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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie steht ihr zur deutschen einheit?


nobody
19.06.2003, 10:29
wie beurteilt ihr die deutsche einheit? ich beeurteile sie eher nüchtern, weil sie deutschland noch weiter runtergerissen hat, denn wir hatten vor der einheit schon probleme. was aber nicht zwangsläufig heißen soll, dass ich alle ost deuschen verteufel.
es wurden schwere fehler gemacht.

erstmal alles ging zu schnell, denn die ost deutschen hätten noch ein paar monate warten können, hätte man die einigunf besser vorbereiten können.

zweitens: der schwerste fehler die finanzierung der einheit über die sozialensicherungssysteme. wir sehen es heute an den lohnnebenkosteb. außerdem der solidarpakt ist total unnötig und treibt nur unseree verschuldung hoch.


was ich aber am schlimmsten finde, ist der allgemeine undank der ostdeutschen. natürlivh geht nach 13 jahren noch nicht alles wie im westen, aber ich finde sie sind undankbar, weil der westen braucht und brauchte den osten nicht. die können froh sein, dass man der einheit zugestimmt hat. man hätte auch die mauer stehen lassen können, DANN hätten wir heute etwas weniger probleme und KEINE grüne fraktionsvorsitzende im bundestag.



ich rechne mal wieder mit kritik, aber bitte teil mir eure meinung
mit.

theplaya
19.06.2003, 11:25
Naja, also ich finde es natürlich gut, dass D wieder vereinigt ist. Aber der "Undank", wie du es nennst, ist mir auch schon aufgefallen. Ich würde das allerdings nciht als "Undank", sondern eher als "Nicht ganz verstehen" bezeichnen.

Die DDR war ja nur noch eine Scheinwelt. "Vollbeschäftigung" gab es nur dem Schein nach, in Wirklichkeit war die DDR-Wirtschaft isoliert, heruntergewirtschaftet und konnte deshalb nach der Einigung natürlich nicht so weiterbestehen. Es ist völlig klar, dass viele ihre Arbeit verloren haben, weil es in der DDR eigentlich gar nicht so viele Arbeitsplätze gab. Die Vollbeschäftigung wurde nur dadurch erreicht, dass in einem unternehmen viel zu viele Arbeiter waren. Nachdem die Unternehmen nach der Einingung wettbewerbsfähig werden mussten, konnten sie natürlich nicht alle Arbeitskräfte behalten.

Kurz nach der Einigung wurden also die wirklichen Verhältnisse in der DDR sichtbar, die eigentlich schon vorher dort herrschten.

Und Äußerungen wie "in der DDR hatten wir wenigstens Arbeit und genug Geld" kann ich auch nicht verstehen. Aber wenn man lieber von der Stasi überwacht werden will, keine Freiheit haben will, nicht dort hinfahren können will wohin man will usw. etc. pp. :rolleyes:

Das ist jetzt nicht gegen alle Ostdeutschen gerichtet! Ich habe selbst zwei Ostdeutsche Kumpels, mit denen ich super klar komme.

Godwael
19.06.2003, 13:25
Ich kann die Enttäuschung der Ossis nur zu gut verstehen. Nach der Wiedervereinigung ist das, was von der DDR übrig war, geplündert und unter West-Lobbyisten aufgeteilt worden. Der Schrott ist bei den Zonis geblieben. Und dafür sollen die noch dankbar sein?

Das große Problem ist nicht die Einheit selbst, sondern die Tatsache, daß die deutsche Teilung nicht wirklich aufgehoben wurde. Es handelte sich staatlich-politisch um eine räuberische Eingemeindung - von wegen "Vereinigung": Dank Kohl sind wir nicht mal die dreckige Nazi-Hymne losgeworden.

nobody
19.06.2003, 13:32
Originalnachricht erstellt von Godwael
Dank Kohl sind wir nicht mal die dreckige Nazi-Hymne losgeworden.

Meinst Du unsere Nationalhymne? Dann solltest Du dich vor einer solchen Aussage etwas genauer informieren.

