Woher kommt denn die Bezeichnung "Invertzucker"?. Also, warum heißt das so?
Ciao Clau
FK
05.11.2003, 21:19
Eine Lösung von Saccharose dreht die Polarisationsebene von polarisiertem Licht nach rechts, die daraus entstehende Mischung aus Fructose und Glucose dreht nach sie links.
Die Drehrichtung ist also umgekehrt (invertiert) worden...
Gruß,
Franz
Alichimist
05.11.2003, 21:22
und bewerkstelligen kann das die Invertase...
Gruss
bm
05.11.2003, 21:28
Dann gibt es Honig.
Mit einer Mineralsäure geht es auch, gibt Kunsthonig.
FK
05.11.2003, 21:32
Geht mit beliebigen Säuren.
Je schwächer, je langsamer (natürlich auch konzentrationsabhängig).
Gruß,
Franz
AJ
06.11.2003, 13:14
@ BM: In Deutschland gibt es offiziell keinen Kunsthonig, rechtlich muss man da von Invertzuckersirup sprechen. Entschuldige die Klugscheißerei ;)
Grüße,
Ansgar
FK
06.11.2003, 16:54
Originalnachricht erstellt von AJ
@ BM: In Deutschland gibt es offiziell keinen Kunsthonig, rechtlich muss man da von Invertzuckersirup sprechen.
In meiner Jugend gab es das aber (in kleinen Pappebechern).
Gruß,
Franz
Frieder Hummel
09.11.2003, 17:34
In meiner Jugend gab es das aber (in kleinen Pappebechern)
ja, blau bedruckt mit dem schiefen Turm von Kitzingen!
Nach der letzten Honigernte werden die Bienen mit Invertzuckersirup gefüttert, den sie als Wintervorrat in den Waben einlagern.
bm
26.11.2003, 21:49
Originalnachricht erstellt von AJ
@ BM: In Deutschland gibt es offiziell keinen Kunsthonig, rechtlich muss man da von Invertzuckersirup sprechen. Entschuldige die Klugscheißerei ;)
Grüße,
Ansgar
Kenne ich :
Fruchtsaftgetränk
Fruchtnektar
Fruchtsaft
Wo ist der Unterschied?
@ Zucker :
Alte Winzer in meiner Heimat (Bergstrasse) haben fehlendes Mostgewicht des Traubensaftes mit Saccharosezusatz ausgeglichen.
Ein "bonmot" war : Bei dem scheint die "Frankenthäler Sonne" im Keller.
Pfälzer werden wissen, wie das gemeint war.
FK
26.11.2003, 22:03
Originalnachricht erstellt von bm
Alte Winzer in meiner Heimat (Bergstrasse) haben fehlendes Mostgewicht des Traubensaftes mit Saccharosezusatz ausgeglichen.
Ein "bonmot" war : Bei dem scheint die "Frankenthäler Sonne" im Keller.
Pfälzer werden wissen, wie das gemeint war.
Nicht nur Pfälzer; eine weitere Fabrik der Südzucker AG befindet sich in Groß-Gerau. Habe viele Jahre ganz in der Nähe gewohnt...
Gruß,
Franz
CO-Küchler
26.11.2003, 22:17
In Deutschland gibt es offiziell keinen Kunsthonig, rechtlich muss man da von Invertzuckersirup sprechen.
Die Marketing-Abteilung der entsprechenden Firmen hat sich auch dafür was einfallen lassen: Ein Produkt, eine Invertzuckercerme, heißt "Wibine" (mal drüber nachdenken)...
bm
26.11.2003, 23:19
Die Endung -ine soll wohl auf Dreifachbindungen aufmerksam machen. Oder stehe ich auf dem Schlauch?
Dreifachbindungen in Zucker? Das muss wohl synthetisch sein!
Kann jemand griechisch/lateinisch : Was bedeutet das Präfix WIB?
FK
27.11.2003, 07:24
Originalnachricht erstellt von CO-Küchler
"Wibine"
Nachtigall, ich hör Dir summen... :D
Gruß,
Franz
nobody
07.02.2004, 17:02
Und wie kann man den Kunsthonig von natürlichem Honig unterscheiden?
Kann man den irgendwie wieder zurück-invertieren, sodass wieder Saccharose rauskommt?
