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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lösungsversuche zur anorganischen qualitativen Analyse


Mike140
11.07.2003, 20:45
Man versucht die Substanz mit ...

... sauren Medien:
(verd.) CH3 COOH, (verd.) HCl, (verd.) HNO3

bzw.
... alkalischen Medien:
(NH4 )2 CO3 , NH3 , NaOH

in Lösung zu bringen.


Welche Aussage kann man über die Substanz (Reinstoff) machen, wenn es sich in einer dieser Säuren und Basen löst?

Mir ist gar nicht klar, warum sich ein Salz in z.B. verd. Essigsäure löst und was ich dann über das Salz (die einzelnen Ionen) bzw. seine Eigenschaften aussagen kann.
Gibt es da ein Prinzip dahinter?
(Hat das etwas mit dem HSAB-Prinzip zu tun?)

Wenn sich das Salz in verd. Essigsäure löst, löst es sich dann auch in konz. Essigsäure bzw. in den stärkeren Säuren?
Die gleiche Frage gilt auch für Basen.


Es wäre schön, wenn da mal jemand etwas Licht in die Dunkelheit bringen könnte.

Mike140

buba
11.07.2003, 20:55
Originalnachricht erstellt von Mike140
... sauren Medien:
(verd.) CH3 COOH, (verd.) HCl, (verd.) HNO3
verd. Essigsäure... wer macht schon sowas...
HCl verd., HCl konz., HNO3 verd., HNO3 konz., Königswasser
kürzester Weg: HCl verd., HCl konz., Königswasser ;)

Welche Aussage kann man über die Substanz (Reinstoff) machen, wenn es sich in einer dieser Säuren und Basen löst?
Uff, sehr beschränkt, wenn du mich fragst...

Wenn sich das Salz in verd. Essigsäure löst, löst es sich dann auch in konz. Essigsäure bzw. in den stärkeren Säuren?
Die gleiche Frage gilt auch für Basen.
Oft ja. Bei Basen aber gibt es z.B. Verbindungen, die lösen sich in Ammoniak nach anfänglichem Niederschlag unter Komplexbildung wieder auf, aber nicht in NaOH.

FK
11.07.2003, 21:06
Originalnachricht erstellt von Mike140
Man versucht die Substanz mit ...

... sauren Medien:
(verd.) CH3 COOH, (verd.) HCl, (verd.) HNO3

bzw.
... alkalischen Medien:
(NH4 )2 CO3 , NH3 , NaOH

in Lösung zu bringen.


Uff...wenn sich eine Substanz z. B. in Ammoniumcarbonat löst, bedeutet dies jedenfalls, dass sie kein schwerlösliches Carbonat bildet.

Bei einem reinen Stoff sollte man erstmal versuchen, ob er in Wasser löslich ist.

Wenn ja, kann man tropfenweise Ammoniak zugeben und sehen, ob was ausfällt. Falls ja, mehr Ammoniak dazu und schauen, ob der Niederschlag sich wieder löst (Bildung von Amminkomplexen). Außerdem sollte man sein Auge auf eventuelle Farbänderungen richten etc.
Usw. (siehe buba)

Unmöglich, hier alles anzuführen.
Doch wozu gibts sowas wie den Jander? Da steht das alles drin...

Gruß,
Franz

buba
11.07.2003, 21:10
Originalnachricht erstellt von FK
Uff...wenn sich eine Substanz z. B. in Ammoniumcarbonat löst, bedeutet dies jedenfalls, dass sie kein schwerlösliches Carbonat bildet.
:D :D

Und wenn sie sich in HCl löst, ist es weder AgCl noch Hg2Cl2. :p
Schwerlösliche Nitrate fallen mir spontan keine ein.

FK
11.07.2003, 21:20
Originalnachricht erstellt von buba
Schwerlösliche Nitrate fallen mir spontan keine ein.

Mir schon, aber nicht aus der Anorganik... :D

Gruß,
Franz

Mike140
12.07.2003, 15:32
Ich versuche mal eine Zusammenfassung:

Also gibt es keine allgemeingültige Theorie, mit deren Hilfe man über das Lösungsverhalten auf das Salz oder seine Eigenschaften schließen kann. Das ganze ist rein empirisch.

Somit geht es nur ums Probieren und um eine ganz grobe Einteilung in Nitrate und die restlichen Anionen. Über das Löslichkeitsverhalten und evtl. Niederschläge oder Färbungen schließt man Ionen aus und zieht sie näher in Betracht.

Daraus schließe ich, dass man das Verhalten (Färbungen mit unterschiedlichen Reagenzien, Löslichkeitsverhalten, Niederschläge, etc.) der einzelnen Ionen auswendig lernen muß und dies nicht irgendwie übers PSE ableiten kann. Bei den Trennungsgängen nutzt man ja PSE-Eigenschaften (Härte nach Pearson, etc.) aus. Schade, dass das für das Löslichkeitsverhalten nicht gilt.

