Hallo zusammen,
Ich (als ausgesprochener Nichtchemiker) suche für eine Spektroskopieanwendung einen Marker, der im Spektralbereich zwischen 700-1000nm absorbiert und hoffe hier bei euch auf ein paar Tips, die mir weiterhelfen könnten..
Die Randbedingungen für den gesuchten Stoff sind:
- Apsorption zwischen 700 bis max.1000nm
- Der Zusatzstoff darf den ursprünglichen Geschmack und Farbe der Probe nicht verändern
- Er muss wasserlöslich sein
- Er darf sich über die Zeit nicht verändern oder zerfallen
- Er muss als Zusatz für Lebensmittel zugelassen sein
Vielleicht fällt ja jemandem von euch was dazu ein, das wäre echt klasse.
Grüsse & Danke
Melanie
zweiPhotonen
22.09.2003, 13:29
...suche für eine Spektroskopieanwendung einen Marker, der im Spektralbereich zwischen 700-1000nm absorbiert und hoffe hier bei euch auf ein paar Tips, die mir weiterhelfen könnten..
Die Randbedingungen für den gesuchten Stoff sind:
- Apsorption zwischen 700 bis max.1000nm
- Der Zusatzstoff darf den ursprünglichen Geschmack und Farbe der Probe nicht verändern
- Er muss wasserlöslich sein
- Er darf sich über die Zeit nicht verändern oder zerfallen
- Er muss als Zusatz für Lebensmittel zugelassen sein
Also meiner Meinung und Erfahrung nach sind zumindestens einige dieser Forderung nicht miteinander vereinbar:
"Apsorption zwischen 700 bis max.1000nm" steht im Widerspruch zu "Der Zusatzstoff darf Farbe der Probe nicht verändern"
Wenn eine Substanz zwischen 700 und 1000 nm, also im nahen Infraroten absorbieren soll, dann hat sie idR auch weitere Absorptionsbanden im sichtbaren, d.h. sie ist farbig oder gar schmutzig-dunkel
Porphine haben eine Absorptionsbande zwischen 600 und 750 nm (Soret? oder Q?), kaemen also in Frage.
Langkette Cyaninfarbstoffe absorbieren auch so langwellig, aber die sind halt alle farbig...
"Er muss als Zusatz für Lebensmittel zugelassen sein" es gibt zwar zugelassene Lebensmittelfarbstoffe, aber es ist unwahrscheinlich, dass diese auch im gewuenschten Welenlaengenbereich absorbieren. Schonmal die Liste der E-Nummern studiert?
"Er darf sich über die Zeit nicht verändern oder zerfallen" ist bei einer so langwelligen Absorption auch eher unwahrscheinlich, weil die Lichtstabilitaet (Vis) wahrscheinlich nicht hoch ist.
Wasser absorbiert um die 760 nm. Aber vermutlich ist das eh in der Probe vorhanden...
Ich nehme an, der Nachweis soll mit einem UV/Vis/NIR-Spektrometer erfolgen. Ansonsten koennte man noch auf die Anekdote mit einem beruehmten Chemiker im Restaurant (wars Bohr?) zurueck greifen:
Der hatte, als es einmal halbes Haehnchen gab, heimlich die Knochen mit Rubidiumchlorid bestreut und dem Kellner durch die -positive- rote Flammenfaerbung am naechten Tag eindrucksvoll demonstriert, dass die Knochen vom Vortag in der Suppe gelandet waren...
(d.h. Rubidiumatome =dampf absorbiert im roten Spektralbereich, die genaue Wellenlaenge ist mir entfallen)
Gruesse
Wolfgang
nobody
22.09.2003, 14:46
Hi Wolfgang,
Ich hatte auch ähnliche Gedankengänge wie Du, was die Vereinbarkeit der Anforderungen angeht und daß das mit Sicherheit kein leichter Unterfangen ist. Sicherlich scheinen die auf den ersten Blick in Frage kommenden Stoffe rotfarbig oder je nach Harmonische andersfarbig zu sein, aber Wasser absorbiert darunter schließlich auch, also wieso sollte es nicht auch noch was anderes geben? (das dann natürlich zufällig meine anderen Bedingungen erfüllt;). Jeder rote Frabstoff wäre natürlich geeignet, würde er die Probe nicht verfärben.
Ich hatte an was anderes gedacht - vielleicht einen Konservierungsstoff oder so, der zufällig das gewünschte Verhalten an den Tag legt.
