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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chemie studieren


kammerjäger
28.06.2003, 16:13
Muss man ein Freak sein um Chemie studieren zu könnne, oder schaffen das auch Normalsterbliche? Es soll ja ziemlich schwer sein und im Studium nur ein Drittel durchkommen. Man muss es lieben, stimmts?

kleinerChemiker
28.06.2003, 16:45
Was, nur ein Drittel!! :eek:

Das ist ja furchtbar wenig, das hätt ich mir nicht gedacht!


Ist das in Österreich auch so, dass nur ein Drittel durchkommt, weiß das jemand?



lg, Peter!

Pauni
28.06.2003, 17:06
Es ist in Österreich auch so und manchmal noch schlimmer:

In meinem Jahrgang waren wir 97 Leute im ersten Semester; jetzt (1 Jahr vor der Diplomarbeit) sind wir noch ca. 20 Leute, von denen man ernsthaft behaupten kann, dass sie techn. Chemie studieren.

kleinerChemiker
28.06.2003, 18:21
pfoa, voll arg!

Hätte mir nicht gedacht, dass es so arg sein würde bei Chemie!
Bei Medizin würd ich schon damit rechnen, aber Chemie!! ....


Kann ich irgendwie nicht verstehen, ich glaub, die haben alle kein ernsthaftes Interesse daran!


lg, Peter!

FK
28.06.2003, 18:26
Originalnachricht erstellt von kammerjäger
Man muss es lieben, stimmts?

Stimmt.
:yes:

Gruß,
Franz

Alichimist
28.06.2003, 18:39
hallö Jäger, :wink2:

versuch's mal mit nem Studiengang wie Chemieingenieurwesen, Fachrichtung TC...
da wärst' mit nem Drittel aba noch super bedient :eek:

Grüzi, Alchi!

Smudie
29.06.2003, 00:25
Ich denke mal die meisten hören einfach nur auf und machen was anderes. Die fallen nicht alle durch oder so.

Easyquantum
29.06.2003, 01:01
Hi Kammerjäger,

als ich mit dem Studium anfing hatte ich auch ähnliche Bedenken.
Man hat einfach ein wenig Angst, das einem alles zu viel oder zu kompliziert wird. Ich kann dazu nur sagen, die Chemie wurde von Menschen entdeckt und als solche kann sie auch von jedem Menschen mit gewisser Vorbildung verstanden werden.

Natürlich ist naturwissenschaftliches Verständnis nicht ganz fehl am Platz. Aber nach meiner erfahrung zählen Ehrgeiz, Motivation und Spaß an der Sache viel mehr als das.

Mir können hier mit Sicherheit viele zustimmen, wenn ich sage, daß das "Ionenlotto" im ersten Semester einen manchmal zur "Weißglut" getrieben hat. Die meisten Studenten denken hier das eine oder andere mal darüber nach vielleicht aufzuhören. Wenn dann noch die Herleitung der Schrödinger-Gl. in der Vorlesung drankommt, läuft das Faß bei vielen über. Ich denke da spielt Abschreckung auch eine große Rolle.

Wie auch immer. Mein Tip an dich. Überleg dir, warum du Chemie studieren willst. Wenn dein "naturwissenschaftlicher Forscherinstinkt" dich dazu motiviert, nur zu, es warten harte, aber bestimmt befriedigende und aufregende Zeiten auf dich.

Bei allen anderen Beweggründen bin ich mir sicher, das eine Menge Frust aufkommt und einem die Lust schnell vergeht.

Zu den Freaks. Klar die gibt es, aber du wirst dich sicherlich wundern wieviel stinknormale Leute aus allen möglichen gesellschaftl. Gruppierungen Chemie studieren. Da ist alles dabei.

Also mach dir keine Sorgen!

Gruß Easyquantum

bm
29.06.2003, 12:49
Es soll ja ziemlich schwer sein und im Studium nur ein Drittel durchkommen.

