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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : aktive Sterbehilfe erlauben?


nobody
25.06.2003, 16:04
Hallo Leute,
mich würde mal eure Meinung zum viel diskutierten Thema der aktiven Sterbehilfe interessieren. Wann sollte sie erlaubt sein, wann nicht?

Godwael
25.06.2003, 21:50
Es sollte viel mehr Geld in die Pallativmedizin gesteckt werden. Dann würde sich die Sterbehilfe auch erledigen.

nobody
25.06.2003, 22:23
Heißt das nicht eher Palliativmedizin? Toller Vorschlag, woher soll das Geld kommen?

Und wieso würde sich damit das Thema erledigen?

mantis
26.06.2003, 07:06
Ich hab mal gegooglet, weil ich für den Begriff "Palliativ" keine 100%ige Erklärung hatte.

"Die Palliativstation betreut schwerstkranke Patienten, bei denen eine Heilung und eine auf die Ursachen der Krankheit gerichtete Therapie nicht mehr möglich ist. Dies sind zum Beispiel Patienten mit Tumoren oder AIDS, die oft schon einen langen Leidensweg hinter sich haben, wenn sie auf die Station aufgenommen werden.
Bei diesen Patienten soll durch eine lindernde Behandlung der Krankheitssymptome, insbesondere durch Schmerztherapie psychosoziale Betreuung und spirituelle Begleitung die Lebensqualität erhalten werden.
Patienten mit weit fortgeschrittenem Grundleiden wie z.B. Tumor- oder AIDS-Erkrankungen, bei denen eine ursächlich gegen die Krankheit gerichtete Behandlung nicht mehr möglich ist
Die Patienten sind über ihren Zustand informiert und mit der Aufnahme einverstanden.
Eine Versorgung im ambulanten, häuslichen Bereich ist nicht möglich."

So weit ich weiß werden in Hospizen erlaubterweise keine lebensverlängernden Therapien verwendet. Das kann im Einzelfall sehr hart aussehen, ich weiß es von einem Fall aus meiner Verwandschaft. Bedeutet im Extremfall nur noch die Gabe von Schmerzmitteln und das Pflegen.
Grundsätzlich bin ich für die aktive Sterbehilfe, so definiert, dass wenn der Patient dies wünscht, ein Arzt entsprechende Medikamente geben darf.
Gefährlich ist hierbei die potenzielle Möglichkeit des Missbrauchs-siehe die derzeitigen Diskussionen um die Einkürzung von Krankenkassen-Leistungen.
Überspitzt gesagt, man kann es den Patienten mit elementaren Leistungskürzungen ans Herz legen doch lieber freiwillig zu gehen.

buba
26.06.2003, 11:14
Originalnachricht erstellt von mantis
Grundsätzlich bin ich für die aktive Sterbehilfe, so definiert, dass wenn der Patient dies wünscht, ein Arzt entsprechende Medikamente geben darf.
Sehe ich auch so.

Godwael
30.06.2003, 19:51
Heißt das nicht eher Palliativmedizin?

:rolleyes: Fehlerteufel...

Toller Vorschlag, woher soll das Geld kommen?
Das muß natürlich aus den vorhandenen Ressourcen kommen. Kein Sterbenskranker müßte heute unerträgliche Schmerzen leiden. In der modernen Medizin ist die Schmerzbehandlung allerdings lange vernachlässigt worden, und der Umgang mit Sterbenden ist Ärzten offenbar etwas unangenehm...
Ich habe kürzlich irgendwo einen Bericht über die Patienten in einem Sterbehospiz gelesen, das hat mich sehr beeindruckt. Ich muß den noch mal raussuchen.

FK
30.06.2003, 19:56
Wenn der Patient es so will und bei ausreichend klarem Verstand ist, sollte man seinem Wunsch nachkommen.

Gruß,
Franz

Godwael
30.06.2003, 20:33
Dem werde ich nicht widersprechen, aber ich glaube, daß die meisten Patienten durchaus "zu Ende leben" wollten, wenn sie eine adäquate Schmerztherapie bekämen. Deswegen plädiere ich dafür, den Leuten ein würdiges Sterben zu ermöglichen.

FK
30.06.2003, 20:38
Selbstverständlich, Godwael.

Das Vorenthalten von wirksamen Schmerzmitteln aus Angst, dass die Patienten abhängig werden könnten, ist pervers.

Ich denke aber da auch an Leute, die z. B. von Kopf bis Fuß gelähmt sind, ohne Schmerzen dabei zu haben.

Gruß,
Franz