Eventuell geht es dann wohl doch in Richtung Fluoreszenz und einen anderen Spektralbereich. Die E-Farbstoffe hab ich schon durchgesehen - sind halt alles Farbstoffe leider. Trotzdem mal Danke für Deine Antwort -
Grüsse
Melanie
zweiPhotonen
22.09.2003, 15:43
Bei Lambda-Physik gibt es einen <a href="http://www.lambdaphysik.com/pdf/pdf_54.pdf">Katalog mit Laserfarbstoffen</a> als Acrobat Reader File zum herunterladen. Interessant sind die IR-Farbstoffe und saettigbaren Absorber, die oberhalb von 700 nm Banden aufweisen.
Ob diese Substanzen allerdings als Lebensmittelfarbstoff taugen kann ich nicht sagen.
Gruesse
Wolfgang
hippie
22.09.2003, 17:50
Originalnachricht erstellt von zweiPhotonen
einem beruehmten Chemiker im Restaurant (wars Bohr?)
ob sich da der arme nicht im Grab rumdreht? ;):)
FK
22.09.2003, 18:17
Willkommen im Forum!
Warum muss der Stoff denn ausgerechnet im langwelligen Bereich absorbieren?
UV-aktive Zusatzstoffe wären wohl eher zu finden...
Gruß,
Franz
nobody
23.09.2003, 10:50
Hallo Franz,
Ich denk, daß es wohl auf einen UV-aktiven Zusatz hinauslaufen muss, da einfach alles andere in dem von mir gewünschten Bereich farbig ist oder andere nicht vereinbare Eigenschaften besitzt. Mein Spektrometer startet bei ca. 380nm.....
Grüsse
Melanie
kat1
23.09.2003, 13:06
Hmm 380nm, wenn ich mich recht erinnere, dann kann der Mensch bereits 400nm als dunkles violett wahrnehmen. Es dürfte also sehr schwer werden, in dem Bereich etwas zu finden. Ein normales UV/Vis Spektrometer sollte so bei 180nm starten mit zusätzlicher UV-Halogen Lampe.
nobody
23.09.2003, 13:42
das dumme ist, daß das Meßsystem als solches bereits existiert, d.h. das spektrometer und die ganze hardware drumrum. die üblichen Probengefäße (die ich auch nicht austauschen kann) machen unter 380nm dicht, und ich habe effektiv einen Spektalbereich von 380-1050nm, der oben ebenfalls durch meinen Si-Detektor begrenzt ist.
kat1
23.09.2003, 13:49
Ist mir schon klar, aber üblicherweise gibt es Präzisionsquarzglasküvetten, die exakt die gleiche Größe der normal verwendeten Kunststoffküvetten haben, allerdings speziell UV durchlässig sind. Sollte so etwas nicht existieren, dann wäre es überhaupt nicht sehr sinnvoll ein UV/Vis Spektrometer einzusetzen. Dass das Ganze nach oben begrenzt ist, ist mir schon klar. Also warum kannst Du die Küvetten nicht austauschen?
nobody
23.09.2003, 14:26
es handelt sich dabei um ein bestehendes industriesystem, wo der anwender seine proben in einer pet-flasche messen will, und daher muss ich das system an die Flschen anpassen. Die Flasche entspricht dabei der Küvette und leider kann ich an der hardware nichts rütteln...
kat1
23.09.2003, 14:32
Okay verstehe, aber dann wirst Du leider schlechte Karten haben.
KHW
24.09.2003, 07:44
reines PET ohne Zusatzstoffe macht erst bei 310 nm - 315 nm zu. Hast Du schon mal versucht soweit runter zu messen oder ist die eigentliche Begrenzung der Messbereich des Geraets? Leider gibt es viele Geraete, die nur fuer den sichtbare Bereich ausgelegt sind.
nobody
24.09.2003, 07:52
die flaschen sind meist von der oberfläche her nicht optimal, und dieser Sachverhalt macht mit natürlich dann zudem probleme, wenn die kratzer und unebenheiten in der Größenordnung der wellenlänge liegen - das ist der fall - und dann geht so gut wie nichts mehr.
wie gesagt, ich kann an den gegebenheiten nichts ändern - 380-1050nm - ich suche lediglich mögliche zusatzstoffe.
zweiPhotonen
24.09.2003, 08:48
Moin!
Die Untergrenze von 380 nm wird durch die Lampe des Geraetes (d.h. keine Deuteriumlampe, sondern nur UV/Vis) begrenzt sein und nicht durch das Kuevettenmaterial...
Melanie,
wenn Du uns das verraten darfst: woraus genau besteht denn die Probe und was soll letztendlich nachgewiesen werden? Wenn wir hier mehr darueber erfahren, faellt uns vielleicht noch was ein.