Danke!
IdNa
CO-Küchler
07.02.2004, 17:29
Und wie kann man den Kunsthonig von natürlichem Honig unterscheiden?
Anhand der enthaltenen Pollen, über das Pollen-Muster kann man sogar sagen, wo der Honig herkommt. Enzymaktivität kann auf echten, unbehandelten Honig hinweisen, der Prolin-Gehalt ist ebenfalls ein Kennzahl für Honig.
Kann man den irgendwie wieder zurück-invertieren, sodass wieder Saccharose rauskommt?
Das würde wenig Sinn machen...
nobody
07.02.2004, 17:53
Alles klar!
Dankeschön!
FK
07.02.2004, 18:26
Kann man den irgendwie wieder zurück-invertieren, sodass wieder Saccharose rauskommt?
Irgendwie schon. Würde nachher hundertmal (oder so) soviel kosten wie Saccharose, aber theoretisch ist es machbar.
Gruß,
Franz
Frieder Hummel
07.02.2004, 20:01
Hallo IdNa,
Und wie kann man den Kunsthonig von natürlichem Honig unterscheiden?
Am einfachsten am Geschmack.
Kunsthonig schmeckt vermutlich nur süß (hab' ich noch nie probiert).
Bienenhonig enthält (u.a.) je nach den von den Bienen besuchten Blüten unterschiedliche Aromastoffe, die jeder Honigsorte einen feinen Geschmack verleihen.
Etwas schwieriger:
einen der einige Hundert sonstige Inhaltsstoffe nachweisen :)
ca. 7 - 16 verschiedene Aminosäuren,
etliche Enzyme,
organische Säuren,
zahlreiche Spurenelemente,
usw.
Außer den drei hier genannten Zuckerarten noch verschiedene andere Di- und Oligosacharide
(zB. Maltose, Melezitose, ... etc.).
Mein Lieblingshonig = Melezitose-Honig.
Kann man den irgendwie wieder zurück-invertieren, sodass wieder Saccharose rauskommt?
Die Pflanzen machen es so:
Von UDP-Glucose wird der Glucose-Rest auf Fructose-6-phosphat übertragen und die Phosphatgruppe abgespalten.
Wie es die (Bio-)Chemiker machen, weiß ich nicht, vielleicht postet hier noch einer.
Saccharose ist in Pflanzen die Transportform der löslichen Kohlenhydrate in den Leitgeweben.
Falls du größere Mengen davon brauchst, ist die von Pflanzen hergestellte Saccharose am billigsten und einfachsten zu beschaffen: Haushaltszucker der EG-Qualität I, Raffinade ;)
CO-Küchler
07.02.2004, 20:12
Mein Lieblingshonig = Melezitose-Honig
Von Imkern gefürchtet, da zu viel Melezitose zu "Zement-Honig" führt...
MegaJoule
09.02.2004, 19:23
Hi Idna,
Vielleicht zielt unser Herr Doktor eher auf den Gehalt von 5-(Hydroxymethyl)-Furfural ab. Ist schließlich unser Thema.
" 5-(Hydroxymethyl)-Furfural entsteht aus einer irreversiblen Dehydratisierung von Zuckern, z.B. Fructose. Es ist wasserlöslich und wird an der Luft bzw. unter Lichteinfluß rasch oxidiert. Im Honig entsteht es nach langer Lagerung oder bei Erhitzung. Damit ist es ein Merkmal für frischen Honig und auch für optimal gelagerten Honig. Besonders viel HMF entsteht bei der Hydrolyse von Saccharose durch Säure, womit vor allem früher der Invertzucker oder auch Kunsthonig gewonnen wurde. Dadurch läßt sich hier leicht echter Honig von Kunsthonig unterscheiden. Auch Beimischungen von Kunsthonig zu echtem Honig lassen sich dadurch gut erkennen. Nach der Honigverordnung liegt der Grenzwert für den HMF-Gehalt bei 40 mg/kg Honig. Der Deutsche Imker Bund erlaubt dagegen nur einen HMF-Gehalt von höchstens 15 mg/kg Honig. "
auf S.8 von:
http://www.chemie.uni-marburg.de/~butenuth/629.pdf.
Ich glaub ich fang jetzt auch mal an... :rolleyes: