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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum cerimetrische Nitritbest. im Salpetersauren?


nobody
24.04.2001, 21:01
Hallo!

Ich habe kürzlich eine indirekte cerimetrische Nitritbestimmung durchgeführt, dabei mußte vorm Titrieren die Ammoniumcer(IV)-sulfatlsg. mit reichlich konz. HNO3
versetzt werden. Warum das?

No Regrets
25.04.2001, 13:25
Ja das Frag ich mich auch

Denn normalerweise macht man das ganze Schwefelsauer!!

Man hat ja in der Lösung schon Sulfationen (Ammoniumcer(IV)-sulfatlsg)

Wenn man Cer(IV)-ammoniumnitrat zur Cerimetrie verwendet, dann mancht man das ganze Salpetersauer (aber dann macht man keine Nitritbestimmung)


Irgendwie scheint bei deiner Versuchsvorschrift etwas nicht zu stimmen!

btw: wenn man Nitrite bestimmen will, dann gibt man keine Nitrate in die Lösung !

nobody
25.04.2001, 13:48
Hmm, hier ist mal die Versuchsvorschrift:

Reagenzien:
Ammoniumcer(IV)-sulfatlösung (0,1 mol/l)
konz. Salpetersäure
Ferroinlösung nach Ph.Eur.97

Durchführung:
Eine auf 50°C erwärmte Mischung von 10,0ml Ammoniumcer(IV)-sulfatlösung, 15ml konz. HNO3 und 100ml Wasser wird mit der Natriumnitrit-Analysenlösung bis zum fast völligen Verschwinden der Gelbfärbung titriert, dann mit 0,10ml Ferroinlösung versetzt und bis zum Farbumschlag nach Rosa titriert.

Ergibt sich daraus vielleicht eine Erklärung?

No Regrets
25.04.2001, 14:31
Woher ist deine Versuchsvorschrift?

Hast du mal im Jander Blasius geschaut?

Ich kenn die Cerimetrie immer nur im Schwefelsauren, manchmal auch HCl. Salpetersäure geht auch, aber nicht bei der Nitit Bestimmung (hab auch noch nie die Cerimetrie zur Nitritbestimmung verwendet)

Wie hoch ist dein Blindwert?

Oder willst du einfach nur wissen warum Cerimetrie im sauren?

nobody
25.04.2001, 17:08
Die Versuchsvorschrift stammt aus einem Praktikumsskript, in dem leider keine Quellenangaben stehen. Im Jander Blasius ist als einziges Beispiel bei der Cerimetrie die Bestimmung von K4[Fe(CN)6] im Sauren beschrieben (mit HCl). Titrimetrische Nitritbestimmungen werden gar nicht erwähnt.

Blindanalysen habe ich nicht gefahren; die Analysenlösung reichte für nur 3 Titrationen, das Endergebnis war aber korrekt (die durchschnittlich verbrauchte Analysenlösung betrug 28,98ml, nach der Rechnung kamen 79,37mg NO2- heraus).

Nun steht das Protokoll an, und ich bin mir beim Ablauf während der Titration nicht sicher, und, wie Du schon fragst, verstehe ich zum einen nicht, warum diese Cerimetrie im Sauren ablaufen muss, und warum dann gerade im Salpetersauren.

Ich gebe die Analysen-Lsg. zu meiner Ce4+-Lsg., dabei läuft doch Folgendes ab (oder? Wurde zumindest von den Assis abgehakt, aber wer weiß):

NO2- + 2Ce4+ + 3H2O -> NO3- + 2Ce3+ + 2H3O+

Dieses "bis zum fast völligen Verschwinden der Gelbfärbung" (die von den Ce4+-Ionen stammt?) aus der Versuchsanleitung verstehe ich dann als groben (wegen der schwammigen Formulierung) Punkt, um das Ferroin hinzuzugeben. Dieses schlug dann beim Titrieren von leicht bläulich über farblos bis zu rosa um, der Punkt, an der die Titration endete.

No Regrets
26.04.2001, 01:21
Das Ce4+ -Ion unterliegt außer bei sehr niedrigen pH Werten einer beträchtlichen Hydrolyse und Polymerisation. Das [Ce(H2O)n]4+ -Ion existiert wahrscheinlich nur in konzentrierter Perchorsäure Lösung. In anderen Säuren tritt zweifellos Koordination von Anionen ein. Das erklärt auch die Abbhängigkeit des Standardpotentials der Ce4+/Ce3+ -Elektrode von der Art der Säure:

Ce4+ + e- = Ce3+ E0 = +1,44V (1M H2SO4); +1,61V (1M HNO3); +1,70V (1M HClO4)

[Cotton/Wilkinson;Anorganische Chemie]


Jetzt bräuchte man nur noch das Standardelektrodenpotential von E0: NO3- + 2e- = NO2- , dann könnte man Aussagen drüber treffen ob deine Reaktion nur im Salpetersauren abläuft oder auch schon im Schwefelsauren

Allerdings weiss ich immer noch nicht warum ihr Ammoniumcer(IV)-sulfatlsg verwendet und nicht Cer(IV)-ammoniumnitrat.
Denn je weniger Ionen in meiner Analyse, desto besser ist sie! Es kann nichts stören! (meine Meinung!) ;)

Aber wahrscheinlich hab ihr kein Cer(IV)-ammoniumnitrat :D

nobody
26.04.2001, 09:00
m. E. spielt HNO3 auch nur die Rolle, eine stark saure Lsg. zu erhalten. Der Vorteil gegenüber konz. H2SO4 liegt vielleicht darin, daß man deren Gefährlichkeit beim falschen Verdünnen umgeht, wobei konz. HNO3 wegen der nirosen Gase auch nicht ganz ohne ist.

buba
26.04.2001, 12:30
@Pheles und No Regrets:
Vielen Dank, dass ihr die Option genutzt habt, Zeichen (Formeln) zu formatieren. Da liest man doch gleich doppelt so gerne eure Beiträge! ;)

No Regrets
26.04.2001, 13:17
@buba
Danke für die Blumen <IMG SRC="http://www.plauder-smilies.de/party/party.gif" border=0><IMG SRC="http://www.plauder-smilies.de/party/balloons.gif" border=0><IMG SRC="http://www.plauder-smilies.de/bounce/1syellow1.gif" border=0>

Aber es ist schon so schöner und lesbarer ;)