FliX
19.06.2003, 13:44
in unserem alten geschichtsbuch war eine hervorragende karikatur zum thema, leider kann ich sie online nicht finden... :rolleyes:


diese grafik sagt einen teil meiner meinung aus...

http://www.br-online.de/imperia/md/images/bayern/collegerad/sozialkund/6.gif

nobody
19.06.2003, 13:54
Originalnachricht erstellt von Godwael
Dank Kohl sind wir nicht mal die dreckige Nazi-Hymne losgeworden.
Gehts noch, Godweal? :o

Winas
19.06.2003, 13:57
vielleicht zur aufklärung kann man ja mal bei google.de suchen :)

http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0050/nat3.htm

mfg
Winas

upsidedown
19.06.2003, 13:58
Originalnachricht erstellt von larzerrus
es wurden schwere fehler gemacht.

erstmal alles ging zu schnell, denn die ost deutschen hätten noch ein paar monate warten können, hätte man die einigunf besser vorbereiten können.

zweitens: der schwerste fehler die finanzierung der einheit über die sozialensicherungssysteme. wir sehen es heute an den lohnnebenkosteb. außerdem der solidarpakt ist total unnötig und treibt nur unseree verschuldung hoch.


Was wohlgemerkt keine grüne Fraktionsvorsitzende zu verantworten hat, sondern eine Regierung mit FDP-Beteiligung...


was ich aber am schlimmsten finde, ist der allgemeine undank der ostdeutschen. natürlivh geht nach 13 jahren noch nicht alles wie im westen, aber ich finde sie sind undankbar, weil der westen braucht und brauchte den osten nicht. die können froh sein, dass man der einheit zugestimmt hat. man hätte auch die mauer stehen lassen können, DANN hätten wir heute etwas weniger probleme und KEINE grüne fraktionsvorsitzende im bundestag.

Gehts noch?? Du tust ja so als hätten "wir" "denen" die Tür zum Paradies geöffnet. Komisches Menschanbild hast du - selber rumlamentieren, dass dich dieses Land ankotzt und das du hier weg willst weil du das Elend nicht mehr ertragen kannst und anderen dann vorhalten das sie nicht alles toll finden was ihnen da knall auf fall vorgeworfen wurde? Spricht Bände...

btw: Ich wohne als "Wessi" "drüben" - solche platten Aussagen wie die von dir getroffenen hab ich hier nur äußerst selten zu hören bekommen.

Godweal:
Das große Problem ist nicht die Einheit selbst, sondern die Tatsache, daß die deutsche Teilung nicht wirklich aufgehoben wurde. Es handelte sich staatlich-politisch um eine räuberische Eingemeindung - von wegen "Vereinigung"
Naja - so krass würd ich das nicht formulieren.. Was aber Tatsache ist: Da ist vieles gelaufen das dem Gerechtigkeitsgefühl der Leute hier ziemlich zuwider gelaufen ist - und das zu recht.

nobody
19.06.2003, 13:59
@Winas: Eben und deswegen ist das mitnichten eine "dreckige Nazihymne".

Winas
19.06.2003, 14:03
ja genau ich war da auch empört als ich das gelesen hatte! darum wollte ich das aus der Welt schaffen.

FliX
19.06.2003, 14:05
ich finds sowieso schade dass man als deutscher so wenig national stolz zeigen kann, henge ich meine GB fahne auf sagt keiner was, henge ich meine D fahne auf "du nazi" :/

FK
19.06.2003, 14:06
Unsere Hymne gab es schon lange vor den Nazis, und nicht nur sie ist von denen missbraucht worden. Das kann man ihr aber nicht anlasten.
Wenns danach ginge, müssten den Namen unseres Landes und unserer Sprache auch ändern, denn was ist mit "Deutsch" nicht alles für Schindluder getrieben worden...

