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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chemie oder Molekularbiologie?


nobody
18.10.2003, 18:54
Hallo!

Ich hab mich heuer für Chemie und Molekulare Biologie (beinhaltet auch viele Chemie-Vorlesungen) in Wien inskribiert, da ich mich zwischen den beiden nicht entscheiden konnte. Jetzt hab ich auch schon viele Vorlesungen besucht, und mir gefallen "leider" beide Studien gut.:(
Könnt ihr mir vielleicht ein paar Tipps geben, die mir meine Entscheidung erleichtern würden?
Noch eine Frage: Was ist der grundlegende Unterschied zwischen der Arbeit eines Chemikers und der eines Molekularbiologen? Eigentlich arbeiten ja beide im Labor, machen Experimente...
Und wer hat zur Zeit bessere Berufsperspektiven?

Danke schon im voraus für jede Antwort.

Kubi
18.10.2003, 19:05
Originalnachricht erstellt von vanilla
Hallo!

Was ist der grundlegende Unterschied zwischen der Arbeit eines Chemikers und der eines Molekularbiologen?


Die Molekularbiologie bzw. molekulare Genetik befasst sich mit der Erforschung von Struktur und Biosynthese der Nukleinsäuren sowie den Prozessen, die an der Übertragung und Verwirklichung dieser Information in Form von Proteinen beteiligt sind.

Die Arbeit eines chemikers umfasst die quantitative und die qualitative analyse . Qualitative analyse = was ist in dem gemisch ,und quantitative =wieviel prozent sind in dem gemisch.

Alichimist
18.10.2003, 19:38
Die Arbeit eines chemikers umfasst die quantitative und die qualitative analyse . Qualitative analyse = was ist in dem gemisch ,und quantitative =wieviel prozent sind in dem gemisch.
ich möchte dazu ergänzen, dass ein wesentlicher Schwerpunkt präparative Arbeiten (Synthesen) im Labor sein können/werden. Hierfür ist auch eine gewisse Bereitschaft von nöten, unter etwas 'harschen' Bedingungen (Dämpfe, Stäube, Radioaktivität etc.) zu arbeiten. Natürlich gibt es MAK-/BAT-Werte für Alles, lokal und für kurze Zeit werden diese jedoch im Arbeitsumfeld des praktisch tätigen Chemikers überschritten.

Gruss

nobody
18.10.2003, 22:45
Werden Molekularbiologen auch in der Qualitätskontrolle eingesetzt? Und, wenn ja, was genau machen sie da?

nobody
18.10.2003, 22:53
Originalnachricht erstellt von vanilla
Werden Molekularbiologen auch in der Qualitätskontrolle eingesetzt? Und, wenn ja, was genau machen sie da?

Aufgaben und Tätigkeiten

Ein zentrales Arbeitsfeld von Molekularbiologen und -biologinnen ist die Untersuchung der chemisch-physikalischen Eigenschaften organischer Verbindungen sowie chemischer Vorgänge (z.B. im Bereich des Zellstoffwechsels) in lebenden Organismen.

Dazu gehört vor allem die Analyse von Lebensvorgängen im Bereich der Moleküle sowie deren Steuerung und strukturelle Organisation in tierischen oder pflanzlichen Zellen bzw. bei Mikroorganismen. Insbesondere untersuchen sie den Stoffwechsel von Organismen, Organen und Zellorganen, z.B. dessen Regulation. Des Weiteren befassen sich Fachleute der Molekularbiologie - je nach Arbeitsaufgabe - mit der Nutzung von Forschungsergebnissen für die Produktion, z.B. in Bereichen wie Gentechnik, Proteinchemie oder Pharmakologie (Arzneimittelforschung).

Tätig sind sie vor allem in der Grundlagenforschung sowie in der chemisch-pharmazeutischen Industrie, wo sie z.B. beim Übergang neuentwickelter Produkte aus der Forschung in die Produktion mitwirken.

In der Regel überwiegen verantwortliche Tätigkeiten forschender, analysierender, planender, überwachender sowie dokumentierender Art. Bei einer Hochschultätigkeit fallen zusätzlich Aufgaben im Bereich der Lehre an, wie das Durchführen von Vorlesungen, Praktika oder Prüfungen.

