Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Didaktik der Chemie
Seda92
31.01.2010, 00:40
Hey Leute,
ich schreibe im Moment eine Facharbeit über die Brennstoffzelle.
Da mein Lehrer noch mehr von mir erwartet habe ich ein dickes Problem.
Er möchte, dass ich noch über die Didaktik-die Lehre der Chemie schreibe.
Z.B " Wie kann man Schülern/Studenten die Brennstoffzelle beibringen ?
" Wie ist es in der Schule und wie an der Uni ? "
Bitte bitte hilft mir, habe leider nur noch zwei Wochen Zeit.
Liebe Grüße
nintendo
31.01.2010, 02:39
An der Uni werden zunächst die Grundlagen behandelt (z.B. Reaktionsgleichungen, physikalische und chemische Mechanismen, Zusammenhänge), dann wird das Prinzip (schematischer Aufbau, Funktion) erklärt und anschließend gehts in die Details (Leistung, technische Herausforderungen).
nobody
31.01.2010, 11:50
Bitte bitte hilft mir, habe leider nur noch zwei Wochen Zeit.
Liebe Grüße
Klingt nach optimaler Zeitplanung ;)
Aber im Ernst, was sollen wird dir nun sagen. Das kannst du doch nicht in deiner Facharbeit verwerten oder willst du nintendo zitieren.
Was du brauchst sind ein paar Chemiedidaktiken oder ein Blick in chemiedidaktische Zeitschriften
- Praxis der Naturwissenschaften Chemie
- Unterricht Chemie
- MNU
Die finden sich in einer Unibibliothek.
Gruß
arrhenius
zweiPhotonen
31.01.2010, 12:07
Er möchte, dass ich noch über die Didaktik-die Lehre der Chemie schreibe.
Z.B " Wie kann man Schülern/Studenten die Brennstoffzelle beibringen ?" Wie ist es in der Schule und wie an der Uni ? "
Seit wann ist es Aufgabe der Schüler, sich Gedanken über die Vermittlung von Inhalten zu machen? Das klingt für mich, als würde sich der Lehrer hier die Sache ein bischen einfach machen.
@arrhenius:
Oder wie denkt ein Lehrer über diese Aufgabenstellung?
Was du brauchst sind ein paar Chemiedidaktiken oder ein Blick in chemiedidaktische Zeitschriften
- Praxis der Naturwissenschaften Chemie
- Unterricht Chemie
- MNU
Das mag die logische Herangehensweise auf die oben stehende Aufgabe sein - für einen Lehrer/Referendar, der Zugriff auf diese Quellen hat.
Aber genug gelästert - Mein Vorschlag lautet:
Schau Dir erstmal in Deinem Chemiebuch und vielleicht bei chemgapedia, Prof. Blumes Webseite oder was Dir sonst noch an (Internet)Quellen -natürlich geht auch die lokale Bibliothek- einfällt nach, wie die BSZ dort beschrieben ist. Dann überleg, ob Dir das gefällt oder was man -für Deinen Klassenkameraden- daran besser erklären könnte.
Firmen wie Phywe, Leybold, .. bieten Demo-Experimente zur BZS an. Du kannst Dich auch dort nach Informationen umsehen/erkundigen, wie die Experimente ablaufen.
Grüße
Friedrich Karl Schmidt
31.01.2010, 12:19
Aber im Ernst, was sollen wird dir nun sagen. Man könnte z.B. sagen, dass das Ansinnen des Lehrers eine Frechheit ist. Und ich tue dies auch hiermit. Wenn der Mann Nachhilfe benötigt, dann soll er sich gefälligst selst um seine Fortbildung kümmern.
Im Übrigen: Wenn er seine didaktische Weiterbildung an dem orientiert, was er in diesen Zeitschriften findet...- Praxis der Naturwissenschaften Chemie
- Unterricht Chemie
- MNU... dann wird er weiterhin auf Nachhilfe angewiesen bleiben.
Gruß FKS
nobody
31.01.2010, 15:35
Dass Sie dies sagen würden, FKS, war mir natürlich klar. Aber ist Ihr Hinweis wirklich eine Hilfe? Ihre Empörung in Ehren, aber helfen tut sie nicht.
Seda92 hat nun mal diese Aufgabe (das Thema der Arbeit würde mich allerdings interessieren) und dazu kann sie m. E. nur so vorgehen, wie ich es ihr empfohlen habe. Es dürfte ihr ja bei Stellung des Themas bekannt gewesen sein, um was es geht.
Dass sie den Überwiegenden Teil der Chemiedidaktik in Deutschland und wahrscheinlich in der Welt für unfähig halten ist mir nicht neu. Aber auch das wird dem TES nicht helfen.
Seit wann ist es Aufgabe der Schüler, sich Gedanken über die Vermittlung von Inhalten zu machen? Das klingt für mich, als würde sich der Lehrer hier die Sache ein bischen einfach machen.
Zu der Frage von zweiPhotonen: das Thema ist so gut wie viele andere geeignet, wissenschaftspropädeutisch zu arbeiten.
Gruß
arrhenius
zweiPhotonen
31.01.2010, 15:42
Zu der Frage von zweiPhotonen: das Thema ist so gut wie viele andere geeignet, wissenschaftspropädeutisch zu arbeiten.
Das beantwortet nicht meine Frage. Um es -noch- deutlicher zu formulieren:
Seit wann ist es Aufgabe der Schüler, sich Gedanken über die Art der Vermittlung von Inhalten zu machen?
M.E. hat die Bearbeitung von
Wie kann man Schülern/Studenten die Brennstoffzelle beibringen ? nichts mit dem (http://de.wikipedia.org/wiki/Prop%C3%A4deutik#Wissenschaftsprop.C3.A4deutik_im_Unterricht) zu tun.
nobody
31.01.2010, 19:01
M.E. hat die Bearbeitung von
nichts mit dem (http://de.wikipedia.org/wiki/Prop%C3%A4deutik#Wissenschaftsprop.C3.A4deutik_im_Unterricht) zu tun.
Das kann ja deine Meinung sein, meine ist es nicht.
Wissenschaftspropädeutik, verstanden als Anbahnung wissenschaftlichen Vorgehens, ist ein verbindlicher Unterrichtsbestandteil vor allem im Sekundarbereich II an allen Schulen, die zur Hochschulreife führen. Sie bedeutet nicht zwingend, dass Schüler bereits selbstständig Wissenschaft betreiben sollen (etwa wie bei der Idealform von "Jugend forscht"), sondern nur einen anfänglichen, exemplarischen Einblick in die Arbeitsweisen erhalten. Dies beinhaltet zugleich die Auseinandersetzung mit den Grenzen eines bestimmten methodischen Vorgehens oder allgemein wissenschaftlichen Arbeitens.
Aus gegenwärtiger Sicht gehören zur Studierfähigkeit verschiedene Kompetenzen:
* inhaltlich-sachbezogen: fachliche Kenntnisse aller Art (welche genau, wird äußerst kontrovers in der Gesellschaft diskutiert);
* methodisch-formal: wissenschaftsbezogene Medien- und Methodenkompetenzen sowie Arbeitstechniken, Differenzierungsvermögen etc.;
* sozial: Verantwortung, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit etc.;
* personal: Ausdrucksvermögen, Bekenntnis zur Rationalität, Dispositionen wie Arbeitsdisziplin, Lernbereitschaft, Selbstständigkeit, Ausdauer, Genauigkeit etc.
Im Unterricht der Sekundarstufe II müssen diese Kompetenzen systematisch aufgebaut werden
Ich sehe nicht, warum die Frage, wie man einen bestimmten Inhalt für Schüler aufbereiten kann, dem entgegen spricht.
Was stört dich denn daran so?
Das Thema einer Facharbeit wird zumindest bei mir in Absprache mit dem Schüler festgelegt. Bei uns an der Schule gibt es den Konferenzbeschluss, dass es einen praktischen Anteil geben muss. Der Rest ist variabel.
Entscheidend ist für mich, dass der Schüler weiß, was von ihm erwartet wird. Möchte er solch ein Thema nicht, dann muss er eben einen anderen Schwerpunkt zu erlangen versuchen oder sich einen anderen Lehrer suchen, bei dem er die Arbeit schreibt.
Gruß
arrhenius
Seda92
31.01.2010, 23:15
Also erstmal möchte ich mich bei euch allen für die schnelle Antwort bedanken.
Mein Thema für die Facharbeit ist die Brennstoffzelle und die Didaktik.
Da mein praktischer Anteil leider nicht stattfinden konnte,muss ich die Didaktik etwas präziser "gestalten".
Ja,mein Lehrer ist echt ein bisschen bescheuert (wenn ich es mal so ausdrücken darf )
Er meinte selbst zu mir, dass für sich auch etwas dabei rauskommt.
Hat vielleicht jemand von euch Studenten eine Bröschüre oder ein Arbeitsblatt für die Brennstoffzelle ?
Nur damit ich meinem Lehrer zeigen und in die Facharbeit einheften kann.
Damit er sieht, dass ich mich drum gekümmert habe.
nobody
01.02.2010, 16:44
[COLOR=black]Mein Thema für die Facharbeit ist die Brennstoffzelle und die Didaktik.
Und dann fällt dir 14 Tage vor Abgabe ein, dass du dazu noch nichts hast? Was ist denn das genaue Thema?
Da mein praktischer Anteil leider nicht stattfinden konnte,muss ich die Didaktik etwas präziser "gestalten".
Was heißt, er konnte nicht stattfinden.
Er meinte selbst zu mir, dass für sich auch etwas dabei rauskommt.
Kann ich gut verstehen.
Hat vielleicht jemand von euch Studenten eine Bröschüre oder ein Arbeitsblatt für die Brennstoffzelle ?
Nur damit ich meinem Lehrer zeigen und in die Facharbeit einheften kann.
Damit er sieht, dass ich mich drum gekümmert habe.
Wenn das Thema wirklich Gedanken zur unterrichtlichen Umsetzung umfasst, dann ist angesichts dieser präzisen Gestaltung schon mal klar, welcher Teil der Arbeit mangelhaft ist.
Gruß
arrhenius
Seda92
01.02.2010, 21:39
Der praktische Anteil konnte nicht stattfinden weil ich mir an der Uni-Dortmund einen Brennstoffzellen-Versuch angucken wollte und nach dem Versuch ein paar Schüler befragen wollte wie sie das nun aufgenommen haben usw.
Aber der Versuch hat nicht stattgefunden.
zweiPhotonen
02.02.2010, 10:31
Mein Thema für die Facharbeit ist die Brennstoffzelle und die Didaktik.
...
Der praktische Anteil konnte nicht stattfinden weil ich mir an der Uni-Dortmund einen Brennstoffzellen-Versuch angucken wollte und nach dem Versuch ein paar Schüler befragen wollte wie sie das nun aufgenommen haben usw.
Ah, mehr Informationen bzgl. der Aufgabenstellung.
Demnach schliesse ich mich arrhenius Beitrag
Was du brauchst sind ein paar Chemiedidaktiken oder ein Blick in chemiedidaktische Zeitschriften
- Praxis der Naturwissenschaften Chemie
- Unterricht Chemie
- MNU
an. Vielleicht kann Dir der Lehrer bei der Beschaffung helfen.
An der Uni läuft der Versuch BSZ meist folgendermassen ab:
Es gibt ein Skript mit Einleitung, Versuchsbeschreibung und Aufgabenstellung. Die Studenten bereiten sich anhand der Informationen vor (oder auch nicht). Ausser Altprotokollen werden selten andere Quellen hinzugezogen.
Am Versuchstag werden die Grundlagen (Versuchsaufbau und Zweck, Elektrochemie, Auswertung) in einem Arbeitsplatzgespräch mit dem Betreuer durchgesprochen.
Es wird eine Einweisung in die Geräte gegeben.
Die Studenten führen den Versuch im Hinblick auf die Aufgabenstellung durch.
Sofern die Ergebnisse sinnvoll sind machen sie sich an die Auswertung und die Erstellung des Protokolls.
Didaktik darin? Der Student sollte -im Idealfall- den Versuch anhand des Skriptes durchführen können.
Das Arbeitsplatzgespräch sollte die Verbindung zwischen dem Versuch und den bis dahin gelernten Grundlagen herstellen (meine Meinung).
Das funktioniert natürlich nur, wenn die Stundenten tatsächlich Ahnung vom Thema haben.
Vielleicht kommt ihnen die -verspätete- Erleuchtung, wenn sie das Versuchsprotokoll verfassen - falls sie es nicht einfach von irgendwoher kopieren.
Vielleicht schreibt Dir ja ein (ehemaliger) Lehramtsstudent noch mehr dazu auf. Die haben die BSZ ja vielleicht mal als unterrichtsvorbereitendes Demo-Praktikum an der Uni vorgestellt.
Friedrich Karl Schmidt
02.02.2010, 11:02
Demnach schliesse ich mich arrhenius BeitragWas du brauchst sind ein paar Chemiedidaktiken oder ein Blick in chemiedidaktische Zeitschriften
- Praxis der Naturwissenschaften Chemie
- Unterricht Chemie
- MNU
an. Ich hoffe mal, dass Sie nicht wissen, welchen Schmarrn Sie da das Wort reden. Kennen Sie Artikel zum Chemieunterricht aus diesen Zeitschriften oder Autoren ger dort abgedruckter Beiträge ?
Gruß FKS
zweiPhotonen
02.02.2010, 12:50
Ich hoffe mal, dass Sie nicht wissen, welchen Schmarrn Sie da das Wort reden. Kennen Sie Artikel zum Chemieunterricht aus diesen Zeitschriften oder Autoren ger dort abgedruckter Beiträge ?
Nö - muss ich? ;-)
1. Die TES braucht Informationen, wie der Stoff zur BSZ vermittelt werden kann.
2. Es ist -meiner Ansicht nach- nicht ihre Aufgabe, ein neues Konzept zu entwickeln, dafür fehlt (mit Sicherheit) das notwendig Fachwissen.
3. Eine praktische Anschauung zum Versuch ist ausgefallen.
4. Es bleibt nur noch, auf Quellen zurückzugreifen, die
a) zugänglich sind/evtl. sogar über den Lehrer zu beschaffen
b) dieser evtl. kennt (dann muss man ihm nix neues verklickern)
c) gängige Unterrichtspraxis widerspiegeln
Da sich die hier im Forum vertretenen Lehrer mit anderen Vorschlägen weitgehend bedeckt halten sehe ich in meinem Vorschlag keinen Fehler.
