Hallo
Habe einen Nachhilfeschüler in Physik (Gesamtschule 10. Klasse), der jetzt richtig anfängt Spaß am Thema zu haben (Es geht im Moment um Kernenergie/Atomkraftwerke) und überlegt, Physik in der Oberstufe zu wählen. Blöd ist er nicht, aber ob das nicht doch zum Frust wird kann ich nicht sagen.
Einerseits freue ich mich, dass er alles so gut versteht, dass es ihm sogar Spaß macht, andererseits kann Physik (zumindest empfinde ich es so) auch recht frustrierend sein.
Was soll ich tun? Ermuntern (er versteht es wirklich gut, wenn man es vernünftig erklärt und viel auch ganz allein durch lesen im Buch), meine persönliche Antipatie gegen Schulphysik auslassen (ich denke das kommt nicht in Frage ;) ) oder einfach den Standardsatz "tu, worauf du am meisten Lust hast"?
Nick F.
08.01.2010, 23:39
ermuntern ganz klar, besser er scheitert ggf, als es erst garnicht versucht zu haben. weck seine neugier, seinen inneren antrieb, dann wird er zu sachen fähig sein, die du nicht hättest träumen wollen
Nick
Irrlicht
09.01.2010, 09:31
Versteh ich das richtig? Er hat Spaß an Physik, versteht sie auch, du willst es ihm aber ausreden, weil es dir selbst nicht gefallen hat damals?
rainbowcolorant
09.01.2010, 10:03
Wer sollte denn deiner Meinung gefeit gegen späteren Frust sein, wenn nicht einer, der dem Stoff der 10. Klasse mit Interesse folgt und folgen kann? Hast du Angst, "schuld" zu sein, wenn sein Interesse nachlässt? Ich glaube, so werden dir alle hier antworten. Ich bin schon der Dritte ;)
FabianH
09.01.2010, 10:59
Dann komt hier der vierte :-)
Die Frage stellt sich einfach nicht, denn er mag Physik Punkt!
Lenchen
09.01.2010, 11:06
Naja immerhin war Physik vorher sein schlechtestes Fach.
Natürlich freue ich mich, dass ich es offensichtlich interessant machen konnte, natürlich fände ich es schön,wenn er es in der Oberstufe wählt, aber ich möchte halt auch nicht, dass es am Ende frustrierend wird und die Noten wieder runterzieht.
Er ist so stolz, dass er die nötigen Noten hat um in die Oberstufe zu kommen, da soll er auch Erfolg haben. Aber ihr habt schon recht, ich sollte ihn eigentlich eher weiter motivieren, denn die Dinge, die er beim lesen im Buch (der Lehrer lässt die Schüler viel im Buch arbeiten) nicht versteht sind meist Sätze, die ein Schüler der 10. Klasse auf Realschulniveau kaum verstehen kann (z.B. stand neulich da "Das Wasser wird im Druckbehälter durch 350 bar am sieden gehindert :rolleyes:" ohne weitere Erklärung...)
Friedrich Karl Schmidt
09.01.2010, 11:25
Er ist so stolz, dass er die nötigen Noten hat um in die Oberstufe zu kommen, da soll er auch Erfolg haben. Einverstanden . Aber ihr habt schon recht, ich sollte ihn eigentlich eher weiter motivieren Nicht unbedingt. Was heißt hier denn "motivieren" ? In jedem Fall doch irgend eine Art von Einflussnahme , die noch über das hinausgeht, was Sie bisher schon getan haben. Dazu würde ich nicht unbedingt raten, sondern Ihnen empfehlen, Ihren bisherigen, doch anscheinend erfolgreichen Weg beizubehalten und im Übrigen den Dingen ihren Lauf zu lassen. Wenn Sie Ihre Arbeit als Nachhilfelehrer gut machen, ist das m.E. Motivation genug.