Gruß,
Franz

buba
19.06.2003, 14:07
Originalnachricht erstellt von FliX
ich finds sowieso schade dass man als deutscher so wenig national stolz zeigen kann, henge ich meine GB fahne auf sagt keiner was, henge ich meine D fahne auf "du nazi" :/
Und ich find's "schade", dass es Nationalstolz überhaupt gibt. :hmpf:

FK
19.06.2003, 14:24
Originalnachricht erstellt von buba
Und ich find's "schade", dass es Nationalstolz überhaupt gibt. :hmpf:

Den "Neuen" empfehle ich hierzu diesen Thread:
http://www.studenten-city.de/forum/showthread.php?s=&threadid=1877&highlight=nationalstolz

Gruß,
Franz

minutemen
19.06.2003, 14:33
ach goddel, was iss denn hier alles los... solche diskussionen sollte man wirklich nicht einbringen - da muss ich zumindest partiell lots in einem älteren thread zustimmen - da geht wenig später häufig alles drunter und drüber.

ich will zum thema stolz mal was von tucholsky einfliessen lassen, dem man ja wahrlich nicht vorwerfen kann, der deutschtümelei unterlegen gewesen zu sein. beachtenswert ist die quintessenz im letzten satz, und das geschrieben '32 - phantastisch wird's ihm nicht gegangen sein - in der weltbühne:


Da bin ich lieber gleich stolz

Dieser Erdteil ist stolz auf sich, und er kann auch stolz auf sich sein.

Man ist stolz in Europa:

Deutscher zu sein.

Franzose zu sein.

Engländer zu sein.

Kein Deutscher zu sein.

Kein Franzose zu sein.

Kein Engländer zu sein.

An der Spitze der 3. Kompanie zu stehen.

Eine deutsche Mutter zu sein. Am deutschen Rhein zu stehn. Und überhaupt ...

Eine Fahne zu haben. Ein Kriegsschiff zu sein. („Das stolze
Kriegsschiff“ ... )

Im Kriege Proviantamtsverwalterstellvertreter gewesen zu sein ...

Bürgermeister von Eistadt a. d. Dotter zu sein ...

Als deutscher Sozialdemokrat Schlimmeres verhütet zu haben.

Aus Bern zu stammen. Aus Basel zu stammen. Aus Zürich zu stammen. (Und
so für alle Kantone der Schweiz ...)

Deutscher zu sein. Das hatten wir schon. Ein jüdischer Mann sagte
einmal: „Ich bin stolz darauf, Jude zu sein. Wenn ich nicht stolz bin,
bin ich auch Jude – da bin ich schon lieber gleich stolz.“

nobody
19.06.2003, 19:29
Naja, zur Hymne: Die war ja den Nazis nicht schmissig genug, deswegen spielten sie auch stets das Horst-Wessels-Lied hinterher.

Und "Stolz" - Stolz ist schon so eine komische Sache - ich finde, man kann eigentlich nur stolz auf etwas sein, für das man auch selbst (mit)verantwortlich ist.
Ich bin aber nicht verantwortlich dafür, in Deutschland geboren zu sein und empfinde von daher auch keinen Stolz deswegen. Nichtsdestotrotz empfinde ich schon Verbundenheit zu meiner Heimat, wobei diese Heimat eher die Region ist, in der ich aufgewachsen bin. Andere Bundesländer würde ich daher nicht als meine Heimat bezeichnen, sondern eben den Nordwesten.
Stolz bin ich, wenn, dann auf persönliche Leistungen und deswegen erfüllt es mich kaum mit Stolz, wenn Schumi siegreich seine Runden dreht.

@Flix: Der Unterschied zwischen dem Union-Jack und der Bundesfahne besteht im unterschiedlichen Verhältnis der Nationen zum "Medium" der Fahne an sich. Ich persönlich käme nie auf die Idee, die deutsche Fahne an meinem Haus zu hissen.
Natürlich haben "die" Deutschen (oder sehr viele) ein kritisches Verhältnis zu ihrer Geschichte - die Ursachen hierfür sind jedoch nicht nur in der Geschichte selbst zu suchen! Ich persönlich betrachte dies jedoch als einen Vorteil, da es vor hohlem Nationalpatriotismus schützt. Für dies problematische Verhältnis reicht es jedoch nicht aus, auf die Nazis zu verweisen, vielmehr waren die Deutschen schon immer sehr wehleidig und haben sich schon immer in der Rolle der Missverstandenen und ungerecht Benachteiligten gefallen, auch schon vor 1933 und vor 1914. Das deutsche Nationalgefühl bestand meist nur aus Abgrenzung von anderen - man wollte "auch" eine Flotte haben, "auch" eine Großmacht sein etc. und wenn das Ausland nicht Hurra schrie, zog man sich zurück und fühlte sich missverstanden.
Diese "jammerhafte Nabelschau" ist ebenso Ursache für das gestörte Nationalgefühl der Deutschen wie die Excesse des zweiten Weltkrieges. [es zeigt sich ja auch in diesem Thread - niemand verbietet es uns, "Deutschlandfahnen" aufzuhängen, der Osten jammert über den Westen, der Westen über den Osten und alle gemeinsam über die EU etc.]

