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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kohlendioxid-Einfluss auf Säure-Base-Titrationen


Atomy
19.07.2003, 20:03
Hallo alle zusammen!

Ich habe ein Problem im Analytik-Grundpraktikum:

Ich sollte eine NaOH-Maßlösung durch Auflösung von NaOH-Plätzchen herstellen. Diese musste dann gegen eine bekannte HCl-Maßlösung eingestellt werden.
Wir sollten nun die Bestimmung zuerst gegen Methylrot und dann gegen Phenolphthalein durchführen. Dies sollte dazu dienen, um festzustellen, wieviel CO2 sich in dger hergestellten befinden.

Nun zur Frage:
Welche Reaktionen laufen ab, wenn ich am Äquivalenzpunkt mit Methylrot die Probelösung kurz aufkoche. (Der pH-Wert soll angeblich sinken und ich muss dann die Lösung fertig austitrieren!)

:confused:
Bei mir ist da nie etwas passiert, kann das auch nicht erklären, bräuchte aber in Sicht auf meine Analytik-Klausur nächste Woche eine Antwort.

Danke, Gruß
Atomy

bm
19.07.2003, 23:06
Welche Reaktionen laufen ab, wenn ich am Äquivalenzpunkt mit Methylrot die Probelösung kurz aufkoche.

Starke Basen nehmen Kohlendioxid (als saures Gas aus der Luft auf, unter Bildung von Hydrogencarbonaten, Carbonaten). Beim Erhitzen treibst Du das Kohlendioxid wieder aus (vergl. Löslichkeit von Gasen in Abhängigkeit der Temperatur).

Ob beim Austreiben eines sauren Gases der pH-Wert sinkt?

GH
20.07.2003, 10:42
Genau das ist auch meine Meinung, durch das Erhitzen wird die Kohlensäure in Form von CO2 ausgetrieben, wodurch der pH-Wert nur steigen kann.

In der Wasserchemie wird der Verbrauch von HCl eines Wasser bis pH 4,5 (m-Wert) verwendet um den Gehalt an Hydrogencarbonat in erster Näherung zu bestimmen. Hingegen wird die freie Kohlensäure eines Wassers mit einer Titration mit NaOH bis zum Umschlagspunkt von Phenolphthalein bestimmt (p-Wert).

m- und p-Werte sind die veralteten Größen. Heute wird die Alkalinität bestimmt.

Atomy
20.07.2003, 10:54
Genau das ist auch meine Meinung dazu und das, was ich aus den Reaktionsgleichungen rausholen kann.

Nur steht halt in der Praktikumsanleitung dran, dass ich nach dem ersten Umschlagen von Methylrot aufkochen soll und dann fertig titrieren muss.
Daraus ergibt sich für mich, dass der pH-Wert sinken muss, sonst kann ich nicht weiter titrieren.

Hab da echt keinen Plan, was das soll

Gruß, Atomy

GH
20.07.2003, 12:02
Hängt das Aufkochen vielleicht damit zusammen, dass die Kohlensäure, die während der Titration in die Lösung durch Gleichgewichtseinstellung mit der Luft kommt nicht miterfasst wird. Bei der Bestimmung der Alkalinität muss nämlich laut Norm unter Stickstoffatmosphäre titriert werden. Ansonsten wird von den Verbrauchswerten ein bestimmter Betrag abgezogen.

Vic Tim
20.07.2003, 12:12
Originalnachricht erstellt von Atomy
:confused:
..., bräuchte aber in Sicht auf meine Analytik-Klausur nächste Woche eine Antwort.

Danke, Gruß
Atomy

...da sitzen wir wohl im gleichen Boot... :D

...ich brauche auch noch einige Antworten...

...das nur am Rande...


Tim Tom

FK
20.07.2003, 16:07
Originalnachricht erstellt von Atomy
Genau das ist auch meine Meinung dazu und das, was ich aus den Reaktionsgleichungen rausholen kann.

Nur steht halt in der Praktikumsanleitung dran, dass ich nach dem ersten Umschlagen von Methylrot aufkochen soll und dann fertig titrieren muss.
Daraus ergibt sich für mich, dass der pH-Wert sinken muss, sonst kann ich nicht weiter titrieren.

Hab da echt keinen Plan, was das soll

Gruß, Atomy

Wieso soll das keinen Sinn machen?