Gruß FKS
Svlad Cjelli
09.01.2010, 11:29
Außerdem hat man ja in den allermeisten Fällen noch die Möglichkeit das Fach nach der 11 wieder abzuwählen, wenn es einem dann doch nicht mehr gefallen sollte.
FabianH
09.01.2010, 11:57
In jedem Fall doch irgend eine Art von Einflussnahme , die noch über das hinausgeht, was Sie bisher schon getan haben.
Das hat in dieser Weise doch gar niemand hier geschrieben!
Die eigentliche Frage war doch ob sie ihn ermuntern soll Physik in der Oberstufe zu wählen, da muss sie ja zwangsläufig mehr machen als vorher. Sie kann seine Frage doch nicht einfach ignorieren.
EDIT @Lenchen:
Es spricht auch nichts dagegen ihm deine Zweifel kundzutun, du sollst ihm ja kein Traumbild vorstellen. Ich würde ihm dann aber auch verdeutlichen, dass du glaubst/weißt dass er damit aber zurechtkommen wird, das hätte er dir ja gezeigt.
zarathustra
09.01.2010, 12:11
Ehgrlich gesagt wundern mich die "Pauschal-Antworten" hier. Niemand hat hier mal um eine genaue Klärung der Problematik gebeten.
Offenbar war Dein Nachhilfeschüler schlecht in Physik, und zwar so schlecht, dass er Nachhilfe brauchte. Und offenbar ist er jetzt mit Deiner Hilfe so gut, dass es sehr gut klappt und er Physik weiter belegen will.
Du implizierst zumindest, dass die Physik-Probleme am Lehrer liegen, sehe ich das richtig? Und wird er in der Oberstufe einen anderen Lehrer bekommen, oder besteht die Chance, dass er vom selben Lehrer weiter unterrichtet wird? Wie sieht es denn mit dem Verständnis bzw. der Motivation bezüglich Mathe aus? Ohne das wird er in Physik ja auch leicht Probleme bekommen...
Und um mal eine ganz praktische Frage zu stellen: Da ja vermutlich zwei Naturwissenschaften weiter belegt werden müssen, wäre es möglich, erstmal alle drei Fächer weiter zu machen? Es wäre ja ungeschickt, wenn er im Endeffekt nicht mehr auf eine andere Fächerkombination ausweichen könnte...
Friedrich Karl Schmidt
09.01.2010, 12:29
Das hat in dieser Weise doch gar niemand hier geschrieben! Doch . Und hier schon wieder. oder ist "ermuntern" etwa keine Einflussnahme :Die eigentliche Frage war doch ob sie ihn ermuntern soll Physik in der Oberstufe zu wählen, da muss sie ja zwangsläufig mehr machen als vorher. Wieso bitteschön muss sie "mehr machen als vorher " ...kann seine Frage doch nicht einfach ignorieren. Man kann eine Frage auch so beantworten, dass man damit Einfluss auf die Richtung der Entscheidung nimmt.
Gruß FKS
FabianH
09.01.2010, 12:35
Ich verstehe was Sie meinen, sehe aber keine konkrete Antwortmöglichkeit, den Schüler in keine Richtung zu lenken.
Geben Sie dochmal einen konkret ausformulierten Vorschlag!
Das einzige was man machen kann ist, dem Schüler alle Folgen jedweder Entscheidung aufzuzeigen. Wozu Lenchens Zweifel gehören und auch all die Argumente die Zarathustra gebracht hat.
Lenchen
09.01.2010, 12:49
Ehgrlich gesagt wundern mich die "Pauschal-Antworten" hier. Niemand hat hier mal um eine genaue Klärung der Problematik gebeten.
Offenbar war Dein Nachhilfeschüler schlecht in Physik, und zwar so schlecht, dass er Nachhilfe brauchte. Und offenbar ist er jetzt mit Deiner Hilfe so gut, dass es sehr gut klappt und er Physik weiter belegen will.
richtig
Du implizierst zumindest, dass die Physik-Probleme am Lehrer liegen, sehe ich das richtig? Und wird er in der Oberstufe einen anderen Lehrer bekommen, oder besteht die Chance, dass er vom selben Lehrer weiter unterrichtet wird?
