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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tropfsteinhöhlen..


Paula_
14.03.2010, 15:20
hallo =D
kann mir jemand diese frage beantworten?
Beschreibe die bildung der stalaktiten und der stalagmiten. Stelle dafür auch eine reaktionsgleichung auf.!

Irrlicht
14.03.2010, 15:30
Installier mal Wikipedia auf deinem Internet. Such dann nach Tropfstein.

rsommer
14.03.2010, 15:45
Ist da im Titel ein "h" zu wenig oder eines zu viel?

Tropfstein ölen oder Tropfsteinhöhlen? :D

Mit dem Einölen von Tropfsteinen kenne ich mich nicht aus. Was die Höhlen anbetrifft: Für die Bildung von Stalaktiten und Stalakmiten sind kohlendioxidhaltiges Wasser zusammen mit löslichen Calciumsalzen verantwortlich, die daraus Calcit (Calciumcarbonat) bilden.

rsommer
14.03.2010, 16:25
Im Gegensatz zu anscheinend fast allen anderen ist mir nie so recht klar geworden, warum

CaCO_3 \ + \ CO_2 \ + \ H_2O \ <-> \ Ca^2^+ \ + \ 2 \ HCO_3^2^-

Zuerst nach rechts und dann wieder nach links verlaufen soll. Es sei denn , ich spekuliere über geringe lokale Konzentrations - oder Temperaturdifferenzen.



Ich denke micht, dass diese Gleichung die Bildung von Calciumcarbonat in Tropfsteinhöhlen am besten beschreibt. Die dort ablaufende Vorgänge sind ganz sicher sehr komplex und lassen sich deshalb wohl auch nicht auf eine einzige einfache Reaktionsgleichung reduzieren.

Im Prinzip aber werden wahrscheinlich lösliche Calciumsalze durch lösliches Carbonat oder Hydrogencarbonat gefällt. Dass vorhandenes Calciumcarbonat durch CO2-haltiges Wasser wieder in Lösung geht, daran glaube ich auch nicht, denn dafür ist die Lösung nicht sauer genug.

bm
14.03.2010, 17:29
stalaktiten und der stalagmiten

Was ist der Unterschied, und wie kann man dass sich merken?

rsommer
14.03.2010, 18:02
Was ist der Unterschied, und wie kann man dass sich merken?

Dazu muss man Französisch können.

chemiewolf
14.03.2010, 18:08
Stalaktiten wachsen von oben nach unten, Stalagmiten von unten nach oben.
Chemisch gesehen ist es natürlich dergleiche Prozess.

kaliumcyanid
14.03.2010, 18:12
Dazu muss man Französisch können.
Nicht zwangsweise ;)

Es gibt eine einfache, wenn auch etwas obszöne Art und Weise, sich den Unterschied (im deutschen) zu merken :rolleyes:

Vanillemaus
14.03.2010, 18:47
Zurück zur eigentlichen Frage, vllt helfen da die Erläuterungen auf diesen seiten:
http://www.scinexx.de/dossier-detail-446-5.html
http://www.showcaves.com/german/explain/Speleothem/Stalactite.html
http://www.thomasmusolf.de/fuer_schueler_und_eltern/Chemie/Semester%203%20Gleichgewicht/Uebungen%20zu%20Gleichgewicht.pdf

und nein, man(n) muss kein französisch dafür können, frau kann sich das auch ohne eselsbrücke merken ;)

rsommer
14.03.2010, 18:48
Nicht zwangsweise ;)

Es gibt eine einfache, wenn auch etwas obszöne Art und Weise, sich den Unterschied (im deutschen) zu merken :rolleyes:

Ich ahne, was gemeint sein könnte...

bm
14.03.2010, 18:58
Ich ahne, was gemeint sein könnte...

Immer diese zweideutigen Gedanken!

FK
14.03.2010, 19:26
Vergisst man nie im Leben, wenn man es einmal gehört hat.;)

Gruß,
Franz

rsommer
14.03.2010, 22:48
Zurück zur eigentlichen Frage, vllt helfen da die Erläuterungen auf diesen seiten:
http://www.scinexx.de/dossier-detail-446-5.html
http://www.showcaves.com/german/explain/Speleothem/Stalactite.html
http://www.thomasmusolf.de/fuer_schueler_und_eltern/Chemie/Semester%203%20Gleichgewicht/Uebungen%20zu%20Gleichgewicht.pdf

Haben Sie das jetzt nur gegoogelt oder haben Sie dazu auch eine eigene Meinung? Mir ist nicht ganz klar, was diese Ausführungen zur Klärung der Fragen beitragen könnten. Abgesehen von der ursprünglichen Fragestellung, die wahrscheinlich nur von der Bildung schwerlöslichen Calciumcarbonats aus löslichen Salzen hinausläuft, muss ich FKS durchaus Recht geben. Die Vorstellung, dass CO2-haltiges Wasser genügende Mengen an Calciumcarbonat in lösliche Carbonate / Hydrogencarbonate überführt, um anschließend wieder auszufallen, scheint mir doch sehr naiv und vereinfachend zu sein. Mich würde eine wissenschaftlich fundierte Studie aus einer etablierten Zeitschrift eher überzeugen, als eine Internet-Seite fragwürdiger Provenienz. Ganz sicher spielen Konzentrationen und die Tempertatur bei dieesen Prozessen eine maßgebliche Rolle. Man müsste das mal durchrechnen, zumal sich diese Prozesse über sehr große Zeiträume abspielen.