Aufbauend auf den so erhaltenen Informationen sollte die TES genügend Material haben, um ggf. eine Stellungnahme abgeben zu können, welche Art der Stoffvermittlung sie für lehrreich erachtet und welche nicht.
Um die Qualität einer Quelle beurteilen zu können, braucht es doch ersteinmal einen Grundstock an Erfahrung über das Gebiet.
Kein Lehrer kann doch so naiv sein, sich von einer Facharbeit ein neues Unterrichtskonzept zu versprechen, oder? Anregungen, wie es besser zu vermitteln ist vielleicht, aber darüber hinaus?
nobody
03.02.2010, 11:02
Kein Lehrer kann doch so naiv sein, sich von einer Facharbeit ein neues Unterrichtskonzept zu versprechen, oder? Anregungen, wie es besser zu vermitteln ist vielleicht, aber darüber hinaus?
Genauso ist es, aber von FKS wird da immer wieder unterstellt, dass die Lehrer zu dusselig sind und sich deshalb Schüler suchen, die ihnen die Arbeit machen. Das mag es geben, aber der Normalfall ist es sicherlich nicht.
Gruß
arrhenius
Friedrich Karl Schmidt
03.02.2010, 12:19
Genauso ist es, aber von FKS wird da immer wieder unterstellt, dass die Lehrer zu dusselig sind und sich deshalb Schüler suchen, die ihnen die Arbeit machen. Das mag es geben, aber der Normalfall ist es sicherlich nicht. Ich behaupte nicht, dass das die Normalität sei. Dass Lehrer ihre Arbeit von Schülern machen lassen dürfte in aller Regel auch nicht die eigentliche Intention der Lehrer sein, die Aufträge dieser Art an Schüler vergeben und damit bei mir den Eindruck erwecken, dass sie ihre Arbeit von Schülern machen lassen. Denn möglicherweise sind die betroffenen Lehrer ja überzeugt , das Richtige zu tun.
Aber ich halte es nun einmal ( jedenfalls dem Maße nach ) nicht für richtig, in welchem Umfang Schüler beauftragt werden mit Aufgaben, die nach meiner Überzeugung Sache des Lehrers sein müssten. So war z.B. nach Mitteilung eines ehemaligen Kollegen war in CHEMKON zu lesen , dass nur noch 17 % des Chemieunterrichts in der klassischen Form stattfinden.
Was mir aber hier insbesondere gegen den Strich geht, ist das Empfehlen der oben genannte Zeitschriften, denen noch CHEMKON hinzuzufügen wäre.
Denn dort findet man in einem Wust von banalen Geschreibsel, pseudopraktischem Getue und fachlicher Mangelhaftigkeit nur in Ausnahmefällen einmal etwas, was man in einem guten Chemieunterricht verwenden könnte und einem nicht ohnehin längst bekannt war. Und dies nun auch noch einem Schüler zu empfehlen, sich mit dieser so genannten "Fachliteratur" zu beschäftigen, sprengt für mich den Rahmen des gerade noch Erträglichen.
Gruß FKS
zweiPhotonen
03.02.2010, 13:01
Was mir aber hier insbesondere gegen den Strich geht, ist das Empfehlen der oben genannte Zeitschriften, denen noch CHEMKON hinzuzufügen wäre.
Dass Sie wenig von diesen Zeitschriften halten, ist mir bewusst. Das hilft der TES jedoch nicht bei der Suche nach Beispielen für die Stoffvermittlung BSZ.
Haben Sie alternative Vorschläge?
arrhenius wird sicher nicht bereit sein, das eigene Material zu dem Thema herauszugeben.
In ChiuZ habe ich nichts brauchbares über BSZ gefunden, in Spektrum der Wissenschaft gibt es einige Artikel, die sich mit dem Aufbau befassen.
Aber wie bekommt man einen Eindruck in die Vermittlung des Stoffes?
Rosentod
03.02.2010, 13:22
Mein Thema für die Facharbeit ist die Brennstoffzelle und die Didaktik.Der zweite Teil hat im Chemieunterricht als Thema nichts verloren. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Thema gewählt wurde, bei dem Schwächen im Chemieverständnis vermeintlich kaschiert werden können. Bei der Brennstoffzelle gibt es doch ganz andere Fragestellungen, die man bearbeiten könnte.
Friedrich Karl Schmidt
03.02.2010, 13:32
Mir drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Thema gewählt wurde, bei dem Schwächen im Chemieverständnis vermeintlich kaschiert werden können. Hört, hört....
Gruß FKS
nobody
03.02.2010, 15:46
arrhenius wird sicher nicht bereit sein, das eigene Material zu dem Thema herauszugeben.
Natürlich nicht, denn der oder die TES betriebt die Sache mit einer Arbeitshaltung, die ich nicht noch unterstützen möchte.
In ChiuZ habe ich nichts brauchbares über BSZ gefunden, in Spektrum der Wissenschaft gibt es einige Artikel, die sich mit dem Aufbau befassen.
Aber wie bekommt man einen Eindruck in die Vermittlung des Stoffes?
Da gibt es zwei mindestens Möglichkeiten: Man schaut, wie andere das machen, besorgt sich also fachdidaktische Literatur.
Man überlegt sich selbst etwas (und das wäre auch für Schüler leistbar) und zwar explizit aus der Sicht eines Schülers. Man könnte in solch einer Arbeit ja auch mal eine Idee erproben und die Schüler anschließend dazu befragen.
Gruß
arrhenius
nobody
03.02.2010, 15:54
Der zweite Teil hat im Chemieunterricht als Thema nichts verloren.Brennstoffzelle gibt es doch ganz andere Fragestellungen, die man bearbeiten könnte.
Und das kannst du so bestimmt sagen? Was zeichnet dich denn hier als Experte aus, dass du dir so ein absolutes Urteil leisten kannst?
Außerdem kennen wir das genaue Thema der Arbeit immer noch nicht, denn es wird ja nicht "Brennstoffzelle und die Didaktik" heißen.
Dass es immer andere Fragestellungen gibt, die man bearbeiten könnte, ist eine Banalität. Das gilt auch für jede Examens- oder Doktorarbeit.
Mir drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Thema gewählt wurde, bei dem Schwächen im Chemieverständnis vermeintlich kaschiert werden können.
Wessen Verständnis?
Bei der Brennstoffzelle gibt es doch ganz andere Fragestellungen, die man bearbeiten könnte.
Die da wären?
Gruß
arrhenius
zweiPhotonen
03.02.2010, 17:17
Da gibt es zwei mindestens Möglichkeiten: Man schaut, wie andere das machen, besorgt sich also fachdidaktische Literatur.
Die findet sich in jeder Stadtbücherei direkt neben ...?
Das ist wohl auch kaum die Art von Textstelle, die besonders gut für das Verständnis von Schülern geeignet ist.
Per Recherche am PC habe ich inzwischen folgenden Artikel aufgetrieben, den man als relevant betrachten kann:
Introducing New Learning Tools into a Standard Classroom: A Multi-Tool Approach to Integrating Fuel-Cell Concepts into Introductory College Chemistry
(http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/ed084p248)
Man überlegt sich selbst etwas (und das wäre auch für Schüler leistbar) und zwar explizit aus der Sicht eines Schülers. Man könnte in solch einer Arbeit ja auch mal eine Idee erproben und die Schüler anschließend dazu befragen.
Aus den beiden bisherigen Beiträgen der TES schliesse ich, dass an der Schule kein Versuch zur BSZ stattgefunden hat, die Besichtigung an der Uni ist ausgefallen.
In meinen Augen ideale Vorsussetzungen, sich Gedanken über die Vermittlung des Stoffs zu machen. Vor allem wenn man annimmt, dass der Chemie-Lehrer möglicherweise auch nicht besonders viel dazu erzählt hat.
Wessen Verständnis?
Es gibt bestimmt nicht wenig Lehrer, die die BSZ nicht zufriedenstellend beschreiben können in allen relevanten Aspekten *)
*) als Kriterium setze ich dafür das Arbeitsplatzgespräch vor einem hochschultypischen Versuch im PC-Praktikum an.
Rosentod
03.02.2010, 17:20
Habe ich behauptet, Experte zu sein? Das Didaktik kein Stoff des Chemie-Unterrichts ist/sein sollte, ist auch für den Laien offensichtlich.
Wessen Verständnis?Das des Schülers.
Die da wären?Eine rhetorische Frage, oder? Ich werde jetzt kein Facharbeitsthema ausarbeiten.
nobody
03.02.2010, 17:21
Die findet sich in jeder Stadtbücherei direkt neben ...?
Das ist wohl auch kaum die Art von Textstelle, die besonders gut für das Verständnis von Schülern geeignet ist.
Wieso, weil sie es nicht verstehen können?
Per Recherche am PC habe ich inzwischen folgenden Artikel aufgetrieben, den man als relevant betrachten kann:
Introducing New Learning Tools into a Standard Classroom: A Multi-Tool Approach to Integrating Fuel-Cell Concepts into Introductory College Chemistry (http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/ed084p248)
Wer ist "man"?
Aus den beiden bisherigen Beiträgen der TES schliesse ich, dass an der Schule kein Versuch zur BSZ stattgefunden hat, die Besichtigung an der Uni ist ausgefallen.
In meinen Augen ideale Vorsussetzungen, sich Gedanken über die Vermittlung des Stoffs zu machen. Vor allem wenn man annimmt, dass der Chemie-Lehrer möglicherweise auch nicht besonders viel dazu erzählt hat.
Das glaube ich nicht, dass man die Brennstoffzelle so eben auslässt, auch wenn man nie nei sagen sollte.
Insgesamt ziemlich viel Spekulation. Das Hauptproblem ist, dass wir das Thema der Arbeit nicht kennen.
Gruß
arrhenius
nobody
03.02.2010, 17:28
Habe ich behauptet, Experte zu sein? Das Didaktik kein Stoff des Chemie-Unterrichts ist/sein sollte, ist auch für den Laien offensichtlich.
Nein, aber die bestimmtheit, mit der du dein Urteil fällst, lässt mMn keinen Widerspruch zu. Warum sollen didaktische Überlegungen nicht das Thema einer facharbeit - nicht des Chemieunterrichts! - sein?
Es kommt doch auf die Intention an, die mit so einer Arbeit verfolgt wird: der Schüler soll selbständig ein Thema bearbeiten und dabei "wissenschaftlich" arbeiten. Warum soll das nicht gehen, wenn er didaktische Überlegungen anstellt?
Das des Schülers.
Und was veranlasst dich zu dieser Annahme? Die Vorstellung, dass Didaktik etwas für diejenigen ist, die es ihn der richtigen Wissenschaft nicht bringen? ;)
Eine rhetorische Frage, oder? Ich werde jetzt kein Facharbeitsthema ausarbeiten.
Das war nicht rethorisch gemeint. Denn hier rumzutönen ist das eine, aber konkret jedes Jahr neue Themen aus dem Boden zu stampfen etwas ganz anderes.
Gruß
arrhenius
zweiPhotonen
03.02.2010, 17:29
Wieso, weil sie es nicht verstehen können?
Diesen Verdacht habe ich
Wer ist "man"?
'Tschuldigung: ich
Das Hauptproblem ist, dass wir das Thema der Arbeit nicht kennen.
Dem stimme ich zu - vermutlich hören wir von der TES aber auch nichts mehr dazu.
Rosentod
03.02.2010, 17:45
Nein, aber die bestimmtheit, mit der du dein Urteil fällst, lässt mMn keinen Widerspruch zu. Warum sollen didaktische Überlegungen nicht das Thema einer facharbeit - nicht des Chemieunterrichts! - sein?Aber es geht hier doch konkret um Chemieunterricht. Ich persönlich sehe aber in keinem Schulfach den Nutzen von Didaktik als Thema einer Facharbeit.
Es kommt doch auf die Intention an, die mit so einer Arbeit verfolgt wird: der Schüler soll selbständig ein Thema bearbeiten und dabei "wissenschaftlich" arbeiten. Warum soll das nicht gehen, wenn er didaktische Überlegungen anstellt? Weil ihm die notwendigen Kenntnisse fehlen und es auch nicht Aufgabe des Schulunterrichts sein kann, diese zu vermitteln.
Und was veranlasst dich zu dieser Annahme? Die Vorstellung, dass Didaktik etwas für diejenigen ist, die es ihn der richtigen Wissenschaft nicht bringen? ;)Die Frage, warum denn kein Thema, das näher an der Chemie ist, gewählt wurde, veranlasst mich zu der Annahme.
Das war nicht rethorisch gemeint. Denn hier rumzutönen ist das eine, aber konkret jedes Jahr neue Themen aus dem Boden zu stampfen etwas ganz anderes.
Soll ich jetzt die Lehrer, die diesen Beruf doch freiwillig ausüben, bemitleiden? Ein Facharbeitsthema zu finden, ist weit unterhalb der Leistung, die notwendig ist, um einen Forschungsantrag zu erarbeiten. Und wenn man erst einen gewissen Fundus hat, lassen sich die Themen zum Großteil recyclen.
nobody
03.02.2010, 18:00
Aber es geht hier doch konkret um Chemieunterricht. Ich persönlich sehe aber in keinem Schulfach den Nutzen von Didaktik als Thema einer Facharbeit.
Nein, es geht nicht um Chemieunterricht, es geht um eine Facharbeit. Ich bitte doch einmal zu Kentnis zu nehmen, dass darin ein Unterschied besteht, denn eine Examensarbeit ist auch anders zu bewerten wie ein Seminar zu einem Thema im Grundstudium. Und es geht auch nicht um den Nutzen der Didaktik, es geht allein um die Erprobung wissenschaftlichen Arbeitens.
Weil ihm die notwendigen Kenntnisse fehlen und es auch nicht Aufgabe des Schulunterrichts sein kann, diese zu vermitteln.
Die notwendigen Kenntnisse fehlen ihm i. d. R. bei jedem Facharbeitsthema, wenn es denn einen gewissen Anspruch hat, das kann also kein Argument sein, denn eine Einarbeitung muss immer erfolgen. Der zweite Teil deiner Aussage ist nicht mehr als eine Meinungsbekundung.
Soll ich jetzt die Lehrer, die diesen Beruf doch freiwillig ausüben, bemitleiden? Ein Facharbeitsthema zu finden, ist weit unterhalb der Leistung, die notwendig ist, um einen Forschungsantrag zu erarbeiten. Und wenn man erst einen gewissen Fundus hat, lassen sich die Themen zum Großteil recyclen.
Du sollst niemanden bemitleiden und kannst meine Arbeit auch gerne geringschätzen, aber der letzte Teil regt mich doch auf. Hältst du es wirklich für sinnvoll, die Themen zu recyclen? Damit auch der Letzte noch den Blödsinn abschreibt, der im vorigen Jahr dran war? Das kann es doch nicht sein.
Du scheinst falsche Vorstellungen zu haben, um was es bei einer Facharbeit geht.
Gruß
arrhenius
Rosentod
03.02.2010, 20:59
Du sollst niemanden bemitleiden und kannst meine Arbeit auch gerne geringschätzen,Wo schätze ich die Arbeit des Lehrers gering? Mich stört nur, wenn, nachdem Nichtlehrer darauf hinweisen, dass sie etwas für gelinde gesagt wenig sinnvoll halten, sofort eine abwehrende Grundhaltung eingenommen wird. Wenn ich dann so etwas leseaber konkret jedes Jahr neue Themen aus dem Boden zu stampfen etwas ganz anderes.geht mir etwas die Hutschnur hoch. Der Lehrerberuf hat viele anstrengende Aspekte und es werden dabei zum Teil auch bewunderungswürdige Leistungen erbracht. Aber ein wenig Kreativität bei der Auswahl von Facharbeitsthemen als große Leistung darzustellen, mutet schon seltsam an, wenn man es mit anderen Berufen vergleicht.
Hältst du es wirklich für sinnvoll, die Themen zu recyclen? Damit auch der Letzte noch den Blödsinn abschreibt, der im vorigen Jahr dran war? Das kann es doch nicht sein.Die meisten Themen haben ein recht gutes Haltbarkeitsdatum. Man muss sie ja nicht jedes Jahr verwenden. Sicher vermeiden lässt sich Abschreiben sowieso nicht und sich in immer esoterischere Themen, die nur noch losen Bezug zum eigentlichen Unterrichtsfach haben, zu flüchten kann ja nun wirklich nicht die Lösung sein.
Du scheinst falsche Vorstellungen zu haben, um was es bei einer Facharbeit geht.Das will ich nicht ausschließen. Zu meiner Zeit gab es so etwas noch nicht und ich kann auch keinen großen Vorteil an dieser Einrichtung finden. Die sogenannte "Erprobung wissenschaftlichen Arbeitens" gelingt vielfach nicht einmal während des Studiums. An der Schule kann es in den meisten Fällen nur scheitern. Es wären ja schließlich auch einige Unterrichtseinheiten notwendig, um auch nur die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens anzureißen.
DaTei
03.02.2010, 21:43
Der zweite Teil hat im Chemieunterricht als Thema nichts verloren. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Thema gewählt wurde, bei dem Schwächen im Chemieverständnis vermeintlich kaschiert werden können. Bei der Brennstoffzelle gibt es doch ganz andere Fragestellungen, die man bearbeiten könnte.
Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe im aktuellen Lehrplan für Chemie / Sachsen nachgelesen und kann dort die Notwendigkeit einer Analyse der Didaktik als Aufgabe für Schüler nicht finden. Zumal es sinnvoll wäre Vorlesungen zu besuchen um die Sachlage an Universitäten zu beurteilen. Dass Schüler zum "wissenschaftlichen" Arbeiten angeregt werden sollen, stelle ich außer Frage. Aber was sollen Recherchen zu Lehrprozessen an Schule und Uni bitteschön zum chemischen Verständniss der Brennstoffzelle bzw. allg. zum Chemieunterricht beitragen.
Ich muss ehrlich sein: Wenn die Aufgabenstellung so ist, wie sie vom TES formuliert wurde, da kann ich nur schockiert den Kopf schütteln.
zweiPhotonen
03.02.2010, 21:55
Die meisten Themen haben ein recht gutes Haltbarkeitsdatum. Man muss sie ja nicht jedes Jahr verwenden. Sicher vermeiden lässt sich Abschreiben sowieso nicht und sich in immer esoterischere Themen, die nur noch losen Bezug zum eigentlichen Unterrichtsfach haben, zu flüchten kann ja nun wirklich nicht die Lösung sein.
Zu meiner Zeit gab es so etwas noch nicht und ich kann auch keinen großen Vorteil an dieser Einrichtung finden. Die sogenannte "Erprobung wissenschaftlichen Arbeitens" gelingt vielfach nicht einmal während des Studiums. An der Schule kann es in den meisten Fällen nur scheitern. Es wären ja schließlich auch einige Unterrichtseinheiten notwendig, um auch nur die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens anzureißen.
...Analyse der Didaktik als Aufgabe für Schüler nicht finden. Zumal es sinnvoll wäre Vorlesungen zu besuchen um die Sachlage an Universitäten zu beurteilen. Dass Schüler zum "wissenschaftlichen" Arbeiten angeregt werden sollen, stelle ich außer Frage. Aber was sollen Recherchen zu Lehrprozessen an Schule und Uni bitteschön zum chemischen Verständniss der Brennstoffzelle bzw. allg. zum Chemieunterricht beitragen.
Dem Gesagten schliesse ich mich uneingeschränkt an. Es ist besser auf den Punkt gebracht als ich es hier bisher vermochte.
Über die zeitliche 'Haltbarkeit' der vermittelten wiss. Arbeitsmethoden schweige ich besser.
Grüße
Friedrich Karl Schmidt
03.02.2010, 22:41
Und was veranlasst dich zu dieser Annahme? Die Vorstellung, dass Didaktik etwas für diejenigen ist, die es ihn der richtigen Wissenschaft nicht bringen? Wenn ich dazu einmal als nicht befragter etwas sagen darf : Natürlich wäre es völlig verfehlt, davon auszugehen, dass Chemisdidaktik nur etwas für diejenigen sei, die fachwissentschaftlich "nichts bringen können".
Aber die Realität der Chemiedidaktik deutscher Hochschulen ist nun leider einmal so, dass die Professorenstellen in aller Regel mit Leuten besetzt sind, deren fachliche Basis viel zu dünn , insbesondere das Grundlagenverständniss zu oberflächlich ist, als dass sie fachlich fundierte, chemiedidaktische Konzepte auf den Weg bringen könnten.
Und was noch das Schlimmste ist, sie tun anscheinend nichts , um dies zu ändern. Im Gegenteil , sie klammern sich an das wenige, was sie zu haben meinen und nennen es "Elementarisierung", wenn in Wirklichkeit sie selbst es sind, die nicht richtig verstanden haben.
Gruß FKS
nobody
04.02.2010, 14:20
Die meisten Themen haben ein recht gutes Haltbarkeitsdatum. Man muss sie ja nicht jedes Jahr verwenden. Sicher vermeiden lässt sich Abschreiben sowieso nicht und sich in immer esoterischere Themen, die nur noch losen Bezug zum eigentlichen Unterrichtsfach haben, zu flüchten kann ja nun wirklich nicht die Lösung sein.
Das simmt doch so nun wirklich nicht angesichts der massenhaften Verbreitung im Internet. Die "Standardthemen" sind so etwas von ausgelutscht.
Und inwiefern ist das Thema Brennstoffzelle ein esoterisches Thema? So wie ich das Thema verstanden habe, ging es darum zu einem Fachthema einige didaktische Überlegungen anzustellen. Es handelt sich nicht um eine fachdidaktische Arbeit.
Das will ich nicht ausschließen. Zu meiner Zeit gab es so etwas noch nicht und ich kann auch keinen großen Vorteil an dieser Einrichtung finden.
Das musst du auch nicht, aber vielleicht lässt es sich einfach akzeptieren, dass es so etwas gibt, anstatt laufend rumzunölen, für wie unsinnig man das hält.
Die sogenannte "Erprobung wissenschaftlichen Arbeitens" gelingt vielfach nicht einmal während des Studiums. An der Schule kann es in den meisten Fällen nur scheitern. Es wären ja schließlich auch einige Unterrichtseinheiten notwendig, um auch nur die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens anzureißen.
Für mein Bundesland RP findet sich z. B. :
6 Besondere Lernleistung und
Facharbeit
In der Mainzer Studienstufe soll mit Blick
auf die angestrebte Studierfähigkeit das
Heranführen an das selbstständige wissenschaftliche
Arbeiten besonders gefördert
werden. Deshalb können Schülerinnen
und Schüler über die Kursarbeiten und
die „anderen Leistungsnachweise“ hinaus
besondere Arten von Leistungen einbringen,
bei denen
• die Schülerin/der Schüler das Thema
selbst mitbestimmen kann,
• das Thema aus ganz anderen Bereichen
als den im Unterricht behandelten
stammen kann,
• stärkere Selbstständigkeit in der
Planung und Erstellung der Arbeit
möglich und notwendig ist.
Gruß
arrhenius
FabianH
04.02.2010, 16:57
Ich glaube zwar nicht, dass ich ein ähnliches Thema für eine Facharbeit stellen würde, kann aber nur folgendes aus Erfahrung berichten:
Macht man sich ernsthafte Gedanken, wie man Stoff anderen vermittelt, gelangt man nicht selten zu tieferen Einblicken und Verständnis diesen Stoffes.
Um es an Zahlen (wenn auch nicht repräsentativen) fest zu machen:
3 meiner Schülerinnen (zwei gerade so 3er Kanditatinnen und eine gerade so 2er Dame) hatten sich eine Straf-/Ersatzarbeit eingefangen. In Auftrag war es, mit den anderen Schülern eine Wiederholung des bisher gemachten Stoffes für die anstehende Klassenarbeit durchzuführen. Die beiden 3er-Damen haben eine soldide 2 erreicht und für die 2er-Dame ist es fast eine 1 geworden. In dieser Stunde und im Nachgespräch hat sich deutlich das von mir angesprochene tiefere Verständnis gezeigt.
Will sagen: Denke ich optimistisch (was ich aus Prinzip immer tue :-) ), dann hat der Lehrer diesen Themenzusatz gegeben, weil er davon ausgeht so beim TES ein tieferes Verständnis für das Thema Brennstoffzelle zu erreichen.
Friedrich Karl Schmidt
05.02.2010, 12:52
Das simmt doch so nun wirklich nicht angesichts der massenhaften Verbreitung im Internet. Die "Standardthemen" sind so etwas von ausgelutscht. Das ist wohl wahr. Aber ich habe schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass dies ein Problem sein wird. Ein Problem, das man aber ganz sicher nicht dadurch vernünftig löst, dass man Facharbeiten zur Chemie vergibt, deren Themen immer exotischer werden, in die Peripherie abwandern und und mit Chemie immer weniger zu tun haben.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
05.02.2010, 13:12
Macht man sich ernsthafte Gedanken, wie man Stoff anderen vermittelt, gelangt man nicht selten zu tieferen Einblicken und Verständnis diesen Stoffes. Das ist natürlich richtig und im Übrigen auch der richtige Ansatz für die nicht nur didaktische , sondern auch die fachliche Weiterbildung der Lehrer.
Aber dies bedeutet doch nicht , dass man sich mit dem Gefasel beschäftigen müsste, das die professorale Chemiedidaktik deutscher Hochschulen in Fachzeitschriften wie MNU , CHEMKON u.s.w. von sich gibt.
Die meisten meiner ehemaligen Kollegen haben so gut wie nie derartige Elaborate gelesen. Ich übrigens auch etwa 20 Lehrerjahre lang nicht. Abgesehen von dem , was ich anstandshalber gelesen habe in den Ausgaben, in denen ich selbst mit einem Artikel vertreten war.
Ab Mitte der 90er bis etwa 2005 habe ich mich dann zwangsläufig zunehmend mit diesen Zeitschriften beschäftigen müssen, weil ich mich selbst als Autor versucht habe und etwa 5 Jahre lang fast nichts anderes getan habe, als Artikel zu schreiben und Leserbriefe. Ich weiß also, wovon ich rede, wenn ich an der chemiedidaktischen "Community" kein gutes Haar lasse.
Gruß FKS
nobody
05.02.2010, 13:38
Das ist wohl wahr. Aber ich habe schon vor Jahren darauf hingewiesen, dass dies ein Problem sein wird. Ein Problem, das man aber ganz sicher nicht dadurch vernünftig löst, dass man Facharbeiten zur Chemie vergibt, deren Themen immer exotischer werden, in die Peripherie abwandern und und mit Chemie immer weniger zu tun haben.
Gruß FKS
Das ist nun aber auch wohlfeil, wenn man selbst nicht mehr in der Schule ist:
- Gegen Facharbeiten sein, obwohl die aktiven Kollegen diese vergeben, betreuen und korrigieren müssen.
- Wie lässt sich denn nun dieses Dilemma lösen? Ich sehe noch nichts Konstruktives.
Gruß
arrhenius
Friedrich Karl Schmidt
05.02.2010, 14:58
Das ist nun aber auch wohlfeil, wenn man selbst nicht mehr in der Schule ist:
- Gegen Facharbeiten sein, obwohl die aktiven Kollegen diese vergeben, betreuen und korrigieren müssen.
- Wie lässt sich denn nun dieses Dilemma lösen? Ich sehe noch nichts Konstruktives.
Sie kennen doch meine Meinung : Ich halte sowieso nichts von Facharbeiten, wobei eben auch das von Ihnen angesprochene Problem eine Rolle spielt.
Meine damaligen Kollegen und ich in einer Lehrplankommission waren uns einig darin, dass man Facharbeiten besser nicht einführen sollte. Wobei ich darauf hinweisen muss, dass es dort um den Lehrplan für "Fachschulen für Chemietechnik" ging, wo man sich mit dem Gedanken noch erheblich leichter hätte anfreunden können, als beim gymnasialen Chemieunterricht.
Wohlfeil ist wohl eher das Verhalten derjenigen, die gemeint haben, ihre "neue Pädagogik" auch noch mit Facharbeiten befrachten zu müssen , obwohl das Problem , immer neue Themen finden zu müssen, doch auf der Hand liegt.
Mein Lösungsvorschlag : Abschaffung der Facharbeiten, Wenn nicht total, dann wenigstens als Pflichtleistung.
