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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kupfersulfat als Brechmittel


Smartie
09.09.2003, 21:30
Hi!

Ich habe da mal eine Frage, ist zwar komisch aber ich hoffe das ihr mir antwortet.

Und zwar hat in der Nachbarschaft ein kleiner Junge irgendwas giftiges geschluckt. Seine Mutter hat ihm dann Kupfersulfat verabreicht, aber wie es mir scheint zuviel, denn sie mussten dann gleich ins Krankenhaus, weil er sich ständig erbrochen hat.

Und da ich mir über alles den Kopf zerbreche :confused: , wollte ich wissen, wieviel Kupfersulfat man eigentlich in einem Glas Wasser lösen muss, damit es als Brechmittel wirkt, denn zuviel scheint ja absolut nicht ok zu sein. Ich gehe jetzt mal von nem Erwachsenen aus mit ca. 75Kilo. Ich habe auch mal was gelesen von 250mg CuSO4, bloß ich finde die Quelle nicht mehr!

Danke für die Antworten

FK
09.09.2003, 21:47
Ich fand als Dosis 0,25-0,5 g (Auterhoff, Lehrbuch der pharmazeutischen Chemie).

Es gibt aber harmlosere Brechmittel...
Wundert mich, dass die Mutter Kupfersulfat zuhause hatte und auch noch den Verwendungszweck kannte...

Gruß,
Franz

buba
09.09.2003, 21:49
Ja, eine Messerspitze in wenig Wasser reicht vollkommen. Ich spreche aus Erfahrung... Wie der Brechreiz zustandekommt, steht hier:
http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?s=&threadid=5012

Heutzutage gibt es ungefährlichere Mittel, besonders bei Kindern sollte nur Ipecachuana-Sirup verwendet werden.

Bei manchen Vergiftungen (Lösemittel, Säuren, Laugen, Waschmittel) ist Erbrechen kontraindiziert!

Smartie
09.09.2003, 21:57
Es hat mich natürlich auch gewundert, dass die Mutter sowas zu Hause hatte, aber CuSO4 ist um einiges leichter zu besorgen als Ipecachuana-Sirup (Wirkstoff=Emetin?). Ich weiß, dass der Sirup auf jedenfall rezeptpflichtig ist in der Apotheke, während man CuSO4 heutzutage in jedem Chemiekasten für Kinder ab 10 Jahre enthalten ist. Vielleicht hat die Mutter einen Chemiekasten als Bezugsquelle genommen!

buba
09.09.2003, 22:02
http://www.gifte.de/ipecacuanha-sirup.htm

Wenn das mit dem Chemikalienkasten stimmt, dann hoffe ich mal, dass das Kupfersulfat rein genug war...

FK
09.09.2003, 22:05
Originalnachricht erstellt von buba
http://www.gifte.de/ipecacuanha-sirup.htm

Wenn das mit dem Chemikalienkasten stimmt, dann hoffe ich mal, dass das Kupfersulfat rein genug war...

Da ja ohnehin nichts im Magen bleibt und Kupfer, falls resorbiert, selbst schon recht toxisch ist, ist die Reinheit relativ egal... :rolleyes:

Gruß,
Franz

Imperator
10.09.2003, 09:50
Der Ipec. sirup ist aber auch nicht ganz unumstritten; va wenn er - was in manchen Fällen der Fall ist - nicht zum Erbrechen führt, dann wird der Körper auch noch mit den Alkaloiden bnelastet.

Tiefflieger
10.09.2003, 11:25
Originalnachricht erstellt von Smartie
Hi!

Ich habe da mal eine Frage, ist zwar komisch aber ich hoffe das ihr mir antwortet.

Und zwar hat in der Nachbarschaft ein kleiner Junge irgendwas giftiges geschluckt. Seine Mutter hat ihm dann Kupfersulfat verabreicht, aber wie es mir scheint zuviel, denn sie mussten dann gleich ins Krankenhaus, weil er sich ständig erbrochen hat.

...

Danke für die Antworten

Na, wenn das Kind etwas giftiges geschluckt hat, hätte ich es auch ins Krankenhaus befördern lassen.

