buba
08.09.2000, 12:41
Pressebericht: Für eineinhalb Big Mäc ins erste Mathe-Museum der Welt Von Julia Ranniko, dpa DEU
Gießen (dpa) - Mit der Namenssuche schlägt sich Albrecht Beutelspacher schon seit Monaten herum. Ein «Mathematik-Museum», das ist dem Gießener Mathematiker klar, würde den meisten Besuchern wohl nur ein müdes Gähnen entlocken. «Beide Begriffe stehen häufig für Langeweile, da sollte man sie nicht noch kombinieren», sagt Beutelspacher.
Die verzwickte Frage muss spätestens in einem halben Jahr geklärt sein: Im Frühjahr 2001 wollen Beutelspacher und seine Mitarbeiter die Eröffnung des angeblich ersten Mathe-Museums der Welt in Gießen feiern.
Es sind auf den ersten Blick spröde Themen, mit denen Beutelspacher jährlich 60 000 Menschen in die mittelhessische Universitätsstadt locken will: Minimalflächen, archimedische Körper und das Fermat-Problem. Doch im Museum sollen die Besucher den Geheimnissen der Zahlenakrobatik spielerisch auf den Grund gehen: Sie können Geheimschriften entschlüsseln, ihr Geburtsdatum in der endlosen Ziffernfolge der Zahl Pi suchen, oder mit einem in Seifenlauge liegenden Reifen menschengroße Seifenblasen entstehen lassen.
Das Museum soll nicht mit historischen Einzelstücken glänzen, sondern mit «Mathematik zum Anfassen». Eine gleichnamige Ausstellung, die Beutelspachers Team vor sechs Jahren erstmals in Gießen gezeigt und ständig weiterentwickelt hat, ist mittlerweile zum Kassenschlager geworden. An Städte in ganz Deutschland - in diesem Jahr auch an Kanada - haben die Wissenschaftler ihre Exponate verliehen, seit 1994 wurden mehr als 100 000 Besucher gezählt.
Beutelspacher sieht das Museum in der Tradition der Science Center (Wissenschafts-Zentren) für Physik und Technik, die in den USA bereits seit 30 Jahren Publikumsmagneten sind. «Im Science Center dürfen Besucher selbst experimentieren und nicht nur Experimente bewundern», sagt der Mathematik-Professor. Die 50 Ausstellungsstücke von «Mathematik zum Anfassen» sollen daher den Grundstock des Gießener «Mitmachmuseums» bilden.
Die Idee für eine Dauerausstellung entstand schon 1996 und wurde mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Stadt, Land und Universität sagten jedoch zunächst nur ideelle Unterstützung zu. Inzwischen sendet Oberbürgermeister Manfred Mutz (SPD) aber hoffnungsvolle Signale: «Ich würde vorschlagen, dass die Stadt sich finanziell beteiligt.» Standort für das Museum soll ein ehemaliges Hauptzollamt sein.
Ob das hessische Wissenschaftsministerium dem Museum mit einer Anfangsfinanzierung unter die Arme greift, wird derzeit geprüft. Für die zwei Millionen Mark, die Beutelspacher für Umbau und Renovierung des 1 500 Quadratmeter großen Gebäudes veranschlagt, schwebt Beutelspacher eine Kostenteilung zwischen Land, Bund und Sponsoren vor: «Die 100 000-Mark-Grenze haben wir mit Spenden schon erreicht.»
«Weil es eine Marktlücke und keine Marketing-Strategie ist», glaubt Beutelspacher, dass sich das Museum finanziell tragen wird. Wie Schulklassen und Familien die Kassen klingeln lassen, hat der 50- Jährige bereits mit einem Mathe-Shop im Internet gezeigt: Mit Produkten wie Pi-Postkarten und Knobelspielen haben die Gießener 1999 einen Umsatz von 120 000 Mark erzielt. Auch der Eintrittspreis für das Museum orientiert sich am Lebensstil der Jugendlichen: «Die offizielle Währung sind eineinhalb Big Mäc», also etwa 7,50 Mark.