Die Briten hingegen haben schon immer ein unverkrampfteres, aber auch unkritischeres Verhältnis zu ihrer Nation besessen, was sich glänzend an der Geschichte einer "Institution" wie der "Last Night of the Proms" nachvollziehen lässt.
http://www.pwcglobal.com/Extweb/ncevents.nsf/docid/88FBE2E20A2B3480CA256B18003339B7
http://www.tt20.de/London_Cult/proms.html

endar

LuckyAndyD
19.06.2003, 19:51
was ich aber am schlimmsten finde, ist der allgemeine undank der ostdeutschen. natürlivh geht nach 13 jahren noch nicht alles wie im westen, aber ich finde sie sind undankbar, weil der westen braucht und brauchte den osten nicht. die können froh sein, dass man der einheit zugestimmt hat. man hätte auch die mauer stehen lassen können, DANN hätten wir heute etwas weniger probleme und KEINE grüne fraktionsvorsitzende im bundestag.

Undank? Wie kann man sich bloß so dermaßen als "Gönner" hinstellen? Meinst du nicht, dass du die Lage völlig verkehrt siehst, viel zu arrogant? Ich meine, z.B. die Schließung vom Alkalibergwerk Bischofferode (ich glaube das war 1990) mit festem Kundenstamm hatte nun wirklich nicht allzuviel mit "Wirtschaftshilfe" zu tun... Das war reines Konkurrenzausschalten. Das heißt nicht, dass ich die Einigung verwünsche und mir die DDR zurückwünsche oder so einen ähnlichen Mist denke, aber dass die "Einigung" absolut nicht korrekt verlief, diese Meinung habe ich schon. Und dass der Osten jetzt so zurückhängt, liegt bestimmt nicht nur an der Zeit bis 1989/90.

nobody
19.06.2003, 20:47
@larzerrus
Du gehörst dann wahrscheinlich auch zu denen, die nur heiraten würden um Steuervorzüge zu genießen, ja?

nobody
19.06.2003, 21:35
nein, ich gehöre zu denen, die die eigene karriere einer frau vorziehen würden.


@LuckyAndyD

ich sage doch, dass war ein fehler der einheit im osten bestehende strukturen einfach abzubauen.

FK
19.06.2003, 22:00
Originalnachricht erstellt von larzerrus
nein, ich gehöre zu denen, die die eigene karriere einer frau vorziehen würden.


Kein Wunder, dass die Deutschen aussterben... :rolleyes:

ich sage doch, dass war ein fehler der einheit im osten bestehende strukturen einfach abzubauen

Da wurde fleißig ausgeschlachtet und verramscht, dass einem die Tränen kommen... :sad:
Mit dem Ruinieren von Betrieben kann man schneller Kohle scheffeln als mit dem Erhalt...

Gruß,
Franz

LuckyAndyD
21.06.2003, 00:54
@larzerrus: Wie kommst du dann zu der Ansicht, dass wir ostdeutschen dankbar sein sollten? Für die Deindustrialisierung?

seltsam
21.06.2003, 02:23
Originalnachricht erstellt von FK
Kein Wunder, dass die Deutschen aussterben... :rolleyes:
Ich arbeite dran :D