Gruß FKS
nobody
05.02.2010, 15:04
Mein Lösungsvorschlag : Abschaffung der Facharbeiten, Wenn nicht total, dann wenigstens als Pflichtleistung.
Gruß FKS
Das ist ein Wunsch, aber keine reale Lösung, zumindest nicht für mich, der ich diese Frage nicht zu entscheiden habe.
Gruß
arrhenius
FabianH
05.02.2010, 15:50
Das ist natürlich richtig und im Übrigen auch der richtige Ansatz für die nicht nur didaktische , sondern auch die fachliche Weiterbildung der Lehrer.
Aber dies bedeutet doch nicht , dass man sich mit dem Gefasel beschäftigen müsste, das die professorale Chemiedidaktik deutscher Hochschulen in Fachzeitschriften wie MNU , CHEMKON u.s.w. von sich gibt.
Zunächsteinmal müsse Sie nicht alles als Widerspruch gegen Ihre Aussagen werten. Mein Statement ging vorrangig um das gestellte Thema.
Zum anderen: Der TES (auch wenn er sich nicht mehr meldet) hat nun mal dieses Thema bekommen und da kann er sich nicht einfach nur was aus den Finger saugen für eine Facharbeit. Ich hätte zwar auch eher Bücher vorgeschlagen, aber die sind ja von den selben Autoren, werden Sie also auch nicht gutheißen.
Welche konkrete Hilfestellung hätte man ihm dann geben können? Ich sehe keine. Und ihr Wunsch Facharbeiten abzuschaffen mag seine Gründe haben, ist aber schlichtweg illusorisch, braucht also gar nicht diskutiert zu werden. Da ist es sinnvoller darüber zu reden, wie man am sinnvollsten damit umgeht und das was einen stört mit den zur Verfügung stehenden Mitteln beheben kann. Was zum Beispiel durch eine sinnvolle Themenwahl/-vorgabe geschehen kann (womit ich nicht sagen will, dass das hier diskutierte Thema ein gutes ist).
MfG
Fabian
Friedrich Karl Schmidt
05.02.2010, 20:04
Ich sehe keine. Und ihr Wunsch Facharbeiten abzuschaffen mag seine Gründe haben, ist aber schlichtweg illusorisch, braucht also gar nicht diskutiert zu werden. [/QUOTE] Was ist den das für eine Einstellung, eine wohlbegründete Meinungsäußerung einfach ins Abseits stellen und die weitere Diskussion darüber abwürgen zu wollen, weil am derzeit existierenden Zustand angeblich nichts zu ändern ist.
Im Übrigen wäre da sehr wohl etwas zu ändern. Aber man muss es erst einmal wollen.
Grzß FKS
nobody
05.02.2010, 23:24
Ich finde es schade, dass jetzt schon der Vorschlag nach einer Abschaffung der Facharbeiten aufgeworfen wird. Ich habe in meiner Schulzeit meine Belegarbeit und meine BELL gern geschrieben. Die Lernenden haben mit der Facharbeit die Möglichkeit sich einmal intensiv und über einen längeren Zeitraum mit einem Thema selbstständig zu befassen, für welches sie auch ein weitergehendes Interesse entwickeln können - zumindest wäre dies der Idealfall. Bei vielen Schülern beschränkt sich diese intensivere Auseinandersetzung leider auf das Umformatieren und Ausdrucken von Wikipediaartikeln.
Die Frage ist doch: Wie kann man da Abhilfe schaffen?
Es muss eine Leistung des Chemieunterrichtes sein, dass sich wenigstens einige Schüler pro Jahr freiwillig für eine Facharebit in diesem Fach entscheiden. Vielleicht weil der Unterricht eine für sie interesaante Fragestellung aufgeworfen hat. Zu beklagen, dass es in der Chemie an interessanten Themen für Facharbeiten mangelt ist schon traurig. Wenn ich mir zum Beispiel die Seiten von Prof. Blume durchschaue, dann hätte ich spontan einige Ideen für Facharbeitsthemen. Vielleicht muss bei einigen Lehrern die Bereitschaft zunehmen, sich selbst mit neuen Fragestellungen zu beschäftigen.
FabianH
06.02.2010, 10:56
Was ist den das für eine Einstellung, eine wohlbegründete Meinungsäußerung einfach ins Abseits stellen und die weitere Diskussion darüber abwürgen zu wollen, weil am derzeit existierenden Zustand angeblich nichts zu ändern ist.
Im Übrigen wäre da sehr wohl etwas zu ändern. Aber man muss es erst einmal wollen.
Grzß FKS
Das ist kein ins Abseits stellen oder eine Herabwürdigung. Es handelt sich lediglich um eine reelle Chanceneinschätzung. Eine der Hauptursachen für Burnout ist sich in Sachen reinzuhängen und dann festzustellen, dass man an denen nichts ändern kann. Sie werden doch nicht bestreiten, dass eine Änderung hin zur Abschaffung sicherlich äußerst aufwendig und langwierig ist und alleine nicht zu schaffen ist, oder? Da überlege ich mir doch lieber, was ich akut für meinen Unterricht/an meiner Schule ändern kann und das würde ich dann zum Beispiel mit einer durchdachten Themenwahl versuchen zu erreichen.
Vanillemaus
06.02.2010, 11:22
Ob eine Facharbeit sinnvoll ist oder nicht, kommt auch immer etwas auf die Herangehensweise eines jeden Schülers an. Bei uns war es so, dass man mit der Facharbeit in einem Fach, in dem man keine super Noten hatte, immer noch etwas herausschlagen konnte. War also so zu sagen eine zweite Chance dem Lehrer zu zeigen, dass man auch anders kann.
Sicher, einige Themen sind wirklich etwas schwierig zu bearbeiten, aber zur heutigen Zeit kann man sich sehr gut über's Internet informieren und ansonsten kann man auch mal wieder in ein Buch rein schauen. Ist ja nicht so, dass (Uni)Bibliotheken nur für ausgewählte Leute sind. Das Facharbeitsthemen im Bereich Chemie ausgegeben werden, die man mit schulischen Mitteln (Geräte, krebserregende Chemikalien etc.)nicht bearbeiten kann, ist aus meiner Sicht nicht wirklich optimal. So etwas ist nur frustierend und auch nicht gerade hilfreich. Aber auch hier ist immer die Eigeninitiative der Person gefragt, die das Thema bearbeitet. Und soviel kann man durchaus von einem Schüler in der Oberstufe verlangen, im Studium wird ihnen ja ein bis zwei Jahre später auch nichts hinterher getragen. Sie müssen schließlich keine Doktorarbeit verfassen.
Aber ich sehe es wie logwachs - es gibt genügend interessante Themen die bearbeitet werden können und sich definitiv nicht jedes Jahr wiederholen!! Vielleicht kann ein Schüler auch selbst eins vorschlagen, dass ihn/sie interessiert, hab ich damals bei meiner Facharbeit auch gemacht und am Ende kamen 15 Punkte dabei raus.
Friedrich Karl Schmidt
06.02.2010, 11:46
Es handelt sich lediglich um eine reelle Chanceneinschätzung. Eine der Hauptursachen für Burnout ist sich in Sachen reinzuhängen und dann festzustellen, dass man an denen nichts ändern kann. Niemand zwingt Sie, sich an einer Diskussion zu beteiligen. Wenn Ihnen ein bestimmter Asperkt nicht zusagt, steht es Ihnen frei, diesen zu ignorieren oder dagegen zu argumentieren. Nur versuchen Sie bitte nicht noch einmal, andern oder mir vorzuschreiben, worüber man "nicht zu diskutieren braucht" .
Im Übrigen : Worüber kann man eigentlich noch diskutieren, wenn alles ausgeschlossen sein soll , was man selbst nicht unmittelbar ändern kann. Dies zum Prinzip zu erheben wäre geradezu lächerlich .
Wenn es nach Ihnen ginge, dann dürfte man ja nicht einmal über unsinnige Elemente in den Lehrplänen des Landes Berlin diskutieren. Eine solche Einstellung schließt praktisch jede Diskussion über Chemieunterricht aus.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
06.02.2010, 12:05
Ich finde es schade, dass jetzt schon der Vorschlag nach einer Abschaffung der Facharbeiten aufgeworfen wird. Ich habe in meiner Schulzeit meine Belegarbeit und meine BELL gern geschrieben. Die Lernenden haben mit der Facharbeit die Möglichkeit sich einmal intensiv und über einen längeren Zeitraum mit einem Thema selbstständig zu befassen, für welches sie auch ein weitergehendes Interesse entwickeln können - zumindest wäre dies der Idealfall. All das , was Ihnen an Facharbeiten nls persönlich angenehm oder nützlich erscheint, könnte auf der Basis von Freiwilligkeit realisiert werden.
Mir ist aber nicht ersichtlich, warum Lehrer, die Facharbeiten für pädagogisch verfehlt halten oder Probleme damit haben, immer wieder neue , geeignete Themen finden zu müssen, vielleicht aber auch nur den ganzen Aufwand für pädagogisch nicht vertretbar halten, warum man die auch weiterhin einem diesbezüglichen Zwang unterwerfen soll.
Auch leuchtet mir nicht ein, warum man Schülern diese zusätzliche Belastung aufbürdet, die ja nur zu einem geringen Teil des Zeitaufwandes das chemische Verständnis befördert.
Man kann doch nicht so tun, als hätten alle Schüler Zeit übrig für derartige Aktivitäten. Von der Unterrichtszeit, die dabei mit draufgeht, ganz zu schweigen. Und dies bei ständigem ( wenngleich berechtigtem ) Gejammere über zu knapp bemessene Zeitansätze in den Lehrpänen.
Von den Fragwürdigkeiten in Bezug auf die Benotung der Facharbeiten und der Gewichtung derselben bei der Ermittlung der Zeugnisnote ( erst einmal ) gar nicht zu reden .
Gruß FKS
FabianH
06.02.2010, 13:56
Niemand zwingt Sie, sich an einer Diskussion zu beteiligen. Wenn Ihnen ein bestimmter Asperkt nicht zusagt, steht es Ihnen frei, diesen zu ignorieren oder dagegen zu argumentieren. Nur versuchen Sie bitte nicht noch einmal, andern oder mir vorzuschreiben, worüber man "nicht zu diskutieren braucht" .
Ich schreibe Ihnen doch nichts vor, ich habe nur deutlich gemacht, dass ich die Diskussion (über eine Abschaffung von Facharbeiten) für unnötig weil illusorisch.
Im Übrigen : Worüber kann man eigentlich noch diskutieren, wenn alles ausgeschlossen sein soll , was man selbst nicht unmittelbar ändern kann. Dies zum Prinzip zu erheben wäre geradezu lächerlich .
Man kann sich überlegen, was mittelbar zu ändern ist (im vorliegenden Fall: Welche Themen stelle, welche Anforderungen stelle ich an den Schüler).
Wenn es nach Ihnen ginge, dann dürfte man ja nicht einmal über unsinnige Elemente in den Lehrplänen des Landes Berlin diskutieren. Eine solche Einstellung schließt praktisch jede Diskussion über Chemieunterricht aus.
Das ist Unsinn, den Sie in meine Aussagen hineininterpretieren! Habe ich so nie gesagt!
MfG
Fabian
nobody
06.02.2010, 16:52
Mir ist aber nicht ersichtlich, warum Lehrer, die Facharbeiten für pädagogisch verfehlt halten oder Probleme damit haben
Meiner Meinung nach gehört das Betreuen von Facharbeiten zum Tätigkeitsfeld des Lehrers. Es sollte nicht so sein, dass jeder das, wozu er keine Lust hat oder worüber er keine Kenntnisse besitzt, unter dem Deckmantel der Pädagogik als verfehlt bezeichnet und dann nicht macht. Außerdem ist es insbesondere in der Oberstufe auch Aufgabe der Schule wissenschaftspropädeutisch zu arbeiten. Dies schließt insbesodere mit ein, dass die Schüler erste Erfahrungen im wissenschaftlcihen Arbeiten machen. Dies lässt sich nun mal auch mit Facharbeiten umsetzen.
Sicherlich ist der Einwand von FKS berechtigt, dass der fachliche Anteil einer solchen Arbeit nicht 100 % ausmacht. Soll ja auch nicht so sein. Wie schon erwähnt, sollen die Schüler auch lernen, sich einem fachlichen Inhalt selbstständig zu nähern und ihre Erkenntnisse in sprachlich adäquater Form darzulegen. Oder sollte man ihrer Meinung nach damit erst an der Universität beginnen?
Von der Unterrichtszeit, die dabei mit draufgeht, ganz zu schweigen.
Welche Unterrichtszeit geht dabei drauf? Die Schüler schreiben die Facharbeit doch nicht im Unterricht und auch die Konsultationen werden nicht während des Unterrichtes durchgeführt.
Von den Fragwürdigkeiten in Bezug auf die Benotung der Facharbeiten und der Gewichtung derselben bei der Ermittlung der Zeugnisnote ... gar nicht zu reden .
Das ist sowieso in jedem Bundesland - ja in jeder Schulform und Schule - anders. Allerdings müsste man dann die Benotung und Gewichtung der einzelnen Arbeiten insgesamt in Frage stellen.
@FKS: Mir ist noch etwas unklar und es wäre schön, wenn sie mich aus folgendem Dilemma befreien: Zu Beginn der Diskussion stellen Sie den inhaltlichen Wert der Beiträge in diversen chemiedidaktischen Fachzeitschriften in Frage. Einige Beiträge später geben Sie aber zu selbst schon Beiträge für diese Organe verfasst zu haben. Wie passt das zusammen? Kritisieren Sie sich selbst? Unbestreitbar stimme ich Ihnen allerdings zu, dass sich die wenigsten der Beiträge 1 zu 1 in den realen Unterricht übertragen lassen - aus den unterschiedlichsten Gründen. Jedoch stellen die Zeitschriften eine Fundgrube dar, wenn man zumindest Anregungen sucht. Meiner Meinung nach hat ein Artikel schon seinen Zweck erfüllt, wenn ich zumindest eine Idee gewinne oder eine Sequenz umsetzen kann. Vielleicht wäre es ja eine Bereicherung, wenn sich Leute wie Sie nicht nur in solchen Foren austoben müssten, sondern die Zahl der nützlichen Artikel in den Zeitschriften mehren würden - und dies war jetzt nicht ironisch gemeint!
nobody
06.02.2010, 18:47
Meiner Meinung nach gehört das Betreuen von Facharbeiten zum Tätigkeitsfeld des Lehrers. Es sollte nicht so sein, dass jeder das, wozu er keine Lust hat oder worüber er keine Kenntnisse besitzt, unter dem Deckmantel der Pädagogik als verfehlt bezeichnet und dann nicht macht. Außerdem ist es insbesondere in der Oberstufe auch Aufgabe der Schule wissenschaftspropädeutisch zu arbeiten. Dies schließt insbesodere mit ein, dass die Schüler erste Erfahrungen im wissenschaftlcihen Arbeiten machen. Dies lässt sich nun mal auch mit Facharbeiten umsetzen.
Volle Zustimmung.
All das , was Ihnen an Facharbeiten nls persönlich angenehm oder nützlich erscheint, könnte auf der Basis von Freiwilligkeit realisiert werden.
Diese Unterscheidung in freiwillige und verpflichtende Facharbeiten ist aber neu in Ihrer Argumentation, auch wenn ich Ihnen da gerne folgen will, denn auch ich halte verpflichtende Facharbeiten für ausgemachten Unsinn.
In Rheinland-Pfalz sind sie freiwillig, werden aber v. a. schwachen Schülern angeraten, die dadurch die Zulassung für das schriftliche Abitur noch erreichen können. Dass das ausgesprochen ungünstig ist, kann man sich leicht vorstellen, denn genau die Schüler, die sowieso schon Schwächen haben, sollen nun noch zusätzliche Zeit für eine Facharbeit aufbringen.
Mir ist aber nicht ersichtlich, warum Lehrer, die Facharbeiten für pädagogisch verfehlt halten oder Probleme damit haben, immer wieder neue , geeignete Themen finden zu müssen, vielleicht aber auch nur den ganzen Aufwand für pädagogisch nicht vertretbar halten, warum man die auch weiterhin einem diesbezüglichen Zwang unterwerfen soll.
Das ist es mir auch nicht, aber Sie wissen so gut wie ich auch, dass alle Lehrer in unserem Bildungssystem den gleichen Unsinnigkeiten unterworfen sind.
Wenn ich alles unterlassen könnte, was ich für pädagogisch verfehlt hielte, bliebe mir weitaus mehr Zeit für die Dinge, die ich für wirklich sinnvoll im Schulalltag halte.
Auch leuchtet mir nicht ein, warum man Schülern diese zusätzliche Belastung aufbürdet, die ja nur zu einem geringen Teil des Zeitaufwandes das chemische Verständnis befördert.
Dem widerspreche ich zumindest teilweise, denn viele Schüler arbeiten an guten Themen und erweitern ihr Verständnis der Chemie hier wesentlich. Gerade gute Schüler profitieren von einer Facharbeit.
Von der Unterrichtszeit, die dabei mit draufgeht, ganz zu schweigen. Und dies bei ständigem ( wenngleich berechtigtem ) Gejammere über zu knapp bemessene Zeitansätze in den Lehrpänen.
Da liegen sie falsch, denn die Facharbeit wird in den meisten Bundesländern neben dem Unterricht angefertigt oder es gibt eine bestimmte Unterrichtszeit, die ausdrücklich dafür vorgesehen ist.
Von den Fragwürdigkeiten in Bezug auf die Benotung der Facharbeiten und der Gewichtung derselben bei der Ermittlung der Zeugnisnote ( erst einmal ) gar nicht zu reden .
Gruß FKS
Auch das scheint mir ein ungeeignetes Argument gegen die Facharbeit im Speziellen zu sein, denn Benotungen sind per se fragwürdig.
Gruß
arrhenius
rsommer
06.02.2010, 20:03
Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe im aktuellen Lehrplan für Chemie / Sachsen nachgelesen und kann dort die Notwendigkeit einer Analyse der Didaktik als Aufgabe für Schüler nicht finden. Zumal es sinnvoll wäre Vorlesungen zu besuchen um die Sachlage an Universitäten zu beurteilen. Dass Schüler zum "wissenschaftlichen" Arbeiten angeregt werden sollen, stelle ich außer Frage. Aber was sollen Recherchen zu Lehrprozessen an Schule und Uni bitteschön zum chemischen Verständniss der Brennstoffzelle bzw. allg. zum Chemieunterricht beitragen.
Ich muss ehrlich sein: Wenn die Aufgabenstellung so ist, wie sie vom TES formuliert wurde, da kann ich nur schockiert den Kopf schütteln.
Dieser Meinung kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen, zumal für das Fach Chemie in der Schule vergleichsweise wenig Zeit zur Verfügung steht. Nicht selten versuchen manche Lehrer den Unterricht dann auch noch mit ihren sehr speziellen Lieblingsthemen zu gestalten. Kein Wunder, dass so viele Studenten, die Chemie in ihrem Studium als Hilfswissenschaft benötigen, nicht die geringste Ahnung von den Grundlagen haben, die eigentlich schon am Gymnasium vermittelt worden sein müssten. Ich spreche aus eigener Erfahrung, es ist oft wirklich erschreckend.
Friedrich Karl Schmidt
06.02.2010, 21:23
Diese Unterscheidung in freiwillige und verpflichtende Facharbeiten ist aber neu in Ihrer Argumentation, auch wenn ich Ihnen da gerne folgen will, denn auch ich halte verpflichtende Facharbeiten für ausgemachten Unsinn. Dass ich Facharbeiten auf freiwilliger Basis für akzeptabel halte ändert nichts an meiner Meinung, dass ich von Facharbeiten nicht viel halte und mich freiweillig daran auch nicht beteiligen würde.
In Rheinland-Pfalz sind sie freiwillig, werden aber v. a. schwachen Schülern angeraten, die dadurch die Zulassung für das schriftliche Abitur noch erreichen können. Das ist einer der Auswüchse, die ich befürchtet habe. Und der in m.E. doch recht überzeugender Weise das idealistische Gerede konterkariert, mit dem ( auch hier ) für die Facharbeiten gestritten wird.
Da liegen sie falsch, denn die Facharbeit wird in den meisten Bundesländern neben dem Unterricht angefertigt oder es gibt eine bestimmte Unterrichtszeit, die ausdrücklich dafür vorgesehen ist. Soweit dafür Unterrichszeit ausgewiesen wird, so muss die ja auch irgendwo abgezwackt werden. Und im Übrigen ist es doch Augenwischerei zu glauben, dass nicht auch im Chemieunterricht über die Facharbeiten gesprochen würde. Und selbst wenn nur die unterrichtsfreie Zeit der Schüler mit dem Zeitaufwand belastet wäre, auch diesen würde ich vom Umfang her als unangemessen ansehen, zumal ein großer Teil davon sich in Formalien erschöpft, die nichts zu tun haben mit der angeblich so intensiven Beschäftigung mit dem Thema, welches im Übrigen ja auch nicht unbedingt viel mit dem Fach zu tun haben muss, zu dessen Note die Arbeit beiträgt.Auch das scheint mir ein ungeeignetes Argument gegen die Facharbeit im Speziellen zu sein, denn Benotungen sind per se fragwürdig. Auf der Basis dieser Logik könnte man die Noten auch durch Würfeln ermitteln. Dass es auch hier auf das Maß an Fragwürdigkeit ankommt, dies hat sich für mich einfach von selbst verstanden, so dass ich meinte , dies nicht auch noch näher ausführen zu müssen.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
06.02.2010, 21:32
Dieser Meinung kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen, zumal für das Fach Chemie in der Schule vergleichsweise wenig Zeit zur Verfügung steht. Nicht selten versuchen manche Lehrer den Unterricht dann auch noch mit ihren sehr speziellen Lieblingsthemen zu gestalten. Kein Wunder, dass so viele Studenten, die Chemie in ihrem Studium als Hilfswissenschaft benötigen, nicht die geringste Ahnung von den Grundlagen haben, die eigentlich schon am Gymnasium vermittelt worden sein müssten. Ich spreche aus eigener Erfahrung, es ist oft wirklich erschreckend. Eben, ich habe hier im Forum jeden Tag mehrmals den Eindruck, dass es Studierende in ( partiell ) chemiebasierter Fachrichtungen gibt, deren Fragen mir den Eindruck vermitteln , als hätten Sie niemals an einem Chemieunterricht teilgenommen.
Gruß FKS
nobody
07.02.2010, 09:12
Eben, ich habe hier im Forum jeden Tag mehrmals den Eindruck, dass es Studierende in ( partiell ) chemiebasierter Fachrichtungen gibt, deren Fragen mir den Eindruck vermitteln , als hätten Sie niemals an einem Chemieunterricht teilgenommen.
Gruß FKS
Und das wäre anders, wenn man die Facharbeiten abschaffen würde?
Gruß
arrhenius
zweiPhotonen
07.02.2010, 11:16
Das bisher Geschriebene liest sich für mich so, als ob die Facharbeit (nahezu) die einzige Möglichkeit für die Abiturienten darstellt, sich wissenschaftspropädeutisch zu betätigen. *)
Aber gerade hierbei braucht es doch eine ausführliche Betreuung und Anleitung. Was ich hier lese und durch Schülerfragen im Forum feststelle ist, dass die Personen weitgehend allein gelassen werden und sich eigenständig durch die Aufgabenstellung wurschteln müssen. **)
Und das wäre anders, wenn man die Facharbeiten abschaffen würde?
Die Zeit, die dafür aufgewendet wird, läßt sich mit Sicherheit besser und sinnvoll dafür einsetzen, die von rsommer beklagten Mängel ***) in den allgemeinen Grundlagen zu beheben. Natürlich sollen nicht nur Fakten gepaukt werden sondern auch Arbeitsmethoden. Letztere sind aber nichts Wert ohne einen gewissen Wissens- und Erfahrungsschatz. Und dessen Mangel wird von Jahr zu Jahr offensichtlicher.
Wenn ich mir die Leistungen von Studenten (Haupt- und Nebenfach) in chem. Übungen und Praktika anschaue, dann ist von der wissenschaftspropädeutischen Ausbildung im Rahmen der Erlangung der Hochschulreife wenig hängengeblieben.
Wozu also soll die Anfertigung einer Facharbeit dann taugen? Ich sehe drei unterschiedliche Szenarien:
1. die interessierten Schüler, denen vielleicht keine Möglichkeit zu einem Jugend-forscht-Projekt gegeben ist.
2. die Wackelkandidaten, die sich eine Abiturzulassung erarbeiten wollen.
3. Facharbeit im Wesentlichen als Selbstzweck der Verwirklichung des Lehrers in modernen Unterrichtskonzepten.
Da stellt sich für mich die Frage, ob nicht ein anderer Ansatz sinnvoller ist.
Grüße
*) Welchen Stellenwert nehmen dabei eigentlich (noch) die Hausaufgaben ein?
**) Dabei ist zu berücksichtigen, dass es ein gewisses Ungleichgewicht dadurch geben mag, dass nur diejenigen, die nicht damit zurechtkommen, im Forum fragen stellen während die Erfolgreichen im Verborgenen bleiben.
***) entspricht weitgehend auch meiner Beobachtung
Friedrich Karl Schmidt
07.02.2010, 13:01
Und das wäre anders, wenn man die Facharbeiten abschaffen würde? Immerhin wäre damit eines ( nach meiner Ihnen hinreichend bekannten Auffassung "eines von mehreren" ) kontraproduktiven Elementen vom Tisch. Und Zeit frei gemacht für die Vermittlung eines besseren Grundlagenverständnisses ,das im Übrigen ja nicht nur ich anmahne.
Gruß FKS
Friedrich Karl Schmidt
07.02.2010, 13:07
Das bisher Geschriebene liest sich für mich so, als ob die Facharbeit (nahezu) die einzige Möglichkeit für die Abiturienten darstellt, sich wissenschaftspropädeutisch zu betätigen. *)
(...)
Die Zeit, die dafür aufgewendet wird, läßt sich mit Sicherheit besser und sinnvoll dafür einsetzen, die von rsommer beklagten Mängel ***) in den allgemeinen Grundlagen zu beheben. Natürlich sollen nicht nur Fakten gepaukt werden sondern auch Arbeitsmethoden. Letztere sind aber nichts Wert ohne einen gewissen Wissens- und Erfahrungsschatz. Und dessen Mangel wird von Jahr zu Jahr offensichtlicher.
Wenn ich mir die Leistungen von Studenten (Haupt- und Nebenfach) in chem. Übungen und Praktika anschaue, dann ist von der wissenschaftspropädeutischen Ausbildung im Rahmen der Erlangung der Hochschulreife wenig hängengeblieben.
Wozu also soll die Anfertigung einer Facharbeit dann taugen? Ich sehe drei unterschiedliche Szenarien:
1. die interessierten Schüler, denen vielleicht keine Möglichkeit zu einem Jugend-forscht-Projekt gegeben ist.
2. die Wackelkandidaten, die sich eine Abiturzulassung erarbeiten wollen.
3. Facharbeit im Wesentlichen als Selbstzweck der Verwirklichung des Lehrers in modernen Unterrichtskonzepten.
Da stellt sich für mich die Frage, ob nicht ein anderer Ansatz sinnvoller ist.
Grüße
*) Welchen Stellenwert nehmen dabei eigentlich (noch) die Hausaufgaben ein?
**) Dabei ist zu berücksichtigen, dass es ein gewisses Ungleichgewicht dadurch geben mag, dass nur diejenigen, die nicht damit zurechtkommen, im Forum fragen stellen während die Erfolgreichen im Verborgenen bleiben.
***) entspricht weitgehend auch meiner Beobachtung Eine in dieser Kürze glänzende Analyse , wie ich finde. Chapeau, Wolfgang.
Gruß FKS
Seda92
07.02.2010, 15:53
Ah, mehr Informationen bzgl. der Aufgabenstellung.
Demnach schliesse ich mich arrhenius Beitrag
an. Vielleicht kann Dir der Lehrer bei der Beschaffung helfen.
An der Uni läuft der Versuch BSZ meist folgendermassen ab:
Es gibt ein Skript mit Einleitung, Versuchsbeschreibung und Aufgabenstellung. Die Studenten bereiten sich anhand der Informationen vor (oder auch nicht). Ausser Altprotokollen werden selten andere Quellen hinzugezogen.