Wie kommt jemand darauf als Brechmittel Kupfersulfat einzusetzen und das auch noch ohne Anweisung eines Arztes?

Für Kupfersulfat gilt:
Kennzeichnung mit dem Gefahrensymbol Xn, Gesundheitsschädlich. R22 Gesundheitsschädlich beim verschlucken.

Wäre das Gebinde richtig gekennzeichnet, dann hätte spätestens jetzt jeder vernünftige Mensch dieses Produkt nicht als Brechmittel eingesetzt.

Die Wirkungen beim Verschlucken, sind neben dem Brechreiz :kotz: : Bauschschmerzen, Blutdruckabfall, Tachycardie, Kollaps, Azidose. Nach einer Latenzzeit - Tod. :angel:
Der LD50 (oral, Ratte) beträgt 960 mg/kg.

Es ist schon erstaunlich auf welche Ideen manche Menschen kommen. Statt medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, greift man lieber zu "Hausmittelchen". :no:

buba
10.09.2003, 11:44
Originalnachricht erstellt von Tiefflieger
Die Wirkungen beim Verschlucken, sind neben dem Brechreiz :kotz: : Bauschschmerzen, Blutdruckabfall, Tachycardie, Kollaps, Azidose. Nach einer Latenzzeit - Tod. :angel:
Der LD50 (oral, Ratte) beträgt 960 mg/kg.
Das gilt bei größeren Mengen, nicht bei ~250 mg.

Es ist schon erstaunlich auf welche Ideen manche Menschen kommen. Statt medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, greift man lieber zu "Hausmittelchen". :no:
Naja, wer weiß, was der Kleine da verschluckt hatte... bis er im KKH gewesen wäre, könnte es schon zu spät gewesen sein?

Tiefflieger
10.09.2003, 12:35
Originalnachricht erstellt von buba
...
Naja, wer weiß, was der Kleine da verschluckt hatte... bis er im KKH gewesen wäre, könnte es schon zu spät gewesen sein?

Das könnte schon sein, aber
1. Kann das in der Regel kein Laie entscheiden.
2. Kann bei vielen Stoffen die Gefahr der Aspiration in der Lunge nach dem Erbrechen bestehen. Daher gilt, außer auf ausdrückliche Anweisung eines Arztes/der Giftzentrale, daß Erbrechen zu vermeiden ist.
3. Gibt es für solche Fälle die Giftnotrufzentralen, welche entsprechende Anweisungen abgeben.
4. Ist eine medizinische Nachsorge bei Vergiftungsfällen immer angebracht und somit ein entsprechender Notruf auch sinnvoll.

buba
10.09.2003, 13:01
zu 1: Ein Laie weiß nicht, dass Kupfersulfat als Brechmittel verwendet wurde.

zu 4: volle Zustimmung.

FK
10.09.2003, 17:12
Ich kann mich an einen Fall erinnern, bei dem ein Kind einige Zigarettenkippen geschluckt hatte. Die Mutter flösste ihm darauf reichlich Kochsalzlösung ein.
Resultat war eine tödliche Vergiftung durch NaCl; die aufgenommene Nicotinmenge war zu gering, um gefährlich werden zu können...

Gruß,
Franz

schlumpf
10.09.2003, 18:05
wie in vielen anderen Fällen empfiehlt sich mal wieder ein ganz simpler Erste-Hilfe-Kurs ..... da hätte man lernen können, daß man kein Erbrechen induzieren soll. Übrigens: schon mal was von medizinischer Kohle gehört? DIE hätte man hier geben können.

FK
10.09.2003, 18:21
Originalnachricht erstellt von schlumpf
wie in vielen anderen Fällen empfiehlt sich mal wieder ein ganz simpler Erste-Hilfe-Kurs ..... da hätte man lernen können, daß man kein Erbrechen induzieren soll. Übrigens: schon mal was von medizinischer Kohle gehört? DIE hätte man hier geben können.

War wohl keine Kohle da...
Empfiehlt sich aber für die Hausapotheke, weil man damit nicht viel falsch machen kann.

Gruß,
Franz