Grüße,
Mike

FK
12.07.2003, 15:47
Ja, das meiste muss man tatsächlich lernen.
Natürlich gibt es da Zusammenhänge im Periodensystem, etwa, dass die Farben der Sulfide tiefer werden, wenn man in einer Hauptgruppe von oben nach unten geht. Analoges gilt z. B. für die Farben von Halogeniden des gleichen Metalls mit steigender Größe des Halogens (gleiches gilt auch für die 6. Hauptgruppe).

Hydroxide mehrwertiger Metalle sind nie sehr gut wasserlöslich; Sulfide harter Säuren zersetzen sich in Wasser (sofern sie ionisch sind).
Harte Säuren bilden in Wasser keine Amminkomplexe.

Usw....

Gruß,
Franz

Matzi
10.12.2004, 16:01
Mal eine ganz doofe Frage, die hier thematisch vielleicht ein wenig rein passt:
Wieso löst man eigentlich Salze in Säure? Das die Löslichkeit dann besser ist, ist mir bereits klar geworden, aber woran liegt das? Bilden sich, wenn ich z.B. mit HCl löse, Chloride, die dann leichter löslich sind?

Edgar
10.12.2004, 16:14
Mal eine ganz doofe Frage, die hier thematisch vielleicht ein wenig rein passt:
Wieso löst man eigentlich Salze in Säure? Das die Löslichkeit dann besser ist, ist mir bereits klar geworden, aber woran liegt das? Bilden sich, wenn ich z.B. mit HCl löse, Chloride, die dann leichter löslich sind?
Wenn das salz wasserlöslich ist, braucht man keine HCl. Hat man aber Carbonate, Oxide, Hydroxide sind die meist schwer- bis unlöslich, lösen sich aber als Chloride gut.
Auch Schwermetallsalze die an sich löslich sind, neigen in verdünnter Lösung zur Ausfällung von Hydroxiden; dem wirkt die Säure entgegen.

Matzi
10.12.2004, 16:32
Ok, das leuchtet ein. Danke!

FK
10.12.2004, 20:21
Allgemein gesagt: schwerlösliche Salze schwacher Säuren (auch Phosphate, Oxalate etc.) lösen sich in HCl (soweit die Chloride löslich sind), weil die Anionen der schwachen Säure protoniert und somit aus dem Gleichgewicht entfernt werden.
Wäre Kohlensäure eine starke (und stabile) Säure, würden sich die Carbonate nicht so ohne Weiteres in HCl lösen.

Man denke mal an Bariumsulfat...

Gruß,
Franz

Matzi
11.12.2004, 09:49
Achso... ok, danke FK.

Meine nächste Frage geht nochmal in enie ähnliche Richtung: Wieso lösen sich einige Salze z.B. im Sauren (oder Alkalischen), während das bei anderen nicht so ist?
Im Jander steht z.B., dass man die Chromatfällung von Barium im leicht sauren Medium macht, einerseits wegen des Chromat-Dichromat-Gleichgewichts und andererseits, weil SrCrO4 (ja ebenfalls in der Ammoniumcarbonatgruppe) im Sauren löslich ist. Andererseits muss man auch gleichzeitig mit NaAc puffern, da auch BaCrO4 im stark Sauren löslich sein soll.
Anderes Beispiel: Silberhalogenide. Worauf beruht die Löslichkeit in verd. oder konz. Ammoniak? Bildung von Silbertetraamin?

FK
11.12.2004, 10:54
Achso... ok, danke FK.

Meine nächste Frage geht nochmal in enie ähnliche Richtung: Wieso lösen sich einige Salze z.B. im Sauren (oder Alkalischen), während das bei anderen nicht so ist?
Im Jander steht z.B., dass man die Chromatfällung von Barium im leicht sauren Medium macht, einerseits wegen des Chromat-Dichromat-Gleichgewichts und andererseits, weil SrCrO4 (ja ebenfalls in der Ammoniumcarbonatgruppe) im Sauren löslich ist. Andererseits muss man auch gleichzeitig mit NaAc puffern, da auch BaCrO4 im stark Sauren löslich sein soll.
Anderes Beispiel: Silberhalogenide. Worauf beruht die Löslichkeit in verd. oder konz. Ammoniak? Bildung von Silbertetraamin?
Zur Löslichkeit in Säuren habe ich das Wesentliche eigentlich schon gesagt: es hängt vom Dissoziationsgleichgewicht der beteiligten Säuren ab - beim Chromat auch vom Chromat-Dichromat-Gleichgewicht - sowie vom Löslichkeitsprodukt des Salzes und natürlich von den Konzentrationen der Reaktionspartner.

- Silber bildet einen Diamminkomplex -

Gruß,
Franz