Am Versuchstag werden die Grundlagen (Versuchsaufbau und Zweck, Elektrochemie, Auswertung) in einem Arbeitsplatzgespräch mit dem Betreuer durchgesprochen.
Es wird eine Einweisung in die Geräte gegeben.
Die Studenten führen den Versuch im Hinblick auf die Aufgabenstellung durch.
Sofern die Ergebnisse sinnvoll sind machen sie sich an die Auswertung und die Erstellung des Protokolls.
Didaktik darin? Der Student sollte -im Idealfall- den Versuch anhand des Skriptes durchführen können.
Das Arbeitsplatzgespräch sollte die Verbindung zwischen dem Versuch und den bis dahin gelernten Grundlagen herstellen (meine Meinung).
Das funktioniert natürlich nur, wenn die Stundenten tatsächlich Ahnung vom Thema haben.
Vielleicht kommt ihnen die -verspätete- Erleuchtung, wenn sie das Versuchsprotokoll verfassen - falls sie es nicht einfach von irgendwoher kopieren.
Vielleicht schreibt Dir ja ein (ehemaliger) Lehramtsstudent noch mehr dazu auf. Die haben die BSZ ja vielleicht mal als unterrichtsvorbereitendes Demo-Praktikum an der Uni vorgestellt.
Vielen vielen dank zweiPhotonen
Sie / Du haben/ hast mir echt weitergeholfen.
Haben/ Hast Sie/ Du vielleicht noch ein Arbeitsblatt oder einen Skript übrig ?
nobody
07.02.2010, 18:21
Das bisher Geschriebene liest sich für mich so, als ob die Facharbeit (nahezu) die einzige Möglichkeit für die Abiturienten darstellt, sich wissenschaftspropädeutisch zu betätigen. *)
Wie kommst du darauf?
Aber gerade hierbei braucht es doch eine ausführliche Betreuung und Anleitung. Was ich hier lese und durch Schülerfragen im Forum feststelle ist, dass die Personen weitgehend allein gelassen werden und sich eigenständig durch die Aufgabenstellung wurschteln müssen. **)
**) Dabei ist zu berücksichtigen, dass es ein gewisses Ungleichgewicht dadurch geben mag, dass nur diejenigen, die nicht damit zurechtkommen, im Forum fragen stellen während die Erfolgreichen im Verborgenen bleiben.
Das scheint mir der entscheidende Aspekt zu sein. Ich habe noch keinen guten Schüler gehabt, der es nötig hatte, hier solche dämlichen Fragen zu stellen.
Im Forum ist der Gedanke weit verbreitet, dass die Schülerbeiträge hier repräsentativ für die Schülerschaft als ganzes sei.
Man schaue sich nur Seda92 an, ein perfektes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Inwiefern sollst du ihm denn bei der Arbeit geholfen haben. Dem geht es doch nur darum, irgendwo ein Arbeitsblatt abzustauben.
Und so etwas wird dann zum Anlass genommen, die Unsinnigkeit von Facharbeiten zu belegen.
Und zu den Lehrern, die ich kenne, kann ich nur sagen, dass diese sich i. d. R. ausführlich mit den Schülern, die eine Facharbeit schreiben, auseinander setzen und auch für Problem zur Verfügung stehen. Dass es da auch schwarze Schafe gibt, ist sowieso klar. Aber es passt offensichtlich ins Bild, die Vorstellung der allein gelassenen Schüler zu pflegen.
Die Zeit, die dafür aufgewendet wird, läßt sich mit Sicherheit besser und sinnvoll dafür einsetzen, die von rsommer beklagten Mängel ***) in den allgemeinen Grundlagen zu beheben. Natürlich sollen nicht nur Fakten gepaukt werden sondern auch Arbeitsmethoden. Letztere sind aber nichts Wert ohne einen gewissen Wissens- und Erfahrungsschatz. Und dessen Mangel wird von Jahr zu Jahr offensichtlicher.
Dass die Mängel bestehen, ist doch unstrittig, dass sie aber durch mehr Unterricht zu beheben wären, bestreite ich, selbst wenn das ein Armutszeugnis für die Schule an sich ist.
Ein großer Teil von Euch kennt die Schule ja nur noch aus der Erinnerung. Der entscheidende Punkt dafür, dass hier so viel Unkenntnis vorliegt, hat seine Ursache in der nicht vorhandenen Bereitschaft, sich mit den Inhalten der Chemie auseinander zu setzen. Das kann man bedauern, es ist aber so. Und da helfen weder sorgfältige Erklärungen, noch eine Stunde mehr Unterricht.
Und zum Thema Hausaufgaben: diejenigen, die hier durch Unwissenheit in Verbindung mit Faulheit glänzen, machen häufig einfach keine. Und davon nehme ich ausdrücklich diejenigen aus, die sich um ein Verständnis bemühen und nicht nur um die Musterlösung.
Ich sehe drei unterschiedliche Szenarien:
1. die interessierten Schüler, denen vielleicht keine Möglichkeit zu einem Jugend-forscht-Projekt gegeben ist.
2. die Wackelkandidaten, die sich eine Abiturzulassung erarbeiten wollen.
3. Facharbeit im Wesentlichen als Selbstzweck der Verwirklichung des Lehrers in modernen Unterrichtskonzepten.
Da stellt sich für mich die Frage, ob nicht ein anderer Ansatz sinnvoller ist.
1) Gute Schülerf machen eine solche Arbeit, weil sie dadurch ihre Note verbessern können oder aus Interesse. Für mich ist die Freiwilligkeit das Wichtigste bei der Sache.
2) Die sind das eigentliche Problem, aber gerade die sind gewollt.
3) Auch wenn du das wahrscheinlich sowieso nicht glaubst: die gibt es nicht. Ich habe noch keinen Lehrer getroffen, der Facharbeiten aus dieser Interessenlage heraus vergibt.
Neben dem Zwang, Schüler zu nehmen, ist es vielmehr häufig so, dass da jemand ist, den man besonders fördern möchte, den man für die Chemie interessieren möchte. Und für diejenigen steht man dann auch nach dem Unterricht im Labor oder für Fragen zur Verfügung.
Gruß
arrhenius
Friedrich Karl Schmidt
08.02.2010, 17:23
Das scheint mir der entscheidende Aspekt zu sein. Ich habe noch keinen guten Schüler gehabt, der es nötig hatte, hier solche dämlichen Fragen zu stellen. Was sagt uns das ? Tatsache ist doch, dass hier im Forum " dämliche Fragen" gestellt werden. Ob es sich dabei um Schüler handelt , die von Ihren Lehrern als "gut" bewertet werden ( ob nun objektiv zutreffend oder nicht ) scheint mir in diesem Zusammenhang nicht erheblich. Wenn aber doch, dann könnte man vielleicht auch über die "dämlichen" Fragen und Antworten reden, die von angehenden und bereits tätigen Lehrern gestellt und gegeben werden.
Im Forum ist der Gedanke weit verbreitet, dass die Schülerbeiträge hier repräsentativ für die Schülerschaft als ganzes sei. Ganz sicher nicht bei denen, die hier mit Ihnen diskutieren. Ich für meine Person habe schon wiederholt darauf hingewiesen, dass ich mich bei meiner Meinungsbildung über den Erfolg von Unterricht an bereits Studierenden orientiere. Und dort praktisch ausschließlich an denjenigen , die naturwissenschaftlich basierte Fächer studieren.
Man schaue sich nur Seda92 an, ein perfektes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Inwiefern sollst du ihm denn bei der Arbeit geholfen haben. Dem geht es doch nur darum, irgendwo ein Arbeitsblatt abzustauben. Da stimme ich Ihnen zu. Aber wir wollen doch nicht vergessen, dass es hier um die didaktische Komponente einer Facharbeit geht, deren Sinnfreiheit der Lehrer von Seda92 zu vertreten hat. Und so etwas wird dann zum Anlass genommen, die Unsinnigkeit von Facharbeiten zu belegen. Von den drei Personen, die hier grundsätzliche Bedenken gegen Facharbeiten geäußert, hat das nach meinen Lesen kein einziger auch nur ansatzweise getan.
Gruß FKS
zweiPhotonen
08.02.2010, 17:40
Wie kommst du darauf?
Meine Einschätzung nach dem Lesen, teilweise auch nur Überfliegen, der Beiträge.
Ich habe noch keinen guten Schüler gehabt, der es nötig hatte, hier solche dämlichen Fragen zu stellen.
Es gibt keine dämlichen Fragen.
Entweder stellt sich die Person bewusst dumm oder der hinterfragte Sachverhalt ist nicht verstanden worden.
Man schaue sich nur Seda92 an, ein perfektes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Inwiefern sollst du ihm denn bei der Arbeit geholfen haben. Dem geht es doch nur darum, irgendwo ein Arbeitsblatt abzustauben.
Das ist Deine Einschätzung. Ich sehe in der Anfrage die für mich nachvollziehbare Hilflosigkeit bei der Beschaffung relevanter Informationen.
Und so etwas wird dann zum Anlass genommen, die Unsinnigkeit von Facharbeiten zu belegen.
Das ist nun doch etwas platt und gibt die Positionen der Kritiker zu knapp wieder.
Dass die Mängel bestehen, ist doch unstrittig, dass sie aber durch mehr Unterricht zu beheben wären,
Niemand hat von mehr gesprochen, sondern vielmehr von zielgerichtet.
Ein großer Teil von Euch kennt die Schule ja nur noch aus der Erinnerung.
Das ist Deine Einschätzung, die aber nicht richtig sein muss.
Der entscheidende Punkt dafür, dass hier so viel Unkenntnis vorliegt, hat seine Ursache in der nicht vorhandenen Bereitschaft, sich mit den Inhalten der Chemie auseinander zu setzen.
Herr Lehrer, woran mag das liegen?
Friedrich Karl Schmidt
09.02.2010, 14:16
Zitat:
Zitat von arrhenius
Ein großer Teil von Euch kennt die Schule ja nur noch aus der Erinnerung.
Das ist Deine Einschätzung, die aber nicht richtig sein muss. So ist es. Auch wäre hier noch zu fragen, wer mit "großer Teil von Euch" eigentlich gemeint ist. Denn diejenigen, die hier mit Arrhenius einer Meinung sind, werden sich wohl kaum angesprochen fühlen, gleichwohl deren Erkenntnisbasis in Bezug auf Chemieunterricht mit größerer Berechtigung in Zweifel gezogen werden könnte.
Gruß FKS
nobody
09.02.2010, 18:54
Es gibt keine dämlichen Fragen.
Entweder stellt sich die Person bewusst dumm oder der hinterfragte Sachverhalt ist nicht verstanden worden.
Nein, natürlich gibt es keine dämlichen Fragen, v. a. nicht hier im Forum. Das sind alles Fragen, die nach tagelanger Recherche gestellt werden und da gab es halt nichts im Internet zur Frage "Was sind Kationen?" und im Schulbuch sowieso nicht. Wer soll das denn auch verstehen?
Entschuldige die Ironie, aber auf so eine Phrase fällt mir echt nichts mehr ein.
Das ist Deine Einschätzung. Ich sehe in der Anfrage die für mich nachvollziehbare Hilflosigkeit bei der Beschaffung relevanter Informationen.
Jeder muss selber wissen, für wen er in die Bresche springt. Aber, dass der TES an ernsthafter Information interessiert ist, kannst du doch nicht ernsthaft glauben.
Ich habe dich schon einmal gefragt, aber keine Antwort bekommen: inwiefern hast du ihm geholfen? Was soll der mit deiner Aussage machen? Soll er sie in seiner Facharbeit zitieren?
Jeder, der das liest, erkennt doch, dass der nur schnell ein bisschen zusammen tackern will, um seine Arbeit zusammen zu bekommen. Das Experiment hat schon nicht stattgefunden (warum hat der nicht eigentlich selbst einen Versuch zur Brennstoffzelle gemacht, anstatt so einen banalen Versuch bei der Uni zu machen?) und die Theorie will man sich dann auch noch sparen. Und so jemand wird dann noch als das Opfer übler Lehrermachenschaften (bewusste Übertreibung) dargestellt (nachvollziehbare Hilflosigkeit ). Absolut lachhaft.
Herr Lehrer, woran mag das liegen?
Lass bitte diese scheinheiligen Fragen oder schreibe, was du unterstellen möchtest.
Gruß
arrhenius
Friedrich Karl Schmidt
09.02.2010, 20:39
Das Experiment hat schon nicht stattgefunden (warum hat der nicht eigentlich selbst einen Versuch zur Brennstoffzelle gemacht, anstatt so einen banalen Versuch bei der Uni zu machen? Warum bietet denn die Uni Dortmund diese "banalen" Sachen an. Weil die dortigen Chemiedidaktikprofessoren nichts Besseres zu bieten haben . So jedenfalls meine Meinung. Aber das müssten Sie doch selbst auch festgestellt haben. Denn wenn ich mich recht erinnere, haben Sie doch auch an mindestens einer dieser Veranstaltungen teilgenommen. Oder war da etwa EILKS schon nicht mehr in Dortmund bei Melle, Ralle und Co. ? Professoren also, die bezeichnender Weise ja auch Schriftleiter bei MNU sind. Und die auch federführend zu denen gehören, denen wir die "neue" Chemiedidaktik verdanken, von der Sie und FabianH offenbar viel , ich aber praktisch gar nichts halte.
Im Übrigen dürfte die vom TES beabsichtigte Teilnahme von seinem Lehrer initiiert worden sein. Dass Sie gleichwohl mit Ihrer Beurteilung der Aktivitäten des TES mMn im Wesentlichen richtig liegen, will ich dann der Ordnung halber auch noch einmal sagen. Was aber die hier diskutierten Fragen an sich nicht berührt, denn die Ablehnug der Facharbeiten durch rsommer, zweiPhotonen und mich hat mit dem Verhalten des TES's allenfalls am Rande etwas zu tun. In meinem Fall überhaupt nichts.
Gruß FKS
DaTei
09.02.2010, 23:56
Nein, natürlich gibt es keine dämlichen Fragen, v. a. nicht hier im Forum. Das sind alles Fragen, die nach tagelanger Recherche gestellt werden und da gab es halt nichts im Internet zur Frage "Was sind Kationen?" und im Schulbuch sowieso nicht. Wer soll das denn auch verstehen?