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Tätigkeitsbezeichnungen
Umgangssprachliche Bezeichnung:

Molekularbiologe/-biologin

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Tätigkeitsbeschreibung (Bild vom Beruf)

Molekularbiologen und -biologinnen erforschen molekulare Prozesse als Grundlage aller Lebensvorgänge und entwickeln Konzepte zu ihrer Nutzung.

Die Molekularbiologie bzw. molekulare Genetik befasst sich mit der Erforschung von Struktur und Biosynthese der Nukleinsäuren sowie den Prozessen, die an der Übertragung und Verwirklichung dieser Information in Form von Proteinen beteiligt sind. Dadurch wird es möglich, auch krank machende Störungen dieser Funktionen zu verstehen und eventuell mit Hilfe der Gentherapie zu heilen. Schnittstellen gibt es z.B. zur Bio- und Gentechnik, in der durch gezielte Mutationen einfache Organismen wie Bakterien und Hefen dazu gebracht werden, Stoffe von pharmakologischem oder kommerziellem Interesse in technischem Maßstab zugänglich zu machen.

In der Grundlagenforschung haben Molekularbiologen und Molekularbiologinnen z.B. mit Themen wie Erkennung, Transport, Faltung und Kodifikation von Proteinen in der Zelle zu tun. In industriellen Arbeitszusammenhängen analysieren sie z.B. Biotransformationsprozesse oder erarbeiten bzw. verbessern mikrobiologische Herstellungsverfahren für Wirkstoffe und pharmazeutische Zwischenprodukte und wirken beim Übergang neuentwickelter Produkte aus der Forschung in die Produktion mit.

Fast immer verbringen sie einen beträchtlichen Teil ihrer Arbeitszeit im Labor. Dabei haben sie Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Chemikalien und gentechnisch veränderten Organismen zu beachten. Sie hantieren überwiegend mit Gerätschaften wie Pipetten, Reagenzgläsern, Zentrifugen, Kühl- und Heizgeräten sowie Laborsoftware und führen sich oftmals wiederholende, routinemäßige Arbeitsschritte aus. Dabei müssen sie sehr präzise vorgehen, da bereits kleinste Störungen den Versuch verfälschen können.

Daneben fällt auch viel Arbeit am Schreibtisch bzw. Computer an, etwa Datenbankrecherchen oder das Auswerten von Forschungsergebnissen oder das Verfassen von Forschungsberichten bzw. Fachpublikationen und Anträgen auf Fördermittel.

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Aufgaben und Tätigkeiten (Liste)

Je nach beruflichem Gebiet und Aufgabenbereich (zum Beispiel Forschung und Entwicklung, Lehre, Administration, Produktion) und konkreter Arbeitsaufgabe z.B.:

In wissenschaftlichen Forschungsprojekten mitwirken bzw. solche leiten und koordinieren, in der Grundlagenforschung z.B. zu Themen wie Erkennung, Transport, Faltung und Kodifikation von Proteinen in der Zelle (z.B. Mechanismen der Proteinsortierung und -faltung in der Zelle oder Transport von Proteinen über und deren Insertion in Membranen)

In biologischen und biomedizinischen Datenbanken recherchieren, ggf. Inhalte für Fachdatenbanken erarbeiten und bereitstellen

Leitungsaufgaben in Forschungs- und Entwicklungslaboratorien wahrnehmen, z.B.:

Labormitarbeiter/innen anleiten

Das Ansetzen von Salzlösungen, Puffer, Nährmedien, Antibiotika usw. steuern und koordinieren

Laborprozesse kalkulieren (z.B. Zentrifugation, bakterielles Wachstum, spektrophotometrische Messungen), ggf. unter Nutzung fachspezifischer elektronischer Kalkulationsprogramme

Biotransformationsprozesse analysieren

Mikrobiologische Stammsammlungen pflegen

Herstellung und Expression rekombinanter Proteine leiten

Verfahren mit rekombinanten Mikroorganismen entwickeln

Konzepte und Methoden für die Erstellung von Expressionsprofilen und molekularen Analysen zellulärer Regulationszustände (u.a. Regulation der Genexpression) erarbeiten und optimieren

Mikrobielle Herstellungsverfahren für Wirkstoffe und pharmazeutische Zwischenprodukte erarbeiten und optimieren, z.B. Produktionsstämme entwickeln

Beim Übergang neuentwickelter Produkte aus der Forschung in die Produktion mitwirken, z.B. Herstellungsverfahren in den Technikumsmaßstab übertragen unter Berücksichtigung von Arbeits- und Umweltschutzrichtlinien

Forschungsergebnisse in Form von Publikationen und Vorträgen veröffentlichen

In der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses mitwirken, z.B.:

Lehrveranstaltungen (Seminare, Vorlesungen, Übungen) bzw. Studien- und Prüfungsarbeiten im Bereich Molekularbiologie vorbereiten und durchführen bzw. korrigieren

Examens- und Promotionskandidaten/-kandidatinnen betreuen

Gegebenenfalls in Selbstverwaltungsorganen einer Hochschule mitwirken :D

FK
18.10.2003, 23:17
@Das Licht
Kleine Anmerkung: bei Zitaten ist es üblich, die Quelle anzugeben (Website oder Literatur). Macht sich besser.

Chemiker & Analytik:
Die meisten Chemiker haben in ihrem Beruf niczhts mit Analytik zu tun, und wenn doch, führen sie die Analysen meist nicht selbst durch. Das ist normalerweise ein Job für Chemielaboranten.

Wenn ein Chemiker das Glück hat, synthetisch-präparativ tätig zu sein (solche Glückspilze gibt es!), werden die eigentlichen Arbeiten auch von Laboranten durchgeführt; dem Chemiker obliegt die Planung des Ganzen.
Die Synthese und Vermarktung neuer Stoffe können sich heutzutage nur Großunternehmen leisten - die erforderlichen toxikologischen Prüfungen kosten einfach zuviel.

Gruß,
Franz

nobody
18.10.2003, 23:52
Das klingt aber sehr langweilig: etwas nur zu planen... so hab ich mir das überhaupt nicht vorgestellt.

@ alle, die mir geantwortet haben
Danke!
Seid ihr eigentlich alle Chemiker? Mich würde interessieren, was genau ihr in eurem Beruf macht? (wenn die Frage nicht zu persönlich ist)

Alichimist
19.10.2003, 00:13
darauf kann man hier Antworten bekommen: http://www.mathematik-forum.de/forum/showthread.php?s=&postid=17710#post17710

Gruss

nobody
19.10.2003, 16:17
HalliHallo!

Ich habe dasselbe Problem gehabt, hatte aber das unendliche Glück, dass just in time nach dem Zivildienst ein neuer Studiengang in meinem Heimatort Mainz ins Leben gerufen wurde ->Biomedizinische Chemie. Ist ein Diplom-Chemie Gang, mit dem man dann im hauptsudium auch Molekulare Biologie wählen kann.
Hat jetzt aber auch einen NC bekommen, dieses Semester kamen aber alle rein.
-> www.uni-mainz.de

ich bin jeenfalls 100%ig zufrieden mit diesem Studium und mir mangelt es an nichts

...wissensdurst wird gestillt....eher gesättigt (klingt chemischer ;) )

mfg :cool:

FK
19.10.2003, 16:39
Originalnachricht erstellt von vanilla
Das klingt aber sehr langweilig: etwas nur zu planen... so hab ich mir das überhaupt nicht vorgestellt.


Langweilig? :rolleyes:

Es wird Dich bestimmt keiner daran hindern, auch mal was selbst zu "kochen". Aber wenn Du die ganze Handarbeit selber machst, kommst Du zu nichts Anderem mehr.

Gruß,
Franz

nobody
23.10.2003, 22:21
@Morning Glory
Hallo!
Ich hab mir das jetzt mal angeschaut und es klingt sehr interessant. Leider gibt es das Studium in keiner Uni in meiner Nähe. :(
Naja, ich hoffe, dass ich bald merke, welches Studium mir mehr liegt.

Mfg ;)

KHW
24.10.2003, 08:11
Originalnachricht erstellt von Alichimist
ich möchte dazu ergänzen, dass ein wesentlicher Schwerpunkt präparative Arbeiten (Synthesen) im Labor sein können/werden. Hierfür ist auch eine gewisse Bereitschaft von nöten, unter etwas 'harschen' Bedingungen (Dämpfe, Stäube, Radioaktivität etc.) zu arbeiten. Natürlich gibt es MAK-/BAT-Werte für Alles, lokal und für kurze Zeit werden diese jedoch im Arbeitsumfeld des praktisch tätigen Chemikers überschritten.

Gruss

Einspruch! So pauschal stimmt das nicht!