Ich finde allerdings auch, daß das mit der Einheit damals alles viel zu hoppla-hop ging. Ich denke man hat versucht möglichst viele politische Entscheidungen schnell durchzudrücken, bevor die Menschen aus dem Osten Gelegenheit hatten, die Neue Situation richtig einschätzen zu lernen bzw. sich eine politische Meinung und damit Entscheidungsfähigkeit anzueignen. Man darf schließlich nicht vergessen, daß wir mit diesem politischen System aufgewachsen sind und wir quasi ein Leben lang Zeit hatten es verstehen zu lernen -was vielen trotzdem nicht gelingt. Und da hat man nun erwartet, daß die ehem. DDR-Bürger innerhalb so kurzer Zeit das System verstehen und gleich auch noch durchschauen, was für Schindluder damit getrieben werden kann - das war wohl ein bißchen viel verlangt. Wer weiß, hätte man ihnen genügend Zeit gegeben, hätten sie sich gar gegen die Einheit entschieden. Es gab damals nämlich auch ganz andere Pläane, die aber ganz offensichtlich dem Machtstreben der Kohl Regierung nicht ganz so zuträglich waren. Ach, was ist diese Einheit nicht schön! Man kann immer die "doofen Ostler" für alles verantwortlich machen, man muß nicht mehr vor der eigenen Haustüre kehren und man kann sich immer so schön superior fühlen, weil man ja jederzeit auf die dummen, armen Ostler herabsehen kann. Naja, wer's nötig hat... :sad:

nobody
21.06.2003, 03:34
Originalnachricht erstellt von seltsam
Ich arbeite dran :D

Indem Du nach Kanada auswanderst? Was hat Dich überhaupt dahin verschlagen?

seltsam
21.06.2003, 05:11
Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Indem Du nach Kanada auswanderst? Was hat Dich überhaupt dahin verschlagen?
Lediglich das schneller von statten gehende Studium. Wir werden aber auf jeden Fall nach Deutschland zurückgehen, wenn ich hier fertig bin (übrigens lieber gestern als heute).
Wir denken gerade über ein viertes Kind nach...
Kann ja schließlich nicht angehen, daß Deutschland bald aufgrund mangelnder Mitgliedszahlen geschlossen wird :D

nobody
21.06.2003, 10:39
Originalnachricht erstellt von seltsam
Lediglich das schneller von statten gehende Studium.

Inwiefern geht es schneller? :suspect:


Wir denken gerade über ein viertes Kind nach...

Hast Du noch andere Hobbys? :hmpf:

FK
21.06.2003, 11:45
Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Hast Du noch andere Hobbys? :hmpf:

Mit vier Kindern ist das kein Hobby mehr, sondern ein full-time-job...


Gruß,
Franz

nobody
21.06.2003, 13:56
Nun, mit Hobby meinte ich eher das, wo die Kinder herkommmen... :uh:

Galenus
21.06.2003, 14:23
Originalnachricht erstellt von seltsam
Ich finde allerdings auch, daß das mit der Einheit damals alles viel zu hoppla-hop ging.
für mich als außenstehender ist die deutsche wiedervereinigung eine eindeutige "bauchentscheidung". es ging weder darum, ob sich die brd die die wiedervereinigung leisten kann ("das zahlen wir aus der portokasse" (c)h.kohl), noch war es eine frage, was mit der (vollkommen maroden) ddr-wirtschaft passiert.
ich kann mich noch gut erinnern, wie die deutschen auf der berliner mauer gemeinsam gefeiert haben... wer sich 1989/90 gegen die wiedervereinigung (mit sachlichen argumenten) gestellt hätte, wäre entweder als ddr-ostalgiker oder als arrgoganter west-technokrat geteert und gefedert worden! 40 jahre lang waren in brd & ddr für die deutsche teilung die bösen mächte der jeweils anderen seite (us-imperialismus bzw. kommunismus) verantwortlich gemacht worden. wie hätte man der breiten masse nach dem zusammenbruch des kommunismus erklären sollen, dass man nun (obwohl die jahrzehntelang propagierten gründe für die teiluing weggefallen sind) trotzdem noch warten müsse?
und so wurde das, wofür andere ehemalige ostblockstaaten 15 jahre zeit hatten bzw. noch haben (einbindung in die eu), in EINEM jahr durchgedrückt... das ergebnis sieht man ja...
Wer weiß, hätte man ihnen genügend Zeit gegeben, hätten sie sich gar gegen die Einheit entschieden. Es gab damals nämlich auch ganz andere Pläne, die aber ganz offensichtlich dem Machtstreben der Kohl Regierung nicht ganz so zuträglich waren.
zeit war das einzige, was die politiker 1989/90 NICHT hatten. s.o.
ganz andere pläne? welche?