Die Fragen um die Didaktik finde ich bei Weitem nicht einfach. Ich muss ehrlich zugeben, ich wäre genauso ratlos wie der TES. Sicher, die Konzepte von Schule und Uni sind bekannt. Unterricht vs. Vorlesung + Seminar + Praktikum. Die Beschreibung wäre für mich mit einem Absatz getan. Pädagogen würde sicherlich viel tiefgründiger beurteilen. Aber es tut mir Leid, ich bin kein Lehrer und der Schüler auch nicht und mit der Chemie der Brennstoffzelle hat das nichts zu tun.
nobody
10.02.2010, 07:44
Die Fragen um die Didaktik finde ich bei Weitem nicht einfach. Ich muss ehrlich zugeben, ich wäre genauso ratlos wie der TES. Sicher, die Konzepte von Schule und Uni sind bekannt. Unterricht vs. Vorlesung + Seminar + Praktikum. Die Beschreibung wäre für mich mit einem Absatz getan. Pädagogen würde sicherlich viel tiefgründiger beurteilen. Aber es tut mir Leid, ich bin kein Lehrer und der Schüler auch nicht und mit der Chemie der Brennstoffzelle hat das nichts zu tun.
Die habe ich auch nicht grundsätzlich gemeint, dass alle Fragen hier einfach sind. Der TES ist m. E. aber nicht ratlos, sondern einfach zu bequem, aber das habe ich ja bereits mehrmals geschrieben.
Das Problem ist, dass wir das Thema der Arbeit nicht kennen, welches zwischen TES und Lehrer vereinbart wird. DEr TES hatte also wahrscheinlich Einfluss auf die zu leistende Arbeit und dshalb finde ich so ärgerlich, dass hier später daran rumgenölt wird.
Es geht auch nach meinem Verständnis nicht um einen Vergleich von Uni und Schule, sondern um Überlegungen dazu, wie das Thema Brennstoffzelle im Unterricht umgesetzt werden kann.
Ich verstehe nicht, warum das von einem Schüler nicht zu leisten sein soll, auch wenn er dazu noch ein paar fachdidaktische Literaturquellen zu Rate zieht.
Im Gegenteil, ich gehe sogar davon aus, dass der fachliche Aspekt in den meisten Facharbeiten, wie ich sie auch schon gestellt habe, deutlich anspruchsvoller war.
Gruß
arrhenius
zweiPhotonen
10.02.2010, 09:42
Ich habe dich schon einmal gefragt, aber keine Antwort bekommen: inwiefern hast du ihm geholfen? Was soll der mit deiner Aussage machen? Soll er sie in seiner Facharbeit zitieren?
Da fragst Du die falsche Person. Ich kann hier im Forum nur die Informationen anbieten, die ich habe, für relevant erachte und bereit bin zur Verfügung zu stellen. Was daraus gemacht wird, darauf habe ich keinen Einfluss, weil mir dazu der Dialog mit der Zielperson fehlt und es nur ganz selten zum Feedback kommt.
Du magst denken, dass meine Ausführungen bzgl. des Praktikumsversuchs an der Uni nicht auf die Frage des TES passen. Dann hab' ich halt -in Deinen Augen- am Thema vorbei geantwortet, na und?
Letzendlich muss der TES beurteilen, was für seine Arbeit von Bedeutung ist und was nicht, das sollte mit zu der zu erbringenden Leistung zählen.
Lass bitte diese scheinheiligen Fragen oder schreibe, was du unterstellen möchtest.
Warum findet man so wenig (über) Engagement von Seiten der Lehrer gegen Lehr- und Lernmethoden, die den Schülern kaum etwas vermitteln? Gemessen an dem Wissenstand läßt sich die wenige Zeit bis zum Abitur sicherlich so nutzen, dass mehr herauskommt als z.B.
dass der nur schnell ein bisschen zusammen tackern will,
.
Zum Thema Brennstoffzelle & Schule/Uni:
warum hat der nicht eigentlich selbst einen Versuch zur Brennstoffzelle gemacht, anstatt so einen banalen Versuch bei der Uni zu machen?
Es geht ... um Überlegungen dazu, wie das Thema Brennstoffzelle im Unterricht umgesetzt werden kann.
Auch wenn der Aufbau eines BSZ-Versuchs nicht besonders komplex ist und Firmen wie Leybold, Phywe fertige Kits anbieten: Die Teile müssen erstmal beschafft sein, sie müssen instandgehalten werden, sie müssen einsatzbereit sein. An Ende muss sich auch noch eine Lehrperson damit auskennen und Zeit für die Einweisung haben.
Ich hab' keine Ahnung: trifft das auf jede Schule zu?
Warum bietet denn die Uni Dortmund diese "banalen" Sachen an.
Bei vielen Experimenten, die in den physikalisch-chemischen Praktika auch heute noch von den Studenten durchgeführt werden müssen geht es nicht darum, immer nur die neuesten Quantentheorien zu beweisen. Im OC-Anfägerpraktikum wird auch noch nach dem Organikum gekocht. Viele Experimente sind seit zig Jahren kaum verändert weil es im Vordergrund darum geht, die Grundlagen der PC zu vermitteln. Je einfacher das Experiment aufgebaut ist, desto einleuchtender stellt sich der Zusammenhang mit dem Vorlesungsstoff dar. ***)
Der Versuch Brennstoffzelle kann dabei z.B. sowohl das Thema galvanische Ketten wie auch Betrachtungen zu Wirkungsgraden beinhalten. Gleichzeitig gibt es einen Einblick in moderne Verfahren der Energieerzeugung.
Ich verstehe nicht, warum das von einem Schüler nicht zu leisten sein soll, auch wenn er dazu noch ein paar fachdidaktische Literaturquellen zu Rate zieht.
Du hättest ja beim TES zurückfragen können. Ich spekuliere mal: vielleicht hat dessen Lehrer das Thema im Unterricht ausgelassen, da er ja eine Facharbeit vergeben hat?
Zu den fachdidaktischen Literaturquellen: keine der drei von Dir genannten Zeitschriften bietet -nach meinen Recherchen- die Inhalte auch Online an. Es existiert kein durchsuchbares Inhaltsverzeichnis. Die einzige Chance, dort Quellen zu finden ist demnach, sich in eine -entsprechend ausgestattete- Bibliothek zu begeben und alle Jahrgänge von Hand zu durchsuchen sofern nicht die Schule ein Abonnement besitzt. Das wiederum ist eine Sache, die heutzutage noch nicht mal Studenten zugemutet *) wird, dafür gibt es Scifinder, Web of Science, Beilstein Online. Die Bereitschaft, sich in der Fachbibliothek mal einen Nachmittag auf Literatursuche in Zeitschriften zu begeben, hat dementsprechend drastisch abgenommen. Die Fragen an anderr Stelle im Forum spiegeln das wieder **).
Wo ist also Dein Problem, dem TES einen oder zwei konkrete Hinweise auf Fundstellen zu geben, anhand derer er sich weiter vorarbeiten kann?
Grüße
*) es findet sich auch wenig Bereitschaft zu Eigeninitiative
**) Ich muss meine Ausführung bzgl. dämlicher Fragen um einen halben Punkt erweitern: Es gibt auch noch Fragen aus Bequemlichkeit. Halb deshalb, weil es zum dumm stellen gezählt werden kann.
***) Als störend hierbei empfinde ich, dass die modernen Spektrometer alle als Black-Box mit USB-Anschluss daherkommen und somit die Einweisung in den praktischen Messaufbau erschweren. Die Messung reduziert sich auf ein paar Mausklicks ohne Einblick in die Prinzipein dahinter. Aber vielleicht entspricht das dem Zeitgeist.
Nimino
10.02.2010, 10:18
Hallo erstmal,
ich habe diese Diskussion jetzt mehr oder weniger aufmerksam verfolgt. Dies mag vielleicht auch einfach daran liegen, das ich nach meinem Bachelor noch das Lehramtsstudium machen werde.
Bei der Facharbeit handelt es sich doch um eine rein schriftliche Arbeit ohne Vortrag vor der Klasse oder? Und wieviele solcher Facharbeiten "muss" ein Lehrer in der Regel betreuen (ist eventuell eine vorbesprechung des Themas im Unterricht möglich)?
Das das Problem wie Chemie und auch die anderen Naturwissenschaften interessant an die Schüler gebracht werden können ist ja nicht erst seit gestern da. Das in vielen Studiengängen einigen auch Basics fehlen ist auch nicht erst seit gestern der Fall... Was der Fall ist (da kann ich mich natürlich auch irren), ist der Umstand das auch viele die vorher gar nix mit Chemie zu tun hatten dies aufeinmal studieren (ich hatte z.B. eine Erzieherin in den ersten Semestern dabei).
Ein weiteres Problem ist denke ich das heute viele Schüler nicht mehr mit Büchern arbeiten, da das Nachschlagen oder auch Fragen im Internet natürlich viel schneller geht!
**) Ich muss meine Ausführung bzgl. dämlicher Fragen um einen halben Punkt erweitern: Es gibt auch noch Fragen aus Bequemlichkeit. Halb deshalb, weil es zum dumm stellen gezählt werden kann. <-- passt ja gerade genau ;-)
In dem vorliegenden Fall hätte der Lehrer (ob er es getan hat weiß man natürlich nicht) entsprechendes Material zur Verfügung stellen müssen was die Fachdidaktik betrifft (außer die Uni ist nebenan dann reicht auch eine Literaturempfehlung denke ich) und das ganze hätte der Schüler dann auch praktisch erproben müssen denke ich (auch hier weiß man nicht wie es war/ist).
Generell ist es denke ich nicht schlecht sich auch Gedanken um die Vermittlung eines Themas zu machen und sei es nur gut um vielleicht später im privaten Bereich eine Anwendung zu haben...
Bevor die Frage weitergeht ob Facharbeiten sinnvoll sind oder nicht etc. wäre es schön wenn man vielleicht erstmal darüber redet wie man den Unterricht selbst so interessant machen kann das der Schüler nicht nur für die nächste Klausur lernt und dann wieder alles vergisst, lernt wie man selbst etwas erarbeiten kann! Ob für die Überprüfung des Erfolges dann eine Facharbeit nötig ist sei jetzt mal dahingestellt...
Gruß Nimino
P.S.
Ein sehr interessanter Ansatz eines Bekannten von mir war letztens sich zusammen mit seinen Schülern und einem bereits vor längerem angeschafften Messsystem auseinanderzusetzen.
Er hat einiges an Vorarbeit geleistet (was ist vorhanden / was kann man damit tun / wie sieht ein richtiges Protokoll aus etc.) und geht diese Punkte nun nach und nach mit den teilnehmenden Schülern durch. Auf diesen Stunden aufbauend haben die Schüler die Möglichkeit eine Facharbeit zu einem speziellen Teil zu machen. Dies aber auch so das die Versuchsvorschrift z.B. auch von anderen Schülern verwendet werden kann.
nobody
10.02.2010, 11:48
Warum bietet denn die Uni Dortmund diese "banalen" Sachen an.
Das weiß ich nicht und es ist mir auch egal. Wahrscheinlich war es Teil eines Schülerlabors. Die Besuche dort halte ich nur dann für sinnvoll, wenn man Dinge macht, die in der Schule nur schwer möglich sind. Die Brennstoffzelle gehört für mich nicht dazu.
Weil die dortigen Chemiedidaktikprofessoren nichts Besseres zu bieten haben . So jedenfalls meine Meinung. Aber das müssten Sie doch selbst auch festgestellt haben. Denn wenn ich mich recht erinnere, haben Sie doch auch an mindestens einer dieser Veranstaltungen teilgenommen. Oder war da etwa EILKS schon nicht mehr in Dortmund bei Melle, Ralle und Co. ? Professoren also, die bezeichnender Weise ja auch Schriftleiter bei MNU sind. Und die auch federführend zu denen gehören, denen wir die "neue" Chemiedidaktik verdanken, von der Sie und FabianH offenbar viel , ich aber praktisch gar nichts halte.
Ich habe in Dortmund an der Fortbildung "Neue Methoden im Chemieunterricht" teilgenommen, aber bitte lassen Sie uns diese Diskussion nicht erneut beginnen: ich wechsele die Methoden im Unterricht und verwende mehrere, Sie wohl weitestgehend nur eine, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Dass Sie gleichwohl mit Ihrer Beurteilung der Aktivitäten des TES mMn im Wesentlichen richtig liegen, will ich dann der Ordnung halber auch noch einmal sagen.
Danke.
Was aber die hier diskutierten Fragen an sich nicht berührt, denn die Ablehnug der Facharbeiten durch rsommer, zweiPhotonen und mich hat mit dem Verhalten des TES's allenfalls am Rande etwas zu tun. In meinem Fall überhaupt nichts.
Gruß FKS
Da bin ich mir bei den anderen nicht so sicher, denn dere TES wird ja gerne aufgegriffen, um an ihm die Überforderung durch die Lehrkraft darzustellen.
Gruß
arrhenius
Friedrich Karl Schmidt
10.02.2010, 11:51
Ich verstehe nicht, warum das von einem Schüler nicht zu leisten sein soll, auch wenn er dazu noch ein paar fachdidaktische Literaturquellen zu Rate zieht.
Im Gegenteil, ich gehe sogar davon aus, dass der fachliche Aspekt in den meisten Facharbeiten, wie ich sie auch schon gestellt habe, deutlich anspruchsvoller war. Jetzt habe ich langsam den Eindruck, dass Sie bewusst zu ignorieren versuchen, worum es hier DaTei und anderen doch ganz offensichtlich geht.
Es geht nämlich nicht darum , was für einen Schüler noch leistbar ist oder nicht, sondern vor allem darum , was im Sinne eines besseren Verständnisses der Chemie sinnvoll zu leisten wäre.
Wobei ja Überlegungen zur Vermittlung des Stoffes durchaus auch ihren Platz haben sollen,
Was aber so gut wie gar nichts damit zu tun hat, sich mit den Ergüssen von hauptamtlichen Fachdidaktern auseinandersetzen zu müssen.
Noch einmal zum mitschreiben : Ich kenne Dutzende von sehr kompetenten Chemielehrern, die zeit Ihrer aktiven Tätigkeit so gut wie nie in eine dieser so genannten Fachzeitschriften für Chemiedidaktik
hineingeschaut haben.
Und gleichzeitig kenne ich mehr als ein Dutzend hauptamtliche "Chemiedidaktiker" im Professorenrang , die von der Chemie ein nur peripher - oberflächliches Verständnis haben.