Du legst die Natronlauge vor und titrierst mit HCl bis zum Umschlag des Methylrots, der im Sauren (pH 4,4-6,2) erfolgt. Durch Erhitzen wird das Kohlendioxid ausgetrieben, der pH-Wert steigt, und man kann weiter titrieren bis zum erneuten Umschlag.

Mit Phenolphthalein liegt der Umschlag bei pH 8,2-9,8; Erhitzen nützt hier nichts, da kein freies CO2 vorliegt.

Gruß,
Franz

Atomy
20.07.2003, 16:54
Originalnachricht erstellt von FK
Du legst die Natronlauge vor und titrierst mit HCl bis zum Umschlag des Methylrots, der im Sauren (pH 4,4-6,2) erfolgt. Durch Erhitzen wird das Kohlendioxid ausgetrieben, der pH-Wert steigt, und man kann weiter titrieren bis zum erneuten Umschlag.


Soweit wäre das auch ganz klar! :)
Doch ist es so, dass wir die bekannte HCl-Maßlösung vorgelegt haben und mit der noch zu bestimmenden NaOH-Lösung titriert haben.

Danke trotzdem soweit,

Atomy

P.S.: Vielleicht habt ihr noch ein paar Ideen. Bin über jeden Denkanstoss froh!

Alichimist
20.07.2003, 17:01
das hat vielleicht was mit dem pK-Wert des verw. Indikators zu tun?

Gruß

FK
20.07.2003, 17:11
Hmmm...
Da der pH-Wert durch das Auskochen steigt, kann man jedenfalls nicht mehr mit NaOH gegen Methylrot weitertitrieren.

Bei der Titration mit HCl (Lauge vorgelegt) geht das natürlich, da man von alkalisch nach sauer titriert.

Um eine Lauge mit unbekanntem Gehalt an NaOH und unbekanntem Gehalt an Carbonat zu titrieren, halte ich es für nicht sehr sinnvoll, diese als Titrationslösung zu verwenden.
Erscheint mir logischer, die Lauge vorzulegen und mit eingestellter HCl zu titrieren.


Gruß,
Franz

Alichimist
20.07.2003, 19:06
ich frage mich allerdings, wie soll sich denn CO2 in einer (was auch immer gearteten) HCl-Lösung groß befinden? Das Kohlensäure-Gleichgewicht liegt doch eh ganz auf der Seite des Gases. Wie groß allerdings die Henrykonstante für CO2 in Wasser ist, weiß ich im Moment nicht...

Gruß

PS: spielt naturlich nur ne Rolle, wenn mit der Lauge titriert werden soll

FK
20.07.2003, 19:53
Originalnachricht erstellt von Alichimist
ich frage mich allerdings, wie soll sich denn CO2 in einer (was auch immer gearteten) HCl-Lösung groß befinden?

Geht es nicht um den CO2-, genauer gesagt, den Carbonatgehalt der Lauge?

Gruß,
Franz

Alichimist
20.07.2003, 20:03
es geht um die Faktorbestimmung bei NaOH mit eingestellter HCl;
im Titel wurde aber ein Kohlendioxideinfluß erwähnt, daher dieser Gedanke vorhin von mir...

später ging es dann darum, die Seiten des problems umzukehren und mit eingestellter NaOH zu titrieren. Wo wäre da der Einfluß zu suchen?

Gruß

FK
20.07.2003, 20:28
Originalnachricht erstellt von Alichimist
es geht um die Faktorbestimmung bei NaOH mit eingestellter HCl;
im Titel wurde aber ein Kohlendioxideinfluß erwähnt, daher dieser Gedanke vorhin von mir...

später ging es dann darum, die Seiten des problems umzukehren und mit eingestellter NaOH zu titrieren. Wo wäre da der Einfluß zu suchen?

Gruß


Das gerade ist der Knackpunkt:
Doch ist es so, dass wir die bekannte HCl-Maßlösung vorgelegt haben und mit der noch zu bestimmenden NaOH-Lösung titriert haben.
Dies sollte dazu dienen, um festzustellen, wieviel CO2 sich in dger hergestellten befinden.

Gruß,
Franz

Alichimist
21.07.2003, 00:37
also diese Carbonate (als solche der CO2-Absorptionsfähigkeit der Lauge entstammend) kommen erst bei der Titration in die Titriervorlage, gut! Nach meinem Verständnis haben wir's dann aber sofort mit einem Bicarbonat-Puffer zu tun, der das Titrationsergebnis verfälscht und deshalb durch Aufkochen der 'austitrierten' Lösung in der Vorlage erstmal beseitigt werden muß...oder?

Gruß