Der Schüler hatte allgemein Probleme in der Schule aufgrund familiärer Probleme (mehr hat er mir auch nicht gesagt) und in Physik insbesondere. Der vorherige Lehrer war auf jedenfall schlechter als der jetzige, wobei der jetzige kaum Unterricht macht, die Schüler müssen "Lernstationen" abarbeiten, die meist aus so kreativen Aufgaben bestehen, wie Dinge im Buch nachlesen und zusammenfassen.
Welche Lehrer in der Oberstufe unterrichten weiß ich nicht, ich kenne mich mit dem Gesamtschulmodell nicht so aus, werde aber nachfragen
Wie sieht es denn mit dem Verständnis bzw. der Motivation bezüglich Mathe aus? Ohne das wird er in Physik ja auch leicht Probleme bekommen...
Mathe sieht gut aus soweit ich das beurteilen kann, habe nur einemal Mathe mit ihm gemacht und das hat sehr gut geklappt, wir sind die abschlussprüfungsaufgaben durchgegangen
Und um mal eine ganz praktische Frage zu stellen: Da ja vermutlich zwei Naturwissenschaften weiter belegt werden müssen, wäre es möglich, erstmal alle drei Fächer weiter zu machen? Es wäre ja ungeschickt, wenn er im Endeffekt nicht mehr auf eine andere Fächerkombination ausweichen könnte...
Werde ich mal fragen. Seit ich Abitur gemacht habe hat sich im Hamburger Schulsystem einiges geändert (z.B. wird in Mathe in der Oberstufe im 1. Halbjahr nur noch eine Klausur geschrieben....)
rainbowcolorant
09.01.2010, 21:05
Nach nochmaligem Nachdenken muss ich zugeben, dass ich den Sachverhalt zu wenig hinterfragt habe.
Aber zumindest eines trifft mMn zu: wenn sich jemand Nachhilfeunterricht nimmt und sich beim Lernen und Üben dort recht geschickt anstellt, kann das für mich nur wenige Ursachen haben.
Entweder war (wie es sich aus dem zu Lesenden mehr und mehr abzeichnet) der Schüler wegen Problemen von außen in seinen Leistungen geschwächt.
Oder mit der Art, wie der Lehrer vortrug, konnte er nichts anfangen (sagt weder über den Schüler, noch über den Lehrer etwas Negatives aus)
Oder Lenchen empfindet den Schüler subjektiv als begabt und ist sich eben nicht sicher, ob er's auch wirklich ist. In dem Fall kann ich ihre inneren Konflikte verstehen.
Dass der Schüler für Physik unbegabt ist und seine Ambitionen unrealistisch, scheint mir nach wie vor nicht der Fall zu sein.
Ich bin im Nachhinein aber dankbar für den Appell der anderen, mich künftig länger und detaillierter mit einer Frage auseinanderzusetzen, bevor ich mit einer "eindeutigen" Antwort hervorpresche. Fehler machen viele. Ich sehe meine manchmal ein ;)
Lenchen
18.02.2010, 10:33
So
der Schüler ist jetzt erstmal in Mathe und Physik in die besseren Kurse (es gibt an den Gesamtschulen in HH immer 2 "Schwierigkeitsstufen") gestuft worden und kommt mit dem Stoff gut mit.
Die Frage nach den Oberstufenkursen ist noch nicht wieder aufgekommen.
rainbowcolorant
18.02.2010, 12:45
Na bitte! Das Einzige was mich jetzt noch interessiert, ist, ob wir etwas zur besseren Entscheidungsfindung beitragen konnten. Dem Schüler wünsche ich viel Spaß mit den Fächern.