(Quelle: http://banner-srv.fairad.de/dpa/index.asp?news=onl18_7_0609_0906085313.nitf )
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buba
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Gießen (dpa) - Mit der Namenssuche schlägt sich Albrecht Beutelspacher schon seit Monaten herum. Ein «Mathematik-Museum», das ist dem Gießener Mathematiker klar, würde den meisten Besuchern wohl nur ein müdes Gähnen entlocken. «Beide Begriffe stehen häufig für Langeweile, da sollte man sie nicht noch kombinieren», sagt Beutelspacher.
Die verzwickte Frage muss spätestens in einem halben Jahr geklärt sein: Im Frühjahr 2001 wollen Beutelspacher und seine Mitarbeiter die Eröffnung des angeblich ersten Mathe-Museums der Welt in Gießen feiern.
Es sind auf den ersten Blick spröde Themen, mit denen Beutelspacher jährlich 60 000 Menschen in die mittelhessische Universitätsstadt locken will: Minimalflächen, archimedische Körper und das Fermat-Problem. Doch im Museum sollen die Besucher den Geheimnissen der Zahlenakrobatik spielerisch auf den Grund gehen: Sie können Geheimschriften entschlüsseln, ihr Geburtsdatum in der endlosen Ziffernfolge der Zahl Pi suchen, oder mit einem in Seifenlauge liegenden Reifen menschengroße Seifenblasen entstehen lassen.
Das Museum soll nicht mit historischen Einzelstücken glänzen, sondern mit «Mathematik zum Anfassen». Eine gleichnamige Ausstellung, die Beutelspachers Team vor sechs Jahren erstmals in Gießen gezeigt und ständig weiterentwickelt hat, ist mittlerweile zum Kassenschlager geworden. An Städte in ganz Deutschland - in diesem Jahr auch an Kanada - haben die Wissenschaftler ihre Exponate verliehen, seit 1994 wurden mehr als 100 000 Besucher gezählt.
Beutelspacher sieht das Museum in der Tradition der Science Center (Wissenschafts-Zentren) für Physik und Technik, die in den USA bereits seit 30 Jahren Publikumsmagneten sind. «Im Science Center dürfen Besucher selbst experimentieren und nicht nur Experimente bewundern», sagt der Mathematik-Professor. Die 50 Ausstellungsstücke von «Mathematik zum Anfassen» sollen daher den Grundstock des Gießener «Mitmachmuseums» bilden.
Die Idee für eine Dauerausstellung entstand schon 1996 und wurde mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Stadt, Land und Universität sagten jedoch zunächst nur ideelle Unterstützung zu. Inzwischen sendet Oberbürgermeister Manfred Mutz (SPD) aber hoffnungsvolle Signale: «Ich würde vorschlagen, dass die Stadt sich finanziell beteiligt.» Standort für das Museum soll ein ehemaliges Hauptzollamt sein.
Ob das hessische Wissenschaftsministerium dem Museum mit einer Anfangsfinanzierung unter die Arme greift, wird derzeit geprüft. Für die zwei Millionen Mark, die Beutelspacher für Umbau und Renovierung des 1 500 Quadratmeter großen Gebäudes veranschlagt, schwebt Beutelspacher eine Kostenteilung zwischen Land, Bund und Sponsoren vor: «Die 100 000-Mark-Grenze haben wir mit Spenden schon erreicht.»
«Weil es eine Marktlücke und keine Marketing-Strategie ist», glaubt Beutelspacher, dass sich das Museum finanziell tragen wird. Wie Schulklassen und Familien die Kassen klingeln lassen, hat der 50- Jährige bereits mit einem Mathe-Shop im Internet gezeigt: Mit Produkten wie Pi-Postkarten und Knobelspielen haben die Gießener 1999 einen Umsatz von 120 000 Mark erzielt. Auch der Eintrittspreis für das Museum orientiert sich am Lebensstil der Jugendlichen: «Die offizielle Währung sind eineinhalb Big Mäc», also etwa 7,50 Mark.
(Quelle: http://banner-srv.fairad.de/dpa/index.asp?news=onl18_7_0609_0906085313.nitf )
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