Und welches Verständnis von der Chemie dann diejenigen haben, die in Kenntnis von Werken dieser Damen und Herren einen Schüler dazu auffordern , sich mit diesen Werken zu befassen, darüber möchte ich lieber nicht weiter öffentlich nachdenken.
Gruß FKS
nobody
10.02.2010, 12:00
Letzendlich muss der TES beurteilen, was für seine Arbeit von Bedeutung ist und was nicht, das sollte mit zu der zu erbringenden Leistung zählen.
Das stimmt, aber das kann er offensichtlich nicht, wenn er der Überzeugung ist, dass das Fragen in einem Forum eine wissenschaftliche Herangehensweise bei der Bearbeitung einer Facharbeit ist.
Warum findet man so wenig (über) Engagement von Seiten der Lehrer gegen Lehr- und Lernmethoden, die den Schülern kaum etwas vermitteln? Gemessen an dem Wissenstand läßt sich die wenige Zeit bis zum Abitur sicherlich so nutzen, dass mehr herauskommt als z.B.
Vielleicht, weil ich die Lernmethoden nicht so verteufele wie andere Meinungsführer hier. Es bleibt doch festzuhalten, dass die These, dass die neuen Lernmethoden und Lehrmethoden verantwortlich für das Nichtwissen von Schülern und Studierenden ist, nur eine unbewiesene Behauptung darstellt, die eine Menge hier für bare Münze nehmen.
Rest später
arrhenius
zweiPhotonen
10.02.2010, 12:46
Das stimmt, aber das kann er offensichtlich nicht, wenn er der Überzeugung ist, dass das Fragen in einem Forum eine wissenschaftliche Herangehensweise bei der Bearbeitung einer Facharbeit ist.
Das kann man auf mindestens zweierlei Arten betrachten:
a) dem TES sind im Rahmen der Unterrichts und als Vorbereitung auf die Facharbeit die Arbeitstechniken der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem Thema nicht in ausreichendem Maße nahegebracht worden.
b) der TES betrachtet seine Eingangsfrage als Anstoß einer wissenschaftlichen Diskussion über sein Thema. Dass wenige darauf eingehen bzw er auf ablehnende Haltung trifft, war für ihn aufgrund der mangelnden Erfahrung nicht absehbar.
denn dere TES wird ja gerne aufgegriffen, um an ihm die Überforderung durch die Lehrkraft darzustellen.
Es kann ja wohl kaum von einem Schüler -auch in der Oberstufe- verlangt/erwartet werden, dass er eine perfekte wiss. Diskussion führen kann.
Es ist -leider- so, dass die Vermittlung von Softskills (wiss. Arbeiten) neben den harten Fach-Fakten und Praktikumsexperimenten an den Universitäten zu kurz kommt*). Ich gehe -deshalb- davon aus, das dies an den weiterführenden Schulen nicht wesentlich anders ist.
dass die These, dass die neuen Lernmethoden und Lehrmethoden verantwortlich für das Nichtwissen von Schülern und Studierenden ist, nur eine unbewiesene Behauptung darstellt, die eine Menge hier für bare Münze nehmen.
Ein Mangel an grundlegenden Fertigkeiten ist für mich feststellbar. Deswegen einen PISA-Test für Hochschulzugänger einzuführen halte ich für verfehlt.
Ist es nötig, dass ein Großteil der Studenten zwar das Rosinenkuchenmodell des Atomkerns (zumindestens vom Namen her) kennt aber nicht in der Lage ist, die molare Massen von KNO3 ohne Taschenrechner auszurechnen?
Den Beweis werde ich schuldig bleiben. Es könnte jedoch aufschlussreich sein, junge Menschen nach dem Abitur bei der praktischen Arbeit zu beobachten.
Grüße
*) bzw. oft nicht in dem Umfang vorgenommen wird, den ich für angemessen nzw. notwendig erachte.
Seda92
10.02.2010, 16:15
Nur noch eine allerletze Frage.
Vielleicht wäre die Frage etwas für arrhenius.
Wie kann man einem Schüler die Brennstoffzelle überbringen ?
zweiPhotonen
10.02.2010, 16:31
Jetzt bin ich aber echt fertig:
genau das ist doch -nachdem was Du bisher geschrieben hast- Deine Aufgabe. Was hast Du denn dazu bisher herausgefunden?
nobody
10.02.2010, 18:36
Ein Mangel an grundlegenden Fertigkeiten ist für mich feststellbar.
Es könnte jedoch aufschlussreich sein, junge Menschen nach dem Abitur bei der praktischen Arbeit zu beobachten.
Grüße
Was aber sollte das bringen, außer ggf. Mängel festzustellen. Über die Ursachen, und die sind das eigentlich Interessante, erfährt man dadurch sicherlich nichts.
Da könnte dann nur die didaktische Forschung weiter helfen.
Gruß
arrhenius
nobody
12.02.2010, 17:33
Auch wenn der Aufbau eines BSZ-Versuchs nicht besonders komplex ist und Firmen wie Leybold, Phywe fertige Kits anbieten: Die Teile müssen erstmal beschafft sein, sie müssen instandgehalten werden, sie müssen einsatzbereit sein. An Ende muss sich auch noch eine Lehrperson damit auskennen und Zeit für die Einweisung haben.
Ich hab' keine Ahnung: trifft das auf jede Schule zu?
Dsa kann man so allgemein nicht sagen, denn die Ausstattung der Schulen ist halt sehr unterschiedlich. Man kann aber auch im Bereich der Elektrochemie auf Lowsost-Experimente ausweichen, die - ja ich muss es sagen - nun mal eben in den fachdidaktischen Zeitschriften beschrieben sind, die FKS so ablehnt.
Bei vielen Experimenten, die in den physikalisch-chemischen Praktika auch heute noch von den Studenten durchgeführt werden müssen geht es nicht darum, immer nur die neuesten Quantentheorien zu beweisen. Im OC-Anfägerpraktikum wird auch noch nach dem Organikum gekocht. Viele Experimente sind seit zig Jahren kaum verändert weil es im Vordergrund darum geht, die Grundlagen der PC zu vermitteln. Je einfacher das Experiment aufgebaut ist, desto einleuchtender stellt sich der Zusammenhang mit dem Vorlesungsstoff dar. ***)
Der Versuch Brennstoffzelle kann dabei z.B. sowohl das Thema galvanische Ketten wie auch Betrachtungen zu Wirkungsgraden beinhalten. Gleichzeitig gibt es einen Einblick in moderne Verfahren der Energieerzeugung.
Nicht anders ist es in der Schule.
Zu den fachdidaktischen Literaturquellen: keine der drei von Dir genannten Zeitschriften bietet -nach meinen Recherchen- die Inhalte auch Online an. Es existiert kein durchsuchbares Inhaltsverzeichnis. Die einzige Chance, dort Quellen zu finden ist demnach, sich in eine -entsprechend ausgestattete- Bibliothek zu begeben und alle Jahrgänge von Hand zu durchsuchen sofern nicht die Schule ein Abonnement besitzt. Das wiederum ist eine Sache, die heutzutage noch nicht mal Studenten zugemutet *) wird, dafür gibt es Scifinder, Web of Science, Beilstein Online. Die Bereitschaft, sich in der Fachbibliothek mal einen Nachmittag auf Literatursuche in Zeitschriften zu begeben, hat dementsprechend drastisch abgenommen. Die Fragen an anderr Stelle im Forum spiegeln das wieder **).
Das mag so sein, es ist mir aber vollkommen egal. Ich mute meinen Schülern durchaus einen Besuch der Unibibliothek zu (die zugegebener Maßen bei mir nicht so weit ist), nachdem ich mit meinen LKs auch vorher an einem Wandertag die Bibliothek besucht habe.
Wem das zuviel ist, weil er lieber in Forewn fragt, der soll halt seine Arbeit schreiben wo er will.
Wo ist also Dein Problem, dem TES einen oder zwei konkrete Hinweise auf Fundstellen zu geben, anhand derer er sich weiter vorarbeiten kann?
Einblick in die Prinzipein dahinter. Aber vielleicht entspricht das dem Zeitgeist.
Diese Frage hat sich ja wohl mittlerweile durch die Beiträge des TES erledigt ;)
Gruß
arrhenius
nobody
12.02.2010, 17:42
Es geht nämlich nicht darum , was für einen Schüler noch leistbar ist oder nicht, sondern vor allem darum , was im Sinne eines besseren Verständnisses der Chemie sinnvoll zu leisten wäre.
Ich habe Sie da schon verstanden, aber auch schon meine Meinung zum Ausdruck gebracht, dass Sie die Verständnisproblem nicht mit ein paar Stunden Chemie zusätzlich beheben werden. Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, habe ich manchmal den Eindruck, dass Sie doch schon einen größeren Abstand vom Schulalltag haben, will sagen, dass Sie mir doch einige Aspekte der heutigen Schülergeneration unberücksichtigt lassen.
Was aber so gut wie gar nichts damit zu tun hat, sich mit den Ergüssen von hauptamtlichen Fachdidaktern auseinandersetzen zu müssen.
Noch einmal zum mitschreiben : Ich kenne Dutzende von sehr kompetenten Chemielehrern, die zeit Ihrer aktiven Tätigkeit so gut wie nie in eine dieser so genannten Fachzeitschriften für Chemiedidaktik
hineingeschaut haben.
Und gleichzeitig kenne ich mehr als ein Dutzend hauptamtliche "Chemiedidaktiker" im Professorenrang , die von der Chemie ein nur peripher - oberflächliches Verständnis haben.
Und welches Verständnis von der Chemie dann diejenigen haben, die in Kenntnis von Werken dieser Damen und Herren einen Schüler dazu auffordern , sich mit diesen Werken zu befassen, darüber möchte ich lieber nicht weiter öffentlich nachdenken.
Gruß FKS
Dazu ist alles gesagt; jeder hier im Forum kennt Ihre Sicht der Dinge, und ich bleibe bei meiner Haltung, mir das aus diesen Zeitschriften als Anregung zu nehmen, was mir sinnvoll erscheint, mögen Sie auch wieder und wieder gegen diese Personen ins Feld ziehen.
Gruß
arrhenius
FabianH
13.02.2010, 19:57
Eigentlich wollte ich mich ja raushalten, habe genug mit meiner "fragwürdigen" Unterrichtsvorbereitung zu tun, aber:
Ich habe mich heute am Tag der offenen Tür meiner Schule aber mit einem Vater unterhalten, der etwas (wie ich finde) sehr passendes gesagt hat (zur allgemeinen Diskussion die hier immer wieder auftaucht):
Man kann betriebswirtschaftliche Prinzipien und Überlegungen nicht auf Bildung anwenden.
Und wenn ich schon schreibe:
Denn diejenigen, die hier mit Arrhenius einer Meinung sind, werden sich wohl kaum angesprochen fühlen, gleichwohl deren Erkenntnisbasis in Bezug auf Chemieunterricht mit größerer Berechtigung in Zweifel gezogen werden könnte.
Ich weiß nicht, ob Sie mich damit meinen. In jedem Fall hier mal ein paar Dinge:
Wie Arrhenius auch schon angedeutet hat kann man sich auch gut fragen, inwiefern Sie einen aktuellen Einblick in Schule haben. Ihrem Profil kann man entnehmen, dass Sie vor 13 Jahren den Schuldienst beendet haben (Pension/Rente?), weiterhin haben Sie vornehmlich Fachschüler unterrichtet. Haben Sie schonmal vor einer "normalen" Mittelstufenklasse gestanden? Außerdem gibt es Dinge die regional stark unterschiedlich sind. Ich wage zu behaupten, dass Sie auf manch einer Schule bei mir um die Ecke nicht glücklich würden.
MfG
Fabian
Friedrich Karl Schmidt
05.03.2010, 08:55
Haben Sie schonmal vor einer "normalen" Mittelstufenklasse gestanden? Aber ja. Es waren zwar nur vier Jahre, aber im Vergleich zu Ihnen ist das ja schon eine ganze Menge.
Gruß FKS
FabianH
07.03.2010, 12:54
Aber ja. Es waren zwar nur vier Jahre, aber im Vergleich zu Ihnen ist das ja schon eine ganze Menge.
Gruß FKS
Lustig, Sie nehmen für sich selber herraus, dass man über Ihre Erfahrung nicht mutmaßen solle. Was ich aber so getan habe wissen Sie doch auch nicht.
Weiterhin ist die Aussage "4 Jahre" auch nicht hinreichend genau, einige Faktoren habe ich oben schon benannt, ein weiterer wäre die Anzahl der Klassen (wären es bei Ihnen nur ein oder zwei hätte ich eine ganze Menge im Vergleich zu Ihnen, bei drei hätten wir Gleichstand).
Der wirklich wesentliche Punkt ist doch aber der: Sie meinen stets (in den vielfältigsten Zusammenhängen), dass ihr Erfahrungswert der zentrale ist. Das Sie für andere Auffassungen das Verständnis haben, habe ich selten erlebt. Das sich die Welt um Sie herum geändert haben könnte, wollen Sie anscheinend nicht sehen. Und das sich Dinge geändert haben oder in anderen Teilen Deutschlands anders sind als bei Ihnen, dass ist nun wirklich mal ein Faktum.
Um auf Ihren vermeintlichen Vorsprung im Mittelstufenunterricht zurückzukommen, ich nehme gerne an, das er tatsächlich gegeben ist auch unter Beachtung der anderen Faktoren. Warum sollte ich Ihre Mehrerfahrung überhaupt akzeptieren/respektieren? Sie selber interessieren sich ja auch nicht dafür, wenn jemand mehr Erfahrung hat als Sie (aktuelle Beispiele wären Ihre Diskussion mit NickF zu den trigonometrischen Funktionen oder wieder mal ihre Ablehung von "offensichtlich" voreingenommen Studien zum Thema Jugendstrafen). Da benutze ich doch einfach ihr gängiges Argument und sage, dass Sie Erfahrung nur mit Voreingenommenheit nutzen. Ja und was machen wir dann?
Sicherlich, könnten wir beide auf Diskussionen miteinander verzichten, aber gerade aufgrund Ihrer Erfahrung machen mir Diskussionen mit Ihnen ja auch Spaß, würden Sie andere Meinungen nicht einfach immer nur abschmettern mit Argumenten wie "Voreingenommenheit" oder "keine Erfahrung".