Irrlicht
14.03.2010, 22:51
Verdampft nicht einfach ein Teil des Wassers beim Herunterfließen? Ich habe es mir immer so vorgestellt.

rsommer
14.03.2010, 23:04
Verdampft nicht einfach ein Teil des Wassers beim Herunterfließen? Ich habe es mir immer so vorgestellt.

Sicher verdampft auch ein Teil des Wassers. Aber es fließt sowohl ständig Wasser nach als auch Feuchtigkeit kondensiert, wodurch die löslichen Carbonate wieder abgespült werden würden. Und in solchen Höhlen herrscht im Allgemeinen eine extrem hohe Luftfeuchte, die nahe 100% liegen dürfte. Dann ist mit weiterem Verdampfen Schluss. Es würde sich in diesem Fall auch nicht Calciumcarbomat ablagern, sondern Natrium(hydrogen)carbonat. Calcit besteht aber in der Hauptsache aus Calciumcarbonat, was gegen diese Theorie für die Entstehung der Zapfen spricht. Ich glaube, dass es keineswegs so einfach ist, wie es auf den ersten Blick aussieht.

bm
14.03.2010, 23:36
Einfach ein bischen Geduld. Und da hat die Natur uns einiges voraus.

Irrlicht
15.03.2010, 11:01
Einfach ein bischen Geduld. Und da hat die Natur uns einiges voraus.

Heilig's Blechle, wo findet man denn sowas?

Vanillemaus
15.03.2010, 14:05
Mich würde eine wissenschaftlich fundierte Studie aus einer etablierten Zeitschrift eher überzeugen, als eine Internet-Seite fragwürdiger Provenienz. Ganz sicher spielen Konzentrationen und die Tempertatur bei dieesen Prozessen eine maßgebliche Rolle. Man müsste das mal durchrechnen, zumal sich diese Prozesse über sehr große Zeiträume abspielen.

da ja nach einem wissenschaftlichen Text gefragt wurde und nach einer Möglichkeit die Entstehung zu berechnen, hoffe ich, dass dieser Artikel einige Aspekte dahin gehend beleuchten wird:
http://rspa.royalsocietypublishing.org/content/466/2115/659.full.pdf+html

chemtec
15.03.2010, 18:08
Hallo zusammen,

Im Gegensatz zu anscheinend fast allen anderen ist mir nie so recht klar geworden, warum

{CaCO_3 \ + \ CO_2 \ + \ H_2O \ &lt;-&gt; \ Ca^2^+ \ + \ 2 \ HCO_3^2^-}

Zuerst nach rechts und dann wieder nach links verlaufen soll. Es sei denn , ich spekuliere über geringe lokale Konzentrations - oder Temperaturdifferenzen.
Zuvor fließt ja Wasser durch die Gesteinsschichten und nimmt CaO auf, welches dann zu Ca(HCO3)2 wird. Das CO2 kann dort noch nicht entweichen.

Das Entstehen von Tropfsteienn hängt mit dem Ca-Carbonat/-Hydrogencarbonat Gleichgewicht zusammen:

Wenn nämlich mit Ca(HCO3)2 gesättigtes Casser in Form eines Tropfen in einen Hohlraum gelangt, diffundiert CO2 aus dem Tropfen in die umgebende Atmosphäre. Die Lösung verarmt an Kohlenstoffdioxid, was unwillkürlich die Bildung vo Kalkstein und das Wachsen des Tropfsteins zur Folge hat.

Gruß Stefan

chemtec
15.03.2010, 19:06
Das ist jetzt nur mal ein Gedanke von mir (also nicht aus irgendwelchen büchern oder vom Prof):

Tropfsteine entstehen ja nur sehr langsam. D. h. sie entstehen nur wenn langsam das Ca-haltige wasser in die Höhle tropft. Dies ist aber dem Wetter über der Höhle egal, es regnet mal mehr und mal weniger. Da das Wasser aber immer nur sehr langsam in die Höhle tropft, staut es sich in den Ritzen oder Röhren des Bodengesteins auf. Unten am Austritt der Ritzen und Röhren ist ein höherer Druck. Der höhere Druck führt dazu das sich das CO2 in den Ritzen nicht lösst (geschlossene Sprudelflasche), aber etwas CaCO3 an der Stelle wo der Druck recht groß ist, direkt am Ausstritt des Tropfens. Dann läuft das Wasser mit Ca und CO aus und bildet wieder CaCO3, da CO2 verarmt, gleichzeitig verringert sich der Druck in der Röhre, es ist ja etwas abgelaufen. Dann beginnt das spiel wieder von vorne und es entstehen diese wunderschönen gebilde.

So stelle ich mir den Ablauf des Tropfens vor. Das könnte man doch so beschreiben. Also von einer Tropfsteinhöhle in der es nach einem Regenguss das Wasser nur so reinfließt habe ich noch nie gehört.:p
So wäre doch der Höhere Partizialdruck des CO2 mit der Erhöhung des Gesamtdruckes des Ca-haltigen Wassers in der Ritze zu erklären?

Gruß Stefan