Da sollte man ein bischen differenzieren. Zu Beginn meines Studiums in Heidelberg (1980) waren ca. 150 Erstsemester. ca. die Hälfte davon warteten auf einen Medizin/Pharmazie-Studienplatz. Ein weiters Drittel(?) wusste nicht, was es wollte und studierte dann halt mal Chemie (gilt wahrscheinlich für alle anderen Studienfächer auch). Ein paar wenige wollten zwar, waren aber total überfordert, entsprechend frustiert und gaben über kurz oder lang auf. Dass jemand gezielt in Prüfungen "abgeschossen" wurde ist mir nicht bekannt. Vielleicht ein oder zwei Fälle im Vordiplom.

Man muss es lieben, stimmts?

Man muss nicht, aber es hilft ungemein.

nobody
29.06.2003, 14:35
Also, ich hab ja eine Zeitlang Medizin studiert bis ich das Licht sah und zu Chemie wechselte. Meiner Erfahrung nach ist das "Abschiessen" von Studenten in Massenstudien wie Medizin viel schlimmer, bei Chemie scheinen sich die Professoren eher über jeden Studenten zu freuen. Ich glaube auch daß nur ein kleiner Anteil der Chemiestudenten aus Überforderung aufhört. Wenn man motiviert genug ist ist es sicher zu schaffen (sag ich jetzt mal nach meinem zweiten Semester, mal sehen was da noch kommt).
Walter

buba
29.06.2003, 15:03
Sag mal, wann hast du denn mit dem Studieren angefangen, wenn du mit 20 schon (wieviele Sem.?) Medizin und 2 Semester Chemie studiert hast?

nobody
29.06.2003, 15:23
Ich hab 4 Semester Medizin gemacht.
Und nein, ich hab keine Klasse übersprungen oder so. Ich bin früher in die Schule gekommen (Septembergeboren) und war untauglich. Ich hab also kurz nach meinem 18. Geburtstag zu studieren begonnen. Eh gut, dadurch bin ich jetzt trotz Wechsel immer noch ein "junger Spund" :)

Walter

schlumpf
30.06.2003, 09:03
wenn man die 'Scheinstudenten' abzieht, würde ich mal so schätzen, daß es 80% bis zum Diplom schaffen.

Rausgeprüft wird in Chemie kaum jemand, die meisten hören 'freiwillig' auf, weil sie auf keinen grünen Zweig kommen, und das in den ersten Semestern. Riesiger Unterschied zu Jura, wo die Stunde der Wahrheit nach >5 Jahren kommt und man dann keine Chance mehr hat.

nobody
30.06.2003, 12:24
Die freuen sich doch über fast jeden Studenten. Immerhin bekommen wir derzeit pro Student 1500 Euro staatliche Ausbildungszuschüsse. Das schwankt zwar nach Grösse und Ausbildung von Institut zu Institut, doch letztenendes ist es vorteilhaft, ALLE Stuedienplätze (Laborplätze) zu belegen. Dann klingelt es auch in der gebeutelten Institutskasse und man kann sich neue Geräte anschaffen.....ah, wie alt die Geräte doch sind! :rolleyes: ....ich meinte natürlich: jeder hat ein Recht auf Ausbilg (und wir auf Zuschüsse)!

kammerjäger
30.06.2003, 13:54
So viel ich weiss, gibts in 5 Jahren viel zu wenige Chemiker. Wie sieht die Arbeitslage zur Zeit aus?

schlumpf
30.06.2003, 17:57
ach ja, die Hellseher ....

kein Mensch weiß, ob es in 5 Jahren zu wenige Chemiker gibt - was passiert, wenn Bayer die Pharmaforschung zumacht? etc etc. Den vielen Absolventen der 90er hat man auf dem Stand der 80er jahre auch einmal eine blendende Zukunft vorhergesagt ... abgesehen davon muß man eher 10 als 5 Jahre für ein Studium + Promotion veranschlagen: das ist gar nicht mehr planbar.

Übrigens ist das Angebot an Chemikern z.Zt. 'sehr schlecht', wenn man die Industrie fragt: aus Bewerbersicht sieht das ganz anders aus.