Wenn ich zwei Reaktionen kopple multipliziere ich ja deren Gleichgewichtskonstanten.
Was ich dabei nicht ganz verstehe, ist die Interpretation dieser "Bruttokonstante".
Nehmen wir als Beispiel die fiktive Reaktion:
x+ y -> xy mit K1=10^-1
und
xy+y -> xy2 mit K2=10^-3
Sagen wir, xy und xy2 seien beides Komplexe.
Wenn ich jetzt beide Konstanten multipliziere, dann bekomme ich ja eine Bruttokonstante. Was sagt die mir dann genau? Es kann ja wohl kaum sein, dass ich dann mit der zusammengefassten Konstante alles ausrechnen kann.
In diesem Fall wäre es ja so, dass sich vom ersteren Komplex weit mehr bilden würde als vom 2., dieser aber in der Gesamtkonstanten gar nicht mehr berücksichtigt wäre.
Adam
30.05.2003, 19:34
Wenn ich jetzt beide Konstanten multipliziere, dann bekomme ich ja eine Bruttokonstante. Was sagt die mir dann genau? Es kann ja wohl kaum sein, dass ich dann mit der zusammengefassten Konstante alles ausrechnen kann.
Was sie aussagt? Sie gibt die thermodyn. Stabilität deines Komplexes an.
K1 für xy und K2 für xy2
In diesem Fall wäre es ja so, dass sich vom ersteren Komplex weit mehr bilden würde als vom 2., dieser aber in der Gesamtkonstanten gar nicht mehr berücksichtigt wäre.
Warum nicht berücksichtigt?
xy + y <-> xy2
K2 = [xy2]/([xy][y])
Gruß
Adam
Harasser
31.05.2003, 10:36
Also die Brottokonstante K1*K2 gibt mir die Stabilität des Gesamtkomplexes an?
Ich meine jetzt, wenn ich darin einsetze bekomme ich die Konzentration von xy2 in Abhängigkeit von der Konzentration an x und y, oder?
nobody
31.05.2003, 10:41
K1*K2 ist logischerweise die Gleichgewichtskonstante der Gesamtreaktion. Die beiden Teilreaktionen kannst Du ja addieren.
Harasser
31.05.2003, 13:27
Gut, das ist mir klar, aber es geht mir um die Einzelkonzentrationen von xy und xy2. Kann ich sagen:
-aus k1 krieg ich meine Konzentration von xy und
-aus k1*k2 krieg ich meine konzentration von xy2 ?
Vielen Dank für eure Antworten
GH
31.05.2003, 17:54
Zur Berechnung der einzelnen Konzentrationen must Du immer alle gekoppelten Gleichgewichte mitberücksichtigen und zusätzlich die Massenbilanzen.
Wenn die Gleichgweichte auch Ionen enthalten müssen auch die Ladungsbilanzen mitverwendet werden.
buba
31.05.2003, 18:09
Jaaa, ich erinnere mich an die Klausur letztes Semester... Solche Berechnungen sind zum :kotz:
:hmpf:
Harasser
01.06.2003, 10:37
Es isr mir schon klar dass ich alles Berücksichtigen muss, aber ich habe immer noch nicht verstanden wie.
Könnte mir jemand folgendes Beispiel mal kurz durchrechnen (der Aufwand dürfte sich ja im Rahmen halten:
c0(x)=1 Mol/L c0(y)=1 Mol/L
Wieviel xy, xy2, x und y sind im Gleichgewicht vorhanden?
Vielen DAnk für eure Mühe
Harasser
03.06.2003, 23:29
Kann mir das bitte nicht jemand kurz mal QUALITATIV sagen, damit ich das verstehe, das wär schön :D
schlumpf
04.06.2003, 12:26
wie wäre es mit: Gleichung explizit aufschreiben und nach der gewünschten Größe umstellen (der mathematische Aufwand dafür dürfte vertretbar sein ...)?
wobei man natürlich y=y0 -xy -xy2 usw. setzen muß
Harasser
04.06.2003, 18:14
Ich hatte extra ein recht simples Beispiel gewählt, aber auch hier ist der mathematische Aufwand dafür eben NICHT vertretbar. Man kann hier nur nähern, weil man sonst auf unlösbare Gleichungssysteme bekommt, aber wie muss man das tun?
GH
04.06.2003, 21:02
Es ist richtig, dass der mathematische Aufwand recht groß ist. Dies gilt aber nur für die Schreibarbeit der einzelnen Gleichungen. Eine Gleichung kann sich oft über mehrere Zeilen ziehen. Allerdings ist die Mathematik, die dahinter steckt meist sehr einfach auszuführen. Näherungen braucht man nur, wenn Gleichungen höheren Grades zu lösen sind. Aber die höhergradige Gleichung ist exakt. Es gilt z. B. zur Berechnung des pH-Wertes einer einprotonigen Säure ergibt sich eine Gleichung dritten Grades, hingengen kommt man bei einer zweiprotonigen Säure zu einer Gleichung 4. Grades usw. Um diese Gleichungen aufzustellen müssen gekoppelte Gleichgewichte, Massenbilanzen und Ionenbilanzen berücksichtigt werden. Das Prinzip ist aber immer das selbe. Man rechnet aus einer Gleichung eine Variable aus und setzt sie in eine andere ein. Dabei müssen aber immer alle mathematischen Gleichungen berücksichtigt werden.
Harasser
05.06.2003, 15:43
Wenn ich jetzt aber eine höhergradige Gleichung habe bei einem Prozess einer Komplexbildung mit 6 Stufen, dann wird meine Gleichung so kompliziert, dass ich sie nicht mehr analytisch lösen kann. IN so einem Fall kann ich auch keine Variable mehr ausrechnen, weil der Grad meiner Gleichung zu hoch ist.
Dass kann ich nur numerisch lösen, was in der Klausur ja schlecht geht, also muss ich ja nähern, weil eben keine exakte Lösung möglich ist.