Könnt ihr mir bitte sagen, auf welchem Weg man aus Propanal 3-(N,N-Dimethylamino)-1-Pentanol synthetisieren kann?
Danke!
MegaByte07
nobody
30.01.2001, 08:51
theoretisch durch Umsetzung mit Acetaldehyd, nachfolgender Michaeladdition mit Me2NH und Reduktion des Aminoaldehyds. Vermutlich muß der Acetaldehyd maskiert werden, da er sehr reaktiv ist und mit sich selbst kondensiert.
minutemen
30.01.2001, 10:09
oder: knoevenagel-doebner zur pentensäure, veresterung, addition von dimethylamin und reduktion des esters zum alkohol
nobody
31.01.2001, 08:47
Hallo!
Na das sieht ja super aus...
aber einige (hoffentlich nicht allzu dämliche) Fragen dazu hätt ich noch http://www.studenten-city.de/forum/smilies/erm.gif
@Merlin : Du beginnst mit einer Aldolkondensation - aber wie meinst Du: den Acetaldehyd maskieren (wenn er mit sich selbst nicht mehr kann, dann kann er ja auch mit dem Propanal nimma - oder?) - das Propanal kondensiert mit sich selbst nur im untergeordneten Maße weil der Acetaldehyd reaktiver ist; das ist mir klar. Nur wie man das Entstehen des Acetaldols verhindern soll, das verstehe ich nicht ganzhttp://www.studenten-city.de/forum/smilies/frown.gif
Wenn ich jetzt davon ausgehe, daß ich dieses Problem im Griff habe, dann entsteht mir durch die Aldoladdition vorerst mal ein 3-Hydroxy-pentanal und durch Wasserabspaltung dann ein Pent-2-en-al. An diese Doppelbindung jetzt was addieren - hm... - wegen des -I-Effekts der Carbonylgruppe geht der Wasserstoff an die Position 2 und das N(Me)2 an die Position 3. Aber warum geht das überhaupt(warum greift das Amin nicht an der Carbonylgruppe an?) - und eine Michael-Addition, das war doch(zumindest in meiner Einführungsvorlesung) eine Reaktion mit z.B. Malonester oder Acetessigester vornehmlich zur Knüpfung von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen?
@minutemen : Bei dem Knoevennagel setze ich mit Malonester um, dann tippe ich auf saure Hydrolyse zur Pent-2-en-säure. Kann ich dann z.B. mit Essigsäureanhydrid verestern? Und ist für die abschließende Reduktion des Esters zum Alkohol LiAlH4 geeignet?
Danke!
MegaByte07
<FONT COLOR="#ffffff" SIZE="1" FACE="Verdana, Arial, Geneva, Helvetica">[Dieser Beitrag wurde von MegaByte07 am 31.01.2001 editiert.]</font>
nobody
31.01.2001, 09:12
hat man alles mal irgendwo gelesen. Daher mußt Du wohl oder übel die Literatur bemühen und die Synthese von Pent-2-enal suchen. Erster Ansatz ist Organic Synthesis, der Beilstein (entweder Summenformel- oder Namensregister H-EIV), www.organic.chemweb.com (http://www.organic.chemweb.com) und dort unter Database Beilstein Abstacts (1980-2000)anklicken oder Beilstein Crossfire und akademischer CAS-Online in der Fachbereichsbibliothek (wenigstens am Biozentrum in Frankfurt), vielleicht auch Internet direkt. Die Michaeladdition funktioniert mit alpha,beta-ungesättigten Carbonylverbindungen und liefert C-Heteroatom-Bindungen. Die Addition des sek. Amins an die Carbonylgruppe führt zu einer quartären Verbindung, die nicht stabil ist. Bei einem primären Amin erhältst Du auch die Schiffsche Base. Deshalb nimmt man bevorzugt sek. Amine, Thiole. Knoevenagel und ä. ergibt C-C-Bindungen.
minutemen
31.01.2001, 10:40
Bei dem Knoevennagel setze ich mit Malonester um, dann tippe ich auf saure Hydrolyse zur Pent-2-en-säure. Kann ich dann z.B. mit Essigsäureanhydrid verestern? Und ist für die abschließende Reduktion des Esters zum Alkohol LiAlH4 geeignet?
das zauberwort war der doebner hinter knoevenagel! du setzt in pyridin mit zb. piperidin als base freie malonsäure ein und erhältst sofort das zur einfachen alkensäure decarboxylierte produkt. veresterung wie gehabt - aber was willst du da mit acetanhydrid? LAH zur reduktion.
tip am rande: vorsicht mit der pentensäure - die wird recht reizend sein, selbiges gilt für pentenal.
@merlin: wenn du den acetaldehyd schützt etc., geht die CH-acidität der methylgruppe flöten. mir fällt zumindest keine passende schutzgruppe ein. im endeffekt beißt sich propanal selbst in den schwanz.
nobody
01.02.2001, 08:53
zu minutemen: so viel ich noch weiß, wird die metallierte Schiffsche Base vorgelegt und Propanal dazugetropft, da kann er sich also nicht selbst..
nobody
03.03.2001, 14:18
Hallo Ihr!
Ich hab mir diese Aufgabe angeschaut und mir einen anderen Syntheseweg überlegt...
Was haltet ihr davon, den Propanal mit CH2=CH-MgBr zum Pent-1-en-3-ol umzusetzen, die Hydroxygruppe dann zum Keton zu oxidieren, und dann per Hydroborierung den 3-Oxo-1-Pentanol herzustellen. Und dann schließlich durch reduktive Aminierung mit Dimethylamin/HCOOH die Zielverbindung zu synthetisieren?