upsidedown
21.06.2003, 15:06
Bauchentscheidung würde ich das nicht nennen - das war seit Adenauer erklärte und wo möglich auch ziemlich offensiv betriebene Bundesdeutsche Politik. Es ging dann allerdings ungeheimlichschnell als es wirklich soweit war.

Es herauszuzögern hätte auch ein riesengrosser Fehler sein können - niemand konnte damals garantieren, dass Gorbatschow in einem halben Jahr noch an der Macht sein würde. Und was bei einem Hardlinermachtwechsel in Moskau dann in der DDR losgewesen wäre mag ich mir lieber gar nicht erst vorstellen.

seltsam
21.06.2003, 15:32
Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Inwiefern geht es schneller? :suspect:
siehe thread Biochemie studieren - NC, Beitrag 15

Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Hast Du noch andere Hobbys? :hmpf:
Reichlich: Chemie, radeln, schwimmen, sehr gerne Doppelkopfspielen und seit neuestem Bierbrauen.

Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Nun, mit Hobby meinte ich eher das, wo die Kinder herkommmen... :uh:
Solltest Du in Deinem Alter nicht schon wissen wie das geht? :D

Originalnachricht erstellt von Hippokrates
ganz andere pläne? welche?
z.B. Pläne für zwei unabhängige Deutsche Staaten (gab auch mal die Idee von drei unabhängigen Staaten, mit Berlin als Stadtstaat, fand ich persönlich eher schwachsinnig, war aber durchaus ne Weile in der Diskussion)

nobody
21.06.2003, 16:19
Originalnachricht erstellt von seltsam
siehe thread Biochemie studieren - NC, Beitrag 15

Naja, hört sich ja toll an, aber ob es hält was es verspricht? Und dafür extra nach Kanada auswandern?


Solltest Du in Deinem Alter nicht schon wissen wie das geht? :D

Naja, deswegen ja meine Frage, ob Du noch andere Hobbys hast...

Zum Topic:

Ob zu schnell oder nicht zu schnell; es wurde halt einfach zusammengefügt, was zusammen gehört. Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen. Ginge es uns jetzt besser oder schlechter, wenn man noch ein Jahr damit gewartet hätte?

seltsam
21.06.2003, 16:53
Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Naja, deswegen ja meine Frage, ob Du noch andere Hobbys hast...
Ich meinte eher, daß Dir doch bekannt sein müßte, daß zur reinen Fortpflanzung nicht sehr viel Zeit nötig ist :D
Ob das wünschenswert wäre, ist ja eine ganz andere Frage :p

Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Ob zu schnell oder nicht zu schnell; es wurde halt einfach zusammengefügt, was zusammen gehört.
Also ob man nach so langer Trennung noch einfach so davon sprechen kann, daß das zusammengehört:rolleyes:
Schließlich haben sich beide Seiten unabhängig voneinander weiterentwickelt. Und an manchen Punkten halt in unterschiedliche Richtung, da kann man doch dann nicht plötzlich wieder die beiden Seiten zusammenklatschen so nach dem Motto "paßt scho" und erwarten, daß es auf anhieb funktioniert.:no:

nobody
21.06.2003, 17:05
Originalnachricht erstellt von seltsam
Ich meinte eher, daß Dir doch bekannt sein müßte, daß zur reinen Fortpflanzung nicht sehr viel Zeit nötig ist :D

Oder gibts in Kanada keine Verhütungsmittel?


Also ob man nach so langer Trennung noch einfach so davon sprechen kann, daß das zusammengehört:rolleyes:

Ja, definitiv und aufjedenfall. Und was heißt hier nach solanger Trennung... 40 Jahre sind doch nicht wirklich lang. Unsere Geschichte ist 1000 Jahre alt und halt nicht nur 40.


