im Umgang mit Patenten an unseren Hochschulen. Das ausserordentliche Erfindungsrecht für Hochschullehrer (Diensterfindung) gibt es übrigens auch nicht mehr, daher ist nunmehr Alles eine Erfindung im Rahmen des Arbeitnehmererfindergesetzes ....

Gruss
PS: zum Thema Diss. gebe ich hier lieber keinen Kommentar ab, denn was Positives wäre dazu nicht zu sagen.