Und an manchen Punkten halt in unterschiedliche Richtung, da kann man doch dann nicht plötzlich wieder die beiden Seiten zusammenklatschen so nach dem Motto "paßt scho" und erwarten, daß es auf anhieb funktioniert.:no:

Das hat auch keiner erwartet, aber letztendlich funktioniert es doch oder? Jedenfalls ham wir keinen Bürgerkrieg hier. Und wie hätte man es denn sonst machen sollen? In der ex-DDR noch paar Jährchen Sozialismus und Planwirtschaft spielen und dann die Einheit vollziehen? Was hätte das bringen sollen?

seltsam
21.06.2003, 17:17
@Last of the Sane
Naja, ganz so gut geklappt hat's ganz offensichtlich nicht, sonst hätten wir diese Diskussion jetzt nicht:(

upsidedown
21.06.2003, 17:22
Als wenn die Westdeutsche ein homogenes Volk wären. Für mich als Norddeutschen ist Bayern heute noch mehr Ausland als etwa Mecklenburg-Vorpommern. Diese Heterogenität ist eine Konstante der letzten paar Jahrhunderte deutscher Geschichte.. Und strukturschwache Regionen gibts auch im Westen - die sind nur nicht so gross als (fast) zusammenhängende Gebiete. Und es ist ja nicht so, dass hier eine reine Wirtschaftswüste herrscht.. Es gibt durchaus einige Ecken denen gehts wesentlich besser als Teilen des Westens. Das ist nicht die Masse, aber völlig vergessen sollte man das auch nicht. Die neuen Bundesländer sind zweifelsohne immernoch strukturschwache Regionen, keine Frage - aber keien Entwicklungs- oder Schwellenländer wie teilweise getan wird.

Ich finde es um ehrlich zu sein erstaunlich was hier alles aus einer absolut maroden und nach Weltmarktmassstäben völlig konkurrenzunfähig runtergewirtschafteten Wirtschaft doch teilweise gemacht wurde.

Die Leute die immer auf die Fehler zeigen haben zwar in der Sache (meistens) nicht unrecht - aber sie sollten auch anerkennen das teilweise auch beeindruckendes geleistet wurde.

nobody
21.06.2003, 17:30
Originalnachricht erstellt von seltsam
Naja, ganz so gut geklappt hat's ganz offensichtlich nicht, sonst hätten wir diese Diskussion jetzt nicht:(
Die ist auch meiner Ansicht nach mehr als flüssig... Weiß nicht, was das Gejammer soll... Gibt Leute auf der Welt und auch in Europa, das habe ich selbst mitbekommen, denen geht es wesentlich schlechter als uns hier.

nobody
21.06.2003, 17:38
an larzerus:

hahaha, lange nicht so gelacht. ein frustrierter wessi! ach wie süss, kille kille kille...
das der westen den osten nicht braucht, glaube ich nicht...so habt ihr immer einen sünden bock, und den braucht ihr doch oder?
ist dir eigentlich im klaren, das der größte teil der ost-fördergelder wieder bei euch landet?? nachdem hier jegliche industrie platt gemacht wurde (u.a. wegen konkurrenz, aber auch weil sie einfach zu alt war)durften wir nur produkte aus´m westen kaufen. GEIL!
hab ich mir immer gewünscht. naja und die produkte von euch sichern westdeutsche arbeitsplätze, oder?
dreiste behauptung von mir: wäre die wende nicht gewesen, wärt ihr auf euren plunder sitzengeblieben, und die probleme von heute (ja die sind wichtig, und nicht zeug von vor zehn jahren)wären viel schneller hochgekommen.
also larzerrus, beruhige dich, ich nehm dir nüscht weg.

ein stolzer ossi, DER GANZ WIRKLICH ALLES ABER AUCH ALLES AM WESTEN GEIL FINDET....

seltsam
21.06.2003, 18:10
Originalnachricht erstellt von Last of the Sane
Gibt Leute auf der Welt und auch in Europa, das habe ich selbst mitbekommen, denen geht es wesentlich schlechter als uns hier.
:up:
Meine Rede... ;)